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Redaktion 12.10.2009
Mittelschule gibt keine Zukunftsperspektive – Dialogforen als Totengräber der Hauptschulen
München, 12.10.2009 Die Grünen im Bayerischen Landtag fordern Minister Spaenle auf, seine Hauptschulreform komplett neu zu überdenken. "Die Mittelschule gibt den Hauptschülerinnen und Hauptschülern keine Zukunftsperspektive", erklärt der schulpolitische Sprecher Thomas Gehring. "Bayern braucht eine echte Schulreform und kein fortgesetztes Herumdoktern an einem überkommenen System – zu diesem Schluss kommt wohl auch langsam die CSU selbst, wie die öffentliche Kritik aus eigenen Reihen zeigt."

Um Mittelschule zu werden, müssten Hauptschulen miteinander in Schulverbünden kooperieren, die mindestens 300 bis 360 Schülerinnen und Schüler umfassen müssen. "Jeder, der die regionalen Gegebenheiten im Blick hat, weiß, dass dies hier nur unter erschwerten Bedingungen bzw. gar nicht zu erreichen ist. Auf jeden Fall werden die Schülerinnen und Schüler noch länger und häufiger mit dem Schulbus fahren müssen".

Thomas Gehring prognostiziert, dass nach und nach Hauptschulstandorte aufgegeben werden müssten, weil der Schulverbund nicht funktioniere. "Die Dialogforen werden Totengräber der Hauptschulen. Das Kultusministerium hat es geschickt eingefädelt, dass letztendlich die Verantwortlichen vor Ort in den Dialogforen das Schicksal der kleinen Hauptschulen selbst beschließen müssen, da die sehr engen Vorgaben des Ministeriums, insbesondere was die Lehrerzuteilung anbelangt, gar keine andere Wahl zulassen."

Es sei offenkundig, dass die Staatsregierung mit ihrer bisherigen Vielzahl von Initiativen, die Hauptschule zu stärken, gescheitert sei. Der Kultusminister müsse daher endlich längeres gemeinsames Lernen und damit die innovative Schulentwicklung zulassen, die vor Ort erarbeitet worden und bisher nicht zum Zug gekommen sei.

http://www.gruene-fraktion-bayern.de
Redaktion 14.07.2009
Lehrer- und Schulleiterverbände unterstützen einhellig Hauptschulinitiative der Staatsregierung mit neuer Mittelschule
München, 14.07.2009 Mit einer beeindruckenden Veranstaltung in der Allianz-Arena wurden die Leistungsfähigkeit und die sehr gute Bildungs- und Erziehungsarbeit an den bayerischen Hauptschulen herausgestellt.

"Die auf dem Kongress "Starke Schüler – für Beruf und Leben" vorgestellten Perspektiven zeigen, dass die bayerischen Hauptschulen, die Hauptschüler und ihre engagierten Lehrkräfte mit starken Unterstützern und Fürsprechern rechnen können", stellt abl-Präsident Jürgen Wunderlich fest und fügt hinzu: "Zu diesen Unterstützern zählen auch die abl-Lehrerverbände und die Schulleiterverbände in Bayern".

Man könne dem Botschafter für die neue Mittelschule, Uli Hoeneß, nur beipflichten, so der abl-Präsident weiter, dass das bayerische Schulwesen überaus leistungsfähig und sehr durchlässig ist. Uli Hoeneß lobte aufgrund seiner weit über Bayern hinausgehenden Erfahrungen und Kontakte die hohe Qualität des gegliederten bayerischen Bildungssystems.

"Wir begrüßen es sehr, dass sich Vertreter der bayerischen Wirtschaft, an der Spitze Randolf Rodenstock und die Repräsentanten der Kammern, zum Erhalt und zur Weiterentwicklung der Hauptschule bekennen und sehen mit den neuen Elementen zur Weiterentwicklung der Hauptschule sehr gute Perspektiven." So kommentierte der Landesvorsitzende des Bayerischen Schulleitungsverbandes (bsv), Werner Sprick, die neue Mittelschule in Bayern.

Abl-Präsident Wunderlich abschließend: "Lehrer- und Schulleiterverbände erwarten angesichts der Aufbruchstimmung beste Voraussetzungen für einen Qualitätssprung der Hauptschule zur neuen Mittelschule. Dazu haben die bayerische Wirtschaft und hunderte Verantwortungsträger ein deutliches Signal an alle Hauptschüler und die bayerische Hauptschule gesandt: Die bayerische Wirtschaft braucht Hauptschüler! Und viele Schülerinnen und Schüler brauchen die Hauptschule!"

