Frankfurt am Main, 04.05.2010 "Grundschrift: damit Kinder besser schreiben lernen" – unter diesem Motto steht eine Initiative des Grundschulverbandes, die Anfang Mai startet.
Ausgangspunkt ist die Überzeugung: Auch im Computerzeitalter brauchen Kinder und Jugendliche eine gut lesbare, leicht und flüssig schreibbare Schrift – in allen Schulstufen und natürliche auch in Berufsausbildung und Hochschule. Schülern, Auszubildenden und Studierenden wird der Wert einer klaren und lesbaren Schrift beständig vor Augen geführt.
Derzeit lernen Kinder in allen Bundesländern zwei Ausgangsschriften:
eine handgeschrieben Druckschrift und im Anschluss entweder die Lateinische (LA), Vereinfachte (VA) oder Schul-Ausgangsschrift (SAS).
Wie kam es zu diesem Schriften-Wirrwarr?
Bis in die achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts hinein galten Lesen- und Schreibenlernen als zwei verschiedene Wege in die Schrift: Lesen wurde in Druckschrift erlernt, das Schreiben mit einer verbundenen Schrift (oft auch als "Schreibschrift" bezeichnet).
Für das Schreibenlernen galt seit 1951 die Lateinische Ausgangsschrift.
Sie war nicht unter schreibmotorischen, sondern unter ästhetischen Gesichtspunkten entwickelt worden: mit geflammten Aufstrichen, vielen Drehrichtungswechseln und komplizierten Buchstabenverbindungen.
Ende der sechziger Jahre wurde in den Ländern der BRD die Grundschule als eigenständige Schulform gegründet. Dabei gab es erheblich umfangreichere Lehrpläne. "Schönschreib-Stunden" waren nicht mehr vorgesehen. Grund dafür, Schriften zu entwickeln, die einfacher zu erlernen sein sollten: Die Vereinfachte Ausgangsschrift für die damalige BRD, die Schulausgangsschrift für die damalige DDR.
In den letzten 30 Jahren dann hat sich eine weitere Ausgangsschrift durchgesetzt: Die "Druckschrift" – mit der Hand geschriebene Druckbuchstaben. Die sinnvolle Einsicht: Kinder sollten mit einer Schrift Lesen und Schreiben lernen.
So konkurrieren inzwischen unterschiedliche Ausgangsschriften, nach dem Erlernen der Druckbuchstaben wird der Schreibprozess der Kinder durch eine weitere "Ausgangsschrift" (die ja gar nicht mehr am Anfang steht), willkürlich gestoppt.
Dr. Horst Bartnitzky, der Vorsitzende des Grundschulverbandes, begründet die Initiative seines Verbandes so: "Eine weitere Schriftform als zweite Ausgangsschrift ist wegen des Bruchs in der Schreibentwicklung schädlich. Die in Deutschland bisher verwendeten Ausgangsschriften: Lateinische, Vereinfachte und Schul-Ausgangsschrift sind historisch überholt.
Der Grundschulverband sagt: Eine Schrift zum Lesen- und Schreibenlernen ist genug!
Aus ihrer ersten Schrift können Kinder eine flüssige und lesbare Handschrift entwickeln – die Schrift, die sie in Schule, Ausbildung und Beruf brauchen."
Mit der "Grundschrift" präsentiert der Grundschulverband eine Schrift, die alle Anforderungen an eine Schreibschrift erfüllt: – Sie ist besonders formklar und deshalb gut lesbar. – Sie ist funktional für alle Verwendungen der Textproduktion. – Sie ist mit zunehmender Schreibübung geläufig schreibbar. – Sie kann bei weiterem Gebrauch zur individuellen Handschrift weiterentwickelt werden.
Weitere Informationen:
Das druckfrische Heft 110 der Zeitschrift des Grundschulverbandes, "Grundschule aktuell", enthält das "Grundschrift-Abc" sowie Hintergründe, Materialien, Erkenntnisse der pädagogischen Forschung und Erfahrungen aus der Schulpraxis.
Auf der Homepage des Grundschulverbandes, www.grundschulverband.de, finden Sie unter der Rubrik "Grundschrift" ebenfalls umfangreiche Informationen.
Das Forum zur Grundschrift wird laufend aktualisiert.
Als Ansprechpartner stehen Ihnen zur Verfügung:
Dr. Horst Bartnitzky, Vorsitzender des Grundschulverbandes (V.i.S.d.P.)
Tel. 0203 / 70 85 01
E-Mail: horst.bartnitzky@gmx.de
Ulrich Hecker, Grundschulrektor in NRW, Redakteur "Grundschule aktuell"
Tel. 02841 / 42900 (d.) und 02841 / 21714 (p.)
E-Mail: ulrich.hecker@googlemail.com
Ausgangspunkt ist die Überzeugung: Auch im Computerzeitalter brauchen Kinder und Jugendliche eine gut lesbare, leicht und flüssig schreibbare Schrift – in allen Schulstufen und natürliche auch in Berufsausbildung und Hochschule. Schülern, Auszubildenden und Studierenden wird der Wert einer klaren und lesbaren Schrift beständig vor Augen geführt.
Derzeit lernen Kinder in allen Bundesländern zwei Ausgangsschriften:
eine handgeschrieben Druckschrift und im Anschluss entweder die Lateinische (LA), Vereinfachte (VA) oder Schul-Ausgangsschrift (SAS).
Wie kam es zu diesem Schriften-Wirrwarr?
Bis in die achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts hinein galten Lesen- und Schreibenlernen als zwei verschiedene Wege in die Schrift: Lesen wurde in Druckschrift erlernt, das Schreiben mit einer verbundenen Schrift (oft auch als "Schreibschrift" bezeichnet).
Für das Schreibenlernen galt seit 1951 die Lateinische Ausgangsschrift.
Sie war nicht unter schreibmotorischen, sondern unter ästhetischen Gesichtspunkten entwickelt worden: mit geflammten Aufstrichen, vielen Drehrichtungswechseln und komplizierten Buchstabenverbindungen.
Ende der sechziger Jahre wurde in den Ländern der BRD die Grundschule als eigenständige Schulform gegründet. Dabei gab es erheblich umfangreichere Lehrpläne. "Schönschreib-Stunden" waren nicht mehr vorgesehen. Grund dafür, Schriften zu entwickeln, die einfacher zu erlernen sein sollten: Die Vereinfachte Ausgangsschrift für die damalige BRD, die Schulausgangsschrift für die damalige DDR.
In den letzten 30 Jahren dann hat sich eine weitere Ausgangsschrift durchgesetzt: Die "Druckschrift" – mit der Hand geschriebene Druckbuchstaben. Die sinnvolle Einsicht: Kinder sollten mit einer Schrift Lesen und Schreiben lernen.
So konkurrieren inzwischen unterschiedliche Ausgangsschriften, nach dem Erlernen der Druckbuchstaben wird der Schreibprozess der Kinder durch eine weitere "Ausgangsschrift" (die ja gar nicht mehr am Anfang steht), willkürlich gestoppt.
Dr. Horst Bartnitzky, der Vorsitzende des Grundschulverbandes, begründet die Initiative seines Verbandes so: "Eine weitere Schriftform als zweite Ausgangsschrift ist wegen des Bruchs in der Schreibentwicklung schädlich. Die in Deutschland bisher verwendeten Ausgangsschriften: Lateinische, Vereinfachte und Schul-Ausgangsschrift sind historisch überholt.
Der Grundschulverband sagt: Eine Schrift zum Lesen- und Schreibenlernen ist genug!
Aus ihrer ersten Schrift können Kinder eine flüssige und lesbare Handschrift entwickeln – die Schrift, die sie in Schule, Ausbildung und Beruf brauchen."
Mit der "Grundschrift" präsentiert der Grundschulverband eine Schrift, die alle Anforderungen an eine Schreibschrift erfüllt: – Sie ist besonders formklar und deshalb gut lesbar. – Sie ist funktional für alle Verwendungen der Textproduktion. – Sie ist mit zunehmender Schreibübung geläufig schreibbar. – Sie kann bei weiterem Gebrauch zur individuellen Handschrift weiterentwickelt werden.
Weitere Informationen:
Das druckfrische Heft 110 der Zeitschrift des Grundschulverbandes, "Grundschule aktuell", enthält das "Grundschrift-Abc" sowie Hintergründe, Materialien, Erkenntnisse der pädagogischen Forschung und Erfahrungen aus der Schulpraxis.
Auf der Homepage des Grundschulverbandes, www.grundschulverband.de, finden Sie unter der Rubrik "Grundschrift" ebenfalls umfangreiche Informationen.
Das Forum zur Grundschrift wird laufend aktualisiert.
Als Ansprechpartner stehen Ihnen zur Verfügung:
Dr. Horst Bartnitzky, Vorsitzender des Grundschulverbandes (V.i.S.d.P.)
Tel. 0203 / 70 85 01
E-Mail: horst.bartnitzky@gmx.de
Ulrich Hecker, Grundschulrektor in NRW, Redakteur "Grundschule aktuell"
Tel. 02841 / 42900 (d.) und 02841 / 21714 (p.)
E-Mail: ulrich.hecker@googlemail.com
Artikel:
Ahnen: 2010 starten drei neue Angebote zur frühen Förderung hochbegabter Kinder in "Entdeckertag"-Grundschulen
Mainz, 19.03.2010 Das Netz von "Entdeckertag"-Grundschulen landesweit wird zum Beginn des Schuljahres 2010/2011 um drei weitere Standorte erweitert.
Bildungsministerin Doris Ahnen kündigte jetzt in Mainz an: "Mit der Grundschule Oberwinter, der Goetheschule Nord in Ludwigshafen und der Grundschule Hofgartenstraße in Bad Kreuznach, die für hochbegabte Kinder im Grundschul- und auch im Kindergartenalter an einem Tag in der Woche spezielle Angebote machen, wird zum kommenden Schuljahr das Netz der Entdeckertag-Schulen auf dann 13 Standorte im Land erweitert. Die dort bearbeiteten Projekte, Themen und Aufgabenstellungen, die über das Spektrum des eigentlichen Grundschulunterrichts hinausreichen und hauptsächlich in selbstgesteuerten, forschenden Lernprozessen von den Kindern bearbeitet werden, strahlen zudem auch auf andere Grundschulen aus. Elemente aus dem ,Entdeckertag´ werden von immer mehr Grundschulen übernommen."
