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Redaktion 12.02.2010
Bremen, 12.02.2010 Im nächsten Schuljahr werden beim Übergang in die 5. Klasse zwei Drittel aller Kinder mit anerkanntem sonderpädagogischem Förderbedarf in den Bereichen Lernen, Sprache, Verhalten an eine Oberschule wechseln. Alle beteiligten Lehrkräfte stehen somit vor einer erheblichen Veränderung ihrer pädagogischen Arbeit. Die GEW fordert Behörde und Politik auf, die Pädagoginnen und Pädagogen dafür ab sofort massiv zu unterstützen.

Der nun beschrittene Weg hin zu einer inklusiven Schule wird von der GEW ausdrücklich begrüßt, denn Kinder dürfen nicht aussortiert werden. Schwerpunkt der Entwicklung muss es sein, im Rahmen von Binnendifferenzierung alle Kinder individuell zu fördern. Dafür sind folgende Bedingungen sofort zu erfüllen:

-Die Klassenfrequenzen für die Inklusionsklassen an den Oberschulen müssen gegenüber der jetzigen Richtgröße 22 abgesenkt werden.

-Höchstens 4 SchülerInnen mit individuellen Problemlagen dürfen diesen Klassen zugeordnet werden statt wie jetzt geplant 5.

-Jede Oberschule muss mindestens eine ganze Sonderschulkraft im ersten Übergangsjahr erhalten, um auf Anfangsschwierigkeiten eingehen zu können und ein pädagogisches Konzept erarbeiten.

-Diese SonderschullehrerInnen müssen umgehend benannt werden, damit sie schon jetzt gemeinsam innerhalb der neuen Jahrgangsteams mitarbeiten.

-Weitere pädagogische MitarbeiterInnen sind durch die Bildungssenatorin einzustellen und inhaltlich auf deren Aufgaben im Rahmen der Inklusion vorzubereiten.

-Schnellstmöglich benötigt werden ausreichende Fortbildungsangebote durch das Landesinstitut für Schule (LIS) mit entsprechenden Freistellungen für die teilnehmenden KollegInnen zu inklusiver Beschulung, Umgang mit Heterogenität, Binnendifferenzierung und Unterrichtung von Schülerinnen und Schüler mit individuellen Problemlagen.

Die Kolleginnen und Kollegen an den Oberschulen sind gewohnt, alle Kinder in ihren Klassen dort abzuholen, wo sie vom Lernstand her sind. Der gute Wille, die bisherige Berufserfahrung und das Engagement der Lehrkräfte allein reichen aber für die Aufgabe der Inklusion nicht aus. Deshalb brauchen sie massive Unterstützung!
Redaktion 01.12.2009
Bremen, 01.12.2009 Die Anwendung von Gewalt und die Gewalterfahrungen Jugendlicher in Bremen liegen verglichen mit anderen bundesdeutschen Großstädten im Durchschnitt oder sind sogar niedriger. Das ist ein Ergebnis der sogenannten "Dunkelfeldstudie" der Forschungsgruppe des Kriminologen Prof. Dr. Peter Wetzels vom Institut für Kriminalwissenschaften der Uni Hamburg. Das Zwischenergebnis dieser Studie stellten der Senator für Inneres und Sport, Ulrich Mäurer, sowie die Senatorin für Bildung und Wissenschaft, Renate Jürgens-Pieper, gemeinsam mit Professor Wetzels heute (01.12.2009) der Öffentlichkeit vor.

Dunkelfeldstudien zur Gewalt befassen sich mit Gewalthandlungen, die anhand von offiziellen Statistiken wie etwa der Polizeilichen Kriminalstatistik (Hellfeld) nicht erfasst werden, weil sie nicht zur Anzeige gelangt sind.

