
Frankenthal, 18.11.2008 Der Verband Deutscher Realschullehrer (VDR) warnt davor, die PISA-Ergebnisse über zu bewerten, da nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Leistungsspektrum der Jugendlichen "gemessen" wurde. Die für Rhein-land-Pfalz im Vergleich der Bundesländer erzielten Verbesserungen führt der Verband vor allem auf die Entwicklung und Umsetzung der Qualitätsprogramme durch die Lehrkräfte an der Basis zurück. Sie hätten sehr viele unbezahlte Überstunden geleistet, um die Qualität des Unterrichts weiter zu entwickeln. Nun erwarte man auch von der Politik die Verbesserung der Rahmenbedingungen, z.B. zusätzliche Stunden zur individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler.
Besonders erfreut sind die Realschullehrer über das gute Abschneiden ihrer Schulart im internen Vergleich. Der naturwissenschaftliche Bereich, in dem die Steigerungen besonders ausgeprägt sind, ist eine traditionelle Domäne der Realschulen. Der Verband bedauert, dass sich ein schulart-spezifischer Ländervergleich auf die Gymnasien beschränkt und dass die Integrierten Gesamtschulen auch im internen RLP-Vergleich fehlen.
Bei der Gestaltung seiner Schulpolitik sollte das Bildungsministerium das neue Bildungs-Siegerland Sachsen im Auge behalten, so VDR-Landesvorsitzender Bernd Karst. Die dortige "Mittelschule" führt ab Klasse 7 abschlussbezogene Klassen. Der Hauptschulabschluss und der Realschulabschluss werden nur nach zentralen Abschlussprüfungen vergeben. Außerdem ist der Anteil der Bildungsausgaben am Bruttosozialprodukt in Sachsen deutlich höher als in Rheinland-Pfalz und von der sächsischen Schüler-Lehrer-Relation kann man hierzulande nur träumen.