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Redaktion 11.02.2012
Hannover, 08.02.2012 Auch im kommenden Schuljahr werden alle neuen Ganztagsschulen in Niedersachsen mindestens eine Grundausstattung in Form von Lehrerstunden oder Geld erhalten.

"Das Land Niedersachsen unterstützt auch 2012/13 alle neuen Ganztagsschulen. Wir statten trotz der angespannten Haushaltslage alle Ganztagsschulen zum Start so aus, wie es auch in den letzten Jahren üblich gewesen ist. Schulleitungen, Schulträger und Eltern können sich auf die Landesregierung verlassen", sagte Kultusminister Dr. Bernd Althusmann heute in Hannover.

Bislang liegen insgesamt 173 Anträge auf Ganztagsschulen vor. Da die Antragsfrist für die neuen Oberschulen zum kommenden Schuljahr noch bis Ende Februar läuft, können noch Anträge für diese Schulform abgegeben werden. "Bereits jetzt steht fest, dass die Finanzierung für alle Schulen gesichert ist - auch für die Oberschulen, die noch hinzukommen", sagte der Minister. Oberschulen haben derzeit die Wahl, welche Form der Ganztagsschule sie einführen wollen - die offene Ganztagsschule oder die teilgebundene Form. An teilgebundenen Ganztagsschulen nehmen die Schülerinnen und Schüler an zwei Tagen pro Woche am Ganztagsangebot teil, in offenen Ganztagsschulen ist die Teilnahme freiwillig.

Derzeit arbeiten in Niedersachsen 1.311 Ganztagsschulen, rund achtmal so viele wie noch 2003. Die weitaus meisten dieser Schulen sind offene Ganztagsschulen. Für die Ausstattung der Ganztagsschulen wendet das Land Niedersachsen jährlich mehr als 86 Mio. Euro auf.
Redaktion 21.02.2011
Hannover, 21.02.2011 Der Niedersächsische Kultusminister Dr. Bernd Althusmann hat heute über den Stand der Vorbereitungen zur Abiturprüfung 2011 informiert. Am 26. März beginnen die schriftlichen Prüfungen. "Nicht nur die angehenden Abiturientinnen und Abiturienten, auch unsere Schulen sind auf das Abitur 2011 umfassend vorbereitet. Wir rechnen im doppelten Abiturjahrgang mit etwa 50.000 Abiturientinnen und Abiturienten, das sind etwa doppelt so viele wie in den Jahren zuvor. Unsere Schulen werden die große Herausforderung in professioneller Weise erfolgreich meistern", sagte der Kultusminister in Hannover.

Zugleich wies Althusmann darauf hin, dass die praktische Durchführung des "Doppelabiturs" eine große Herausforderung für die Schulen sei – die Lehrerinnen und Lehrer müssen beispielsweise rund 200.000 schriftliche Klausuren korrigieren (rund 50.000 Schüler und jeweils vier schriftliche Prüfungsfächer). "Die Schulen verfügen inzwischen über Organisations- und Prüfungserfahrung und werden die praktische Abwicklung der Prüfungen mit so vielen Teilnehmenden sowie die Betreuung und Aufsicht der Schülerinnen und Schüler während der Prüfungsklausuren bewältigen können", sagte Althusmann.

Zu den Besonderheiten des Abiturs 2011, bei dem es einige Erleichterungen für die Schulen gibt, zählen insbesondere:

