Sonderthemen : VBE: Dem virtuellen Morden den Kampf ansagen
Kontakt zu dieser Pressemitteilung: RedaktionDatum: 03.03.2010 17:23:15
Stuttgart, 03.03.2010 Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg begrüßt es, dass Innenminister Heribert Rech (CDU) anlässlich des Jahrestages des Amoklaufes von Winnenden auf die Gefährdung kindlicher Seelen durch Killer- und Ballerspiele hinweist, sieht aber auch ein erhebliches Gefährdungspotenzial durch grausame Horror- und Metzelfilme im Fernsehen.
Schneller als jeder Gesetzgeber, der lediglich mit Verboten kommen kann, die dann wieder überwacht gehörten, können nach Auffassung des VBE Eltern reagieren, die mit ihren Kindern Gespräche führen und positiv verstärkend auf diese einwirken können - vor allem durch deren Vorbildfunktion. Nicht alle Fans von Killerspielen und brutalen Gewaltfilmen drehen irgendwann einmal durch, aber alle jugendlichen Amokläufer haben sich zuvor - so heißt es immer wieder - medialem Horror ausgesetzt. "Wenn verantwortungsvolle Eltern das bewusst zur Kenntnis nehmen, müssten sie eigentlich wissen, was sie zu tun haben - auch ohne Gesetzesvorgabe", mahnt der VBE-Sprecher.
Coole Negativhelden, die grausame Racheakte und Selbstjustiz als einzig mögliche Konfliktlösung praktizieren, sowie die Möglichkeit, bei Computerspielen per Mausklick Macht auszuüben, über Leben und Tod zu entscheiden, beeindrucken junge Medienkonsumenten, prägen sie und fordern - zumindest unterschwellig - zur Nachahmung auf.
Auf Dauer nistet sich permanent präsente mediale Gewalt in den Köpfen der Kinder ein. "Jugendliche zeigen später genau die fatalen Denkstrukturen und destruktiven Verhaltensmuster, die ihnen über Jahre mittels Bildschirm in das Gehirn fest eingebrannt worden sind", warnt der VBE-Sprecher. Wenn Eltern Kinder unbeaufsichtigt vor dem Bildschirm sitzen lassen und oft nicht einmal wüssten, was diese überhaupt anschauten, sei das unverantwortlich. Vor allem bei fehlender "Nestwärme" wirke mediale Gewalt nachhaltig negativ auf Kinder und Jugendliche.
Werte, für die die Jugend offen ist, wie soziales Engagement, Empathie, Solidarität und Toleranz werden zwar auch in Schulen (vor)gelebt und gepflegt, die Eltern darf man jedoch keinesfalls aus ihrer Erstverantwortung entlassen.
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