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Redaktion 25.09.2009
Umfrage des Bayerischen Realschullehrerverbands (brlv) zeigt Zufriedenheit beim Übertrittsverfahren
München, 24.09.2009 Für viele Fünftklässler hat nun der Schulalltag an einer für sie neuen Schulart – der bayerischen Realschule - begonnen. "Es ist schön zu sehen, wie sich die Fünftklässler über den Wechsel an die Realschulen freuen. Sie sprühen vor Tatendrang, sind stolz auf sich, diesen Schritt gegangen zu sein und sind gespannt auf das, was auf sie zukommt!", sagt der Vorsitzende des Bayerischen Realschullehrerverbands Anton Huber.

Diesen Eindruck bestätigen auch Rückmeldungen von Realschülerinnen und Realschülern, die freiwillig im Juli 2009 Fragen zur Schule beantwortet haben: 84% der 627 befragten Schüler gaben dabei an, sich auf den ersten Schultag an der Realschule zu freuen.

"Besonders stolz und zufrieden sind wir darüber", stellt Huber fest, "dass wir dieses positive Bild, das die Schüler von unserer Schulart haben, bewahren können: Denn 83% der Schüler gaben bei der Befragung am Ende der 5. Jahrgangsstufe an, sich gut und schnell an der neuen Schule eingelebt zu haben. Dies liegt bestimmt auch daran, dass wir an den Realschulen darauf bedacht sind, nicht nur auf Qualität und Leistung zu achten, sondern auch das Schulleben und eine positive Lernatmosphäre zu fördern. Auch mit dem veränderten Anspruchsniveau kamen die befragten Schüler gut zurecht, 80% empfanden keinen Leistungs- und Notendruck im negativen Sinne –und auch die Eltern äußerten sich durchweg positiv. Sie bemerkten zwar, dass der Übertritt an die Realschule mit Umstellungen der Arbeitsweise einherging, diese jedoch nicht zu Lasten der Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten gehen."

Durch die Umfrage bestätigt wird auch die Arbeit der Grundschullehrer. "Die Kollegen und Kolleginnen an den Grundschulen führen die Schüler gut an den Übertritt heran. Nur 10% der Eltern und 3% der Schüler fühlten sich nicht ausreichend vorbereitet.

Diese Ergebnisse bestärken uns darin, dass der Zeitpunkt des Wechsels an die Realschule nach der 4. Jahrgangsstufe der richtige ist, denn so werden unsere Kinder optimal, weil differenziert, gefördert. Und dass Schüler Freude an dieser Art des Unterrichtens haben, können wir Realschullehrer jeden Tag beobachten!" so der Vorsitzende abschließend.

Die gesamte Auswertung der Umfrage kann unter www.brlv.de eingesehen werden.

Bayerischer Realschullehrerverband
Vorsitzender: Anton Huber
Handy 0171/8 29 01 93
brlv-Presse:
Stefanie Kretzschmar
Handy 0177 / 8 23 83 37
Karin Springl
Handy 0160 / 7 17 85 66
Dachauer Str. 44 b
80335 München
Tel. 089/55 38 76
Fax 089/55 38 19
www.brlv.de
info@brlv.de
Redaktion 21.09.2009
BLLV-Präsident Wenzel: "Ängste von Schülern, Eltern und Lehrern ernst nehmen" / Mehr Schulsozialarbeiter und Schulpsychologen, um lange Wartezeiten abzubauen
München, 21.09.2009 "Nach den irrationalen und sich jeder Vorstellungskraft entziehenden Gewalttaten an deutschen Schulen ist die Verunsicherung groß. Schüler, Lehrer und Eltern müssen nun spüren, dass ihre Ängste und Gefühle ernst genommen werden und vor allem, dass etwas geschieht. Schon bald zur Tagesordnung überzugehen, wäre ein fürchterliches Signal der Ignoranz", erklärte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, wenige Tage nach dem Amoklauf in Ansbach. An den Schulen sei nicht erst seit Winnenden und Ansbach eine Entwicklung zu beobachten, die schwer greifbar und dennoch spürbar sei.