ARBEITSGEMEINSCHAFT BAYERISCHER LEHRERVERBÄNDE

Für den Inhalt verantwortlich: Ansprechpartner: J. Wunderlich, abl-Präsident, Landesvorsitzender VLB, Tel. 0821-4544020

Der Arbeitsgemeinschaft bayerischer Lehrerverbände (abl) gehören der Bayerische Philologenverband (bpv), der Bayerische Realschullehrerverband (BRLV), die Katholische Erziehergemeinschaft in Bayern (KEG) und der Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern (VLB) an. Die in der abl zusammengeschlossenen Verbände vertreten die Interessen von rund 60 000 Lehrkräften.

Ansprechpartner: Werner Sprick, Landesvorsitzender, Tel. 08331/ 21 27

Redaktion 14.07.2009
Düsseldorf, 14.07.2009 Aktuelle Medienspekulationen, das Schulministerium stelle die Schulform Hauptschule auf den Prüfstand, entbehren jeder Grundlage. Das Schulministerium steht zu den Hauptschulen. Sie leisten eine hervorragende Arbeit und sind eine starke Säule des gegliederten Schulsystems in Nordrhein-Westfalen.

Daran ändert auch die Ankündigung nichts, in der nächsten Legislaturperiode die Möglichkeiten zur Errichtung von Verbundschulen aus Haupt- und Realschulen für städtische Regionen zu prüfen. Dies wäre lediglich eine moderate Fortentwicklung der bereits bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen, die eine solche Möglichkeit nur für den ländlichen Raum vorsehen. Eine Abkehr vom gegliederten Schulsystem ist damit nicht verbunden.

Grundlage der Verbundschulen ist ja gerade, dass die Haupt- und Realschulzweige ihre Identität und ihre Struktur erhalten. Zudem wird die Verbundschule auch in Zukunft ein Ausnahmefall sein, der lediglich zur Lösung von demografischen Problemen genutzt werden kann. Bei landesweit rund 700 Hauptschulen und rund 550 Realschulen wird es im nächsten Schuljahr 18 Verbundschulen geben. Auch bei einer möglichen Ausweitung auf städtische Regionen würde somit die große Mehrzahl der Haupt- und Realschulen eigenständig geführt.

Redaktion 08.07.2009
Berlin, 08.07.2009 Rund 80 Berliner Hauptschüler der siebenten Klasse werden vom 20. Juli bis zum 7. August freiwillig drei Wochen ihrer Sommerferien in Vorbereitungscamps zur beruflichen Frühorientierung verbringen.

Bildungsstaatssekretärin Claudia Zinke würdigte auf der Pressekonferenz zum diesjährigen Sommercamp das Engagement aller Beteiligten:

"Ich danke der Gegenbauer Facility Management, der DKB-Stiftung, der Beck'schen Stiftung Berlin und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung ganz ausdrücklich für dieses überaus wertvolle Angebot unter dem Motto "Dein Sommer - Deine Zukunft". Die Sommercamp-Idee fördert die berufliche Frühorientierung, die gerade bei Hauptschülerinnen und Hauptschülern integraler Bestandteil ihrer Schulkarriere sein muss. Sie setzt bei denen an, die schon durch Ihre Teilnahme signalisieren: Ich will etwas aus mir machen! Ich will Leistung zeigen!

Sie motiviert Schülerinnen und Schüler darin dich frühzeitig mit den eigenen Chancen auseinander zu setzen, sie realistisch einzuschätzen und aktiv wahr zu nehmen. Die Sommercamps machen klar: Engagement in eigener Sache kann viel Freude bereiten. Aber ich - als Schülerin oder Schüler - muss dazu auch einen Beitrag leisten.

Die Sommercamps reichen in ihrer Bedeutung weit über die eigentliche Zeit im Camp hinaus.

Sie vermitteln wichtige Grundlagen für eine eigenverantwortliche Lebensgestaltung und stellen damit die Weichen für einen guten Verlauf der Schulkarriere."

Frau Zinke wies auch darauf hin, dass die künftigen Integrierten Sekundarschulen durch das Duale Lernen gerade die frühzeitige Berufsorientierung und das praktische und theoretische lernen im Verbund zum zentralen Ziel haben werden. Zinke weiter: "Sekundarschulen sind Schulen, die sich öffnen, die Kooperationen und Partner suchen. Sommercamps können zu einem festen Bestandteil im Repertoire dieser Schulart werden."

