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Redaktion 12.11.2010
Saarbrücken, 12.11.2010 Einen blauen Brief bekam Bildungsminister Klaus Kessler am Freitag 12. November 2010 überbracht von der Landeselterninitiative für Bildung, den Landeselternvertretungen der Grundschulen, Erweiterten Realschulen und Gymnasien sowie der Gesamtlandesschülervertretung.

Sie protestierten damit gegen die Streichung von insgesamt 75 Lehrerstellen bei Gymnasien, Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen im kommenden Haushalt (Gymnasien - 20, Erweiterte Realschulen - 52, Gesamtschulen - 3 Lehrerstellen), gegen die Abschaffung der Beitragsfreiheit des dritten Kindergartenjahres und an den Ganztagsschulen sowie gegen die Kürzungen bei den Frühförderungen, den Integrationshelfern für behinderte Kinder an Schulen und bei der Schülerbeförderung. Ebenso gegen die Verschlechterung der schulischen Rahmenbedingungen durch die Absenkungen bei der Besoldung der angehenden Lehrer.

Die Eltern und Schüler übergaben dem Minister 20.000 Unterschriften, die sie im Rahmen der Aktion "Für gelingende Schulen! Kein 5. Grundschuljahr!" gesammelt hatten. Die Initiative war sowohl gegen die Einfürung des fünften Grundschuljahres gerichtet als aber auch als Forderung an die Landesregierung konzipiert, was an erheblichen Verbesserungen für die Qualität von Unterricht und Lernen an den Schulen notwendig ist. Eltern, Schüler und Lehrer in den Schulgemeinschaften im Land hätten in großer Zahl der Regierung Hausaufgaben aufgegeben. Sie müsse nun mit einem Gespür für die Dringlichkeit an die Verbesserungen für Lehrer sowie Schüler gehen, statt entgegen allen bisherigen Beteuerungen bei der Bildung zu sparen. Es sei eine innere Schulreform an allen Schulen nötig mit kleineren Klassen, mehr Selbständigkeit für die Schulen und Zeit für die Lehrer, mit einem anderen Unterrichtsrhythmus, einer Differenzierung und Individualisierung des Lernens sowie mit verbindlichen Konzepten für individuelle Förderung und Herausforderung, einschließlich entsprechender Fortbildung und berufsbegleitender Unterstützung für Lehrer.

Landeselterninitiative für Bildung e.V.
Redaktion 22.09.2010
Saarbrücken, 22.09.2010 In der Ankündigung des Ministerpräsidenten und CDU-Vorsitzenden Peter Müller, die komplette Beigtragsfreiheit des dritten Kindergartenjahres abzuschaffen, und vor allem in seiner Begründung mit Haushaltsnotlage, Steuerausfällen durch die Finanzkrise und Einnahmeausfällen durch Bundesgesetze sieht die Landeselterninitiative für Bildung den Einstieg in Einsparungen bei der Bildung.

Immer wieder sei in den letzten Jahren betont worden, welche Zeichen bzw. Maßstäbe mit der Beitragfreiheit gesetzt worden seien. Noch in den Leitlinien der CDU Saar zur Landtagswahl am 30. August 2009, im Koalitionsvertrag und in der Regierungserklärung des Ministerpräsidenten im November 2009 sei die Beitragsfreiheit des dritten Kindergartenjahres betont worden. Die Eltern wollen deshalb von der Regierungskoalition wissen, wie lange der Satz im Koalitionsvertrag tatsächlich Bestand haben wird: "... wird angestrebt, den Anteil der Ausgaben für Bildung und Wissenschaft am Landeshaushalt schrittweise auf 30% zu erhöhen. Dies impliziert, dass der Bereich der Bildungsausgaben bei eventuellen generellen Sparquoten ausgenommen sein wird."

Auszüge

Schreiben des CDU-Landtagsfraktionsvorsitzenden Schreier im Auftrag des CDU-Landesvorsitzenden und Ministerpräsidenten Peter Müller vom 13.6.2008 an die Landeselterninitiative für Bildung (auf eine Anfrage an die Parteivorsitzenden im Land zu Vorstellungen über die Bildungspolitik der kommenden Jahre):
"Das neue saarländische Kinderbetreuungs- und -bildungsgesetz verbessert die Qualität der Kindertageseinrichtungen. Neben vielen anderen Verbesserungen stellt es sicher, dass frühes Lernen auch auf der Grundlage eines altersgemäßen Bildungsprogramms erfolgt: ein wichtiger Beitrag zur Chancengleichheit. Auch einer Verbesserung der Chancengleichheit und einer finanziellen Entlastung der Eltern dient das beitragsfreie dritte Kindergartenjahr, mit dem das Saarland Zeichen gesetzt hat."