Die Themen der "Entdeckertage" würden dabei ganz wesentlich von den Kindern selbst bestimmt, unterstrich Doris Ahnen. So gab es an den verschiedenen "Entdeckertag"-Grundschulen bereits Angebote aus den Bereichen Astronomie, Entwicklungshilfe, Physik, Biologie oder auch Fremdsprachen bis hin zu einem Angebot in Chinesisch. Das Konzept des "Entdeckertags" sei es, Angebote für die spezielle Gruppe hochbegabter Kinder mit dem integrativen Ansatz des Lernens in der vertrauten Altersgruppe und Klassengemeinschaft zu verbinden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den "Entdeckertagen", die nach Bewerbungen oder Empfehlungen durch Kindergärten und Grundschulen zuvor in Auswahlverfahren ausgesucht werden, nähmen Aufgaben zur weiteren Bearbeitung auch in ihre eigentlichen "Stammschulen" oder in ihre Kindergärten mit. So profitierten die Kinder dort indirekt ebenfalls von dem Zusatzangebot. Die Bildungs- und Jugendministerin betonte, die Förderung hochbegabter Kinder wirke zudem als weiteres Bindeglied in der Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen.
Die Entdeckertag-Schulen in Rheinland-Pfalz:
Seit dem Schuljahr 2004/2005:
Grundschule Zweibrücken-Mittelbach (Pilotschule)
Seit dem Schuljahr 2007/2008:
Grundschule Forster Kirchspiel in Brohl und Grundschule St. Sebastianus in Ellenz-Poltersdorf (beide Kreis Cochem-Zell), Grundschule Niederbrombach (Kreis Birkenfeld), Dr. Albert-Finck-Grundschule in Neustadt an der Weinstraße
Seit dem Schuljahr 2008/2009:
Ludwig-Schwamb-Grundschule in Mainz
Seit dem Schuljahr 2009/2010:
Grundschule am Königspfad in Göllheim (Donnersbergkreis), Pestalozzi-Grundschule in Kaiserslautern, Grundschule Trier-Ruwer, Pestalozzischule in Ingelheim (Kreis Mainz-Bingen)
Zum Schuljahr 2010/2011:
Grundschule Hofgartenstraße, Bad Kreuznach, Grundschule Oberwinter, Remagen, Grundschule Goetheschule Nord, Ludwigshafen
Bildungsministerin Doris Ahnen kündigte jetzt in Mainz an: "Mit der Grundschule Oberwinter, der Goetheschule Nord in Ludwigshafen und der Grundschule Hofgartenstraße in Bad Kreuznach, die für hochbegabte Kinder im Grundschul- und auch im Kindergartenalter an einem Tag in der Woche spezielle Angebote machen, wird zum kommenden Schuljahr das Netz der Entdeckertag-Schulen auf dann 13 Standorte im Land erweitert. Die dort bearbeiteten Projekte, Themen und Aufgabenstellungen, die über das Spektrum des eigentlichen Grundschulunterrichts hinausreichen und hauptsächlich in selbstgesteuerten, forschenden Lernprozessen von den Kindern bearbeitet werden, strahlen zudem auch auf andere Grundschulen aus. Elemente aus dem ,Entdeckertag´ werden von immer mehr Grundschulen übernommen."
Die Themen der "Entdeckertage" würden dabei ganz wesentlich von den Kindern selbst bestimmt, unterstrich Doris Ahnen. So gab es an den verschiedenen "Entdeckertag"-Grundschulen bereits Angebote aus den Bereichen Astronomie, Entwicklungshilfe, Physik, Biologie oder auch Fremdsprachen bis hin zu einem Angebot in Chinesisch. Das Konzept des "Entdeckertags" sei es, Angebote für die spezielle Gruppe hochbegabter Kinder mit dem integrativen Ansatz des Lernens in der vertrauten Altersgruppe und Klassengemeinschaft zu verbinden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den "Entdeckertagen", die nach Bewerbungen oder Empfehlungen durch Kindergärten und Grundschulen zuvor in Auswahlverfahren ausgesucht werden, nähmen Aufgaben zur weiteren Bearbeitung auch in ihre eigentlichen "Stammschulen" oder in ihre Kindergärten mit. So profitierten die Kinder dort indirekt ebenfalls von dem Zusatzangebot. Die Bildungs- und Jugendministerin betonte, die Förderung hochbegabter Kinder wirke zudem als weiteres Bindeglied in der Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen.
Die Entdeckertag-Schulen in Rheinland-Pfalz:
Seit dem Schuljahr 2004/2005:
Grundschule Zweibrücken-Mittelbach (Pilotschule)
Seit dem Schuljahr 2007/2008:
Grundschule Forster Kirchspiel in Brohl und Grundschule St. Sebastianus in Ellenz-Poltersdorf (beide Kreis Cochem-Zell), Grundschule Niederbrombach (Kreis Birkenfeld), Dr. Albert-Finck-Grundschule in Neustadt an der Weinstraße
Seit dem Schuljahr 2008/2009:
Ludwig-Schwamb-Grundschule in Mainz
Seit dem Schuljahr 2009/2010:
Grundschule am Königspfad in Göllheim (Donnersbergkreis), Pestalozzi-Grundschule in Kaiserslautern, Grundschule Trier-Ruwer, Pestalozzischule in Ingelheim (Kreis Mainz-Bingen)
Zum Schuljahr 2010/2011:
Grundschule Hofgartenstraße, Bad Kreuznach, Grundschule Oberwinter, Remagen, Grundschule Goetheschule Nord, Ludwigshafen
An 20 Modellschulen eignen sich Grundschüler in ihrem Lerntempo Grundfertigkeiten des Lesens, Schreibens und Rechnens an - Kultusstaatssekretär Marcel Huber und vbw/VBM-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt stellen Modellversuch vor und informieren über 10 Jahre erfolgreiche Arbeit in der Stiftung Bildungspakt Bayern - Strategische Kooperation für bestmögliche Bildung an Bayerns Schulen
München, 22.02.2010 Heute haben in München Bayerns Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber und Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft und Vorstandsmitglied der Stiftung Bildungspakt Bayern, die 20 Modellschulen zur Flexiblen Grundschule und die Schwerpunkte der Arbeit der Stiftung Bildungspakt Bayern im Münchner Presseclub vorgestellt. In jedem Regierungsbezirk ist mindestens eine Schule am Modellversuch beteiligt - von Hof über München bis Mindelheim, von Hösbach über Nürnberg bis Straubing (Liste anhängend).
"Wir wollen die Grundschule im Freistaat künftig noch stärker als bisher auf das einzelne Kind hin abstimmen", so Kultusstaatssekretär Huber. "Das erste schulische Angebot wollen wir optimal an die individuelle Entwicklung der Schülerin und des Schülers anpassen". Fazit für die Stiftung Bildungspakt ist entsprechend: "Die Schule muss sich auf das Kind einstellen, nicht das Kind den Anforderungen der Schule genügen", betonte Huber.
"Deshalb wollen wir, dass die Kinder sich in ihrem individuellen Lerntempo die Grundfertigkeiten des Lesens, Schreibens und Rechnens zuverlässig aneignen, damit sie ihre Schullaufbahn auf einem soliden Fundament erfolgreich aufbauen können", konkretisiert der Staatssekretär die Zielrichtung. In der Praxis bedeutet dies, dass die ersten beiden Jahrgangsstufen in einer flexiblen Eingangsstufe organisiert werden. Diese kann ein, zwei oder drei Jahre umfassen. Die Grundschulzeit wird damit an den 20 Modellschulen zwischen drei und fünf Jahren dauern.
"Das Projekt "Flexible Grundschule" ist ein innovativer Ansatz, um in den ersten Schuljahren den unterschiedlichen Begabungen und Lernvoraussetzungen stärker gerecht zu werden und jedes einzelne Kind optimal zu fördern: flexibel, individuell, differenziert und deshalb kindgerecht", begründet Bertram Brossardt, der dem Vorstand der Stiftung angehört, die Förderung des Projekts.
In der Stiftung beteiligen sich 138 namhafte Wirtschaftsunternehmen und das Bayerische Kultusministerium. Diese Form der Private-Public-Partnership ist innerhalb Deutschlands einzigartig. Ca. 12,5 Millionen Euro hat diese erfolgreiche strategische Kooperation von Unternehmen und Staat seit ihrer Gründung in pädagogische Projekte investiert. "Das Kernanliegen, moderne Unterrichtsmethoden und neue Formen des Lernens an Bayerns Schulen zu fördern und zu etablieren, führte uns in der Stiftung Bildungspakt Bayern zusammen", fasste Dr. Huber die Gründungsmotivation im Jahr 2000 zusammen. "Die bayerischen Arbeitgeberverbände vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und VBM - Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e.V. übernehmen mit ihrem Engagement in der Stiftung Bildungspakt Bayern Verantwortung für eine zukunftsgerichtete Weiterentwicklung von Schulen. Die Stiftung ist ein "Think Tank" für die bayerische Schulpolitik und bietet eine leistungsfähige Plattform, um neue Bildungsansätze zu diskutieren und in der Praxis umzusetzen", ergänzte Bertram Brossardt.
Ganzheitliche und zukunftsorientierte Bildungsprozesse bilden die Basis für die Unterstützung von Projekten. Von den Projekten der Stiftung, darunter ein Dutzend Großprojekte, gingen in den vergangenen zehn Jahren wichtige Impulse für die Schulentwicklung in Bayern aus.
Mit dem Wissen, dass die frühe Förderung von Kindern das entscheidende Fundament legt, entwickelte die Stiftung Modelle für einen fließenden Übergang vom lernenden Spielen zum spielerischen Lernen. Ein weiteres Anliegen ist die nachhaltige Kompetenz- und Persönlichkeitsentwicklung durch eine individuelle Förderung, die besonders auf den Stärken der Schülerinnen und Schüler aufbaut. Auf schulorganisatorischer Ebene will die Stiftung insbesondere die Freiheit und Eigenverantwortung der Schulen stärken, die Entwicklung kreativer, schulspezifischer Lösungen fördern und moderne Führungsstrukturen etablieren.
Weitere Informationen zur Stiftung und ihren Projekten über www.bildungspakt-bayern.de.
