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Redaktion 18.02.2010
Kiel, 18.02.2010 "Das offensichtliche Scheitern des Volksbegehrens zur Wiedereinführung der Realschulen ist gut für die Schulentwicklung in Schleswig-Holstein. Jetzt sollte man den Schulen die Ruhe und die personelle Ausstattung geben, um erfolgreich gemeinsames Lernen aller Kinder umzusetzen", sagte Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Donnerstag, 18.2.10 in Kiel.

Er bezog sich auf einen NDR-Bericht. In dem hieß es, dass die Befürworter der Wiedereinführung der Realschulen in ihrem Volksbegehren nicht die notwendigen fünf Prozent der Stimmen erreicht hätten.

An die Regierungsparteien CDU und FDP appellierte der GEW-Landesvorsitzende, die im Januar durchgepeitschte Änderung des Schulgesetzes schleunigst rückgängig zu machen: "Da das Volk anscheinend keine Realschulen mehr will, brauchen wir diese Schulart nun auch nicht mehr im Schulgesetz."

Eindringlich warnte der GEW-Landesvorsitzende Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug (FDP) bei der geplanten Änderung des Schulgesetzes, die Realschule gleichsam durch die Hintertür wieder einführen zu wollen. "Die vom Bildungsminister angekündigte Einführung schulartbezogener Klassen an Gemeinschaftsschulen wird von der GEW entschieden abgelehnt. Gemeinsames Lernen ist das Markenzeichen der Gemeinschaftsschulen und nicht Aufteilen der Kinder in Klasse 5 auf verschiedene Schularten. Herr Doktor Klug muss endlich begreifen, dass die Zeit des dreigliedrigen Schulsystems vorbei ist.
Redaktion 20.08.2009
Ergebnisse des Wirtschafts-Leistungschecks sind Ansporn
Kiel, 20.08.2009 Schleswig-Holstein ist in Sachen Bildung und Hochschulbildung weiterhin auf dem richtigen Weg. Das geht aus dem "Bildungsmonitor 2009" (Datengrundlage: 2006/07) hervor, einer bundesweiten Studie, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft zum nunmehr vierten Mal vorgelegt hat.

"Wir nehmen erfreut zur Kenntnis, dass wir uns in der Punktwertung verbessert haben, bedauern aber, dass wir zugleich im Vergleich aller Länder zurückgefallen sind", sagte Bildungs- und Wissenschaftsstaatssekretär Jost de Jager heute (20. August) in Kiel. Die Studie bewertet, inwieweit das Bildungssystem eines Bundeslandes einen Beitrag zu mehr Wachstum leistet. Die Qualität des Bildungssystems - beispielsweise im Hinblick auf den Lernerfolg - wird dabei nicht bewertet

Schleswig-Holstein wird in dem Bericht insbesondere für die hohe Priorität bei den Ausgaben für Bildung im Landeshaushalt gelobt und auch dafür, dass den jungen Menschen während ihrer Bildungskarriere wenig Zeit verloren geht, etwa durch Klassen-Wiederholungen. Auch bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses mit der Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge gehört Schleswig-Holstein laut Bildungsmonitor zu den führenden Ländern. "Die Ergebnisse der Studie bestätigen, dass wir den aktuellen Bildungsherausforderungen mit den richtigen Konzepten begegnen", so de Jager. "Mit dem Umbau des Schulsystems hin zu mehr individueller Förderung können die Schülerinnen und Schüler ihre Potenziale noch besser ausschöpfen."

Allerdings zeige die Studie auch, dass Schleswig-Holstein in einigen Bereichen noch steigerungsfähig sei. "Diese Hinweise nehmen wir ernst und sehen sie als Ansporn, noch besser zu werden. Wir müssen uns beispielsweise auf dem Gebiet der Internationalisierung deutlich weiterentwickeln, auch wenn hier zuletzt schon einiges auf den Weg gebracht worden ist", sagte de Jager. So sei der Englischunterricht in der 3. und 4. Klasse inzwischen flächendeckend eingeführt.
Redaktion 04.08.2009
Kiel, 04.08.2009 Dazu stellt das Bildungsministerium fest: Ein Abkommen zwischen Kommunen und Land, das einen Elternanteil von 30 Prozent an den Betriebskosten für Kindertagesbetreuung zwingend vorsieht, existiert nicht. Das Land regelt über das Kindertagesstättengesetz lediglich, dass die Eltern "einen angemessenen Beitrag zu den Kosten der Kindertageseinrichtungen zu entrichten" haben (§ 25 Absatz 3 Satz 1 KiTaG). Die Höhe dieses Beitrags wird weder im Kindertagsstättengesetz noch in anderen Vorschriften vom Land bestimmt.