Aus Sicht Wenzels liegen die Ursachen für extreme Gewaltausbrüche tief. "Ich glaube, sie haben viel mit innerer Vereinsamung, mit extremen Druck und Emotionen zu tun, die außerhalb jeder Kontrolle liegen. Sie haben auch viel mit unserer neurotischen Lebensweise zu tun, die sich in den Schulen lediglich wieder spiegelt. Wir müssen deshalb in Kindertagesstätten und Schulen gesunde Lern- und Lebensbedingungen schaffen, die dazu führen, dass sich junge Menschen wohl und ernst genommen fühlen. Familien brauchen jede erdenkliche Unterstützung und dürfen nicht allein gelassen werden. Kinder gehören klar zur Familie, das darf aber nicht bedeuten, dass sich die Gesellschaft von der Mitverantwortung verabschiedet."

"Bisher hat jede schreckliche Tat, die an Schulen begangen wurde, Betroffenheit und eine Flut an Vorschlägen zur Verbesserung der Sicherheit und Forderungen ausgelöst. Tiefgreifende und spürbare Veränderungen haben jedoch nicht stattgefunden. Das vermittelt weder den unmittelbar Betroffenen, noch allen anderen Lehrkräften und Schülern ein Gefühl der Sicherheit", stellte Wenzel fest.

Es gibt bislang beschämend wenig Anlaufstellen und Ansprechpartner für Heranwachsende - "und das in einer Zeit, in der Gewalt präsent wie nie zuvor ist. Darauf muss die Politik in einem ersten Schritt reagieren." Wenzel forderte die Bayerische Staatsregierung auf, so viele Schulpsychologen und Schulsozialarbeiter einzustellen, die nötig sind, um die extrem langen Wartezeiten von teilweise bis zu sechs Wochen für einen Gesprächstermin abzubauen. "Betroffene brauchen schnelle Hilfe und keine Vertröstungen auf spätere Termine." Schulleitungen und Lehrer/innen müssen zudem systematisch fortgebildet werden und angemessenes Verhalten in extremen Krisenszenarien trainieren können."
Redaktion 18.09.2009
Ideelle und materielle Aufwertung des Lehrerberufs gefordert - Für bessere Rahmenbedingungen an Schulen - Warnung vor zweigliedrigem Schulwesen
Bad Salzdetfurth, 17.09.2009 Die Delegierten des 23. Landesrealschultages in Bad Salzdetfurth wenden sich entschieden gegen eine Schwächung des Realschulbildungsganges. "Durch die neu geschaffene Möglichkeit, in den kombinierten Haupt- und Realschulen bis auf die Hauptfächer gemeinsamen Unterricht bis Klasse 7 zu erlauben, wird der Realschulbildungsgang ernsthaft qualitativ gefährdet. Einen Gewinner gibt es auf alle Fälle: das Land. Wird gemeinsamer Unterricht erteilt, spart man mal so eben 20 Lehrerstunden pro Klasse ein, die dem System Haupt- und Realschule im Allgemeinen, aber nicht der Schule vor Ort zu Gute kommen sollen", so Manfred Busch, VDR-Landesvorsitzender.

Die Klassen sind oftmals zu groß - und das bei einer steigenden Anzahl nicht-empfohlener Schülerinnen und Schüler. Fairerweise sei angemerkt, dass Bayern noch höhere Klassenstärken kennt, Bayern kennt jedoch keinen absolut freien Elternwillen wie Niedersachsen ihn hat. Dabei will keiner die nicht-empfohlenen Schülerinnen und Schüler einfach wieder zurückschicken oder abschieben. Gerade diese Schülerinnen und Schüler bedürfen einer besonderen Förderung, damit sie doch noch ihr Wunschziel, den Realschulabschluss, erreichen können. Hierfür sind zusätzliche Stunden für eine individuelle Förderung dieser Schülerinnen dringend nötig.

