Login |  Mitglied werden!
Redaktion 18.02.2010
Bonn / Köln, 18.02.2010 Die Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, Barbara Sommer, und der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Manfred Kremer, werden am 18. März den diesjährigen "Weiterbildungs-Innovations-Preis" (WIP) verleihen. Mit dem WIP (www.bibb.de/wip) zeichnet das BIBB bereits zum zehnten Mal innovative und zukunftsweisende Konzepte der beruflichen und betrieblichen Weiterbildung aus.

Die WIP-Preisverleihung an sechs herausragende Projekte (Beginn: 15 Uhr, Halle 10, Stand A 090) ist einer der Höhepunkte der BIBB-Aktivitäten auf der Bildungsmesse "didacta 2010" in Köln. Vom 16. bis 20. März präsentiert sich das Bundesinstitut auf der größten Bildungsmesse Europas mit aktuellen Informationen, Vorträgen und Gesprächen zur beruflichen Aus- und Weiterbildung.

Auf dem Ausstellungsstand des BIBB (Halle 10, Stand B 091) können Sie sich informieren über:

-die aktuellen nationalen und internationalen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten des Instituts,
-das breite Spektrum der BIBB-Materialien zur beruflichen Aus- und Weiterbildung,
-das Angebot der Literaturdatenbank Berufliche Bildung (www.ldbb.de),
-das Good Practice Center im BIBB mit vielfältigen Informationen zur Förderung junger Menschen am Übergang Schule – Arbeitswelt (www.good-practice.bibb.de),
-das Portal "AusbildungPlus" mit Informationen für junge Leute zu den Themen "Zusatzqualifikationen in der Berufsausbildung" und "duale Studiengänge" (www.ausbildungplus.de).
Zeitgleich organisiert das BIBB das Forum "Ausbildung/Qualifikation" (Halle 10, Stand A 090). In einem täglich wechselnden Vortrags- und Präsentationsprogramm stellen Expertinnen und Experten der beruflichen Bildung den aktuellen Forschungsstand und die neuesten Aktivitäten zu folgenden Schwerpunkten vor:

-Berufsbildung International (Dienstag, 16. März)
-Ausbildung im Handwerk / Digitale Medien (Mittwoch, 17. März)
-Neue Entwicklungen in der beruflichen Weiterbildung (Donnerstag, 18. März)
-Neue Berufe / Berufsorientierung (Freitag, 19. März)
-Naturwissenschaft und Technik zum Anfassen (Samstag, 20. März)
Nähere Einzelheiten zum Vortrags- und Präsentationsprogramm unter www.bibb.de/messen

Abgerundet werden die Aktivitäten durch die Fachtagung "Zertifizierte IT-Bildung in MINT-Berufen" (MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik).

Diese Fachtagung (Dienstag, 16. März, ab 14 Uhr, Messegelände, CC Ost, Congress-Saal Sektion 2) ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Dienstleistungsgesellschaft für Informatik (DLGI), des Didacta-Verbands, der Initiative "Mach MINT" (www.komm-mach-mint.de) und des Bundesinstituts für Berufsbildung. Nähere Informationen zum Programm und zu den Teilnahmebedingungen ebenfalls unter [www.bibb.de/messen ](http://www.bibb.de/messen )

Besuchen Sie das BIBB vom 16. bis 20. März auf der "didacta 2010" in Köln (Halle 10, Stand B 091 und A 090).

Informieren Sie sich, lassen Sie sich beraten und diskutieren Sie mit uns über aktuelle Fragen der beruflichen Aus- und Weiterbildung.

Wir freuen uns auf Sie!

Weitere Informationen zur Bildungsmesse "didacta" unter [www.didacta-koeln.de ](http://www.didacta-koeln.de ) Ansprechpartnerin im BIBB: Angela Hauke, Tel.: 0228 / 107-2830; E-Mail: hauke@bibb.de
Redaktion 04.02.2010
Bonn, 04.02.2010 Über 50 kaufmännische Ausbildungsberufe gibt es inzwischen in Deutschland, mehr als die Hälfte aller Ausbildungsverträge werden im kaufmännischen Bereich abgeschlossen. Wie diese Berufsbilder künftig zu aktualisieren, zu systematisieren und an die gestiegenen Anforderungen anzupassen sind, untersucht ein Forschungsprojekt des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Die Ergebnisse des Auftakt-Workshops präsentiert der in der BIBB-Schriftenreihe "Berichte zur beruflichen Bildung" erschienene Band "Anforderungen an kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Berufe aus berufspädagogischer und soziologischer Sicht".

Gerade die Arbeit der Kaufleute hat sich durch die Globalisierung der Wirtschaft, den Einsatz moderner IT-Technologie und die Umstrukturierung der Arbeitsorganisation deutlich verändert. In der Folge sind zahlreiche neue Aus- und Fortbildungsberufe im kaufmännischen Bereich entstanden. Das BIBB-Forschungsprojekt analysiert die Veränderungen kaufmännischer Tätigkeiten und deren Auswirkungen auf die Aus- und Fortbildung von Kaufleuten. Im Kern geht es um die Frage, inwieweit und unter welchen Voraussetzungen bestehende Berufe zusammengefasst und wie die Übergänge zwischen den einzelnen Berufen, aber auch zwischen Aus- und Fortbildung erleichtert werden können.