* Die einzelnen Fachprüfungsausschüsse werden auf jeweils zwei Mitglieder reduziert (sonst drei). Sollte in einem Fachprüfungsausschuss einmal kein Einvernehmen über die Bewertung der Prüfungsleistung erzielt werden, setzt das vorsitzende Mitglied der Prüfungskommission die Bewertung fest. Dabei kann sich die oder der Vorsitzende des Sachverstandes einer weiteren Fachlehrkraft der Schule bedienen.
* Die im "Doppelabitur" eingesetzten Referentinnen und Referenten sowie die Prüferinnen und Prüfern erhalten mit Blick auf die besonderen Belastungen in der Abiturprüfung nach dem Ende des Unterrichts im letzten Schulhalbjahr eine umfangreiche Entlastung: Nach dem Ende der Prüfungen nicht mehr zu erteilende Stunden gelten, anders als in den Jahren zuvor, grundsätzlich als erteilt.
* Ferner wird davon abgesehen, in dieser arbeitsintensiven Phase an den Gymnasien und den Kooperativen Gesamtschulen mit "Doppelabitur" ausstehende Schulinspektionen und sonst übliche Vergleichsarbeiten durchzuführen.
* Die Ferienzeiten wurden frühzeitig so festgelegt, dass die Vorbereitungszeiten für die Schülerinnen und Schüler ebenso wie die Korrekturzeiten für die Lehrkräfte ausreichend lang sind. So endete das dritte Schulhalbjahr der insgesamt zweijährigen Qualifikationsphase bereits vor Weihnachten, das vierte endet – auch auf besonderen Wunsch des Landesschülerrats – bereits am 21. März. Der Haupttermin des schriftlichen Abiturs liegt dieses Jahr ausnahmsweise vollständig vor den Osterferien.

Darüber hinaus wies der Kultusminister darauf hin, dass das bewährte niedersächsische Zentralabitur in diesem Jahr zum sechsten Mal durchgeführt wird. "Wir gewährleisten die hohe Qualität unseres Abiturs und die Vergleichbarkeit der Abschlüsse auch im Vergleich mit anderen Ländern", sagte Dr. Bernd Althusmann.

Die erste Zentralabitur-Prüfung wird in diesem Jahr am 26. März stattfinden – die schriftliche Klausur im Fach Deutsch. Am 13. April findet die letzte schriftliche Prüfung statt, dann folgen ab 3. Mai die mündlichen Prüfungen, dann noch die Nachschreibtermine und mündlichen Nachprüfungen. Am 25. Juni haben es dann alle Beteiligten geschafft: Dies ist der letzte Termin zur Ausgabe der Abiturzeugnisse.
Redaktion 12.02.2011
Hannover, 11.02.2011 Das Kultusministerium hat die neue "Verordnung für die Schulorganisation" zur Veröffentlichung freigegeben. Sie regelt beispielsweise die Größe von Schulen, Kriterien für die Standortwahl und die erforderliche sowie die höchstmögliche Zahl der Parallelklassen.

"Mit der Verordnung schreiben wir bewährte Grundlagen zur Gestaltung der Schullandschaft vor Ort fort und passen sie zugleich an die veränderten Rahmenbedingungen an. Auch in Zeiten des Schülerrückgangs bieten wir den kommunalen Schulträgern damit eine verlässliche, zukunftsfeste Rechtsgrundlage", sagte Kultusminister Dr. Bernd Althusmann.

Die neue Verordnung sieht unter anderem vor, dass zur Stärkung des Schulangebots insbesondere im ländlichen Raum die Zusammenfassung von sehr kleinen Haupt- und Realschulen weiter erleichtert wird: Künftig genügt es, wenn es in jedem Schulzweig je Jahrgang eine Klasse gibt. Bei schulorganisatorischen Entscheidungen – beispielsweise bei Gesamtschulneugründungen – wird ein zehnjähriger Prognosezeitraum festgeschrieben. Vorschriften zur geplanten Oberschule erhält die Verordnung noch nicht – ein Gesetzentwurf zur Schulstruktur befindet sich derzeit in der parlamentarischen Beratung. Weiter ist vorgesehen, dass die bereits angekündigte künftige Ausnahmeregelung bei den Genehmigungsvoraussetzungen für Integrierte Gesamtschulen im Zuge des laufenden Gesetzgebungsverfahrens in die Verordnung eingefügt werden soll.
Redaktion 18.01.2011
Hannover, 18.01.2011 Kultusminister Dr. Bernd Althusmann fordert die Schulleitungen von Ganztagsschulen auf, in Zweifelsfällen bei Vertragsabschlüssen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ganztagsbetrieb die Beratungsangebote der Niedersächsischen Landesschulbehörde zu nutzen.

