DIPF ermöglicht computerbasiertes Testen der Lesekompetenz in 20 Staaten
Frankfurt a. M., 13.10.2009 In der internationalen PISA-Studie 2009 wurde erstmals die Lesekompetenz von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern im Hinblick auf elektronische Medien getestet. An der Konzeption und technischen Umsetzung dieses computerbasierten Lesetests in 20 Staaten war das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung maßgeblich beteiligt.
Schon an der Entwicklung des Testkonzepts und der Computer-Aufgaben hatte das DIPF entscheidend mitgewirkt. "Wir prüfen damit, wie gut die Jugendlichen Informationen im Netz aufsuchen, lesen und zur Lösung von Problemen nutzen können", sagt Dr. Johannes Naumann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am DIPF und als Spezialist für "Hypertext-Lesen" an der Entwicklung des Tests beteiligt. Technologie- Experten des DIPF waren dann damit befasst, die Aufgaben technisch so aufzubereiten, dass sie auf unterschiedlichsten Computersystemen in verschiedenen Sprachen zuverlässig arbeiten. "Insgesamt sind alle Beteiligten positiv überrascht, wie stabil die Testtechnologie war", betont Dr. Heiko Rölke, technischer Koordinator des DIPF-Projekts "Technology Based Assessment" (TBA) www.dipf.de/projekte/technology- based-assessment, in dessen Rahmen innovative Technologien zur Unterstützung verschiedener Anforderungen der Kompetenzmessung entwickelt werden.
Pro Staat waren etwa 200 Schulen beteiligt, so dass die Testsysteme insgesamt in rund 4000 Schulen zum Einsatz kamen. "Wir hatten es mit einer enormen Vielfalt an Schulcomputern und einer großen Zahl unterschiedlicher Testsprachen zu tun", erläutert Rölke. Die PISA- Studie erfasst in 68 Staaten die Kompetenzen von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Dies geschieht normalerweise "papierbasiert", das heißt mit gedruckten Testheften. Bei der Testerhebung 2009 hatten sich 20 dieser Staaten entschieden, zusätzlich einen computerbasierten Lesetest einzusetzen.
Dieser große Erfolg des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten TBA-Projekts wurde in enger Zusammenarbeit mit der Leitung des PISA-Konsortiums, dem Australian Council for Educational Research (ACER), www.acer.edu.au erzielt.
Als Mitglied des internationalen Konsortiums für PISA 2009 pisa.dipf.de/pisa-2009 beteiligt sich das DIPF mit TBA an der Entwicklung und Erprobung innovativer, computergestützter Testformate. Anders als die bisherigen papierbasierten Verfahren bieten computergestützte Testmethoden eine effizientere Leistungserfassung, weil sie die Nutzung lebensnaher Testszenarien durch dynamische und interaktive Aufgaben ermöglichen.
Der Einsatz von Computern für die Kompetenzmessung wird in den nächsten Jahren noch weiter zunehmen. Um im Rahmen der nächsten OECD- Studien - PIAAC, das so genannte "PISA für Erwachsene" und PISA 2012 - realitätsnahe Problemlösekompetenzen zu erfassen, arbeitet das DIPF intensiv an der Simulation verschiedener Szenarien.
Informationen und Kontakt
DIPF-Projekt TBA tba.dipf.de: Dr. Heiko Rölke, Tel. 069/24708-315, E-Mail roelke@dipf.de (Technologie), Dr. Thomas Martens, Tel. 069/ 24708-306, E-Mail martens@dipf.de (Testentwicklung)
Frankfurt a. M., 13.10.2009 In der internationalen PISA-Studie 2009 wurde erstmals die Lesekompetenz von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern im Hinblick auf elektronische Medien getestet. An der Konzeption und technischen Umsetzung dieses computerbasierten Lesetests in 20 Staaten war das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung maßgeblich beteiligt.
