Berlin, 29.10.2009 Es war das mit Abstand wichtigste Ergebnis des Bildungsgipfels: Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder haben sich am 22. Oktober 2008 das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2015 gesamtstaatlich 10 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in Bildung und Forschung zu investieren. Für den Bildungsbereich ergäbe sich eine anteilige Erhöhung der Gesamtausgaben von derzeit 6,2 auf 7 Prozent des BIP - jährliche Mehraufwendungen von mindestens 25 Mrd. Euro. Notwendiges Geld für ehrgeizige Ziele!
Ein Jahr danach liegt allerdings noch immer kein gemeinsamer Fahrplan für die Ausgestaltung des Finanzziels vor. Zudem rechnen sich die Länderfinanzminister die Bildungswelt inzwischen schön: Mehrausgaben seien nicht notwendig, die angestrebte 10-Prozent-Marke würde längst überschritten.
Erhöhung auf gleichem Niveau?
Die Rechnung der Länderfinanzminister, die aus einer aktuellen internen Vorlage der Finanzministerkonferenz hervorgeht, ist einfach: Viele Aufwendungen für Bildung werden vom Statistischen Bundesamt nur unzureichend erfasst oder aber nicht dem Bildungsbudget zugerechnet. Dazu zählten aus Sicht der Länder insbesondere
-Versorgungsausgaben für Lehrer und Professoren,
-Unterbringungskosten, z.B. die Bereitstellung von Grundstücken und Gebäuden für Hochschulen, oder auch
-quantifizierbare steuerliche Vergünstigungen, z.B. für Schulbücher.
Allein die ersten beiden Punkte würden mit rund 40 Mrd. Euro pro Jahr im Bildungsbudget zu Buche schlagen. Ihre Hinzurechnung könnte dazu führen, dass bereits im Jahr 2009 das 10-Prozent-Ziel rechnerisch übererfüllt werden würde. Damit würde mit statistischen Tricks die politische Zusage des Bildungsgipfels ausgehebelt. Die klare Botschaft dort war: wir wollen mehr in Bildung investieren. Die Rechenakrobatik der Finanzminister hingegen hilft keinem Schüler in Deutschland.
Quantität und Qualität verbessern!
Die erweiterte Berechnung der Bildungsausgaben nützt vor allem der Position Deutschlands im internationalen Vergleich, wo Quantitäten wichtig sind. Der qualitativen Verbesserung unseres Bildungssystems kommen wir dadurch nicht näher. Großer Handlungsbedarf besteht vor allem bei der Förderung frühkindlicher Bildung, der verstärkten Berufsorientierung in allen Schulen oder auch bei der Verbesserung der Qualität der Lehre in den Hochschulen.
Die neue Bundesregierung hat bereits ein deutliches Signal für die Erhöhung ihrer Ausgaben für Bildung und Forschung gesetzt: In den nächsten vier Jahren will der Bund insgesamt 12 Mrd. Euro mehr als bisher ausgeben. Damit tritt der Bund in Vorlage, die Länder sollten folgen.
Stellenwert von Bildung bekräftigen!
-Jenseits aller Rechenkünste: Die Qualität der Bildung in Deutschland muss sich verbessern, um dem zukünftigen Fachkräftebedarf zu begegnen! Es dürfen nicht mehr so viele junge Leute die Schule, ihre Ausbildung oder ihr Studium ohne Abschluss abbrechen wie bisher.
-Am grundsätzlichen Ziel, hierfür die Bildungsausgaben deutlich zu steigern, müssen Bund und Länder festhalten! Die Qualität unseres Bildungssystems wird keineswegs dadurch besser, dass wir die Lehrerpensionen in unseren Ausgabentopf einbeziehen.
-Umso wichtiger ist es, dass sich die Regierungschefs von Bund und Ländern mit den konkurrierenden Interessen der Finanz- und Bildungsressorts erneut befassen. Beim Bildungsgipfel 2008 haben sie ein erstes Signal gegeben. Die nächste Gelegenheit, den Stellenwert von Bildung für Deutschland nochmals zu bekräftigen, bietet sich beim Treffen von Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten Mitte Dezember 2009.
Ein Jahr danach liegt allerdings noch immer kein gemeinsamer Fahrplan für die Ausgestaltung des Finanzziels vor. Zudem rechnen sich die Länderfinanzminister die Bildungswelt inzwischen schön: Mehrausgaben seien nicht notwendig, die angestrebte 10-Prozent-Marke würde längst überschritten.
Erhöhung auf gleichem Niveau?
Die Rechnung der Länderfinanzminister, die aus einer aktuellen internen Vorlage der Finanzministerkonferenz hervorgeht, ist einfach: Viele Aufwendungen für Bildung werden vom Statistischen Bundesamt nur unzureichend erfasst oder aber nicht dem Bildungsbudget zugerechnet. Dazu zählten aus Sicht der Länder insbesondere
-Versorgungsausgaben für Lehrer und Professoren,
-Unterbringungskosten, z.B. die Bereitstellung von Grundstücken und Gebäuden für Hochschulen, oder auch
-quantifizierbare steuerliche Vergünstigungen, z.B. für Schulbücher.
Allein die ersten beiden Punkte würden mit rund 40 Mrd. Euro pro Jahr im Bildungsbudget zu Buche schlagen. Ihre Hinzurechnung könnte dazu führen, dass bereits im Jahr 2009 das 10-Prozent-Ziel rechnerisch übererfüllt werden würde. Damit würde mit statistischen Tricks die politische Zusage des Bildungsgipfels ausgehebelt. Die klare Botschaft dort war: wir wollen mehr in Bildung investieren. Die Rechenakrobatik der Finanzminister hingegen hilft keinem Schüler in Deutschland.
Quantität und Qualität verbessern!
Die erweiterte Berechnung der Bildungsausgaben nützt vor allem der Position Deutschlands im internationalen Vergleich, wo Quantitäten wichtig sind. Der qualitativen Verbesserung unseres Bildungssystems kommen wir dadurch nicht näher. Großer Handlungsbedarf besteht vor allem bei der Förderung frühkindlicher Bildung, der verstärkten Berufsorientierung in allen Schulen oder auch bei der Verbesserung der Qualität der Lehre in den Hochschulen.
Die neue Bundesregierung hat bereits ein deutliches Signal für die Erhöhung ihrer Ausgaben für Bildung und Forschung gesetzt: In den nächsten vier Jahren will der Bund insgesamt 12 Mrd. Euro mehr als bisher ausgeben. Damit tritt der Bund in Vorlage, die Länder sollten folgen.