Die Untersuchung ist nach Darstellung von Jürgens-Pieper und Mäurer Teil des ressortübergreifenden Bremer Handlungskonzepts "Stopp der Jugendgewalt", an dem die Ressorts Inneres, Bildung, Jugend und Soziales sowie Justiz beteiligt sind. Die Studie soll Erkenntnisse über Art, Umfang und Struktur der Jugendgewalt ermitteln, um so gezielte Präventionsmaßnahmen gegen die Jugendgewalt entwickeln zu können. "Die Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik reichen nicht aus um eine realitätsgerechte Einschätzung dieses Problembereichs zu gewährleisten", so Mäurer. Die polizeilichen Statistiken können nur die Vorfälle registrieren, die auch zur Anzeige gelangen. "So stellt die vorliegende Studie fest, dass in Bremen das Anzeigeverhalten höher ist als in vergleichbaren Städten. Das heißt, nach der Statistik ist Bremen stärker belastet, tatsächlich aber nicht", so der Senator. Gleichwohl bereite das Gewaltverhalten von Jugendlichen zunehmend Sorge. Deswegen seien Erkenntnisse aus dem sogenannten Dunkelfeld notwendig: "Wir brauchen Informationen über das Gewaltverhalten von Jugendlichen und auch über ihre Gewalterfahrungen, die sich nicht in Statistiken niederschlagen."

Erforderlich seien vor allem auch konkrete Erkenntnisse über die Risikofaktoren für Straffälligkeit und Gewalt junger Menschen. Es ist zwar eine allgemeine Erkenntnis, dass Jugendliche aus sozial schwachen Milieus eher zu kriminellem Verhalten neigen. "Doch für gezielte Maßnahmen brauchen wir konkrete Erkenntnisse", so Mäurer. Das gelte insbesondere auch für das Verhalten der Jugendlichen in der Schule. Im Rahmen der Studie wurden 2831 Schülerinnen und Schüler der 7. und 9. Jahrgangsstufe aus 172 Klassen in 50 verschiedenen Schulen in Bremen und Bremerhaven schriftlich befragt. Außerdem haben sich 127 Lehrkräfte an der Befragung beteiligt.

1. Gewalt in Schulen:
Gewalt in Schulen liegt in Bremen im überregionalen Vergleich eher im unteren Durchschnitt. Bei der Untersuchung wurden auch Formen verbaler Aggression, das absichtliche Zerstören von Eigentum sowie das sogenannte "happy slapping" eingeschlossen. 42,8 Prozent der Befragten äußerten, verbale Aggression und Beleidigungen mindestens einmal im letzten Schulhalbjahr erlebt zu haben. Opfer des absichtlichen Zerstörens von Sachen wurden 15,5 Prozent und des Filmens oder Fotografierens von Gewalthandlungen immerhin noch 2,8 Prozent. Dabei wurde der überwiegende Anteil dieser Gewalterfahrungen als ein einmaliges Erlebnis benannt. (1,4 Prozent "happy slapping", Zerstörung von Eigentum 10,1 Prozent).

Positiv ist zu bewerten, dass knapp die Hälfte der befragten Schüler und Schülerinnen keine Gewalthandlungen in der Schule erlebt haben. Ein relevanter Anteil der Jugendlichen wird jedoch mehrfach im Laufe eines Schuljahres Opfer von Gewalt, wobei sich hier die Rollen von Tätern und Opfern recht weit überschneiden. In 38 Prozent der Angaben hatten Schüler als Opfer oder Täter mit Gewalt in der Schule zu tun. Davon waren zu etwa je einem Drittel Opfer (12,2 Prozent), Täter (13,3 Prozent) und die Personen, die sowohl Opfer als auch Täter waren (12,5 Prozent).

Die häufigste Form der erlebten Gewalthandlung war Hänseln. Bedenklich ist, dass 11 Prozent der Jugendlichen ständig verbal drangsaliert wurden. Das entspricht einer Größenordnung von zwei Schülern/innen je Klasse.

Die Angaben der Lehrkräfte zeigen, dass das Hänseln (91,2 Prozent) und das Schlagen und Treten (81,6 Prozent) unter Schülern offenbar weit verbreitet ist und von der überwiegenden Mehrheit der Lehrkräfte wahrgenommen wurde.

Sowohl in Bremen als auch in Bremerhaven schätzen knapp ein Drittel der Lehrkräfte die Gewaltbelastung ihrer Schule zwischen mittel und hoch ein.

2. Schulschwänzen:
Im überregionalen Vergleich liegt die Quote des massiven Schulschwänzens in Bremen in der Tendenz eher unter dem bundesdeutschen Durchschnitt für Großstädte: Massives Schwänzen (5 bis 10 Tage am Stück) liegt in Bremen bei 9,6 Prozent, in Bremerhaven bei 14,3 Prozent; der Großstadtdurchschnitt liegt bei 16,1 Prozent.