Am Modellprojekt "Flexible Grundschule" nehmen diese Grundschulen teil:
Anger-Volksschule Hof, Oberfranken
(Grundschule)
Leimitzer Querfeldweg 6
95028 Hof
Volksschule Küps, Oberfranken
(Grund- und Hauptschule)
Am Hirtengraben 7
96328 Küps
Volksschule Hösbach-Winzenhohl, Unterfranken
(Grundschule)
Ellerstr. 2
63768 Hösbach Winzenhohl
Volksschule Wartmannsroth, Unterfranken
(Grundschule)
Gerstenberg 8
97797 Wartmannsroth Dittlofsroda
Volksschule Fürth, Hans-Sachs-Straße, Mittelfranken
(Grundschule)
Hans-Sachs-Str. 30
90765 Fürth
Volksschule Nürnberg St. Leonhard, Mittelfranken
(Grundschule)
Schweinauer Str. 20
90439 Nürnberg
Volksschule Nürnberg, Mittelfranken
Erich-Kästner-Schule
(Grundschule)
Eichstätter Str. 11
90453 Nürnberg
Volksschule München an der Thelottstraße, Oberbayern
(Grundschule)
Thelottstr. 20
80933 München
Justus-von-Liebig-Volksschule Heufeld, Oberbayern
(Grund- und Hauptschule)
Hans-Scheibmaier-Str. 2-10
83052 Bruckmühl Heufeld
Volksschule Esting, Oberbayern
(Grundschule)
Schloßstr. 17
82140 Olching Esting
Volksschule Taufkirchen am Wald , Oberbayern
(Grundschule)
Pappelstr. 8
82024 Taufkirchen
Volksschule Polling, Oberbayern
(Grundschule)
Schillerstr. 4
84570 Polling
Volksschule München, Oberbayern
an der Burmesterstraße
(Grundschule)
Burmesterstr. 23
80939 München
St.-Peter-und-Paul-Volksschule Landshut, Niederbayern
(Grundschule)
Niedermayerstr. 14
84028 Landshut
Volksschule Rotthalmünster,Niederbayern
(Grundschule)
Franz-Gerauer-Straße 21
94094 Rotthalmünster
Ulrich-Schmidl-Volksschule Straubing, Niederbayern
(Grundschule)
Breslauer Straße 25
94315 Straubing
Jobst-vom-Brandt-Schule Waldershof, Oberpfalz
(Grund- und Hauptschule)
Ludwig-Hoffmann-Straße 2
95679 Waldershof
Volksschule Augsburg-Hochzoll-Süd, Schwaben
(Grundschule)
Höfatsstr. 27
86163 Augsburg
Volksschule Günzburg - Südost, Schwaben
(Grundschule)
Rebaystr. 13
89312 Günzburg
Volksschule Mindelheim, Schwaben
(Grundschule)
Schulstraße 4
87719 Mindelheim
Die Modellschulen sollen einen Querschnitt durch die Grundschullandschaft in Bayern darstellen.
Deshalb sind dabei
-sowohl kleine als auch große Schulen
-Schulen mit und ohne Erfahrung in der Jahrgangskombination
-Schulen mit hohem und geringem Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund.
Der Schulversuch wird an einigen Standorten in Ganztagesklassen und in Kooperationsklassen durchgeführt.
München, 22.02.2010 Heute haben in München Bayerns Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber und Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft und Vorstandsmitglied der Stiftung Bildungspakt Bayern, die 20 Modellschulen zur Flexiblen Grundschule und die Schwerpunkte der Arbeit der Stiftung Bildungspakt Bayern im Münchner Presseclub vorgestellt. In jedem Regierungsbezirk ist mindestens eine Schule am Modellversuch beteiligt - von Hof über München bis Mindelheim, von Hösbach über Nürnberg bis Straubing (Liste anhängend).
"Wir wollen die Grundschule im Freistaat künftig noch stärker als bisher auf das einzelne Kind hin abstimmen", so Kultusstaatssekretär Huber. "Das erste schulische Angebot wollen wir optimal an die individuelle Entwicklung der Schülerin und des Schülers anpassen". Fazit für die Stiftung Bildungspakt ist entsprechend: "Die Schule muss sich auf das Kind einstellen, nicht das Kind den Anforderungen der Schule genügen", betonte Huber.
"Deshalb wollen wir, dass die Kinder sich in ihrem individuellen Lerntempo die Grundfertigkeiten des Lesens, Schreibens und Rechnens zuverlässig aneignen, damit sie ihre Schullaufbahn auf einem soliden Fundament erfolgreich aufbauen können", konkretisiert der Staatssekretär die Zielrichtung. In der Praxis bedeutet dies, dass die ersten beiden Jahrgangsstufen in einer flexiblen Eingangsstufe organisiert werden. Diese kann ein, zwei oder drei Jahre umfassen. Die Grundschulzeit wird damit an den 20 Modellschulen zwischen drei und fünf Jahren dauern.
"Das Projekt "Flexible Grundschule" ist ein innovativer Ansatz, um in den ersten Schuljahren den unterschiedlichen Begabungen und Lernvoraussetzungen stärker gerecht zu werden und jedes einzelne Kind optimal zu fördern: flexibel, individuell, differenziert und deshalb kindgerecht", begründet Bertram Brossardt, der dem Vorstand der Stiftung angehört, die Förderung des Projekts.
In der Stiftung beteiligen sich 138 namhafte Wirtschaftsunternehmen und das Bayerische Kultusministerium. Diese Form der Private-Public-Partnership ist innerhalb Deutschlands einzigartig. Ca. 12,5 Millionen Euro hat diese erfolgreiche strategische Kooperation von Unternehmen und Staat seit ihrer Gründung in pädagogische Projekte investiert. "Das Kernanliegen, moderne Unterrichtsmethoden und neue Formen des Lernens an Bayerns Schulen zu fördern und zu etablieren, führte uns in der Stiftung Bildungspakt Bayern zusammen", fasste Dr. Huber die Gründungsmotivation im Jahr 2000 zusammen. "Die bayerischen Arbeitgeberverbände vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und VBM - Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e.V. übernehmen mit ihrem Engagement in der Stiftung Bildungspakt Bayern Verantwortung für eine zukunftsgerichtete Weiterentwicklung von Schulen. Die Stiftung ist ein "Think Tank" für die bayerische Schulpolitik und bietet eine leistungsfähige Plattform, um neue Bildungsansätze zu diskutieren und in der Praxis umzusetzen", ergänzte Bertram Brossardt.
Ganzheitliche und zukunftsorientierte Bildungsprozesse bilden die Basis für die Unterstützung von Projekten. Von den Projekten der Stiftung, darunter ein Dutzend Großprojekte, gingen in den vergangenen zehn Jahren wichtige Impulse für die Schulentwicklung in Bayern aus.
Mit dem Wissen, dass die frühe Förderung von Kindern das entscheidende Fundament legt, entwickelte die Stiftung Modelle für einen fließenden Übergang vom lernenden Spielen zum spielerischen Lernen. Ein weiteres Anliegen ist die nachhaltige Kompetenz- und Persönlichkeitsentwicklung durch eine individuelle Förderung, die besonders auf den Stärken der Schülerinnen und Schüler aufbaut. Auf schulorganisatorischer Ebene will die Stiftung insbesondere die Freiheit und Eigenverantwortung der Schulen stärken, die Entwicklung kreativer, schulspezifischer Lösungen fördern und moderne Führungsstrukturen etablieren.
Weitere Informationen zur Stiftung und ihren Projekten über www.bildungspakt-bayern.de.
Am Modellprojekt "Flexible Grundschule" nehmen diese Grundschulen teil:
Anger-Volksschule Hof, Oberfranken
(Grundschule)
Leimitzer Querfeldweg 6
95028 Hof
Volksschule Küps, Oberfranken
(Grund- und Hauptschule)
Am Hirtengraben 7
96328 Küps
Volksschule Hösbach-Winzenhohl, Unterfranken
(Grundschule)
Ellerstr. 2
63768 Hösbach Winzenhohl
Volksschule Wartmannsroth, Unterfranken
(Grundschule)
Gerstenberg 8
97797 Wartmannsroth Dittlofsroda
Volksschule Fürth, Hans-Sachs-Straße, Mittelfranken
(Grundschule)
Hans-Sachs-Str. 30
90765 Fürth
Volksschule Nürnberg St. Leonhard, Mittelfranken
(Grundschule)
Schweinauer Str. 20
90439 Nürnberg
Volksschule Nürnberg, Mittelfranken
Erich-Kästner-Schule
(Grundschule)
Eichstätter Str. 11
90453 Nürnberg
Volksschule München an der Thelottstraße, Oberbayern
(Grundschule)
Thelottstr. 20
80933 München
Justus-von-Liebig-Volksschule Heufeld, Oberbayern
(Grund- und Hauptschule)
Hans-Scheibmaier-Str. 2-10
83052 Bruckmühl Heufeld
Volksschule Esting, Oberbayern
(Grundschule)
Schloßstr. 17
82140 Olching Esting
Volksschule Taufkirchen am Wald , Oberbayern
(Grundschule)
Pappelstr. 8
82024 Taufkirchen
Volksschule Polling, Oberbayern
(Grundschule)
Schillerstr. 4
84570 Polling
Volksschule München, Oberbayern
an der Burmesterstraße
(Grundschule)
Burmesterstr. 23
80939 München
St.-Peter-und-Paul-Volksschule Landshut, Niederbayern
(Grundschule)
Niedermayerstr. 14
84028 Landshut
Volksschule Rotthalmünster,Niederbayern
(Grundschule)
Franz-Gerauer-Straße 21
94094 Rotthalmünster
Ulrich-Schmidl-Volksschule Straubing, Niederbayern
(Grundschule)
Breslauer Straße 25
94315 Straubing
Jobst-vom-Brandt-Schule Waldershof, Oberpfalz
(Grund- und Hauptschule)
Ludwig-Hoffmann-Straße 2
95679 Waldershof
Volksschule Augsburg-Hochzoll-Süd, Schwaben
(Grundschule)
Höfatsstr. 27
86163 Augsburg
Volksschule Günzburg - Südost, Schwaben
(Grundschule)
Rebaystr. 13
89312 Günzburg
Volksschule Mindelheim, Schwaben
(Grundschule)
Schulstraße 4
87719 Mindelheim
Die Modellschulen sollen einen Querschnitt durch die Grundschullandschaft in Bayern darstellen.
Deshalb sind dabei
-sowohl kleine als auch große Schulen
-Schulen mit und ohne Erfahrung in der Jahrgangskombination
-Schulen mit hohem und geringem Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund.
Der Schulversuch wird an einigen Standorten in Ganztagesklassen und in Kooperationsklassen durchgeführt.
Artikel:
Philologen-Verband: Deutsche PISA-Daten 2006 sprechen eindeutig gegen sechsjährige Grundschule
Meidinger: Brandenburg ist in Sachen Bildungsgerechtigkeit das "schwarze Schaf" in Deutschland
Berlin, 08.02.2010 Gegen die immer wieder von Bildungspolitikern und auch in einigen Medien wiederholte Behauptung, die PISA-Daten unterstützten eine Verlängerung der Grundschuldauer, hat sich der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes (DPhV), Heinz-Peter Meidinger, in Berlin anhand aktueller PISA-Vergleichsuntersuchungen gewandt.
Dabei erinnerte er daran, dass gerade diese These bei den Verhandlungen um die verpflichtende Einführung der Primarstufe von den Reformbefürwortern immer wieder bemüht werde. Der Verbandschef verwies darauf, dass bei der Veröffentlichung der Ergebnisse von PISA 2006 erstmals auch ein Vergleich zwischen den Bundesländern vorgelegt worden sei, der die Veränderungen hinsichtlich sozialer Disparitäten bei Kompetenzerwerb und Bildungs-beteiligung im Zeitraum zwischen PISA 2000 und PISA 2006 dokumentiere. Dies seien die wichtigsten Kenngrößen für den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg, also für Bildungsgerechtigkeit in Deutschland.