Zentrale Forschungsfragen sind:
-Worin liegen die Kernkompetenzen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der kaufmännischen Berufe und welche Qualifikationsanforderungen lassen sich daraus ableiten?
-Mit welchen Modellen und Theorien lassen sich die neuen und veränderten Arbeitsprozesse im kaufmännischen Bereich abbilden und wie sind die Ausdifferenzierungen der kaufmännischen Berufe zu erklären?
-Was wird im Hinblick auf zunehmend selbstständigere Entscheidungen in kaufmännischen Berufen künftig von den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen verlangt?
Die Publikation (ISBN 978-3-7639-1133-2) kann beim W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld, unter service@wbv.de oder www.wbv.de bestellt werden.

Weitere Informationen zum BIBB-Forschungsprojekt unter www.bibb.de/projekt/4.02.202

Ansprechpartner: Rainer Brötz (broetz@bibb.de) und Dr. Franz Schapfel-Kaiser schapfel-kaiser@bibb.de
Redaktion 02.10.2009
Storm: "EU-Programm Leonardo da Vinci zieht Spitzenbilanz" / Zahlreiche Deutsche absolvieren im Ausland Teil ihrer Ausbildung
Berlin, 01.10.2009 Einen Teil der Ausbildung zum Hotelkaufmann in Spanien absolvieren? Während der Ausbildung zum Industriekaufmann für ein Praktikum nach London? Als Erzieherin in einem finnischen Kindergarten hospitieren? Mehr als 100.000 Auszubildende aus Deutschland sind seit dem Start des EU-Programms Leonardo da Vinci 1995 ins europäische Ausland gegangen. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich deutlich an der Spitze.

"Ein Großteil der deutschen Unternehmen wird nur dann wettbewerbsfähig sein können, wenn sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben, die mit ausländischen Partnern kommunizieren und kooperieren können. Dies gilt mittlerweile ebenso für klein- und mittelständische Unternehmen wie für das Handwerk", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Andreas Storm, MdB, am Donnerstag. Anlass war eine Feierstunde mit rund 400 Gästen, bei der das BMBF gemeinsam mit der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung die positive Bilanz des EU-Programms bekannt gab.

Waren es zu Beginn von Leonardo da Vinci vor knapp 15 Jahren rund 2.000 Auszubildende, die im Rahmen ihrer Ausbildung einen Auslandsaufenthalt absolvierten, so sind es inzwischen mehr als 10.000 Auszubildende jährlich, die sowohl ihre Fach- und Sprachenkompetenzen als auch ihre interkulturellen und sozialen Fähigkeiten im Ausland erweitern.

Die Marke von 100.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu der vom Innovationskreis berufliche Bildung im Jahr 2006 empfohlenen Verdoppelung von Auslandsqualifizierungen in der beruflichen Ausbildung bis 2015. Der Boden dafür ist bereitet: Das reformierte Berufsbildungsgesetz bietet den rechtlichen Rahmen dafür, die Ausbildung bis zu einem Viertel der Dauer im Ausland zu verbringen. Kontinuierlich steigende Fördermittel im Programm Leonardo da Vinci bieten die entsprechende finanzielle Unterstützung.

Für weitere Informationen zum EU-Programm Leonardo da Vinci steht Ihnen die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) unter www.na-bibb.de zur Verfügung.

Redaktion 25.09.2009
Bonn, 24.09.2009 Das Phänomen ist nicht neu: Trotz starker Nachfrage von Seiten der Jugendlichen bleiben jedes Jahr zahlreiche Ausbildungsstellen unbesetzt. Der Anteil von Betrieben mit unbesetzten Ausbildungsplätzen schwankt zwischen 10 und 20 Prozent - mit zum Teil steigender Tendenz. Wie lässt sich dieses Missverhältnis zwischen hoher Nachfrage der Jugendlichen und Besetzungsschwierigkeiten der Betriebe erklären? Und - noch wichtiger - wie lässt sich dies in Zukunft überwinden? Die Betriebe nennen überwiegend mangelndes Leistungsvermögen und fehlende Motivation der Jugendlichen als Gründe dafür, dass sie keinen passenden Bewerber finden konnten. Doch reicht das als Begründung aus? Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat in einer Befragung von mehr als 1.000 Betrieben festgestellt, dass es auch auf Seiten der Unternehmen, also bei den Anbietern von Ausbildungsstellen, Gründe dafür gibt, dass Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben.

Insgesamt meldet laut BIBB-Befragung jeder siebte ausbildungsbereite Betrieb, dass er Ausbildungsstellen nicht besetzen konnte. Dabei haben vor allem kleinere und mittlere Betriebe Schwierigkeiten. Bei den Branchen sind insbesondere das Verkehrs- und Nachrichtenwesen, das Gastgewerbe und die sonstigen Dienstleistungen wie zum Beispiel die Reinigungs- und Körperpflegebranche oder die Entsorgungswirtschaft betroffen. Zudem sind die Besetzungsschwierigkeiten der Unternehmen in den östlichen Bundesländern größer als in den westlichen.

