Auch IGLU und TIMSS liefern keine Argumente für Schulstruktur-Experimente.
München, 11.12.2008 Was sich bei PISA andeutete, hat sich bei IGLU und TIMSS fortgesetzt: Die beiden jüngst vorgestellten Grundschulstudien verdeutlichen ebenso wie PISA, dass das deutsche Schulsystem Fortschritte macht. IGLU und TIMSS zeigen, dass die deutschen Grundschulen im internationalen Vergleich teilweise klar über dem Durchschnitt liegen. Die erheblichen Reformanstrengungen der letzten Jahre zeigen Wirkung. "Diese Fortschritte sind übrigens nicht mit hektischen, ideologisch motivierten Schulstruktur-Veränderungen erzielt worden", betont Albert Obert, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Realschullehrer. "Weder PISA noch IGLU oder TIMSS liefern Argumente für Schulstruktur-Experimente."
Kritisch anzumerken bleibt aus Sicht des VDR, dass es unter den Grundschülern insgesamt zu viele Leistungsschwache und zu wenig Leistungsstarke gibt. Darüber hinaus ist der Einfluss des sozialen und kulturellen Hintergrunds auf die Leistungsentwicklung der Kinder an den deutschen Grundschulen sehr hoch. "Dass dies bei PISA, das die Fähigkeiten 15-Jähriger, also Pubertierender, misst, nicht besser wird, muss jedem klar sein, der sich auch nur halbwegs in der Jugendpsychologie auskennt. Dies hat auch nichts mit der differenzierten Weiterbildung in der Sekundarstufe zu tun", so Obert.
Die Probleme sind erkannt und können bei Einsatz entsprechender Ressourcen und Schaffung besserer Voraussetzungen behoben werden. Nötig sind dazu kleinere Klassen sowie mehr Lehrer, Förderlehrer und Sozialarbeiter – und kein Herumdoktern an Schulstrukturen.
München, 11.12.2008 Was sich bei PISA andeutete, hat sich bei IGLU und TIMSS fortgesetzt: Die beiden jüngst vorgestellten Grundschulstudien verdeutlichen ebenso wie PISA, dass das deutsche Schulsystem Fortschritte macht. IGLU und TIMSS zeigen, dass die deutschen Grundschulen im internationalen Vergleich teilweise klar über dem Durchschnitt liegen. Die erheblichen Reformanstrengungen der letzten Jahre zeigen Wirkung. "Diese Fortschritte sind übrigens nicht mit hektischen, ideologisch motivierten Schulstruktur-Veränderungen erzielt worden", betont Albert Obert, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Realschullehrer. "Weder PISA noch IGLU oder TIMSS liefern Argumente für Schulstruktur-Experimente."
Kritisch anzumerken bleibt aus Sicht des VDR, dass es unter den Grundschülern insgesamt zu viele Leistungsschwache und zu wenig Leistungsstarke gibt. Darüber hinaus ist der Einfluss des sozialen und kulturellen Hintergrunds auf die Leistungsentwicklung der Kinder an den deutschen Grundschulen sehr hoch. "Dass dies bei PISA, das die Fähigkeiten 15-Jähriger, also Pubertierender, misst, nicht besser wird, muss jedem klar sein, der sich auch nur halbwegs in der Jugendpsychologie auskennt. Dies hat auch nichts mit der differenzierten Weiterbildung in der Sekundarstufe zu tun", so Obert.
Die Probleme sind erkannt und können bei Einsatz entsprechender Ressourcen und Schaffung besserer Voraussetzungen behoben werden. Nötig sind dazu kleinere Klassen sowie mehr Lehrer, Förderlehrer und Sozialarbeiter – und kein Herumdoktern an Schulstrukturen.
Realschulen reduzieren maßgeblich den Anteil von Risikoschülern - Integrierte Gesamtschulen schneiden im Vergleich sehr schlecht ab
München, 09.12.2008 "Wieder einmal sehen wir uns in unserer Arbeit in Bayern bestätigt", sagt Anton Huber, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbands (brlv) nach der Veröffentlichung des PISA-Ländervergleichs und der TIMMS-Studie. "Aus den Studien ist klar zu entnehmen, dass das gegliederte Schulwesen, so wie es in Bayern besteht, Schülerinnen und Schüler zu einem guten Bildungsniveau bringt. Bei den bayerischen Realschulen ist der Anteil an Risikoschülern um weit über 12 Prozentpunkte geringer ist als im bayerischen Durchschnitt bzw. weit über 16 Prozentpunkte gegenüber dem Bundes- bzw. OECD-Durchschnitt", so Huber.