Insgesamt werden die Betriebskosten der Kindertageseinrichtungen aufgebracht durch Zuschüsse des Landes (Betriebskostenförderung 2009: 66,72 Mio. Euro), Teilnahmebeiträge oder Gebühren, Zuschüsse des örtlichen Trägers der öffentlichen Jugendhilfe (also den Kreisen und kreisfreien Städten), Zuschüsse der Gemeinden und Eigenleistungen des jeweiligen Trägers der Einrichtung.

Redaktion 22.07.2009
Kiel, 21.07.2009 " Peinlich und zutiefst unwürdig" nannte Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die Entlassung von Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave durch Ministerpräsident Peter Harry Carstensen.

"Ute Erdsiek-Rave war eine engagierte und streitbare Bildungsministerin, mit der wir uns immer heftige Auseinandersetzungen um bessere Bedingungen für die Bildung geliefert haben. Mit der Einführung der Gemeinschaftsschule in Schleswig-Holstein hat sie einen bildungspolitischen Meilenstein gesetzt. Anders als andere Bundesländer hat Schleswig-Holstein in den vergangenen Jahren alle Lehrerstellen wiederbesetzt und sogar neue Stellen geschaffen. Auch das ist ihr zuzuschreiben", sagte der GEW-Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Dienstag, den 21.07.09 in Kiel.

Matthias Heidn verschwieg nicht, dass es zwischen Erdsiek-Rave und der GEW in den vergangenen Jahren heftige Konflikte gegeben habe. "Anspruch und Wirklichkeit klafften in der Bildungspolitik zu oft auseinander. Die Ankündigung von Erdsiek-Rave bei ihrem Amtsantritt, den Lehrkräften keine weiteren Belastungen mehr aufbürden zu wollen, ohne sie an anderer Stelle zu entlasten, blieb leider ein frommer Wunsch." Arbeitszeitverlängerungen und Arbeitsverdichtungen hätten die vergangenen Jahre gekennzeichnet. Immer wieder habe die GEW kritisiert, erforderliche Änderungen in Schulen und Kindertagesstätten, ohne die notwendigen personellen Ausstattungen durchführen zu wollen.

Redaktion 13.07.2009
Lehrereinstellungen für kommendes Schuljahr auf gutem Weg
Kiel, 13.07.2009 Die landesweit zentralen Prüfungen zum Abitur sowie erstmals zum Realschul- und zum Hauptschulabschluss sind erfolgreich abgeschlossen. "Das Verfahren funktioniert und die Ergebnisse sind durchweg zufriedenstellend", sagte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave heute (13. Juli) in Kiel. "Anders als in anderen Bundesländern gab es keine Probleme mit Nachbesserungen von Benotungen, vorab bekannt gewordenen Aufgabenstellungen, technischen Pannen oder unlösbaren Aufgaben." Dazu habe auch beigetragen, dass die Aufgaben von Fachkommissionen erarbeitet und vor den Prüfungen auf ihre Eignung mit Schülerinnen und Schülern außerhalb Schleswig-Holsteins getestet wurden.

Sowohl für den Hauptschulabschluss als auch für den Realschulabschluss liegen die Durchschnittsnoten der drei Kernfächer jeweils zwischen 2,5 und 3,1 und damit im erwarteten Bereich, genauso wie der Anteil der nicht mehr ausreichenden Leistungen und der Umfang der Leistungsspitze. "Wir können also von einer gelungenen Premiere sprechen", so die Ministerin weiter. Beim Hauptschulabschluss (rund 13.000 Schülerinnen und Schüler) wurde im Fach Englisch mit 2,5 das beste Landesergebnis erzielt. Im Fach Mathematik beträgt die Durchschnittsnote 3,02, das Fach Deutsch liegt mit 2,75 dazwischen. Beim Realschulabschluss (rund 15.000 Schülerinnen und Schüler) liegen die Durchschnittsnoten bei 2,60 in Mathematik, 3,08 in Deutsch und 3,10 in Englisch.