Regierungserklärung Bildungsministerin Kramp-Karrenbauer 10.9.2008:
"Wir waren im Jahr 2000 das erste Bundesland, das den Elternbeitrag für das letzte Kindergartenjahr abgeschafft hat. Damit haben wir, neben einer spürbaren Entlastung junger Familien, erreicht, dass fast alle Kinder den Kindergarten auch tatsächlich besuchen. Auch hier haben wir Maßstäbe gesetzt. Seit kurzem erst machen sich auch andere Länder unsere Idee zu Eigen. Frühe Jahre müssen Bildungsjahre sein, um die dann weit geöffneten Lern- und Entwicklungsfenster der Kinder besser zu nutzen, und vor allem auch, um Nachteile für Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern zu vermeiden."

Leitlinien der CDU Saar zur Landtagswahl am 30. August 2009:
"Im Saarland kommt der Staat – nach Jahren des Personalabbaus und unverantwortlichen pädagogischen Experimenten im Schulwesen – nun wieder seiner Verantwortung für bestmögliche Startchancen von Kindern und jungen Menschen nach. Durch die Vervielfachung des Angebotes an Krippenplätzen, die Freistellung der Eltern von den Kosten des letzten Kindergartenjahrs und eine kostengünstige Schulbuchausleihe haben wir darüber hinaus das Saarland zu einem familienfreundlichen Bundesland gemacht."..."Wir werden das gebührenfreie letzte Kindergartenjahr zu einem echten Vor-schuljahr weiterentwickeln. Eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien belegt, dass die Lernbegierde und die Lernfähigkeit von Kindern im Alter von 4 bis 5 Jahren immens hoch sind und die Nutzung dieser ein wesentlicher Punkt in der weiteren intellektuellen Entwicklung des Kindes darstellt."

Koalitionsvertrag für die 14. Legislaturperiode des Landtags des Saarlandes (2009 – 2014):
"Wir werden das gebührenfreie letzte Kindergartenjahr zu einem obligatorischen Schulvorbereitungsjahr weiterentwickeln, um die Startchancen aller Kinder zu Beginn der Grundschulzeit deutlich zu verbessern."..."... wird angestrebt, den Anteil der Ausgaben für Bildung und Wissenschaft am Landeshaushalt schrittweise auf 30% zu erhöhen. Dies impliziert, dass der Bereich der Bildungsausgaben bei eventuellen generellen Sparquoten ausgenommen sein wird."

Regierungserklärung von Ministerpräsident Peter Müller "Neue Wege für ein modernes Saarland. Den Fortschritt nachhaltig gestalten" am 18.11.2009:
"Neben den erwähnten qualitätssteigernden Maßnahmen werden wir deshalb das gebührenfreie letzte Kindergartenjahr gemeinsam mit den Trägern der Betreuungseinrichtungen zu einem obligatorischen Schulvorbereitungsjahr weiterentwickeln."

Landeselterninitiative für Bildung e.V.
Redaktion 28.08.2010
Saarbrücken, 27.08.2010 Pünktlich zu Beginn des neuen Schuljahres 2010/2011 hat die Koordinierungsstelle der Gesamtlandeselternvertretung am Landesinstitut für Pädagogik und Medien ihr neues Fortbildungsprogramm für Eltern veröffentlicht. Ziel des Programms ist es, das Lernumfeld von Schülerinnen und Schülern durch Bildungsangebote für Eltern zum Thema "Erziehen und Lernen" zu verbessern. Denn der Lernerfolg der Kinder ist wesentlich vom außerschulischen Umfeld abhängig – und das wird besonders von den Eltern geprägt. Das Programmheft ist an allen saarländischen Schulen erhältlich. Die Veranstaltungen sind in der Regel kostenlos.

Schwerpunkte des Jahresprogramms sind neben klassischen Informationsveranstaltungen beispielsweise zur Lese-Rechtschreibschwäche Angebote zu den Themen "Cyber-Mobbing" und "Soziale Netzwerke im Internet". Darüber hinaus werden spezielle Seminare für gewählte Elternvertreterinnen und Elternvertreter angeboten, die Kenntnisse und Anregungen für die Ausübung des Amtes vermitteln.

Weitere Informationen zur Elternschule finden sich auch im Internet unter www.elternschule.saarland.de.
Redaktion 14.06.2010
Lauf, 14.06.2010 Der Bayerische Elternverband (BEV) sieht im Gegensatz zu Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle keine nennenswerten Vorzüge in der Neuregelung des Übertritts. "Gegen eine bessere Beratung schon ab der 3. Jahrgangsstufe haben wir nichts einzuwenden", betont Maria Lampl, stellvertretende Landesvorsitzende des BEV.