"Unser Ziel ist es, die eigenverantwortlichen Schulen bei sozialversicherungsrechtlichen Fragen bestmöglich zu begleiten und zu unterstützen. Die Niedersächsische Landesschulbehörde hat bereits vor einigen Monaten ein Team von Fachleuten zusammengestellt, das Ganztagsschulen umfassend berät", sagte Althusmann. "Die Beratung wird bereits intensiv in Anspruch genommen, aber zum bevorstehenden Schulhalbjahreswechsel ergeben sich an manchen Schulen Fragen", sagte Althusmann weiter.

Zum 1. Februar wird der neue Erlass "Regelungen zum Einsatz von außerschulischen Fachkräften im Zusammenhang mit ganztagsspezifischen Angeboten" uneingeschränkt wirksam. Er sieht unter anderem vor, dass zur Absicherung der einzelnen Schulleitungen Dienstleistungsverträge an Ganztagsschulen vor Abschluss der Landesschulbehörde zur Prüfung und Zustimmung vorzulegen sind. Die Niedersächsischen Landesschulbehörde wird in den nächsten Tagen alle Schulleitungen von Ganztagsschulen kontaktieren und auf das Beratungsangebot hinweisen. Schulen können sich eine Handreichung und weiterführende Informationen im für Schulen zugänglichen Bereich des Internetangebots der Behörde herunterladen.
Redaktion 12.11.2010
Hannover, 12.11.2010 Die Niedersächsische Direktorenvereinigung reagiert mit Unmut und Empörung auf die in der Presse veröffentlichten Pläne des niedersächsischen Kultusministers Dr. Althusmann, die Oberschule nicht als kooperative, sondern als integrative Schulform einzurichten.

Hatten der Kultusminister und die CDU zu Beginn der Veröffentlichung der Pläne noch den kooperativen Charakter der neuen Schulform eindeutig in den Vordergrund gerückt, weisen öffentlich getätigte Äußerungen des Kultusministers und der schulpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion in den letzten Tagen eindeutig in Richtung einer weiteren integrierten Schulform. Es kann keinerlei Zweifel mehr daran bestehen, dass der vorgesehene Gesetzentwurf sich eindeutig an den Strukturen der Integrierten Gesamtschule orientiert, weil entsprechende Interessengruppen dies fordern.

Die Direktorenvereinigung wendet sich auch mit großer Entschiedenheit gegen jetzt offenkundig werdende Pläne, von der Fünfzügigkeit der Integrierten Gesamtschulen abzurücken und schon jetzt die Vierzügigkeit bei der Einrichtung neuer Gesamtschulen zuzulassen. Durch die vom Kultusminister immer wieder vorgebrachte These, die neue Oberschule sei neben dem Gymnasium die "zweite Säule", wird durch die Hintertür eine weitere integrative Schulform als Regelschule zu Lasten des Gymnasiums auf den Weg gebracht.

Die Niedersächsische Direktorenvereinigung hat immer wieder ihre Kooperationsbereitschaft im Hinblick auf die Weiterentwicklung des niedersächsischen Schulwesens deutlich gemacht. Einer kooperativen Zusammenführung von Haupt- und Realschule steht die Direktorenvereinigung nach wie vor positiv gegenüber. Sie wehrt sich aber mit Entschlossenheit gegen alle Pläne, die zu Lasten des Gymnasiums gehen. Die Oberschule, so wie sie sich in den letzten Tagen strukturell herauskristallisiert hat, ist eine weitere integrative Schulform, die zwangsläufig dazu führen wird, dass die Gymnasien erheblich an Schülerinnen und Schülern verlieren werden, weil die Oberschule bei mindestens 3 Zügen auch einen Gymnasialzweig und eine gymnasiale Oberstufe anbieten kann. Benachbarte Gymnasien werden viele Schülerinnen und Schüler verlieren, ja die Existenz dieser Gymnasien wird ernsthaft bedroht sein. Durch die Verschiebung der Entscheidungshoheit auf die Kommunen gibt es darüber hinaus keine Regulative mehr, einer derartigen Entwicklung Einhalt zu gebieten. Das Land zieht sich aus seiner Verantwortung für das gymnasiale Schulwesen zurück.