"Ein Blick auf das einzige Bundesland, das in diesem Zeitraum eine verpflichtende sechsjährige Grundschule eingeführt hatte, Brandenburg, fördert Erstaunliches zutage. Nicht nur, dass sich in Brandenburg der Zusammenhang zwischen sozialer Schicht und Bildungserfolg (Steigung des sozialen Gradienten) im Berichtszeitraum 'signifikant' erhöht hat, auch in der Lesekompetenz konnte eine 'tendenzielle Zunahme der sozialen Unterschiede' festgestellt werden. Das Autorenteam um Prof. Baumert stellt in dieser Vergleichsuntersuchung außerdem fest, dass sich deutschlandweit lediglich in Brandenburg der 'Gymnasialanteil für Schülerinnen und Schüler der oberen Dienstklasse statistisch bedeutsam erhöht' habe. In keinem Bundesland mit vierjähriger Grundschule liegt außerdem die Gymnasialbeteiligung von Oberschichtkindern so hoch wie in Brandenburg, nämlich bei 63 Prozent", betonte Meidinger.
Der DPhV-Vorsitzende bemühte auch die in dieser Vergleichsuntersuchung dargestellten Daten für die Chance eines Arbeiterkindes im Vergleich zu Kindern aus der oberen Dienstklasse, das Gymnasium zu besuchen.
Diese Chancen hätten sich von 2000 bis 2006 bei gleicher Lesekompetenzstufe in Brandenburg von 1 : 1,9 auf 1 : 4,3 verschlechtert. Damit gehöre Brandenburg nicht nur zu den drei Ländern mit den schlechtesten Aussichten für Arbeiterkinder, ein Gymnasium zu besuchen, sondern stelle auch den absoluten Negativrekord auf, was die Verschlechterung der sozialen Chancengerechtigkeit im Vergleichszeitraum betrifft (minus 2,4), während sich beispielsweise Bayern um den Faktor 3,8 verbessern konnte.
Meidinger zog folgendes Resümee: "Auch wenn es sicher unzulässig ist, die Zunahme der Bildungsungerechtigkeit in Brandenburg allein auf die längere Grundschulzeit zu schieben, welche viele bildungsinteressierte Eltern offensichtlich dazu antreibt, sich noch intensiver um den Bildungserfolg ihrer Kinder zu kümmern, kann man doch feststellen, dass eine längere Grundschulzeit in Deutschland keinerlei positiven Effekte hinsichtlich mehr sozialer Chancengerechtigkeit bzw. größerer Leistungsstärke hat. Im Gegenteil: Die soziale Schere geht weiter auf! Brandenburg mit seiner längeren Grundschulzeit ist das schwarze Schaf in Sachen Bildungsgerechtigkeit in Deutschland."
Der DPhV-Bundesvorsitzende plädierte deshalb nachdrücklich dafür, von einer verpflichtenden zwangsweisen Einführung der Primarschule in Hamburg in jedem Fall abzusehen, sondern stattdessen nach einem angemessenen Zeitraum die Ergebnisse der freiwilligen Starterschulen intensiv zu evaluieren. "Verfehlte Schnellschuss-Experimente der Bildungspolitik auf Kosten der Kinder als wehrlose Versuchskaninchen haben wir in Deutschland schon genug gehabt!", sagte Meidinger.
Berlin, 08.02.2010 Gegen die immer wieder von Bildungspolitikern und auch in einigen Medien wiederholte Behauptung, die PISA-Daten unterstützten eine Verlängerung der Grundschuldauer, hat sich der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes (DPhV), Heinz-Peter Meidinger, in Berlin anhand aktueller PISA-Vergleichsuntersuchungen gewandt.
Dabei erinnerte er daran, dass gerade diese These bei den Verhandlungen um die verpflichtende Einführung der Primarstufe von den Reformbefürwortern immer wieder bemüht werde. Der Verbandschef verwies darauf, dass bei der Veröffentlichung der Ergebnisse von PISA 2006 erstmals auch ein Vergleich zwischen den Bundesländern vorgelegt worden sei, der die Veränderungen hinsichtlich sozialer Disparitäten bei Kompetenzerwerb und Bildungs-beteiligung im Zeitraum zwischen PISA 2000 und PISA 2006 dokumentiere. Dies seien die wichtigsten Kenngrößen für den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg, also für Bildungsgerechtigkeit in Deutschland.
"Ein Blick auf das einzige Bundesland, das in diesem Zeitraum eine verpflichtende sechsjährige Grundschule eingeführt hatte, Brandenburg, fördert Erstaunliches zutage. Nicht nur, dass sich in Brandenburg der Zusammenhang zwischen sozialer Schicht und Bildungserfolg (Steigung des sozialen Gradienten) im Berichtszeitraum 'signifikant' erhöht hat, auch in der Lesekompetenz konnte eine 'tendenzielle Zunahme der sozialen Unterschiede' festgestellt werden. Das Autorenteam um Prof. Baumert stellt in dieser Vergleichsuntersuchung außerdem fest, dass sich deutschlandweit lediglich in Brandenburg der 'Gymnasialanteil für Schülerinnen und Schüler der oberen Dienstklasse statistisch bedeutsam erhöht' habe. In keinem Bundesland mit vierjähriger Grundschule liegt außerdem die Gymnasialbeteiligung von Oberschichtkindern so hoch wie in Brandenburg, nämlich bei 63 Prozent", betonte Meidinger.
Der DPhV-Vorsitzende bemühte auch die in dieser Vergleichsuntersuchung dargestellten Daten für die Chance eines Arbeiterkindes im Vergleich zu Kindern aus der oberen Dienstklasse, das Gymnasium zu besuchen.
Diese Chancen hätten sich von 2000 bis 2006 bei gleicher Lesekompetenzstufe in Brandenburg von 1 : 1,9 auf 1 : 4,3 verschlechtert. Damit gehöre Brandenburg nicht nur zu den drei Ländern mit den schlechtesten Aussichten für Arbeiterkinder, ein Gymnasium zu besuchen, sondern stelle auch den absoluten Negativrekord auf, was die Verschlechterung der sozialen Chancengerechtigkeit im Vergleichszeitraum betrifft (minus 2,4), während sich beispielsweise Bayern um den Faktor 3,8 verbessern konnte.
Meidinger zog folgendes Resümee: "Auch wenn es sicher unzulässig ist, die Zunahme der Bildungsungerechtigkeit in Brandenburg allein auf die längere Grundschulzeit zu schieben, welche viele bildungsinteressierte Eltern offensichtlich dazu antreibt, sich noch intensiver um den Bildungserfolg ihrer Kinder zu kümmern, kann man doch feststellen, dass eine längere Grundschulzeit in Deutschland keinerlei positiven Effekte hinsichtlich mehr sozialer Chancengerechtigkeit bzw. größerer Leistungsstärke hat. Im Gegenteil: Die soziale Schere geht weiter auf! Brandenburg mit seiner längeren Grundschulzeit ist das schwarze Schaf in Sachen Bildungsgerechtigkeit in Deutschland."
Der DPhV-Bundesvorsitzende plädierte deshalb nachdrücklich dafür, von einer verpflichtenden zwangsweisen Einführung der Primarschule in Hamburg in jedem Fall abzusehen, sondern stattdessen nach einem angemessenen Zeitraum die Ergebnisse der freiwilligen Starterschulen intensiv zu evaluieren. "Verfehlte Schnellschuss-Experimente der Bildungspolitik auf Kosten der Kinder als wehrlose Versuchskaninchen haben wir in Deutschland schon genug gehabt!", sagte Meidinger.
Grundschullehrer/innen sollen acht Semester studieren
Stuttgart, 02.02.2010 Der Landeselternbeirat, die Bildungsgewerkschaft GEW und der Grundschulverband setzen sich für eine Aufwertung der Grundschullehrer/innen-Ausbildung ein. Die angehenden Lehrer/innen für die jüngsten Schüler/innen in Baden-Württemberg sollen wie die Pädagog/innen an Haupt- und Realschulen acht Semester an den Pädagogischen Hochschulen studieren.
Die Landesregierung Baden-Württemberg bereitet für das Wintersemester 2010/11 an den Pädagogischen Hochschulen die Veränderung der Ausbildung von Grund- und Hauptschullehrer/innen vor. Während für das neue Lehramt für Hauptschulen eine Regelstudienzeit von acht Semestern wie bei den Realschulen geplant ist, droht für die angehenden Lehrer/innen an den Grundschulen eine kürzere Ausbildung. In anderen Bundesländern studieren Grundschullehrer/innen zwischen acht und zehn Semester.
"Kinder in Grundschulklassen liegen in ihrer Entwicklung oft um bis zu vier Jahre auseinander. Die Vielfalt der Kinder in der Grundschule erfordert einen differenzierten Unterricht. Dafür brauchen wir bestens ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer", sagte am Dienstag (02.02.) in Stuttgart Prof. Erika Brinkmann, stv. Vorsitzende des Grundschulverbands Baden-Württemberg. Der Grundschulverband will durch die längere Studiendauer auch erreichen, dass mehr junge Männer diesen Beruf wählen.
"Für Grundschullehrkräfte ist es wichtig, auf viele Fragen der Kinder Antworten zu haben und ein hohes Maß an Weltwissen zu besitzen. Daher brauchen die Studierenden neben ihrem Pflichtenkatalog Zeit, um sich als Persönlichkeit weiterzubilden. Ein guter Lehrer ist nicht unbedingt derjenige, der in der Mindeststudienzeit seine Scheine abgearbeitet hat, sondern ein ganzheitlich gebildeter und geprägter Mensch", sagte die Landeselternbeiratsvorsitzende Christiane Staab.
Die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßt eine Neuordnung des Lehrerstudiums und die Orientierung am Alter der Schüler/innen. "Wir brauchen keine Ausbildung für einzelne Schularten, und auch eine stärkere Verzahnung der Ausbildung für Kindertageseinrichtungen und Grundschulen ist sinnvoll. Aber es darf nicht der Grundsatz gelten, je jünger die Kinder, desto kürzer ist die Ausbildung und Bezahlung der Pädagoginnen und Pädagogen. Am Anfang werden die entscheidenden Grundlagen für die Entwicklung der Kinder gelegt, deshalb brauchen wir die beste Ausbildung, um auch die besten Abiturienten für diesen Beruf gewinnen zu können", sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
30.000 Lehramtsstudierende in Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg gibt es sechs Pädagogische Hochschulen, neun Universitäten, fünf Musik- und zwei Kunsthochschulen. Im Wintersemester 2008/09 waren dort fast 30.000 Studierende in Lehramtsstudiengängen eingeschrieben. 16.244 studieren an Pädagogischen Hochschulen für die Lehrämter an Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulen. Von den angehenden 9.987 Grund- und Hauptschullehrer/innen sind 8.264 Frauen.
