Methodik

Aus LehrerWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Methodik (griechisches Adjektiv μεθοδική… methodiké… „die methodische …“) bezeichnet die Gesamtheit wissenschaftlicher Methoden. Als Teildisziplin einer Fachwissenschaft ist Methodik auch die Lehre der in dieser Wissenschaft angewandten Methoden.

Eine Sammlung von Methoden bezeichnet man als Methodenbündel.

Methodik ist zu unterscheiden von Methodologie, der theoretischen Reflexion über Methoden eines Fachgebiets. In den wichtigsten Fremdsprachen ist diese Unterscheidung jedoch nicht möglich, was Verwechslungen und Verwischungen der Begriffe auch im Deutschen zur Folge hat.

Inhaltsverzeichnis

Methodik in der Pädagogik

Das Gegenteil von methodischem Handeln ist intuitives oder spontanes Handeln. Wenn Methodik ausformuliert und niedergeschrieben wird, dann zumeist in didaktischer Intention. So stellt man sich unter dem Titel „Methodik des Violinspiels“ sofort ein etwas altmodisches, für den Unterrichtsgebrauch bestimmtes Werk vor, das vor allem praktische Übungen, hingegen wenig oder gar keinen Lehrtext enthält. Altmodisch klingt ein solcher Titel, weil er voraussetzt, dass „Geigen Lernen“, „die-Methode-des-Geigens Lernen“, „eine Methode des Geigen-Lernens“ und „eine Methode des Geigen-Lehren“s weitgehend deckungsgleich sind.

In der Pädagogik hingegen hat sich der Begriff Methodik verselbständigt, indem er sich nicht mehr auf die fachlichen Methoden des Unterrichtsgegenstandes bezieht, sondern auf die Methoden des Unterrichtens bzw. allgemein die Konzeption eines Lernangebotes.

In der Pädagogik unterscheidet man im Anschluss an Wolfgang Klafki zwischen Didaktik und Methodik: Methodik handelt also vom Wie des Unterrichtens, in (nicht immer evidenter) Abgrenzung zur Didaktik, die sich mit dem Was befasst. Idealerweise sollte sich das Wie aus dem Was ergeben, weshalb Methodik auch als Teilgebiet der Didaktik aufgefasst werden kann.

Reflexion über Methodik und Einsatz möglichst vielfältiger Unterrichtsmethoden sind wichtige Anforderungen in der Lehrerausbildung

Wichtige, vom Lehrer vorzunehmende methodische Planungsschritte sind nach Wolfgang Klafki:

  1. die Gliederung des Unterrichts in Abschnitte oder Phasen,
  2. die Wahl der Unterrichts-, Arbeits-, Spiel-, Übungs- oder Wiederholungsformen,
  3. der Einsatz von Lehr- und Arbeitsmitteln,
  4. die Sicherung der organisatorischen Voraussetzungen des Unterrichts.

Die Reflexion über Unterricht hat a) zu allgemeinen Unterrichtsprinzipien, b)zu Handlungsempfehlungen und Unterrichtstechniken, c) zu theoriegeleiteten und praktisch erprobten Konzepten (Methoden) geführt.

Unterrichtsmethoden

Unterrichtsmethode und Lehrmethode werden für Konzepte unterschiedlicher Tragweite in der Literatur verwendet, sie Lehrmethode.

Frontalunterricht

Hauptartikel: Frontalunterricht

Im Frontalunterricht dominiert der Lehrer. Der Lehrstoff wird kursorisch im Sinne des Vortrags und des Lehr-Gesprächs veranschaulicht und vermittelt. In der frontalen Lernsituation wird unterstellt, dass alle zur gleichen Zeit und auf gleichem Wege die gleichen Inhalte lernen. Der Lernprozess (einschließlich der Arbeitsmittel) wird vom Lehrer zentral gesteuert; sie legen die Ziele fest, gliedern den Ablauf, stellen die Aufgaben und sichern das Ergebnis; alle Aufmerksamkeit ist auf sie gerichtet.