Redaktion 22.04.2009
BLLV-Präsident wirft Spaenle vor, Schulsterben nicht zu stoppen / Auslesedruck wird nicht vermindert, Durchlässigkeit nicht verbessert / Pressekonferenz mit Bürgermeistern
München, 22.04.2009 Seit einer offiziellen kultusministeriellen Bekanntmachung liegen die Karten auf dem Tisch: Mit den vorgesehenen Kooperationsschulen und Schulverbünden lassen sich die Probleme im bayerischen Schulsystem nicht lösen. Spaenles Konzept basiert auf strikter Trennung der Schularten und setzt die räumliche Nähe von Realschule und Hauptschule voraus, die beide mindestens zweizügig sein sollen. "Dadurch wird das Schulsterben in ländlichen Regionen beschleunigt, pragmatische und unbürokratische Lösungen vor Ort werden unmöglich gemacht", kritisierte BLLV-Präsident Klaus Wenzel.

Auf einer Pressekonferenz warf er Spaenle vor, das BLLV-Konzept der Regionalen Schulentwicklung, kurz RSE, nicht aufzugreifen. "Die Blockadehaltung geht zu Lasten zahlreicher Kommunen und Schulen." Begleitet wurde Wenzel von Bürgermeistern und Schulleitern aus ganz Bayern. "Sie sind bitter enttäuscht. Viele Wochen haben sie sich um tragfähige Konzepte bemüht und müssen jetzt feststellen, dass bayerische Bildungspolitik ideologische Vorbehalte über ihr vitales Interesse stellt, qualitätsvolle Bildungsangebote vor Ort anbieten zu können." Dr. Ernst Rösner vom Dortmunder Institut für Schulentwicklungsforschung bezeichnete das Vorgehen als "Rückschritt mit verhängnisvollen Folgen." Andere Länder machten längst vor, dass Schulentwicklung funktioniert.

Wenzel betonte, dass die vom Kultusministerium vorgesehenen Kooperationsmodelle nur in "wenigen Einzelfällen umzusetzen sind", wobei auch hier die Voraussetzungen stimmen müssen: Entsprechende Ausstattung mit zusätzlichem Personal, Lehrerstunden und eigene finanzielle Ressourcen. "Darüber hinaus muss die Möglichkeit bestehen, innovative, pädagogische Konzepte zu verwirklichen", forderte er. "Grundlage hierfür müssen die gebundene rhythmisierte Ganztagsschule, ein individualisiertes Förderkonzept und modulare Bildungsansätze sein."

"Die amtlich verordneten Regelungen zur Zusammenarbeit von Haupt- und Realschulen in Bayern sind insgesamt gesehen ein durchgängig mutloses Unterfangen", erklärte Rösner. Durch striktes Festhalten an der Eigenständigkeit beider Schulformen bleiben pädagogische Potenziale ungenutzt. Dabei hat der bei PISA sehr erfolgreiche Freistaat Sachsen demonstriert, dass ein gemeinsamer Bildungsgang aus Hauptschule und Realschule äußerst erfolgreich Schülerkompetenzen entwickeln kann. Im Übrigen ist die bayerische Regelung kein Mittel, dem drohenden Sterben der Hauptschulen im ländlichen Raum entgegenzuwirken. Was die dringend erforderlichen Schulstrukturreformen angeht, behält im Vergleich der Bundesländer Bayern gemeinsam mit Baden-Württemberg das Schlusslicht."

Der Landesausschuss des BLLV reagierte bestürzt auf die kultusministerielle Bekanntmachung vom 13. März. Die 78 BLLV- Experten - zu ihnen zählen Vertreter/innen aller Schularten in Bayern - stellen in einer einstimmig verabschiedeten Resolution fest, "dass das dogmatische Festhalten an einer starren Trennung der Schularten die notwendige Flexibilität für passgenaue Lösungen unmöglich macht und den Auslesedruck an den Schulen weiter verstärkt." Das Gremium sieht in der vorliegenden Fassung zum Modellversuch Kooperationsschulen "den Tod der wohnortnahen Hauptschulen, die durch ein grobmaschiges Netz zentralisierter und großer Realschulen ersetzt werden. Diesen Weg kann und will der BLLV nicht mit gehen"