Beim Abitur (rund 8.200 Schülerinnen und Schüler) hat sich der Gesamt-Notendurchschnitt von 2,58 im Jahr 2008 auf jetzt 2,56 verbessert. Die Durchschnittsergebnisse in den Kernfächern Deutsch mit 3,0 und Englisch mit 2,8 entsprechen den Werten des Vorjahres, im Fach Mathematik hat sich die Durchschnittnote leicht auf 2,8 gesteigert. Zentral geprüft wurden außerdem die Leistungskurse in den Fächern Französisch, Spanisch, Dänisch, Latein, Griechisch, Biologie, Physik und Chemie. So ist sichergestellt, dass jede Schülerin und jeder Schüler in mindestens einem Leistungsfach zentral geprüft wird. Die Prüfungen in den übrigen Fächern wurden dezentral abgenommen. Erdsiek-Rave: "Hier hat sich das Verfahren offensichtlich eingespielt - das zeigen vor allem auch die Rückmeldungen der beteiligten Lehrerinnen und Lehrer."

Dies gelte grundsätzlich auch für die Hauptschul- und Realschulabschlüsse. "Einzelne Verbesserungsvorschläge dazu werden bereits geprüft und so bald wie möglich umgesetzt." Diese bezögen sich vor allem auf die Realschulprüfungen bzw. Hauptschulprüfungen, die an Gymnasien, Realschulen und Gesamtschulen abgelegt werden, um Abgänger ohne Abschluss zu vermeiden. Es gehe unter anderem darum, Ausgrenzungen von Schülern zu vermeiden, Entscheidungsspielräume der Schulen zu erweitern, Prüfungsteile sinnvoller zu gewichten und die Lehrkräfte noch etwas zu entlasten.

Angesichts der vielen zusätzlichen Lehrerstellen im laufenden Jahr und der ebenfalls hohen Bedarfe in anderen Ländern betonte die Ministerin, dass Schleswig-Holstein bei den Lehrereinstellungen an den Gymnasien ebenso wie in den anderen allgemein bildenden Schularten auf einem guten Weg sei. "Nach dem derzeitigen Stand werden wir voraussichtlich alle dauerhaft zu besetzenden Stellen auch besetzen können."

Den Gymnasien stehen allein zum Schuljahr 2009/10 rund 370 zusätzliche Planstellen zur Verfügung. Hinzu kommen etwa 90 Stellen, die wiederbesetzt werden müssen und auch rund 60 befristete Stellen (z.B. Vertretungen für Elternzeit). "Ohne Zweifel ist es zuletzt schwieriger geworden, ausreichend viele geeignete Bewerber zu finden, gerade weil auch andere Bundesländer Lehrerstellen aufgestockt haben. Deshalb haben wir uns frühzeitig Gedanken gemacht und Ideen entwickelt, wie diese Herausforderung zu bewältigen ist", sagte Erdsiek-Rave.

In Schleswig-Holstein haben Referendarinnen und Referendare so bald wie möglich nach ihrem 2. Staatsexamen (Mindestnote befriedigend) ein unbefristetes Einstellungsangebot erhalten. Bei dringend benötigten Fächern wie Mathematik, Physik, Latein, Spanisch und Chemie oder bei schwer zu besetzenden Standorten würden sie bereits zum 1. August 2009 eingestellt, also einen Monat früher als üblich. "Mehrere Referendare und Referendarinnen aus anderen Bundesländern, die zum Teil schon im Mai fertig waren, haben wir bereits im laufenden Schuljahr dauerhaft eingestellt." Insgesamt hätten alle Referendare und Referendarinnen der Gymnasiallaufbahn aus Schleswig-Holstein ein Einstellungsangebot erhalten, wenn sie sich im Land beworben haben. Außerdem sollen 40 der zur Verfügung stehenden Planstellen für die Gymnasial-Laufbahn in 80 Referendarstellen umgewandelt werden. "Das ist vor allem in Hinblick auf die langfristige Sicherung der Unterrichtsversorgung eine richtige und wichtige Entscheidung."