In der Gegenüberstellung der Lehrerbeobachtungen und Schüler-Selbstberichte wird deutlich, dass die Lehrkräfte insgesamt die Verbreitung des Schulschwänzens systematisch unterschätzen. Etwa 50 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler gaben an, dass die Aussage, man werde erwischt, wenn man schwänze, eher falsch sei.

Auffallend ist, dass ein beträchtlicher Anteil der gehäuft schwänzenden Jugendlichen bislang keine Konsequenzen gespürt hat. Die erlebte Reaktion auf das Schwänzen (Dauer 5 bis 10 Tage) wird von 51,4 Prozent der Schülerinnen und Schüler mit "keine" angegeben.

20 Prozent der Schülerinnen und Schüler gaben an, dass Lehrkräfte nicht genau nach Gründen des Fehlens fragten.

Die Zahlen der Schulschwänzer sind an den Förderschulen und Sekundarschulen am höchsten und an den Gymnasien am niedrigsten.

Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper begrüßte die wissenschaftliche Studie. Prof. Wetzels will sie jetzt den beteiligten Schulen zur Verfügung stellen, selbstverständlich ohne schul-, klassen- oder personenbezogene Angaben. "Ich werde mit Schulleitungen, dem Personalrat sowie Eltern- und Schülervertretungen gemeinsam wirkungsvolle Modelle erarbeiten, um dem Schulschwänzen nachhaltig zu begegnen", sagte die Senatorin.

Die jetzt vorliegenden Daten beziehen sich auf Erfahrungen der Jugendlichen im Jahr 2008. Die Befragung soll in zwei Jahren in Bremen und Bremerhaven wiederholt werden. Die Ergebnisse sollen Aufschluss darüber geben, ob durch die Umsetzung des Handlungskonzeptes eine Verminderung von Jugendgewalt und Straffälligkeit erreicht werden konnte bzw. welche weiteren Maßnahmen zu ergreifen sind.

Redaktion 02.11.2009
Infoblatt für Schulen erstellt / Keine Schulschließungen geplant / Weiterhin kein Grund zu Panik
Bremen, 30.10.2009 Wegen steigender Fälle von Schweinegrippe haben sich heute (30.10.2009) die Schulaufsicht der Senatorin für Bildung und Wissenschaft und der zuständige Referent im Gesundheitsamt, Dr. Werner Wunderle, zu einem Informationsgespräch im Haus der Senatorin für Bildung und Wissenschaft getroffen. Wunderle machte deutlich, dass inzwischen in elf Schulen einzelne Klassen betroffen sind, wo etwa ein Drittel der Schülerinnen und Schüler dem Unterricht fernbleibe.

Ob die erkrankten Schülerinnen und Schüler tatsächlich mit der neuen Influenza infiziert seien, sei nicht nachprüfbar, weil nur in schweren Fällen ein Test gemacht werden müsse. "Wir gehen aber davon aus, dass es sich um Schweinegrippe handelt", sagte Dr. Wunderle. Diese verlaufe in 90 Prozent der Fälle aber harmlos, "harmloser als eine normale Grippe". Mit dem Leiter der Schulaufsicht, Otto Bothmann, war sich Wunderle einig, dass Schulschließungen keine Lösung seien, weil das Problem lediglich verlagert werde.

Beide Behörden einigten sich auf ein gemeinsames erneutes Informationsschreiben, dass noch heute an die Schulen versandt wurde. Es ergänzt das erste Schreiben vom Schuljahresbeginn und die Hotline, die im Gesundheitsamt geschaltet ist. Betreuungskräfte (Assistenten) von Schülerinnen und Schülern mit Behinderung sollten sich danach vorsorglich impfen lassen. Eltern wird geraten, dass sie ihre Kinder, wenn diese gesundheitlich beeinträchtigt sind, auf jeden Fall dem Hausarzt vorstellen sollen. Dieser solle dann entscheiden, ob die Kinder weiterhin die Schule besuchen oder lieber ein paar Tage zu Hause bleiben sollen.

Informationen über die Schweinegrippe und die Impfung gegen die Schweinegrippe sind auf der Internetseite www.schweinegrippe.bremen.de zu finden. Eine Hotline für Fragen rund um die Schweinegrippe ist montags bis freitags zwischen 10.00 und 17.00 Uhr unter der Nummer 0421/361-14444 (Bremen) oder 0471/596-14444

Redaktion 29.10.2009
Geschäftsführender Vorstand der GEW eindrucksvoll bestätigt, verbindliche Frauenquote und mehr Mitgliederbeteiligungbeschlossen
Bremen, 29.10.2009 Der bremische Gewerkschaftstag der GEW hatte auf seiner zweitägigen Sitzung am 27. und 28. Oktober ein umfassendes Programm zu absolvieren. Nach zwei bildungspolitischen Referaten standen neben den Wahlen zum Geschäftsführenden Landesvorstand, eine umfangreiche Satzungsänderung noch zahlreiche Anträge auf der Tagesordnung.

