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Aus den Ländern : Forderung am Nordbayerischen Realschultag: 1000 neue Lehrerstellen notwendig
Kontakt zu dieser Pressemitteilung: Redaktion Datum: 08.03.2010 19:29:06
Gunzenhausen, 08.03.2010 Auf dem Nordbayerischen Realschultag im mittelfränkischen Gunzenhausen mit über 250 Teilnehmern aus Politik, Verwaltung und Verband stand die Forderung nach einer deutlichen Ressourcenverbesserung für die Realschulen im Mittelpunkt. Eine Sicherung und Steigerung der Schulqualität, so das Ergebnis der Veranstaltung vom 4.bis 6. März 2010, benötigt deutlich mehr als 1000 neue Lehrerstellen.

Eine qualitativ hochwertige und zukunftsorientierte Bildung könne nicht zum Nulltarif gelingen, bekräftigte der Verbandsvorsitzende Anton Huber die Forderung. Er begründete die Notwendigkeit neuer Lehrerstellen mit einer jahrelangen Unterversorgung der Realschulen. Wenn hier nicht endlich ein beherzter Sprung nach vorne gemacht wird, bleiben die kleineren Klassen an Realschulen ein fernes Traumziel, so Anton Huber.

Der Vertreter der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag Gerhard Wägemann stellte eine Personalmehrung von 100 zusätzlichen Lehrkräften zum nächsten Herbst in Aussicht. Als ein "erstes positives Signal, dem weitere Schritte dringend folgen müssen," bezeichnete es Anton Huber, der an zahlreiche unterversorgte Bereiche an Realschulen erinnerte, wie die fehlenden drei Wochenstunden in den Jahrgangsstufen 5 und 6 und die 3. und 4. Sportstunde für alle Jahrgangsstufen.

Während die FDP-Abgeordnete Julika Sandt einen weiteren Ausbau der Realschule befürwortete, warnte die bildungspolitische Sprecherin der Freien Wähler Eva Gottstein vor weiteren Schulversagern angesichts einer erneuten Erleichterung der Übertrittsbedingungen an die Realschulen und Gymnasien. Keine Gegenliebe, vielmehr die Forderung des Vertreters der Landeselternschaft Wilfried Hamm nach einer Beendigung der leidigen Schulstrukturdebatte, erfuhren der SPD-Vertreter Reinhold Strobl mit dem Vorschlag einer Zusammenlegung von Haupt- und Realschule und die FDP-Vertreterin mit der sechsjährigen Grundschule. Der brlv begründete die eindeutige Ablehnung von Gesamtschulen einschließlich der verlängerten Grundschulzeit mit verschlechterten Fördermöglichkeiten für Schüler in diesen Schulformen. "Einen Abstieg in die 2. Bildungsliga sollte sich Bayern nicht leisten", sagte Huber.

"Wir wollen ein Mehr an Qualität, an individuellen Fördermöglichkeiten, an Fremd-sprachenkompetenz und ökonomischer Bildung für unsere Schüler", betonte Verbandschef Huber. Mit dem Modellversuch an den Realschulen MINT, das heißt verbesserte Förderung von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik sei man auf dem richtigen Weg, ebenso mit dem Modellversuch für neue Führungsstrukturen in der Lehrerschaft. Hier zeigte sich an den vorgetragenen Praxisbeispielen der Realschulen Heilsbronn und Arnstorf in beeindruckender Weise, dass die eigenständige Schule ideenreiche Weiterentwicklungen in Unterricht und Erziehung besser zu realisieren vermag als von oben verordnete Innovationsmaßnahmen.

Auch der Vortrag des renommierten Wissenschaftlers Prof. Rolf Dubs von der Universität St. Gallen zielte in diese Richtung. Er sieht vor allem in der größeren Eigenverantwortung der Schulen für das Budget ein wichtiges Element für eine erfolgreiche Schulentwicklung. Dubs forderte "mehr Ruhe für die Schule" und hob die große Bedeutung der Lehrerzufriedenheit für die allseits angestrebte "gute Schule" hervor. In einer einstimmig verabschiedeten Resolution fasste Vorsitzender Anton Huber die Tagungsergebnisse zusammen und betonte: "Wenngleich wir Realschullehrkräfte stets die Pädagogik in den Vordergrund stellen, so auch in der Resolution, steht fest, dass die Lehrerzufriedenheit an den Realschulen den Nullpunkt jetzt unterschritten hat. Deshalb besteht dringender Handlungsbedarf für Verbesserungen".

 

 

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