Redaktion 08.07.2009
Ministerin Erdsiek-Rave: "Schub für Schulen und Wirtschaft"
Kiel, 08.07.2009 Bereits drei Wochen nach Ablauf der Bewerbungsfrist haben alle Kreise und kreisfreien Städte das Startsignal für Bauvorhaben im Zuge des Landesschulbauprogramms erhalten. "Ich freue mich, dass wir den Kommunen so schnell grünes Licht geben und ihnen neben dem Konjunkturprogramm II weitere erhebliche Mittel für der Schulbau zur Verfügung stellen können", sagte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave. "Das bedeutet einen Schub für die Schulen im Land, aber auch für die Betriebe, die die Projekte vor Ort umsetzen." Für insgesamt 196 Projekte mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 152 Millionen Euro (einschließlich Eigenanteil Kommunen) hat das Bildungsministerium jetzt die Zusagen herausgegeben.

Das Landesschulbauprogramm läuft parallel zum Sonderprogramm Konjunkturpaket. Damit fördert das Land den Schulbau in den Jahren 2009 bis 2011 zusätzlich mit insgesamt rund 41 Millionen Euro. Um Geld aus diesem Topf zu erhalten, konnten die Kreise und kreisfreien bis zum 15. Juni Prioritätenlisten einreichen. Erdsiek-Rave: "Im Unterschied zu den Mitteln aus dem Konjunkturpaket bestehen beim Schulbauprogramm keinerlei Auflagen, das heißt alle Arten von Um-, Neu oder Erweiterungsbauten können gefördert werden." Das Land übernimmt dabei bis zu 75 Prozent der Projektkosten.

Über den Investitionspakt stehen weitere Bundes- und Landesmittel in Höhe von zusammen rund 24,65 Millionen Euro zur Verfügung. Daraus können energetische Komplettsanierungen von Schulgebäuden in finanzschwachen Kommunen oder auch Neubauten in Gemeinden mit anerkannten Städtebauförderungsgebieten unterstützt werden. Vorhaben für diese Projektmittel können bis Mitte Juli angemeldet werden.

"So hohe Investitionen in die Bildungsinfrastruktur sind in Schleswig-Holstein ohne Beispiel", sagte die Ministerin mit Blick auf alle genannten Programme, die in diesem Jahr anlaufen. Allein im Rahmen des Konjunkturpakets II werden an Schulen und Kindertagesstätten landesweit mehr als 800 Projekte mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 248 Millionen Euro umgesetzt.

Redaktion 17.06.2009
Kiel, 17.06.2009 Die Zahlen haben es in sich: Schleswig-Holstein droht wie allen norddeutschen Bundesländern in den kommenden Jahren ein dramatischer Mangel an Lehrkräften und Erzieherinnen. 26735 Lehrerinnen und Lehrer befanden sich im Schuljahr 2006/2007 im Dienst. Im Schuljahr 2015/16 werden es nur noch 17082 sein. Ein Minus von 9653! Legt man die Zahl der Studienanfänger in Schleswig-Holstein zugrunde, wird in den Jahren 2013/2014 gerade noch jede zweite Stelle im Schuldienst zu besetzen sein, und zwar nur um die heutige unzureichende Personalversorgung zu gewährleisten. Bei den Erzieherinnen sieht es nicht besser aus. Damit 2015 kleine Kinder von ausgebildeten Erzieherinnen betreut werden können, müssen bis dahin jährlich mehr als 770 junge Erzieherinnen eingestellt werden. Wo die herkommen sollen, weiß auch niemand.

Die alarmierenden Befunde stammen aus einem Gutachten des renommierten Essener Bildungsforschers Professor Klaus Klemm für die fünf norddeutschen GEW-Landesverbände. Am Mittwoch, 17.6.09, stellte er es in Kiel gemeinsam mit dem GEW-Landesvorsitzenden Matthias Heidn vor. "Die Landesregierungen haben das Thema jahrelang verschlafen. Um endlich Klarheit für Lehrkräfte, Erzieherinnen, Eltern, Kinder und Jugendliche zu schaffen, haben wir daher dieses Gutachten in Auftrag gegeben", sagte der GEW-Landesvorsitzende Matthias Heidn.