Alle in der Presse publizierten Pläne des Ministers, die Schulstrukturreform diene der Stärkung des Gymnasiums, werden durch die neueste Entwicklung ad absurdum geführt. Die neue Oberschule ist eine akute Gefahr für die Zukunft des Gymnasiums, weil sie eine Parallelwelt suggeriert, die de facto die Eltern beruhigen soll und den Schulträger beflügeln wird. Sie suggeriert einen "dritten Weg", der am Ende erfolgreiche gymnasiale Schulbildung verkündet. Die neue Oberschule leistet einem integrierten System Vorschub, das unter dem Motto "gemeinsames Lernen" Vertrauen stiftet und Akzeptanz erhalten wird. Dies insbesondere bei Schulträgern, Kommunen und Eltern, die für ihr Kind den leichteren Weg erhoffen als das Abitur nach 12 Jahren, das vielerorts fälschlicherweise mit Strapazen, Wegfall der Kindheit etc. konnotiert wird. Der Gymnasialzweig in der Oberschule wird eine Einbahnstraße werden, die einen drastischen Rückschritt in der Qualitätsentwicklung von Bildung und Ausbildung in Niedersachsen markiert. Bremer Verhältnisse sollten ein warnendes Beispiel sein.

Die Niedersächsische Direktorenvereinigung kann es nicht hinnehmen, dass durch die Hintertür das Gymnasium in Niedersachsen entscheidend geschwächt wird. Alle Versicherungen, die neue Schulstruktur solle das Gymnasium stärken, sollen offenbar nur dazu dienen, die Interessenvertretungen des Gymnasiums bis zur Einführung der neuen Schulform ruhig zu halten.

Darüber hinaus wehrt sich die Direktorenvereinigung vehement dagegen, dass nach den jetzigen Plänen des Kultusministers das Gymnasium hinsichtlich der personellen und sächlichen Ausstattung gegenüber den Gesamtschulen und der Oberschule weiterhin in unvertretbarer Weise benachteiligt bleibt.

Nach Ansicht der Niedersächsischen Direktorenvereinigung ist Niedersachsen dabei, sich von der Qualitätsorientierung des Schulwesens zu verabschieden und eine unkontrollierte Beliebigkeit der Schulstruktur in den Regionen zu entwickeln. Erste konkrete Rückmeldungen der kommunalen Schulträger belegen diese These.

Die Struktur der Oberschule, so wie sie in den letzten Tagen über das Ministerium und über die schulpolitischen Sprecher der CDU kommuniziert worden ist, ist eine Kampfansage an das Gymnasium und an ein leistungsfähiges Schulwesen in Niedersachsen!

Heidrun Korsch
Vorsitzende der Niedersächsischen Direktorenvereinigung
Redaktion 07.11.2010
Hannover, 04.11.2010 Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft stimmt der Forderung des Landeselternrats zu, dass ein Schulkonsens in Niedersachsen notwendig ist. "Eltern, Schulträger und Kollegien erwarten, dass eine auch nach den Landtagswahlen haltbare zukunftsfähige Lösung der Schulstruktur gefunden wird, die bei sinkenden Schülerzahlen auch im ländlichen Raum den gewachsenen Bildungsansprüchen Rechnung trägt", betont der Landesvorsitzende Eberhard Brandt.

Integrierte Gesamtschulen müssten zu den gleichen Konditionen antreten dürfen wie Oberschulen, sonst sei ein Konsens ausgeschlossen. Die GEW erwarte von Ministerpräsident McAllister und Kultusminister Althusmann, dass sie sich in der Koalition durchsetzten. "Beide wissen, wie notwendig ein Schulkonsens ist. Es wäre unverständlich, wenn diese strategisch denkenden Spitzenpolitiker so schnell Widersprüchen der FDP und aus der CDU-Fraktion nachgäben. Der Ruf, eine lahme Ente zu sein, passt nicht zu ihnen", kommentiert der GEW-Vorsitzende und appelliert an die Koalition, sich noch einmal einen Ruck zu geben.

