Stuttgart, 19.08.2010 "Entscheidend ist, was sich im Elternhaus abspielt. Denn Erziehung zu gutem Benehmen ist primär eine Aufgabe der Eltern, die Schule kann die Eltern allenfalls darin unterstützen. Schule sollte zwar versuchen, eventuelle Defizite der Kinder und Jugendlichen mit auszugleichen. In der Verantwortung stehen hier aber eindeutig die Eltern und das familäre Umfeld", erklärte Kultusministerin Schick am Donnerstag (19. August 2010) in Stuttgart.
Kinder lernten bereits im Kindergarten Regeln und Umgangsformen für ein gelingendes Miteinander. Dieser Ansatz setze sich wie ein roter Faden in den Bildungsplänen der Grundschule und der weiterführenden Schulen fort, erläuterte die Ministerin. Wie man sich bei Vorstellungsgesprächen benehme sei beispielsweise ein fester Bestandteil der Berufswegeplanung von Klasse 5 bis Klasse 10 an den Werkreal- und Hauptschulen. Die Ministerin sprach sich jedoch gegen ein spezielles Schulfach für gutes Benehmen aus. "Das ist bei all den drängenden Herausforderungen, denen sich die moderne Schule in der heutigen Zeit zu stellen hat, nicht leistbar."
Kinder lernten bereits im Kindergarten Regeln und Umgangsformen für ein gelingendes Miteinander. Dieser Ansatz setze sich wie ein roter Faden in den Bildungsplänen der Grundschule und der weiterführenden Schulen fort, erläuterte die Ministerin. Wie man sich bei Vorstellungsgesprächen benehme sei beispielsweise ein fester Bestandteil der Berufswegeplanung von Klasse 5 bis Klasse 10 an den Werkreal- und Hauptschulen. Die Ministerin sprach sich jedoch gegen ein spezielles Schulfach für gutes Benehmen aus. "Das ist bei all den drängenden Herausforderungen, denen sich die moderne Schule in der heutigen Zeit zu stellen hat, nicht leistbar."
Artikel:
VBE verärgert: Kultusministerium nutzt die Gutmütigkeit der Kooperationslehrerinnen Kindergarten-Schule aus
Stuttgart, 04.08.2010 Alle Verantwortlichen haben mittlerweile erkannt, wie wichtig die solide Förderung der Kleinen im Kindergarten und eine verlässliche Kooperation mit der Grundschule ist. Immer mehr Bildungshäuser entstehen, um Bildung und Erziehung aus einem Guss zu ermöglichen. Wo Kindergärten und Schulen getrennt sind, ist eine dauerhafte Kooperation der Lehrerinnen mit den Erzieherinnen umso wichtiger. Beim Verband Bildung und Erziehung (VBE) ist man ziemlich verärgert, dass diese wertvolle Arbeit für ein Kosten sparendes "Vergelt`s Gott!" getan werden muss.
Seit Jahren führen Lehrerinnen die Kooperation mit den Kindergärten zum Nulltarif durch. Für diese wertvolle Tätigkeit gab es einmal eine Anrechnungsstunde auf das Deputat der Lehrerinnen. Um den Haushalt des Landes zu entlasten, wurde diese Anrechnung ersatzlos gestrichen. Trotzdem üben die Grundschullehrerinnen die Kooperation weiterhin aus - jedoch ohne zeitliche Entlastung -, da es sich in der Praxis gezeigt hat, dass die enge Zusammenarbeit zwischen Kindergärten und Grundschule für den späteren Schulerfolg der Kinder von großer Bedeutung ist und die Schulen den guten Kontakt zwischen den beiden Institutionen im Interesse der Kinder fördern wollen. Das nutzt die Behörde aus.
Bereits im Vorfeld können bei den Kindern möglicherweise später auftretende Schwierigkeiten erkannt und rechtzeitig gemeinsam mit den Erzieherinnen nach Lösungswegen gesucht werden. Das mehrmalige Aufsuchen der ´Vorschüler` im Kindergarten durch die Kooperationslehrerin, der Gedankenaustausch zwischen Erzieherin und Lehrerin sowie die Elternberatung und die Elternabende noch vor der Einschulung haben sich als erfolgreiche Instrumente der Kooperation erwiesen. "Es kann jedoch nicht sein, dass diese gute Arbeit von den Lehrerinnen weiterhin lediglich für ein ´Vergelt`s Gott!` geleistet wird", schimpft VBE-Chef Rudolf Karg. Mittlerweile dürfte auch jedem Politiker klar sein, wie wichtig und nötig die Kooperation Grundschule-Kindergarten sei. Diese Erkenntnis, die sogar bis zum Kultusministerium vorgedrungen sei, sollte sich aber endlich wieder in einer spürbaren Anerkennung der Leistung, also in einer zeitlichen Entlastung der Pädagoginnen, niederschlagen, fordert der VBE-Chef. Wenn schon der Ergänzungsbereich Schulleitern keinen Gestaltungsspielraum mehr lasse, müssen diese Kooperationsstunden im Organisationserlass ausgewiesen werden.
Seit Jahren führen Lehrerinnen die Kooperation mit den Kindergärten zum Nulltarif durch. Für diese wertvolle Tätigkeit gab es einmal eine Anrechnungsstunde auf das Deputat der Lehrerinnen. Um den Haushalt des Landes zu entlasten, wurde diese Anrechnung ersatzlos gestrichen. Trotzdem üben die Grundschullehrerinnen die Kooperation weiterhin aus - jedoch ohne zeitliche Entlastung -, da es sich in der Praxis gezeigt hat, dass die enge Zusammenarbeit zwischen Kindergärten und Grundschule für den späteren Schulerfolg der Kinder von großer Bedeutung ist und die Schulen den guten Kontakt zwischen den beiden Institutionen im Interesse der Kinder fördern wollen. Das nutzt die Behörde aus.