OECD zur Lehrerausbildung
"Die starke Fragmentierung nach Schularten und Fächern ist einer der Hauptschwachpunkte des gesetzlichen Rahmens für die Ausbildung und die Beschäftigung von Lehrkräften in Deutschland. Wir sehen zahlreiche Beispiele für isolierte Operationen in Bereichen, wo Integration nicht nur zu einem effizienteren Ressourceneinsatz führen, sondern vermutlich auch für einen besseren fachlichen Inhalt sorgen könnte."
10 Semester Lehrerstudium
Experten empfehlen bei der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen in der Lehrerbildung eine einheitliche Studiendauer von zehn Semestern (300 ECTS-Punkte) vorzusehen.
Stuttgart, 02.02.2010 Der Landeselternbeirat, die Bildungsgewerkschaft GEW und der Grundschulverband setzen sich für eine Aufwertung der Grundschullehrer/innen-Ausbildung ein. Die angehenden Lehrer/innen für die jüngsten Schüler/innen in Baden-Württemberg sollen wie die Pädagog/innen an Haupt- und Realschulen acht Semester an den Pädagogischen Hochschulen studieren.
Die Landesregierung Baden-Württemberg bereitet für das Wintersemester 2010/11 an den Pädagogischen Hochschulen die Veränderung der Ausbildung von Grund- und Hauptschullehrer/innen vor. Während für das neue Lehramt für Hauptschulen eine Regelstudienzeit von acht Semestern wie bei den Realschulen geplant ist, droht für die angehenden Lehrer/innen an den Grundschulen eine kürzere Ausbildung. In anderen Bundesländern studieren Grundschullehrer/innen zwischen acht und zehn Semester.
"Kinder in Grundschulklassen liegen in ihrer Entwicklung oft um bis zu vier Jahre auseinander. Die Vielfalt der Kinder in der Grundschule erfordert einen differenzierten Unterricht. Dafür brauchen wir bestens ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer", sagte am Dienstag (02.02.) in Stuttgart Prof. Erika Brinkmann, stv. Vorsitzende des Grundschulverbands Baden-Württemberg. Der Grundschulverband will durch die längere Studiendauer auch erreichen, dass mehr junge Männer diesen Beruf wählen.
"Für Grundschullehrkräfte ist es wichtig, auf viele Fragen der Kinder Antworten zu haben und ein hohes Maß an Weltwissen zu besitzen. Daher brauchen die Studierenden neben ihrem Pflichtenkatalog Zeit, um sich als Persönlichkeit weiterzubilden. Ein guter Lehrer ist nicht unbedingt derjenige, der in der Mindeststudienzeit seine Scheine abgearbeitet hat, sondern ein ganzheitlich gebildeter und geprägter Mensch", sagte die Landeselternbeiratsvorsitzende Christiane Staab.
Die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßt eine Neuordnung des Lehrerstudiums und die Orientierung am Alter der Schüler/innen. "Wir brauchen keine Ausbildung für einzelne Schularten, und auch eine stärkere Verzahnung der Ausbildung für Kindertageseinrichtungen und Grundschulen ist sinnvoll. Aber es darf nicht der Grundsatz gelten, je jünger die Kinder, desto kürzer ist die Ausbildung und Bezahlung der Pädagoginnen und Pädagogen. Am Anfang werden die entscheidenden Grundlagen für die Entwicklung der Kinder gelegt, deshalb brauchen wir die beste Ausbildung, um auch die besten Abiturienten für diesen Beruf gewinnen zu können", sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
30.000 Lehramtsstudierende in Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg gibt es sechs Pädagogische Hochschulen, neun Universitäten, fünf Musik- und zwei Kunsthochschulen. Im Wintersemester 2008/09 waren dort fast 30.000 Studierende in Lehramtsstudiengängen eingeschrieben. 16.244 studieren an Pädagogischen Hochschulen für die Lehrämter an Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulen. Von den angehenden 9.987 Grund- und Hauptschullehrer/innen sind 8.264 Frauen.
OECD zur Lehrerausbildung
"Die starke Fragmentierung nach Schularten und Fächern ist einer der Hauptschwachpunkte des gesetzlichen Rahmens für die Ausbildung und die Beschäftigung von Lehrkräften in Deutschland. Wir sehen zahlreiche Beispiele für isolierte Operationen in Bereichen, wo Integration nicht nur zu einem effizienteren Ressourceneinsatz führen, sondern vermutlich auch für einen besseren fachlichen Inhalt sorgen könnte."
10 Semester Lehrerstudium
Experten empfehlen bei der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen in der Lehrerbildung eine einheitliche Studiendauer von zehn Semestern (300 ECTS-Punkte) vorzusehen.
Verlängerung der Grundschulzeit pädagogisch unverantwortlich: Große Nachteile für leistungsstarke wie leistungsschwache Schüler
München, 12.11.2009 "Die Verlängerung der Grundschulzeit ist pädagogischer Unsinn und widerspricht den Erkenntnissen der Wissenschaft sowie den Erfahrungen von Lehrkräften, die täglich mit den Kindern in der Grundschule arbeiten." Mit diesen Worten kommentiert Anton Huber, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbandes (brlv), nach einer Vorstandssitzung die laufenden Bestrebungen, auch in Bayern die Grundschulzeit zunächst bis in die 5. oder gar 6. Klasse hinein zu verlängern.
Damit würden nach Huber Talente vergeudet, die leistungsstarken Schüler würden unterfordert, die leistungsschwachen Schüler überfordert - und das noch länger als bisher bereits. Denn viele Grundschullehrkräfte beklagen bei der Einschulung einen sich von Jahr zu Jahr vergrößernden Unterschied in der vorgelagerten Förderung. Huber weiter: "Wenn die Heterogenität steigt, kann die Antwort darauf doch nicht ernsthaft eine noch längere gemeinsame Schulzeit sein, die leistungsstarke Schüler bremst und laut wissenschaftlicher Befunde in wenigen Jahren zu nicht mehr aufholbaren Defiziten von ein bis zwei Schuljahren führt."
Die Bewertung aller Initiativen für eine längere gemeinsame Schulzeit, für eine Freigabe des Elternwillens und für eine gleiche Lehrerausbildung durch den brlv-Vorstand ist klar: Man möchte über die Hintertüre häppchenweise die Gesamtschule einführen - nun indem man die Grundschule mit weiteren Jahrgangsstufen ausbaut und für die Gesamtschulideologie missbraucht. Der Übertritt nach Leistungskriterien wird dann lediglich auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, bis man schließlich die so genannte "Selektion" beim Übergang ins Berufsleben hat, wie beispielsweise in Frankreich. Die Bildungsqualität ist dann dahin, die Jugendarbeitslosigkeit bei 25 %. Wer das will, handelt unverantwortlich.
Ärgerlich sei in diesem Zusammenhang auch, dass mit pädagogischen Anliegen fortwährend standespolitische Forderungen verknüpft werden. Darin sei die wahre Motivation der Gesamtschulbefürworter erkennbar, schließt Huber.
Bayerischer Realschullehrerverband
Vorsitzender: Anton Huber
Handy 0171/8 29 01 93
brlv-Presse:
Stefanie Kretzschmar
Handy 0177 / 8 23 83 37
Karin Springl
Handy 0160 / 7 17 85 66
Dachauer Str. 44 b
80335 München
Tel. 089/55 38 76
Fax 089/55 38 19
www.brlv.de
info@brlv.de
München, 12.11.2009 "Die Verlängerung der Grundschulzeit ist pädagogischer Unsinn und widerspricht den Erkenntnissen der Wissenschaft sowie den Erfahrungen von Lehrkräften, die täglich mit den Kindern in der Grundschule arbeiten." Mit diesen Worten kommentiert Anton Huber, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbandes (brlv), nach einer Vorstandssitzung die laufenden Bestrebungen, auch in Bayern die Grundschulzeit zunächst bis in die 5. oder gar 6. Klasse hinein zu verlängern.
Damit würden nach Huber Talente vergeudet, die leistungsstarken Schüler würden unterfordert, die leistungsschwachen Schüler überfordert - und das noch länger als bisher bereits. Denn viele Grundschullehrkräfte beklagen bei der Einschulung einen sich von Jahr zu Jahr vergrößernden Unterschied in der vorgelagerten Förderung. Huber weiter: "Wenn die Heterogenität steigt, kann die Antwort darauf doch nicht ernsthaft eine noch längere gemeinsame Schulzeit sein, die leistungsstarke Schüler bremst und laut wissenschaftlicher Befunde in wenigen Jahren zu nicht mehr aufholbaren Defiziten von ein bis zwei Schuljahren führt."
Die Bewertung aller Initiativen für eine längere gemeinsame Schulzeit, für eine Freigabe des Elternwillens und für eine gleiche Lehrerausbildung durch den brlv-Vorstand ist klar: Man möchte über die Hintertüre häppchenweise die Gesamtschule einführen - nun indem man die Grundschule mit weiteren Jahrgangsstufen ausbaut und für die Gesamtschulideologie missbraucht. Der Übertritt nach Leistungskriterien wird dann lediglich auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, bis man schließlich die so genannte "Selektion" beim Übergang ins Berufsleben hat, wie beispielsweise in Frankreich. Die Bildungsqualität ist dann dahin, die Jugendarbeitslosigkeit bei 25 %. Wer das will, handelt unverantwortlich.
Ärgerlich sei in diesem Zusammenhang auch, dass mit pädagogischen Anliegen fortwährend standespolitische Forderungen verknüpft werden. Darin sei die wahre Motivation der Gesamtschulbefürworter erkennbar, schließt Huber.
Bayerischer Realschullehrerverband
Vorsitzender: Anton Huber
Handy 0171/8 29 01 93
brlv-Presse:
Stefanie Kretzschmar
Handy 0177 / 8 23 83 37
Karin Springl
Handy 0160 / 7 17 85 66
Dachauer Str. 44 b
80335 München
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Fax 089/55 38 19
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info@brlv.de
BLLV sammelte von Februar bis Juli über 100.000 Unterschriften / Präsident Klaus Wenzel: "Politik muss das Engagement Tausender ernst nehmen"
München, 10.11.2009 Am Donnerstag wird sich der Bayerische Landtag mit der größten bildungspolitischen Petition seit Veröffentlichung der ersten Pisa-Studie 2001 befassen. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) hatte von Februar bis Juli dieses Jahres im Rahmen seiner Grundschulaktion "Grundschule ganz STARK - Unsere Kleinen ganz GROSS" weit über 100.000 Unterschriften für Verbesserungen im Grundschulbereich gesammelt. Die Unterzeichner fordern mehr Förderung, kleinere Klassen und Gruppen, gleiche Besoldung für alle Lehrer, eine bessere Lehrerbildung, die freie Schulwahlentscheidung - vor allem aber eine längere gemeinsame Schulzeit.