Prof. Hans Georg Schönwälder referierte über die Notwendigkeit gewerkschaftlicher Aktionen gegen den bevorstehenden eklatanten Personalmangel in Kitas und Schulen. Die GEW müsse sich der "Systematisierung von Notbehelfen" entgegenstellen. Wenn dies nicht gelänge, stünden den Bildungseinrichtungen weitere massive Verschlechterungen von Lern- und Arbeitsbedingungen ins Haus. Er plädierte für ein stärkeres Engagement der GEW an der Universität, um angehende Lehrkräfte auf die sie erwartende Situation einzustimmen und rief dazu auf, dass diese selbst ihre Einstellungsbedingungen formulierten. Hier müsse eine "Radikalisierung" einsetzen. Es ginge nicht nur um die Forderung nach mehr Geld, sondern es müssten auch klare Kriterien einer "guten Schule für alle", wie sie die GEW fordere, entwickelt werden.

Prof. Ursula Carle forderte in ihrem Referat zur gemeinsamen Ausbildung von Lehrkräften und ErzieherInnen an der Universität, diese zu stärken. Dieses "zarte Pflänzchen könne noch jederzeit eingehen", wenn es nicht gelänge, diese integrierte Ausbildung für den Elementar- und Primarbereich bildungspolitisch fest zu verankern. Dazu gehöre auch eine verstärkte Durchlässigkeit vom Bachelor- zum Masterstudium. Gerade der Erwerb dieser Doppelqualifikation ermögliche es den AbsolventInnen verschiedene Berufswege zu beschreiten.

Carle sprach in diesem Zusammenhang von einer "gleitenden Mehrberuflichkeit", die auch in einem universitären Karriereweg münden könne. "Die Frühpädagogik muss zu einem attraktiven Bereich für den wissenschaftlichen Nachwuchs werden". Deutschland sei hier immer noch Entwicklungsland, wie sie anhand internationaler Vergleiche unterstrich. Am Beispiel des Schweizer "Y-Modells" zur gemeinsamen Ausbildung im Elementar- und Primarbereich verdeutlichte Carle, dass 22 von 23 für das Studium festgelegte Standards für beide Bereiche gleichermaßen gelten.

Bei den Wahlen zum geschäftsführenden Landesvorstand (GLV) wurden die bisherigen SprecherInnen Elke Baumann, Christian Gloede-Noweck und Bernd Winkelmann mit jeweils 72 von 73 Delegiertenstimmen eindrucksvoll in ihrem Amt bestätigt. Komplettiert wird der neue "alte" GLV durch Harry Eisenach als wiedergewählter Landesschatzmeister. Qualitätsverbesserungen in allen Bildungseinrichtungen zu erreichen, auch mit den Erkenntnissen aus beiden Eingangsreferaten, sei eine Hauptaufgabe des neuen Vorstandes, betonten die Sprecher. Aber auch nach innen müsse der "Generationenwechsel" vollzogen werden. Hierzu bedarf es deutlicher Anstrengungen im Hinblick auf Mitgliedergewinnung und die Einbeziehung neuer Mitglieder in die gewerkschaftliche Arbeit.

So stand im Zentrum der Satzungsdiskussion eine verbindliche Frauenquote für die Wahlen zum Landesvorstand sowie mehr Möglichkeiten der direkten Einflussnahme gerade auch jüngerer Mitglieder.