Die in der neuesten Ausgabe von BIBB REPORT veröffentlichten Ergebnisse des BIBB-Ausbildungsmonitors verdeutlichen, dass auch die Betriebe aktiv darauf Einfluss nehmen können, ob ihre Ausbildungsstellen besetzt werden oder nicht. So trägt vor allem eine frühzeitige Personalplanung dazu bei, dass sich der Anteil der unbesetzten Ausbildungsstellen signifikant reduziert. Denn die BIBB-Untersuchungen belegen, dass die von Besetzungsschwierigkeiten betroffenen Betriebe oft erst relativ spät, das heißt kurz vor Beginn des Ausbildungsjahres, mit der Suche nach geeigneten Bewerbern und Bewerberinnen begonnen haben. Wird zudem ein breit aufgestelltes Angebot von Vermittlungskanälen genutzt, kann das Risiko unbesetzter Ausbildungsplätze weiter reduziert werden. Sehr hohe Anforderungen der Betriebe an die Bewerber und Bewerberinnen erwecken zudem eher den Eindruck, als würden bereits fertig ausgebildete Fachkräfte gesucht und nicht Jugendliche, die gerade erst in die Berufswelt eintreten. Schließlich spielt auch die Attraktivität der Ausbildungsstellen oder Branchen insgesamt eine wichtige Rolle für eine erfolgreiche Stellenbesetzung.

Die BIBB-Befragung zeigt, dass sowohl die Anwerbe- als auch die Bewerbungsstrategien verbessert werden müssen, um die Informationen über offene Stellen und nachfragende Bewerber und Bewerberinnen zu optimieren. Um dies zu erreichen, sollten alle Akteure der beruflichen Bildung eng zusammenarbeiten. Konkrete Ansatzpunkte wären den BIBB-Analysen zufolge etwa eine bessere Vernetzung zwischen Schule und Wirtschaft, das Werben für weniger bekannte Berufe, die Unterstützung der Betriebe bei der Durchführung von Auswahlverfahren oder die Nutzung vielfältiger Rekrutierungswege. Aber auch die nachhaltige Veränderung des Images bestimmter Berufe sowie eine attraktivere Gestaltung von Berufsinhalten und bessere Verdienstmöglichkeiten könnten die Suche der Betriebe nach geeigneten Auszubildenden in Zukunft erfolgreicher machen.

Detaillierte Informationen enthält die neueste Ausgabe des BIBB REPORT Heft 10/09: "Unbesetzte Ausbildungsplätze - warum Betriebe erfolglos bleiben. Ergebnisse des BIBB-Ausbildungsmonitors". Die Ausgabe kann kostenlos im Internetangebot des BIBB unter www.bibb.de/bibbreport heruntergeladen werden.

Auskünfte im BIBB erteilen:
Naomi Gericke, Telefon: 0228 / 107-1131, E-Mail: gericke@bibb.de
Klaus Troltsch, Telefon: 0228 / 107-1121, E-Mail: troltsch@bibb.de
Redaktion 13.05.2009
Sieben neue Berufe ab Herbst 2009
Bonn, 13.05.2009 Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) setzt die Modernisierung der dualen Berufsausbildung in Deutschland mit Nachdruck fort. Zu Beginn des Ausbildungsjahres 2009 gehen am 1. August voraussichtlich sieben neue oder modernisierte Ausbildungsberufe an den Start. Manfred Kremer, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), sieht die berufliche Bildung dadurch gestärkt. Aus Anlass des "Tags des Ausbildungsplatzes" am 14. Mai eklärte er: "Die duale Berufsausbildung ist aktuell und modern. Sie ist gerade in der momentan wirtschaftlich schwierigen Zeit so wichtig wie nie zuvor." Seit 1996 habe das BIBB gemeinsam mit von Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften benannten Sachverständigen insgesamt 82 Berufe neu entwickelt und weitere 219 modernisiert. "Dies unterstreicht, wie wandlungs-, leistungs- und innovationsfähig die duale Berufsausbildung ist."

Der BIBB-Präsident hob den hohen Praxisbezug der beruflichen Bildung und die enge Zusammenarbeit mit Bund, Ländern, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden bei der Gestaltung neuer Berufsbilder hervor. "So entsteht ein praxisnahes, zukunftsträchtiges Angebot für Betriebe und Unternehmen - und nicht zuletzt für die junge Generation." Kremer appellierte an die Wirtschaft, in den neuen Ausbildungsberufen auszubilden und gerade jetzt, wo die Situation auf dem Arbeits- und Lehrstellenmarkt schwierig sei, die Ausbildungsbereitschaft insgesamt hoch zu halten: "Denn nur durch eine qualifizierte duale Berufsausbildung sichern die Betriebe auf Dauer ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit und wirken dem Fachkräftemangel entgegen. Damit schaffen sie die Grundlagen, die sie beim nächsten Aufschwung benötigen."

An die junge Generation gewandt appellierte Manfred Kremer, sich in der Phase der Berufsorientierung umfassend zu informieren, möglichst viele praktische Erfahrungen zu sammeln und Alternativen zum "Traumberuf" im Blick zu haben. "Denn noch immer", so Manfred Kremer, "drängen Jahr für Jahr rund ein Drittel der jungen Männer und mehr als die Hälfte der jungen Frauen in die jeweils zehn beliebtesten Berufe. Dadurch bringen sich die jungen Leute um vielfältige Chancen. Es gibt bei rund 350 dualen Ausbildungsberufen oft ähnliche oder verwandte Berufe, in denen die Aussichten besser sind als in den ,Top Ten'."

