
Freie Schulen leisten gute Bildung /VDP-Bundeskongress in Erfurt
Berlin, 20.11.2008 Faire Rahmenbedingungen für Schulen in freier Trägerschaft und eine bessere staatliche Finanzierung hat der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) heute auf seinem Bundeskongress in Erfurt gefordert: "Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft leisten 100 Prozent Schule, bekommen aber nur 60-70 Prozent ihrer Kosten erstattet", erklärte VDP-Präsident Michael Büchler. "Die neuesten PISA-Ergebnisse haben gezeigt: Das Erfolgsrezept guter Schulen ist eine individuelle Förderung, verbunden mit der Betreuung der Schüler. Freie Schulen waren hier immer schon Vorreiter und erzielen sehr gute Lernergebnisse." Diese Leistung müsse endlich aner-kannt werden und die Schulen eine bessere staatliche Finanzierung erhalten. "Nur so kann die allgemeine Zugänglichkeit von guter Bildung garantiert werden."
Dass Privatschulen gute Bildung leisten, sehen auch immer mehr Eltern so: "Meinungsforscher haben herausgefunden, dass zwei Drittel aller Eltern hierzulande die besseren Bildungschancen für ihre Kinder an Privatschulen vermuten", führte Büchler aus. "Das führt dazu, dass immer mehr Eltern ihr Kind an einer freien Bildungseinrichtung anmelden." Ein Blick in die Statistik bestätigt: Der Trend hin zu Privatschulen ist seit Jahren ungebrochen. So haben im Schuljahr 2006/07 insge-samt 656.186 Schüler eine allgemein bildende Einrichtung in freier Trägerschaft besucht, was sieben Prozent der Gesamtschülerschaft ausmacht. Tendenz: steigend. Und auch die Anzahl der Schulen in freier Trägerschaft wächst seit einigen Jahren kontinuierlich: im Schnitt um 100 Schulen pro Schuljahr auf mittlerweile knapp acht Prozent aller allgemein bildenden Schulen. "Weit über 20 Prozent aller Eltern würden ihr Kind gern an eine Privatschule schicken", so Büchler weiter. "Angesichts dieser hohen Nachfrage brauchen wir endlich faire Rahmenbedingungen, die zu einem gleichberechtigten Nebeneinander aller Schulen führt. Nur so kann man dem Elternwillen gerecht werden und einen gesunden Wettbewerb zwischen den Bildungseinrichtungen fördern, der entscheidend ist für die Qualität unseres Bildungswesens."
Darüber hinaus hält der VDP einen Paradigmenwechsel im Schulwesen für angebracht: "Wir brauchen mehr Entscheidungsspielraum und Gestaltungsfreiheit an unseren Schulen, und zwar unabhängig von ihrer Trägerschaft", erläuterte der VDP-Präsident. Zu starre Vorgaben und Strukturen müssten daher endlich zugunsten einer größeren Schulautonomie aufgelöst werden.