Nicht selten schleppen Kinder, die selbst kaum magere 30 Kilogramm auf die Waage bringen, einen Schulranzen mit einem Gewicht von sechs oder sieben Kilo zur Schule und zurück. Das ist viel zu viel, warnen Ärzte und Pädagogen seit Jahren. Jetzt hat sich auch die Kommission zur Wahrnehmung der Belange der Kinder (Kinderkommission) im deutschen Bundestag des Themas angenommen: Ranzen sollen leichter werden und das was drin ist auch: die Schulbücher.
In Ihrer Stellungnahme der Kinderkommission des Deutschen Bundestages zum Thema "Kinder und Alltag" - Sicherheits- und Gesundheitsrisiken für Kinder im Alltag minimieren! haben sich die Abgeordneten der Problematik des oftmals viel zu schweren Schulranzens angenommen. Zwar empfiehlt die DIN-Norm ein Schulranzengewicht von maximal 10 Prozent des Körpergewichts. In der Realität ist dieses Limit allerdings mit einer soliden und umfassenden Bestückung häufig überschritten, obwohl Fehl- und Überbelastung der Ranzen unbestritten schmerzhafte Verspannungen, Verkrümmungen der Wirbelsäule und Verformungen der Füße verursachen können. Nicht zuletzt werden Beweglichkeit und Konzentration der Kinder im Straßenverkehr reduziert.
Die Kinderkommission fordert deshalb,
-das Gewicht von Schulbüchern durch Verwendung von leichtem Papier (Paperback statt Hardcover) reduzieren.
-Schulen sollten all ihre Möglichkeiten ausnutzen, damit die Kinder einen Teil der Lernmaterialen – Bücher, Malkasten, Zeichenmaterial, Sportschuhe – in der Schule deponieren können.
-Ranzenhersteller sollten darauf achten, möglichst gewichtsarme Ranzen zu produzieren.
-Eltern bei Einschulungsveranstaltungen auf die Gefahren zu schwerer Schulranzen hinzuweisen.
-Einführung einer Fahrradhelmpflicht für Kinder und Jugendliche.