Die sieben neuen bzw. modernisierten Ausbildungsberufe ab 1. August 2009 im Überblick:

Bergbautechnologe / Bergbautechnologin (neu)
Industrieelektriker / Industrieelektrikerin (neu)
Werkfeuerwehrmann / Werkfeuerwehrfrau (neu)
Fotograf / Fotografin
Keramiker / Keramikerin
Musikfachhändler / Musikfachhändlerin
Technischer Modellbauer / Technische Modellbauerin
Umfassende Beschreibungen der neuen und modernisierten Ausbildungsberufe 2009 enthält eine gleichnamige Broschüre des Bundesinstituts für Berufsbildung. Sie kann im Internetangebot des BIBB unter www.bibb.de/berufe heruntergeladen werden.

Weitere Informationen bietet auch der "BIBB-Datenreport: Informationen und Analysen zur Entwicklung der beruflichen Bildung", Kapitel A 5. Die Veröffentlichung kann unter www.bibb.de/datenreport heruntergeladen werden.

Pressekontakt zu dieser Meldung
Bundesinstitut für Berufsbildung
Arbeitsbereich 1.2 Kommunikation
/– Presse- und Öffentlichkeitsarbeit –
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
Tel.: 0228/107-2328
Fax: 0228/107-2982
eMail: pr@bibb.de
www.bibb.de
Redaktion 03.04.2009
Bonn, 02.04.2009 Die Berufsausbildung lohnt sich für ausbildende Betriebe, auch wenn sie zunächst Kosten verursacht. Dies ist vor allem dem Nutzen der Ausbildung zu verdanken, der durch die Übernahme der Auszubildenden erfolgt: So spart der Betrieb Kosten für die Personalgewinnung ein, und selbst Ausgebildete sind besser mit den betrieblichen Anforderungen vertraut als vom externen Arbeitsmarkt eingestellte Fachkräfte. Nicht zu vernachlässigen sind der Imagegewinn und die Attraktivität des ausbildenden Betriebes als Arbeitgeber. In einer repräsentativen Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), bei der rund 3.000 Betriebe zu Kosten und Nutzen der Ausbildung im Jahr 2007 befragt wurden, gab daher eine große Mehrheit an, dass sie mit dem Verhältnis von Aufwand und Ertrag "sehr zufrieden" bzw. "zufrieden" ist. Nur 10 % zeigten sich unzufrieden. Die Ergebnisse der BIBB-Befragung sind veröffentlicht in der neuesten Ausgabe des BIBB REPORT, Heft 8/2009.

Danach entstanden den Betrieben 2007 im Durchschnitt pro Auszubildendem und Jahr Bruttokosten von 15.288 Euro. Davon entfielen 9.490 Euro (61 %) auf die Personalkosten der Auszubildenden und 3.292 Euro (22 %) auf die der Ausbilder. Mit 691 Euro (5 %) schlugen die Anlage- und Sachkosten und mit 1.814 Euro (12 %) die sonstigen Kosten zu Buche. Hierzu gehören zum Beispiel Kammergebühren oder Kosten für externe Lehrgänge und die Ausbildungsverwaltung.

Doch die Auszubildenden verursachen nicht nur Kosten, sie leisten durch ihre Arbeit auch einen Beitrag zur Produktivität des Betriebes. Die produktiven Leistungen in Höhe von durchschnittlich 11.692 Euro müssen von den Bruttokosten abgezogen werden, so dass sich für 2007 für die Betriebe durchschnittliche Nettokosten von 3.596 Euro pro Jahr und Auszubildendem ergeben.

In den neuen Bundesländern betrugen die Nettokosten durchschnittlich 2.557 Euro, während sie in den alten Ländern bei 3.880 Euro lagen. Wesentlicher Grund hierfür ist das unterschiedliche Niveau der Ausbildungsvergütungen sowie der Löhne und Gehälter. Zwischen den Ausbildungsbereichen weichen die Nettokosten stark ab. Die höchsten Nettokosten fielen im Öffentlichen Dienst (7.234 Euro) und in Industrie und Handel (4.607 Euro) an. In der Landwirtschaft (962 Euro) und in den Freien Berufen (268 Euro) waren sie eher gering. Im Handwerk lagen die Nettokosten bei 2.513 Euro.

Den Nettokosten stehen aber auch Einsparungen für die Unternehmen gegenüber. So müssen bei einem Verzicht auf die eigene Ausbildung Kosten für die Personalgewinnung berücksichtigt werden, die anfallen, um externe Fachkräfte vom Arbeitsmarkt einzustellen. Hierfür wendet ein Betrieb laut BIBB-Befragung durchschnittlich 4.214 Euro auf. Als wichtigster Faktor fielen hierbei mit 2.319 Euro die Kosten ins Gewicht, die durch die Leistungsunterschiede zwischen einer neu eingestellten und einer im Betrieb ausgebildeten Fachkraft entstehen, da die externe Fachkraft erst eingearbeitet werden muss. Das Bewerbungsverfahren selbst verursachte Kosten in Höhe von durchschnittlich 1.191 Euro. In die Weiterbildung ihrer neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während der notwendigen Einarbeitungszeit investierten die Betriebe darüber hinaus im Durchschnitt 704 Euro. In den neuen Ländern waren die Personalgewinnungskosten mit 3.032 Euro um rund 30 % geringer als in den alten Ländern (4.447 Euro). Ausschlaggebend ist auch hierfür wieder das Lohngefälle.