Wenn die Regierung daran festhalte, ihr eigenes Modell nicht unter den Bedingungen fairer Konkurrenz gegenüber der IGS anzubieten, sei sie offenbar nicht von seiner Qualität überzeugt. Es sei nicht zu erklären, warum ein aus einer Klasse bestehender Gymnasialzug an einer dreizügigen KGS den gymnasialen Bildungsgang besser abbilde als eine vierzügige IGS.

Auch im ländlichen Raum beanspruchten Schulträger und Eltern eine IGS, die ohne Turbovorschrift bis zum 10. Jahrgang für alle Schüler gemeinsamen Unterricht anbiete und bis dahin alle Schulabschlüsse offen halte. Die IGS sei eine gute Voraussetzung, genügend Kinder mit einer Realschul- und einer Gymnasialempfehlung in einer wohnortnahen Schule zu binden.

Das Gymnasium sei die stabilste Schulform. Es werde von über 40 Prozent der Grundschüler angewählt.

"Darin liegt ja gerade die Konsens-Idee, um die sich die GEW mit Landeselternrat, anderen Bildungsverbänden und den Oppositionsparteien sowie den Spitzenorganisationen der Schulträger bemüht: Die Schulformen Gymnasium und IGS müssen respektiert werden", erklärt Eberhard Brandt. Die Hysterie des Philologenverbandes entbehre jeder Grundlage.

Die GEW halte das sogenannte Oberschulmodell nicht für zukunftsfähig. Unter dem Etikett "Oberschule" würden zwei altbekannte Schulformen vorgestellt: die kooperative Haupt- und Realschule und die kooperative Gesamtschule. Deren Regelungen fielen, so Brandt, unter pädagogischen Aspekten qualitativ hinter die Bestimmungen zurück, die bis 2003 galten. Da sei nichts der Zukunft voraus, wie Kultusminister Althusmann zu suggerieren versuche. Vor 2003 hätten Haupt- und Realschulen in allen Fächern gemeinsamen Unterricht anbieten und Kooperative Gesamtschulen nach dem Tarmstedter Modell die Schullaufbahn bis zur 10. Klasse offenhalten können, weil alle Bildungsgänge von der 5. bis zur 10. Klasse konzipiert waren. Unter den heutigen Bedingungen sei gemeinsamer Unterricht nur in Randbereichen umsetzbar. In der letzten Beratung des Landesschulbeirates hätten die Vertreter der Schulträger erklärt, die Konditionen für kooperative Haupt- und Realschulen und kooperative Gesamtschulen seien unattraktiv und böten den Schulträgern nicht das, was Integrierte Gesamtschulen ermöglichten.
Redaktion 18.08.2010
Hannover, 18.08.2010 In Niedersachsen werden auch in diesem Jahr Fahrten zu NS-Gedenk- und Dokumentationsstätten finanziell gefördert. Das Kultusministerium stellt der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten für diesen Zweck kurzfristig zusätzliche Mittel in Höhe von 50.000 Euro als Zuwendung zur Verfügung.

"Die Förderung der Erinnerungsarbeit insbesondere in unseren Schulen muss auch in Zeiten angespannter öffentlicher Haushalte möglich sein. Mit dem einmaligen Zuschuss ermöglichen wir der Stiftung die Förderung der Fahrten auch im laufenden Jahr. Ich bin optimistisch, dass wir auch für die kommenden Jahre noch eine gute Lösung finden werden", sagte Kultusminister Dr. Bernd Althusmann.