Der Gewerkschaftstag beschloss nach intensiver Diskussion ein Forderungspapier zur "inklusiven Schule". Mit Bezugnahme auf die UN-Konvention zum Schutz der Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen war sich der Gewerkschaftstag einig, dass auch unabhängig vom immer noch hoch selektiven Bildungssystemsich alle Schulen ab sofort zu inklusiven Schulen entwickeln müssen. Mit Beginn des kommenden Schuljahres sollen alle "Regelschulen" alle Kinder ihres Einzugsbereiches aufnehmen. Der Umwandlungsprozess hin zu Oberschulen und in den Gymnasien dürfe nicht dazu herhalten, eine inklusive Schule lediglich modellhaft in einzelnen Regionen einzuführen. Förderzentren, auch für geistig und mehrfach behinderte sowie sinnesgeschädigte Kinder werden schrittweise aufgelöst, fordert die GEW. Die notwendige therapeutische Versorgung soll in Kooperation mit den entstehenden Frühförderzentren für noch nicht schulpflichtige Kinder gewährleistet werden. Hierzu müsse es eine entsprechende Vereinbarung der Senatorinnen für Bildung und Soziales wie mit den Trägern geben.

Die Einrichtung weiterer "Zwerg-Oberstufen" an Oberschulen führt nach Auffassung der GEW zu einem noch selektiveren System. Oberschulen ohne Oberstufen liefen Gefahr, die neuen Restschulen zu werden. Damit würde das erklärte Regierungsziel, die soziale Entmischung aufzuhalten, in sein Gegenteil verkehrt. Dies werde man auch in den kommenden Haushaltsberatungen thematisieren. Die GEW tritt nachhaltig für den Erhalt bestehender Schulzentren der Sekundarstufe II ein und fordert die Stärkung der Konzentration in der Schulpolitik auf die Grundschulen und die Integration der Sekundarstufe I. Sowohl für Bremen als auch für Bremerhaven wurde die Forderung nach Perspektiven für eine Schule für alle betont. Dies müsse 2011 Regierungsauftrag werden, so die GEW-Sprecher.

"Die Schule der Nation ist die Schule". Mit diesem Antrag wendet sich die GEW gegen jegliche Beeinflussung von Jugendlichen durch die Bundeswehr an Schulen. Gezielte Werbeversprechungen von guter Ausbildung, guter Bezahlung bei "sicherem" Arbeitsplatz dürfen bei dem "Berufsrisiko" zu töten oder getötet zu werden in der Schule keinen Platz haben. Einen Kooperationsvertrag zwischen Landesregierung und Bundeswehr, wie bspw. in Nordrhein-Westfalen dürfe es in Bremen nicht geben.

In tarif- und beamtenpolitischen Anträgen unterstrich die GEW ihre Forderung nach einem "uneingeschränkten Koalitionsrecht für Beamte" (auch Streikrecht). Zudem müsse die ungleiche Bezahlung von angestellten und beamteten Lehrkräften (Differenz von bis zu 800 €) endlich aufgehoben werden. Angestellten Lehrkräften, denen zum Ausgleich eine Zulage gezahlt wurde, müsse diese Zulage weiterhin gezahlt und die 2002 zur Finanzierung dieser Zulage beschlossene zweijährige Mehrarbeitsstunde für alle unter 50jährigen Lehrkräfte endlich abgeschafft werden. Im Rahmen der in der nächsten Woche beginnenden Entgeltverhandlungen für Lehrkräfte fordert die GEW die gleiche Bezahlung aller Lehrer und Lehrerinnen, unabhängig von der Schulart. Lehrkräfte an Grundschulen leisteten zwar andere Arbeit als an Gymnasien, dies rechtfertige aber keine unterschiedliche Bezahlung. Die GEW bekräftigte in diesen Fragen ihre Aktionsbereitschaft bis hin zu Arbeitskampfmaßnahmen.

Mit Bezug auf das geplante "Vergabegesetz" fordert die GEW den Senat auf, prekäre Beschäftigungsverhältnisse in bremischen Bildungseinrichtungen nicht länger zu dulden. Dies gelte sowohl für Beschäftigte bei der Senatorin für Bildung wie bei anderen Beschäftigungsträgern. Regelaufgaben an Schulen und im sonstigen öffentlichen Bereich müssen entsprechend den Bedingungen, wie sie in den Tarifverträgen für den öffentlichen Dienst geregelt sind, geleistet werden können.