Schon an der Entwicklung des Testkonzepts und der Computer-Aufgaben hatte das DIPF entscheidend mitgewirkt. "Wir prüfen damit, wie gut die Jugendlichen Informationen im Netz aufsuchen, lesen und zur Lösung von Problemen nutzen können", sagt Dr. Johannes Naumann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am DIPF und als Spezialist für "Hypertext-Lesen" an der Entwicklung des Tests beteiligt. Technologie- Experten des DIPF waren dann damit befasst, die Aufgaben technisch so aufzubereiten, dass sie auf unterschiedlichsten Computersystemen in verschiedenen Sprachen zuverlässig arbeiten. "Insgesamt sind alle Beteiligten positiv überrascht, wie stabil die Testtechnologie war", betont Dr. Heiko Rölke, technischer Koordinator des DIPF-Projekts "Technology Based Assessment" (TBA) www.dipf.de/projekte/technology- based-assessment, in dessen Rahmen innovative Technologien zur Unterstützung verschiedener Anforderungen der Kompetenzmessung entwickelt werden.
Pro Staat waren etwa 200 Schulen beteiligt, so dass die Testsysteme insgesamt in rund 4000 Schulen zum Einsatz kamen. "Wir hatten es mit einer enormen Vielfalt an Schulcomputern und einer großen Zahl unterschiedlicher Testsprachen zu tun", erläutert Rölke. Die PISA- Studie erfasst in 68 Staaten die Kompetenzen von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Dies geschieht normalerweise "papierbasiert", das heißt mit gedruckten Testheften. Bei der Testerhebung 2009 hatten sich 20 dieser Staaten entschieden, zusätzlich einen computerbasierten Lesetest einzusetzen.
Dieser große Erfolg des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten TBA-Projekts wurde in enger Zusammenarbeit mit der Leitung des PISA-Konsortiums, dem Australian Council for Educational Research (ACER), www.acer.edu.au erzielt.
Als Mitglied des internationalen Konsortiums für PISA 2009 pisa.dipf.de/pisa-2009 beteiligt sich das DIPF mit TBA an der Entwicklung und Erprobung innovativer, computergestützter Testformate. Anders als die bisherigen papierbasierten Verfahren bieten computergestützte Testmethoden eine effizientere Leistungserfassung, weil sie die Nutzung lebensnaher Testszenarien durch dynamische und interaktive Aufgaben ermöglichen.
Der Einsatz von Computern für die Kompetenzmessung wird in den nächsten Jahren noch weiter zunehmen. Um im Rahmen der nächsten OECD- Studien - PIAAC, das so genannte "PISA für Erwachsene" und PISA 2012 - realitätsnahe Problemlösekompetenzen zu erfassen, arbeitet das DIPF intensiv an der Simulation verschiedener Szenarien.
Informationen und Kontakt
DIPF-Projekt TBA tba.dipf.de: Dr. Heiko Rölke, Tel. 069/24708-315, E-Mail roelke@dipf.de (Technologie), Dr. Thomas Martens, Tel. 069/ 24708-306, E-Mail martens@dipf.de (Testentwicklung)
Berlin, 15.06.2009 "Schüler und Studierende machen mit Recht auf die unzulänglichen Bedingungen in Schulen und Hochschulen der Bundesrepublik aufmerksam, schließlich geht es um ihre Zukunft", kommentiert VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann die heute begonnene Aktionswoche.
"Fehlende Chancengleichheit und eine zu hohe Abhängigkeit der Bildungschancen von der sozialen Herkunft sind seit PISA I in der öffentlichen Diskussion, ohne, dass sich daran in Deutschland wirksam etwas geändert hat", sagt Beckmann. "Die Finanzkrise und die Schuldenbremse lassen erwarten, dass nicht das in Bildung investiert wird, was erforderlich ist. Die bisherige Umsetzung des Bildungsgipfels bleibt weit hinter den selbst gesetzten Erwartungen zurück."
"Fehlende Chancengleichheit und eine zu hohe Abhängigkeit der Bildungschancen von der sozialen Herkunft sind seit PISA I in der öffentlichen Diskussion, ohne, dass sich daran in Deutschland wirksam etwas geändert hat", sagt Beckmann. "Die Finanzkrise und die Schuldenbremse lassen erwarten, dass nicht das in Bildung investiert wird, was erforderlich ist. Die bisherige Umsetzung des Bildungsgipfels bleibt weit hinter den selbst gesetzten Erwartungen zurück."
