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Philologen-Verbands-Mitglieder an Gesamtschulen fordern: Gleiches Recht für Gemeinschaftsschulen und Gesamtschulen!
Düsseldorf, 31.03.2011 Die eklatante Ungleichbehandlung der Schülerinnen und Schüler des Schulversuchs Gemeinschaftsschule und der Gesamtschulen ist – so der nordrhein-westfälische Philologen-Verband – eine himmelschreiende Ungerechtigkeit.
Wieso betont Schulministerin Sylvia Löhrmann immer wieder, dass die Gemeinschaftsschule die "kleine Schwester" der Gesamtschule sei, wenn sie zugleich den "großen Bruder" links liegen lässt. Der Gemeinschaftsschule liegt absolut die gleiche "Schulphilosophie" zugrunde wie der nordrhein-westfälischen Gesamtschule. Man nimmt alle Kinder an beiden Schulformen mit unterschiedlichsten Lernvoraussetzungen auf, man betont die pädagogischen Herausforderungen infolge der Heterogenität in der Schülerschaft, man wirbt mit der Möglichkeit, sämtliche Bildungsabschlüsse zu erreichen, man bietet von vornherein ein Ganztagskonzept an – warum aber dann unterschiedliche pädagogische Rahmenbedingungen?
Die Philologen an Gesamtschulen fordern, dass alle an Gesamtschulen neu eingerichteten Klassen der 5. Jahrgangsstufe ebenso wie an Gemeinschaftsschulen 23 bis max. 25 Schülerinnen und Schüler umfassen. Sie erwarten, dass wegen der identischen Anforderungen an den Gesamtschulen die Klassengrößen schrittweise reduziert werden. Es ist unzumutbar, dass die schulorganisatorischen Erfordernisse an den Gesamtschulen ebenso wie die Konferenzen einen immer größeren zeitlichen Raum einnehmen und damit die Arbeitsbelastung der Kolleginnen und Kollegen von Schuljahr zu Schuljahr steigt.
Wenn man immer wieder hervorhebt, dass die Gemeinschaftsschule die `kooperativste Form der Gesamtschule` darstellt, dann darf man die pädagogichen Rahmenbedingungen an Gesamtschulen nicht auf einen ´Tag X` hinausschieben. Wenn der bewusste politische Wille darauf ausgerichtet ist, Schülergruppen mit möglichst heterogenem Leistungsvermögen zu bilden und beispielsweise die Vorteile längeren gemeinsamen Lernens immer wieder herausstreicht, dann darf man nicht die Schülerinnen und Schüler der einen Schulform bevorzugen und die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule zugleich benachteiligen. Die Gesamtschule darf nicht als "Stiefbruder missachtet werden!", so Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes.
Es ist allerdings auch ein Gebot der Gerechtigkeit, die Schülerinnen und Schüler der Gymnasien und Realschulen nicht auszuklammern. Auch diese Schulformen dürfen nicht länger hingehalten werden. "Es ist ein Skandal, dass jede zweite Klasse an diesen Schulformen mehr als 29 Schülerinnen und Schüler zählt. Wir benötigen schnellstens einen Stufenplan zur Schaffung kleinerer Klassen!", so Peter Silbernagel.
Wieso betont Schulministerin Sylvia Löhrmann immer wieder, dass die Gemeinschaftsschule die "kleine Schwester" der Gesamtschule sei, wenn sie zugleich den "großen Bruder" links liegen lässt. Der Gemeinschaftsschule liegt absolut die gleiche "Schulphilosophie" zugrunde wie der nordrhein-westfälischen Gesamtschule. Man nimmt alle Kinder an beiden Schulformen mit unterschiedlichsten Lernvoraussetzungen auf, man betont die pädagogischen Herausforderungen infolge der Heterogenität in der Schülerschaft, man wirbt mit der Möglichkeit, sämtliche Bildungsabschlüsse zu erreichen, man bietet von vornherein ein Ganztagskonzept an – warum aber dann unterschiedliche pädagogische Rahmenbedingungen?
Die Philologen an Gesamtschulen fordern, dass alle an Gesamtschulen neu eingerichteten Klassen der 5. Jahrgangsstufe ebenso wie an Gemeinschaftsschulen 23 bis max. 25 Schülerinnen und Schüler umfassen. Sie erwarten, dass wegen der identischen Anforderungen an den Gesamtschulen die Klassengrößen schrittweise reduziert werden. Es ist unzumutbar, dass die schulorganisatorischen Erfordernisse an den Gesamtschulen ebenso wie die Konferenzen einen immer größeren zeitlichen Raum einnehmen und damit die Arbeitsbelastung der Kolleginnen und Kollegen von Schuljahr zu Schuljahr steigt.
Wenn man immer wieder hervorhebt, dass die Gemeinschaftsschule die `kooperativste Form der Gesamtschule` darstellt, dann darf man die pädagogichen Rahmenbedingungen an Gesamtschulen nicht auf einen ´Tag X` hinausschieben. Wenn der bewusste politische Wille darauf ausgerichtet ist, Schülergruppen mit möglichst heterogenem Leistungsvermögen zu bilden und beispielsweise die Vorteile längeren gemeinsamen Lernens immer wieder herausstreicht, dann darf man nicht die Schülerinnen und Schüler der einen Schulform bevorzugen und die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule zugleich benachteiligen. Die Gesamtschule darf nicht als "Stiefbruder missachtet werden!", so Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes.