Projektarbeit

Hauptartikel: Projektarbeit

Ein Projekt wird in einem bestimmten Zeitraum durchgeführt, wobei Start- und Endtermin festgelegt sind. Projekte befassen sich mit Themen oder Aktivitäten die im normalen Schulalltag nicht durchgeführt werden können. Zur Durchführung eines Projektes bedarf es einer strukturierten Organisation die auf das Projektziel abgestimmt wird. Die Durchführung des Projektes erfolgt durch eine Projektgruppe, in der anfangs eine Projektleitung festgelegt wird.

Lernen durch Lehren (LdL)

Hauptarktikel: Lernen durch Lehren

Lernen durch Lehren ist eine Unterrichtsmethode (als Ganzes von Theorie und praktischer Umsetzunganweisungen), in der Schüler oder Studenten den Unterricht selbst – mit Hilfe des Lehrers – vorbereiten und durchführen. Mit dem Abhalten von Referaten oder mit Präsentationen darf diese Methode nicht verwechselt werden, denn bei Lernen durch Lehren müssen die Schüler die Klasse voll einbeziehen (Einbauen von Partnerarbeit und schüleraktivierenden Techniken). Auch mit dem Helfersystem (peer-teaching, Tutoring) darf die Methode nicht gleichgesetzt werden, denn während beim Helfersystem die Verantwortung ganz auf die Schüler delegiert wird, wird bei Lernen durch Lehren der Lehrprozess vom Lehrer intensiv überwacht und unterstützt. Die Übernahme der Lehreraufgaben durch Schüler kann einzelne Unterrichtssequenzen betreffen oder auch längere Einheiten. Bei einigen Lehrern übernehmen die Lernenden sogar den gesamten Unterricht von der ersten Stunde bis zum Ende des Schuljahres.

Unterrichtstechniken

Hauptartikel: Liste der Unterrichtsmethoden

Abgesehen von den schulischen Alltagshandlungen wie Übungen, Wiederholungen, Veranschaulichung etc. existieren achtzehn verschiedene Unterrichtstechniken für ein vom Lehrer intendiertes Lernen:

  1. Die Einzelarbeit
  2. Programmierter Unterricht
  3. Klassenarbeit
  4. Hausarbeit
  5. Partnerunterricht
  6. Kleingruppenunterricht
  7. Großgruppenunterricht
  8. Simulative Verfahren sowie Lern-, Kunst- und Sportspiele
  9. Lehrerdarbietung
  10. Schülerdarbietung
  11. Experiment
  12. Entwickelndes Lehrergespräch
  13. Lockeres Unterrichtsgespräch
  14. Diskussion
  15. Rundgespräch
  16. Debatte
  17. Team Teaching

Eine Klassifizierung der Unterrichtsmethoden lässt sich anhand ihrer interaktiven Poligkeit vornehmen. Daran beteiligt sind Lehrer, Schüler, Mitschüler, Gegenstand und Medium. Bei Methoden der zweipoligen Interaktion interagiert der Schüler mit einem Sachverhalt oder (Lern)gegenstand. Hierzu zählen die Punkte 1-4. Bei Methoden der dreipoligen Interaktion kommunizieren Schüler Gegenstand und Mitschüler miteinander. Hierzu zählen die Punkte 5-8. Die Methoden der vierpoligen Interaktion bedeuten eine Interaktion von Schüler, Lehrer, Klasse und Gegenstand. Sie umfasst die Punkte 9-16. Die letzte Methode ist die einzige fünfpolige Unterrichtsmethode, bei der mehrere Lehrer- und Schülerteams den Unterricht vorbereiten und dabei alle anderen oben aufgeführten Lehrmethoden in den Prozess einfließen können.


Stuhl- /Sitzkreis

Geschichte

In den damaligen Pionierklassen war der Klassenrat ein zentrales Element von Unterricht. Der Stuhlkreis ist außerdem ein Element der Freinet- Pädagogik. Dabei hat er eine zweifache Funktion:

  • Zum Einen werden Unterrichtseinheiten im Stuhlkreis besprochen,
  • zum anderen werden Regeln für ein friedliches Zusammenleben festgelegt.