BMBF eröffnet heute in Bamberg Nationales Bildungspanel / 150 Wissenschaftler untersuchen 60.000 Bildungsbiografien
Bamberg / Berlin, 03.02.2009 Wie entwickeln sich Kompetenzen im Lauf eines Lebens, welche Faktoren spielen für den Bildungserfolg eine Rolle? Und welchen Einfluss haben Bildungseinrichtungen auf diese Entwicklung? Diese und andere Fragen der Bildungsforschung wird das Nationale Bildungspanel untersuchen und analysieren. Mit einer Auftaktveranstaltung in Bamberg startet Bundesforschungsministerin Annette Schavan am Dienstag die langfristig angelegte Untersuchung. 60 000 Bürgerinnen und Bürger verschiedenen Alters werden über mehrere Jahre hinweg begleitet, um den Verlauf ihrer Bildungswege nachzuvollziehen. Mehr als 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den besten Forschungsinstituten Deutschlands sind dabei vertreten.
Schavan betonte: "Deutschland erhält mit dem Nationalen Bildungspanel einen neuen Leuchtturm in der Bildungsforschung, der auch im internationalen Vergleich Maßstäbe setzt." So hat es ein internationales Gutachtergremium, das durch die DFG einberufen wurde, bestätigt. "Die Längsschnittstudie wird der Bildungsforschung umfassende Grundlagendaten liefern, die uns bei der Umsetzung unserer Bildungskonzepte helfen", sagte die Ministerin. Schavan wies auch auf die Bedeutung der Studie in Zeiten der Krise hin: "Der Start des nationalen Bildungspanels ein guter und wichtiger Schritt. Denn Investitionen in Bildung und Forschung sichern unsere Zukunft. Sie tragen dazu bei, dass wir gestärkt aus dieser Wirtschaftskrise hervorgehen."
Das Nationale Bildungspanel für die Bundesrepublik Deutschland (National Educational Panel Study, NEPS) misst die Kompetenzentwicklung im Lebenslauf und wird Antworten auf zentrale bildungspolitische Fragen geben. So kann beispielsweise erstmalig beobachtet werden, wie sich Kinder aus gleichen Herkunftsfamilien und mit gleichen Kompetenzen in unterschiedlichen Bildungseinrichtungen entwickeln, welche Faktoren positive Entwicklungen begünstigen, mit welchen Einflüssen Scheitern verbunden ist und wie so genannte "Risikofälle" aufgefangen werden können.
Das Panel wird von einem interdisziplinär zusammengesetzten Forschungsnetzwerk unter der Leitung des Bamberger Soziologen Prof. Hans-Peter Blossfeld organisiert. Das Bundesbildungsministerium finanziert die Arbeit in 2009 mit rund 7,5 Millionen Euro. Die zur Verfügung gestellten Mittel sollen bis 2013 kontinuierlich auf gut 16 Millionen Euro jährlich steigen. Das Land Bayern und die Universität Bamberg unterstützen das nationale Bildungspanel ebenfalls erheblich.
Das Besondere des Nationalen Bildungspanels ist die Längsschnittperspektive der Studie, vergleichbar mit einem Dokumentarfilm: Dieselben Menschen werden über längere Zeiträume regelmäßig befragt und gestestet. So lässt sich nachvollziehen, wie sich Kompetenzen im Lebenslauf entfalten, wie Kompetenzen Entscheidungen an den Übergängen der Bildungskarriere beeinflussen und wie stark sie von der Familie sowie den Bildungseinrichtungen geprägt werden. Schavan: "Genau hierin liegt der große Fortschritt beispielsweise im Vergleich zu den internationalen Querschnittstudien PISA und IGLU, die - ähnlich einer Fotografie - immer nur Momentaufnahmen der Situation zum jeweiligen Untersuchungszeitpunkt liefern können."
Das Nationale Bildungspanel wird außerdem wichtige Datengrundlagen liefern für die Umsetzung der von Bund und Ländern beschlossenen Strategie zum lebenslangen Lernen und den sich ergebenen Anforderungen an den Einzelnen und an das Bildungssystem.