Es ist allerdings auch ein Gebot der Gerechtigkeit, die Schülerinnen und Schüler der Gymnasien und Realschulen nicht auszuklammern. Auch diese Schulformen dürfen nicht länger hingehalten werden. "Es ist ein Skandal, dass jede zweite Klasse an diesen Schulformen mehr als 29 Schülerinnen und Schüler zählt. Wir benötigen schnellstens einen Stufenplan zur Schaffung kleinerer Klassen!", so Peter Silbernagel.
Hannover, 27.01.2011 In einer ersten Zwischenbilanz bewertet die stellvertretende Vorsitzende und schulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Frauke Heiligenstadt, den ersten Teil der öffentlichen Anhörung zum neuen Schulgesetz als "schlechten Tag für die Regierungsfraktionen von CDU und FDP".
"Durch die Anhörung im Kultusausschuss zieht sich wie ein roter Faden die Erkenntnis, dass die Oberschule keine Lösung für die vorhandenen Probleme bietet. Sie wirft im Gegenteil neue Fragen auf. Sie scheint auch nicht geeignet zu sein, den Schulkonsens in Niedersachsen herzustellen", berichtete Heiligenstadt am Rande der Anhörung als Zwischenbilanz des ersten Tages am Donnerstag in Hannover.
So habe der Landeselternrat die Oberschule als "überflüssig, unausgegoren und nicht konsensfähig" bezeichnet. "Selbst zustimmende Äußerungen zur Oberschule, wie sie beispielsweise der Landkreistag geäußert hat, sind nur vordergründig ein Kompliment für das von CDU und FDP vorgeschlagene Projekt", so die SPD-Schulexpertin. "Die einen verbinden mit ihrem Ja zur Oberschule die Forderung nach der Abschaffung der Fünfzügigkeit für neue Gesamtschulen. Andere stimmen der Oberschule nur unter der Bedingung zu, dass sie grundsätzlich über einen gymnasialen Zweig verfügt. Andere wiederum knüpfen ihre Zustimmung zur Oberschule daran, dass sie gerade keine Abituroption haben darf. Die neue Oberschule produziert eher Verwirrung", kritisierte Heiligenstadt. Die neue Schulform sei nicht geeignet, die zahlreichen, oft unterschiedlichen Wünsche und Bedürfnisse der Beteiligten auch nur im Ansatz zu erfüllen.
Die SPD-Kultuspolitikerin erwartet auch für die Fortsetzung der Anhörung am (morgigen) Freitag keine grundsätzlich andere Bewertung des Schulgesetzes der Regierungsfraktionen.
SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag
Pressestelle
Telefon: 0511 / 3030 4013
Telefax: 0511 / 3030 4808
E-Mail: spdpresse@lt.niedersachsen.de
Internet: www.spd-landtag-nds.de
"Durch die Anhörung im Kultusausschuss zieht sich wie ein roter Faden die Erkenntnis, dass die Oberschule keine Lösung für die vorhandenen Probleme bietet. Sie wirft im Gegenteil neue Fragen auf. Sie scheint auch nicht geeignet zu sein, den Schulkonsens in Niedersachsen herzustellen", berichtete Heiligenstadt am Rande der Anhörung als Zwischenbilanz des ersten Tages am Donnerstag in Hannover.
So habe der Landeselternrat die Oberschule als "überflüssig, unausgegoren und nicht konsensfähig" bezeichnet. "Selbst zustimmende Äußerungen zur Oberschule, wie sie beispielsweise der Landkreistag geäußert hat, sind nur vordergründig ein Kompliment für das von CDU und FDP vorgeschlagene Projekt", so die SPD-Schulexpertin. "Die einen verbinden mit ihrem Ja zur Oberschule die Forderung nach der Abschaffung der Fünfzügigkeit für neue Gesamtschulen. Andere stimmen der Oberschule nur unter der Bedingung zu, dass sie grundsätzlich über einen gymnasialen Zweig verfügt. Andere wiederum knüpfen ihre Zustimmung zur Oberschule daran, dass sie gerade keine Abituroption haben darf. Die neue Oberschule produziert eher Verwirrung", kritisierte Heiligenstadt. Die neue Schulform sei nicht geeignet, die zahlreichen, oft unterschiedlichen Wünsche und Bedürfnisse der Beteiligten auch nur im Ansatz zu erfüllen.
Die SPD-Kultuspolitikerin erwartet auch für die Fortsetzung der Anhörung am (morgigen) Freitag keine grundsätzlich andere Bewertung des Schulgesetzes der Regierungsfraktionen.
SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag
Pressestelle
Telefon: 0511 / 3030 4013
Telefax: 0511 / 3030 4808
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Dortmund, 27.01.2011 "Die jetzt veröffentlichten Übergängerquoten zu den weiterführenden Schulen im Schuljahr 2010/11 belegen, dass sich der bekannte Trend des Schulwahlverhaltens weiter fortsetzt und die Politik dies aufgreifen muss", kommentiert der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann die vom Landesinstitut IT NRW vorgelegten Zahlen. "Der VBE teilt deshalb die Auffassung der Grünen, dass ein rascher Schulkonsens unverzichtbar ist."