"Informationsveranstaltungen zu diesem frühen Zeitpunkt sollten aber keinesfalls dazu dienen, bereits Empfehlungen für die weitere Schullaufbahn zu geben." Die stärkere Betonung des Elternwillens bei der Wahl der weiterführenden Schule komme nur marginale Bedeutung zu. Denn einzig und alleine, wenn der Probeunterricht mit den Noten 4/4 in Mathematik und Deutsch bestanden wurde, haben die Eltern nach der neuen Regelung eine Entscheidungsbefugnis. Dies treffe aber nur auf sehr wenige zu, so dass die Bezeichnung "Stärkung des Elternwillens" deutlich zu hoch gegriffen sei.

Der Übertritt an sich verursache zu viel Druck auf Schüler, Eltern und Lehrkräfte. Da die Neuerungen des Kultusministers nur minimal seien, könnten sie dieses Problem nicht aus der Welt schaffen. Anstatt unnötige Umfragen zu erheben, fordert der Bayerische Elternverband die Regierung im Freistaat auf, endlich die unerbittliche Selektion, die mit dem viel zu frühen Übertritt einher geht, zu beenden. In die Erhebung zur Neuregelung des Übertritts von Grundschülern auf die weiterführenden Schulen wurde der BEV, der der einzige schulartübergreifende Elternverband in Bayern ist, vom Kultusministerium übrigens nicht eingebunden.
Redaktion 14.06.2010
Lauf, 14.06.2010 Der Bayerische Elternverband (BEV) sieht im Gegensatz zu Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle keine nennenswerten Vorzüge in der Neuregelung des Übertritts. "Gegen eine bessere Beratung schon ab der 3. Jahrgangsstufe haben wir nichts einzuwenden", betont Maria Lampl, stellvertretende Landesvorsitzende des BEV.

"Informationsveranstaltungen zu diesem frühen Zeitpunkt sollten aber keinesfalls dazu dienen, bereits Empfehlungen für die weitere Schullaufbahn zu geben." Die stärkere Betonung des Elternwillens bei der Wahl der weiterführenden Schule komme nur marginale Bedeutung zu. Denn einzig und alleine, wenn der Probeunterricht mit den Noten 4/4 in Mathematik und Deutsch bestanden wurde, haben die Eltern nach der neuen Regelung eine Entscheidungsbefugnis. Dies treffe aber nur auf sehr wenige zu, so dass die Bezeichnung "Stärkung des Elternwillens" deutlich zu hoch gegriffen sei.

Der Übertritt an sich verursache zu viel Druck auf Schüler, Eltern und Lehrkräfte. Da die Neuerungen des Kultusministers nur minimal seien, könnten sie dieses Problem nicht aus der Welt schaffen. Anstatt unnötige Umfragen zu erheben, fordert der Bayerische Elternverband die Regierung im Freistaat auf, endlich die unerbittliche Selektion, die mit dem viel zu frühen Übertritt einher geht, zu beenden. In die Erhebung zur Neuregelung des Übertritts von Grundschülern auf die weiterführenden Schulen wurde der BEV, der der einzige schulartübergreifende Elternverband in Bayern ist, vom Kultusministerium übrigens nicht eingebunden.
Redaktion 04.05.2010
München, 04.05.2010 "Monitoring" trägt nichts dazu bei, die Grundschule wieder zu einem lern- und lehrfreundlichen Ort werden zu lassen. Lehrkräfte, Eltern und Kinder wissen, dass der Druck in der vierten Klasse Grundschule unerträglich ist und wir finden es unerheblich, ob es ein wenig mehr oder ein wenig weniger unerträglich ist.

Da ohnehin wir Eltern den Unsinn dieses ganzen Aus- und Umsortierungsschulsystem mit Milliarden Euros für Nachhilfe kofinanzieren müssen, muss uns auch – nach intensiver Beratung durch die Grundschullehrkräfte – die letzte Entscheidung zustehen, in welche Schulart wir unser Kind nach der vierten Klasse übertreten lassen.

Dies würde sofort den ungeheuren Notendruck aus der Grundschule nehmen, wo Kinder weinend zusammen brechen, wenn Sie in einer Probearbeit eine Drei haben, und berufstätige Mütter ihre Kinder in der vierten Klasse aus dem Hort nehmen und weniger arbeiten, damit das Kind eine Chance hat, den Übertritt zu schaffen. Und das Ganze nur, damit in der 5. Klasse des Gymnasiums die Kinder sofort wieder in die Notenskala 1 bis 6 einsortiert werden können!