Olbertz erklärte dazu: "Ich sehe in dem Ansatz des Nationalen Bildungspanels, individuelle Lebens- und Bildungswege von Schülerinnen und Schülern bis in das Erwachsenenalter zu verfolgen, eine außerordentlich gute Möglichkeit, sich über neue Förderstrategien, über notwendige Schritte der Öffnung des Bildungssystems und über die Gestaltung seiner Übergänge und Anschlüsse Gewissheit zu verschaffen." Die Panel-Daten sollen der Wissenschaft breit zugänglich gemacht werden. Sie werden umfangreiches Material für verschiedene an Bildungs- und Ausbildungsprozessen interessierte Disziplinen bieten und die Grundlagen für eine verbesserte Bildungsberichterstattung und Politikberatung in Deutschland schaffen. Das Nationale Bildungspanel wird erheblich zur strukturellen Weiterentwicklung der Bildungsforschung in Deutschland sowie zu deren internationaler Vernetzung und zur Nachwuchsentwicklung beitragen.
Pressekontakt zu dieser Meldung
Pressereferat
Hannoversche Straße 28 - 30
D - 10115 Berlin
Telefon: (0 18 88) 57 - 50 50
Fax: (0 18 88) 57 - 55 51
E-Mail: presse@bmbf.bund.de
URL: www.bmbf.de/press/
Bamberg / Berlin, 03.02.2009 Wie entwickeln sich Kompetenzen im Lauf eines Lebens, welche Faktoren spielen für den Bildungserfolg eine Rolle? Und welchen Einfluss haben Bildungseinrichtungen auf diese Entwicklung? Diese und andere Fragen der Bildungsforschung wird das Nationale Bildungspanel untersuchen und analysieren. Mit einer Auftaktveranstaltung in Bamberg startet Bundesforschungsministerin Annette Schavan am Dienstag die langfristig angelegte Untersuchung. 60 000 Bürgerinnen und Bürger verschiedenen Alters werden über mehrere Jahre hinweg begleitet, um den Verlauf ihrer Bildungswege nachzuvollziehen. Mehr als 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den besten Forschungsinstituten Deutschlands sind dabei vertreten.
Schavan betonte: "Deutschland erhält mit dem Nationalen Bildungspanel einen neuen Leuchtturm in der Bildungsforschung, der auch im internationalen Vergleich Maßstäbe setzt." So hat es ein internationales Gutachtergremium, das durch die DFG einberufen wurde, bestätigt. "Die Längsschnittstudie wird der Bildungsforschung umfassende Grundlagendaten liefern, die uns bei der Umsetzung unserer Bildungskonzepte helfen", sagte die Ministerin. Schavan wies auch auf die Bedeutung der Studie in Zeiten der Krise hin: "Der Start des nationalen Bildungspanels ein guter und wichtiger Schritt. Denn Investitionen in Bildung und Forschung sichern unsere Zukunft. Sie tragen dazu bei, dass wir gestärkt aus dieser Wirtschaftskrise hervorgehen."
Das Nationale Bildungspanel für die Bundesrepublik Deutschland (National Educational Panel Study, NEPS) misst die Kompetenzentwicklung im Lebenslauf und wird Antworten auf zentrale bildungspolitische Fragen geben. So kann beispielsweise erstmalig beobachtet werden, wie sich Kinder aus gleichen Herkunftsfamilien und mit gleichen Kompetenzen in unterschiedlichen Bildungseinrichtungen entwickeln, welche Faktoren positive Entwicklungen begünstigen, mit welchen Einflüssen Scheitern verbunden ist und wie so genannte "Risikofälle" aufgefangen werden können.
Das Panel wird von einem interdisziplinär zusammengesetzten Forschungsnetzwerk unter der Leitung des Bamberger Soziologen Prof. Hans-Peter Blossfeld organisiert. Das Bundesbildungsministerium finanziert die Arbeit in 2009 mit rund 7,5 Millionen Euro. Die zur Verfügung gestellten Mittel sollen bis 2013 kontinuierlich auf gut 16 Millionen Euro jährlich steigen. Das Land Bayern und die Universität Bamberg unterstützen das nationale Bildungspanel ebenfalls erheblich.
