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Sonderthemen : Mehr als 16 000 erzieherische Hilfen außerhalb des Elternhauses
Kontakt zu dieser Pressemitteilung: Redaktion Datum: 21.10.2009 14:46:24
Leistungsangebote der Kinder- und Jugendhilfe als Familienersatz Stuttgart, 21.10.2009 Lassen sich Entwicklungs- oder Beziehungsprobleme nicht durch ambulante oder teilstationäre Hilfeformen wie Erziehungsberatungen, sozialpädagogische Familienhilfen oder Tagesgruppenbetreuungen bewältigen, bietet die Kinder- und Jugendhilfe stationäre, familienersetzende Hilfen an. Wie das Statistische Landesamt feststellt, haben im Jahr 2008 mehr als 16 000 junge Menschen unter 27 Jahren Unterbringungsformen außerhalb des Elternhauses in Anspruch genommen, da durch familiäre Konflikte die räumliche Trennung von überlasteten Eltern und Kindern in schwierigen Entwicklungsphasen notwendig wurde.

7 345 Kinder und Jugendliche befanden sich im Jahr 2008 in einer Vollzeitpflegestelle. Über 90 Prozent waren unter 18 Jahre alt. Drei Viertel lebten bei einer fremden Familie, ein Viertel bei Großeltern oder sonstigen Verwandten. 57 Prozent lebten zuvor bei einem allein erziehenden Elternteil. Fast 70 Prozent aller Herkunftsfamilien waren (teilweise) auf Arbeitslosengeld II, bedarfsorientierte Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung oder Sozialhilfe (SGB XII) angewiesen.

In Heimerziehung oder in einer anderen betreuten Wohnform lebten 7 407 junge Menschen, 56 Prozent Jungen und junge Männer. 61 Prozent waren 12 bis 17 Jahre alt, 22 Prozent 18 Jahre und älter. Unter 12 Jahren waren 17 Prozent der jungen Menschen. 66 Prozent wohnten in einer Mehrgruppen-, 27 Prozent in einer Eingruppeneinrichtung, nur 7 Prozent in einer eigenen Wohnung.

811 jungen Menschen ab 10 Jahren, die durch vorgenannte Hilfeangebote nicht erreicht werden konnten, wurde durch eine intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung geholfen. 60 Prozent waren Jungen und junge Männer.

In vorrangig stationärer Form wurden 535 flexible Hilfen (z.B. in Form von Kurzzeitpflege oder Familienpflege) durchgeführt. 87 Prozent der jungen Menschen waren unter 18 Jahre alt, knapp 70 Prozent männlichen Geschlechts.

Die Gründe für den Bedarf an stationären Hilfen sind vielschichtig: Belastungen des jungen Menschen durch familiäre Konflikte, Auffälligkeiten im sozialen Verhalten des jungen Menschen und eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern oder des Sorgeberechtigten waren die Hauptgründe.

 

 

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