Die PISA-E-Studie hat erneut ergeben, dass bayerische Schülerinnen und Schüler mit den Spitzenländern Finnland, Kanada und Korea ohne Probleme mithalten können. "Gerade unsere bayerischen Realschüler schneiden im Vergleich sehr gut ab. So erreichten die Schüler in der naturwissenschaftlichen Kompetenz die gleiche Punktzahl wie der Spitzenreiter Finnland, nämlich 563 Punkte!", so Huber stolz. Der Erfolg des gegliederten Schulwesens in Bayern ist auch an der Tatsache festzumachen, dass nur ein geringer Prozentsatz von Realschülern und Gymnasiasten in Bayern die Kompetenzstufe II im Lesen und in Mathematik nicht erreicht haben. Bundesweit liegt das Nichterreichen hingegen bei 15,7 Prozent. Bestätigt wird die bayerische Bildungspolitik zudem, weil aus der PISA- und der heute veröffentlichten TIMMS-Studie klar hervorgeht, dass die deutschen Integrierten Gesamtschulen die Ergebnisse der Grundschulen noch einmal um bis zu 190 % verschlechtern. "Diese Ergebnisse sollten doch endlich zeigen, dass die längeren gemeinsame Schulzeit, dass die Gesamtschule ein Irrweg ist.", schließt Anton Huber.
München, 09.12.2008 "Wieder einmal sehen wir uns in unserer Arbeit in Bayern bestätigt", sagt Anton Huber, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbands (brlv) nach der Veröffentlichung des PISA-Ländervergleichs und der TIMMS-Studie. "Aus den Studien ist klar zu entnehmen, dass das gegliederte Schulwesen, so wie es in Bayern besteht, Schülerinnen und Schüler zu einem guten Bildungsniveau bringt. Bei den bayerischen Realschulen ist der Anteil an Risikoschülern um weit über 12 Prozentpunkte geringer ist als im bayerischen Durchschnitt bzw. weit über 16 Prozentpunkte gegenüber dem Bundes- bzw. OECD-Durchschnitt", so Huber.
Die PISA-E-Studie hat erneut ergeben, dass bayerische Schülerinnen und Schüler mit den Spitzenländern Finnland, Kanada und Korea ohne Probleme mithalten können. "Gerade unsere bayerischen Realschüler schneiden im Vergleich sehr gut ab. So erreichten die Schüler in der naturwissenschaftlichen Kompetenz die gleiche Punktzahl wie der Spitzenreiter Finnland, nämlich 563 Punkte!", so Huber stolz. Der Erfolg des gegliederten Schulwesens in Bayern ist auch an der Tatsache festzumachen, dass nur ein geringer Prozentsatz von Realschülern und Gymnasiasten in Bayern die Kompetenzstufe II im Lesen und in Mathematik nicht erreicht haben. Bundesweit liegt das Nichterreichen hingegen bei 15,7 Prozent. Bestätigt wird die bayerische Bildungspolitik zudem, weil aus der PISA- und der heute veröffentlichten TIMMS-Studie klar hervorgeht, dass die deutschen Integrierten Gesamtschulen die Ergebnisse der Grundschulen noch einmal um bis zu 190 % verschlechtern. "Diese Ergebnisse sollten doch endlich zeigen, dass die längeren gemeinsame Schulzeit, dass die Gesamtschule ein Irrweg ist.", schließt Anton Huber.
"Alle Kinder sollten länger gemeinsam zur Schule gehen dürfen" / BLLV-Präsident Klaus Wenzel sieht sich in seiner Forderung von IGLU-und TIMSS-Ergebnissen bestätigt
München, 08.12.2008 Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnen-verbandes (BLLV), Klaus Wenzel, sieht sich im relativ guten Abschneiden Zehnjähriger bei der internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung IGLU und beim internationalen TIMSS-Schultest in seiner Forderung nach einer deutlich längeren gemeinsamen Schulzeit bestätigt. "Die Grundschule ist die beste Schule, die wir haben. Ich verstehe nicht, warum wir damit nach nur vier Jahren aufhören und Kinder in ein Korsett zwingen, das den meisten von ihnen nicht passt."