Das Besondere des Nationalen Bildungspanels ist die Längsschnittperspektive der Studie, vergleichbar mit einem Dokumentarfilm: Dieselben Menschen werden über längere Zeiträume regelmäßig befragt und gestestet. So lässt sich nachvollziehen, wie sich Kompetenzen im Lebenslauf entfalten, wie Kompetenzen Entscheidungen an den Übergängen der Bildungskarriere beeinflussen und wie stark sie von der Familie sowie den Bildungseinrichtungen geprägt werden. Schavan: "Genau hierin liegt der große Fortschritt beispielsweise im Vergleich zu den internationalen Querschnittstudien PISA und IGLU, die - ähnlich einer Fotografie - immer nur Momentaufnahmen der Situation zum jeweiligen Untersuchungszeitpunkt liefern können."
Das Nationale Bildungspanel wird außerdem wichtige Datengrundlagen liefern für die Umsetzung der von Bund und Ländern beschlossenen Strategie zum lebenslangen Lernen und den sich ergebenen Anforderungen an den Einzelnen und an das Bildungssystem.
Olbertz erklärte dazu: "Ich sehe in dem Ansatz des Nationalen Bildungspanels, individuelle Lebens- und Bildungswege von Schülerinnen und Schülern bis in das Erwachsenenalter zu verfolgen, eine außerordentlich gute Möglichkeit, sich über neue Förderstrategien, über notwendige Schritte der Öffnung des Bildungssystems und über die Gestaltung seiner Übergänge und Anschlüsse Gewissheit zu verschaffen." Die Panel-Daten sollen der Wissenschaft breit zugänglich gemacht werden. Sie werden umfangreiches Material für verschiedene an Bildungs- und Ausbildungsprozessen interessierte Disziplinen bieten und die Grundlagen für eine verbesserte Bildungsberichterstattung und Politikberatung in Deutschland schaffen. Das Nationale Bildungspanel wird erheblich zur strukturellen Weiterentwicklung der Bildungsforschung in Deutschland sowie zu deren internationaler Vernetzung und zur Nachwuchsentwicklung beitragen.
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SH: Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave im Landtag: Nationale und internationale Studien geben Impulse für Reformen
Kiel, 12.12.2008 Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave hat im schleswig-holsteinischen Landtag für einen angemessenen Umgang mit der Bildungsstudie PISA geworben. "Wir sind auf nationale und internationale Vergleiche angewiesen, um Schlussfolgerungen für das eigene Handeln zu ziehen", sagte sie heute (11. Dezember) in Kiel. PISA habe das Bewusstsein für die Bedeutung von Bildung erheblich verstärkt und Impulse für überfällige Reformen gegeben. Sie machte jedoch deutlich, dass PISA sowie IGLU keine "Erklärungen frei Haus" lieferten. Erdsiek-Rave: "Die Studien beschreiben und messen und bedürfen der sorgfältigen Interpretation. Hysterische und voreilige Interpretationen sind überflüssig." Es zeige sich jedoch einmal mehr, wie notwendig es gewesen sei, im vergangenen Jahr mit der Schulreform entscheidende Weichen im Bildungssystem zu stellen. "PISA 2006 ist der letzte Blick auf die alten Verhältnisse."
Die Ministerin zeigte sich mit den schleswig-holsteinischen Ergebnissen bei der jüngsten PISA-E-Studie nicht zufrieden. "Die Befunde in Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik sind kritisch und erfordern einen besonderen Handlungsbedarf." Das gelte auch für die Lesekompetenz, die in allen Schularten deutlich verbessert werden müsse und die den deutlichsten Zusammenhang zwischen sozialem und ethnischem Hintergrund aufzeige. "Hier müssen alle einen Beitrag leisten: Schule, Eltern, Bibliotheken, Lesepaten und Medien", so Erdsiek-Rave. Kritisch bewertete sie auch die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit verzögerter Schullaufbahn. Die 15-Jährigen, die in Schleswig-Holstein bei PISA getestet worden sind, waren häufig sitzengeblieben, zurückgestuft oder sind zu spät eingeschult worden - die Quote lag in den Hauptschulen bei 70 Prozent. Das neue Schulgesetz setze mit seiner verstärkten individuellen Förderung auch an dieser Stelle einen notwendigen Schwerpunkt.