Bereits im Vorfeld können bei den Kindern möglicherweise später auftretende Schwierigkeiten erkannt und rechtzeitig gemeinsam mit den Erzieherinnen nach Lösungswegen gesucht werden. Das mehrmalige Aufsuchen der ´Vorschüler` im Kindergarten durch die Kooperationslehrerin, der Gedankenaustausch zwischen Erzieherin und Lehrerin sowie die Elternberatung und die Elternabende noch vor der Einschulung haben sich als erfolgreiche Instrumente der Kooperation erwiesen. "Es kann jedoch nicht sein, dass diese gute Arbeit von den Lehrerinnen weiterhin lediglich für ein ´Vergelt`s Gott!` geleistet wird", schimpft VBE-Chef Rudolf Karg. Mittlerweile dürfte auch jedem Politiker klar sein, wie wichtig und nötig die Kooperation Grundschule-Kindergarten sei. Diese Erkenntnis, die sogar bis zum Kultusministerium vorgedrungen sei, sollte sich aber endlich wieder in einer spürbaren Anerkennung der Leistung, also in einer zeitlichen Entlastung der Pädagoginnen, niederschlagen, fordert der VBE-Chef. Wenn schon der Ergänzungsbereich Schulleitern keinen Gestaltungsspielraum mehr lasse, müssen diese Kooperationsstunden im Organisationserlass ausgewiesen werden.
Stuttgart, 01.07.2010 Die Ausschreibung für das Förderprogramm ´Singen-Bewegen-Sprechen´ (S-B-S) ist gestartet. "Heute haben wir die neue Internetseite www.singen-bewegen-sprechen.de frei geschaltet. Dort können Interessierte alle wichtigen Informationen finden, damit am 1. Oktober die ersten 1.000 Kooperationen mit etwa 20.000 Kindern im vorletzten Kindergartenjahr beginnen", sagte Kultusstaatssekretär Georg Wacker MdL heute (1. Juli) in Stuttgart.
Für die Aufnahme in das Programm können sich kommunale Musikschulen oder solche, die als Träger der außerschulischen Jugendbildung anerkannt sind, sowie gemeinnützige Vereine der Laienmusik bewerben. Der erforderliche Antrag ist ausschließlich elektronisch über das Antragsformular zu stellen. Bei der Bewerbung sind bereits ein Kooperationskindergarten und eine Kooperationsgrundschule zu benennen; Tageseinrichtungen und Schulkindergärten sowie Sonderschulen mit Kindern im Grundschulalter können ebenfalls Kooperationspartner sein. Jede Kooperation ist auf eine Dauer von sechs Jahren angelegt: zwei Jahrgänge im Kindergarten und vier in der Grundschule.
Die für die Bewerbung erforderlichen Informationen (Rahmenplan, Ausschreibung, Fördergrundsätze und Fortbildungskonzeption) sowie das Antragsformular können auf den Internetseiten www.singen-bewegen-sprechen.de abgerufen werden.
Für die Aufnahme in das Programm können sich kommunale Musikschulen oder solche, die als Träger der außerschulischen Jugendbildung anerkannt sind, sowie gemeinnützige Vereine der Laienmusik bewerben. Der erforderliche Antrag ist ausschließlich elektronisch über das Antragsformular zu stellen. Bei der Bewerbung sind bereits ein Kooperationskindergarten und eine Kooperationsgrundschule zu benennen; Tageseinrichtungen und Schulkindergärten sowie Sonderschulen mit Kindern im Grundschulalter können ebenfalls Kooperationspartner sein. Jede Kooperation ist auf eine Dauer von sechs Jahren angelegt: zwei Jahrgänge im Kindergarten und vier in der Grundschule.
Die für die Bewerbung erforderlichen Informationen (Rahmenplan, Ausschreibung, Fördergrundsätze und Fortbildungskonzeption) sowie das Antragsformular können auf den Internetseiten www.singen-bewegen-sprechen.de abgerufen werden.
Schwerin, 22.06.2010 "Die Entscheidung der Koalition, den Betreuungsschlüssel in den Kitas um ein Kind zu senken, ist ein richtiger Schritt. Jetzt kommt es darauf an, in den kommenden Jahren diesen Weg weiter zu gehen.", urteilt der Kita-Experte der GEW, Daniel Taprogge, in einer ersten Reaktion auf die Entscheidung vom gestrigen Abend. "Auch wenn der Betreuungsschlüssel nun erstmal nur um ein Kind gesenkt wird, wird dies eine direkte Verbesserung auf die Bildungsarbeit in den Kitas und die Arbeitsbedingungen von Erzieherinnen und Erziehern bringen."
"Diese Entscheidung zeigt auch, dass ein Engagement von Arbeitnehmern und Eltern erfolgreich ist. Protest und Hartnäckigkeit bei der Durchsetzung von Interessen führen doch zu einem Umdenken und Handeln in der Politik.", so Taprogge weiter.