Zwischen den Schuljahren 2009/10 und 2010/11 ist die Zahl der Übergänger zu den weiterführenden Schulen insgesamt um 3,3% gesunken, was sich aber auf die Schulformen sehr unterschiedlich ausgewirkt hat.
"Wenn sich Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger immer wieder auf Neue so deutlich zeigen, muss die Politik dem Rechnung tragen", so Beckmann. "Das kann sie in diesem Fall nur, indem sie die bisher strikt voneinander getrennt geführten Schulformen zusammenwachsen lässt und ihre jeweiligen Stärken dabei nutzt. Die Fähigkeiten der Hauptschullehrkräfte werden dafür genauso gebraucht wie die der Real-, Gymnasial-, Gesamt- und Förderschullehrkräfte."
Zwischen den Schuljahren 2009/10 und 2010/11 ist die Zahl der Übergänger zu den weiterführenden Schulen insgesamt um 3,3% gesunken, was sich aber auf die Schulformen sehr unterschiedlich ausgewirkt hat.
"Wenn sich Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger immer wieder auf Neue so deutlich zeigen, muss die Politik dem Rechnung tragen", so Beckmann. "Das kann sie in diesem Fall nur, indem sie die bisher strikt voneinander getrennt geführten Schulformen zusammenwachsen lässt und ihre jeweiligen Stärken dabei nutzt. Die Fähigkeiten der Hauptschullehrkräfte werden dafür genauso gebraucht wie die der Real-, Gymnasial-, Gesamt- und Förderschullehrkräfte."
Düsseldorf, 03.12.2010 lehrer nrw steigt aus der Bildungskonferenz aus. "Nach der Auftaktveranstaltung am 23. September und mehreren Folgetreffen in Arbeitsgruppen müssen wir feststellen, dass die Bildungskonferenz eine höchst einseitige Veranstaltung ist, die rot-grüne Schulpolitik quasi außerparlamentarisch legitimieren soll. Dafür stehen wir nicht zur Verfügung, wohl aber für einen echten Dialog", erklärt Brigitte Balbach, Vorsitzende von lehrer nrw.
Das von Schulministerin Sylvia Löhrmann ausgegebene Ziel eines größtmöglichen Konsenses in der Schulpolitik setzt inhaltliche und programmatische Offenheit voraus. "Diese Offenheit können wir nicht erkennen. Schon die Zusammensetzung der Teilnehmer zeigt, dass konservativ-kritische Vertreter in der Minderheit sind. Diskussionsbeiträge, die von der allgemeinen Linie abweichen, werden in den Protokollen als ´abweichendes Einzelvotum´ abqualifiziert", kritisiert Balbach.
Schlechter Stil ist es zudem, dass Ministerin Löhrmann am 20. September, drei Tage vor dem Start der Bildungskonferenz, die Eckpunkte der Gemeinschaftsschule vorgestellt und damit Pflöcke eingeschlagen hat, bevor die vermeintlich ergebnisoffene Diskussion anlief. Auch inhaltlich gibt es aus Sicht von lehrer nrw mehrere Kritikpunkte. Zu nennen sind zum Beispiel die zunehmende Kommunalisierung der Schulpolitik, die sich abzeichnende Schwächung der Schulaufsicht und natürlich der klar erkennbare Weg hin zu einer – möglichst integrativen – Gemeinschaftsschule.
"Man hat den Eindruck, dass zunächst einmal Fakten geschaffen werden sollen. Dies ist bei der Gemeinschaftsschule deutlich erkennbar", so Balbach. "Wie eine pädagogisch fürsorgliche Förderung der Kinder aussehen kann, steht hingegen nicht im Mittelpunkt. Man kann aber die Stellschrauben nicht erst im Praxisbetrieb eindrehen." Balbach abschließend: "Wir stehen für eine offene Diskussion – auch über neue Wege in der Schulstruktur – zur Verfügung. Wir unterstützen aber keine radikalen Eingriffe – und nichts anderes ist die Gemeinschaftsschule –, die alle Errungenschaften des gegliederten Schulsystems ungeprüft über Bord werfen."
Das von Schulministerin Sylvia Löhrmann ausgegebene Ziel eines größtmöglichen Konsenses in der Schulpolitik setzt inhaltliche und programmatische Offenheit voraus. "Diese Offenheit können wir nicht erkennen. Schon die Zusammensetzung der Teilnehmer zeigt, dass konservativ-kritische Vertreter in der Minderheit sind. Diskussionsbeiträge, die von der allgemeinen Linie abweichen, werden in den Protokollen als ´abweichendes Einzelvotum´ abqualifiziert", kritisiert Balbach.
Schlechter Stil ist es zudem, dass Ministerin Löhrmann am 20. September, drei Tage vor dem Start der Bildungskonferenz, die Eckpunkte der Gemeinschaftsschule vorgestellt und damit Pflöcke eingeschlagen hat, bevor die vermeintlich ergebnisoffene Diskussion anlief. Auch inhaltlich gibt es aus Sicht von lehrer nrw mehrere Kritikpunkte. Zu nennen sind zum Beispiel die zunehmende Kommunalisierung der Schulpolitik, die sich abzeichnende Schwächung der Schulaufsicht und natürlich der klar erkennbare Weg hin zu einer – möglichst integrativen – Gemeinschaftsschule.
