Kontakt zu dieser Pressemitteilung: RedaktionDatum: 28.07.2009 14:59:34
Während Mathematiklehrer händeringend gesucht werden, sehen sich Deutschlehrer schon wieder mit dem Gespenst drohender Arbeitslosigkeit konfrontiert - Philologenverband: Jetzt integrierte Lehrerreserve an Bayerns Gymnasien aufbauen! München, 28.07.2009 Waren im zu Ende gehenden Schuljahr Lehrkräfte aller Fächerkombinationen gesucht, geht die Schere auf dem Arbeitsmarkt für Gymnasiallehrer jetzt auseinander: "Ausgebildete Lehrer für Mathematik und die naturwissenschaftlichen Fächer sind an vielen Gymnasien heißbegehrte Mangel´ware´. Dagegen geht selbst unter Deutschlehrern mit gutem Examen schon wieder das Gespenst der drohenden Arbeitslosigkeit um", beschreibt Max Schmidt, der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv), die aktuelle Situation.
In den absoluten Zahlen erwartet der Philologenverband keine erhebliche Ausweitung, wohl aber eine weitere Verschiebung des Lehrermangels an den Gymnasien zuungunsten des mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereichs. Den aktuellen Ersatzbedarf der Gymnasien aus bereits bestehender Unterversorgung, gestiegenen Schülerzahlen und anstehenden Pensionierungen beziffert der Philologenverband auf rund 2500 Lehrkräfte.
Vor diesem Hintergrund warnte der bpv-Vorsitzende die Politik davor, fatalistisch die Hände in den Schoß zu legen: "Natürlich lassen sich Mathematik- oder Biologielehrer nicht von heute auf morgen backen. Das soll aber kein Freibrief zur Untätigkeit sein: Der Bewerberüberhang an gut qualifizierten Deutsch-, Geschichts- und Sozialkundelehrern sollte nun endlich dazu genutzt werden, mit dem Aufbau einer integrierten Lehrerreserve an jeder Schule zu beginnen. Die Gymnasien brauchen diesen personellen Puffer, um flexibel auf kurz- und mittelfristige Schwankungen in der Unterrichtsversorgung reagieren zu können."
Wirtschaft soll Stipendien an zukünftige Lehrer von MINT-Fächern vergeben! Schmidt bekräftigte die Forderung seines Verbandes nach einer gezielten Unterstützung von Lehramtsstudierenden der jetzigen Mangelfächer durch die Wirtschaft: "Mit Stipendien sollte die Wirtschaft einen deutlichen Anreiz für ein Lehramtsstudium in den "MINT-relevanten" Fächern Mathematik, Physik, Biologie und Chemie geben. Ein solches Engagement ist auch in ihrem ureigenen Interesse: Schließlich lassen sich nur durch einen qualifizierten Unterricht Schüler für ein Studium dieser Fächer begeistern."
Studiengebühren? – Nicht für Lehramtstudierende! Erneut ins Spiel brachte Schmidt auch die Idee seines Verbandes, Lehramtsstudierenden die Studiengebühren zu erlassen: "Einerseits sucht der Staat händeringend Lehrkräfte, andererseits baut er mit den Studiengebühren unnötige Hürden vor einem Lehramtsstudium auf – das ist kaum vermittelbar und gehört geändert."
Wunsch an KM Dr. Spaenle: Fortsetzung des Kurses "erst denken, dann handeln" An die Adresse von Kultusminister Dr. Spaenle gerichtet formulierte Schmidt abschließend den Wunsch seines Verbandes nach überlegten Fortentwicklungen in der bayerischen Schulpolitik: "Die Losung des Kultusministers ´Qualität vor Geschwindigkeit´ lässt sich mit ´erst denken, dann handeln` übersetzen. Wir Lehrer halten diese Vorgehensweise für vollkommen richtig. Die ersten schulpolitischen Entscheidungen der neuen Staatsregierung stimmen uns optimistisch, dass die Zeit ungenügend durchdachter Entscheidungen endgültig der Vergangenheit angehört. Von notorischen Kritikastern und verbissenen Systemumstürzlern sollte sich Herr Dr. Spaenle nicht davon abhalten lassen, den eingeschlagenen Weg im kommenden Schuljahr weiter zu verfolgen."
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