"Machen Sie die Bildungsberufe endlich attraktiver! Setzen Sie sich für bessere Bedingungen in Kitas und Schulen ein, damit wieder mehr junge Menschen in die Bildungsberufe gehen!", appellierte er an die Bildungsministerin. Heidn sprach sich konkret für bessere Bezahlung, kleinere Gruppen und Klassen sowie niedrigere Unterrichtsverpflichtungen aus. Für die Erzieherinnen forderte er daneben eine generelle Aufwertung ihres Berufes durch eine Ausbildung an Fachhochschulen. Kurzfristig sollten die Zahl der Ausbildungs- und Studienplätze sowie der Stellen für Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter angehoben werden, so Heidn. "Viele Hochschulabsolventen müssen unnötig lange warten, bis sie mit dem Referendariat beginnen könnten. Mehr Stellen wären hier die Lösung."

Professor Klemm verwies darauf, dass sich in den vergangenen Jahren viel zu wenige Abiturienten für ein Lehramtsstudium entschie­den hätten. Hinzu komme die hohe Abbrecherquote von 40 Prozent im Studium und von 10 Prozent im Referendariat. Um dem Lehrermangel zu begegnen, plädierte er dafür, die Studienbedingungen an den Universitäten und die Personal­situation in der Lehrerbildung und nachdrücklich zu verbessern.

Der Essener Bildungsforscher stellte zwei Varianten für die Bedarfsabschätzung vor. Bei der ersten geht er davon aus, dass die gegenwärtige Schüler/Lehrer-Relation erhalten bleibt. Sinkende Schülerzahlen ziehen also entsprechend weniger Lehrerstellen nach sich. Diese Variante geht in den Jahren 2010 bis 2015 von einem jährlichen Ersatzbedarf an Lehrkräften von etwa 819 Personen aus. Dem stehen dann aber nur 418 Absolventen von schleswig-holsteinischen Universitäten gegenüber.

Die zweite Bedarfsabschätzung sieht vor, dass die durch die demographisch bedingte Reduktion der Schülerzahlen frei werdenden Mittel (´Demographierendite´) weiter dem Schul­system zur Verfügung stehen werden. Damit könnten beispielsweise Ganztagsschulen ausgebaut und Klassenfrequenzen verkleinert werden. Diese Variante ist durch die Erklärung der Ministerpräsidenten auf dem Dresdener ´Bildungsgipfel´ im Herbst 2008 weitgehend gedeckt. In dieser Erklärung heißt es: "So weit sich aus der demografischen Entwicklung Ressourcenspielräume ergeben, werden die Länder sie insbesondere zur Verbesserung der Bildungsqualität nutzen." Bei dieser Variante muss sogar von einem jährlichen Bedarf von 1205 Stellen ausgegangen werden, für die wiederum pro Jahr nur 418 junge Lehrkräfte aus Schleswig-Holstein zur Verfügung stehen. Verschärft werden die Probleme in den Schulen bei beiden Varianten noch dadurch, dass die zur Verfügung stehenden Absolventen mit ihren studierten Lehrämtern und Fächern erfahrungsgemäß die Schulformen und die Fachnachfrage nicht ab­bilden werden.

Im Erzieherinnenbereich führen der Ersatzbedarf und die für 2013 vereinbarte Versorgungsquote in Krippen von 35 Prozent zu einem Gesamtbedarf von 6184 Erzieherinnen bis 2015. Um ihn zu decken, müssten jährlich durchschnittlich 773 Erzieherinnen und Erzieher eingestellt werden. Wegen der komplexen Datenlage ließen sich Aussagen über die konkrete Bedarfsdeckung nicht treffen. Bundesweite Untersuchungen gingen aber allein für den Krippenbereich von einem Personalmangel von 27000 Personen aus.

Redaktion 11.05.2009
"Über 12 Millionen Euro für Modernisierung der Forschungseinrichtungen"
Kiel, 11.05.2009 Kräftiger Schub für Wissenschaft und Wirtschaft in Schleswig-Holstein: Sechs Wochen nach dem Beschluss zur Umsetzung des Konjunkturpakets II hat Wirtschaftsminister Dr. Jörn Biel heute (11. Mai) die ersten sieben Förderbescheide aus dem Programm unterzeichnet. Danach werden allein außeruniversitäre Forschungseinrichtungen im Land mit 12,3 Millionen Euro unterstützt. "Wir wollen die beiden Konjunkturpakete konsequent für Zukunftsinvestitionen in den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Schleswig-Holstein nutzen und werden mit insgesamt über 570 Millionen Euro deutliche Wachstumsimpulse für unser Land setzen", sagte Biel.