Durch die Übernahme der Auszubildenden ergeben sich weitere Vorteile für die Betriebe, deren Wert sich aber nicht in Euro und Cent berechnen lässt:

Laut BIBB-Befragung gibt es auch nach der Einarbeitung noch Leistungsunterschiede zwischen den im eigenen Betrieb Ausgebildeten und den über den Arbeitsmarkt extern eingestellten Fachkräften.
Das Fehlbesetzungsrisiko und die Fluktuation liegen für die im eigenen Betrieb ausgebildeten Fachkräfte deutlich niedriger als bei Einstellungen über den Arbeitsmarkt.
Ausfallkosten werden vermieden, die entstehen, wenn der Fachkräftebedarf extern nicht gedeckt werden kann und es zum Beispiel zu Produktionsengpässen kommt oder Leistungen nicht fristgerecht erbracht werden können.
Der Betrieb erhält durch die Ausbildung einen Imagegewinn in der Öffentlichkeit, bei Kunden und Lieferanten.
Detaillierte Informationen enthält der neue BIBB REPORT, Heft 8/2009:
"Betriebliche Berufsausbildung: Eine lohnende Investition für die Betriebe. Ergebnisse der BIBB-Kosten- und Nutzenerhebung 2007". Die Ausgabe kann im Internetangebot des BIBB kostenlos heruntergeladen werden unter www.bibb.de/bibbreport

Auskünfte im BIBB erteilen:
Harald Pfeifer, Tel.: 0228 / 107-1335, E-Mail: harald.pfeifer@bibb.de
Felix Wenzelmann, Tel.: 0228 / 107-1327, E-Mail: wenzelmann@bibb.de

Pressekontakt zu dieser Meldung
Bundesinstitut für Berufsbildung
Arbeitsbereich 1.2 Kommunikation
/– Presse- und Öffentlichkeitsarbeit –
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
Tel.: 0228/107-2328
Fax: 0228/107-2982
eMail: pr@bibb.de
www.bibb.de
Redaktion 22.01.2009
Einjährige Erprobungsphase zur Gestaltung des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR)
Bonn, 22.01.2009 Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) sieht in einem bildungsbereichsübergreifenden Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) ein wichtiges Instrument für eine Verbesserung der Durchlässigkeit des Bildungssystems und der Gleichwertigkeit zwischen beruflicher und allgemeiner Bildung. Um die Praxistauglichkeit eines DQR zu prüfen, unterstützt der Hauptausschuss eine einjährige Erprobungsphase im Jahr 2009.

Die Erprobungsphase solle Bildungspolitik und -praxis Aufschluss darüber geben, ob die ausgewählten Deskriptoren die gewünschte Zuordnung von Qualifikationen ermöglichten und die Anschlussfähigkeit zum Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) gewährleistet sei. Insbesondere, so die Forderung des BIBB-Hauptausschusses, sei in der Erprobungsphase sicherzustellen, dass "grundsätzlich alle Kompetenzniveaus des DQR auf schulischen, betrieblichen, hochschulischen und beruflichen Bildungs- und Karrierewegen erreichbar" und "prinzipiell keine Reservierungen bestimmter Niveaus für bestimmte Qualifikationen möglich sind".

Aufgrund seiner besonderen Bedeutung für das Bildungs- und Beschäftigungssystem empfiehlt der Hauptausschuss der Bundesregierung, die Umsetzung des DQR ressortübergreifend anzulegen. Gleichzeitig fordert das höchste Beschlussorgan des Bundesinstituts für Berufsbildung die Bundesregierung auf, die Empfehlungen des Ausschusses in die jetzt anstehenden Beschlüsse zum DQR aufzunehmen und seine Gremien kontinuierlich in die weitere Entwicklung einzubinden.

Der BIBB-Hauptausschuss hat die gesetzliche Aufgabe, die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Berufsbildung zu beraten. Er ist zu gleichen Teilen mit Beauftragten der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer, der Länder sowie des Bundes besetzt.

Die Entschließung des BIBB-Hauptausschusses zur Gestaltung einer Erprobungsphase für den Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) im Wortlaut unter: www.bibb.de/dokumente/pdf/pm_4_2009_anlage_dqr.pdf (PDF).