Stellenwert von Bildung bekräftigen!
-Jenseits aller Rechenkünste: Die Qualität der Bildung in Deutschland muss sich verbessern, um dem zukünftigen Fachkräftebedarf zu begegnen! Es dürfen nicht mehr so viele junge Leute die Schule, ihre Ausbildung oder ihr Studium ohne Abschluss abbrechen wie bisher.
-Am grundsätzlichen Ziel, hierfür die Bildungsausgaben deutlich zu steigern, müssen Bund und Länder festhalten! Die Qualität unseres Bildungssystems wird keineswegs dadurch besser, dass wir die Lehrerpensionen in unseren Ausgabentopf einbeziehen.
-Umso wichtiger ist es, dass sich die Regierungschefs von Bund und Ländern mit den konkurrierenden Interessen der Finanz- und Bildungsressorts erneut befassen. Beim Bildungsgipfel 2008 haben sie ein erstes Signal gegeben. Die nächste Gelegenheit, den Stellenwert von Bildung für Deutschland nochmals zu bekräftigen, bietet sich beim Treffen von Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten Mitte Dezember 2009.
Frankenthal, 17.02.2009 Nach Ansicht des Verbandes Deutscher Realschullehrer (VDR) hat das Land einen erheblichen Nachholbedarf bei Bildungsinvestitionen. Nach jüngsten Veröffentlichungen des statistischen Bundesamtes betragen die Ausgaben je Schüler und Jahr an den rheinland-pfälzischen allgemeinbildenden Schulen 5000 €. Um das Niveau von Thüringen, nämlich 6600 €, zu erreichen, wäre eine Steigerung um 32 % erforderlich. Die Realschüler unseres Landes sind mit 4200 € /Jahr besonders "kostengünstig".
Bei der Schüler-Lehrer-Relation steht Rheinland-Pfalz mit 17 auf dem letzten Platz in der Bundesrepublik. Im Vergleich dazu kommen in Thüringen nur 11 Schüler auf eine Lehrkraft.
Die gegenwärtig angekündigten Sanierungsmaßnahmen an Schulen aus dem Konjunkturprogramm sind sicher wichtig und richtig. "Nicht weniger wichtig ist aber die Verbesserung der pädagogischen Rahmenbedingungen", betonte der VDR-Landesvorsitzende Bernd Karst. "Um dem hohen Ziel der individuellen Förderung näher zu kommen, sind vorrangig kleinere Klassen nötig und zwar nicht nur in der Orientierungsstufe." Kleinere Klassen aber erfordern mehr Lehrkräfte. Gerade in einer Phase der Umstrukturierung des Schulsystems dürfe es sich das Land bezüglich seiner Bildungsausgaben nicht länger auf den hinteren Rängen der Bundesländer bequem machen.
Pressekontakt zu dieser Meldung
Wolfgang Häring
Pressereferent
Herm.-Mündler-Str. 28
67227 Frankenthal
Tel. 06233-42895
mobil 01717108509
Fax 06233-341386
mail: Haering.Wolfgang@vdr-rlp.de
Internet: www.realschule-vdr.de
Bei der Schüler-Lehrer-Relation steht Rheinland-Pfalz mit 17 auf dem letzten Platz in der Bundesrepublik. Im Vergleich dazu kommen in Thüringen nur 11 Schüler auf eine Lehrkraft.
Die gegenwärtig angekündigten Sanierungsmaßnahmen an Schulen aus dem Konjunkturprogramm sind sicher wichtig und richtig. "Nicht weniger wichtig ist aber die Verbesserung der pädagogischen Rahmenbedingungen", betonte der VDR-Landesvorsitzende Bernd Karst. "Um dem hohen Ziel der individuellen Förderung näher zu kommen, sind vorrangig kleinere Klassen nötig und zwar nicht nur in der Orientierungsstufe." Kleinere Klassen aber erfordern mehr Lehrkräfte. Gerade in einer Phase der Umstrukturierung des Schulsystems dürfe es sich das Land bezüglich seiner Bildungsausgaben nicht länger auf den hinteren Rängen der Bundesländer bequem machen.
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Artikel:
FiBS-Studie: Reformen im Bildungssystem rechnen sich - trotz geringer demografischer Rendite
Berlin, 13.01.2009 Maximal 42 Milliarden Euro netto kosten Maßnahmen zur Bildungsförderung benachteiligter Kinder bis 2020 - den zunächst höheren Ausgaben stehen jedoch bereits nach wenigen Jahren erhebliche Einsparungen gegenüber, selbst wenn man nur von moderaten Effekten auf den Bildungserfolg ausgeht. Eine hohe demografische Rendite durch sinkende Schülerzahlen ist hingegen nicht zu erwarten.
Reformen zur verbesserten Bildungsförderung von benachteiligten Kindern bis 2020 kosten die öffentliche Hand netto höchstens bis zu 42 Milliarden Euro, denn den Kosten stehen erhebliche Einsparungen gegenüber. Die Mehrausgaben für einen umfassenden Ausbau des Ganztagsschulbereichs, die Abschaffung der Förderschulen und soziale Maßnahmen, wie die Übernahme der Kosten für das Mittagessen, den Transport zur Schule, für Klassenfahrten und Lehr- und Lernmittel, betragen zwischen 90 und 133 Milliarden Euro. Die Einsparungen bei Förderschulen und Sozialausgaben betragen bis zu 60 Milliarden Euro, sofern von relativ moderaten Verbesserungen der schulischen Leistungen ausgegangen wird. Je größer die Leistungsverbesserung, desto geringer der Netto-Finanzierungsbedarf. Durch die im demografischen Wandel sinkenden Kindergeldausgaben würden sich die Mehrkosten um weitere 15 Milliarden Euro verringern. Die so genannte demografische Rendite, die durch sinkende Schülerzahlen bedingt ist, wird hingegen voraussichtlich nur insgesamt 10 Milliarden Euro bis zu Jahr 2020 betragen und damit deutlich geringer ausfallen, als vielfach erwartet wird. Dies sind die Ergebnisse einer Studie, die das Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) im Auftrag der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen erstellt hat. Der Blick auf die Berechnungen zeigt die Effizienzen deutlich.