Zentrales Anliegen des Stuhlkreises ist es, den Schülern die Möglichkeit zur Mitbestimmung zu geben. Sie sollen gesellschaftliche Vorgaben erkennen und verstehen lernen und haben im Sitzkreis die Möglichkeit zu Diskussion. Die Kinder wählen im Stuhlkreis einen Gruppenverantwortlichen, der darauf achten soll, das Arbeits- förderndes Verhalten gestärkt und Arbeits- hinderndes Verhalten ausgeschaltet wird. Der Lehrer steht hier als „letzte Instanz“ zur Wahl, denn die Kinder sollen versuchen ihre Probleme selbst zu regeln, bevor sie auf seine Hilfe zurückgreifen. Wichtig ist es, dass jedes Gruppenmitglied einmal im Schuljahr die Position des Gruppenverantwortlichen durchläuft, um mit den Aufgaben und möglichen Problemsituationen konfrontiert zu werden. Der Sitzkreis gilt als wichtige Organisationsform.

Themen und Aufgaben

In der 1. Klasse dient der Sitzkreis als Methode, den Kindern Raum für Persönliches zu geben. Sie sollen die Chance haben, Erlebnisse aus dem Wochenende oder Probleme vor der Klasse vorzutragen. Im Sitzkreis werden außerdem Arbeiten reflektiert (Stärken, Schwächen, Verbesserungsvorschläge), um die Persönlichkeit der Kinder zu stärken. Die Kinder präsentieren nicht nur ihre Arbeiten im Stuhlkreis, sondern lernen gleichzeitig das Sprechen vor einer Gruppe, das Visualisieren von Inhalten, das Zusammenfassen und sie erproben sich in Feedback Techniken. Nicht zu vergessen, dass der Sitzkreis zur Regelung von Organisatorischem dient.

Soziales Lernen

Im Sitzkreis lernen die Kinder einen sozialen Umgang mit einander. Damit das soziale Zusammenleben funktionieren kann, bedarf es einiger Regelungen und Vereinbarungen, die im Stuhlkreis ausgehandelt werden. Die Schüler haben im Stuhlkreis die Möglichkeit, ihr eigenes Handeln zu reflektieren und ein Stück weit zu kontrollieren. Entstehen Konfliktmomente, werden gemeinsam Alternativen gefunden, die dann auch protokolliert werden. Die Kinder erlernen Kompromissbereitschaft und üben tolerantes Verhalten ein.

Vorteile

Ein Vorteil bei dieser Unterrichtsmethode besteht darin, dass jedes Kind die Möglichkeit zur Stellungnahme hat. Alle Kinder sind gleichberechtigt und können sich gegenseitig ansehen, wenn sie sprechen.

Probleme

Ein Problem des Sitzkreises ist, dass die Kinder leichter untereinander interagieren können und somit schnell vom Thema abgelenkt werden können.

Regeln

Der Lehrer sollte darauf achten, dass das Umstellen der Tische und Stühle zügig und vorsichtig vonstattengeht. Seine Aufgabe ist es, einen Kreis ohne toten Winkel aufbauen zu lassen. Er muss sicherstellen, dass ein Moderator festgelegt wurde und dass die Ergebnisse anschließend gesichert werden.


Freie Stillarbeit

Die freie Stillarbeit ist eine Form des schulischen Arbeitens, die die Individualität der Schüler zu Tage kommen lässt. Durch eine geeignete Umgebung und Selbstbildungsmaterialien aus allen Lebensbereichen wird eigenständig Bildungsgut erarbeitet. Dabei wird den Schülern die Wahl des Arbeitsthemas, des Partners, des Arbeitsplatzes und die Form des Ergebnisses in Freiheit zugetraut. Das Miteinander in der Arbeitsform übt soziales Verhalten ein, eigenes Tun dient der Aktivierung der Geistes und der Persönlichkeitsbildung. Das Zugestehen, selber etwas zu erarbeiten und Dinge frei zu entscheiden bzw. gestalten zu dürfen, stärkt die Schüler in ihrer Persönlichkeit. Eigenverantwortliches Arbeiten und Handeln äußert sich außerdem in der Wahl der Arbeitsweise sowie der freien Zeiteinteilung. Der Drang nach Erkenntnis wird durch diese Methode sehr gefördert.