In mehren Beiträgen wurde zudem die schwarz-gelbe Koalition in Berlin scharf kritisiert. Herdprämie und steuerbegünstigte Zukunftskonten statt Investitionen in Bildungseinrichtungen trügen wie die Gesundheits- und Steuerpolitik zu einer sozial ungerechten Umverteilungspolitik bei, die "das äußere Gesicht und den inneren Zustand dieser Republik verändern, wenn es nicht gelingt, dem etwas entgegenzusetzen."
Redaktion 02.09.2009
Bremen, 02.09.2009 "Richtig zoffen!" ist Thema des Ersten Fachtags für Streitschlichtung in Bremen. Die Veranstaltung am Donnerstag in der VHS (Faulenstraße) richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10, die Streitschlichter sind oder werden wollen. Es wird ein praxisorientiertes Workshopangebot geben, bei dem die Jugendlichen mehr erfahren können über Streitschlichtung, den Umgang mit Konflikten, über Zuhören und Hinschauen, über Zivilcourage und darüber, was sie an den Schulen für die friedliche Lösung von Konflikten tun können.

Auch für interessierte Pädagoginnen wird es Angebote geben. Streitschlichterinnen und Streitschlichter tragen nicht nur zu einem besseren Schulklima an ihrer Schule bei, sondern gestalten auch die Schule im Sinne einer demokratischen Gesellschaft mit. Somit können sie beim Fachtag ihre Kompetenzen vertiefen und Erfahrungen mit anderen Jugendlichen zu diesen Themen austauschen. Die Veranstalter von "Richtig zoffen!" sind das Landesinstitut für Schule, der Förderverein des Zentralelternbeirats Bremen, das ServiceBureau Jugendinformation, die Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales, das Referat Zuwandererangelegenheiten und Integrationspolitik, der Migrations- und Integrationsbeauftragte und die Bürgerstiftung Bremen.
Redaktion 14.07.2009
Storm: "Mathematik ist eine Schlüsselkompetenz, die wir stärken wollen"
Bremen, 14.07.2009 "Die Mathematik-Olympiade ist eine hervorragende Gelegenheit, der Öffentlichkeit die Vielfalt und Bedeutung der Mathematik deutlich zu machen und insbesondere Kinder und Jugendliche für diese spannende Wissenschaft zu begeistern", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Andreas Storm, MdB, am Dienstag zum Auftakt der 50. Mathematik-Olympiade in Bremen.

"Mathematik ist eine Schlüsselkompetenz, die wir stärken wollen. Gute mathematische Kenntnisse sind unverzichtbar für zahlreiche Berufe und Studiengänge und bieten hervorragende Chancen in der Arbeitswelt. Viele Produkte und Dienstleistungen - wie Computertomographie und die mobile Kommunikation - werden durch Mathematik überhaupt erst möglich. Insofern sind Kompetenzen in der Mathematik auch ein entscheidender Wettbewerbsfaktor in unserer Wissensgesellschaft."

Die erfolgreiche Teilnahme an der IMO ist häufig der Start für akademische Höchstleistungen. Über die Hälfte der Schülerinnen und Schüler, die IMO-Medaillen gewonnen haben, konnten in ihrer späteren Karriere sogar die begehrte Fields-Medaille erwerben - den höchsten wissenschaftlichen Preis für Mathematiker überhaupt.

Und an Nachwuchs scheint es nicht zu mangeln. Im Jubiläumsjahr der Mathematik-Olympiade kann der Wettbewerb eine Rekordteilnehmerzahl verzeichnen: Mit 600 Schülerinnen und Schülern aus 105 Ländern nehmen in Bremen vom 14. bis zum 21. Juli so viele Jugendliche und Länder teil wie noch nie. Die IMO ist ein Wettbewerb mit langer Tradition. Die erste Olympiade der Mathematik fand 1959 in Rumänien mit sieben Teilnehmerländern statt, die dem Warschauer Pakt angehörten. Die IMO 2009 ist bereits die vierte auf deutschem Boden: nach Berlin 1965, Erfurt 1974 und Braunschweig 1989.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die 50. Internationale Mathematik-Olympiade ebenso wie den jährlichen Auswahlwettbewerb zur Internationalen Mathematikolympiade und weitere hochkarätige nationale und internationale Jugendwettbewerbe wie "Jugend forscht" oder den Bundeswettbewerb Informatik. Eine Übersicht mit weiterführenden Hinweisen findet sich unter www.bmbf.de/de/12333.php.

Weitere Informationen zur IMO finden Sie unter: www.mathematik-olympiaden.de/

Redaktion 15.06.2009
Bremen, 15.06.2009 Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft unterstützt den Bildungsprotest in Bremen im Rahmen der bundesweiten Bildungsprotestwoche vom 15. bis 17. Juni 2009.