Etwa die Hälfte der zusätzlichen Ausgaben von bis zu 133 Milliarden Euro ist für die Umwandlung aller Schulen bis 2020 zu gebundenen Ganztagsschulen notwendig: Neben den Investitionen von rund 20 Milliarden Euro erfordern die laufenden Ausgaben, vor allem für zusätzliches Personal, bis zu 43 Milliarden Euro, abhängig von der Qualifikation des Personals und den unterstellten durchschnittlichen Klassengrößen.
Mehrausgaben von bis zu 34 Milliarden Euro verursacht die vollständige Integration der Förderschüler in die Regelschulen. Dieser Schritt steht allerdings nach Auffassung von Fachleuten ohnehin an, um die Menschenrechtskonvention der Vereinten Nationen umzusetzen. Hierzu sind Maßnahmen zur besseren Förderung, etwa durch entsprechendes Personal und kleinere Klassen erforderlich, die bis zu 49 Milliarden Euro im Regelschulsystem kosten. Dem stehen Einsparungen von bis zu 15 Milliarden Euro in den Förderschulen gegenüber, was zu Nettokosten in Höhe von 34 Milliarden führen würde. Dies wäre jedoch die Obergrenze. Im günstigsten Fall könnten die Nettokosten auch bei unter 5 Milliarden Euro liegen, wenn der Bedarf an zusätzlichem Lehrpersonal durch zusätzliche Klassenteilungen nur in etwa 15 Prozent der Fälle entsteht und die durchschnittlichen Kosten je Schüler um die Hälfte sinken würden.
Die Mehrausgaben für weitere Maßnahmen belaufen sich insgesamt auf 13 bis 19 Milliarden Euro, je nachdem, in welchem Umfang Kinder aus einkommensschwachen Familien davon profitieren können. Zu diesen Maßnahmen gehören die Kostenübernahmen für die Beförderung von Schülern in der Sekundarstufe II, für das Mittagessen von Sozialleistungsbeziehern, für Lehr- und Lernmittel sowie für Klassenfahrten. Die Einführung von so genannten Produktionsschulen für leistungsschwächere Schüler verursacht insgesamt gut eine halbe Milliarde Euro an Kosten.
Doch stehen den auf den ersten Blick beträchtlichen Mehrausgaben Einsparungen gegenüber, die die Nettoausgaben deutlich reduzieren. So sind Einsparungen von bis zu 22 Milliarden Euro bereits bei relativ moderaten Einspareffekten und kurzfristig bis 2020 zu erwarten. Dies ergibt sich durch sinkenden Nachqualifizierungsbedarf, weniger Klassenwiederholungen und sinkende Ausgaben für Arbeitslosigkeit und Jugendhilfe, wenn Kinder aus bildungsfernen Familien besser in das Schulsystem eingebunden werden und sich dadurch die Zahl der Schulabbrecher reduziert sowie die Zahl der Jugendlichen, die mindestens einen Hauptschulabschluss haben, erhöht wird.
Nicht erfüllen werden sich allerdings die Erwartungen hinsichtlich der so genannten demografischen Rendite, die bisweilen auf 100 Milliarden Euro für den Zeitraum bis 2020 geschätzt wurden. Realistisch erscheinen allenfalls demografisch bedingte Einsparungen im Schulsystem von 10 Milliarden Euro über den gesamten Zeitraum bis 2020. Die höchsten Einsparungen belaufen sich auf 1,5 Milliarden Euro pro Jahr.
Ursächlich für diese Diskrepanz sind vor allem kleinere Klassengrößen und damit kleinere Schüler-Lehrer-Relationen. "Vor einer Klasse muss nun mal ein Lehrer stehen, egal, ob 15 oder 30 Schüler in dieser Klasse sitzen," erläutert Dr. Dieter Dohmen, der Direktor des FiBS. Ein Blick in die Vergangenheit belegt dies sehr deutlich. Im Zeitraum von 1975 bis 1990 sank die Zahl der Schülerinnen und Schüler im damaligen Westdeutschland von 12,3 auf 9,0 Mio. Die Bildungsausgaben stiegen im gleichen Zeitraum von 15,6 auf 27,2 Milliarden Euro, preisbereinigt auf 18,5 Milliarden Euro. "Unsere Berechnungen zu den Reformmaßnahmen zeigen, dass den Mehrausgaben bereits kurzfristig erhebliche Einsparungen gegenüber stehen," fasst der Bildungs- und Sozialökonom das Ergebnis der Studie zusammen. "Bereits mittelfristig werden sich diese Investitionen in jedem Fall rechnen, da der Fachkräftemangel auf diesem Weg erheblich reduziert und die Zahl der Arbeitslosen und Sozialleistungsempfänger gesenkt werden kann. Nur jeder zweite der eine Million junger Menschen, die ansonsten bis dahin die Schule abbrechen würde, müsste einen Arbeitsplatz finden. Da aber um 2020 aus demografischen Gründen etwa 200.000 Nachwuchskräfte pro Jahr fehlen, wird der Arbeitsmarkt jede zusätzliche Fachkraft mit Kusshand aufnehmen." Bei den nötigen Aufwendungen gibt es nach Ansicht von Dohmen nur noch eine Hürde zu überwinden: "Da die Länder nach der derzeitigen Kostenverteilung den größten Teil der zusätzlichen Kosten tragen müssten, während der Bund und die Sozialversicherungen den größten Anteil der Mehreinnahmen und Einsparungen bekommen werden, sind Veränderungen an der Kostenverteilung im Bildungssystem dringend erforderlich."
Pressekontakt zu dieser Meldung
Birgitt A. Cleuvers
Tel: +49 (0) 30-84 71 22 3-0
Fax: +49 (0) 30-84 71 22 3-29
E-Mail: b.cleuvers@fibs.eu
Reformen zur verbesserten Bildungsförderung von benachteiligten Kindern bis 2020 kosten die öffentliche Hand netto höchstens bis zu 42 Milliarden Euro, denn den Kosten stehen erhebliche Einsparungen gegenüber. Die Mehrausgaben für einen umfassenden Ausbau des Ganztagsschulbereichs, die Abschaffung der Förderschulen und soziale Maßnahmen, wie die Übernahme der Kosten für das Mittagessen, den Transport zur Schule, für Klassenfahrten und Lehr- und Lernmittel, betragen zwischen 90 und 133 Milliarden Euro. Die Einsparungen bei Förderschulen und Sozialausgaben betragen bis zu 60 Milliarden Euro, sofern von relativ moderaten Verbesserungen der schulischen Leistungen ausgegangen wird. Je größer die Leistungsverbesserung, desto geringer der Netto-Finanzierungsbedarf. Durch die im demografischen Wandel sinkenden Kindergeldausgaben würden sich die Mehrkosten um weitere 15 Milliarden Euro verringern. Die so genannte demografische Rendite, die durch sinkende Schülerzahlen bedingt ist, wird hingegen voraussichtlich nur insgesamt 10 Milliarden Euro bis zu Jahr 2020 betragen und damit deutlich geringer ausfallen, als vielfach erwartet wird. Dies sind die Ergebnisse einer Studie, die das Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) im Auftrag der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen erstellt hat. Der Blick auf die Berechnungen zeigt die Effizienzen deutlich.
