Aus den Ländern : Saarländischer Schulpreis geht in die dritte Runde
Kontakt zu dieser Pressemitteilung: RedaktionDatum: 16.06.2010 19:55:49
Saarbrücken, 16.06.2010 Zum dritten Mal haben die Stiftung Demokratie Saarland und die Landeselterninitiative für Bildung zusammen mit der Gesamtlandesschüler-, der Gesamtlandeselternvertretung und diesmal auch dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien den mit 20.000 Euro dotierten "Saarländischen Schulpreis" ausgeschrieben. Alle 316 allgemeinbildenden Schulen bekommen in diesen Tagen Post.
Gesucht werden herausragende Schulen, "denen bei allen Schwierigkeiten und aller Unterschiedlichkeit ihrer Rahmenbedingungen Besonderes gelingt, die es nämlich schaffen, für Leistung und Kreativität zu begeistern, Lernfreude und Lebensmut zu stärken und zu Fairness und Verantwortung zu erziehen", teilten die Veranstalter mit. An solchen Schulen tue sich im Alltäglichen oder auch in mutigen Unternehmungen viel mehr als die Öffentlichkeit wisse. Der Schulpreis diene dazu, auf ihre Arbeit aufmerksam zu machen, sie anzuerkennen und sie für andere Schulen wirksam werden zu lassen. "Wir wollen den Möglichkeitssinn wecken und Impulse in der Schulentwicklung im Saarland setzen. Und wir freuen uns, dass Bildungsminister Klaus Kessler den Schulpreis förderlich begleiten will", sagte der Sprecher der Landeselterninitiative für Bildung, Bernhard Strube. Als erste Preisträger für vorbildliche pädagogische Leistungen und gute schulische Praxis hatte die Jury aus Wissenschaft und Praxis im Jahr 2008 die Maria-Montessori-Grundschule Saarbrücken Russhütte und 2009 die Saarbrücker Grundschule Am Ordensgut ausgezeichnet.
Die Jury des Saarländischen Schulpreises -Irmela Freigang, Ministerialrätin a.D., ehemalige Leiterin des Referates für Gesamtschulen u.a. im Ministerium für Bildung des Saarlandes; Saarbrücken -Prof. Dr. Ulrich Herrmann, ehemaliger Professor für Pädagogik und Leiter des Seminars für Pädagogik an der Universität Ulm; Tübingen -Ingrid Kaiser, ehemalige pädagogische Leiterin der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden, Schulberaterin; Frankfurt -Dr. Ulrike-Marie Krause, Universität des Saarlandes, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Erziehungswissenschaft, Arbeitsbereich Persönlichkeitsentwicklung und Erziehung; Saarbrücken -Prof. Dr. Jörg Schlömerkemper, ehemaliger Professor für Schulpädagogik und Allgemeine Didaktik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, ständiger Mitarbeiter der Zeitschrift PÄDAGOGIK; Göttingen -Gerd Wagner, ehemaliger Leiter der Gesamtschule Bellevue Saarbrücken und Vorsitzender der Schulleiter an Gesamtschulen des Saarlandes; Illingen Qualitätsbereiche und Qualitätskriterien Grundlage des Saarländischen Schulpreises ist ein umfassendes Bildungsverständnis, das in sechs Qualitätsbereichen zum Ausdruck kommt: Qualität des Lernens, individuelle Förderung/Umgang mit Vielfalt, Schule als Gemeinwesen, Schulklima, Schule als lernende Organisation und Leistung der Schülerinnen und Schüler. Jede Schule hat ihre lebendige Gestalt. Es geht beim Saarländischen Schulpreis nicht darum, die richtige Schule zu finden, sondern Schulen, die ihre Entwicklung vorangebracht haben, Schulen, die mit dem in den Qualitätskriterien skizzierten Leitbild verwandt sind. Für eine Beteiligung ist es nicht notwendig, dass eine Schule in allen Qualitätsbereichen herausragend ist. Es sind auch nicht nur aktuelle Ergebnisse entscheidend. Der Weg, die Hürden, die eine Schule überwunden und die Unterstützung, die sie erfahren hat, sowie der Ausblick auf ihre weitere Entwicklung und die Ideen, wie auch andere Schulen von dieser Erfahrung profitieren können, sind ebenfalls von Bedeutung.
1. Qualität des Lernens Lernen ist weniger nur rezeptiv, fremdgesteuert und einseitig kognitiv gestaltet, sondern mehr als üblich an Erfahrung, (Selbst)Erprobung, Bewährung und Ernstfall gebunden, auch unter Einbeziehung außerschulischer Lernorte. Übung und Systematik ergänzen sich mit Erlebnis und Erfahrung. Schülerinnen und Schüler übernehmen teilweise selbst die Verantwortung für ihr Lernen. Der Unterricht und die Arbeit der Lehrenden wird auf Grund neuer Erkenntnisse kontinuierlich verbessert.