Nach den Worten von Wissenschafts-Staatssekretär und UKSH-Aufsichtsratschef Jost de Jager stehen allein für Forschung und Lehre insgesamt knapp 103 Millionen Euro zur Verfügung (davon 77 Millionen Euro Bundesmittel). Davon wird rund die Hälfte ins Universitätsklinikum investiert. "Darin spiegelt sich die Prioritätensetzung dieser Landesregierung wider - und zugleich legen wir ein weiteres klares Bekenntnis zu unserem Universitätsklinikum ab", sagte de Jager.

Folgende Forschungsstätten erhalten in den nächsten Tagen Zuwendungsbescheide:

Das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) erhält knapp sechs Millionen Euro für die Generalüberholung und Modernisierung des 32 Jahre alten Forschungsschiffs "ALKOR" und der vor 18 Jahren in Dienst gestellten "POSEIDON". Zusätzlich wird die wissenschaftliche Ausrüstung modernisiert. Biel: "Diese Investition ist wichtig und nötig, um den Meeresforschern auch in den nächsten Jahren durch eine moderne Flotte beste Voraussetzungen für Erfolge im wissenschaftlichen Wettbewerb zu bieten."

Die Stiftung Forschungszentrum Borstel erhält drei Millionen Euro für die Sanierung und Modernisierung der Forschungsabteilung der Medizinischen Klinik. Im Fokus der Forschung steht die grundlagen- und patientenorientierte Gesundheitsforschung auf dem Gebiet der Lungen- und Bronchialerkrankungen. Die Mittel werden eingesetzt, um das zwischen 1967 und 1969 errichtete Gebäude auf zeitgemäße Standards zu modernisieren. Biel: "Ziel des Projekts ist, die medizinischen Funktionsabläufe und die betriebswirtschaftlichen Anforderungen zu optimieren. Die Sanierung und Modernisierung des auf die Krankenversorgung spezialisierten Teils der Borsteler Klinik wird vom Sozialministerium gefördert.

Weitere zwei Millionen Euro erhält das Forschungszentrum Borstel für den Erwerb eines neuen Kernresonanz-Spektrometers (NMR). Das neue Gerät soll einerseits dazu beitragen, die Borsteler Strukturbiologie auf ihrem bisherigen hohen internationalen Stand zu halten und andererseits in neue Dimensionen der dynamischen Strukturanalyse führen.

Das Alfred-Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) erhält 850.000 Euro die Modernisierung und den Ausbau des Forschungstauchzentrums auf Helgoland. Mit den Mitteln soll das AWI-Tauchzentrum der Biologischen Anstalt Helgoland (BAH) modernisiert und international wettbewerbsfähig gemacht werden. Das Vorhaben umfasst die Sanierung und den Ausbau des bestehenden Tauchzentrums und der dazugehörigen Anlagen zu einem modernen Forschungstaucherzentrum. Damit können zukünftig neben eigenen auch internationale Forschungstaucher auf Helgoland ausgebildet werden. Nach Einschätzung von Biel sind darüber hinaus auch positive wirtschaftliche Effekte für die Insel Helgoland insgesamt zu erwarten.

Nach den Worten von de Jager sind für die Hochschulen und das Klinikum überwiegend Bauprojekte mit dem Ziel energetischer Sanierung vorgesehen. Unter anderem:

an der Christian-Albrechts-Universität Neubauten eines Hörsaal- und Seminargebäudes (zusammen knapp 11 Millionen Euro) sowie eines Bürogebäudes
am UK S-H die Herrichtung herzchirurgischer OP's in Lübeck (ca. 6 Millionen. Euro)
und in Kiel Teilsanierungen der Augenklinik und der HNO-Klinik in Kiel (ca. 4,8 Millionen Euro) sowie die Erneuerung der Isolierstation der 1. Medizinischen Klinik.
Wie Biel weiter sagte, setzt Schleswig-Holstein aus dem Konjunkturpaket unter anderem 15, 5 Millionen Euro für die Ausbesserung des Straßennetzes ein (Medieninformation vom 5. Mai) und erhält zudem über das Sonderprogramm GRW (Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Regionalen Wirtschaftsstruktur) 15 Millionen Euro Bundesmittel, die mit 15 Millionen Euro Landesmitteln kofinanziert werden. Zu den bedeutendsten Projekten, die aus dem GRW-Sonderprogramm finanziert werden, gehört der Bau des Neuen Hafens am Nord-Ostsee-Kanal in Osterrönfeld. Die Fertigstellung ist bis zum Ende des Jahres 2010 geplant.

