Mainz, 05.12.2008 In Rheinland-Pfalz soll der im Grundschulbereich bereits erfolgreich laufende islamische Religionsunterricht ab dem kommenden Schuljahr auch auf die Sekundarstufe I ausgedehnt werden. "Islamischer Religionsunterricht kann für Kinder aus muslimischen Elternhäusern Normalität in dem wichtigen Bereich der religiösen Bildung schaffen und dazu beitragen religiöse Identität zu bilden. Das ist die Grundlage für einen von Toleranz geprägten Umgang mit Menschen anderer Religion oder Weltanschauung. In diesem Sinne ist das Angebot von islamischem Religionsunterricht auch als ein Beitrag im Rahmen des rheinland-pfälzischen Integrationskonzepts zu sehen", unterstrich Bildungsstaatssekretärin Vera Reiß heute zum Auftakt einer Fachtagung im Ludwigshafener Heinrich-Pesch-Haus, die den Einstieg in dieses Projekt bildete.
Bei der Tagung, die in einer Kooperation zwischen dem Bildungsministerium, dem Wilhelm-von-Humboldt-Gymnasium in Ludwigshafen, dem katholischen Bildungszentrum Heinrich-Pesch-Haus und der Evangelischen Akademie der Pfalz gestaltet wurde, geht der Blick auch über die Grenzen des Landes hinaus. Referentinnen und Referenten aus Schule und Hochschule berichten über Erfahrungen in Bayern, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen aber auch aus Österreich, wo der islamische Religionsunterricht – allerdings unter anderen verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen – schon eine lange Tradition hat.
Das Projekt des islamischen Religionsunterrichts in weiterführenden Schulen, das modellhaft in Ludwigshafen gestartet wird, findet sowohl in der Region als auch landesweit große Aufmerksamkeit. Rund 28.000 Schülerinnen und Schüler islamischen Glaubens besuchen derzeit rheinland-pfälzische Schulen. Die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse betonte denn auch die gesamtgesellschaftliche Bedeutung des islamischen Religionsunterrichts und rief dazu auf, Vorurteile abzubauen. Sie erhoffe sich von dem Modellprojekt einen grundlegenden Lerneffekt nicht nur für die betroffenen Schülerinnen und Schüler, sondern darüber hinaus für die gesamte Gesellschaft und besonders für die muslimische Gemeinschaft in Deutschland. "Dieser Unterricht kann dazu beitragen, dass wir lernen: Der Islam ist ein Teil unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit. Und er kann dazu beitragen, dass die Muslime in unserem Land lernen: Wir sind Teil einer offenen und toleranten Gesellschaft, die ihren Mitgliedern eine freie Persönlichkeitsentwicklung ermöglicht und die die religiöse Überzeugung jedes einzelnen achtet und schützt", sagte Dr. Eva Lohse.
Für den islamischen Religionsunterricht werden die gleichen Regelungen gelten wie für andere Unterrichtsfächer. Er wird in deutscher Sprache erteilt, benotet und unterliegt der staatlichen Schulaufsicht. Derzeit sind an mehreren Ludwigshafener Schulen Arbeitsgemeinschaften zur islamischen Religion eingerichtet. Der reguläre islamische Religionsunterricht soll im Schuljahr 2009/10 beginnen. Zur inhaltlichen Vorbereitung wurde eine Lehrplankommission berufen, die derzeit einen Rahmenlehrplan erarbeitet. Um möglichst zügig Lehrkräfte für den islamischen Religionsunterricht qualifizieren zu können, hat das Land Rheinland-Pfalz ein Verwaltungsabkommen mit dem Land Baden-Württemberg geschlossen. Danach können rheinland-pfälzische Lehrkräfte an dem Erweiterungsstudiengang "Islamische Theologie/Religionspädagogik" an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe teilnehmen. Das Studium umfasst 12 Semesterwochenstunden und dauert 2 Semester. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Absolventinnen und Absolventen aus Rheinland-Pfalz die Unterrichtserlaubnis für das Fach Islamischen Religionsunterricht. Aktuell haben fünf rheinland-pfälzische Lehrkräfte dieses Weiterbildungsstudium aufgenommen.