"Man hat den Eindruck, dass zunächst einmal Fakten geschaffen werden sollen. Dies ist bei der Gemeinschaftsschule deutlich erkennbar", so Balbach. "Wie eine pädagogisch fürsorgliche Förderung der Kinder aussehen kann, steht hingegen nicht im Mittelpunkt. Man kann aber die Stellschrauben nicht erst im Praxisbetrieb eindrehen." Balbach abschließend: "Wir stehen für eine offene Diskussion – auch über neue Wege in der Schulstruktur – zur Verfügung. Wir unterstützen aber keine radikalen Eingriffe – und nichts anderes ist die Gemeinschaftsschule –, die alle Errungenschaften des gegliederten Schulsystems ungeprüft über Bord werfen."
Dortmund, 22.11.2010 "Solange es Haupt- und Realschulen gibt, ist die Landesregierung in der Pflicht, für diese Schülerinnen und Schüler eine bestmögliche Förderung und Bildungsteilhabe zu sichern. Investitionen in eine bessere Unterrichtsversorgung sind gut angelegt. Sie erhöhen die Bildungsteilhabe aller Schüler, die jetzt im System sind und sichern zugleich gute Rahmenbedingungen für zukünftig entstehende Gemeinschaftsschulen", so Udo Beckmann Vorsitzender der Lehrergewerkschaft VBE NRW.
Die Folgen des veränderten Schulwahlverhaltens der Eltern sowie der rückläufigen Schülerzahlen haben die Hauptschulen längst erreicht und greifen inzwischen auch schleichend auf die Realschulen über. Die Gemeinschaftsschule kann dieses Problem auf Grund ihres Modellcharakters auf absehbare Zeit nur an wenigen Standorten lösen. Das heißt auch, dass der überwiegenden Mehrheit der Schüler und Lehrkräfte in der Sekundarstufe I die Vorteile der Gemeinschaftsschule zurzeit vorenthalten bleiben. Für die Schüler sind das neben dem längeren gemeinsamen Lernen der Ganztag und die kleineren Lerngruppen, für die Lehrkräfte sind dies u. a. eine geringere Unterrichtsverpflichtung und verbesserte Aufstiegsmöglichkeiten.
"Nach Auffassung des VBE wird die Gemeinschaftsschule langfristig die Schulformen Haupt- und Realschule weitgehend ersetzen", so Beckmann. "Der VBE unterstützt dies. Wir sind aber auch der Auffassung, dass Kinder und Lehrer nicht nur im Modellversuch verbesserte Rahmenbedingungen haben sollen, um die Qualität von Bildung und Erziehung zu steigern. Daher wäre es weitsichtig, wenn die Landesregierung bereits jetzt die Rahmenbedingungen einschließlich der Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte an allen Schulformen angleichen und für alle Schulformen ein bedarfsgerechtes Unterstützungssystem aus Sozialpädagogen und Schulpsychologen aufbauen würde. Auch dies würde die sukzessive Überführung des bestehenden bildungsgangorientierten Schulsystems in ein System des längeren gemeinsamen Lernens deutlich erleichtern."
Der VBE vertritt die Auffassung, dass eine Verbesserung der Qualität in den Schulen langfristig Kosten spart, weil damit teure Nachqualifizierungsmaßnahmen entfallen würden.
"Die Kinder haben das Schulsystem nicht zu verantworten", so Beckmann. "Deshalb muss die Politik dafür sorgen, dass in dem System, das sie bereitstellt, kein Kind verloren geht."
Die Folgen des veränderten Schulwahlverhaltens der Eltern sowie der rückläufigen Schülerzahlen haben die Hauptschulen längst erreicht und greifen inzwischen auch schleichend auf die Realschulen über. Die Gemeinschaftsschule kann dieses Problem auf Grund ihres Modellcharakters auf absehbare Zeit nur an wenigen Standorten lösen. Das heißt auch, dass der überwiegenden Mehrheit der Schüler und Lehrkräfte in der Sekundarstufe I die Vorteile der Gemeinschaftsschule zurzeit vorenthalten bleiben. Für die Schüler sind das neben dem längeren gemeinsamen Lernen der Ganztag und die kleineren Lerngruppen, für die Lehrkräfte sind dies u. a. eine geringere Unterrichtsverpflichtung und verbesserte Aufstiegsmöglichkeiten.
"Nach Auffassung des VBE wird die Gemeinschaftsschule langfristig die Schulformen Haupt- und Realschule weitgehend ersetzen", so Beckmann. "Der VBE unterstützt dies. Wir sind aber auch der Auffassung, dass Kinder und Lehrer nicht nur im Modellversuch verbesserte Rahmenbedingungen haben sollen, um die Qualität von Bildung und Erziehung zu steigern. Daher wäre es weitsichtig, wenn die Landesregierung bereits jetzt die Rahmenbedingungen einschließlich der Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte an allen Schulformen angleichen und für alle Schulformen ein bedarfsgerechtes Unterstützungssystem aus Sozialpädagogen und Schulpsychologen aufbauen würde. Auch dies würde die sukzessive Überführung des bestehenden bildungsgangorientierten Schulsystems in ein System des längeren gemeinsamen Lernens deutlich erleichtern."