Die Grundschulkampagne wurde von zahleichen landesweit stattfindenden Veranstaltungen und Aktionen begleitet, an denen tausende Eltern, Großeltern, Lehrer und Schulleiter teilgenommen hatten. "Wir erwarten mit Spannung, wie der Landtag mit dieser Petition verfahren wird", betonte BLLV-Präsident Klaus Wenzel im Vorfeld der Landtagssitzung. Der BLLV erwartet zahlreiche Unterstützer/innen, die der Sitzung beiwohnen werden. Auch Wenzel wird mit Verbandskollegin und Leiterin der Grundschulaktion, Simone Fleischmann, vor Ort sein, beide werden für eine Stellungnahme zur Verfügung stehen. Die Petition soll um 9.15 Uhr aufgerufen werden, die Sitzung findet im Konferenzsaal statt.
"Die hohe Beteiligung in relativ kurzer Zeit ist ein beeindruckender Beleg dafür, dass Bürgerinnen und Bürger Schulpolitik gestalten wollen", sagte Wenzel. "Wenn sich Tausende über viele Wochen hinweg engagieren und sich auch aktiv für Verbesserungen einsetzen, darf die Politik nicht einfach zur Tagesordnung übergehen." Die Politik sollte die Botschaft nicht nur hören, sondern als Ermutigung für grundlegende Reformen im Bildungsbereich verstehen. "Viele Menschen haben kein Verständnis mehr für die bildungspolitische Blockadehaltung, die auf dem Rücken ihrer Kinder ausgetragen wird. Sie haben es satt, Kinder in der Grundschule leiden zu sehen."
Wenzel und Fleischmann stellten fest, dass sich viele Menschen in Bayern mit den zentralen Forderungen des BLLV nach mehr Förderung, kleineren Klassen und einer freien Schulwahlentscheidung solidarisiert haben. Auch die angemahnten Verbesserungen in der Lehrerausbildung halten viele für bitter nötig, genauso wie die Gleichbehandlung aller Lehrkräfte. "Besonders freut uns aber, dass unser Ziel, in Bayern eine längere gemeinsame Schulzeit für alle Kinder durchzusetzen, von vielen mit getragen wird", erklärten beide. "Wir fühlen uns gerade auch in dieser zentralen Forderung von vielen unterstützt. Viele Eltern und viele Lehrer/innen wünschen sich ein Ende des Übertrittsdrucks, weil sie wissen, dass dabei emotionale Fähigkeiten ins Hintertreffen geraten, der Leistungsdruck steigt, die Motivation sinkt und die Nachhilfe boomt." In der Petition heißt es dazu: "Die Auslese von neun- und zehnjährigen Kindern ist unverantwortlich. Sie demotiviert und lässt jährlich Zehntausende Kinder als Verlierer zurück." Das belaste das Familienklima und die Lernmotivation von Kindern.
Solange die Grundschule nur vier Jahre dauert, verlangen die Unterzeichner/innen der Petition eine grundlegende Vereinfachung des Übertrittsverfahrens. Danach sollen nach einem Beratungsgespräch mit dem Grundschullehrer bzw. der Grundschullehrerin die Eltern in eigener Verantwortung über die Schullaufbahn ihres Kindes entscheiden dürfen. Die Grundschulreform bezeichnete Wenzel als "hilflosen und zum Scheitern verurteilten Versuch, an einem kranken System herumzudoktern."
Mit der BLLV- Grundschulkampagne war und ist es gelungen, die Grundschule über Wochen und Monate hinweg in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit zu stellen. "Sie hat es verdient, denn keine Schulart wirkt sich so fundamental auf Bildungsbiografien aus", sagten Wenzel und Fleischmann.
Weitere Informationen zur Grundschulaktion sowie die Petition im Wortlaut unter grundschule.bllv.de
München, 10.11.2009 Am Donnerstag wird sich der Bayerische Landtag mit der größten bildungspolitischen Petition seit Veröffentlichung der ersten Pisa-Studie 2001 befassen. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) hatte von Februar bis Juli dieses Jahres im Rahmen seiner Grundschulaktion "Grundschule ganz STARK - Unsere Kleinen ganz GROSS" weit über 100.000 Unterschriften für Verbesserungen im Grundschulbereich gesammelt. Die Unterzeichner fordern mehr Förderung, kleinere Klassen und Gruppen, gleiche Besoldung für alle Lehrer, eine bessere Lehrerbildung, die freie Schulwahlentscheidung - vor allem aber eine längere gemeinsame Schulzeit.
Die Grundschulkampagne wurde von zahleichen landesweit stattfindenden Veranstaltungen und Aktionen begleitet, an denen tausende Eltern, Großeltern, Lehrer und Schulleiter teilgenommen hatten. "Wir erwarten mit Spannung, wie der Landtag mit dieser Petition verfahren wird", betonte BLLV-Präsident Klaus Wenzel im Vorfeld der Landtagssitzung. Der BLLV erwartet zahlreiche Unterstützer/innen, die der Sitzung beiwohnen werden. Auch Wenzel wird mit Verbandskollegin und Leiterin der Grundschulaktion, Simone Fleischmann, vor Ort sein, beide werden für eine Stellungnahme zur Verfügung stehen. Die Petition soll um 9.15 Uhr aufgerufen werden, die Sitzung findet im Konferenzsaal statt.
"Die hohe Beteiligung in relativ kurzer Zeit ist ein beeindruckender Beleg dafür, dass Bürgerinnen und Bürger Schulpolitik gestalten wollen", sagte Wenzel. "Wenn sich Tausende über viele Wochen hinweg engagieren und sich auch aktiv für Verbesserungen einsetzen, darf die Politik nicht einfach zur Tagesordnung übergehen." Die Politik sollte die Botschaft nicht nur hören, sondern als Ermutigung für grundlegende Reformen im Bildungsbereich verstehen. "Viele Menschen haben kein Verständnis mehr für die bildungspolitische Blockadehaltung, die auf dem Rücken ihrer Kinder ausgetragen wird. Sie haben es satt, Kinder in der Grundschule leiden zu sehen."
Wenzel und Fleischmann stellten fest, dass sich viele Menschen in Bayern mit den zentralen Forderungen des BLLV nach mehr Förderung, kleineren Klassen und einer freien Schulwahlentscheidung solidarisiert haben. Auch die angemahnten Verbesserungen in der Lehrerausbildung halten viele für bitter nötig, genauso wie die Gleichbehandlung aller Lehrkräfte. "Besonders freut uns aber, dass unser Ziel, in Bayern eine längere gemeinsame Schulzeit für alle Kinder durchzusetzen, von vielen mit getragen wird", erklärten beide. "Wir fühlen uns gerade auch in dieser zentralen Forderung von vielen unterstützt. Viele Eltern und viele Lehrer/innen wünschen sich ein Ende des Übertrittsdrucks, weil sie wissen, dass dabei emotionale Fähigkeiten ins Hintertreffen geraten, der Leistungsdruck steigt, die Motivation sinkt und die Nachhilfe boomt." In der Petition heißt es dazu: "Die Auslese von neun- und zehnjährigen Kindern ist unverantwortlich. Sie demotiviert und lässt jährlich Zehntausende Kinder als Verlierer zurück." Das belaste das Familienklima und die Lernmotivation von Kindern.
Solange die Grundschule nur vier Jahre dauert, verlangen die Unterzeichner/innen der Petition eine grundlegende Vereinfachung des Übertrittsverfahrens. Danach sollen nach einem Beratungsgespräch mit dem Grundschullehrer bzw. der Grundschullehrerin die Eltern in eigener Verantwortung über die Schullaufbahn ihres Kindes entscheiden dürfen. Die Grundschulreform bezeichnete Wenzel als "hilflosen und zum Scheitern verurteilten Versuch, an einem kranken System herumzudoktern."
Mit der BLLV- Grundschulkampagne war und ist es gelungen, die Grundschule über Wochen und Monate hinweg in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit zu stellen. "Sie hat es verdient, denn keine Schulart wirkt sich so fundamental auf Bildungsbiografien aus", sagten Wenzel und Fleischmann.
Weitere Informationen zur Grundschulaktion sowie die Petition im Wortlaut unter grundschule.bllv.de
Kultusstaatssekretär Huber stellt in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bildungspakt Bayern innovativen Modellversuch vor
München, 23.10.2009 "Die Startblöcke unserer Schülerinnen und Schüler stehen beim Eintritt in die Grundschule nicht alle nebeneinander an der Startlinie. Manche stehen bereits ein paar Meter weiter vor der Linie, andere ein paar Meter dahinter. Die Grundschule muss dies berücksichtigen und das erste schulische Angebot optimal an die Startposition des jeweiligen Kindes anpassen", betonte der Vorstandsvorsitzende des Bildungspaktes Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber heute anlässlich der Pressekonferenz ´Flexible Grundschule´.
Zu Beginn ihrer Schullaufbahn haben Kinder sehr unterschiedliche Ausgangsbedingungen: Elternhaus, Kindergarten, Migrationshintergrund, und vor allem der individuelle Entwicklungsstand sind nur einige der Faktoren, die zu unterschiedlichen Startchancen beitragen. "Die kindgerechte Schule begleitet die Mädchen und Buben auf ihrer individuellen Schullaufbahn. Sie unterstützt und fördert sie", so Staatssekretär Huber weiter.
Die Stiftung Bildungspakt Bayern initiiert deshalb gemeinsam mit dem Kultusministerium das Projekt "Flexible Grundschule": Die ersten beiden Jahrgangsstufen der bayerischen Grundschule sollen in einer Flexiblen Eingangsstufe organisiert werden, in der Klassen jahrgangskombiniert gebildet werden. Diese können die Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Begabung, ihrer Entwicklung und ihrer Vorbildung in einem individuellen Tempo zwischen einem und drei Jahren durchlaufen. Die unterschiedliche Verweildauer in der Eingangsstufe soll dabei keine Auswirkungen auf die Schulpflicht haben. Sie ist auch nicht mit dem traditionellen "Sitzenbleiben" gleichzusetzen. Am Ende der Eingangsstufe soll gewährleistet sein, dass jedes Kind, ob nach einem oder nach drei Jahren, flüssig lesen und schreiben kann sowie die Grundrechenarten im Zahlenraum bis 100 beherrscht. "Wenn unsere Kinder in der Schule positive Lernerfahrungen machen, erwerben sie Vertrauen in ihre eigenen Talente und Fähigkeiten. Dieses Vertrauen in die eigenen Stärken ist die Basis für eine erfolgreiche Schullaufbahn", fügt Huber hinzu.
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw und Mitglied im Vorstand der Stiftung Bildungspakt Bayern: "Kinder, die im Jahr 2010 eingeschult werden, stehen dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt je nach Schulabschluss zwischen 2019 und 2025 zur Verfügung. Es ist deshalb nötig, jetzt tätig zu werden. Talente aber auch Schwächen müssen frühzeitig erkannt und jedes einzelne Kind optimal gefördert werden. Das neue Projekt "Flexible Grundschule" ist ein innovativer und kindgerechter Ansatz, um in den ersten Schuljahren den unterschiedlichen Begabungen und Lernvoraussetzungen stärker gerecht zu werden."
