Dortmund, 04.05.2010 "Es kann nicht angehen, dass ein tarifbeschäftigter Lehrer in NRW ein anderes Gehalt bekommt als einer in Hessen", erklärte Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft VBE NRW, heute anlässlich einer Warnstreik-Aktion vor dem Sitz der Bezirksregierung Arnsberg. "Deshalb brauchen wir endlich einen länderübergreifenden Tarifvertrag, der das Einkommen regelt."
Seit Ende 2009 verhandeln die Gewerkschaften mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) als öffentlichen Arbeitgebern über eine Entgeltordnung für die bundesweit 200.000 tarifbeschäftigten Lehrkräfte. Die Eingruppierung von Lehrkräften soll erstmals tariflich geregelt werden. Damit würden Lehrkräfte nach 50 Jahren den anderen Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst gleichgestellt.
"Nachdem die Arbeitgeber in den bisherigen Verhandlungen nicht bereit waren, auf die Forderungen der Bildungsgewerkschaften einzugehen, müssen wir den Druck erhöhen", so Beckmann weiter: "Wir fordern, dass wissenschaftlich ausgebildete Lehrkräfte genau so gut wie andere Akademiker im öffentlichen Dienst bezahlt werden. Es ist darüber hinaus nicht hinnehmbar, dass die Arbeitgeber z.B. die Grundschullehrer in der Bezahlung weiterhin abhängen wollen."
Zudem sei es nicht akzeptabel, dass tarifbeschäftigte Lehrkräfte für die gleiche Arbeit deutlich weniger Einkommen hätten als ihre beamteten Kolleginnen und Kollegen.
Das Land Nordrhein-Westfalen ist Mitglied in der TdL. In NRW gibt es über 36.000 tarifbeschäftigte Lehrkräfte.
Die Forderungen des VBE und seiner Dachorganisation, der dbb tarifunion, sind im Einzelnen:
-Einheitliche Eingruppierung aller Lehrkräfte mit gleichwertiger Tätigkeit und wissenschaftlicher Qualifikation
-Beseitigung der unterschiedlichen Bezahlung von Lehrerinnen und Lehrern nach Schulformen und Schulstufen
-Qualifizierungsanspruch für pädagogische Fachkräfte und Bewährungsaufstieg nach entsprechenden Berufsjahren
-umfassende tarifliche Regelungen für alle angestellten Lehrkräfte
Der VBE-Landeschef: "Arbeitgeber dürfen nicht weiterhin nach Gutsherrenart entscheiden, wie tarifbeschäftigte Lehrkräfte eingruppiert werden. Wer angesichts des sich bereits jetzt abzeichnenden Lehrermangels mehr junge Menschen für diesen Beruf gewinnen will, der muss für eine attraktive Bezahlung sorgen. Auch deshalb werden wir nicht locker lassen, bis die Bezahlung für die Lehrkräfte ins Lot gebracht ist".
Info: Der Verband Bildung und Erziehung (VBE-NRW) organisiert 23.000 Mitglieder. Er vertritt die Interessen der Lehrkräfte an Real-, Haupt-, Gesamt-, Grund- und Förderschulen und ist die mit Abstand stärkste Lehrerorganisation in der dbb tarifunion.
Nähere Angaben zu den Warnstreiks in NRW, zu denen GEW und dbb tarifunion/VBE gemeinsam aufrufen, finden Sie unter:
http://www.vbe-nrw.dehttp://www.tarifunion.dehttp://www.gew-nrw.de