"Dieser Beschluss kann aber nur der erste Schritt für eine weitere Verbesserung des Betreuungsschlüssels sein. Wir werden in den nächsten Monaten bis zur Landtagswahl weitere Konzepte zur Verbesserung der Rahmenbedingungen im frühkindlichen Bereich von den Parteien einfordern.", kündigt Daniel Taprogge, GEW-Referent für den Kita-Bereich an. Auch die Sachverständigen bei der Anhörung des Sozialausschuss zum KiföG M-V am gestrigen Montag vertraten einhellig die Meinung, dass sich die Rahmenbedingungen dringend verbessern müssen. "Wir stehen hier ja nicht alleine mit unseren Forderungen."
"Diese Entscheidung zeigt auch, dass ein Engagement von Arbeitnehmern und Eltern erfolgreich ist. Protest und Hartnäckigkeit bei der Durchsetzung von Interessen führen doch zu einem Umdenken und Handeln in der Politik.", so Taprogge weiter.
"Dieser Beschluss kann aber nur der erste Schritt für eine weitere Verbesserung des Betreuungsschlüssels sein. Wir werden in den nächsten Monaten bis zur Landtagswahl weitere Konzepte zur Verbesserung der Rahmenbedingungen im frühkindlichen Bereich von den Parteien einfordern.", kündigt Daniel Taprogge, GEW-Referent für den Kita-Bereich an. Auch die Sachverständigen bei der Anhörung des Sozialausschuss zum KiföG M-V am gestrigen Montag vertraten einhellig die Meinung, dass sich die Rahmenbedingungen dringend verbessern müssen. "Wir stehen hier ja nicht alleine mit unseren Forderungen."
Kiel, 16.06.2010 Erstes Opfer des schwarz-gelben Bildungsabbaus ist die Kostenlos-Kita für Kinder im letzten Kindergartenjahr. Ohne Anhörung wollen CDU und FDP die Änderung des Kita-Gesetzes noch in dieser Woche durchpauken.
"Wenn die Landesregierung mit ihrer unsozialen und bildungsfeindlichen Politik so weitermacht, wird es in Zukunft öffentliche Terminpläne für die Demos vor dem Landeshaus geben müssen, damit sich die Demonstranten nicht in die Quere kommen", sagte dazu Bernd Schauer, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Mittwoch, 16. Juni 2010 in Kiel.
Kindern müsse unabhängig vom Portemonnaie der Eltern Zugang zu Bildung gewährt werden, forderte der Gewerkschafter. Die Streichung des beitragsfreien Kita-Jahres treffe vor allem junge Familien, die geringfügig über der Sozialstaffel lägen. Es sei zu befürchten, dass die Streichung Abmeldungen aus den Kitas nach sich zöge oder Eltern ihre Kinder nur noch halbtags statt ganztags anmeldeten. Leidtragende seien die Kinder, die wichtige Bildungsangebote nicht mehr wahrnehmen könnten.
Bernd Schauer wies auf die völlig unzureichende Finanzierung der Kindertagesstätten in Schleswig-Holstein hin. "Statt genügend Geld locker zu machen, zum Beispiel durch den Einsatz für Steuererhöhungen auf der Bundesebene, versucht die Landesregierung Beschäftigte, Träger und Eltern gegeneinander auszuspielen. 35 Millionen werden den Eltern genommen, 10 Millionen davon sollen zur Verbesserung der Kita-Finanzierung dienen. Dabei ist allen Beteiligten klar, dass das hinten und vorne nicht reicht!"
Nach Berechnungen von Trägern bräuchten die Kitas zusätzlich mindestens 28 Millionen Euro, um Umfang und Qualität der Arbeit auf dem Stand des Jahres 2004 zu gewährleisten. "Dringend erforderliche Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und der Standards sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt", so der GEW-Landesgeschäftsführer.
"Wenn die Landesregierung mit ihrer unsozialen und bildungsfeindlichen Politik so weitermacht, wird es in Zukunft öffentliche Terminpläne für die Demos vor dem Landeshaus geben müssen, damit sich die Demonstranten nicht in die Quere kommen", sagte dazu Bernd Schauer, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Mittwoch, 16. Juni 2010 in Kiel.
Kindern müsse unabhängig vom Portemonnaie der Eltern Zugang zu Bildung gewährt werden, forderte der Gewerkschafter. Die Streichung des beitragsfreien Kita-Jahres treffe vor allem junge Familien, die geringfügig über der Sozialstaffel lägen. Es sei zu befürchten, dass die Streichung Abmeldungen aus den Kitas nach sich zöge oder Eltern ihre Kinder nur noch halbtags statt ganztags anmeldeten. Leidtragende seien die Kinder, die wichtige Bildungsangebote nicht mehr wahrnehmen könnten.
Bernd Schauer wies auf die völlig unzureichende Finanzierung der Kindertagesstätten in Schleswig-Holstein hin. "Statt genügend Geld locker zu machen, zum Beispiel durch den Einsatz für Steuererhöhungen auf der Bundesebene, versucht die Landesregierung Beschäftigte, Träger und Eltern gegeneinander auszuspielen. 35 Millionen werden den Eltern genommen, 10 Millionen davon sollen zur Verbesserung der Kita-Finanzierung dienen. Dabei ist allen Beteiligten klar, dass das hinten und vorne nicht reicht!"
Nach Berechnungen von Trägern bräuchten die Kitas zusätzlich mindestens 28 Millionen Euro, um Umfang und Qualität der Arbeit auf dem Stand des Jahres 2004 zu gewährleisten. "Dringend erforderliche Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und der Standards sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt", so der GEW-Landesgeschäftsführer.