Nationale und internationale Studien betonen, dass der sichere Erwerb von Grundkompetenzen in der Grundschule überragende Bedeutung für den weiteren Schul- und Lebensweg des Kindes hat. "Der Rohstoff Geist ist der einzige strategische Rohstoff über den Bayern verfügt," so Dr. Hermann Fußstetter, Mitglied im Vorstand der Stiftung Bildungspakt Bayern. Mit diesem Rohstoff müsse hochverantwortungsvoll umgegangen werden.
Ergänzt wird diese flexible Grundschulzeit durch eine enge Zusammenarbeit von Kindertagesstätten und Grundschulen unter verstärkter Einbindung der Eltern vor Ort. Diese ermöglicht eine nahtlose Fortsetzung des Bildungsprozesses in der Grundschule und eine optimale Koordination des Übergangs im Interesse des Kindes. Frau Landrätin Johanna Rumschöttel, Mitglied im Vorstand der Stiftung Bildungspakt Bayern, erklärt: "Das Projekt "Flexible Grundschule" nimmt endlich auch den Schultyp in den Blick, den ausnahmslos alle Schülerinnen und Schüler durchlaufen und wo der Grundstein der Bildung und des Lernens gesetzt wird: die Grundschule und mit ihr auch vorschulische Einrichtungen. Durch eine stärkere individuelle Förderung von Anfang an verspreche ich mir eine nachhaltige Wirkung auf die gesamte Schullaufbahn eines Kindes." Das Projekt wird im November 2009 gestartet. Ab September 2010 beginnt die konkrete Arbeit an den ca. 15-20 Modellschulen, wissenschaftlich begleitet und von der Stiftung Bildungspakt Bayern koordiniert. Die Modellphase ist auf 4 Jahre angesetzt.
München, 23.10.2009 "Die Startblöcke unserer Schülerinnen und Schüler stehen beim Eintritt in die Grundschule nicht alle nebeneinander an der Startlinie. Manche stehen bereits ein paar Meter weiter vor der Linie, andere ein paar Meter dahinter. Die Grundschule muss dies berücksichtigen und das erste schulische Angebot optimal an die Startposition des jeweiligen Kindes anpassen", betonte der Vorstandsvorsitzende des Bildungspaktes Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber heute anlässlich der Pressekonferenz ´Flexible Grundschule´.
Zu Beginn ihrer Schullaufbahn haben Kinder sehr unterschiedliche Ausgangsbedingungen: Elternhaus, Kindergarten, Migrationshintergrund, und vor allem der individuelle Entwicklungsstand sind nur einige der Faktoren, die zu unterschiedlichen Startchancen beitragen. "Die kindgerechte Schule begleitet die Mädchen und Buben auf ihrer individuellen Schullaufbahn. Sie unterstützt und fördert sie", so Staatssekretär Huber weiter.
Die Stiftung Bildungspakt Bayern initiiert deshalb gemeinsam mit dem Kultusministerium das Projekt "Flexible Grundschule": Die ersten beiden Jahrgangsstufen der bayerischen Grundschule sollen in einer Flexiblen Eingangsstufe organisiert werden, in der Klassen jahrgangskombiniert gebildet werden. Diese können die Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Begabung, ihrer Entwicklung und ihrer Vorbildung in einem individuellen Tempo zwischen einem und drei Jahren durchlaufen. Die unterschiedliche Verweildauer in der Eingangsstufe soll dabei keine Auswirkungen auf die Schulpflicht haben. Sie ist auch nicht mit dem traditionellen "Sitzenbleiben" gleichzusetzen. Am Ende der Eingangsstufe soll gewährleistet sein, dass jedes Kind, ob nach einem oder nach drei Jahren, flüssig lesen und schreiben kann sowie die Grundrechenarten im Zahlenraum bis 100 beherrscht. "Wenn unsere Kinder in der Schule positive Lernerfahrungen machen, erwerben sie Vertrauen in ihre eigenen Talente und Fähigkeiten. Dieses Vertrauen in die eigenen Stärken ist die Basis für eine erfolgreiche Schullaufbahn", fügt Huber hinzu.
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw und Mitglied im Vorstand der Stiftung Bildungspakt Bayern: "Kinder, die im Jahr 2010 eingeschult werden, stehen dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt je nach Schulabschluss zwischen 2019 und 2025 zur Verfügung. Es ist deshalb nötig, jetzt tätig zu werden. Talente aber auch Schwächen müssen frühzeitig erkannt und jedes einzelne Kind optimal gefördert werden. Das neue Projekt "Flexible Grundschule" ist ein innovativer und kindgerechter Ansatz, um in den ersten Schuljahren den unterschiedlichen Begabungen und Lernvoraussetzungen stärker gerecht zu werden."
Nationale und internationale Studien betonen, dass der sichere Erwerb von Grundkompetenzen in der Grundschule überragende Bedeutung für den weiteren Schul- und Lebensweg des Kindes hat. "Der Rohstoff Geist ist der einzige strategische Rohstoff über den Bayern verfügt," so Dr. Hermann Fußstetter, Mitglied im Vorstand der Stiftung Bildungspakt Bayern. Mit diesem Rohstoff müsse hochverantwortungsvoll umgegangen werden.
Ergänzt wird diese flexible Grundschulzeit durch eine enge Zusammenarbeit von Kindertagesstätten und Grundschulen unter verstärkter Einbindung der Eltern vor Ort. Diese ermöglicht eine nahtlose Fortsetzung des Bildungsprozesses in der Grundschule und eine optimale Koordination des Übergangs im Interesse des Kindes. Frau Landrätin Johanna Rumschöttel, Mitglied im Vorstand der Stiftung Bildungspakt Bayern, erklärt: "Das Projekt "Flexible Grundschule" nimmt endlich auch den Schultyp in den Blick, den ausnahmslos alle Schülerinnen und Schüler durchlaufen und wo der Grundstein der Bildung und des Lernens gesetzt wird: die Grundschule und mit ihr auch vorschulische Einrichtungen. Durch eine stärkere individuelle Förderung von Anfang an verspreche ich mir eine nachhaltige Wirkung auf die gesamte Schullaufbahn eines Kindes." Das Projekt wird im November 2009 gestartet. Ab September 2010 beginnt die konkrete Arbeit an den ca. 15-20 Modellschulen, wissenschaftlich begleitet und von der Stiftung Bildungspakt Bayern koordiniert. Die Modellphase ist auf 4 Jahre angesetzt.
BLLV startet erfolgreiche Protestaktion im Internet / Präsident Wenzel: "Massiver Druck an Grundschulen wird nicht abgebaut, sondern verstärkt"
München, 14.10.2009 "Die Reform muss schleunigst vom Tisch. Sie ist kinderfeindlich und kontraproduktiv!" Mit diesen Worten hat der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, im Vorfeld der heutigen Aktuellen Stunde im Bayerischen Landtag zur umstrittenen Grundschulreform die Position seines Verbandes noch einmal klar gemacht.
"Viele Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen sind fassungslos und sehen ihre pädagogische Freiheit gefährdet." Besonderes Ärgernis sei die Fixierung von Probe- und Lernphasen, die modernes Lernen verhindert. "Die Pädagogen fühlen sich vor vollendete Tatsachen gestellt und sollen eine Reform umsetzen, die sie ablehnen, weil sie ihrer pädagogischen Überzeugung fundamental widerspricht", erklärte Wenzel. Der massive Druck, der auf den Kindern laste, werde nicht abgebaut, sondern verstärkt und auf die Jahrgangsstufen drei bis fünf ausgedehnt. Wenzel appellierte erneut an das Kultusministerium, die Reform in ihrer jetzigen Form zurückzunehmen. "Die Grundschule muss zu einer kindgerechten Bildungseinrichtung werden, in der es vor allem um die individuelle Förderung und Unterstützung von Kindern gehen muss."
Wie groß der Protest und die Empörung in der Lehrerschaft sind, belegt eindrucksvoll eine Internetaktion, zu der der BLLV unmittelbar nach Bekanntwerden der Reformpläne aufgerufen hatte: In nur wenigen Tagen unterschrieb eine außerordentlich hohe Zahl bayerischer Lehrerinnen und Lehrer den Aufruf "Ich widerspreche" und unterzeichnete einen "Offenen Brief", der an das Kultusministerium und an die Bildungspolitischen Sprecher des Bayerischen Landtags adressiert ist. In dem Schreiben heißt es u. a. wörtlich:
"Wir protestieren gegen die neuen Übertrittsregelungen! Durch die jährliche verbindliche Fixierung von Prüfungs- und prüfungsfreien Phasen am Anfang des Schuljahres wird der differenzierte und schülerorientierte Lernrhythmus, der die Grundschule so erfolgreich macht, in Frage gestellt. Individuelle Lernphasen, projektorientierte Lernformen und eine flexible Stundengestaltung werden durch solche statische administrative Vorgaben erschwert. Die Problematik der frühen Auslese wird nicht entschärft, sondern noch weiter zugespitzt. Die Pädagogik hat keine Chance."
Der Aufruf des BLLV ist unter http://www.bllv.de/cms/index.php?id=4896 im Internet zu finden.
München, 14.10.2009 "Die Reform muss schleunigst vom Tisch. Sie ist kinderfeindlich und kontraproduktiv!" Mit diesen Worten hat der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, im Vorfeld der heutigen Aktuellen Stunde im Bayerischen Landtag zur umstrittenen Grundschulreform die Position seines Verbandes noch einmal klar gemacht.
"Viele Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen sind fassungslos und sehen ihre pädagogische Freiheit gefährdet." Besonderes Ärgernis sei die Fixierung von Probe- und Lernphasen, die modernes Lernen verhindert. "Die Pädagogen fühlen sich vor vollendete Tatsachen gestellt und sollen eine Reform umsetzen, die sie ablehnen, weil sie ihrer pädagogischen Überzeugung fundamental widerspricht", erklärte Wenzel. Der massive Druck, der auf den Kindern laste, werde nicht abgebaut, sondern verstärkt und auf die Jahrgangsstufen drei bis fünf ausgedehnt. Wenzel appellierte erneut an das Kultusministerium, die Reform in ihrer jetzigen Form zurückzunehmen. "Die Grundschule muss zu einer kindgerechten Bildungseinrichtung werden, in der es vor allem um die individuelle Förderung und Unterstützung von Kindern gehen muss."