Wenzel: "Das Kultusministerium hat über viele Wochen bei allen Beteiligten große Hoffnungen auf Realisierung einer modernen Schulentwicklung geweckt. Lange Zeit sah es so aus, dass Anbindungen von Realschulzweigen an Hauptschulen genehmigt und Modellversuche für neue Kooperationsformen erprobt werden dürfen. Wie sich nun allerdings herausstellt, basieren die zugelassenen Schulformen auf strikter Trennung und nicht auf Kooperation. Sie bieten gerade kleineren Hauptschulen in strukturschwächeren Regionen keine ernsthafte Entwicklungsperspektive." Nach den derzeitigen Vorgaben dürfen neue Kooperationsmodelle zwar erprobt werden, allerdings nur, wenn dabei die Eigenständigkeit der Schularten Haupt- und Realschule erhalten bleibt. Weiter heißt es in dem kultusministeriellen Schreiben auch, dass ´jede Schülerin und jeder Schüler im Rahmen der Kooperation wissen müsse, welcher Schulart sie/er angehöre´. Wenzel: "Diese Aussage ist nicht nur unpädagogisch, sie ist diskriminierend. Sie konterkariert die RSE, die gerade nicht auf einer starren Trennung der Schularten basiert. Mit den Kooperationsschulen werden auch nicht die Probleme des Auslesedrucks und der Durchlässigkeit gelöst.

RSE versteht sich als ein Konzept, mit dem ein organischer Wandlungsprozess eingeleitet werden kann - unabhängig davon, ob er dem Dogma der Dreigliedrigkeit entspricht oder nicht. Es geht um pragmatische, flexible und pädagogisch hochwertige Lösungen im Konsens mit Gemeinden, Eltern und Schulen. Das Ziel ist, wohnortnahe Schulen zu erhalten und anschlussfähige, qualitativ hochwertige Abschlüsse anzubieten."

Der BLLV befürchtet nun, dass Anträge, die einen Realschulabschluss vor Ort vorsehen, reihenweise abgelehnt werden. "Es steht zu befürchten, dass in den kommenden drei bis fünf Jahren weitere 300 bis 350 Hauptschulen schließen müssen", warnte Wenzel. Der ländliche Raum wird weiter empfindlich geschwächt. Die bei der Pressekonferenz anwesenden Bürgermeister und Schulleiter machten keinen Hehl aus ihrem Unmut. Sie signalisierten aber auch, weiterhin massiven Druck auf Staatsregierung und Kultusministerium ausüben zu wollen. "Wir werden nicht locker lassen und die verantwortlichen Politiker mit Anträgen überhäufen", erklärten sie unisono.


Pressekontakt zu dieser Meldung
Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV)
Andrea Schwarz, Pressereferentin
Telefon: (0 89) 72 10 01 - 29
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Internet: www.bllv.de
Redaktion 20.01.2009
Düsseldorf, 20.01.2009 Die Übergangsquoten von der Grundschule zu den weiterführenden Schulen zeigen 2008 im Vergleich zum Vorjahr bei Gymnasien (konstant 38,6 Prozent) und Realschulen (28,6 auf 28,4 Prozent) eine stabile Entwicklung. Die Übergangsquote zur Gesamtschule ist von 16,9 auf 17,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Dies entspricht einem Plus von 48 Schülern.

Die Entwicklung der Übergangsquote für die Gesamtschule bewegt sich dabei im Mittelwert der vergangenen Jahre. Sie lag im Jahr 2005 bei 17,6 Prozent und im Jahr 2006 bei 17,4 Prozent. Die Gesamtschule profitiert hier insgesamt von Anmeldeüberhängen, die in den vergangenen Jahren nicht aufgenommen werden konnten.

Bei den Hauptschulen gibt es 2008 im Vergleich zum vorigen Jahr einen leichten Rückgang von 15,1 auf 14,5 Prozent. Allerdings zeigen hier die von der Landesregierung ergriffenen Maßnahmen Wirkung. Dort, wo eine Hauptschule im Ganztagsbetrieb geführt wird, bleiben die Anmeldezahlen stabil oder steigen sogar. Die Übergangsquote von der Grundschule zu erweiterten Ganztagshauptschulen steigt 2008 im Vergleich zum Vorjahr von 3,3 auf 5,0 Prozent.

Sommer: "Diese Zahlen zeigen: Ganztagshauptschulen werden von den Eltern angenommen, die eingeleiteten Maßnahmen zur Stärkung der Hauptschulen zeigen Wirkung. Die Übergangszahlen sind ein Ansporn für uns, die Qualitätsoffensive Hauptschule fortzusetzen und zu intensivieren. Hierzu gehört auch, weitere Hauptschulen in den Ganztagsbetrieb zu führen. Damit machen wir die Hauptschule zu einem stabilen Pfeiler des gegliederten Schulsystems."