Osnabrück, 26.05.2010 Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat sich klar für die weitere Förderung des Ende 2007 gegründeten und zunächst auf fünf Jahre angelegten Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung ausgesprochen. "Ich werde mich nachhaltig für eine Finanzierung nach 2012 einsetzen", sagte Wullf anlässlich einer Fachtagung des nifbe in Hannover und unterstrich: "Das Institut ragt heraus, es ist einzigartig in Deutschland." Wenn Forschung und Wissenstransfer weiter so energisch betrieben würden, könne Niedersachsen bald das führende Bundesland bei der frühkindlichen Bildung mit den besten Krippen und Kindertagesstätten sein.
Auf der mit 250 TeilnehmerInnen ausgebuchten nifbe-Tagung "Auf die ersten Jahre kommt es an – Bildungsprozesse erfolgreich gestalten" hatte Ministerpräsident Christian Wulff auch eine "Halbzeit-Bilanz" des nifbe vorgestellt. Mit seiner innovativen Struktur mit Forschungsstellen, Regionalen Netzwerken und der Koordinierungsstelle in Osnabrück habe das nifbe "den interdisziplinären Fachdialog und Austausch gestärkt, die Akteure vernetzt, innovative Impulse auf Regional- wie Landesebene gesetzt und insbesondere mit den Transfer-Projekten ganz neue Kooperationsformen angestoßen." Eine in Kürze startende Evaluation werde zeigen, ob und wo im nifbe noch in Inhalt und Struktur nach zu justieren sei. Leitgedanke müsse dabei immer sein, "wie die ErzieherInnen und damit die Kinder auf bestmögliche Weise gestärkt, begleitet und unterstützt werden können."
Das Glück der gelungenen Tat
"Was Kinder unter drei brauchen" zeigte nifbe-Direktorin Prof. Dr. Renate Zimmer in ihrem Vortrag. Sie warnte vor einem "Frühförderwahn" und verwies auf Humboldt, demzufolge sich "Bildung nur in der tätigen Auseinandersetzung mit der Welt ereignen" kann. So sei in den ersten Jahren der Körper das Mittel der Ich-Entwicklung sowie Wahrnehmung und Bewegung die Grundlage kindlichen Lernens. Ganz entscheidend sei dabei die Erfahrung der Selbstwirksamkeit für das Kind. Dieses müsse sich immer wieder als "Verursacher von Effekten" erleben und stetig steigende Herausforderungen meistern.
Angesichts der eher ernüchternden Ergebnisse verschiedener mit viel Geld aufgelegter Sprachförderprogramme stellte Prof. Dr. Renate Zimmer auch ihren Ansatz der "Sprachförderung durch Bewegung vor", der zurzeit in einem Projekt mit über 50 KiTas erprobt wird. Erste Ergebnisse zeigen eine verblüffende Wirksamkeit, insbesondere bei Kindern mit Migrationshintergrund.
Wie die nifbe-Direktorin zusammen fasste, hängt der Erfolg von Bildungs- und Entwicklungsprozessen maßgeblich von der Eigenaktivität des Kindes und seinen sozialen Interaktionen ab. Letztlich gehe es immer um "das Glück der gelungenen Tat".
Projekt der Entschleunigung
Was bedeuten die derzeitigen Ansprüche an die frühkindliche Bildung und die gleichzeitige Veränderung der Gruppenstrukturen für die ErzieherInnen – dies hinterfragte Prof. Dr. Hilmar Hoffmann, Leiter der nifbe-Forschungsstelle Elementarpädagogik, in seinem Vortrag. Als "Multi-Tasking-Queen" solle die Erzieherin jedes Kind individuell fördern, die Bildungsprozesse analysieren und dokumentieren, Elternarbeit betreiben, sich sozialräumlich vernetzen, die KiTa managen und ganz nebenbei noch Streit schlichten und jetzt auch noch zunehmend Windeln wechseln - denn rund 50% der unter Dreijährigen würden heute in gemischten Gruppen betreut. Angesichts dieser Anforderungen und des zunehmenden Eingangs von Fachdidaktiken – wie z.B. zu Naturwissenschaft und Mathematik – und damit einer Zergliederung des Alltags plädierte Prof. Dr. Hilmar Hoffman für eine Rückbesinnung auf das Wesentliche. Es gelte "Zeit als wichtige elementardidaktische Ressource zu erkennen und Zeit einzuräumen, um kindlichen Lernbedürfnissen entgegenzukommen und gesellschaftlichen Anforderungen gewachsen zu sein." Nach einer Phase der rasanten Veränderung gelte es jetzt zu verstetigen und zu einer Kontinuität zu gelangen. In diesem Sinne forderte er ein "Projekt der Entschleunigung".
Lisette und ihre Kinder
Als ein Ansatz zu einem solchen "Projekt der Entschleunigung" konnten die TeilnehmerInnen der Tagung im Anschluss an die Fachvorträge den Dokumentarfilm "Lisette und ihre Kinder" sehen und im Anschluss mit der Filmemacherin Sigrid Klausmann sowie der Hauptdarstellerin diskutieren. Der Film, den Sigrid Klausmann als eine "Verneigung vor dem Beruf der Erzieherin bezeichnete", zeigt auf ebenso eindringliche wie wunderbare Weise, dass es in der Praxis - ganz unabhängig von allen pädagogischen Konzepten und Programmen - insbesondere auf die Beziehungsgestaltung und Haltung der ErzieherInnen ankommt. Auch hier zeigte sich die Zeit als ein entscheidender Faktor.
