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Redaktion 12.12.2008
Stuttgart, 12.12.2008 Der Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW), Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien, übt heftige Kritik an den Plänen von Ministerpräsident Oettinger und seinem CDU-Fraktionschef Mappus, die beide das Pensionsalter für Beamte und damit auch für Lehrerinnen und Lehrer bedeutend schneller als in den anderen Ländern schrittweise auf 67 Jahre anheben wollen.

PhV-Landesvorsitzender Bernd Saur fordert für die Lehrerinnen und Lehrer die Beibehaltung der bisherigen Altersgrenze, denn die Arbeit im Schuldienst sei heute mehr denn je Schwerstarbeit. "Deshalb muss es für Lehrer wie beispielsweise auch für Polizisten eine Sonderregelung geben", so Saur. Zwingend nötig sei außerdem, die Einstellungspolitik für Lehrkräfte künftig so zu gestalten, dass immer wiederkehrende "Schweinezyklen" zum Nachteil aller Beteiligten vermieden werden.

Wenn nun das Land Baden-Württemberg beim Pensionsalter – abgekoppelt von der wesentlich langfristiger angelegten Planung auf Bundesebene – einen eigenen und aus der Ländergemeinschaft ausscherenden baden-württembergischen Sonderweg beschreiten wolle, dann könne das nicht akzeptiert werden. "Die Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 erfolgt im Renten- wie im Bundes-Dienstrecht von 2012 bis 2029; das vom Ministerpräsidenten angepeilte Jahr 2020 kommt einem unerträglichen Affront nicht nur gegen die Lehrerschaft gleich, sondern gegen jeden Landesbeamten", so der PhV-Landesvorsitzende Saur.

In den letzten Jahren hätten die Lehrer an den Gymnasien Deputatserhöhungen, Besoldungseinbußen, die Streichung der steuerlichen Absetzbarkeit des Arbeitszimmers, Verschlechterungen bei der Altersermäßigung und Mehrarbeit durch die Schulzeitverkürzung und zahlreiche Reformen schlucken müssen. Kinder zu unterrichten sei heute oft Schwerstarbeit und die Zeit im Schuldienst mit anderen Berufen kaum vergleichbar. "Die Zeit im Schuldienst zählt doppelt und kostet wesentlich mehr Nerven", mahnt Saur. Was man durch eine Dienst- und Arbeitszeitverlängerung der Lehrer an finanziellen Mitteln gewinne, werde durch Krankheitsausfälle und vorzeitige krankheitsbedingte Zurruhesetzungen wieder aufgefressen", warnt Saur mit dem Hinweis, dass sich Lehrkräfte immer im 'pädagogischen Fronteinsatz´ befänden.

Der Hauptvorstand des Philologenverbandes Baden-Württemberg, der heute in Stuttgart tagt, steht einmütig hinter den Vorschlägen des Deutschen Philologenverbandes (DPhV) und plädiert dafür, entweder darüber nachzudenken, Lehrkräfte ähnlich wie andere besonders belastete Berufsgruppen (zum Beispiel Polizisten und Feuerwehrleute) aus der Verlängerung generell herauszunehmen oder sie in den letzten zehn Dienstjahren stundenmäßig so stark zu entlasten, dass ein gleitender Übergang in den Ruhestand ermöglicht wird. Im Übrigen gebe es in kaum einem anderen Industrieland Lehrkräfte, die noch über das 65. Lebensjahr hinaus unterrichten müssten.



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