Fest steht, dass Grundschulen in ihrer Methodenvielfalt und der Heterogenität ihrer Schülerschaft die besten pädagogischen Strukturen vorweisen - "unsere Kinder sollten länger von ihnen profitieren dürfen." Wenzel sprach den Grundschulehrerinnen und -lehrern großes Lob aus: "Sie leisten in ihrer integrativen Arbeit Großartiges - obwohl ihr Alltag überschattet wird vom alles beherrsch-enden Übertrittsdruck." Es gibt aber auch Anlass zur Sorge, "denn viele verausgaben sich bei dem Versuch, möglichst allen Kindern in einem ungerechten System gerecht zu werden. Die Gefahr, dass sie nach wenigen Jahren ausbrennen, ist groß." Die Ergebnisse beider Studien zeigen auch deutlich, dass es im Grundschulbereich Verbesserungen geben muss.
Wenzel betonte, dass die vergleichsweisen guten Ergebnisse nicht über die schwierige Situation an Grundschulen hinwegtäuschen dürfen: "Sie sind mehr als Früchte einer hoch motivierten und engagierten Lehrerschaft zu werten, weniger als das Ergebnis einer kindgerechten Schulpolitik: So ist der Übertrittsdruck bereits in der ersten Klasse das übergeordnete Thema. Er vergiftet die Lern- und Arbeitsatmosphäre und setzt Kinder wie Eltern massiv unter Druck. Hinzu kommen die immer noch zu großen Klassen und die mangelnde individuelle Förderung. Die Kinder sind bei der Einschulung zwischen 5 und 7 Jahre alt - die Lehrerinnen und Lehrer können aber wegen des knappen Personals kaum auf unterschiedliche Bedürfnisse eingehen. Die Ausstattung ist in vielen Schulen mangelhaft, wegen der dünnen Personaldecke kommt es viel zu oft zu Unterrichtsausfällen." Für Ärger sorgen außerdem die an sich pädagogisch sinnvollen jahrgangs-kombinierten Klassen: "Weil Lehrer und Eltern wissen, dass damit lediglich der Lehrermangel kaschiert werden soll, ist der Unmut groß", erklärte Wenzel und betonte, dass "Kombiklassen" nur dann Sinn machen, "wenn das dafür erforderliche Personal zur Verfügung gestellt wird. Für jede kombinierte Klasse müssen mindestens 20 zusätzliche Lehrerstunden zur Verfügung gestellt werden. Außerdem dürfen die Klassen nicht mehr als 20 Schüler umfassen."
Beide Studien werfen erneut die Frage nach dem Sinn der frühen Auslese in Deutschland auf: "Es ist geradezu paradox, dass Schülerinnen und Schüler die Grundschule nur vier Jahre lang besuchen, um dann auf eine weiterführende Schule zu wechseln, wo sich die Situation schlagartig ändert und Leistungen deutlich unter internationale Vergleichsmaßstäbe fallen", sagte Wenzel. Die in Grundschulen anzutreffende Heterogenität steigert ganz offensichtlich die Leistungen aller Schülerinnen und Schüler, die Kinder gehen weitgehend vorurteilsfrei miteinander um, Herkunft und Begabung spielen eine unter-geordnete Rolle. Wenzel: "Davon profitieren leistungsstärkere wie -schwächere Schülerinnen und Schüler." In keiner anderen Schulart hätten Lehrerinnen und Lehrer zudem die Möglichkeit, vielfältige Unterrichtsmethoden einzusetzen, die den unterschiedlichen Lerntypen gerecht würden.
Der BLLV-Präsident warnte davor, die Ergebnisse beider Studien zum Anlass zu nehmen, künftig noch weniger in die Grundschulen zu investieren. Rückläufige Schülerzahlen an den Grundschulen dürfen nicht dazu führen, dass Lehrerstellen abgebaut oder umverteilt werden. "Frei werdende Ressourcen müssen vielmehr in die individuelle Förderung, den Ausbau von Ganztagsangeboten und Sprachlernklassen investiert werden."
