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Sonderthemen : Prestigedenken und Gruppenzwang schon bei Schulanfängern
Kontakt zu dieser Pressemitteilung: Redaktion Datum: 28.08.2010 18:02:40
Stuttgart, 25.08.2010 Noch haben die Schüler Ferien, und doch weisen die Dekorationen in den Schaufenstern der Schreibwarengeschäfte und Schulbuchläden schon deut­lich auf den nahenden Schulbeginn hin. Der Verband Bildung und Erzie­hung (VBE) Baden-Württemberg rät Eltern, beim Kauf von Unterrichts­materialien mehr auf Klasse statt auf Masse im Ranzen zu achten und da­mit den Schülern die Arbeit zu erleichtern. Farbstifte, deren Spitzen beim Malen ständig abbrechen, sorgen für Frust statt Lust im Zeichenunterricht.

In den Schreibwarengeschäften und in den Supermarktketten hat man sich be­reits auf den bevorstehenden Schulanfang eingestellt. Entsprechend dekorierte Schaufenster, Sondertische und bunte Prospekte machen Eltern klar, für was sie in den nächsten Tagen Geld auszugeben haben; denn trotz gesetzlich verankerter Lernmittelfreiheit müssen etliche Unterrichtsmaterialien von den Erziehungsbe­rechtigten eingekauft und finanziert werden. "Das geht ganz schön ins Geld", versichert der VBE-Sprecher, vor allem wenn man zum ersten Mal einen Schü­ler komplett mit Ranzen, Sportzeug, Mäppchen, Zeichenblock, Malkasten mit Pinseln und diversen Farbstiften auszurüsten habe.

Der VBE empfiehlt Eltern, für das kommende Schuljahr nur die Arbeitsmate­rialien zu besorgen, die auch wirklich benötigt werden, und bei den Produkten mehr auf Klasse statt auf Masse im Ranzen zu achten. "Fünf oder sechs qualita­tiv höherwertige Farbstifte sind besser als das spottbillige XXL-Jumbopaket mit 48 Buntstiften, bei denen aber ständig die minderwertigen Minen abbrechen und beim Schüler so viel schneller Frust statt Lust beim Malen hervorrufen", weiß der VBE-Sprecher.

Bei der Auswahl des neuen Ranzens lassen sich Schüler in der Regel auf keine Diskussionen mit den Eltern ein und wollen nur die Modelle, deren Designs ge­rade voll im Trend liegen. Schulranzen mit Mustern aus dem Vorjahr gibt es im Handel häufig mit erheblichen Preisnachlässen. Eltern von "modebewussten" Erstklässlern haben jedoch kaum Chancen, ihren Kindern diese wesentlich günstigeren "Auslaufmodelle" für den Schulbeginn schmackhaft zu machen. So­gar bei Schulanfängern gibt es schon Prestigedenken und einen Gruppenzwang.

 

 

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