Doch wie in der anschließenden engagierten Diskussion deutlich wurde, stoßen ErzieherInnen aufgrund der immer weiter steigenden Anforderungen und nicht verbesserter Rahmenbedingungen immer öfter an ihre Grenzen. So sei ein "Projekt der Entschleunigung" nur mit geringeren Gruppengrößen und mehr Verfügungszeiten zu realisieren. "Statt immer neuer Projekte und Programme für Kinder brauchen wir einfach Zeit für die Kinder" fasste eine Erzieherin pointiert zusammen.
Das nifbe wird durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) von 2008 - 2012 mit insgesamt 5,5 Millionen Euro jährlich gefördert.
Auf der mit 250 TeilnehmerInnen ausgebuchten nifbe-Tagung "Auf die ersten Jahre kommt es an – Bildungsprozesse erfolgreich gestalten" hatte Ministerpräsident Christian Wulff auch eine "Halbzeit-Bilanz" des nifbe vorgestellt. Mit seiner innovativen Struktur mit Forschungsstellen, Regionalen Netzwerken und der Koordinierungsstelle in Osnabrück habe das nifbe "den interdisziplinären Fachdialog und Austausch gestärkt, die Akteure vernetzt, innovative Impulse auf Regional- wie Landesebene gesetzt und insbesondere mit den Transfer-Projekten ganz neue Kooperationsformen angestoßen." Eine in Kürze startende Evaluation werde zeigen, ob und wo im nifbe noch in Inhalt und Struktur nach zu justieren sei. Leitgedanke müsse dabei immer sein, "wie die ErzieherInnen und damit die Kinder auf bestmögliche Weise gestärkt, begleitet und unterstützt werden können."
Das Glück der gelungenen Tat
"Was Kinder unter drei brauchen" zeigte nifbe-Direktorin Prof. Dr. Renate Zimmer in ihrem Vortrag. Sie warnte vor einem "Frühförderwahn" und verwies auf Humboldt, demzufolge sich "Bildung nur in der tätigen Auseinandersetzung mit der Welt ereignen" kann. So sei in den ersten Jahren der Körper das Mittel der Ich-Entwicklung sowie Wahrnehmung und Bewegung die Grundlage kindlichen Lernens. Ganz entscheidend sei dabei die Erfahrung der Selbstwirksamkeit für das Kind. Dieses müsse sich immer wieder als "Verursacher von Effekten" erleben und stetig steigende Herausforderungen meistern.
Angesichts der eher ernüchternden Ergebnisse verschiedener mit viel Geld aufgelegter Sprachförderprogramme stellte Prof. Dr. Renate Zimmer auch ihren Ansatz der "Sprachförderung durch Bewegung vor", der zurzeit in einem Projekt mit über 50 KiTas erprobt wird. Erste Ergebnisse zeigen eine verblüffende Wirksamkeit, insbesondere bei Kindern mit Migrationshintergrund.
Wie die nifbe-Direktorin zusammen fasste, hängt der Erfolg von Bildungs- und Entwicklungsprozessen maßgeblich von der Eigenaktivität des Kindes und seinen sozialen Interaktionen ab. Letztlich gehe es immer um "das Glück der gelungenen Tat".
Projekt der Entschleunigung
Was bedeuten die derzeitigen Ansprüche an die frühkindliche Bildung und die gleichzeitige Veränderung der Gruppenstrukturen für die ErzieherInnen – dies hinterfragte Prof. Dr. Hilmar Hoffmann, Leiter der nifbe-Forschungsstelle Elementarpädagogik, in seinem Vortrag. Als "Multi-Tasking-Queen" solle die Erzieherin jedes Kind individuell fördern, die Bildungsprozesse analysieren und dokumentieren, Elternarbeit betreiben, sich sozialräumlich vernetzen, die KiTa managen und ganz nebenbei noch Streit schlichten und jetzt auch noch zunehmend Windeln wechseln - denn rund 50% der unter Dreijährigen würden heute in gemischten Gruppen betreut. Angesichts dieser Anforderungen und des zunehmenden Eingangs von Fachdidaktiken – wie z.B. zu Naturwissenschaft und Mathematik – und damit einer Zergliederung des Alltags plädierte Prof. Dr. Hilmar Hoffman für eine Rückbesinnung auf das Wesentliche. Es gelte "Zeit als wichtige elementardidaktische Ressource zu erkennen und Zeit einzuräumen, um kindlichen Lernbedürfnissen entgegenzukommen und gesellschaftlichen Anforderungen gewachsen zu sein." Nach einer Phase der rasanten Veränderung gelte es jetzt zu verstetigen und zu einer Kontinuität zu gelangen. In diesem Sinne forderte er ein "Projekt der Entschleunigung".
Lisette und ihre Kinder
Als ein Ansatz zu einem solchen "Projekt der Entschleunigung" konnten die TeilnehmerInnen der Tagung im Anschluss an die Fachvorträge den Dokumentarfilm "Lisette und ihre Kinder" sehen und im Anschluss mit der Filmemacherin Sigrid Klausmann sowie der Hauptdarstellerin diskutieren. Der Film, den Sigrid Klausmann als eine "Verneigung vor dem Beruf der Erzieherin bezeichnete", zeigt auf ebenso eindringliche wie wunderbare Weise, dass es in der Praxis - ganz unabhängig von allen pädagogischen Konzepten und Programmen - insbesondere auf die Beziehungsgestaltung und Haltung der ErzieherInnen ankommt. Auch hier zeigte sich die Zeit als ein entscheidender Faktor.
