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Redaktion 04.03.2009
VDP fordert fairen Wettbewerb / "Gute Arbeitsbedingungen an Privatschulen"
Berlin, 04.03.2009 Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) fordert angesichts des verschärften Wettbewerbs der Länder um die besten Lehrkräfte eine verbesserte staatliche Finanzierung der Privatschulen. Verbandspräsident Michael Büchler: "Ihre innovativen und qualifizierten pädagogischen Konzepte sowie ihr gutes Arbeitsklima machen Privatschulen für Lehrkräfte attraktiv und sorgen für ein hohes Engagement der Lehrer. Gleichwohl spielt auch die wirtschaftliche Situation für Lehrkräfte bei der Stellenauswahl eine Rolle. Hier entsteht aufgrund des akuten Lehrermangels derzeit eine Schieflage: Während die Länder versuchen, mit Konditionen wie aufgestockten Gehältern und verbesserten Arbeitszeiten staatliche Schulen für Berufseinsteiger attraktiver zu gestalten, werden Lehrer an freien Schulen von den Ländern bei der Finanzierung nicht berücksichtigt. Die Privatschulzuschüsse, die der Staat anerkannten Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft gewähren muss und die unter anderem auch die Grundlage der Gehälter bilden, bleiben auf demselben niedrigen Niveau wie bisher und sollen in manchen Bundesländern sogar noch abgeschmolzen werden. Diese Benachteiligung darf nicht sein: Wir fordern eine Erhöhung der staatlichen Mittel für Privatschulen, die derzeit im bundesweiten Schnitt noch nicht einmal 70 Prozent der Kosten eines staatlichen Schülers decken."

Lehrer an freien Schulen verfügten in der Regel ebenso wie ihre Kollegen an staatlichen Schulen über das erste und zweite Staatsexamen, so Büchler weiter. "Darüber hinaus gibt es weitere Lehrkräfte, die sich in ihrer wissenschaftlichen Ausbildung mit ihren Kollegen an staatlichen Einrichtungen auf Augenhöhe bewegen." Trotzdem sehen sich freie Schulen laut Verband oftmals mit Vorbehalten konfrontiert, die sich in Schwierigkeiten bei der Erteilung von Unterrichts- bzw. Lehrgenehmigungen niederschlagen. "Oft werden Unterrichtsgenehmigungen aus für uns nicht nachvollziehbaren Gründen erst nach langwierigen bürokratischen Verfahren, manchmal sogar gar nicht erteilt", führt Büchler aus. Gerade vor dem Hintergrund des aktuellen Lehrkräftemangels sei zu überlegen, allen Schulen, unabhängig von ihrer Trägerschaft, in der Beurteilung der fachlichen und pädagogischen Eignung ihrer Lehrkräfte mehr Eigenständigkeit zu gewähren.

Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. vertritt freie Bildungseinrichtungen im allgemein bildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Zusammen mit den beiden konfessionellen Privatschulverbänden, dem Bund der freien Waldorfschulen und der Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime bildet der VDP die Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen.

Pressekontakt zu dieser Meldung
Christiane Witek, M.A.
Pressesprecherin
Bundesverband Deutscher Privatschulen e.V.
Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft
Bundesgeschäftsstelle
Reinhardtstr. 18
10117 Berlin
Tel.: 030 / 28 44 50 88-0
Fax: 030 / 28 44 50 88-9
E-Mail: presse@privatschulen.de
Internet: www.privatschulen.de
Redaktion 12.12.2008
Aktuelle Statistik zählt über 900.000 Privatschüler / VDP bestätigt große Nachfrage
Berlin, 12.12.2008 Immer mehr Schüler in Deutschland besuchen eine Privatschule. Das belegt eine aktuelle Erhebung des Statistischen Bundesamts. Demnach gingen im Schuljahr 2007/08 674.892 Schüler an eine allgemein bildende und 237.408 an eine berufsbildende Schule in freier Trägerschaft. Das sind knapp acht Prozent aller Schüler in Deutschland. Und auch die Zahl der Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen: Knapp 5.000 freie Schulen zählte das Statistische Bundesamt deutschlandweit, das ist ein Zuwachs von rund fünf Prozent. Den deutlichsten Anstieg gab es im Bereich der allgemein bildenden Schulen zu verzeichnen: Insgesamt 153 Neuzugänge vermeldet die Statistik, davon allein 66 Grundschulen.

"Der große Zuwachs an Privatschulen verdeutlicht das steigende Interesse an freier Bildung", kommentiert die Bundesgeschäftsführerin des Verbands Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP), Julia Schier, die Ergebnisse. Die aktuelle Statistik spiegele den Elternwunsch nach mehr Alternativen und Pluralität im Schulsystem wider. "Viele Eltern wünschen sich eine größere Vielfalt und vor allem eine persönlichere Förderung ihrer Kinder. Freie Schulen beschreiten mit ihren innovativen pädagogischen Konzepten neue Wege und haben die Möglichkeit, individuell auf die Kinder einzugehen. Der Trend, der sich seit Jahren in den offiziellen Statistiken wiederfindet, zeigt deutlich: Die Nachfrage nach Alternativen zum staatlichen Schulsystem steigt. Dabei spielt sich der eigentliche Boom derzeit noch auf den Wartelisten ab: Aufgrund bürokratischer und finanzieller Hürden ist es in Deutschland nämlich immer noch sehr schwer, eine Schule in freier Trägerschaft zu gründen. Daher hinkt das Angebot der Nachfrage hinterher."

Der Verband fordere seit Jahren eine ausreichende Finanzhilfe für freie Schulen und weniger Hindernisse für Schulgründer: "Wir wollen gute Bildung für alle. Grundvoraussetzung dafür ist die bessere finanzielle Förderung von Privatschulen, um Schulgelder sozial verträglich zu halten und allen Kindern unabhängig von ihrem finanziellen Hintergrund den Zugang zu freien Einrichtungen zu ermöglichen. Den deutlichen Anstieg an Privatschulen sehen wir auch als Bestätigung unserer Arbeit", so Schier weiter. "Immer mehr Menschen teilen diese Ansicht und sind vom Erfolg freier Bildungskonzepte überzeugt. Daher gehen wir davon aus, dass der Wachstumstrend auch in Zukunft anhalten wird."



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