Die Förderung der Gedenkstättenfahrten, die vor allem von Schulklassen in Anspruch genommen wird, konnte vom Stiftungsrat der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten mit den zur Verfügung stehenden Finanzmitteln im Haushalt der Stiftung nicht mehr berücksichtigt werden.
Redaktion 16.06.2010
Hannover, 16.06.2010 Die ersten elf niedersächsischen Schülerinnen und Schüler erwerben in diesem Jahr neben dem Abitur auch das französische Baccalauréat. Zur Verleihung der so genannten AbiBac-Bescheinigungen kam der Niedersächsische Kultusminister Dr. Bernd Althusmann heute in die Käthe-Kollwitz-Schule in Hannover, um die Leistung der Abiturientinnen und Abiturienten persönlich zu würdigen.

"Dieser doppelte Abschluss öffnet den Schülerinnen und Schülern viele Türen. Sie können sich direkt, ohne einen weiteren Sprachnachweis, an einer deutschen oder französischen Hochschule bewerben und werden später hervorragende Chancen auf dem europäischen Arbeitsmarkt haben. Darauf sollen und können die Abiturientinnen und Abiturienten stolz sein. Sie haben bewiesen, dass mit Fleiß, Disziplin und Interesse viel zu erreichen ist", sagte Dr. Bernd Althusmann.

Der Kultusminister bedankte sich ausdrücklich bei Schulleitung und Lehrkräften der Käthe-Kollwitz-Schule: "Ohne ihr Engagement wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen", sagte der Minister bei der Festveranstaltung, zu der mit Jean-Pierre Grosset-Bourbange auch ein Vertreter der französischen Schuladministration angereist war.

In Niedersachsen wurde die Käthe-Kollwitz-Schule in Hannover 2007/08 als bislang einziges Gymnasium in das AbiBac-Programm aufgenommen. Gemäß des deutsch-französischen Abkommens von 1994 gestattet der gleichzeitige Erwerb der deutschen Allgemeinen Hochschulreife und des französischen Baccalauréat deutschen und französischen Schülerinnen und Schülern, sich mit Beginn der gymnasialen Oberstufe in Deutschland bzw. des Lycée in Frankreich auf diese beiden Abschlüsse gleichzeitig vorzubereiten. Der Unterricht erfolgt in Deutschland in Geschichte und einem weiteren Fach des gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeldes in französischer Sprache. Darüber hinaus legen die Schülerinnen und Schüler im Abitur in Französisch eine schriftliche und eine mündliche Prüfung ab. Neben den thematischen Schwerpunkten des niedersächsischen Zentralabiturs werden im Unterricht vorwiegend Inhalte erarbeitet, die das besondere deutsch-französische Verhältnis sowie die Rolle beider Länder in Europa und der Welt widerspiegeln.

Die französische Partnerschule der Käthe-Kollwitz-Schule ist das Lycée Gallilée in Combs-la-Ville.
Redaktion 03.03.2010
Hannover, 03.03.2010 "Großstädte wie Gemeinden in den Landkreisen setzen verstärkt auf die Einrichtung von Integrierten Gesamtschulen. Sie entsprechen damit den Erwartungen der Grundschuleltern, die eine Schule wünschen, die alle Bildungsgänge beinhaltet und auch den direkten Weg zum Abitur offen hält", so fasst Eberhard Brandt, der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Niedersachsen das Ergebnis einer Beratung am 3. März 2010 in Hannover zusammen, bei der Experten von Schulträgern vor GEW-Mitgliedern aus kommunalen Schulausschüssen ihre Sicht auf die jüngste Entwicklung dargelegt haben. Die GEW-Vertreter wollen die Erfahrungen der Kommunalpolitiker aufnehmen, um die Gesamtschulgründungen effektiver zu betreiben.

Die neueste Rechtslage zur kommunalen Schulentwicklung hatte Dr. Dieter Galas, ehemaliger Ministerialdirigent und GEW-Landesvorsitzender, referiert. "Es ist kein Zufall, dass Vorsitzende von Stadtelternräten mit den Lehrervertretern zu der Fachtagung gekommen waren", kommentiert der GEW-Vorsitzende. "Eltern und GEW arbeiten vor Ort immer enger zusammen."