2. Individuelle Förderung, Umgang mit Vielfalt Die Schule erkennt die Individualität der Einzelnen an; sie fördert die Kreativität, Eigenverantwortung und den Eigensinn der Kinder und Jugendlichen. Die Unterrichtsgestaltung ist auf die individuellen Anforderungen der Schülerinnen und Schüler ausgerichtet. Die Schule geht produktiv mit den unterschiedlichen Bildungsvoraussetzungen und Leistungsmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler um. Sie trägt wirksam zum Ausgleich von Benachteiligungen bei, aber auch zur sozial-integrativen Anerkennung von Unterschieden.
3. Schule als Gemeinwesen Die Schule ist selbst Vorbild der Gemeinschaft, zu der und für die sie erzieht. Selbständigkeit und Verantwortung, Solidarität und Hilfsbereitschaft, Empathie und Zuwendung werden im Alltag gelebt. Mitwirkung und demokratisches Engagement, Eigeninitiative und Gemeinsinn werden in der Schule und über die Schule hinaus gefordert und umgesetzt. Die Schule pflegt pädagogisch fruchtbare Beziehungen zu außerschulischen Personen und Institutionen (z.B. sind Träger der Jugendhilfe und sozialen Arbeit, sportlich und kulturell tätige Vereine, ansässige Berufe und Betriebe, Künstler usw. einbezogen).
4. Schulklima Das Klima der Schule ist von gegenseitigem Respekt, Lernfreude und Anstrengungsbereitschaft geprägt. Eltern bringen sich besonders ein. Die Schule ist einladend, freundlich und anregend gestaltet. Ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche den ganzen Tag über gern und gut leben und lernen können, an dem Lehrer gern arbeiten, zu dem Eltern gern hingehen. Ein Ort, der für die Menschen und ihre Bildung Wertschätzung ausdrückt.
5. Schule als lernende Organisation Mit dem gleichen Ernst lernt die Schule selbst und arbeitet selbständig an sich, wie sie es den Kindern und Jugendlichen vermittelt. Sie hat neue und ergebnisorientierte Formen von Zusammenarbeit sowie Management etabliert und fördert Motivation und Professionalität ihrer Lehrenden planvoll.
6. Leistung Die Schule erzielt - gemessen an ihrer Ausgangslage - besondere Schülerleistungen in den Grundfächern (Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen), in Naturwissenschaften, im musisch-künstlerischen Bereich (z.B. Theater, Kunst, Musik oder Tanz), ggf. in Gesellschaftswissenschaften, im Sport oder in anderen wichtigen Bereichen (z.B. Projektarbeit, Wettbewerbe). Die Schülerinnen und Schüler können im Team arbeiten und Arbeitsergebnisse mit Medien präsentieren.
Wir brauchen Schulen, in denen Kinder und Jugendliche alle wichtigen Bildungserfahrungen machen, alle ihre Fähigkeiten und Begabungen entwickeln können. Wir brauchen Schulen, in denen Kinder und Jugendliche erfahren, dass ihr Lernen hilfreich begleitet, ihre Arbeit wertgeschätzt, ihre Leistung gesehen und gewürdigt wird.
Wir brauchen Schulen, die an sich selbst hohe Anforderungen stellen, sich an den eigenen Maßstäben orientieren und an ihnen ihre Arbeit selbstkritisch prüfen. Wir brauchen Schulen, in denen Kinder lernen, mit Unterschieden zu leben, und in denen sie so angenommen werden, wie sie sind, ohne beschämt oder für ihr Anderssein "bestraft" zu werden.
Wir brauchen Schulen, in denen die – nach wie vor riesige – Ungleichheit der Bildungschancen so weit wie möglich abgebaut wird.
Wir brauchen Schulen, in denen die Möglichkeiten eines guten Zusammenlebens von Erwachsenen und Heranwachsenden institutionell gesichert sind. Denn wir wollen, dass unsere Kinder zu lebenszuversichtlichen, verantwortlichen, politikfähigen Bürgerinnen und Bürgern unseres demokratischen Gemeinwesens heranwachsen.
Jobs für Lehrer. Lehrer/innen können sich unter www.lehrcare.de
direkt bewerben und aktuelle Jobangebote per E-Mail abonnieren.
Profilerstellung, Beratung und Vermittlung sind für Bewerber/innenkostenfrei!