Mehr zum Konjunkturprogramm: www.konjunkturprogramm.schleswig-holstein.de

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Redaktion 22.04.2009
Kiel, 22.04.2009 Um die Schulen bei der Umsetzung der Schulreformen in Schleswig-Holstein zusätzlich zu unterstützen, setzt das Bildungsministerium weitere Fortbildungs- und Entlastungsangebote für Lehrkräfte um. Das kündigte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave heute (22. April) in Kiel an: "In unseren Schulen vollzieht sich derzeit ein tiefgreifender Wandel. Die Kollegien arbeiten mit hohem Engagement am Umbau der Schullandschaft und an der Weiterentwicklung Ihrer Schulen. Sie haben über den Unterricht hinaus viel Neues zu bewältigen, dem sie sich mit einem bewundernswerten Einsatz widmen."

Auch um für diese Aufgaben zusätzliche Freiräume zu schaffen, seien im Doppelhaushalt 2009/10 mehr als 1.100 zusätzliche Lehrerstellen über alle Schularten hinweg eingeplant. "Die meisten davon kommen den Schulen noch im laufenden Jahr zugute, einige dieser Stellen sind bereits besetzt worden", so Erdsiek-Rave weiter. "Das wird die Unterrichtssituation weiter entspannen."

Darüber hinaus seien nach mehreren Gesprächen mit der Lehrergewerkschaft GEW und den Lehrerverbänden weitere Verbesserungen vorgesehen:

Allen Lehrkräften, die an längerfristigen Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen, wird vom nächsten Schuljahr an eine Stundenentlastung von zwei Lehrerwochenstunden gewährt. Der daraus entstehende Vertretungsunterricht an den Schulen kann aus Mitteln der Initiative "Jede Stunde zählt" finanziert werden.

Die 2008 eingeführten beiden Schulentwicklungstage pro Schuljahr stehen jeder Schule auch im Schuljahr 2010/11 zur Verfügung. Das Bildungsministerium setzt sich dafür ein, dass diese über die laufende Legislaturperiode hinaus bis zum Abschluss des Reformprozesses im Schuljahr 2015/16 zur Verfügung stehen werden.

Lehrerinnen und Lehrer, die im Frühjahr 2009 die schriftlichen Arbeiten im Zuge der zentralen Prüfungen zu den Realschul- und den Hauptschulabschlüssen korrigiert haben, erhalten einmalig einen Korrekturtag, um den Mehraufwand durch den verpflichtenden Probelauf auszugleichen. Falls es auch im kommenden Schuljahr eine verpflichtende Probearbeit gibt, ist ebenfalls ein Korrekturtag vorgesehen.

Es wird eine Evaluation der Hauptschul-Abschlussprüfungen an Gesamtschulen und der Realschul-Abschlussprüfungen an Gymnasien geben, auch um durch daraus abzuleitende Veränderungen Lehrerinnen und Lehrer weiter zu entlasten.

Fortbildungsveranstaltungen für Schulleiterinnen und Schulleiter sollen statt am Wochenende vermehrt am Freitag angeboten werden, da sie an diesem Wochentag ohnehin nicht im Unterricht eingeplant sind.

Das Aus- und Fortbildungsinstitut IQSH erhält die Möglichkeit insgesamt mehr ganztägige Lehrerfortbildungen anzubieten, unter anderem wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer besonders lange Anfahrtswege haben.

Das IQSH erstellt thematische Handreichungen zur Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen, in Arbeit sind unter anderm eine Handreichung zu Zeugnisformularen, zu Kompetenzrastern und für den Bereich Naturwissenschaften.

Die kostenfreien Supervisionsangebote des IQSH werden ausgeweitet.

Darüber hinaus werden das Bildungsministerium, die GEW und die Lehrerverbände eine gemeinsame Arbeitsgruppe zum Thema "IQSH-Veranstaltungen zur Vermeidung der Dienstunfähigkeit" einrichten.

Die Ministerin betonte, dass diese Maßnahmen sinnvolle Ergänzungen des bestehenden Unterstützungskonzeptes im Zuge der Schulreformen seien. Sie wies darauf hin, dass die Schulen bereits seit Beginn der Reformprozesse auf umfangreiche Fortbildungen, Orientierungshilfen und häufig auch zusätzliche Lehrerstunden zurückgreifen könnten.