Doch wie in der anschließenden engagierten Diskussion deutlich wurde, stoßen ErzieherInnen aufgrund der immer weiter steigenden Anforderungen und nicht verbesserter Rahmenbedingungen immer öfter an ihre Grenzen. So sei ein "Projekt der Entschleunigung" nur mit geringeren Gruppengrößen und mehr Verfügungszeiten zu realisieren. "Statt immer neuer Projekte und Programme für Kinder brauchen wir einfach Zeit für die Kinder" fasste eine Erzieherin pointiert zusammen.
Das nifbe wird durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) von 2008 - 2012 mit insgesamt 5,5 Millionen Euro jährlich gefördert.
Erfurt, 28.04.2010 Thüringens Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christoph Matschie, weist die Kritik des Gemeinde- und Städtebundes bezüglich der Kita-Finanzierung zurück. "Das Land übernimmt alle mit dem neuen Gesetz entstehenden Kosten", unterstreicht Matschie.
Der Freistaat Thüringen stelle in diesem Jahr insgesamt 449,5 Millionen Euro für die Kindertagesstätten bereit, während es im vergangenen Jahr 406 Millionen Euro waren. "Das sind 43,5 Millionen Euro mehr als 2009. Um den Kommunen Sicherheit zu geben, hat das Land ihnen außerdem eine Spitzabrechnung der tatsächlichen Kosten zugesagt." Damit sei das neue Kita-Gesetz absolut seriös finanziert.
Matschie forderte die Kommunalverbände zu einer redlichen Debatte auf. Dazu gehöre anzuerkennen, dass für die Finanzierung der Kindergärten vom Land nicht weniger, sondern mehr Geld ausgereicht wird. Die Kommunen dürften das neue Gesetz daher nicht für eine Erhöhung der Beiträge missbrauchen. "Ich fordere die Städte und Gemeinden auf, alle Anstrengungen zu unternehmen, um die Elternbeiträge konstant zu halten", so Matschie. Sollten sie dennoch erhöht werden, dann sei der Grund dafür nicht das Kita-Gesetz, sondern die konjunkturell bedingt schlechte Einnahmesituation der Kommunen. Matschie: "Es gehört zur Ehrlichkeit, das den Bürgern zu sagen und nicht das Land zum Sündenbock zu machen."
Der Freistaat Thüringen stelle in diesem Jahr insgesamt 449,5 Millionen Euro für die Kindertagesstätten bereit, während es im vergangenen Jahr 406 Millionen Euro waren. "Das sind 43,5 Millionen Euro mehr als 2009. Um den Kommunen Sicherheit zu geben, hat das Land ihnen außerdem eine Spitzabrechnung der tatsächlichen Kosten zugesagt." Damit sei das neue Kita-Gesetz absolut seriös finanziert.
Matschie forderte die Kommunalverbände zu einer redlichen Debatte auf. Dazu gehöre anzuerkennen, dass für die Finanzierung der Kindergärten vom Land nicht weniger, sondern mehr Geld ausgereicht wird. Die Kommunen dürften das neue Gesetz daher nicht für eine Erhöhung der Beiträge missbrauchen. "Ich fordere die Städte und Gemeinden auf, alle Anstrengungen zu unternehmen, um die Elternbeiträge konstant zu halten", so Matschie. Sollten sie dennoch erhöht werden, dann sei der Grund dafür nicht das Kita-Gesetz, sondern die konjunkturell bedingt schlechte Einnahmesituation der Kommunen. Matschie: "Es gehört zur Ehrlichkeit, das den Bürgern zu sagen und nicht das Land zum Sündenbock zu machen."
Berlin, 23.02.2010 (hib/CHE/BOB) Bis zu 40.000 zusätzliche Vollzeitstellen für Erzieher in Kindertagesstätten sind nötig, um den geplanten Ausbau der Kinderbetreuung bis 2013 zu realisieren. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (17/714) auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion (16/564). Hinzu kommt ein Bedarf von 25.000 Tagespflegepersonen, heißt es in dem Schreiben weiter.
Die Aus- und Fortbildung der pädagogischen Fachkräfte in der Kindertagesbetreuung sei deshalb ein "Schlüsselfaktor für die Qualitätsentwicklung in der Praxis", schreibt die Regierung. Es werde nötig sein, zusätzliche Ausbildungskapazitäten an Fachschulen zu schaffen und die frühpädagogischen Studiengänge einzubeziehen, um einen guten Qualitätsmix in den Einrichtungen zu erreichen. "Entscheidend" sei jedoch auch, das Berufsfeld der Erzieher durch bessere Rahmenbedingungen aufzuwerten und für eine höhere gesellschaftliche Anerkennung zu sorgen, führt die Regierung weiter aus. In diesem Zusammenhang wolle sie auch die bisher deutlich unterrepräsentierten Männer in diesem Berufszweig aktivieren.
Unabhängig von der Finanzlage der Kommunen steht die Bundesregierung zu der 2007 zwischen Bund, Ländern und Kommunen getroffenen Vereinbarung, bis 2013 750.000 Betreuungsplätze für unter Dreijährige zu schaffen. Das schreibt die Bundesregierung unter Verweis auf Presseberichte über die desolate Finanzlage der Kommunen. Es sei Aufgabe der Länder, dafür zu sorgen, dass die vom Bund für den Ausbau bereitgestellten 4 Milliarden Euro auch tatsächlich den Kommunen und Trägern zur Verfügung gestellt werden. Es sei ebenso Aufgabe der Länder, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die vereinbarten Ziele erreicht werden.