Die Probleme der Hauptschule machen die Versuchung groß, sie einfach "zu kassieren" und sie in die Realschule zu überführen und - wie in anderen Bundesländern teilweise vorgesehen - ein zweigliedriges Schulsystem einzuführen. "Hier das Gymnasium, dort die Stadtteilschule oder die Gemeinschaftsschule oder wie immer diese Schulform auch genannt wird. Das geht auf Dauer nicht gut, das lehnen wir entschieden ab. Die Zweigliedrigkeit führt über kurz oder lang zum Einheitsschulsystem. Wir brauchen regional intelligente Lösungen", so Busch.

Mit Sorge blicken die in Bad Salzdetfurth zusammengekommenen Lehrkräfte auf den inzwischen spürbaren Lehrermangel in bestimmten Fächern wie in den Naturwissenschaften und in den Sprachen, insbesondere in Französisch. "Der Lehrerberuf muss sowohl ideell als auch materiell eine Aufwertung erfahren", so Busch.

Manfred Busch, VDR-Landesvorsitzender Niedersachsen
Redaktion 23.08.2009
23.08.09 (pm) Am ersten Schultag besucht Bildungsministerin Doris Ahnen die integrative Realschule plus am Scharlachberg und die kooperative Rochus-Realschule plus in Bingen. Sie gibt damit den Startschuss für 122 Realschulen plus und für die Schulstrukturreform in Rheinland-Pfalz insgesamt. Die beiden in unmittelbarer Nachbarschaft befindlichen Realschulen haben ein jeweils eigenes Profil. Die unterschiedlichen Angebote an einem Schulstandort tragen zu einer erhöhten Wahlfreiheit bei.

Die Luftballons, die die Schülerinnen und Schüler der Rochus-Realschule plus aufsteigen lassen, sind ein Symbol für die Aufstiegsorientierung. Ministerin Ahnen will die neue Schulform zum Erfolg führen. Die Lehrerinnen und Lehrer und der Verband der Realschullehrer (VDR) werden sie im Interesse der Jugendlichen dabei unterstützen.

Der VDR-Landesvorsitzende und Schulleiter an der Rochus-Realschule plus Bingen, Bernd Karst, erklärt, dass seine Schule aus eigener Initiative bewusst den frühesten Startzeitpunkt gewählt habe. Man wolle „ein starkes Plus“ hinzugewinnen, nämlich die Einrichtung einer Oberstufe in Form der zweijährigen Fachoberschule bereits ab 2011. So könnten Schüler, die jetzt in die Klasse 9 kommen, bereits 2013 die Fachhochschulreife erwerben. Das Fachabitur ermöglicht neben vielen zusätzlichen Chancen den direkten Zugang zur Fachhochschule. Der Bedarf an diesem Abschluss und der Erwartungsdruck der Elternschaft seien ausgesprochen hoch.

Der Landkreis Mainz-Bingen als Schulträger der Rochus-Realschule plus hat zur Einrichtung einer Fachoberschule bereits mehrfach seine volle Unterstützung zugesagt. Ein entsprechend positives Signal erhoffe sich die Schulgemeinschaft auch von Ministerin Ahnen, so Schulleiter Bernd Karst.
Redaktion 10.01.2009
Neue Rahmenbedingungen für mehr individuelle Förderung
Mainz, 09.01.2009 Im ersten Schritt der Schulstrukturreform in Rheinland-Pfalz gehen zum Schuljahr 2009/2010 insgesamt 122 Realschulen plus landesweit an den Start und bieten den Abschluss der Berufsreife und der Mittleren Reife unter einem Dach an. "Für 31 Anträge auf Umwandlung von Hauptschulen und Realschulen in eine Realschule plus gibt es nach Vorlage der erforderlichen Unterlagen nun grünes Licht. Damit werden alle entscheidungsreifen Anträge unter den insgesamt 47 Interessensbekundungen, die bereits für das Schuljahr 2009/2010 vorlagen, positiv beschieden. Daneben werden mit dem im Dezember verabschiedeten Landesgesetz zur Änderung der Schulstruktur 78 Regionale Schulen und 13 Duale Oberschulen automatisch in Realschulen plus umgewandelt", teilte Bildungsministerin Doris Ahnen heute in Mainz mit.