Medieneinsatz in der Schule

Allgemein

Der Medieneinsatz bietet ein großes Potential an Vielfältigkeit. Als die beliebtesten Medien gelten elektronische computerbasierte Medien, Filme sowie Bücher. Medien können sowohl individuell genutzt werden, es kann aber auch zum Austausch mit anderen kommen, also der Begegnung der gemeinsamen Arbeit. Weitergehende Erkenntnisse liefert die Medienpädagogik,

Medien im Unterricht

Medien vermitteln nur ein Abbild der Wirklichkeit, können aber auch das Darstellen wo die unmittelbare Erfahrung nicht mehr möglich ist. Dadurch wird die Unterrichtsqualität verbessert und Lernprozesse werden unterstützt. Zu dem steigert der Einsatz von Medien die Motivation der Schüler.

Rechtlicher Medieneinsatz in der Schule

Folgende Rechte sind beim Einsatz von Medien in Schule zu beachten:

  • Gesetz über Urheberrecht
  • Datenschutzgesetze
  • Staatsvertrag über Mediendienste
  • Gesetz zur Regelung der Rahmenbedingungen für Informations- und Kommunikationsdienste.

Integrative Medienerziehung

Die integrative Medienerziehung hat das Ziel die Medienkompetenz der Lernenden zu fördern, d. h. den Umgang mit Medien so zu festigen, dass ein selbstständiges Arbeiten mit Medien ermöglicht wird. Der integrative Ansatz umfasst alle Medien.

Siehe auch

Literatur

  • Thomas Unruh, Susanne Petersen: Guter Unterricht - Handwerkszeug für Lehrer und Referendare, 8.Auflage, AOL-Verlag, 2007.
  • Karl Aschersleben: Einführung in die Unterrichtsmethodik, Verlag W. Kohlhammer, 1991.
  • Paul Brunnhuber: Prinzipien effektiver Unterrichtsgestaltung, Verlag Ludwig Auer, Donauwörth, 1988.
  • Horst Bartnitzky, Reinhold Christiani (Hrsg.): Die Fundgrube für jeden Tag: Das Nachschlagewerk für junge Lehrerinnen und Lehrer, Cornelsen Lernhilfen, Januar 1995, ISBN 978-3589050345.
  • Ralf E. Dierenbach: mit methoden - effektiver moderieren, präsentieren, unterrichten; Das Methodenhandbuch von A - Z, futurelearning, Schönau im Schwarzwald, 2004.
  • Herbert Gudjons, Rita Teske, Rainer Winkel: Unterrichtsmethoden: Grundlegung und Beispiele, Westermann, 1982.
  • Herbert Gudjons: Frontalunterricht neu entdeckt. Integration in offene Unterrichtsformen, Klinkhardt Verlag, März, 2003.
  • Herbert Gudjons: Methodik zum Anfassen – Unterrichten jenseits von Routine, 2. Auflage, Klinkhardt Verlag, Bad Heilbrunn/Obb., 2006.
  • Jean-Pol Martin: Vorschlag eines anthropologisch begründeten Curriculums für den Fremdsprachenunterricht, Verlag Gunter Narr, Tübingen, 1994.
  • Hilbert Meyer: Unterrichtsmethoden II: Praxisband, 2. Auflage, Frankfurt, 1989.
  • Gesine Spieß: Europäische Hochschulschriften, Zum Rollenspieleinsatz in der Grundschule, Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main, Bern, 1982.
  • Rainer E. Wicke: Aktiv und kreativ lernen, 2004.


WIKIPEDIA Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einem Text, der aus der freien Enzyklopädie Wikipedia übernommen wurde und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der ursprünglichen Autoren befindet sich auf der Versionsseite des entsprechenden Artikels.


Persönliche Werkzeuge