Der VBE vertritt die Auffassung, dass eine Verbesserung der Qualität in den Schulen langfristig Kosten spart, weil damit teure Nachqualifizierungsmaßnahmen entfallen würden.
"Die Kinder haben das Schulsystem nicht zu verantworten", so Beckmann. "Deshalb muss die Politik dafür sorgen, dass in dem System, das sie bereitstellt, kein Kind verloren geht."
Düsseldorf, 17.11.2010 Schulministerin Sylvia Löhrmann hat heute mit der Genehmigung der Profilschule Ascheberg die erste Gemeinschaftsschule in Nordrhein-Westfalen auf den Weg gebracht. Bürgermeister Dr. Bert Risthaus (CDU) aus Ascheberg nahm gemeinsam mit Vertretern aller Ratsfraktionen aus Ascheberg in Düsseldorf den Genehmigungserlass in Empfang.
Ministerin Sylvia Löhrmann: "Ich freue mich sehr, dass mit der Profilschule Ascheberg die erste Gemeinschaftsschule in Nordrhein-Westfalen genehmigt ist. Gemeinschaftsschulen sind für die Schulträger im Land, aber auch für Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern ein attraktives Angebot. Zum einen ermöglicht die Gemeinschaftsschule das längere gemeinsame Lernen und kommt dem Wunsch der Eltern entgegen, Bildungswege ihrer Kinder länger offen zu halten und alle Abschlüsse, bis hin zum Abitur, erreichen zu können. Zum anderen bieten Gemeinschaftsschulen bei zurückgehenden Schülerzahlen vor allem im ländlichen Raum den Kommunen die Möglichkeit, ein wohnortnahes umfassendes Schulangebot mit gymnasialen Standards vor Ort zu erhalten und sind somit ein gewichtiger Standortfaktor. Es ist unser Ziel, mehr Schülerinnen und Schüler zu höheren Abschlüssen zu führen. Ich wünsche der Profilschule Ascheberg zum Wohle der Kinder eine gute Zukunft."
Bürgermeister Dr. Bert Risthaus: "Auch ich freue mich über die Zulassung unserer Profilschule Ascheberg als Gemeinschaftsschule. Mit der Profilschule können wir das Bildungsangebot für unsere Kinder vor Ort deutlich verbessern. Wir werden ein ,Mehr´ an Bildung bieten. Mit unserer Profilschule als Gemeinschaftsschule haben wir vor Ort in Ascheberg eine Antwort auf die Herausforderungen des demografischen Wandels und die stets steigende Nachfrage nach gymnasialen Standards gefunden. Das Interesse der Eltern und Kinder ist sehr groß." Gemeinsam mit dem Bürgermeister waren mit Maria Schulte Loh (CDU), Harald Kastner (SPD), Hans-Werner Schlottbohm (UWG) und Peter Leyers (FDP) Vertreter aller Ratsfraktionen aus Ascheberg nach Düsseldorf gekommen.
Das pädagogische Konzept an der Profilschule Ascheberg setzt das Prinzip der individuellen Förderung systematisch um. Es sieht vor, dass alle Kinder von der fünften bis zur achten Klasse in Klassenverbänden am Standort Ascheberg gemeinsam lernen. Je nach Neigung wählen die Schülerinnen und Schüler ab der siebten Klasse ein sprachliches, naturwissenschaftliches oder musisches Profil, in dem sie vertieft unterrichtet werden. Der gemeinsame Unterricht im Klassenverband setzt sich für die Klassen neun und zehn am Standort Herbern fort. In den Klassen neun und zehn wird der Unterricht in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und Naturwissenschaften dann auf zwei Leistungsstufen erteilt, die sich an den angestrebten Abschlüssen orientieren. Am Ende der Klasse 10 finden zentrale Abschlussprüfungen mit der Vergabe entsprechender Abschlüsse und Berechtigungen statt. Je nach Abschluss ist der Übergang in eine auswärtige gymnasiale Oberstufe problemlos möglich. Ebenso wird ein möglicher Wechsel in das berufliche Schulwesen sorgfältig vorbereitet.
Ministerin Sylvia Löhrmann: "Ich freue mich sehr, dass mit der Profilschule Ascheberg die erste Gemeinschaftsschule in Nordrhein-Westfalen genehmigt ist. Gemeinschaftsschulen sind für die Schulträger im Land, aber auch für Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern ein attraktives Angebot. Zum einen ermöglicht die Gemeinschaftsschule das längere gemeinsame Lernen und kommt dem Wunsch der Eltern entgegen, Bildungswege ihrer Kinder länger offen zu halten und alle Abschlüsse, bis hin zum Abitur, erreichen zu können. Zum anderen bieten Gemeinschaftsschulen bei zurückgehenden Schülerzahlen vor allem im ländlichen Raum den Kommunen die Möglichkeit, ein wohnortnahes umfassendes Schulangebot mit gymnasialen Standards vor Ort zu erhalten und sind somit ein gewichtiger Standortfaktor. Es ist unser Ziel, mehr Schülerinnen und Schüler zu höheren Abschlüssen zu führen. Ich wünsche der Profilschule Ascheberg zum Wohle der Kinder eine gute Zukunft."
