Verlängerung der Grundschulzeit pädagogisch unverantwortlich: Große Nachteile für leistungsstarke wie leistungsschwache Schüler
München, 12.11.2009 "Die Verlängerung der Grundschulzeit ist pädagogischer Unsinn und widerspricht den Erkenntnissen der Wissenschaft sowie den Erfahrungen von Lehrkräften, die täglich mit den Kindern in der Grundschule arbeiten." Mit diesen Worten kommentiert Anton Huber, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbandes (brlv), nach einer Vorstandssitzung die laufenden Bestrebungen, auch in Bayern die Grundschulzeit zunächst bis in die 5. oder gar 6. Klasse hinein zu verlängern.
Damit würden nach Huber Talente vergeudet, die leistungsstarken Schüler würden unterfordert, die leistungsschwachen Schüler überfordert - und das noch länger als bisher bereits. Denn viele Grundschullehrkräfte beklagen bei der Einschulung einen sich von Jahr zu Jahr vergrößernden Unterschied in der vorgelagerten Förderung. Huber weiter: "Wenn die Heterogenität steigt, kann die Antwort darauf doch nicht ernsthaft eine noch längere gemeinsame Schulzeit sein, die leistungsstarke Schüler bremst und laut wissenschaftlicher Befunde in wenigen Jahren zu nicht mehr aufholbaren Defiziten von ein bis zwei Schuljahren führt."
Die Bewertung aller Initiativen für eine längere gemeinsame Schulzeit, für eine Freigabe des Elternwillens und für eine gleiche Lehrerausbildung durch den brlv-Vorstand ist klar: Man möchte über die Hintertüre häppchenweise die Gesamtschule einführen - nun indem man die Grundschule mit weiteren Jahrgangsstufen ausbaut und für die Gesamtschulideologie missbraucht. Der Übertritt nach Leistungskriterien wird dann lediglich auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, bis man schließlich die so genannte "Selektion" beim Übergang ins Berufsleben hat, wie beispielsweise in Frankreich. Die Bildungsqualität ist dann dahin, die Jugendarbeitslosigkeit bei 25 %. Wer das will, handelt unverantwortlich.
Ärgerlich sei in diesem Zusammenhang auch, dass mit pädagogischen Anliegen fortwährend standespolitische Forderungen verknüpft werden. Darin sei die wahre Motivation der Gesamtschulbefürworter erkennbar, schließt Huber.
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