Bis zu 19 Neugründungen von Gesamtschulen am 1. 8. 2010 werden erwartet, so Brandt. Die Gründungswelle gehe auch 2011 weiter, wie die Nachfrage von Schulträgern zeige. Wahrscheinlich wird es dann halb so viele Gesamtschulen wie Gymnasien geben.

Heftige Kritik gab es bei vielen Gesamtschulgründungen an der Dauer des Genehmigungsverfahrens. Offenbar hätten etliche Anträge wochenlang auf einem Schreibtisch in der Landesschulbehörde gelegen, nachdem sie von den zuständigen Fachdezernaten zügig bearbeitet worden waren. Auch im Kultusministerium sei die Genehmigung und die Einsetzung der Planungsgruppen akkurat und schnell erledigt worden. "Wenn es zutrifft, dass die Genehmigungsverfahren aus politischen Gründen verschleppt wurden und dass aus dem Umfeld der Regierungsfraktionen versucht wurde, in das Genehmigungsverfahren einzugreifen, wäre das ein Skandal und offenbarte ein problematisches Verhältnis zu gültigen Rechtsbestimmungen", urteilt der GEW-Vorsitzende und fordert das Ministerium auf, für ordentliche Verfahren zu sorgen. Es dürfe nicht sein, dass viele Planungsgruppen ihre Arbeit erst sehr spät aufnehmen können und dass die Gründung der Gesamtschulen massiv beeinträchtigt wird.

In der Landeshauptstadt Hannover zieht eine Gesamtschulgründung die nächste nach sich, berichtete Michael Klie, Bildungspolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. Auch andere Großstädte sähen neben Gesamtschulen und Gymnasien kaum noch Bedarf der Eltern an Haupt- und Realschulen. Zwischen Gymnasien und Gesamtschulen bestehe ein durchaus konstruktiver Wettbewerb um den besseren Weg zum Abitur, wie die Anmeldezahlen zu den Gesamtschulen belegten.

In vielen Landkreisen gibt es einen breiten Partei übergreifenden Konsens, dass Gesamtschulen die einzige Möglichkeit bieten, bei den zurückgehenden Schülerzahlen Schulen in der Region, wenn auch nicht in jeder Gemeinde, zu erhalten. Diese Erfahrung berichtete Eva Burdorf, bis vor kurzem aktive 1. Kreisrätin des Landkreises Schaumburg. Zu den vier im Landkreis bestehenden IGSen käme mindestens eine weitere. Zwei weitere Städte hätten Anträge gestellt. "Es gibt unter den Kommunen einen Streit, wer die Gesamtschule bekommt. Wenn die Landesregierung nicht vorgeschrieben hätte, dass mindestens fünf Parallelklassen im 5. Jahrgang eingerichtet werden müssen (135 bis 150 Schülerinnen und Schüler), wären beide Städte zum Zug gekommen, so wie alle kommunalpolitischen Kräfte und die Eltern es wollen.

Rüdiger Woltmann, Samtgemeindebürgermeister aus Bothel im Landkreis Rotenburg (Wümme) setzt sich seit langem vehement für eine IGS ein. Er legt Wert darauf, nicht an eine Partei gebunden zu sein. Die CDU-Mehrheitsfraktion in Bothel sei sich mit den anderen Parteien einig, eine Gesamtschule müsse dringend gegründet werden. "Nur so können wir uns eine attraktive Schule in Bothel vorstellen, die auch für die Eltern interessant ist, deren Kinder sonst den weiten Weg zum Kreisgymnasium wählen würden. Ohne diese Eltern wäre eine Schule auf die Dauer nicht lebensfähig." Woltmann hat kein Verständnis dafür, wenn der Gemeinde Bothel eine IGS nicht genehmigt wird, obwohl die Eltern eindeutig dafür sind und obwohl die bestehende Haupt- und Realschule ein gutes Gesamtschulkonzept vorgelegt hat und eine pädagogische Aufbruchstimmung ausstrahlt.