Bürgermeister Dr. Bert Risthaus: "Auch ich freue mich über die Zulassung unserer Profilschule Ascheberg als Gemeinschaftsschule. Mit der Profilschule können wir das Bildungsangebot für unsere Kinder vor Ort deutlich verbessern. Wir werden ein ,Mehr´ an Bildung bieten. Mit unserer Profilschule als Gemeinschaftsschule haben wir vor Ort in Ascheberg eine Antwort auf die Herausforderungen des demografischen Wandels und die stets steigende Nachfrage nach gymnasialen Standards gefunden. Das Interesse der Eltern und Kinder ist sehr groß." Gemeinsam mit dem Bürgermeister waren mit Maria Schulte Loh (CDU), Harald Kastner (SPD), Hans-Werner Schlottbohm (UWG) und Peter Leyers (FDP) Vertreter aller Ratsfraktionen aus Ascheberg nach Düsseldorf gekommen.
Das pädagogische Konzept an der Profilschule Ascheberg setzt das Prinzip der individuellen Förderung systematisch um. Es sieht vor, dass alle Kinder von der fünften bis zur achten Klasse in Klassenverbänden am Standort Ascheberg gemeinsam lernen. Je nach Neigung wählen die Schülerinnen und Schüler ab der siebten Klasse ein sprachliches, naturwissenschaftliches oder musisches Profil, in dem sie vertieft unterrichtet werden. Der gemeinsame Unterricht im Klassenverband setzt sich für die Klassen neun und zehn am Standort Herbern fort. In den Klassen neun und zehn wird der Unterricht in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und Naturwissenschaften dann auf zwei Leistungsstufen erteilt, die sich an den angestrebten Abschlüssen orientieren. Am Ende der Klasse 10 finden zentrale Abschlussprüfungen mit der Vergabe entsprechender Abschlüsse und Berechtigungen statt. Je nach Abschluss ist der Übergang in eine auswärtige gymnasiale Oberstufe problemlos möglich. Ebenso wird ein möglicher Wechsel in das berufliche Schulwesen sorgfältig vorbereitet.
Dortmund, 17.11.2010 "Der VBE wünscht der Gemeinde Ascheberg, den Eltern, Lehrern und Schülern viel Erfolg mit der neuen Schule, die zum kommenden Schuljahr starten wird", so der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann. "Es ist erfreulich, dass die Gemeinde konsequent und unbeeindruckt von Störversuchen ihren Weg geht. Der VBE ist davon überzeugt, dass die Vorreiterrolle, die Ascheberg hiermit übernimmt, auf andere Kommunen abstrahlen und ihnen Mut machen wird."
Die Genehmigung dieser Schule ist aus Sicht des VBE ein richtiger und wichtiger schulpolitischer Schritt. Mit dem Modellversuch Gemeinschaftsschule eröffnet die Landesregierung Kommunen und Schulen neue Möglichkeiten der Schulentwicklung. Das Modell der Gemeinschaftsschule bietet nicht nur die Möglichkeit, auch in Zeiten sinkender Schülerzahlen ein wohnortnahes, vollständiges Schulangebot bereitzustellen, sondern auch die Chance, den engen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen zu entkoppeln. Darüber hinaus bietet die Gemeinschaftsschule gymnasiale Standards, die von den Eltern mehr und mehr nachgefragt werden. Die Gemeinde Ascheberg stellt sich dieser Verantwortung.
"Dass der Veränderungsdruck in den Kommunen groß ist, zeigen u. a. die zahlreichen Anfragen, die den VBE zum Modellversuch Gemeinschaftsschule erreichen", so Beckmann. "Vor Ort wissen alle, dass es eine Politik nach dem Prinzip des "weiter wie gehabt" nicht geben kann, sondern Lösungen gefunden werden müssen. Dadurch wird altes parteipolitisches Lagerdenken in den Kommunen mehr und mehr obsolet. Dem müssen sich alle Fraktionen im Landtag stellen, wenn sie den Bezug zu den Bedürfnissen der Menschen nicht verlieren wollen."
Die Genehmigung dieser Schule ist aus Sicht des VBE ein richtiger und wichtiger schulpolitischer Schritt. Mit dem Modellversuch Gemeinschaftsschule eröffnet die Landesregierung Kommunen und Schulen neue Möglichkeiten der Schulentwicklung. Das Modell der Gemeinschaftsschule bietet nicht nur die Möglichkeit, auch in Zeiten sinkender Schülerzahlen ein wohnortnahes, vollständiges Schulangebot bereitzustellen, sondern auch die Chance, den engen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen zu entkoppeln. Darüber hinaus bietet die Gemeinschaftsschule gymnasiale Standards, die von den Eltern mehr und mehr nachgefragt werden. Die Gemeinde Ascheberg stellt sich dieser Verantwortung.
"Dass der Veränderungsdruck in den Kommunen groß ist, zeigen u. a. die zahlreichen Anfragen, die den VBE zum Modellversuch Gemeinschaftsschule erreichen", so Beckmann. "Vor Ort wissen alle, dass es eine Politik nach dem Prinzip des "weiter wie gehabt" nicht geben kann, sondern Lösungen gefunden werden müssen. Dadurch wird altes parteipolitisches Lagerdenken in den Kommunen mehr und mehr obsolet. Dem müssen sich alle Fraktionen im Landtag stellen, wenn sie den Bezug zu den Bedürfnissen der Menschen nicht verlieren wollen."