Bei der Tagung, die in einer Kooperation zwischen dem Bildungsministerium, dem Wilhelm-von-Humboldt-Gymnasium in Ludwigshafen, dem katholischen Bildungszentrum Heinrich-Pesch-Haus und der Evangelischen Akademie der Pfalz gestaltet wurde, geht der Blick auch über die Grenzen des Landes hinaus. Referentinnen und Referenten aus Schule und Hochschule berichten über Erfahrungen in Bayern, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen aber auch aus Österreich, wo der islamische Religionsunterricht – allerdings unter anderen verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen – schon eine lange Tradition hat.
Das Projekt des islamischen Religionsunterrichts in weiterführenden Schulen, das modellhaft in Ludwigshafen gestartet wird, findet sowohl in der Region als auch landesweit große Aufmerksamkeit. Rund 28.000 Schülerinnen und Schüler islamischen Glaubens besuchen derzeit rheinland-pfälzische Schulen. Die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse betonte denn auch die gesamtgesellschaftliche Bedeutung des islamischen Religionsunterrichts und rief dazu auf, Vorurteile abzubauen. Sie erhoffe sich von dem Modellprojekt einen grundlegenden Lerneffekt nicht nur für die betroffenen Schülerinnen und Schüler, sondern darüber hinaus für die gesamte Gesellschaft und besonders für die muslimische Gemeinschaft in Deutschland. "Dieser Unterricht kann dazu beitragen, dass wir lernen: Der Islam ist ein Teil unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit. Und er kann dazu beitragen, dass die Muslime in unserem Land lernen: Wir sind Teil einer offenen und toleranten Gesellschaft, die ihren Mitgliedern eine freie Persönlichkeitsentwicklung ermöglicht und die die religiöse Überzeugung jedes einzelnen achtet und schützt", sagte Dr. Eva Lohse.
Für den islamischen Religionsunterricht werden die gleichen Regelungen gelten wie für andere Unterrichtsfächer. Er wird in deutscher Sprache erteilt, benotet und unterliegt der staatlichen Schulaufsicht. Derzeit sind an mehreren Ludwigshafener Schulen Arbeitsgemeinschaften zur islamischen Religion eingerichtet. Der reguläre islamische Religionsunterricht soll im Schuljahr 2009/10 beginnen. Zur inhaltlichen Vorbereitung wurde eine Lehrplankommission berufen, die derzeit einen Rahmenlehrplan erarbeitet. Um möglichst zügig Lehrkräfte für den islamischen Religionsunterricht qualifizieren zu können, hat das Land Rheinland-Pfalz ein Verwaltungsabkommen mit dem Land Baden-Württemberg geschlossen. Danach können rheinland-pfälzische Lehrkräfte an dem Erweiterungsstudiengang "Islamische Theologie/Religionspädagogik" an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe teilnehmen. Das Studium umfasst 12 Semesterwochenstunden und dauert 2 Semester. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Absolventinnen und Absolventen aus Rheinland-Pfalz die Unterrichtserlaubnis für das Fach Islamischen Religionsunterricht. Aktuell haben fünf rheinland-pfälzische Lehrkräfte dieses Weiterbildungsstudium aufgenommen.
Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle zu Gesprächen bei Landesbischof Dr. Johannes Friedrich
München, 01.12.2008 Die große Bedeutung der Kirchen bei der Vermittlung von Werten und den hohen Stellenwert des Religionsunterrichts im Fächerkanon der Schulen hoben der bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultus, Ludwig Spaenle, und Landesbischof Johannes Friedrich von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern bei einer Begegnung im Landeskirchenamt in München hervor. Kultusminister Spaenle würdigte bei dem Gespräch die Rolle der christlichen Kirchen in der Vermittlung von Werten als wesentlichen Bestandteil einer ganzheitlichen Bildung. "Die Kinder und Jugendlichen benötigen heute eine stabile Wertegrundlage, die christlichen Kirchen leisten dazu einen unverzichtbaren Beitrag", so Minister Spaenle.
Der Landesbischof dankte Spaenle für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Landeskirche und Kultusministerium und erinnerte daran, dass das Thema Religionsunterricht und Bildung breiten Raum in seinem Bericht vor der gerade zu Ende gegangenen Landessynode in Straubing eingenommen habe. Johannes Friedrich: "Der Religionsunterricht dient der Begleitung und der Bildung junger Menschen für ihr Leben, also der Bildung im umfassenden Sinn: sie sollen mutig, klar und voll Vertrauen in ihre Zukunft gehen. Der Religionsunterricht ist also ein wesentlicher Bestandteil einer ganzheitliche Bildung, die nach evangelischem Verständnis unverzichtbar ist."