"Ministerium und Schulaufsicht werden den Start der neuen Schulen eng begleiten und gemeinsam mit den Beteiligten vor Ort dafür sorgen, dass dieser Start erfolgreich verläuft. Mit den geplanten neuen Vorgaben für die Lehrerzuweisung, die Unterrichtsorganisation und die Unterrichtsinhalte sollen zudem die Rahmenbedingungen in der Realschule plus so ausgestaltet werden, dass die gezielte individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern deutlich verbessert werden kann", sagte Doris Ahnen.

Gut die Hälfte der 122 neuen Realschulen plus werde in der integrativen Form starten, so die Ministerin. Sie unterrichteten also im Klassenverband und differenzierten für die Bildungsgänge in einzelnen Fächern oder bildeten frühestens ab der 8. Klassenstufe abschlussbezogene Klassen. Die andere Hälfte der Schulen werde in der kooperativen Form geführt und bildeten direkt nach der für alle Realschulen plus verbindlichen gemeinsamen Orientierungsstufe (Klassenstufen 5 und 6) eigene Klassen für die Abschlüsse Berufsreife und Mittlere Reife. "Es ist erfreulich, dass bereits zum Schuljahr 2009/10 in vielen Regionen unseres Landes die Eltern zusätzliche Wahlmöglichkeiten zwischen integrativ oder kooperativ unterrichtenden Schulen erhalten. Dazu werden auch die zehn neuen Integrierten Gesamtschulen und drei neue Gymnasien beitragen, die ebenfalls zum Schuljahr 2009/10 starten." Von den 31 neu entstehenden Realschulen plus kommen 20 durch das Zusammengehen einer Haupt- und einer Realschule zustande. Zudem wollen sechs bisherige Realschulen sowie zwei jetzige Hauptschulen künftig das Profil einer Realschule plus anbieten. In zwei Fällen soll die neue Schulform durch die Zusammenarbeit von zwei Hauptschulen entstehen, einmal durch das Zusammengehen einer Hauptschule mit einer Regionalen Schule.

Gute Rahmenbedingungen – Stundenpool für individuelle Förderung
Die Realschulen plus könnten ihren Start auf der Basis guter Rahmenbedingungen gestalten, betonte Doris Ahnen weiter. Für mehr als die Hälfte aller Schulen, nämlich genau für 68 künftige Realschulen plus, wirke sich dabei sicherlich auch positiv aus, dass sie als Ganztagsschulen in Angebotsform bereits sehr gute personelle Rahmenbedingungen hätten. In allen Realschulen plus unterstütze darüber hinaus die in der Orientierungsstufe auf 25 Schülerinnen und Schüler pro Klasse abgesenkte Klassenmesszahl (das ist der Grenzwert, ab dem bei der Klassenbildung eine weitere Klasse eingerichtet werden kann) eine gezielte Förderung und das gemeinsame Lernen.