Pressekontakt zu dieser Meldung
Sarah Blagojevic
Bundesinstitut für Berufsbildung
Arbeitsbereich 1.2 Kommunikation
– Presse- und Öffentlichkeitsarbeit –
Robert-Schuman-Platz 3 53175 Bonn
Tel.: 0228/107-2328
Fax: 0228/107-2982
eMail: blagojevic@bibb.de (http.//www.bibb.de)
Redaktion 13.01.2009
Bonn, 13.01.2009 Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ist vom Bundesministerium für Bildung und Forschung beauftragt worden, eine "Nationale Referenzstelle für Qualitätssicherung und -entwicklung in der beruflichen Bildung" (DEQAVET) aufzubauen. Die nationale Initiative soll als Teil eines europäischen Netzwerkes den Informations- und Erfahrungsaustausch sowie die nachhaltige Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Qualitätssicherung und -entwicklung in der beruflichen Bildung vertiefen. Adressaten sind in erster Linie Personen, die im Bildungsbereich an verantwortlicher Position tätig sind. In allen EU-Mitgliedstaaten werden künftig solche nationalen Referenzstellen eingerichtet. Sie sollen mit ihrer praktischen Arbeit das europäische Qualitäts-Netzwerk ENQAVET ergänzen und unterstützen, das bereits seit Herbst 2005 besteht. In ENQAVET haben sich Vertreter und Vertreterinnen von nationalen Ministerien zusammengeschlossen, um die Initiative auf politischer Ebene zu koordinieren.

Manfred Kremer, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung, begrüßt die Entscheidung des Bundesbildungsministeriums: "Die Bedeutung der Qualitätssicherung und -entwicklung in der beruflichen Bildung hat in den vergangenen Jahren in allen europäischen Ländern kontinuierlich zugenommen. Das Interesse an einem vertieften Informations- und Erfahrungsaustausch ist groß. Es ist daher nur folgerichtig, nationale Koordinierungszentren aufzubauen. Das BIBB als nationales Kompetenzzentrum für die berufliche Bildung in Deutschland kann auf diese Weise seine seit langem vorhandene Expertise im Bereich der Qualitätssicherung und -entwicklung gewinnbringend für das gesamte Netzwerk zur Geltung bringen."

Als "Nationale Referenzstelle DEQAVET" wird das BIBB "erste Anlaufstelle" für Fragen der Qualitätssicherung und -entwicklung in der beruflichen Bildung sein. Das BIBB wird Kooperationen mit europäischen Institutionen und Einrichtungen aus anderen europäischen Ländern fördern und ausbauen sowie aktuelle Informationen über Aktivitäten zur Qualitätssicherung und -entwicklung in Deutschland zur Verfügung stellen.

Ferner wird das BIBB über die Aktivitäten des europäischen Netzwerkes ENQAVET in Deutschland informieren und die Umsetzung des EU-Arbeitsprogramms in Deutschland unterstützen. Um den Informationsaustausch zu fördern, ist geplant, ein Internetportal mit modernen Kommunikationsinstrumenten wie Foren, Blogs und Wikis zu entwickeln sowie nationale und internationale Veranstaltungen und Workshops durchzuführen.

Das BIBB wird darüber hinaus den wachsenden Stellenwert der Qualitätssicherung und -entwicklung in der beruflichen Bildung verdeutlichen, ihre Prinzipien, Methoden und Werkzeuge vorstellen, die Vorteile ihrer Anwendung, um zum Beispiel Erfolg zu messen, erläutern und neue Bereiche identifizieren, in denen Qualitätsverbesserungen angestrebt werden sollten.

Arbeitsgrundlage des BIBB ist der "Europäische Qualitätssicherungsrahmen" (EQARF - European Quality Assurance Reference Framework for Vocational Education and Training), den das Europäische Parlament am 18. Dezember 2008 verabschiedet hat. Die Beschlussfassung durch den Europäischen Ministerrat ist für das kommende Frühjahr vorgesehen.

Auskünfte im BIBB erteilen:
Thomas Gruber, Tel.: 0228 / 107-1307; E-Mail: gruber@bibb.de
Horst Mirbach, Tel.: 0228 / 107-1532; E-Mail: mirbach@bibb.de

Pressekontakt zu dieser Meldung
Sarah Blagojevic
Bundesinstitut für Berufsbildung
Arbeitsbereich 1.2 Kommunikation
– Presse- und Öffentlichkeitsarbeit –
Robert-Schuman-Platz 3 53175 Bonn
Tel.: 0228/107-2328
Fax: 0228/107-2982
eMail: blagojevic@bibb.de (http.//www.bibb.de)
Redaktion 19.12.2008
BIBB legt erste Analyse zur Ausbildungsmarktentwicklung 2008 vor
Bonn, 19.12.2008 Mit rund 616.600 neuen Ausbildungsverträgen wurden im Zeitraum vom 1. Oktober 2007 bis 30. September 2008 bundesweit ca. 9.300 bzw. 1,5 % weniger Ausbildungsverhältnisse begonnen als im Jahr zuvor. Dies ist das Ergebnis der Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zum 30. September 2008. Angesichts sinkender Schulabgänger(-34.600) und Altbewerberzahlen (-64.400) war die Ausbildungsmarktlage für die Jugendlichen dennoch besser als 2007. Allerdings waren Ende September immer noch rund 84.200 Ausbildungsstellenbewerber ohne Lehrstelle und weiterhin auf Ausbildungsplatzsuche, und der Aufschwung auf dem Ausbildungsmarkt flachte in den letzten Monaten merklich ab.

