Bereits Anfang November 12.019 externe Vertretungskräfte in den Pools. „Das Projekt Unterrichtsgarantie Plus – für eine verlässliche Schule hat vom ersten Schultag an ohne Vorlaufzeit verlässlich funktioniert“, sagte Kultusministerin Karin Wolff heute bei einer Pressekonferenz zu 100 Tagen Unterrichtsgarantie Plus in Wiesbaden.
Besonders gefreut habe sie das Resultat einer breit angelegten Hessenschau-Umfrage, wonach „fast drei Viertel der Schulleiter, Eltern und Schüler den Einsatz externer Vertretungskräfte positiv einschätzen und für besser als Unterrichtsausfall halten - und dies nach der voran gegangenen, durchaus kritischen Berichterstattung!“ Auch die Rückmeldungen über die Telefon-Hotline des Kultusministeriums und die 15 Staatlichen Schulämter bis Ende November belegten, dass kaum noch Unterricht ausfällt: „Bei zirka 700.000 Wochenstunden in rund 27.000 K lassen an 1.728 verlässlichen Schulen in Hessen lagen die konkreten Beschwerden im Promillebereich. Fast die Hälfte der Anrufer wollte als Vertretungskraft arbeiten“, freute sich Karin Wolff.„Zum Stichtag 10. November 2006 hatten die hessischen Schulen bereits 12.019 Personen in ihre Vertretungspools aufgenommen“, zog die Hessische Kultusministerin eine positive Zwischenbilanz. Die meisten Vertretungskräfte gebe es mit 1.107 im Schulamtsbezirk Limburg-Weilburg, gefolgt von Gießen und dem Vogelsbergkreis (1.058), Offenbach (1.037) und Frankfurt am Main (1.009). Im Vorfeld laut gewordene Befürchtungen, dass im ländlichen Raum weniger Vertretungskräfte für die verlässliche Schule gefunden und mehr Probleme als in den Städten auftreten würden, sieht Karin Wolff nicht bestätigt. Wegen der natürlichen Fluktuation in den Pools seien qualifizierte Vertretungskräfte an Hessens Schulen weiter gefragt.„Eltern können sich darauf verlassen, dass ihr Kind nicht mehr vorzeitig vor der Haustür steht; Familien- und Erwerbsleben sind jetz t in Hessen besser miteinander vereinbar“, stellte die Kultusministerin als „unschätzbaren Vorteil nach 100 Tagen Unterrichtsgarantie Plus“ heraus. Die externen Vertretungskräfte seien ganz überwiegend qualifizierte Personen mit pädagogischem Hintergrund. Von denjenigen Vertretungskräften, die keine Lehramtsstudierenden, Elternzeit-Beurlaubten oder Pensionäre sind, hätten viele ein anderes Studium absolviert.Dies bestätigten Zahlen des Staatlichen Schulamts Fulda, die zum Beantworten einer Kleinen Landtags-Anfrage erhoben worden sind: „Mehr als 80 Prozent der eingesetzten Vertretungskräfte werden mit mindestens 20 Euro vergütet, sind also fachlich beziehungsweise pädagogisch qualifiziertes Personal – insbesondere Lehramtsstudierende kommen zum Einsatz“, so Karin Wolff. Auch fänden sich in den schuleigenen Pools „Vertreter verschiedenster Berufsgruppen, die wertvolle Kompetenzen einbringen. Viele Lehrerinnen und Lehrer schätzen den Erfahrungsaustausch mit externen Kräften, da diese vielfach mit hoher Motivation neue Denkansätze einbringen.“
Insofern trage die Unterrichtsgarantie Plus zu einer entspannteren Atmosphäre in den Kollegien bei, fuhr Karin Wolff fort: „Ein ausgeglichener Einsatz zwischen Vertretung durch das Kollegium und durch externe Vertretungskräfte führt in den meisten Fällen zu einer Entlastung.“ Im Blick auf die insbesondere mit dem Start der verlässlichen Schule verbundene Mehrarbeit seien die Schulleitungen im Umfang von 200 Stellen entlastet worden, betonte die Ministerin, verbunden mit einem herzlichen Wort des Dankes im Blick auf „große Anstrengungen während der Anlaufphase“.