"Mit neuen Vorgaben für die Unterrichtsorganisation und die Lehrerstundenzuweisung sowie mit einem Stundenpool für die Umsetzung schuleigener Förderkonzepte wird diese Unterstützung noch verbessert werden", unterstrich Doris Ahnen. Für die neuen personellen und inhaltlichen Vorgaben, die durch Rechtsvorschriften verbindlich werden, liefen derzeit die Anhörungsverfahren bei Verbänden, Gewerkschaften, Kammern und anderen an Schule beteiligten Institutionen. Danach sei zum Beispiel vorgesehen, für jede zu bildende Klasse der jeweiligen Realschule plus 22 Lehrerwochenstunden zuzuweisen, für jede Schülerin und jeden Schüler in einer Klasse erhöhe sich die Stundenzuweisung um jeweils 0,6 Lehrerwochenstunden. Damit orientiere sich die Ressourcenausstattung an den bisherigen Stundenzuweisungen für Regionale Schulen. "Konkret bedeutet dies, dass beispielsweise für eine Klasse mit 25 Schülerinnen und Schülern in der Orientierungsstufe, die laut Stundentafel 30 Wochenstunden Pflichtunterricht hat, der Realschule plus 37 Lehrerwochenstunden zugewiesen würden. Die Schule hat damit rechnerisch sieben Lehrerwochenstunden zur Verfügung, die sie in Angebote für Differenzierungen, für zusätzliche Förderprojekte außerhalb der Stundentafel oder aber für Maßnahmen zur stärkeren Unterstützung einzelner Schülerinnen und Schüler im Unterricht – beispielsweise für Doppelbesetzungen – einsetzen kann", erklärte die Ministerin. Darüber hinaus solle der bei der Schulaufsicht bestehende Pool für Sonderzuweisungen verstetigt und auf 6.000 Lehrerwochenstunden festgelegt werden. Umgerechnet stünden damit etwa 227 Vollzeitlehrerstellen zur Verfügung, die zur Verstärkung der individuellen Förderung genutzt werden könnten. Voraussetzung dafür sei die Vorlage eines schuleigenen Förderkonzepts, das sich an einem vorgegebenen Kriterienkatalog orientiere und Zielvorgaben enthalte. "Hier setze ich vor allem darauf, dass die Schulen an die Verhältnisse vor Ort angepasste Konzepte für eine frühestmögliche individuelle Förderung erarbeiten, die insbesondere die Zahl der Schulabbrecherinnen und Schulabbrecher reduzieren sollen", unterstrich Doris Ahnen. In einem zweiten Pool stünden bei der Schulaufsicht auch zukünftig nochmals rund 3.500 Lehrerwochenstunden bereit, die insbesondere für die zusätzliche Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund eingesetzt würden.

Ein wichtiger Baustein für das Profil der Realschule plus sei die Stärkung der Angebote im Wahlpflichtbereich. Diese orientierten sich an den Unterrichtsprinzipien Berufsorientierung, ökonomische Grundbildung und informatische Grundbildung. Verpflichtend würden dabei die Lernfelder Technik und Naturwissenschaften, Hauswirtschaft und Sozialwesen, Wirtschaft und Verwaltung oder als Alternative das Fach Französisch verankert. Daneben könnten die Schulen zusätzlich eigene Neigungsangebote für die Schülerinnen und Schüler anbieten.

Auf dem richtigen Weg
Neben den bereits erwähnten Vorschriften für die personelle und inhaltliche Ausgestaltung der Realschule plus überarbeite das Ministerium derzeit die Übergreifende Schulordnung, um sie an die Vorgaben des Landesgesetzes zur Änderung der Schulstruktur anzupassen. Um Eltern einen umfassenden Überblick über die Realschule plus zu geben, werde zudem in Kürze eine neue Informationsbroschüre veröffentlicht.

"Die bisherige Resonanz auf das neue Schulstrukturkonzept in Rheinland-Pfalz in den Schulen und bei den Schulträgern ist für mich ein Beleg dafür, dass wir mit der Zweigliedrigkeit mit Plus auf dem richtigen Weg sind, um unser Bildungssystem demografiefest und damit zukunftssicher zu gestalten. Ich bin sehr froh über das Engagement, mit dem vor Ort die Schulentwicklungsplanung vorangetrieben wird. Zugleich bin ich sicher, dass wir mit der Realschule plus insbesondere den Schülerinnen und Schülern und deren Eltern ein Angebot machen können, das die Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen verbessert, mehr Aufstiegschancen eröffnet und zu mehr Chancengleichheit beiträgt", unterstrich Bildungsministerin Ahnen abschließend. Die Antragsfrist für die Errichtung von Realschulen plus zum Schuljahr 2010/2011 ende am 31. Mai 2009.