Zusammen mit Studierenden, SchülerInnen, Auszubildenen, LehrerInnen und ProfessorInnen fordert die GEW Bremen ein sofortiges Umdenken in der Bildungspolitik.

Zu diesen Forderungen gehören:
Eine sofortige Erhöhung der Bildungsausgaben, damit Bildungseinrichtungen endlich eine Planungssicherheit haben und ihre Mitarbeitet angemessen bezahlen können.

Die Abschaffung aller Hürden innerhalb des Bildungssystems, denn die Bildungschancen dürfen nicht von der sozialen Herkunft abhängen. Jede/r muss die Möglichkeit haben, das Bildungssystem in vollem Umfang zu nutzen

Bildung von der KITA bis zur Hochschule muss von allen Gebühren befreit werden. Es gibt keine sozialverträglichen Gebühren.

Bildung lebt von Partizipation. Deshalb ist die Einführung von demokratischen Strukturen in allen Bereichen notwendig. Damit ist keine Scheindemokratie gemeint, sondern ein effektives Stimmrecht in allen Gremien.

Christian Gloede-Noweck, GEW Landesvorstandssprecher, bekräftigt heute die Forderungen der Protestbewegung: "Es ist höchste Zeit für eine Kehrtwende in der Bildungspolitik. Die Kürzungen der letzten Jahre haben das Bildungssystem an den Rand des Abgrunds getrieben, wenn nicht sogar schon hinein. Bildungsarmut muss bekämpft, Chancengleichheit hergestellt und gut Bildung für alle gewährleistet werden."

Für den Zeitraum vom 15. bis 17. Juni haben in ganz Deutschland BildungsaktivistInnen zu einer Aktionswoche für bessere Bedingungen im Bildungssystem aufgerufen. Während dieser Woche werden in vielen Städten unterschiedlichste Aktionen stattfinden, die auf die Missstände im Bildungssystem aufmerksam machen. In Bremen findet am 17. Juni eine Demonstration statt, die um 11 Uhr am Hauptbahnhof startet.

Für mehr Informationen:
www.gew.de/Bildungsstreik_2009_2.html
www.bildungsstreik2009.de

Redaktion 27.05.2009
Bremen, 27.05.2009 Heute werden in der Bürgerschaft die neuen Schulgesetze beschlossen. Auch wenn die parlamentarischen Mehrheiten dafür groß sind, wird der erhoffte "Schulfrieden" nicht eintreten, denn die Probleme des bremischen Schulwesens bleiben.

Mit dem geplanten 2-Säulen-Modell wird der sozialen Entmischung der Schülerschaft nicht entgegengewirkt. Die in letzter Zeit veröffentlichten Armutsstudien haben deutlich gemacht, dass auch in Bremen die soziale Spaltung zunimmt und ungleiche Bildungschancen in den einzelnen Stadtteilen bestehen. Je nach Wohngebiet und sozialer Herkunft weisen Kinder schon am Ende ihrer Grundschulzeit unterschiedliche Leistungen auf. Diese Benachteiligung wird in der weiteren Schulzeit noch verstärkt, u.a. durch die Tendenz zu Restschulen in armen Stadtteilen. Dieser soziale Skandal darf nicht einfach nur zur Kenntnis genommen werden. Deshalb fordert die GEW: Schulen und Kindereinrichtungen in sozial benachteiligten Quartieren müssen erheblich mehr unterstützt werden, personell, materiell, baulich und bei ihrer Schulentwicklung.

Das 2-Säulen-Modell wirkt dieser sozialen Benachteiligung nicht entgegen. Der "Schülertourismus" zu den Gymnasien und zu einigen bevorzugt angewählten zukünftigen Oberschulen bleibt bestehen. Gleichzeitig werden zusätzliche Probleme an den Schulen geschaffen:

Das neue Zugangsverfahren von der Grundschule in den 5. Jahrgang wird die Grundschularbeit pädagogisch negativ verändern, weil dieser einzig flächendeckend integrierten Schule nun eindeutig der Auftrag zum Aussortieren für das Gymnasium erteilt wird.