Düsseldorf, 17.11.2010 Mit der Genehmigung der Gemeinschaftsschule Ascheberg sichert Schulministerin Sylvia Löhrmann einen ländlichen Schulstandort, aber sie opfert die Bildungsqualität. Wie nicht anders zu erwarten, wird die Ascheberger Schule durchgängig integrativ arbeiten. Differenzierte Bildungsgänge gibt es nicht mehr.
Weil man aber offenbar dem voll-integrativen Weg doch nicht so ganz traut, folgt in Klasse 9 und 10 eine Aufteilung in zwei Leistungsstufen. "Differenzierung gibt es an der Gemeinschaftsschule Ascheberg damit nur noch in Rudimenten. Das Leistungsvermögen in solch heterogenen Klassen wird extrem unterschiedlich sein. Dies wird auf Kosten der Bildungsqualität gehen", erklärt lehrer nrw-Vorsitzende Brigitte Balbach. "Wie unter diesen Umständen die geforderten gymnasialen Standards eingehalten werden sollen, ist und bleibt schleierhaft."
Die Aufteilung in homogene Lerngruppen, wie sie differenzierte Systeme vorsehen, ermöglicht eine optimale individuelle Förderung. Darum hat zum Beispiel die Realschule einen sehr hohen Stellenwert bei Eltern, Schülern und bei den späteren Arbeitgebern in Wirtschaft, Verwaltung, Handwerk und Industrie. Integrative Systeme haben in Deutschland bisher noch nicht den Beweis erbracht, differenzierten Systemen überlegen zu sein. Ab dem kommenden Schuljahr müssen sich die schillernden Verheißungen der Gemeinschaftsschule auf Praxistauglichkeit prüfen lassen. Die Eltern, die sich von der Aussicht auf das Abitur für ihre Kinder haben locken lassen, werden sehr genau hinsehen müssen. "Es bleibt abzuwarten, ob die Gemeinschaftsschule – ob in Ascheberg oder anderswo – hält, was sie verspricht. Insofern ist noch nicht aller Tage Abend", so Balbach.
17.11.2010
Jochen Smets, Pressesprecher
Bei Rückfragen steht Ihnen die Vorsitzende von lehrer nrw, Brigitte Balbach, zur Verfügung: Tel. 0211/1640971 oder mobil 0172/9018766.
Weil man aber offenbar dem voll-integrativen Weg doch nicht so ganz traut, folgt in Klasse 9 und 10 eine Aufteilung in zwei Leistungsstufen. "Differenzierung gibt es an der Gemeinschaftsschule Ascheberg damit nur noch in Rudimenten. Das Leistungsvermögen in solch heterogenen Klassen wird extrem unterschiedlich sein. Dies wird auf Kosten der Bildungsqualität gehen", erklärt lehrer nrw-Vorsitzende Brigitte Balbach. "Wie unter diesen Umständen die geforderten gymnasialen Standards eingehalten werden sollen, ist und bleibt schleierhaft."
Die Aufteilung in homogene Lerngruppen, wie sie differenzierte Systeme vorsehen, ermöglicht eine optimale individuelle Förderung. Darum hat zum Beispiel die Realschule einen sehr hohen Stellenwert bei Eltern, Schülern und bei den späteren Arbeitgebern in Wirtschaft, Verwaltung, Handwerk und Industrie. Integrative Systeme haben in Deutschland bisher noch nicht den Beweis erbracht, differenzierten Systemen überlegen zu sein. Ab dem kommenden Schuljahr müssen sich die schillernden Verheißungen der Gemeinschaftsschule auf Praxistauglichkeit prüfen lassen. Die Eltern, die sich von der Aussicht auf das Abitur für ihre Kinder haben locken lassen, werden sehr genau hinsehen müssen. "Es bleibt abzuwarten, ob die Gemeinschaftsschule – ob in Ascheberg oder anderswo – hält, was sie verspricht. Insofern ist noch nicht aller Tage Abend", so Balbach.
17.11.2010
Jochen Smets, Pressesprecher
Bei Rückfragen steht Ihnen die Vorsitzende von lehrer nrw, Brigitte Balbach, zur Verfügung: Tel. 0211/1640971 oder mobil 0172/9018766.
Düsseldorf, 12.11.2010 Dass es im Münsterland, vor allem in Coesfeld, Widerstand gegen die geplante Gemeinschaftsschule in Billerbeck gibt, kommt für lehrer nrw nicht überraschend. "Die Gemeinschaftsschule ist in jeder Hinsicht ein gewagtes Experiment. Sie kann in Nachbarorten erhebliche Verwerfungen in gewachsene Schullandschaften verursachen", erklärt Brigitte Balbach. "Das Problem, das eine Gemeinschaftsschule im einen Ort vermeintlich löst, kann gleich nebenan ein neues Problem aufwerfen. Es droht eine Kannibalisierung."
Dass die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Sigrid Beer, ausgerechnet am Beispiel der Realschule Telgte entsprechende Sorgen um die Genehmigungspraxis des Schulministeriums zerstreuen will, kann nicht unwidersprochen stehen bleiben. Die konkrete Entwicklung vor Ort spricht gegen diese Beruhigungs-Rhetorik.