Helmut Ringe, Vorsitzender des Schulausschusses im Landkreis Rotenburg, berichtet, dass acht Gemeinden in Übereinstimmung mit den Eltern eine IGS wünschen – parteiübergreifend bei CDU-Mehrheiten. Dazu komme ein großes Elterninteresse in der Kreisstadt Rotenburg. Die örtliche Kritik an den restriktiven Vorschriften zur Gesamtschulgründung sei äußerst massiv, weil trotz des überragenden Elternwillens (65 Prozent) keine einzige IGS genehmigt wurde. "Das nimmt bei uns keiner hin! Wir müssen als Schulträger Gestaltungsfreiheit für Gesamtschulen haben, wie es den alten Vorschriften entspricht. Vierzügigkeit, im Ausnahmefall Dreizügigkeit. So muss auch die Neuregelung aussehen, die jetzt auf dem Tisch der Kultusministerin liegt." Einmütig, mit den Stimmen des Landwirtschaftsministers Ehlen und des Landrates Luttmann, Ehemann der Sozialministerin im Kabinett Wulff, hat der Kreistag die Landesregierung aufgefordert, die Verordnung über die Schulgrößen dem Bedarf der Kommunen anzupassen. "Wer das nicht fordert, hat bei den Kommunalwahlen 2011 bei uns keine Chance", so Helmut Ringe.

Nach den Eingangsstatements gab es in der vom GEW-Schulfachmann Henner Sauerland geleiteten Diskussion einen regen Gedankenaustausch. Dabei gab es auch Anregungen für die Umsetzung der Inklusion und der Grundschulreform. "So gehen wir gestärkt an die aktive Arbeit vor Ort", lautet Sauerlands Resümee der Fachtagung.
Redaktion 03.03.2010
Hildesheim, 03.03.2010 Mit einer Feierstunde haben am Mittwoch 60 Schulleitungsvertreter in einem bundesweit einmaligen Qualifizierungsprojekt ihre 18-monatige Fortbildung erfolgreich abgeschlossen. Durch die eigenverantwortliche Schule erhält die Funktion "Stellvertretung" eine besondere Bedeutung. Die Stellvertretung ist Teil der Schulleitung mit einem ganz besonderen Aufgabenprofil. Hierzu gehört, die Prozesse der Schulentwicklung noch wirksamer zu initiieren, zu begleiten, zu fördern und zu evaluieren. "Die Kombination von eigenen Führungsaufgaben und Vertretung ist eine besondere Konstellation und verlangt nach speziellen Fähigkeiten", sagte Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann.

Niedersachsen hat mit der Stellvertreterqualifizierung neue Wege beschritten. Unter Beteiligung der Universität Hildesheim – Organization Studies- dem Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft sowie Experten aus den unterschiedlichen Bereichen des Kultusressorts, konnte in eineinhalb Jahren ein Projekt für 60 dauerhafte Vertreterinnen und Vertreter als Teil der Schulleitungen erfolgreich abgeschlossen werden. Themenbereiche wie Führen und

Steuern in Schulen, Qualitätsentwicklung und Projektmanagement sind zum Beispiel Bestandteil des Programms.

Auf der Abschlussveranstaltung wurde die Stellvertretung zunächst aus einer historischen und einer modernen Perspektive beleuchtet: Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber erläuterte die theologische Sicht von Stellvertretung und die Pilotin der Lufthansa und Luftsicherheitsexpertin Christina Strohmeyer stellt das fliegerische Verständnis von ständiger Vertretung im Cockpit dar. Anschließend stellte Projektleiter Dr. Herbert Asselmeyer der Universität Hildesheim die umfangreichen Forschungsergebnisse vor. Zum Abschluss der Veranstaltung erhalten die 60 qualifizierten ständigen Vertreter im Beisein der Niedersächsischen Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann ihre Zertifikate. Das Projekt bildet die Grundlage für weitere Qualifizierungsprogramme für Führungskräfte an Niedersachsens Schulen.


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