Ursache für den Rückgang ist im Wesentlichen der Abbau an außerbetrieblichen Ausbildungsplätzen, die seit der Wiedervereinigung in Ostdeutschland zum Ausgleich von fehlenden betrieblichen Lehrstellen eingerichtet werden. Da aber die Zahl der Schulabgänger in Ostdeutschland sehr stark sinkt, wurde der Umfang der öffentlich finanzierten außerbetrieblichen Ausbildung gezielt reduziert. Insgesamt wurden in Ostdeutschland rund 113.800 neue Ausbildungsverträge registriert, ca. 11.300 bzw. 9,0 % weniger als im Vorjahr. Trotz des deutlichen Vertragsrückgangs setzte sich die seit 2006 zu beobachtende Entspannung auf dem ostdeutschen Ausbildungsmarkt fort. Denn die Zahl der ausbildungsinteressierten Jugendlichen nahm deutlich stärker ab als das Ausbildungsplatzangebot.

In Westdeutschland stieg dagegen die Zahl der neuen Ausbildungsverträge noch einmal an und erreichte mit rund 502.800 (+2.000 bzw. +0,4 %) den höchsten Stand seit 1992. Der Zuwachs fiel aber nicht so kräftig aus, wie zu Beginn des Jahres noch angenommen.

Im Laufe des Jahres zeichnete sich auf dem Ausbildungsmarkt bereits das Ende des seit 2006 anhaltenden Aufschwungs ab. Die Zahl der Ausbildungsplätze, die die Betriebe in der zweiten Hälfte des Berichtsjahres 2007/2008 der Bundesagentur für Arbeit (BA) zur Vermittlung anboten, fiel deutlich niedriger aus (-30.700) als im Vorjahreszeitraum. Lediglich aufgrund der noch günstigen Situation Anfang des Jahres konnte das betriebliche Ausbildungsangebot insgesamt auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden.

Trotz der demografisch bedingten Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt war es 2008 für viele Jugendliche weiterhin sehr schwierig, einen betrieblichen Ausbildungsplatz zu finden. Zum Abschluss des Vermittlungsjahres Ende September 2008 registrierte die BA noch 84.200 Ausbildungsstellenbewerber, die sich nicht in einer Berufsausbildung befanden und für die die Vermittlungsbemühungen weiterliefen; darunter hatten 69.700 zunächst eine Alternative gefunden. Die meisten stammten aus Westdeutschland (72.700). Den noch suchenden Jugendlichen standen 19.500 noch unbesetzte betriebliche Ausbildungsplatzangebote gegenüber.

Manfred Kremer, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), appelliert an die Unternehmen, ungeachtet der negativen konjunkturellen Aussichten für 2009 Weitsicht zu bewahren und die Ausbildungsleistung nicht einzuschränken. Dies sei im eigenen Interesse der Betriebe, da die Nachwuchsrekrutierung infolge des demografischen Einbruchs im Laufe der nächsten Jahre immer schwieriger werde. Bereits 2009 werde es fast 50.000 Schulabgänger weniger geben, und diese demografische Talfahrt setze sich im kommenden Jahrzehnt fort. "Wer jetzt bei der Ausbildung auf die Bremse tritt, bremst sich selbst aus, wenn die Konjunktur wieder an Fahrt gewinnt", so Manfred Kremer. "Die Wirtschaft ist gut beraten, die Gefahren eines zukünftigen Fachkräftemangels auch in der Phase einer drohenden Rezession genau im Auge zu behalten. Betriebe, die heute weitsichtig reagieren und ausbilden, verschaffen sich die Wettbewerbsvorteile von morgen."

Differenzierte Analysen und Zahlen zur Ausbildungsmarktentwicklung 2008 sind ab sofort im Internetangebot des BIBB zu finden unter www.bibb.de/de/50557.htm sowie www.bibb.de/de/50489.htm

Redaktion 04.12.2008
Bonn, 04.12.2008 Die Qualität der dualen Ausbildung weiterzuentwickeln, ist ein zentrales Ziel der Berufsbildungspolitik. Was kennzeichnet jedoch eine "gute" Ausbildung? Berufsbildungsexperten und -expertinnen erachten es als sehr wichtig, dass die duale Berufsausbildung sehr anspruchsvoll durchgeführt wird. Die Auszubildenden sollen nach Auffassung der Fachleute nicht nur einzelne Arbeitsschritte durchführen, sondern in größere Projekte mit einbezogen werden, die einen echten Beitrag zu den Geschäftsprozessen der Betriebe leisten. Den Auszubildenden sollte dabei nicht jeder Arbeitsschritt vorgegeben werden, vielmehr sollten sie Arbeitsabläufe eigenverantwortlich planen, durchführen und kontrollieren.

Dies sind zentrale Ergebnisse einer Online-Befragung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) im Rahmen des "Expertenmonitors Berufliche Bildung". Dabei wurden 355 Fachleute aus der beruflichen Bildung zu vorgegebenen Qualitätskriterien für eine gute duale Ausbildung befragt.