Etwa die Hälfte der zusätzlichen Ausgaben von bis zu 133 Milliarden Euro ist für die Umwandlung aller Schulen bis 2020 zu gebundenen Ganztagsschulen notwendig: Neben den Investitionen von rund 20 Milliarden Euro erfordern die laufenden Ausgaben, vor allem für zusätzliches Personal, bis zu 43 Milliarden Euro, abhängig von der Qualifikation des Personals und den unterstellten durchschnittlichen Klassengrößen.
Mehrausgaben von bis zu 34 Milliarden Euro verursacht die vollständige Integration der Förderschüler in die Regelschulen. Dieser Schritt steht allerdings nach Auffassung von Fachleuten ohnehin an, um die Menschenrechtskonvention der Vereinten Nationen umzusetzen. Hierzu sind Maßnahmen zur besseren Förderung, etwa durch entsprechendes Personal und kleinere Klassen erforderlich, die bis zu 49 Milliarden Euro im Regelschulsystem kosten. Dem stehen Einsparungen von bis zu 15 Milliarden Euro in den Förderschulen gegenüber, was zu Nettokosten in Höhe von 34 Milliarden führen würde. Dies wäre jedoch die Obergrenze. Im günstigsten Fall könnten die Nettokosten auch bei unter 5 Milliarden Euro liegen, wenn der Bedarf an zusätzlichem Lehrpersonal durch zusätzliche Klassenteilungen nur in etwa 15 Prozent der Fälle entsteht und die durchschnittlichen Kosten je Schüler um die Hälfte sinken würden.
Die Mehrausgaben für weitere Maßnahmen belaufen sich insgesamt auf 13 bis 19 Milliarden Euro, je nachdem, in welchem Umfang Kinder aus einkommensschwachen Familien davon profitieren können. Zu diesen Maßnahmen gehören die Kostenübernahmen für die Beförderung von Schülern in der Sekundarstufe II, für das Mittagessen von Sozialleistungsbeziehern, für Lehr- und Lernmittel sowie für Klassenfahrten. Die Einführung von so genannten Produktionsschulen für leistungsschwächere Schüler verursacht insgesamt gut eine halbe Milliarde Euro an Kosten.
Doch stehen den auf den ersten Blick beträchtlichen Mehrausgaben Einsparungen gegenüber, die die Nettoausgaben deutlich reduzieren. So sind Einsparungen von bis zu 22 Milliarden Euro bereits bei relativ moderaten Einspareffekten und kurzfristig bis 2020 zu erwarten. Dies ergibt sich durch sinkenden Nachqualifizierungsbedarf, weniger Klassenwiederholungen und sinkende Ausgaben für Arbeitslosigkeit und Jugendhilfe, wenn Kinder aus bildungsfernen Familien besser in das Schulsystem eingebunden werden und sich dadurch die Zahl der Schulabbrecher reduziert sowie die Zahl der Jugendlichen, die mindestens einen Hauptschulabschluss haben, erhöht wird.
Nicht erfüllen werden sich allerdings die Erwartungen hinsichtlich der so genannten demografischen Rendite, die bisweilen auf 100 Milliarden Euro für den Zeitraum bis 2020 geschätzt wurden. Realistisch erscheinen allenfalls demografisch bedingte Einsparungen im Schulsystem von 10 Milliarden Euro über den gesamten Zeitraum bis 2020. Die höchsten Einsparungen belaufen sich auf 1,5 Milliarden Euro pro Jahr.
Ursächlich für diese Diskrepanz sind vor allem kleinere Klassengrößen und damit kleinere Schüler-Lehrer-Relationen. "Vor einer Klasse muss nun mal ein Lehrer stehen, egal, ob 15 oder 30 Schüler in dieser Klasse sitzen," erläutert Dr. Dieter Dohmen, der Direktor des FiBS. Ein Blick in die Vergangenheit belegt dies sehr deutlich. Im Zeitraum von 1975 bis 1990 sank die Zahl der Schülerinnen und Schüler im damaligen Westdeutschland von 12,3 auf 9,0 Mio. Die Bildungsausgaben stiegen im gleichen Zeitraum von 15,6 auf 27,2 Milliarden Euro, preisbereinigt auf 18,5 Milliarden Euro. "Unsere Berechnungen zu den Reformmaßnahmen zeigen, dass den Mehrausgaben bereits kurzfristig erhebliche Einsparungen gegenüber stehen," fasst der Bildungs- und Sozialökonom das Ergebnis der Studie zusammen. "Bereits mittelfristig werden sich diese Investitionen in jedem Fall rechnen, da der Fachkräftemangel auf diesem Weg erheblich reduziert und die Zahl der Arbeitslosen und Sozialleistungsempfänger gesenkt werden kann. Nur jeder zweite der eine Million junger Menschen, die ansonsten bis dahin die Schule abbrechen würde, müsste einen Arbeitsplatz finden. Da aber um 2020 aus demografischen Gründen etwa 200.000 Nachwuchskräfte pro Jahr fehlen, wird der Arbeitsmarkt jede zusätzliche Fachkraft mit Kusshand aufnehmen." Bei den nötigen Aufwendungen gibt es nach Ansicht von Dohmen nur noch eine Hürde zu überwinden: "Da die Länder nach der derzeitigen Kostenverteilung den größten Teil der zusätzlichen Kosten tragen müssten, während der Bund und die Sozialversicherungen den größten Anteil der Mehreinnahmen und Einsparungen bekommen werden, sind Veränderungen an der Kostenverteilung im Bildungssystem dringend erforderlich."
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Birgitt A. Cleuvers
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Mainz, 11.12.2008 Gute und gleiche Bildungschancen für alle zu sichern – dieses Ziel prägt nicht nur den Landeshaushalt in den Jahren 2009 und 2010, sondern auch die Landesgesetze zur Änderung der Schulstruktur sowie zur Bildung eines Sondervermögens Wissen schafft Zukunft. Das unterstrich Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, bei den abschließenden Haushaltsberatungen des Mainzer Landtags, der dabei unter anderem auch über diese beiden Gesetze zu entscheiden hatte.