Wie groß der Protest und die Empörung in der Lehrerschaft sind, belegt eindrucksvoll eine Internetaktion, zu der der BLLV unmittelbar nach Bekanntwerden der Reformpläne aufgerufen hatte: In nur wenigen Tagen unterschrieb eine außerordentlich hohe Zahl bayerischer Lehrerinnen und Lehrer den Aufruf "Ich widerspreche" und unterzeichnete einen "Offenen Brief", der an das Kultusministerium und an die Bildungspolitischen Sprecher des Bayerischen Landtags adressiert ist. In dem Schreiben heißt es u. a. wörtlich:
"Wir protestieren gegen die neuen Übertrittsregelungen! Durch die jährliche verbindliche Fixierung von Prüfungs- und prüfungsfreien Phasen am Anfang des Schuljahres wird der differenzierte und schülerorientierte Lernrhythmus, der die Grundschule so erfolgreich macht, in Frage gestellt. Individuelle Lernphasen, projektorientierte Lernformen und eine flexible Stundengestaltung werden durch solche statische administrative Vorgaben erschwert. Die Problematik der frühen Auslese wird nicht entschärft, sondern noch weiter zugespitzt. Die Pädagogik hat keine Chance."
Der Aufruf des BLLV ist unter http://www.bllv.de/cms/index.php?id=4896 im Internet zu finden.
Lehrer fühlen sich übergangen und fordern Korrekturen / BLLV-Präsident Wenzel: "Verbindliche Festlegung von Probe- und Lernphasen konterkariert modernes Lernen"
München, 05.10.2009 Viele Grundschullehrerinnen und -lehrer reagieren fassungslos auf die Grundschulreform, die das Kultusministerium auf den Weg gebracht hat. "Sie sehen insbesondere in der Fixierung von Probe- und Lernphasen einen Angriff auf ihre pädagogische Freiheit und sind der Meinung, dass die Reform modernes Lernen verhindert", erklärte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, und kündigte Widerstand an.
"Der Eindruck erhärtet sich, dass sich die bayerische Schulpolitik mehr und mehr von einer Pädagogik verabschiedet, die die Bedürfnisse von Kindern in den Mittelpunkt stellt." Hinzu kommt, dass sich die Lehrerschaft von der Verwaltung des Kultusministeriums übergangen fühlt: "Viele Lehrkräfte empfinden die Vorgehensweise als restriktiv. Reformen werden ohne ihre Expertise entwickelt und sollen kritiklos umgesetzt werden. Mit der verbindlichen Festlegung von Probe- und Lernphasen wird der Lernrhythmus aller vierten Klassen in ganz Bayern fixiert. Individuelle Lernphasen, projektorientierte Lernformen oder flexible Stundengestaltung werden dadurch erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht. Mit einer kindgerechten Grundschule hat die Reform nichts zu tun, im Gegenteil, sie degradiert die Grundschule zu einer Einrichtung, die nur ein Ziel kennt: Die Vorbereitung auf den Übertritt!" Die Lehrer/innen fordern jetzt eine Reform der Reform unter Berücksichtigung anspruchsvoller pädagogischer Kriterien.
Wenzel verwies auf den "Deutschen Schulpreis": Alle preisgekrönten Schulen zeigen, was gute und moderne Schulen ausmacht. Sie werden demokratisch geführt, es gibt hohe Entscheidungskompetenzen, ein hohes Maß an Mitbestimmung und pädagogischer Freiheit. Die Reform des Kultusministeriums läuft in die entgegen gesetzte Richtung und untergräbt innovative Schulpolitik - verständlich, dass der Zorn bei den Grundschullehrerinnen und -lehrern immens ist."
Wenzel sieht sich in seiner kritischen Haltung vom kompletten Landesvorstand des BLLV, aber auch von der BLLV- Basis unterstützt: Schon in der BLLV- Grundschulstudie vom März 2009 hatten sich 63 % der Befragten gegen eine festgelegte Mindestzahl von Proben in der Jahrgangsstufe vier geäußert, weitere 13 % zeigten sich unentschlossen. 87 % sprachen sich für eine längere gemeinsame Schulzeit aus. Befragt wurden 2700 Grundschullehrer/innen aus ganz Bayern. Inzwischen haben sich Pädagogen aus allen bayerischen Bezirken an den BLLV gewandt und ihrer Bestürzung Ausdruck verliehen. Sie verlangen eine umgehende Korrektur der Reform.
"Wir wissen allerdings, dass es auch Eltern gibt, die die neue Regelung begrüßen, weil sie damit die Hoffnung verknüpfen, künftig mit ihren Kindern gezielt auf die jeweiligen Proben lernen zu können. Sie sehen darin eine Möglichkeit, die Chancen für den gewünschten Übertritt auf ein Gymnasium zu erhöhen", erklärte der BLLV- Präsident. "Hier wird pervertiertes Lernen auf die Spitze getrieben", betonte er, will aber den Eltern keinen Vorwurf machen: "Es muss jedem klar sein, warum sie sich so verhalten. Sie sind - genauso wie Schüler und Lehrer - Opfer eines Schulsystems, die sich auf Selektion und nicht auf Förderung konzentriert. Sie wissen, dass am Ende der vierten Klasse die Weichen für die Bildungsbiografie ihrer Kinder gestellt werden. Deshalb sind sie dankbar für Strukturen, die scheinbare Objektivität, Transparenz und Planbarkeit schaffen. Mit einem Lern- und Leistungsverständnis, das sich am Bedürfnis des Kindes orientiert, hat das nichts zu tun." Durch die Fixierung von Proben- und Lernphasen werde Unterricht künftig reglementiert. "Alles wird von außen verordnet, so dass Pädagogik eine untergeordnete Rolle spielt. So eine Schule können wir nicht wirklich wollen."
Darüber hinaus ist die Grundschulreform des Kultusministeriums "eine schallende Ohrfeige" für alle, die die Petition der BLLV- Grundschulaktion "Unsere Kleinen ganz GROSS" unterschrieben haben. Die über 100 000 Unterzeichner/innen hatten darin ihren Wunsch nach Verbesserungen an bayerischen Grundschulen bekräftigt und u .a. eine neue Lern- und Leistungskultur sowie eine längere gemeinsame Schulzeit gefordert. Erst im Juli wurde die Petition an den Bayerischen Landtag übergeben. Im Oktober steht sie auf der Tagesordnung. Mehr Infos unter www.grundschule.bllv.de.
München, 05.10.2009 Viele Grundschullehrerinnen und -lehrer reagieren fassungslos auf die Grundschulreform, die das Kultusministerium auf den Weg gebracht hat. "Sie sehen insbesondere in der Fixierung von Probe- und Lernphasen einen Angriff auf ihre pädagogische Freiheit und sind der Meinung, dass die Reform modernes Lernen verhindert", erklärte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, und kündigte Widerstand an.
"Der Eindruck erhärtet sich, dass sich die bayerische Schulpolitik mehr und mehr von einer Pädagogik verabschiedet, die die Bedürfnisse von Kindern in den Mittelpunkt stellt." Hinzu kommt, dass sich die Lehrerschaft von der Verwaltung des Kultusministeriums übergangen fühlt: "Viele Lehrkräfte empfinden die Vorgehensweise als restriktiv. Reformen werden ohne ihre Expertise entwickelt und sollen kritiklos umgesetzt werden. Mit der verbindlichen Festlegung von Probe- und Lernphasen wird der Lernrhythmus aller vierten Klassen in ganz Bayern fixiert. Individuelle Lernphasen, projektorientierte Lernformen oder flexible Stundengestaltung werden dadurch erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht. Mit einer kindgerechten Grundschule hat die Reform nichts zu tun, im Gegenteil, sie degradiert die Grundschule zu einer Einrichtung, die nur ein Ziel kennt: Die Vorbereitung auf den Übertritt!" Die Lehrer/innen fordern jetzt eine Reform der Reform unter Berücksichtigung anspruchsvoller pädagogischer Kriterien.
Wenzel verwies auf den "Deutschen Schulpreis": Alle preisgekrönten Schulen zeigen, was gute und moderne Schulen ausmacht. Sie werden demokratisch geführt, es gibt hohe Entscheidungskompetenzen, ein hohes Maß an Mitbestimmung und pädagogischer Freiheit. Die Reform des Kultusministeriums läuft in die entgegen gesetzte Richtung und untergräbt innovative Schulpolitik - verständlich, dass der Zorn bei den Grundschullehrerinnen und -lehrern immens ist."
Wenzel sieht sich in seiner kritischen Haltung vom kompletten Landesvorstand des BLLV, aber auch von der BLLV- Basis unterstützt: Schon in der BLLV- Grundschulstudie vom März 2009 hatten sich 63 % der Befragten gegen eine festgelegte Mindestzahl von Proben in der Jahrgangsstufe vier geäußert, weitere 13 % zeigten sich unentschlossen. 87 % sprachen sich für eine längere gemeinsame Schulzeit aus. Befragt wurden 2700 Grundschullehrer/innen aus ganz Bayern. Inzwischen haben sich Pädagogen aus allen bayerischen Bezirken an den BLLV gewandt und ihrer Bestürzung Ausdruck verliehen. Sie verlangen eine umgehende Korrektur der Reform.
"Wir wissen allerdings, dass es auch Eltern gibt, die die neue Regelung begrüßen, weil sie damit die Hoffnung verknüpfen, künftig mit ihren Kindern gezielt auf die jeweiligen Proben lernen zu können. Sie sehen darin eine Möglichkeit, die Chancen für den gewünschten Übertritt auf ein Gymnasium zu erhöhen", erklärte der BLLV- Präsident. "Hier wird pervertiertes Lernen auf die Spitze getrieben", betonte er, will aber den Eltern keinen Vorwurf machen: "Es muss jedem klar sein, warum sie sich so verhalten. Sie sind - genauso wie Schüler und Lehrer - Opfer eines Schulsystems, die sich auf Selektion und nicht auf Förderung konzentriert. Sie wissen, dass am Ende der vierten Klasse die Weichen für die Bildungsbiografie ihrer Kinder gestellt werden. Deshalb sind sie dankbar für Strukturen, die scheinbare Objektivität, Transparenz und Planbarkeit schaffen. Mit einem Lern- und Leistungsverständnis, das sich am Bedürfnis des Kindes orientiert, hat das nichts zu tun." Durch die Fixierung von Proben- und Lernphasen werde Unterricht künftig reglementiert. "Alles wird von außen verordnet, so dass Pädagogik eine untergeordnete Rolle spielt. So eine Schule können wir nicht wirklich wollen."
Darüber hinaus ist die Grundschulreform des Kultusministeriums "eine schallende Ohrfeige" für alle, die die Petition der BLLV- Grundschulaktion "Unsere Kleinen ganz GROSS" unterschrieben haben. Die über 100 000 Unterzeichner/innen hatten darin ihren Wunsch nach Verbesserungen an bayerischen Grundschulen bekräftigt und u .a. eine neue Lern- und Leistungskultur sowie eine längere gemeinsame Schulzeit gefordert. Erst im Juli wurde die Petition an den Bayerischen Landtag übergeben. Im Oktober steht sie auf der Tagesordnung. Mehr Infos unter www.grundschule.bllv.de.