Ludwig Spaenle bekräftigte seinen Willen, sich für angemessene Rahmenbedingungen für den Religionsunterricht an den Schulen einzusetzen. Er würdigte die Rolle der Schulen in kirchlicher Trägerschaft, die in Bayern bereits traditionell die Schullandschaft in Bayern mit eigenen Schwerpunkten bereicherten. Kultusminister Spaenle wörtlich: "Die Schulen in kirchlicher Trägerschaft bieten eine sehr gute Ergänzung des staatlichen Schulwesens."
Landesbischof Friedrich begrüßte es, dass in der Koalitionsvereinbarung der Bildungspolitik hohe Priorität eingeräumt werde. Landesbischof Friedrich und Staatsminister Spaenle waren sich einig, dass Bildung ein zentrales Element für eine gelingende Integration von Kindern mit Migrationshintergrund darstelle. In diesem Zusammenhang verwies Spaenle auf das Ziel der Staatsregierung, ab kommendem Schuljahr die Schülerzahl auf maximal 25 in den Klassen zu begrenzen, in denen mehr als 50% der Schüler Migrationshintergrund haben.
Dr. Ludwig Unger
Pressesprecher des Bayer. Kultusministeriums
Johannes Minkus
Pressesprecher der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
München, 01.12.2008 Die große Bedeutung der Kirchen bei der Vermittlung von Werten und den hohen Stellenwert des Religionsunterrichts im Fächerkanon der Schulen hoben der bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultus, Ludwig Spaenle, und Landesbischof Johannes Friedrich von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern bei einer Begegnung im Landeskirchenamt in München hervor. Kultusminister Spaenle würdigte bei dem Gespräch die Rolle der christlichen Kirchen in der Vermittlung von Werten als wesentlichen Bestandteil einer ganzheitlichen Bildung. "Die Kinder und Jugendlichen benötigen heute eine stabile Wertegrundlage, die christlichen Kirchen leisten dazu einen unverzichtbaren Beitrag", so Minister Spaenle.
Der Landesbischof dankte Spaenle für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Landeskirche und Kultusministerium und erinnerte daran, dass das Thema Religionsunterricht und Bildung breiten Raum in seinem Bericht vor der gerade zu Ende gegangenen Landessynode in Straubing eingenommen habe. Johannes Friedrich: "Der Religionsunterricht dient der Begleitung und der Bildung junger Menschen für ihr Leben, also der Bildung im umfassenden Sinn: sie sollen mutig, klar und voll Vertrauen in ihre Zukunft gehen. Der Religionsunterricht ist also ein wesentlicher Bestandteil einer ganzheitliche Bildung, die nach evangelischem Verständnis unverzichtbar ist."
Ludwig Spaenle bekräftigte seinen Willen, sich für angemessene Rahmenbedingungen für den Religionsunterricht an den Schulen einzusetzen. Er würdigte die Rolle der Schulen in kirchlicher Trägerschaft, die in Bayern bereits traditionell die Schullandschaft in Bayern mit eigenen Schwerpunkten bereicherten. Kultusminister Spaenle wörtlich: "Die Schulen in kirchlicher Trägerschaft bieten eine sehr gute Ergänzung des staatlichen Schulwesens."
Landesbischof Friedrich begrüßte es, dass in der Koalitionsvereinbarung der Bildungspolitik hohe Priorität eingeräumt werde. Landesbischof Friedrich und Staatsminister Spaenle waren sich einig, dass Bildung ein zentrales Element für eine gelingende Integration von Kindern mit Migrationshintergrund darstelle. In diesem Zusammenhang verwies Spaenle auf das Ziel der Staatsregierung, ab kommendem Schuljahr die Schülerzahl auf maximal 25 in den Klassen zu begrenzen, in denen mehr als 50% der Schüler Migrationshintergrund haben.
Dr. Ludwig Unger
Pressesprecher des Bayer. Kultusministeriums
Johannes Minkus
Pressesprecher der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