Die Ministerin betonte: "Finanziell und konzeptionell stellt die Landesregierung die richtigen Weichen, um mehr Bildung und individuelle Förderung von Anfang an zu ermöglichen, das schulische Bildungsangebot fit für die Zukunft und die absehbare demographische Entwicklung zu machen sowie die Qualität der Bildungsangebote in Schulen und Hochschulen weiter zu steigern."
Im Vergleich zum Jahr 2008 würden die Ausgaben im Einzelplan 09 bis 2010 von rund 4,4 auf rund 4,8 Milliarden Euro steigen – das entspricht einer Steigerung von 9 Prozent. "Die Gesamtausgaben des Landeshaushalts wachsen deutlich geringer. Das belegt, welch hohen Stellenwert die Landesregierung und die Regierungsfraktion den Bereichen Bildung und Wissenschaft beimisst", resümierte Ahnen.
Eine solche Schwerpunktsetzung beginne konsequenterweise mit der Weiterentwicklung der Kindertagesstätten. Mit dem Doppelhaushalt 2009/2010 würden die Voraussetzungen für die vollständige Beitragsfreiheit des Kindergartenbesuchs für Kinder ab zwei Jahren ab August 2010 geschaffen. Dank der Beitragsfreiheit würden Familien mit Kindern um durchschnittlich 700 Euro pro Kindergartenjahr entlastet.
Als eines der wichtigsten Reformprojekte der Landesregierung bezeichnete Ahnen die neue zweigliedrige Schulstruktur mit gleichberechtigten, aufstiegsorientierten Bildungsgängen. "Schülerinnen und Schüler in Zukunft noch besser zu qualifizieren und sie zu höheren Bildungsabschlüssen zu führen, dieser Aufgabe stellen wir uns mit dem Gesetz zur Änderung der Schulstruktur und der damit verbundenen Überführung von Haupt- und Realschulen zur Realschule plus", fasste sie zusammen.
Die Realschule plus zeige Schülerinnen und Schülern hochwertige Qualifizierungswege in Ausbildung, Beruf und Studium auf. Sie realisiere längeres gemeinsames Lernen, Durchlässigkeit zu höheren Abschlüssen und mehr individuelle Förderung und sei damit ein nachhaltiger Beitrag zu mehr Chancengleichheit. Ahnen appellierte an die Oppositionsparteien, sich diesen Perspektiven nicht zu verschließen – zumal andere Länder, die bereits die Hauptschule abgeschafft haben, gute Erfahrungen gemacht haben.
Mit Elan fortgeführt werde auch der Ausbau der Ganztagsschulen. Seit 2002 seien 458 Schulen zu Ganztagsschulen in Angebotsform geworden. In den kommenden zwei Jahren würden insgesamt 100 weitere hinzukommen.
Weiter aufgestockt werde das Angebot an Schulsozialarbeitsstellen. Derzeit gebe es an insgesamt 184 allgemeinbildenden Schulen entsprechende Stellen, die vom Land gefördert werden. Mit dem neuen Haushalt könnten an 60 weiteren Schulen Schulsozialarbeitsstellen eingerichtet werden, erläuterte die Ministerin.
Als "in dieser Form sicher einmalig in Deutschland" charakterisierte die Ministerin die massiven Investitionen in Wissenschaft und Forschung. Einzigartig dabei sei insbesondere, dass den Hochschulen und Instituten durch die Einrichtung des Sondervermögens Wissen schafft Zukunft, in das auf Antrag der SPD-Fraktion auch das bisherige Programm Wissen schafft Zukunft I eingebettet werde, bis zum Jahr 2013 völlige Planungssicherheit ermöglicht werde. Wissen schafft Zukunft sowie die Bundesmittel aus dem Hochschulpakt addierten sich auf ein Gesamtvolumen von mehr als 440 Millionen Euro, das die Hochschulen und Forschungseinrichtungen in den kommenden fünf Jahren verlässlich einplanen könnten.
Mit den zusätzlichen Mitteln in Wissen schafft Zukunft würden unter anderem 200 zusätzliche Stellen an den Universitäten und Fachhochschulen geschaffen, die landesseitige Finanzierung des Hochschulpaktes sichergestellt, die Forschungsinfrastruktur weiter ausgebaut und die Spitzenforschung verstärkt gefördert werden. "All dies sind nachhaltige Investitionen in die Zukunftsfähigkeit unseres Landes", urteilte Ahnen.
Die Ministerin betonte: "Finanziell und konzeptionell stellt die Landesregierung die richtigen Weichen, um mehr Bildung und individuelle Förderung von Anfang an zu ermöglichen, das schulische Bildungsangebot fit für die Zukunft und die absehbare demographische Entwicklung zu machen sowie die Qualität der Bildungsangebote in Schulen und Hochschulen weiter zu steigern."
Im Vergleich zum Jahr 2008 würden die Ausgaben im Einzelplan 09 bis 2010 von rund 4,4 auf rund 4,8 Milliarden Euro steigen – das entspricht einer Steigerung von 9 Prozent. "Die Gesamtausgaben des Landeshaushalts wachsen deutlich geringer. Das belegt, welch hohen Stellenwert die Landesregierung und die Regierungsfraktion den Bereichen Bildung und Wissenschaft beimisst", resümierte Ahnen.
Eine solche Schwerpunktsetzung beginne konsequenterweise mit der Weiterentwicklung der Kindertagesstätten. Mit dem Doppelhaushalt 2009/2010 würden die Voraussetzungen für die vollständige Beitragsfreiheit des Kindergartenbesuchs für Kinder ab zwei Jahren ab August 2010 geschaffen. Dank der Beitragsfreiheit würden Familien mit Kindern um durchschnittlich 700 Euro pro Kindergartenjahr entlastet.
Als eines der wichtigsten Reformprojekte der Landesregierung bezeichnete Ahnen die neue zweigliedrige Schulstruktur mit gleichberechtigten, aufstiegsorientierten Bildungsgängen. "Schülerinnen und Schüler in Zukunft noch besser zu qualifizieren und sie zu höheren Bildungsabschlüssen zu führen, dieser Aufgabe stellen wir uns mit dem Gesetz zur Änderung der Schulstruktur und der damit verbundenen Überführung von Haupt- und Realschulen zur Realschule plus", fasste sie zusammen.
