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Schule : BW: Wird im Kinderland die Grundschule abgehängt?
Kontakt zu dieser Pressemitteilung: Redaktion Datum: 02.02.2010 19:04:03
Grundschullehrer/innen sollen acht Semester studieren
Stuttgart, 02.02.2010 Der Landeselternbeirat, die Bildungsgewerkschaft GEW und der Grundschulverband setzen sich für eine Aufwertung der Grundschullehrer/innen-Ausbildung ein. Die angehenden Lehrer/innen für die jüngsten Schüler/innen in Baden-Württemberg sollen wie die Pädagog/innen an Haupt- und Realschulen acht Semester an den Pädagogischen Hochschulen studieren.

Die Landesregierung Baden-Württemberg bereitet für das Wintersemester 2010/11 an den Pädagogischen Hochschulen die Veränderung der Ausbildung von Grund- und Hauptschullehrer/innen vor. Während für das neue Lehramt für Hauptschulen eine Regelstudienzeit von acht Semestern wie bei den Realschulen geplant ist, droht für die angehenden Lehrer/innen an den Grundschulen eine kürzere Ausbildung. In anderen Bundesländern studieren Grundschullehrer/innen zwischen acht und zehn Semester.

"Kinder in Grundschulklassen liegen in ihrer Entwicklung oft um bis zu vier Jahre auseinander. Die Vielfalt der Kinder in der Grundschule erfordert einen differenzierten Unterricht. Dafür brauchen wir bestens ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer", sagte am Dienstag (02.02.) in Stuttgart Prof. Erika Brinkmann, stv. Vorsitzende des Grundschulverbands Baden-Württemberg. Der Grundschulverband will durch die längere Studiendauer auch erreichen, dass mehr junge Männer diesen Beruf wählen.

"Für Grundschullehrkräfte ist es wichtig, auf viele Fragen der Kinder Antworten zu haben und ein hohes Maß an Weltwissen zu besitzen. Daher brauchen die Studierenden neben ihrem Pflichtenkatalog Zeit, um sich als Persönlichkeit weiterzubilden. Ein guter Lehrer ist nicht unbedingt derjenige, der in der Mindeststudienzeit seine Scheine abgearbeitet hat, sondern ein ganzheitlich gebildeter und geprägter Mensch", sagte die Landeselternbeiratsvorsitzende Christiane Staab.

Die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßt eine Neuordnung des Lehrerstudiums und die Orientierung am Alter der Schüler/innen. "Wir brauchen keine Ausbildung für einzelne Schularten, und auch eine stärkere Verzahnung der Ausbildung für Kindertageseinrichtungen und Grundschulen ist sinnvoll. Aber es darf nicht der Grundsatz gelten, je jünger die Kinder, desto kürzer ist die Ausbildung und Bezahlung der Pädagoginnen und Pädagogen. Am Anfang werden die entscheidenden Grundlagen für die Entwicklung der Kinder gelegt, deshalb brauchen wir die beste Ausbildung, um auch die besten Abiturienten für diesen Beruf gewinnen zu können", sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

30.000 Lehramtsstudierende in Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg gibt es sechs Pädagogische Hochschulen, neun Universitäten, fünf Musik- und zwei Kunsthochschulen. Im Wintersemester 2008/09 waren dort fast 30.000 Studierende in Lehramtsstudiengängen eingeschrieben. 16.244 studieren an Pädagogischen Hochschulen für die Lehrämter an Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulen. Von den angehenden 9.987 Grund- und Hauptschullehrer/innen sind 8.264 Frauen.

OECD zur Lehrerausbildung
"Die starke Fragmentierung nach Schularten und Fächern ist einer der Hauptschwachpunkte des gesetzlichen Rahmens für die Ausbildung und die Beschäftigung von Lehrkräften in Deutschland. Wir sehen zahlreiche Beispiele für isolierte Operationen in Bereichen, wo Integration nicht nur zu einem effizienteren Ressourceneinsatz führen, sondern vermutlich auch für einen besseren fachlichen Inhalt sorgen könnte."

10 Semester Lehrerstudium
Experten empfehlen bei der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen in der Lehrerbildung eine einheitliche Studiendauer von zehn Semestern (300 ECTS-Punkte) vorzusehen.

 

 

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