"Wir schaffen die Hauptschulen und das Sitzenbleiben ab, um die Schülerinnen und Schüler aus einem weitgehend isolierten Lernumfeld herauszuholen, das oft schon sehr früh von Perspektivlosigkeit gekennzeichnet ist", so die Ministerin weiter. "Der Erfolg dieser Schülerinnen und Schüler muss uns besonders am Herzen liegen. Für sie haben wir über die Schulgesetzänderung vieles auf den Weg gebracht." Dazu gehörten zum Beispiel die vorschulische Sprachförderung, das erfolgreiche Lese-Projekt "Niemanden zurücklassen" oder das Handlungskonzept "Schule & Arbeitswelt", das sich auf die Kompetenzen konzentriere, die für einen erfolgreichen Berufseinstieg nötig seien.
Um die Perspektiven der Kinder und Jugendlichen in Schleswig-Holstein noch weiter zu verbessern, seien alle gefragt, so viel wie möglich beizusteuern: Land, Bund, die Kommunen und auch die Wirtschaft. Insgesamt seien die zusätzlichen Bildungsinvestitionen des Haushalts 2009/10 ein starkes Signal an die jungen Menschen im Land: Über neue 1100 Lehrerstellen allein in diesen beiden Jahren, die Aufstockung der Hochschulmittel, Investitionsmittel für den Schulbau, der Einstieg in die beitragsfreie Kita und der Ausbau der Betreuungsplätze für unter 3-Jährige. "Das heißt: Mehr Geld für Bildung auf allen Ebenen!"
Die Ministerin zeigte sich mit den schleswig-holsteinischen Ergebnissen bei der jüngsten PISA-E-Studie nicht zufrieden. "Die Befunde in Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik sind kritisch und erfordern einen besonderen Handlungsbedarf." Das gelte auch für die Lesekompetenz, die in allen Schularten deutlich verbessert werden müsse und die den deutlichsten Zusammenhang zwischen sozialem und ethnischem Hintergrund aufzeige. "Hier müssen alle einen Beitrag leisten: Schule, Eltern, Bibliotheken, Lesepaten und Medien", so Erdsiek-Rave. Kritisch bewertete sie auch die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit verzögerter Schullaufbahn. Die 15-Jährigen, die in Schleswig-Holstein bei PISA getestet worden sind, waren häufig sitzengeblieben, zurückgestuft oder sind zu spät eingeschult worden - die Quote lag in den Hauptschulen bei 70 Prozent. Das neue Schulgesetz setze mit seiner verstärkten individuellen Förderung auch an dieser Stelle einen notwendigen Schwerpunkt.
"Wir schaffen die Hauptschulen und das Sitzenbleiben ab, um die Schülerinnen und Schüler aus einem weitgehend isolierten Lernumfeld herauszuholen, das oft schon sehr früh von Perspektivlosigkeit gekennzeichnet ist", so die Ministerin weiter. "Der Erfolg dieser Schülerinnen und Schüler muss uns besonders am Herzen liegen. Für sie haben wir über die Schulgesetzänderung vieles auf den Weg gebracht." Dazu gehörten zum Beispiel die vorschulische Sprachförderung, das erfolgreiche Lese-Projekt "Niemanden zurücklassen" oder das Handlungskonzept "Schule & Arbeitswelt", das sich auf die Kompetenzen konzentriere, die für einen erfolgreichen Berufseinstieg nötig seien.