Die Realschule plus zeige Schülerinnen und Schülern hochwertige Qualifizierungswege in Ausbildung, Beruf und Studium auf. Sie realisiere längeres gemeinsames Lernen, Durchlässigkeit zu höheren Abschlüssen und mehr individuelle Förderung und sei damit ein nachhaltiger Beitrag zu mehr Chancengleichheit. Ahnen appellierte an die Oppositionsparteien, sich diesen Perspektiven nicht zu verschließen – zumal andere Länder, die bereits die Hauptschule abgeschafft haben, gute Erfahrungen gemacht haben.
Mit Elan fortgeführt werde auch der Ausbau der Ganztagsschulen. Seit 2002 seien 458 Schulen zu Ganztagsschulen in Angebotsform geworden. In den kommenden zwei Jahren würden insgesamt 100 weitere hinzukommen.
Weiter aufgestockt werde das Angebot an Schulsozialarbeitsstellen. Derzeit gebe es an insgesamt 184 allgemeinbildenden Schulen entsprechende Stellen, die vom Land gefördert werden. Mit dem neuen Haushalt könnten an 60 weiteren Schulen Schulsozialarbeitsstellen eingerichtet werden, erläuterte die Ministerin.
Als "in dieser Form sicher einmalig in Deutschland" charakterisierte die Ministerin die massiven Investitionen in Wissenschaft und Forschung. Einzigartig dabei sei insbesondere, dass den Hochschulen und Instituten durch die Einrichtung des Sondervermögens Wissen schafft Zukunft, in das auf Antrag der SPD-Fraktion auch das bisherige Programm Wissen schafft Zukunft I eingebettet werde, bis zum Jahr 2013 völlige Planungssicherheit ermöglicht werde. Wissen schafft Zukunft sowie die Bundesmittel aus dem Hochschulpakt addierten sich auf ein Gesamtvolumen von mehr als 440 Millionen Euro, das die Hochschulen und Forschungseinrichtungen in den kommenden fünf Jahren verlässlich einplanen könnten.
Mit den zusätzlichen Mitteln in Wissen schafft Zukunft würden unter anderem 200 zusätzliche Stellen an den Universitäten und Fachhochschulen geschaffen, die landesseitige Finanzierung des Hochschulpaktes sichergestellt, die Forschungsinfrastruktur weiter ausgebaut und die Spitzenforschung verstärkt gefördert werden. "All dies sind nachhaltige Investitionen in die Zukunftsfähigkeit unseres Landes", urteilte Ahnen.
Ausgaben des Landes je Schüler steigen seit 2005 um 17 Prozent
Düsseldorf, 02.12.2008 Die Zahlen aus dem heute vorgestellten Bildungsfinanzbericht stammen aus dem Jahr 2005. Sie sind ein weiterer Beleg für das Scheitern der früheren Bildungspolitik.
Seit Amtsantritt im Jahr 2005 hat die jetzige Landesregierung trotz notwendiger Sparmaßnahmen kräftig in den Bildungsbereich investiert. Mit dem Haushalt 2009 steigt der Schuletat, der ein Viertel des Landeshaushaltes ausmacht, gegenüber 2005 um 1,4 Mrd. Euro. Das entspricht einer Steigerung um 12 Prozent.
Durch diese Steigerung der Landesausgaben konnten auch die Mittel pro Schüler deutlich erhöht werden. Allein das Land gibt für jeden Schüler mit dem nächsten Haushalt rund 750 Euro mehr aus als 2005. Ohne den Anteil der Kommunen steigen die Pro-Kopf-Mittel auf 4.743 Euro pro Schüler. Das entspricht einer Steigerung seit 2005 um 17 Prozent.
Schulministerin Barbara Sommer: "Bildung hat für die Landesregierung oberste Priorität. Trotz der Notwendigkeit, den Haushalt zu konsolidieren, konnten wir den Etat des Schulministeriums deutlich aufstocken. Wir investieren, um die Zukunftschancen der jungen Generation weiter zu steigern. Wir investieren, um die Bildungsqualität zu verbessern und die Chancengerechtigkeit zu erhöhen."
Dies zeigt sich auch beim Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern. Der Bildungsfinanzbericht sieht Nordrhein-Westfalen in dieser Kategorie am Tabellenende. Aber auch hier ist im Vergleich zu 2005 eine eindeutige Verbesserung eingetreten. Betrug die Schüler-Stellen-Relation im letzten von der Vorgängerregierung zu verantwortenden Haushalt noch 18,59, so beträgt sie auf der Grundlage der Zahlen des Haushaltsentwurfs 2009 aktuell 17,06. Barbara Sommer: "Jeder Lehrer muss im nächsten Schuljahr im Durchschnitt 1,5 Schüler weniger unterrichten als unter der alten Landesregierung. Damit bleibt mehr Zeit für jeden einzelnen Schüler. Nach der deutlichen Reduzierung des Unterrichtsausfalls ist es nun unser Ziel, die Klassenstärken zu verkleinern und so eine bessere individuelle Förderung zu ermöglichen."
Düsseldorf, 02.12.2008 Die Zahlen aus dem heute vorgestellten Bildungsfinanzbericht stammen aus dem Jahr 2005. Sie sind ein weiterer Beleg für das Scheitern der früheren Bildungspolitik.
Seit Amtsantritt im Jahr 2005 hat die jetzige Landesregierung trotz notwendiger Sparmaßnahmen kräftig in den Bildungsbereich investiert. Mit dem Haushalt 2009 steigt der Schuletat, der ein Viertel des Landeshaushaltes ausmacht, gegenüber 2005 um 1,4 Mrd. Euro. Das entspricht einer Steigerung um 12 Prozent.
Durch diese Steigerung der Landesausgaben konnten auch die Mittel pro Schüler deutlich erhöht werden. Allein das Land gibt für jeden Schüler mit dem nächsten Haushalt rund 750 Euro mehr aus als 2005. Ohne den Anteil der Kommunen steigen die Pro-Kopf-Mittel auf 4.743 Euro pro Schüler. Das entspricht einer Steigerung seit 2005 um 17 Prozent.
Schulministerin Barbara Sommer: "Bildung hat für die Landesregierung oberste Priorität. Trotz der Notwendigkeit, den Haushalt zu konsolidieren, konnten wir den Etat des Schulministeriums deutlich aufstocken. Wir investieren, um die Zukunftschancen der jungen Generation weiter zu steigern. Wir investieren, um die Bildungsqualität zu verbessern und die Chancengerechtigkeit zu erhöhen."