Nur 2/3 der Münchner Gymnasiasten schaffen den Weg von der 5. Klasse bis zum Abitur ohne zu wiederholen. Die Verschwendung von finanziellen Ressourcen, die ungeheure Belastung für die Kinder und ihre Familien ist ein Skandal.

Dies gilt umso mehr, als den Eltern von Staats wegen dieses kinder- und familienfeindliche Schulsystem verordnet wird. Wir fordern die Zulassung von alternativen Schulmodellen als öffentliche Schulen, um den Eltern Wahlfreiheit zu ermöglichen – auch die Wahlfreiheit, ob sie eine Gemeinschaftsschule bevorzugen!

Redaktion 10.02.2010
München, 10.02.2010 Mit schöner Regelmäßigkeit wiederholt das Kultusministerium vor der Zeugnisvergabe, Eltern sollten besonnen auf die Noten ihrer Kinder reagieren. Dabei nehmen nach den Erfahrungen des BEV die meisten Eltern die Zeugnisse ihrer Kinder gelassen hin.

Der Bayerische Elternverband (BEV) ist auch erstaunt über die Aussage des Kultusministers: "Das Zeugnis dient Schülern und Eltern dazu, die Leistungen des ersten Halbjahres sachlich zu analysieren und gegebenenfalls notwendige Schritte für das zweite Halbjahr einzuleiten." Dazu Heike Hein, Vorsitzende des BEV: "Wenn ein Schüler im zweiten Halbjahr besondere Hilfen braucht, so ist dies die Sache der Schule." Es könne nicht angehen, dass die Eltern in Form von persönlicher oder finanzierter Nachhilfe die Förderung übernähmen, die eigentlich die Schule leisten müsse. Auf diese Weise sei die viel beklagte Verbindung von Einkommen und Bildung der Eltern mit den Bildungschancen der Kinder niemals zu unterbrechen.

Wichtig sei auch. dass sich das Kultusministerium endlich die Sichtweise moderner Pädagogik zu eigen mache, die den durch Tests abgebildeten Entwicklungsstand eines Kindes lediglich als einen Teilaspekt seiner Entwicklung betrachte. Wohl und Wehe eines Kindes nur von Noten abhängig zu machen, die ausschließlich kognitive Momentleistungen abbildeten, demotiviere dieses und werde ihm in seiner Ganzheit nicht gerecht.

http://www.bayerischer-elternverband.de/
Redaktion 07.12.2009
Wegfall der verbindlichen Empfehlungen für den Schulartwechsel zu begrüßen
Saarbrücken, 07.12.2009 "Der Wegfall der verbindlichen Empfehlungen der Grundschullehrkräfte kann zu einer Entspannung der Unterrichtssituation in der Klassenstufe 4 führen," erklärt der Vorsitzende der LEV Gymnasien Joachim Klesen. "Die Schülerinnen und Schüler waren doch in hohem Maße einem Leistungsdruck gerade in dem ersten Halbjahr der Klasse 4 ausgesetzt, wenn der Übergang auf das Gymnasium beabsichtigt war. Wir erwarten, dass sich diese Situation ein wenig entspannen wird."

Der freie Elternwille bringt aber auch ein großes Maß an Verantwortung für die Eltern bei der Wahl der Schulform für ihr Kind mit sich. "Ein qualifizierter Entwicklungsbericht kann den Eltern sicherlich die Entscheidungsfindung erleichtern, aber nicht abnehmen. Die Eltern werden auch in Zukunft in den meisten Fällen gut beraten sein, die Empfehlung des Grundschulpädagogen bei ihrer Entscheidungsfindung im Interesse ihres Kindes zu berücksichtigen", so Klesen.

Der von Minister Kessler vorgelegte Verordnungsentwurf sieht allerdings keine Regelung vor, die den Kindern mit Empfehlungen der Grundschulpädagogen einen Platz am Gymnasium sichert. Die Verordnung sieht nur ein Losverfahren vor, wenn die Aufnahmekapazität am Gymnasium überschritten wird. "Die LEV Gymnasien fordert daher, dass jedenfalls in diesem Fall durch die Aufnahmeverordnung Kindern mit einer Gymnasialempfehlung ein Platz am Gymnasium gesichert wird."