Die Aus- und Fortbildung der pädagogischen Fachkräfte in der Kindertagesbetreuung sei deshalb ein "Schlüsselfaktor für die Qualitätsentwicklung in der Praxis", schreibt die Regierung. Es werde nötig sein, zusätzliche Ausbildungskapazitäten an Fachschulen zu schaffen und die frühpädagogischen Studiengänge einzubeziehen, um einen guten Qualitätsmix in den Einrichtungen zu erreichen. "Entscheidend" sei jedoch auch, das Berufsfeld der Erzieher durch bessere Rahmenbedingungen aufzuwerten und für eine höhere gesellschaftliche Anerkennung zu sorgen, führt die Regierung weiter aus. In diesem Zusammenhang wolle sie auch die bisher deutlich unterrepräsentierten Männer in diesem Berufszweig aktivieren.
Unabhängig von der Finanzlage der Kommunen steht die Bundesregierung zu der 2007 zwischen Bund, Ländern und Kommunen getroffenen Vereinbarung, bis 2013 750.000 Betreuungsplätze für unter Dreijährige zu schaffen. Das schreibt die Bundesregierung unter Verweis auf Presseberichte über die desolate Finanzlage der Kommunen. Es sei Aufgabe der Länder, dafür zu sorgen, dass die vom Bund für den Ausbau bereitgestellten 4 Milliarden Euro auch tatsächlich den Kommunen und Trägern zur Verfügung gestellt werden. Es sei ebenso Aufgabe der Länder, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die vereinbarten Ziele erreicht werden.
Berlin, 19.02.2010 Zu der Erklärung der Bundesregierung ,dass für den Ausbau der Kinderbetreuung bis 2013 bis zu 40.000 Erzieherinnen und Erzieher zusätzlich benötigt werden, erklärt die stellvertretende Parteivorsitzende, die Ministerin für Soziales und Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig:
Es ist keineswegs eine neue Erkenntnis, dass angesichts des notwendigen Ausbaus der Kinderbetreuung ein erheblicher Mangel an Erzieherinnen und Erziehern besteht. Schon beim Bildungsgipfel von Bund und Ländern gab es die klare Festlegung, dass hier auch die Bundesregierung aktiv werden muss, damit die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf einen Kitaplatz für Kinder ab Eins nicht gefährdet wird. Doch die Maßnahmen der Bundesfamilienministerin sind bisher völlig unzureichend. Es ist allerhöchste Zeit, dass Frau Schröder endlich ein schlüssiges Konzept vorlegt, denn die Zeit bis 2013 drängt.
Der Erzieherberuf muss attraktiver werden. Erzieherinnen und Erzieher leisten eine gesellschaftlich wichtige Aufgabe. Ihre Arbeit muss mehr Anerkennung finden – sowohl gesellschaftlich als auch finanziell. Wir brauchen eine bessere Aus- und Weiterbildung für Erzieherinnen und Erzieher und – damit einhergehend – auch eine bessere Bezahlung. Ebenso wichtig sind gute Arbeitsbedingungen. Nur wenn der Erzieherberuf attraktiver wird, werden sich übrigens auch mehr Männer für ihn entscheiden.
Diese notwendigen Veränderungen gibt es jedoch nicht zum Nulltarif. Die Bundesregierung muss mehr Geld für den Ausbau der Kinderbetreuung in die Hand nehmen. Was sie bisher investiert, ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Vor allem muss die Bundesregierung endlich damit aufhören, Länder und Kommunen mit einer verantwortungslosen Steuerpolitik handlungsunfähig zu machen. Frau Schröder, wenn Ihnen der Ausbau der Kinderbetreuung wirklich am Herzen liegt, bringen Sie ihre Kabinettskollegen endlich zur Vernunft!
Es ist keineswegs eine neue Erkenntnis, dass angesichts des notwendigen Ausbaus der Kinderbetreuung ein erheblicher Mangel an Erzieherinnen und Erziehern besteht. Schon beim Bildungsgipfel von Bund und Ländern gab es die klare Festlegung, dass hier auch die Bundesregierung aktiv werden muss, damit die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf einen Kitaplatz für Kinder ab Eins nicht gefährdet wird. Doch die Maßnahmen der Bundesfamilienministerin sind bisher völlig unzureichend. Es ist allerhöchste Zeit, dass Frau Schröder endlich ein schlüssiges Konzept vorlegt, denn die Zeit bis 2013 drängt.
Der Erzieherberuf muss attraktiver werden. Erzieherinnen und Erzieher leisten eine gesellschaftlich wichtige Aufgabe. Ihre Arbeit muss mehr Anerkennung finden – sowohl gesellschaftlich als auch finanziell. Wir brauchen eine bessere Aus- und Weiterbildung für Erzieherinnen und Erzieher und – damit einhergehend – auch eine bessere Bezahlung. Ebenso wichtig sind gute Arbeitsbedingungen. Nur wenn der Erzieherberuf attraktiver wird, werden sich übrigens auch mehr Männer für ihn entscheiden.
Diese notwendigen Veränderungen gibt es jedoch nicht zum Nulltarif. Die Bundesregierung muss mehr Geld für den Ausbau der Kinderbetreuung in die Hand nehmen. Was sie bisher investiert, ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Vor allem muss die Bundesregierung endlich damit aufhören, Länder und Kommunen mit einer verantwortungslosen Steuerpolitik handlungsunfähig zu machen. Frau Schröder, wenn Ihnen der Ausbau der Kinderbetreuung wirklich am Herzen liegt, bringen Sie ihre Kabinettskollegen endlich zur Vernunft!