Um die Perspektiven der Kinder und Jugendlichen in Schleswig-Holstein noch weiter zu verbessern, seien alle gefragt, so viel wie möglich beizusteuern: Land, Bund, die Kommunen und auch die Wirtschaft. Insgesamt seien die zusätzlichen Bildungsinvestitionen des Haushalts 2009/10 ein starkes Signal an die jungen Menschen im Land: Über neue 1100 Lehrerstellen allein in diesen beiden Jahren, die Aufstockung der Hochschulmittel, Investitionsmittel für den Schulbau, der Einstieg in die beitragsfreie Kita und der Ausbau der Betreuungsplätze für unter 3-Jährige. "Das heißt: Mehr Geld für Bildung auf allen Ebenen!"
Auch IGLU und TIMSS liefern keine Argumente für Schulstruktur-Experimente.
München, 11.12.2008 Was sich bei PISA andeutete, hat sich bei IGLU und TIMSS fortgesetzt: Die beiden jüngst vorgestellten Grundschulstudien verdeutlichen ebenso wie PISA, dass das deutsche Schulsystem Fortschritte macht. IGLU und TIMSS zeigen, dass die deutschen Grundschulen im internationalen Vergleich teilweise klar über dem Durchschnitt liegen. Die erheblichen Reformanstrengungen der letzten Jahre zeigen Wirkung. "Diese Fortschritte sind übrigens nicht mit hektischen, ideologisch motivierten Schulstruktur-Veränderungen erzielt worden", betont Albert Obert, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Realschullehrer. "Weder PISA noch IGLU oder TIMSS liefern Argumente für Schulstruktur-Experimente."
Kritisch anzumerken bleibt aus Sicht des VDR, dass es unter den Grundschülern insgesamt zu viele Leistungsschwache und zu wenig Leistungsstarke gibt. Darüber hinaus ist der Einfluss des sozialen und kulturellen Hintergrunds auf die Leistungsentwicklung der Kinder an den deutschen Grundschulen sehr hoch. "Dass dies bei PISA, das die Fähigkeiten 15-Jähriger, also Pubertierender, misst, nicht besser wird, muss jedem klar sein, der sich auch nur halbwegs in der Jugendpsychologie auskennt. Dies hat auch nichts mit der differenzierten Weiterbildung in der Sekundarstufe zu tun", so Obert.
Die Probleme sind erkannt und können bei Einsatz entsprechender Ressourcen und Schaffung besserer Voraussetzungen behoben werden. Nötig sind dazu kleinere Klassen sowie mehr Lehrer, Förderlehrer und Sozialarbeiter – und kein Herumdoktern an Schulstrukturen.
München, 11.12.2008 Was sich bei PISA andeutete, hat sich bei IGLU und TIMSS fortgesetzt: Die beiden jüngst vorgestellten Grundschulstudien verdeutlichen ebenso wie PISA, dass das deutsche Schulsystem Fortschritte macht. IGLU und TIMSS zeigen, dass die deutschen Grundschulen im internationalen Vergleich teilweise klar über dem Durchschnitt liegen. Die erheblichen Reformanstrengungen der letzten Jahre zeigen Wirkung. "Diese Fortschritte sind übrigens nicht mit hektischen, ideologisch motivierten Schulstruktur-Veränderungen erzielt worden", betont Albert Obert, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Realschullehrer. "Weder PISA noch IGLU oder TIMSS liefern Argumente für Schulstruktur-Experimente."
Kritisch anzumerken bleibt aus Sicht des VDR, dass es unter den Grundschülern insgesamt zu viele Leistungsschwache und zu wenig Leistungsstarke gibt. Darüber hinaus ist der Einfluss des sozialen und kulturellen Hintergrunds auf die Leistungsentwicklung der Kinder an den deutschen Grundschulen sehr hoch. "Dass dies bei PISA, das die Fähigkeiten 15-Jähriger, also Pubertierender, misst, nicht besser wird, muss jedem klar sein, der sich auch nur halbwegs in der Jugendpsychologie auskennt. Dies hat auch nichts mit der differenzierten Weiterbildung in der Sekundarstufe zu tun", so Obert.
Die Probleme sind erkannt und können bei Einsatz entsprechender Ressourcen und Schaffung besserer Voraussetzungen behoben werden. Nötig sind dazu kleinere Klassen sowie mehr Lehrer, Förderlehrer und Sozialarbeiter – und kein Herumdoktern an Schulstrukturen.