Die neuen Oberschulen sind als integrierte Schulen geplant. Das ist gut - nur fehlen ihnen für eine pädagogisch sinnvolle Mischung der Schülerschaft schon mal ca. 20% der Schülerschaft, die für die durchgehenden Gymnasien aussortiert sind. Mit diesem Start haben die Oberschulen den Makel der "zweiten Wahl". Durch zusätzliche gymnasiale Oberstufen an einzelnen Oberschulen und die Vorgabe, an einigen Standorten neben dem Abitur nach 13 Jahren auch das Abitur nach 12 Jahren anbieten zu müssen, will die Senatorin für Bildung das 2-Säulen-Modell gerichtsfest machen. Inhaltlich leidet der Umgestaltungsprozess darunter erheblich. Die parallel zu planenden Prozesse überfordern Schulen arbeitsmäßig und behindern sie an der notwendigen inhaltlichen und personellen Konzentration auf den integrativen Aufbau in der 5. Klasse.

Wenn die Oberschulen trotzdem Erfolge erzielen wollen, brauchen sie Förderung und bessere Rahmenbedingungen:

Fortführung der Unterstützung durch zusätzliche Lehrerzuweisung und Fortbildung über das erste Jahr hinaus und Einbeziehung aller Oberschulen in die Unterstützung
20 SchülerInnen pro Klasse
Umbau- und Renovierungsmaßnahmen, um Gruppen- und Jahrgangsteamarbeit zu befördern
Die Schulklassen sind wie in der Grundschule heterogen zusammengesetzt. Schulzeitverkürzungen oder das bilinguale Profil erfolgen individuell über Zusatzangebote. Alle Klassenbildungen, die sozial selektieren, müssen unterbleiben
Der von der CDU entfachte Kampagne für mehr und frühere leistungsmäßige Trennung der SchülerInnen in einzelnen Fächern muss eine klare Absage erteilt werden. Die Zielrichtung des Schulgesetzes einer gemeinsamen Schule auch für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf wird von der GEW unterstützt. Um das erfolgreich zu gestalten, müssen einerseits die notwendigen personellen und materiellen Vorraussetzungen geschaffen werden, andererseits sind dabei alle Schularten einzubeziehen. Die "Eine Schule für alle" wäre dazu am besten geeignet. Schließlich droht mit der Streichung der Oberstufenzentren im Schulgesetz auch deren reale Demontage, zumindest in der Stadt Bremen. Gerade diese erfolgreichen, hoch angewählten und angesehenen Schulen dürfen nicht beschädigt werden, sondern sind zu unterstützen!
Redaktion 25.04.2009
Bremen, 24.04.2009 Die Landesausscheidungen um den Einzug ins Finale des Schüler-Wettbewerbs "ecopolicyade - Regieren Kinder und Jugendliche besser als Politiker?" finden am Dienstag, dem 28. April, in Bremen statt.

Von 10 bis 12 Uhr werden im Haus der Wissenschaft, Sandstraße 4/5 (Olbers-Saal), die Schulzentren Albert Einstein, Lerchenstraße sowie Carl-Goerdeler-Straße um die Teilnahme spielen.

Wie regiert man ein Volk, wie schafft man Arbeit und Wohlstand? Mit dem Computerspiel "ecopolicy" lernen Schülerinnen und Schüler - ansprechend aufbereitet - wie strategische Entscheidungen ökologische, soziale und wirtschaftliche Zusammenhänge beeinflussen. Im Bundeswettbewerb "ecopolicyade" treten jährlich die besten Teams der Klassen 7 bis 10 aus allen Bundesländern den Wettstreit um die beste "Regierungsmannschaft" an. Zurzeit laufen in ganz Deutschland die Landesausscheidungen für das Finale im Juni in Berlin.

Pressekontakt zu dieser Meldung
Karla Götz
Pressereferentin der Senatorin für Bildung und Wissenschaft
Tel: 0421 - 361 2853
Fax: 0421 - 361 15542
Email: karla.goetz@bildung.bremen.de
Redaktion 15.04.2009
Bremen, 14.04.2009 Die Deputation für Bildung tagt diesen Donnerstag, 16. April, 10.15 Uhr, im Sitzungssaal 120 der Senatorin für Bildung und Wissenschaft, Rembertiring 8-12. Hauptpunkt der Tagesordnung ist die Aufstellung der Haushalte 2010 und 2011, nämlich der Produktplan Bildung und der Kamerale Haushalt.

Unter Verschiedenes erhalten die Deputierten Berichte über die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten (VERA 3) aus den Jahren 2007 und 2008 in den Grundschulen des Landes Bremen. Außerdem werden Ergebnisse der Vergleichsarbeiten VERA 8 im Fach Mathematik aus dem Jahr 2008 vorgestellt.

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