Die Realschule plus im Stenogramm
Haupt- und Realschulbildungsgang unter einem Dach;
verbindliche gemeinsame Orientierungsstufe mit abgesenktem Klassenteiler von 25 Schülerinnen und Schülern;
Unterricht ab Klasse 7 möglich in integrativer oder in kooperativer Unterrichtsorganisation;
neue Vorgaben für Lehrerwochenstundenzuweisung und Förderpool;
neue Stundentafel mit Schwerpunkt auf Berufsorientierung in drei neuen Bereichen für den Wahlpflichtunterricht;
kein Eigenanteil von Eltern für die Schülerbeförderung zur Realschule plus;
teilweise mit Zusatzangebot Fachoberschule zum Erwerb der Fachhochschulreife in zwei weiteren Schuljahren gekoppelt;
teilweise mit Zusatzprojekt "Keine(r) ohne Abschluss" gekoppelt für Schülerinnen und Schüler, die nach neun Schuljahren nicht die Berufsreife erreicht haben (10. Schuljahr in verpflichtendem Ganztagsbetrieb mit starkem Berufsbezug).


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Pressesprecher
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Redaktion 23.12.2008
Beherrscht die Landesregierung die Geister, die sie ruft?
Düsseldorf, 23.12.2008 Mit der Genehmigung von fünf weiteren Verbundschulen erweist das Schulministerium dem gegliederten Schulsystem im Allgemeinen und den Realschulen im Besonderen einen Bärendienst. Mit dem umstrittenen Paragrafen 83 des Schulgesetzes hat die Landesregierung eine Hintertür geöffnet, durch die immer mehr Kommunen schlüpfen, um in ihrer Region zu punkten. Ab dem kommenden Schuljahr wird es in Nordrhein-Westfalen bereits 13 Verbundschulen geben. In allen Fällen dient der Realschul-Bildungsweg dabei als Vehikel, reine Hauptschulen abzuschaffen.

"Der Realschullehrerverband NRW tritt ausdrücklich für den Erhalt der eigenständigen Hauptschulen ein. Dies darf jedoch nicht auf Kosten bestehender und gut funktionierender Realschulen geschehen", erklärt RLV-Vorsitzende Brigitte Balbach. Die Gefahr ist real: So ist die Kardinal-von-Galen- Realschule im münsterländischen Telgte durch die Angliederung eines Realschulzweigs an eine bestehende Hauptschule im benachbarten Ostbevern akut bedroht. In Telgte ist die Zahl der Anmeldungen massiv eingebrochen. Eine ähnliche Entwicklung befürchtet der RLV durch die Genehmigung der Verbundschule Uedem/Weeze für die Realschule Kalkar und umliegende Realschulen. Hier hatte sogar die Bezirksregierung Düsseldorf von einem Verbundsystem abgeraten – leider vergebens!

"Die Landesregierung bekennt sich zwar nach außen zum vielgliedrigen Schulsystem. Mit dem Paragrafen 83 zeichnet sie allerdings den Weg in die Zweigliedrigkeit vor. Es ist nicht verwunderlich, dass das Begehrlichkeiten bei Kommunalpolitikern weckt, die hier vermeintliche Haushaltseinsparungen wittern, und zwar nicht nur in ländlichen Gebieten. Daher gehen wir davon aus, dass viele Städte und Gemeinden auch ohne Not Verbundschul-Modelle einrichten wollen. Das Ministerium gibt ja auch unumwunden zu, dass weitere Anträge von Schulträgern erwartet werden", so Balbach. Aus Sicht des RLV droht hier ein Verdrängungswettbewerb, der auf dem Rücken der Realschulen ausgetragen wird.