Dies zeigt sich auch beim Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern. Der Bildungsfinanzbericht sieht Nordrhein-Westfalen in dieser Kategorie am Tabellenende. Aber auch hier ist im Vergleich zu 2005 eine eindeutige Verbesserung eingetreten. Betrug die Schüler-Stellen-Relation im letzten von der Vorgängerregierung zu verantwortenden Haushalt noch 18,59, so beträgt sie auf der Grundlage der Zahlen des Haushaltsentwurfs 2009 aktuell 17,06. Barbara Sommer: "Jeder Lehrer muss im nächsten Schuljahr im Durchschnitt 1,5 Schüler weniger unterrichten als unter der alten Landesregierung. Damit bleibt mehr Zeit für jeden einzelnen Schüler. Nach der deutlichen Reduzierung des Unterrichtsausfalls ist es nun unser Ziel, die Klassenstärken zu verkleinern und so eine bessere individuelle Förderung zu ermöglichen."
Müller zum Bildungsfinanzbericht: "Bestätigung unserer Bildungspolitik"
Erfurt, 02.12.2008 Mit 6.400 Euro pro Schüler hat Thüringen die höchsten Bildungsausgaben im Bereich allgemein bildende Schulen. Es folgen Hamburg mit 6.200 Euro, Berlin und Sachsen-Anhalt mit je 6.100 Euro. Das gehe aus dem heute veröffentlichten Bildungsfinanzberichts 2008 hervor, erklärte Thüringens Kultusminister Bernward Müller (CDU).
Bei den öffentlichen Bildungsausgaben im gesamten Schulbereich, einschließlich der berufsbildenden Schulen, liegt Thüringen mit 5.600 Euro pro Schüler weit über dem Bundesdurchschnitt von 4.700 Euro. Damit nimmt der Freistaat Rang zwei hinter dem Stadtstaat Hamburg ein. Bei den öffentlichen Ausgaben für Hochschulen liegt Thüringen mit 7.570 Euro pro Studierenden über dem Bundesdurchschnitt von 7.180 Euro pro Studierenden und auf dem ersten Platz bei den Flächenländern Ost. Zum Vergleich: Sachsen-Anhalt 7.300 Euro, Mecklenburg-Vorpommern 7.290 Euro, Sachsen 6.980 Euro, Brandenburg 5.680 Euro. Im internationalen Kontext, hier sind die Bildungsausgaben breiter gefasst, nimmt Thüringen mit 8.000 Euro pro Bildungsteilnehmer des Primar- bis Tertiärbereiches hinter den Stadtstaaten ebenfalls die Spitzenposition der Flächenländer ein und liegt weit über dem bundesweiten Durchschnitt von 7.000 Euro.
Kultusminister Müller dazu: "Kontinuität, engagierte Lehrerinnen und Lehrer sowie gute Rahmenbedingungen haben Thüringen zu einem der erfolgreichsten Bildungsländer Deutschlands gemacht. Nach der letzten PISA-Studie ist auch der Bildungsfinanzbericht 2008 eine deutliche Bestätigung unserer Bildungspolitik mit Augenmaß. Unsere Schüler sind uns viel wert. Trotz sinkender Schülerzahlen haben wir die hohe Finanzausstattung aufrecht erhalten. Damit Thüringen weiter erfolgreich ist, setzt die Landesregierung auch künftig auf das leistungsfähige gegliederte Schulsystem. Der Einheitsschule, die gleichbedeutend mit der Abschaffung des Gymnasiums ist, erteilen wir eine klare Absage. Die individuelle Förderung jedes Einzelnen ist und bleibt unser Ziel. So bleibt Thüringen Bildungsland auf höchstem Niveau."
Das Statistische Bundesamt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung beauftragt, ab 2008 jährlich einen Bildungsfinanzbericht vorzulegen. Der Bericht orientiert sich hinsichtlich der Datenbasis und Methodik am bisherigen Bildungsfinanzbericht der BLK. Die öffentlichen und privaten Bildungsausgaben werden mit einer Systematik dargestellt, die nationale und internationale Vergleiche ermöglicht. Weitere Informationen sind im Internet unter www.destatis.de zu finden.
Erfurt, 02.12.2008 Mit 6.400 Euro pro Schüler hat Thüringen die höchsten Bildungsausgaben im Bereich allgemein bildende Schulen. Es folgen Hamburg mit 6.200 Euro, Berlin und Sachsen-Anhalt mit je 6.100 Euro. Das gehe aus dem heute veröffentlichten Bildungsfinanzberichts 2008 hervor, erklärte Thüringens Kultusminister Bernward Müller (CDU).
Bei den öffentlichen Bildungsausgaben im gesamten Schulbereich, einschließlich der berufsbildenden Schulen, liegt Thüringen mit 5.600 Euro pro Schüler weit über dem Bundesdurchschnitt von 4.700 Euro. Damit nimmt der Freistaat Rang zwei hinter dem Stadtstaat Hamburg ein. Bei den öffentlichen Ausgaben für Hochschulen liegt Thüringen mit 7.570 Euro pro Studierenden über dem Bundesdurchschnitt von 7.180 Euro pro Studierenden und auf dem ersten Platz bei den Flächenländern Ost. Zum Vergleich: Sachsen-Anhalt 7.300 Euro, Mecklenburg-Vorpommern 7.290 Euro, Sachsen 6.980 Euro, Brandenburg 5.680 Euro. Im internationalen Kontext, hier sind die Bildungsausgaben breiter gefasst, nimmt Thüringen mit 8.000 Euro pro Bildungsteilnehmer des Primar- bis Tertiärbereiches hinter den Stadtstaaten ebenfalls die Spitzenposition der Flächenländer ein und liegt weit über dem bundesweiten Durchschnitt von 7.000 Euro.
Kultusminister Müller dazu: "Kontinuität, engagierte Lehrerinnen und Lehrer sowie gute Rahmenbedingungen haben Thüringen zu einem der erfolgreichsten Bildungsländer Deutschlands gemacht. Nach der letzten PISA-Studie ist auch der Bildungsfinanzbericht 2008 eine deutliche Bestätigung unserer Bildungspolitik mit Augenmaß. Unsere Schüler sind uns viel wert. Trotz sinkender Schülerzahlen haben wir die hohe Finanzausstattung aufrecht erhalten. Damit Thüringen weiter erfolgreich ist, setzt die Landesregierung auch künftig auf das leistungsfähige gegliederte Schulsystem. Der Einheitsschule, die gleichbedeutend mit der Abschaffung des Gymnasiums ist, erteilen wir eine klare Absage. Die individuelle Förderung jedes Einzelnen ist und bleibt unser Ziel. So bleibt Thüringen Bildungsland auf höchstem Niveau."