Bildungsgewerkschaft stellt Drei-Punkte-Programm vor
Frankfurt a.M., 09.02.2010 Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt die Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), die Qualität in Kindertagesstätten zu verbessern. Mit Blick auf die DGB-BDA-Tagung, die morgen in Berlin stattfindet, forderte die GEW die Bundesregierung auf, mehr Initiative für den Erzieher-Beruf zu zeigen. Die Bildungsgewerkschaft legte ein Drei-Punkte-Programm gegen den Erziehermangel vor.
"Erstens müssen berufsbegleitende Ausbildungsgänge für Erzieherinnen aufgebaut werden - ohne Abstriche am fachtheoretischen Ausbildungsteil. Zweitens sollen mit einer Werbekampagne ausgebildete Erzieherinnen, die in den vergangenen Jahren in die Familienphase gegangen sind, zurückgeholt werden. Zudem muss der Ausbau grundständiger Studiengänge 'Frühe Kindheit' bundesweit verstärkt voran getrieben werden. Für neue Studiengänge müssen die Hochschulen die notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen erhalten", sagte GEW-Kita-Experte Norbert Hocke am Dienstag in Frankfurt a.M.. Er schlug einen "Runden Tisch" vor, an dem Jugend- und Kultusminister, Träger, Ausbildungsstätten und die Bundesagentur für Arbeit (BA) sowie Berufsverbände und Gewerkschaften beteiligt sein sollten.
Hocke kritisierte, dass Familienministerin Kristina Köhler (CDU) bisher kein Konzept gegen den dramatischen Fachkräftemangel vorgelegt habe. Allein der Ausbau der Tagesstätten für Kinder, die jünger als drei Jahre sind, und der Ersatzbedarf für in Rente gehende Erzieherinnen erforderten die Einstellung von mindestens 50.000 neuen Fachkräften. Gleichzeitig müsse der Personalschlüssel deutlich verbessert werden. Für die Kraftanstrengung, die für das Erreichen dieser Ziele notwendig ist, müssten auch die Gewerkschaften und Träger an einen Tisch geholt werden. "Die Qualität von Bildung, Erziehung und Betreuung ist nicht zu gewährleisten, wenn eine Kraft für mehr als zehn Kinder verantwortlich ist. In den meisten Bundesländern müssen der Erzieherinnen bis zu 50 Prozent mehr Kinder betreuen als nach internationalen Standards üblich", betonte der Kita-Experte. "Alle Initiativen, mehr junge Menschen für den Erzieher-Beruf zu gewinnen, werden aber nur dann erfolgreich sein, wenn die Arbeitsbedingungen verbessert werden und das Gehalt erhöht wird."
Frankfurt a.M., 09.02.2010 Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt die Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), die Qualität in Kindertagesstätten zu verbessern. Mit Blick auf die DGB-BDA-Tagung, die morgen in Berlin stattfindet, forderte die GEW die Bundesregierung auf, mehr Initiative für den Erzieher-Beruf zu zeigen. Die Bildungsgewerkschaft legte ein Drei-Punkte-Programm gegen den Erziehermangel vor.
"Erstens müssen berufsbegleitende Ausbildungsgänge für Erzieherinnen aufgebaut werden - ohne Abstriche am fachtheoretischen Ausbildungsteil. Zweitens sollen mit einer Werbekampagne ausgebildete Erzieherinnen, die in den vergangenen Jahren in die Familienphase gegangen sind, zurückgeholt werden. Zudem muss der Ausbau grundständiger Studiengänge 'Frühe Kindheit' bundesweit verstärkt voran getrieben werden. Für neue Studiengänge müssen die Hochschulen die notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen erhalten", sagte GEW-Kita-Experte Norbert Hocke am Dienstag in Frankfurt a.M.. Er schlug einen "Runden Tisch" vor, an dem Jugend- und Kultusminister, Träger, Ausbildungsstätten und die Bundesagentur für Arbeit (BA) sowie Berufsverbände und Gewerkschaften beteiligt sein sollten.
Hocke kritisierte, dass Familienministerin Kristina Köhler (CDU) bisher kein Konzept gegen den dramatischen Fachkräftemangel vorgelegt habe. Allein der Ausbau der Tagesstätten für Kinder, die jünger als drei Jahre sind, und der Ersatzbedarf für in Rente gehende Erzieherinnen erforderten die Einstellung von mindestens 50.000 neuen Fachkräften. Gleichzeitig müsse der Personalschlüssel deutlich verbessert werden. Für die Kraftanstrengung, die für das Erreichen dieser Ziele notwendig ist, müssten auch die Gewerkschaften und Träger an einen Tisch geholt werden. "Die Qualität von Bildung, Erziehung und Betreuung ist nicht zu gewährleisten, wenn eine Kraft für mehr als zehn Kinder verantwortlich ist. In den meisten Bundesländern müssen der Erzieherinnen bis zu 50 Prozent mehr Kinder betreuen als nach internationalen Standards üblich", betonte der Kita-Experte. "Alle Initiativen, mehr junge Menschen für den Erzieher-Beruf zu gewinnen, werden aber nur dann erfolgreich sein, wenn die Arbeitsbedingungen verbessert werden und das Gehalt erhöht wird."