Pressekontakt zu dieser Meldung
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Dr. Thomas Breuer
Pressesprecher und Leiter des Pressereferates
Telefon 0211/5867-3505 oder -3506
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E-Mail: presse@msw.nrw.de

Redaktion 10.12.2008
Kultusminister Helmut Rau gratuliert zu einer Auszeichnung im Rahmen des Deutschen Schulpreises
Straubing, 10.12.2008 Kultusminister Helmut Rau MdL hat der Grund- und Hauptschule mit Werkrealschulzug Altingen in Ammerbuch (Kreis Tübingen) zu einer Auszeichnung im Rahmen des Deutschen Schulpreises 2008 gratuliert. "Die Schule überzeugt durch ein durchgängiges Fördersystem, innovative Lernformen und eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern und außerschulischen Partnern. Ich freue mich sehr darüber, dass die vorbildliche pädagogische Arbeit über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus Anerkennung findet", sagte Rau am Mittwoch (10. Dezember).

Der Deutsche Schulpreis wurde von der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung zum dritten Mal vergeben und von Bundespräsident Horst Köhler in Berlin überreicht. Der mit 100.000 Euro dotierte erste Preis ging 2008 an die Wartburg-Grundschule Münster. Neben der Grund- und Hauptschule mit Werkrealschulzug Altingen erhielten das Gymnasium Schloss Neuhaus Paderborn, die integrierte Gesamtschule Bonn-Beuel und die Schule am Voßbarg in Rastede einen weiteren mit je 25.000 Euro dotierten Preis. Der erstmals verliehene "Preis der Jury" ging an die Werkstattschule Bremerhaven in Bremen, der "Preis der Akademie" an die Grund-schule im Grünen in Berlin. Insgesamt hatten sich 250 Schulen beworben, 14 kamen in die engere Auswahl.

Dazu zählten auch die Oscar-Paret-Schule in Freiberg am Neckar und die Bodensee-Schule in Friedrichshafen.

Mit den Auszeichnungen wollen die Initiatoren vorbildliche pädagogische Leistung würdigen und Impulse für die Entwicklung von Schule und Unterricht geben. Zu den Kriterien zählen beispielsweise die Leistungen der Schüler, der Umgang der Schule mit Vielfalt und die Unterrichtsqualität.

Redaktion 05.12.2008
Bildungsgewerkschaft zu Bildungsstandards
Frankfurt am Main / Berlin, 05.12.2008 "Als Armutszeugnis und Versuch, die Öffentlichkeit für dumm zu verkaufen", hat Marianne Demmer, Leiterin des Vorstandsbereichs Schule der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), den Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) zu den Bildungsstandards bezeichnet.

Nach dem "Desaster um die Standards für den Hauptschulabschluss" habe die KMK mit ihrem gestrigen Beschluss "Nebelkerzen geworfen". Damit wolle die KMK verschleiern, dass sie sich von der Überprüfung der Hauptschulstandards verabschiedet hat. "Die Kultusminister wollten sich offenbar die Blamage ersparen, bestätigt zu bekommen, dass in manchen Bundesländern weit mehr als 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler an Hauptschulen an den KMK-Anforderungen scheitern. Damit wird jedoch kein Problem gelöst", unterstrich Demmer.

Die Beteuerungen der KMK, die Hauptschulen verstärkt unterstützen zu wollen, sieht die GEW-Schulexpertin mit größter Skepsis. "Seit 30 Jahren werden immer neue Programme zur Rettung von Hauptschulen verkündet. Seit 30 Jahren verschlechtert sich die Situation der Hauptschulen jedoch dramatisch", sagte Demmer. Statt die Schülerinnen und Schüler "unsinnig früh in Hauptschulen zu schicken" sollten alle Kinder bis zum Ende des neunten oder zehnten Schuljahres gemeinsam unterrichtet werden. Die schwächeren Schülerinnen und Schüler müssten individuell gefördert und unterstützt werden. "Es geht um die Rettung dieser Schüler, nicht um die Rettung eines überholten Schulsystems", betonte die Gewerkschafterin.

Sie lehnte den von den Kultusministern geplanten Bundesländervergleich auf der Grundlage der KMK-Leistungsstandards ab. "Der PISA-Länder-Vergleich war schon ziemlich unsinnig, weil Äpfel mit Birnen verglichen worden sind. Wenn demnächst jedoch nur noch die Mittelwerte der KMK-Leistungsstandards verglichen werden, ist der Unfug perfekt. Die Ländervergleiche fielen dann noch holzschnittartiger aus, als dies bereits bei PISA-E der Fall war", sagte Demmer. Fragen zur sozialen Gerechtigkeit, etwa dem Zugang zum Gymnasium, würden voraussichtlich entfallen. Nach Ansicht Demmers können nur regionale Vergleiche, z.B. von Großstädten mit ähnlicher Sozial- und Bevölkerungsstruktur, einen gewissen Aufschluss über die Wirkung schulpolitischer Konzepte und Maßnahmen geben.


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