Die zwei Schulentwicklungstage ermöglichten den Lehrerkollegien beispielsweise, sich intensiv mit der Eingangsphase in der Grundschule, pädagogischen Konzepten an den Gemeinschaftsschulen und Regionalschulen oder die Weiterentwicklung der beruflichen Schulen zu Regionalen Berufsbildungszentren zu beschäftigen. "Auch die Angebote zur Lehrerfortbildung außerhalb der Unterrichtszeiten am Nachmittag und an den Wochenenden werden sehr gut angenommen. Das Interesse der Lehrerinnen und Lehrer ist groß. Die Teilnehmerzahlen sind in den vergangenen Jahren stetig gewachsen." Leitlinie müsse bleiben, dass Unterrichtsausfall durch Fortbildung weitestgehend vermieden wird.

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Redaktion 03.04.2009
Kiel, 03.04.2009 Im Kieler Haus des Sports sind heute (2. April) Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Vertreter der Kommunalpolitik und -verwaltung, der Jugendhilfe, Schulleiter und Schulleiterinnen, schulische Kooperationspartner und weitere Interessierte zusammengekommen, um sich über die Entwicklung regionaler Bildungspartnerschaften zu informieren und neue Impulse für die Praxis zu diskutieren. Nach der Auftaktveranstaltung im letzten Jahr hatten dazu erneut das Bildungsministerium und das Sozialministerium, die Serviceagentur "Ganztägig lernen", der Städteverband Schleswig-Holstein, der Schleswig-Holsteinische Gemeindetag und der Landkreistag eingeladen.

"Die Zusammenarbeit mit Partnern im regionalen Umfeld ist eine zentrale Voraussetzung für zeitgemäße Schule. Bildungspartnerschaften bieten die Möglichkeit, trotz des demografischen Wandels auch künftig flächendeckend gute und vielfältige Bildungsangebote zu verwirklichen", sagte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave. "Deshalb wollen wir das Denken und Handeln in Bildungsregionen befördern. Das sollte alle Bildungsangebote vor Ort einschließen, von der frühkindlichen Bildung bis hin zur beruflichen Bildung, zur Weiterbildung und zu den Hochschulen." In vielen Kommunen arbeiteten die unterschiedlichen Akteure (zum Beispiel Schulen, Kindertagesstätten, Jugendhilfe, Volkshochschulen) bereits erfolgreich zusammen. Dabei seien vor allem die Ganztagsschulen wichtige Impulsgeber. Für deren Ausbau stelle das Land erhebliche Haushaltsmittel und zusätzliche Stellen bereit.

"Lokale Bildungspartnerschaften sind eine große Chance für alle Beteiligten, in gemeinsamer Verantwortung eine zukunftsweisende Bildungs-, Familien- und Sozialpolitik zu gestalten, die allen Kindern und Jugendlichen zugute kommt", sagte Sozialministerin Dr. Gitta Trauernicht. "Bildungsprozesse vollziehen sich vor Ort, im lokalen Raum, hier ist die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen, hier gehen sie zur Schule und erfahren soziales Miteinander." Eine erfolgreiche Förderung aller Entwicklungs- und Bildungsmöglichkeiten junger Menschen könne nur gelingen, wenn soziales und schulisches Lernen einhergingen und alle für Bildung und Erziehung Verantwortlichen inklusive der Eltern in Vernetzungsstrukturen eingebunden würden, so die Ministerin weiter.

Jochen von Allwörden, Geschäftsführer des Städteverbandes Schleswig-Holstein, erklärte für die Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Landesverbände: "Eine zeitgemäße Bildungsinfrastruktur hat eine entscheidende Bedeutung für die individuelle Zukunft der Einwohnerinnen und Einwohner sowie für die Konkurrenzfähigkeit und Entwicklungsmöglichkeiten einer Region. Dafür müssen die jeweiligen Akteure in den Städten, Gemeinden und Kreisen an einem Strang ziehen und die Ressourcen vor Ort gebündelt sowie klug, effektiv und ökonomisch eingesetzt werden. Regionale Bildungspartnerschaften sind ein Instrument der Kooperation, das die Lebenszusammenhänge der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen einer Region erfasst. Sie können damit zu einem wichtigen Standortfaktor für die Kommunen werden."

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