Das Statistische Bundesamt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung beauftragt, ab 2008 jährlich einen Bildungsfinanzbericht vorzulegen. Der Bericht orientiert sich hinsichtlich der Datenbasis und Methodik am bisherigen Bildungsfinanzbericht der BLK. Die öffentlichen und privaten Bildungsausgaben werden mit einer Systematik dargestellt, die nationale und internationale Vergleiche ermöglicht. Weitere Informationen sind im Internet unter www.destatis.de zu finden.
Berlin, 02.12.2008 Der Bildungsfinanzbericht 2008 belegt erneut, dass Berlin im deutschlandweiten Vergleich zu den Ländern gehört, die am meisten in Bildung investieren. Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner: "PISA 2006 hat es wieder gezeigt: Die Herausforderung und die Leistungsbreite ist in Berlin so groß wie in keinem anderen Bundesland. Viele Schülerinnen und Schüler aus sozial schwachen Schichten und mit Migrationshintergrund haben einen enormen Nachholbedarf, während viele andere Schülerinnen und Schüler aus Berlin zu den deutschlandweit Besten gehören. Berlin stellt sich der großen Herausforderung, die Schwächeren zu stärken und die Stärkeren noch stärker zu machen. Dazu investiert das nicht gerade reiche Berlin überdurchschnittlich viel in die Bildung. In der Bildungspolitik ist Geld beileibe nicht alles. Aber Geld ist eine wichtige Voraussetzung. Deshalb ist es wichtig, dass in Berlin die Kitas, Schulen und Hochschulen im deutschlandweiten Vergleich eine gute bis sehr gute Ressourcenausstattung haben."
Berliner Ausgaben im Ländervergleich:
Die höchsten Werte zu den öffentlichen Bildungsausgaben je Person unter 30 Jahren erreichten im Jahr 2005 Hamburg mit 3 994 Euro und Berlin mit 3 887 Euro. Auch berechnet auf die Einwohneranzahl gibt nur Hamburg mehr aus als Berlin (Abbildung 3.1-2, Seite 27).
Die öffentlichen Haushalte gaben 2005 bundesweit durchschnittlich 4 700 Euro für die Ausbildung je Schüler/in an öffentlichen Schulen aus. Im Ländervergleich verzeichneten Hamburg mit 5 700 Euro und Berlin 5600 Euro die höchsten Ausgaben je Schüler/in an öffentlichen Schulen (Tab. 4.2.4-1, Seite 37).
Die Ausgaben für öffentliche allgemein bildende und berufliche Schulen je Schüler/in in Euro nahmen in Berlin von 4900 im Jahre 2000 auf 5600 im Jahre 2005 deutlich zu (Tabelle 4.2.5-1, Seite 88).
Nur drei ostdeutsche Flächenländer (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) haben niedrigere Schüler-Lehrer-Relationen an öffentlichen Schulen in 2005 als Berlin. (Abbildung 4.2.4-3, Seite 39).
Mit 7360 Euro gab Berlin je Studierenden an Hochschulen im Jahre 2005 deutlich mehr aus als der bundesdeutsche Durchschnitt mit 7180 Euro (Abbildung 4.3.4-2, Seite 43).
Hamburg (8400), Bremen und Berlin (je 8100) sind die Bundesländer mit den höchsten Ausgaben für alle Bildungseinrichtungen (ISCED 1 bis 6) je Bildungsteilnehmer/in 2005 in Euro (Abbildung 5.1.2-1, Seite 56).
Das Statistische Bundesamt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Einvernehmen mit der Kultusministerkonferenz beauftragt, erstmalig 2008 und bis 2010 jährlich einen Bildungsfinanzbericht vorzulegen. Auf der Homepage www.destatis.de werden der Bildungsfinanzbericht und weitere konzeptionelle Informationen zur nationalen und internationalen Bildungsfinanzberichterstattung bereitgestellt.
Berliner Ausgaben im Ländervergleich:
Die höchsten Werte zu den öffentlichen Bildungsausgaben je Person unter 30 Jahren erreichten im Jahr 2005 Hamburg mit 3 994 Euro und Berlin mit 3 887 Euro. Auch berechnet auf die Einwohneranzahl gibt nur Hamburg mehr aus als Berlin (Abbildung 3.1-2, Seite 27).
Die öffentlichen Haushalte gaben 2005 bundesweit durchschnittlich 4 700 Euro für die Ausbildung je Schüler/in an öffentlichen Schulen aus. Im Ländervergleich verzeichneten Hamburg mit 5 700 Euro und Berlin 5600 Euro die höchsten Ausgaben je Schüler/in an öffentlichen Schulen (Tab. 4.2.4-1, Seite 37).
Die Ausgaben für öffentliche allgemein bildende und berufliche Schulen je Schüler/in in Euro nahmen in Berlin von 4900 im Jahre 2000 auf 5600 im Jahre 2005 deutlich zu (Tabelle 4.2.5-1, Seite 88).
Nur drei ostdeutsche Flächenländer (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) haben niedrigere Schüler-Lehrer-Relationen an öffentlichen Schulen in 2005 als Berlin. (Abbildung 4.2.4-3, Seite 39).
Mit 7360 Euro gab Berlin je Studierenden an Hochschulen im Jahre 2005 deutlich mehr aus als der bundesdeutsche Durchschnitt mit 7180 Euro (Abbildung 4.3.4-2, Seite 43).
Hamburg (8400), Bremen und Berlin (je 8100) sind die Bundesländer mit den höchsten Ausgaben für alle Bildungseinrichtungen (ISCED 1 bis 6) je Bildungsteilnehmer/in 2005 in Euro (Abbildung 5.1.2-1, Seite 56).
Das Statistische Bundesamt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Einvernehmen mit der Kultusministerkonferenz beauftragt, erstmalig 2008 und bis 2010 jährlich einen Bildungsfinanzbericht vorzulegen. Auf der Homepage www.destatis.de werden der Bildungsfinanzbericht und weitere konzeptionelle Informationen zur nationalen und internationalen Bildungsfinanzberichterstattung bereitgestellt.