Erfüllbar sind diese Anforderungen einer anspruchsvollen Ausbildung aus Sicht der Fachleute aber nur, wenn vor allem eine fachlich und didaktisch kompetente Betreuung der Auszubildenden durch Ausbilder/-innen und Berufsschullehrer/-innen gewährleistet ist. Im betrieblichen Ausbildungsverlauf kommt es dabei besonders darauf an, dass das Ausbildungspersonal dauerhaft präsent ist, klare Arbeitsanweisungen gibt, die Arbeitsergebnisse mit den Jugendlichen bespricht und auch regelmäßig eine Rückmeldung zum Ausbildungsverlauf von den Auszubildenden selbst eingeholt wird. Zudem sei es sehr wichtig, so die Fachleute, dass im Betrieb eine gewisse Toleranz gegenüber Fehlern herrsche, die den Auszubildenden bei der hier geforderten selbstständigen Arbeitsweise nahezu zwangsläufig unterlaufen.

Der "Expertenmonitor Berufliche Bildung" des BIBB umfasst einen feststehenden Kreis von Experten und Expertinnen unterschiedlicher institutioneller Herkunft, der in unregelmäßigen Abständen zu jeweils aktuellen Themen der beruflichen Aus- und Weiterbildung befragt wird.

Ergebnisse einer Befragung von Auszubildenden im Bremer Handwerk
Auch die Ergebnisse einer Regionalstudie der Universität Bremen - veröffentlicht in Kooperation mit dem BIBB - zeigen, dass die Gestaltung des Lernprozesses einen zentralen Einfluss auf die Qualität der Ausbildung hat. Rund 400 Jugendliche des 3. Ausbildungsjahres aus Bremer Berufsschulklassen wurden zur Qualität der Ausbildung im Handwerk aus der Perspektive der Auszubildenden befragt.

Zwei von drei Auszubildenden des Bremer Handwerks geben an, fachlich gut angeleitet zu werden, Aufgaben selbstständig lösen und hierbei auch Fehler machen zu dürfen. Ebenso viele sagen, dass die Aufgaben gemeinsam mit ihnen besprochen werden. Die Auszubildenden zeigten sich mit dem kommunikativen Austausch in ihrer Ausbildung überwiegend zufrieden.

Allerdings gibt es auch deutliche Hinweise auf Schwierigkeiten in der Ausbildung: So geben 43 % der Auszubildenden im Handwerk am Ende ihrer Ausbildung an, dass sie häufig ausbildungsfremde Tätigkeiten ausüben. Fast jeder Zweite erlebt während seiner Ausbildung ständigen Termin- und Zeitdruck. Jeder Dritte gibt an, dass er "Ärger bekomme, wenn er die Aufgaben nicht lösen könne". Darüber hinaus bedrückt etwa jeden vierten Auszubildenden die unpünktliche Zahlung seiner Ausbildungsvergütung.

Obwohl sich die Regionalstudie der Universität Bremen auf Handwerksberufe in diesem Bundesland konzentriert, stellt sie einen wichtigen Beitrag dar, um Fragen zur Qualität dualer Berufsausbildung aus der Perspektive der Auszubildenden stärker in den Blick zu nehmen.

Um repräsentative, regional übergreifende Daten hierüber zu erheben, läuft im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) zurzeit das Forschungsprojekt "Ausbildung aus Sicht der Auszubildenden". Befragt werden rund 6.000 Auszubildende aus 15 dualen Berufen in West- und Ostdeutschland. Die Auszubildenden geben einerseits an, inwiefern aus ihrer Perspektive in den Betrieben und Berufsschulen bestimmte Qualitätskriterien erfüllt werden. Andererseits werden sie auch gefragt, wie wichtig für sie selber die vorgegebenen Qualitätskriterien sind. Erste Ergebnisse der BIBB-Umfrage werden im 1. Halbjahr des kommenden Jahres veröffentlicht.

Weitere Informationen:
Expertenmonitor-Umfrage zum Thema "Merkmale guter Ausbildungspraxis" www.expertenmonitor.de
Ansprechpartner im BIBB: Andreas Krewerth, Tel.: 0228 / 107-1110; E-Mail: krewerth@bibb.de

Regionale Studie zur Ausbildungsqualität in Bremen
Quante-Brandt, Eva; Grabow, Theda: "Die Sicht von Auszubildenden auf die Qualität ihrer Ausbildungsbedingungen. Regionale Studie zur Qualität und Zufriedenheit im Ausbildungsprozess." Berichte zur beruflichen Bildung. Bielefeld 2008. Die Veröffentlichung des BIBB kann zum Preis von 27,90 Euro beim W. Bertelsmann Verlag bestellt werden (Tel.: 0521 / 9 11 01 11; Fax: 0521 / 9 11 01 19; E-Mail: service@wbv.de ).

Ansprechpartnerin im BIBB: Dr. Mona Granato, Tel.: 0228 / 107-1227; E-Mail: granato@bibb.de



INFO-Brief anmelden
Erhalten Sie die neusten
Nachrichten gratis

per E-Mail!

Ihre E-Mail:


Mehr Infos...


Stellen für Lehrer.
LehrCare – Die Lehrervermittlung
Bewerben Sie sich kostenlos online und lassen Sie sich von interessierten Schulen finden.

NEU: Webnapping! Holen Sie sich diese Box auf Ihre Homepage!

Frag-die-Oma.de alte Hausmittel und Haushaltstipps | Sitemap