Aus den Ländern : Bayern: "Mehr Mäuse für Junglehrer" mit Teilerfolg noch nicht zufrieden
Kontakt zu dieser Pressemitteilung: RedaktionDatum: 17.12.2009 16:03:47
München, 17.12.2009 ABJ - Vorsitzende Anja Lanzendörfer übergibt Ergebnis der Unterschriftenaktion "Mehr Mäuse für Junglehrer" im Bayerischen Landtag an dessen Präsidentin Barbara Stamm.
Nach dem Ende der im März gestarteten Unterschriftenaktion zur höheren Besoldung bayerischer Junglehrer übergab eine Delegation der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer (ABJ) am gestrigen Mittwoch über 6000 Unterschriften an die Verantwortlichen im Bayerischen Landtag. Die ABJ vertritt die Interessen von rund 12.000 jungen Lehrkräften. Sie gehört dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) an.
Die ehemalige ABJ - Vorsitzende Karin Leibl, unter deren Federführung die Aktion gestartet worden war, bezeichnete die Erhöhungen der Anwärterbezüge im März 2009 um 60 Euro und die weitere Aufstockung zum 1.März 2010 um 1,2 Prozent lediglich als einen Schritt in die richtige Richtung. "Angesichts der extrem hohen finanziellen Belastung von Lehramtsanwärtern ist eine weitere Anhebung der Bezüge unerlässlich", erklärte Leibl.
Zeitgleich mit den gesammelten Unterschriften wurde eine Petition an den Landtag übergeben. In ihr fordern die Junglehrer eine weitere Erhöhung der Besoldung, die Herausnahme eigenverantwortlichen Unterrichts aus der Stundenzuweisung und die weitere Verringerung von Angestelltenverträgen zugunsten von Planstellen.
Derzeit unterrichten in Bayern rund 10000 Referendare und Anwärter aller Schularten. Dafür erhalten sie zwischen 900 und 1200 Euro brutto im Monat. Dieser Betrag ist hinsichtlich der mit ihm verbundenen Arbeitsleistung nicht mehr gerechtfertigt. Referendare und Anwärter erteilen zwischen acht und 17 Stunden eigenverantwortlichen Unterricht in der Woche. Damit versorgt der Freistaat seine Schulen zum Billigtarif. Tausende voll ausgebildeter Lehrkräfte werden durch diese Praxis eingespart.
Es gehe allerdings nicht darum, den Anwärtern im Lehrberuf eine Sonderstellung bezüglich der Besoldung einzuräumen. Im Vergleich zu den anderen Anwärtern auf das Beamtenverhältnis in Bayern stehen die Junglehrer oftmals gezwungenermaßen vor hohen finanziellen Hürden. Nicht selten müssen Lehramtsanwärter während ihres Vorbereitungsdienstes mehrmals umziehen. Dazu kommen die Beschaffung von Unterrichtsmaterialien und die Einrichtung eines Arbeitszimmers. Diese Belastungen seien mit den aktuellen Bezügen nicht zu schultern, so Leibl weiter.
Auch Leibls Nachfolgerin Anja Lanzendörfer sieht in der Erhöhung der Anwärterbezüge eine Notwendigkeit. "Es kann nicht sein, dass Lehramtsanwärter oft gezwungen sind, ihren Lebensunterhalt durch zusätzliche Nebenjobs zu sichern", so die Landesvorsitzende der ABJ.
Um den Lehrberuf nicht an Attraktivität verlieren zu lassen, müssen die Bezüge den Anforderungen angepasst werden. Hierfür werde sich die ABJ weiterhin vehement einsetzen, versicherte Lanzendörfer.
Landtagspräsidentin Barbara Stamm konnte zwar aus "Amtsgründen" keine Zusagen machen, versicherte jedoch, dass die Bildungspolitik im Bayerischen Landtag immer ein zentrales Thema darstelle. Auch sei sie sich bewusst, dass in Zukunft die Lehrerbildung auf den Prüfstand gestellt werden müsse. Wenn es auch noch bis ins neue Jahr dauern wird, bis sich die politischen Entscheidungsträger mit der ABJ-Petition beschäftigen, so haben sich die Chancen auf "Mehr Mäuse für Junglehrer" seit Mittwoch doch wieder etwas erhöht.
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