München, 08.12.2008 Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnen-verbandes (BLLV), Klaus Wenzel, sieht sich im relativ guten Abschneiden Zehnjähriger bei der internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung IGLU und beim internationalen TIMSS-Schultest in seiner Forderung nach einer deutlich längeren gemeinsamen Schulzeit bestätigt. "Die Grundschule ist die beste Schule, die wir haben. Ich verstehe nicht, warum wir damit nach nur vier Jahren aufhören und Kinder in ein Korsett zwingen, das den meisten von ihnen nicht passt."
Fest steht, dass Grundschulen in ihrer Methodenvielfalt und der Heterogenität ihrer Schülerschaft die besten pädagogischen Strukturen vorweisen - "unsere Kinder sollten länger von ihnen profitieren dürfen." Wenzel sprach den Grundschulehrerinnen und -lehrern großes Lob aus: "Sie leisten in ihrer integrativen Arbeit Großartiges - obwohl ihr Alltag überschattet wird vom alles beherrsch-enden Übertrittsdruck." Es gibt aber auch Anlass zur Sorge, "denn viele verausgaben sich bei dem Versuch, möglichst allen Kindern in einem ungerechten System gerecht zu werden. Die Gefahr, dass sie nach wenigen Jahren ausbrennen, ist groß." Die Ergebnisse beider Studien zeigen auch deutlich, dass es im Grundschulbereich Verbesserungen geben muss.
Wenzel betonte, dass die vergleichsweisen guten Ergebnisse nicht über die schwierige Situation an Grundschulen hinwegtäuschen dürfen: "Sie sind mehr als Früchte einer hoch motivierten und engagierten Lehrerschaft zu werten, weniger als das Ergebnis einer kindgerechten Schulpolitik: So ist der Übertrittsdruck bereits in der ersten Klasse das übergeordnete Thema. Er vergiftet die Lern- und Arbeitsatmosphäre und setzt Kinder wie Eltern massiv unter Druck. Hinzu kommen die immer noch zu großen Klassen und die mangelnde individuelle Förderung. Die Kinder sind bei der Einschulung zwischen 5 und 7 Jahre alt - die Lehrerinnen und Lehrer können aber wegen des knappen Personals kaum auf unterschiedliche Bedürfnisse eingehen. Die Ausstattung ist in vielen Schulen mangelhaft, wegen der dünnen Personaldecke kommt es viel zu oft zu Unterrichtsausfällen." Für Ärger sorgen außerdem die an sich pädagogisch sinnvollen jahrgangs-kombinierten Klassen: "Weil Lehrer und Eltern wissen, dass damit lediglich der Lehrermangel kaschiert werden soll, ist der Unmut groß", erklärte Wenzel und betonte, dass "Kombiklassen" nur dann Sinn machen, "wenn das dafür erforderliche Personal zur Verfügung gestellt wird. Für jede kombinierte Klasse müssen mindestens 20 zusätzliche Lehrerstunden zur Verfügung gestellt werden. Außerdem dürfen die Klassen nicht mehr als 20 Schüler umfassen."
Beide Studien werfen erneut die Frage nach dem Sinn der frühen Auslese in Deutschland auf: "Es ist geradezu paradox, dass Schülerinnen und Schüler die Grundschule nur vier Jahre lang besuchen, um dann auf eine weiterführende Schule zu wechseln, wo sich die Situation schlagartig ändert und Leistungen deutlich unter internationale Vergleichsmaßstäbe fallen", sagte Wenzel. Die in Grundschulen anzutreffende Heterogenität steigert ganz offensichtlich die Leistungen aller Schülerinnen und Schüler, die Kinder gehen weitgehend vorurteilsfrei miteinander um, Herkunft und Begabung spielen eine unter-geordnete Rolle. Wenzel: "Davon profitieren leistungsstärkere wie -schwächere Schülerinnen und Schüler." In keiner anderen Schulart hätten Lehrerinnen und Lehrer zudem die Möglichkeit, vielfältige Unterrichtsmethoden einzusetzen, die den unterschiedlichen Lerntypen gerecht würden.
Der BLLV-Präsident warnte davor, die Ergebnisse beider Studien zum Anlass zu nehmen, künftig noch weniger in die Grundschulen zu investieren. Rückläufige Schülerzahlen an den Grundschulen dürfen nicht dazu führen, dass Lehrerstellen abgebaut oder umverteilt werden. "Frei werdende Ressourcen müssen vielmehr in die individuelle Förderung, den Ausbau von Ganztagsangeboten und Sprachlernklassen investiert werden."