"Wir sind gespannt, ob die Landesregierung die Geister, die sie ruft, noch beherrschen kann. Verbundschulen können jedenfalls keine Antwort sein – weder im Hinblick auf die Herausforderungen des demografischen Wandels noch auf die notwendige Qualitätssteigerung. Was wir brauchen, sind kleinere Klassen und mehr individuelle Förderung", betont die RLV-Vorsitzende. "Die hohe Qualität der Realschulen darf auf dem Irrweg zur Verbundschule nicht geopfert werden. Wir erwarten die Wertschätzung unserer Arbeit an Realschulen, indem die Schulform durch das MSW weiterentwickelt wird, statt sie zur Sanierung der Hauptschulen zu missbrauchen."

Pressekontakt zu dieser Meldung
VDR-Pressesprecher
Jochen Smets
An der Kapelle 44
41372 Niederkrüchten
Telefon 02163/990000
Fax 02163/990002
E-Mail: jochen.smets@t-online.de
Redaktion 10.12.2008
Realschuleltern- und Realschullehrerverband im Gespräch mit Landkreistagspräsident Theo Zellner
München, 10.12.2008D er Bayerische Landkreistag sowie die Eltern und Lehrkräfte an den Bayerischen Realschulen sind sich einig: Unsere Schulen brauchen jetzt Ruhe und keine weiteren Strukturveränderungen, um dem eigentlichen Auftrag von Schule gerecht zu werden. Die Gesprächsteilnehmer stellten in allen bildungspolitischen Fragen große Übereinstimmung fest. So fordert der Bayerische Landkreistag in einem Forderungskatalog für die 16. Legislaturperiode speziell für das Schulwesen in Bayern eine Konsolidierung der Schulpolitik und die Beibehaltung des dreigliedrigen Schulsystems. "Genau das sind auch unsere Positionen", pflichten Anton Huber, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbandes (brlv) und Ingrid Ritt, Vorsitzende des Landes-Realschulelternverbandes (LEV-RS), bei.

"Natürlich stellen wir Überlegungen dahingehend an, wie man ein attraktives wohnortnahes Bildungsangebot gestalten kann. Dazu ist aber nicht eine freie Elternentscheidung beim Übertritt notwendig, sondern die Umsetzung der Erkenntnis, dass gegenwärtig ca. 10 bis 15 % der Schüler an die Realschule übertreten, die besser an der Hauptschule gefördert werden könnten.", stellte Huber fest.

Ingrid Ritt stimmt zu: "Man ist sich einig, dass neue Übertrittsregelungen kindgerecht sein müssen, jedoch ebenso das Erreichen realistischer Ziele sichern sollen. Eine komplette Freigabe des Elternwillens lehnen wir als Realschuleltern ab, da die erbrachten Leistungen zählen und diese über die Diagnose der Grundschullehrkräfte sehr gut bewertet werden können."

Die große Problematik der Auslagerung von Realschulklassen an Hauptschulstandorte wird im Hinblick auf die Kooperationsmodelle von allen Gesprächspartnern sehr kritisch gesehen und nicht befürwortet. Dagegen fordern die Gesprächsteilnehmer den Ausbau der Ganztagsrealschule mit einem abgestimmten Finanzierungskonzept, egal ob in offener oder gebundener Form.

Abschließend stellte man im Konsens fest: Das Bayerische Bildungswesen ist hervorragend aufgestellt, lediglich die Rahmenbedingungen müssen schnellstmöglich verbessert werden. So sei sofortiges Handeln für kleinere Klassen und mehr pädagogisches Personal erforderlich.

Vorsitzende: Ingrid Ritt, LEV-RS, Handy 0151/12874428

Vorsitzender: Anton Huber, brlv, Handy 0171/8290193

(Gemeinsame Pressemeldung des Landeselternverbandes Bayerischer Realschulen und des Bayerischen Realschullehrerverbandes)



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