Landes Eltern Vertretung der Gymnasien im Saarland
Geschäftsstelle der LEV
Hohenzollernstr. 60
66117 Saarbrücken
Tel.: 0681 - 5017241
s.gabrysch@bildung.saarland.de
Vorsitzender Joachim Klesen
j.klesen@gmx.net
www.eltern-saarland.de
Redaktion 13.11.2009
München, 13.11.2009 "Was wir brauchen ist endlich Ruhe und Kontinuität in der Bildungspolitik", mahnt Ingrid Ritt, Vorsitzende der bayerischen Realschuleltern. Wer wie der BLLV ständig grundlegende Reformen fordert, befindet sich auf dem Holzweg. Wir haben bereits ein qualifiziertes, hoch differenziertes Bildungswesen, auf das wir in Bayern stolz sein können. Allerdings muss eine verantwortliche Bildungspolitik die Rahmenbedingungen weiter verbessern.

Unsere Gesellschaft muss endlich die zahlreichen Möglichkeiten erfolgreicher schulischer Laufbahnen anerkennen. Dies ist für sie schwierig, weil ihr von Seiten des Volksschullehrerverbandes pausenlos eingetrichtert wird, wie unsere Kinder schon in der Grundschule leiden müssen. Jeder für die Bildungspolitik Verantwortliche hat die Pflicht, motivierend für und nicht immer gegen Schule und Lehrer zu reden und bei unseren Kindern nicht ständig bei jeder Probearbeit Weltuntergangsstimmung zu verbreiten.

Wenn von Vertretern des BLLV zum hundertsten Male eine längere gemeinsame Grundschulzeit im Bayerischen Landtag gefordert wird, sei nur an die Forsa-Umfrage vor acht Wochen erinnert. Zwei Drittel der deutschen Bevölkerung sind der Überzeugung, dass vier Jahre Grundschule genug sind und weitere zwei Jahre auf Kosten aller, insbesondere der schwachen und auch starken Schüler gehen. Der Landeselternverband Bayerischer Realschulen begrüßt es deshalb, dass die Regierungskoalition die Petition des BLLV zu Strukturveränderungen ablehnte.

Redaktion 21.10.2009
Leistungsangebote der Kinder- und Jugendhilfe als Familienersatz Stuttgart, 21.10.2009 Lassen sich Entwicklungs- oder Beziehungsprobleme nicht durch ambulante oder teilstationäre Hilfeformen wie Erziehungsberatungen, sozialpädagogische Familienhilfen oder Tagesgruppenbetreuungen bewältigen, bietet die Kinder- und Jugendhilfe stationäre, familienersetzende Hilfen an. Wie das Statistische Landesamt feststellt, haben im Jahr 2008 mehr als 16 000 junge Menschen unter 27 Jahren Unterbringungsformen außerhalb des Elternhauses in Anspruch genommen, da durch familiäre Konflikte die räumliche Trennung von überlasteten Eltern und Kindern in schwierigen Entwicklungsphasen notwendig wurde.

7 345 Kinder und Jugendliche befanden sich im Jahr 2008 in einer Vollzeitpflegestelle. Über 90 Prozent waren unter 18 Jahre alt. Drei Viertel lebten bei einer fremden Familie, ein Viertel bei Großeltern oder sonstigen Verwandten. 57 Prozent lebten zuvor bei einem allein erziehenden Elternteil. Fast 70 Prozent aller Herkunftsfamilien waren (teilweise) auf Arbeitslosengeld II, bedarfsorientierte Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung oder Sozialhilfe (SGB XII) angewiesen.

In Heimerziehung oder in einer anderen betreuten Wohnform lebten 7 407 junge Menschen, 56 Prozent Jungen und junge Männer. 61 Prozent waren 12 bis 17 Jahre alt, 22 Prozent 18 Jahre und älter. Unter 12 Jahren waren 17 Prozent der jungen Menschen. 66 Prozent wohnten in einer Mehrgruppen-, 27 Prozent in einer Eingruppeneinrichtung, nur 7 Prozent in einer eigenen Wohnung.

811 jungen Menschen ab 10 Jahren, die durch vorgenannte Hilfeangebote nicht erreicht werden konnten, wurde durch eine intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung geholfen. 60 Prozent waren Jungen und junge Männer.

In vorrangig stationärer Form wurden 535 flexible Hilfen (z.B. in Form von Kurzzeitpflege oder Familienpflege) durchgeführt. 87 Prozent der jungen Menschen waren unter 18 Jahre alt, knapp 70 Prozent männlichen Geschlechts.

Die Gründe für den Bedarf an stationären Hilfen sind vielschichtig: Belastungen des jungen Menschen durch familiäre Konflikte, Auffälligkeiten im sozialen Verhalten des jungen Menschen und eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern oder des Sorgeberechtigten waren die Hauptgründe.


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