Aus den Ländern : DGB NRW fordert Neuanfang in der Schulpolitik
Kontakt zu dieser Pressemitteilung: RedaktionDatum: 28.08.2010 18:09:00
Düsseldorf, 27.08.2010 Zum Schuljahresbeginn fordert der DGB NRW einen Neuanfang in der Schulpolitik. Die Absicht der Landesregierung, das verbindliche Grundschulgutachten und den Probeunterricht beim Übergang in die Sekundarstufe I abzuschaffen und dem Elternwillen wieder Vorrang einzuräumen, wird begrüßt.
"Eine Ellenbogenmentalität zu Lasten der Schwächeren können wir uns nicht mehr erlauben. Mit dem ewigen Aussortieren muss endgültig Schluss sein," appelliert Dr. Sabine Graf, stellvertretende Vorsitzende des DGB NRW, heute in Düsseldorf. Damit sich die pädagogische Praxis in den weiterführenden Schulen ändert, fordert der DGB NRW ein Ende des Abschulens in andere Schulformen. "Auch hier weist der Koalitionsvertrag in die richtige Richtung. Die Kinder sollen so gefördert werden, dass sie den höchstmöglichen Abschluss auf der Schule erreichen können, die sie aufgenommen hat. Alle Kinder müssen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft individuell gefördert werden," fordert Graf weiter.
Die größte Herausforderung sieht der DGB NRW in der Umsetzung des längeren gemeinsamen Lernens aller Schülerinnen und Schüler. Im Rahmen der Novellierung des Schulgesetzes muss es möglich sein, das gemeinsame Lernen bis zur 10. Klasse so umzusetzen, dass alle Abschlüsse der Sekundarstufe I erreicht werden können.
Wenn der DGB NRW das längere gemeinsame Lernen einfordert, so ist damit selbstverständlich das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderungen im Regelsystem gemeint. Dieser Anspruch kann aus gewerkschaftlicher Sicht nicht gegen den Elternwillen ausgespielt werden, da die Umsetzung der Behindertenrechtskonvention den gleichberechtigten Anspruch aller Kinder auf Bildung verlangt.
Die Oppositionsparteien ermahnt die Gewerkschafterin, im Rahmen der Haushaltsverhandlungen keine Blockadestrategie zu fahren. "Die Erhöhung der Bildungsinvestitionen auf 10% des Bruttoinlandsproduktes war ein gemeinsames Ziel des Dresdner Bildungsgipfels, welchem auch die CDU zugestimmt hat. In den steigenden Investitionen in Bildung sehen wir eine der wesentlichen Voraussetzungen für das Gelingen einer erfolgreichen Schul- und Bildungspolitik," appelliert Dr. Sabine Graf.
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