"Wenn schon, denn schon, Frau Ministerin!"
Essen, 08.08.2008
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) erteilt der Ankündigung Schulministerin Sommers, in "allernächster Zeit" eine Neuregelung für die Kopfnoten auf den Zeugnissen vorzulegen eine Absage und fordert die Vergabe von Kopfnoten aus dem NRW-Schulgesetz gänzlich zu streichen.
GEW-Landesvorsitzender Andreas Meyer-Lauber erklärte heute als Reaktion auf eine Meldung des Schulministeriums: "Wir halten Kopfnoten nach wie vor für pädagogischen Unfug. Wenn Frau Sommer schon an das Thema geht, dann soll sie darauf hinwirken, diese Regelung des Schulgesetzes ersatzlos streichen."
Die Kopfnoten sind nach Auffassung der GEW kein konstruktiver Beitrag zur Werteerziehung und zur Unterstützung der Bildungs- und Erziehungsarbeit der Schulen. Mit der Einführung schlichter Ziffernnoten wäre die Landesregierung lediglich den Wünschen der Unternehmen nachgekommen.
Die mit den Kopfnoten verbundene weitere Verschärfung des schulischen Leistungsdrucks sei aber genau das Gegenteil der notwendigen Verbesserung des Lernklimas und der schulischen Leistungen. Meyer-Lauber wörtlich: "Lehrerinnen und Lehrer brauchen mehr Zeit zur individuellen Förderung und zur Sicherstellung einer vertrauensvollen Feed-back-Kultur."
Vor allem auf Abschlusszeugnissen könnten Kopfnoten die beruflichen Chancen der Schulabsolventen nachhaltig verschlechtern. GEW-Chef Meyer-Lauber: "Schon die Note "Befriedigend" im Arbeitsverhalten bedeutet doch null Chance auf einen Job!"