
"Neue" Werkrealschule gibt es seit 15 Jahren - weniger akzeptiert
Stuttgart, 18.11.2008 Die Bildungsgewerkschaft GEW bezeichnet die geplante Umwandlung von Hauptschulen zu Werkrealschulen als "bildungspolitische Stümperei und Armutszeugnis der baden-württembergischen Bildungspolitik im nationalen und internationalen Vergleich".
Kultusminister Helmut Rau (CDU) berichtete im SWR von Plänen der Landesregierung, die Hauptschulen durch Werkrealschulen zu ersetzen. "Während seine Ministerkollegen in den anderen Bundesländern neue Schulstrukturen entwickeln, will Rau den Hauptschulen nur ein anderes Etikett verpassen und mit aller Macht am überholten Schulsystem festhalten. Dadurch werden aber nicht die Probleme der viel zu frühen Trennung der Kinder in der vierten Klasse, die schlechte individuelle Förderung und die miserablen Chancen der Schulabgänger auf eine Ausbildungsstelle gelöst", sagte am Dienstag (18.11.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Werkrealschulen gibt es in Baden-Württemberg bereits seit 15 Jahren. Ihr Abschluss gilt als gleichwertig zum Realschulabschluss, er wird aber von Arbeitgebern schlechter akzeptiert als die Mittlere Reife an Realschulen.
Weitere Informationen: www.gew-bw.de