Schulministerin Sylvia Löhrmann hat stets betont, dass sie größten Wert auf regionalen Konsens legt. lehrer nrw ist gespannt, wie um Billerbeck und auch in anderen, ähnlich gelagerten Fällen dieser Konsens hergestellt werden soll. "Nicht nur in diesem Punkt zeigt sich, dass die Gemeinschaftsschule, dort wo sie im Gespräch ist, massive Verunsicherung auslöst. Kommunalpolitiker müssen unter größtem Zeitdruck eine Entscheidung durchpeitschen, deren Tragweite kaum abzusehen ist", betont Balbach. Eine planvolle, maßvolle und sinnvolle Weiterentwicklung des Schulsystemskann so nicht gelingen.
Dass die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Sigrid Beer, ausgerechnet am Beispiel der Realschule Telgte entsprechende Sorgen um die Genehmigungspraxis des Schulministeriums zerstreuen will, kann nicht unwidersprochen stehen bleiben. Die konkrete Entwicklung vor Ort spricht gegen diese Beruhigungs-Rhetorik.
Schulministerin Sylvia Löhrmann hat stets betont, dass sie größten Wert auf regionalen Konsens legt. lehrer nrw ist gespannt, wie um Billerbeck und auch in anderen, ähnlich gelagerten Fällen dieser Konsens hergestellt werden soll. "Nicht nur in diesem Punkt zeigt sich, dass die Gemeinschaftsschule, dort wo sie im Gespräch ist, massive Verunsicherung auslöst. Kommunalpolitiker müssen unter größtem Zeitdruck eine Entscheidung durchpeitschen, deren Tragweite kaum abzusehen ist", betont Balbach. Eine planvolle, maßvolle und sinnvolle Weiterentwicklung des Schulsystemskann so nicht gelingen.
Düsseldorf, 04.11.2010 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus "U15-Kommunen", das sind Gemeinden mit weniger als 15.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, haben Schulministerin Sylvia Löhrmann heute in Düsseldorf eine Resolution zur Sicherung des Schulangebots der Sekundarstufe I übergeben. Darin wird das Land aufgefordert, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die kleineren Gemeinden in Nordrhein-Westfalen auch in Zukunft noch ein attraktives weiterführendes Schulangebot vorhalten können.
Bei der Übergabe der Resolution erklärte Schulministerin Sylvia Löhrmann: "Wir wollen, dass die Schule im Dorf bleibt, deshalb ist mir das Anliegen der kleinen Gemeinden sehr wichtig. Denn der Erhalt eines wohnortnahen umfassenden Schulangebots ist für diese kleineren Gemeinden eine große Herausforderung. Dies gilt vor allem mit Blick auf die Prognosen, nach denen bereits im Schuljahr 2020 ein Fünftel weniger Schülerinnen und Schüler die Sekundarstufe I besuchen werden. Die Gemeinschaftsschule ist eine Antwort auf diese Herausforderung." Durch die Zusammenführung bestehender Schulen bietet die Gemeinschaftsschule den Kommunen die Möglichkeit, Schulschließungen zu verhindern und ein umfassendes weiterführendes Schulangebot zu erhalten.
Löhrmann: "Die Gemeinschaftsschule ist aber noch aus einem zweiten Grund ein attraktives Angebot: Viele Eltern wollen ihre Kinder heute auf einer weiterführenden Schule anmelden, die einen bruchlosen Weg zum Abitur ermöglicht. Auf der Gemeinschaftsschule ist das möglich, denn sie bietet auch gymnasiale Standards an. Damit halten wir Bildungswege länger offen, und wir können mehr Schülerinnen und Schüler zu besseren Abschlüssen führen."
In Nordrhein-Westfalen gibt es 129 Kommunen mit weniger als 15.000 Einwohnern. 68 dieser U15-Kommunen haben die gemeinsame Resolution zur Sicherung der Sekundarstufe I unterzeichnet. 22 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister haben die Resolution heute im Schulministerium übergeben.
Im September 2010 hatte Schulministerin Sylvia Löhrmann den Startschuss für die NRW-Gemeinschaftsschule gegeben. Im Rahmen eines Modellvorhabens nach § 25 Schulgesetz kann ab dem Schuljahr 2011/12 erprobt werden, wie durch längeres gemeinsames Lernen in der Sekundarstufe I die Chancengerechtigkeit und Leistungsfähigkeit des Schulwesens erhöht werden kann und mehr Kinder zu besseren Abschlüssen geführt werden können. Außerdem soll erprobt werden, wie im Hinblick auf die demografische Entwicklung weiterhin ein umfassendes wohnortnahes Schulangebot gesichert werden kann. Interessierte Schulträger können sich bis Ende des Jahres 2010 bewerben. Die Bewerbung setzt ein gutes pädagogisches Konzept und ein umfassendes Beteiligungsverfahren vor Ort voraus, um den größtmöglichen regionalen Konsens zu sichern.
Bei der Übergabe der Resolution erklärte Schulministerin Sylvia Löhrmann: "Wir wollen, dass die Schule im Dorf bleibt, deshalb ist mir das Anliegen der kleinen Gemeinden sehr wichtig. Denn der Erhalt eines wohnortnahen umfassenden Schulangebots ist für diese kleineren Gemeinden eine große Herausforderung. Dies gilt vor allem mit Blick auf die Prognosen, nach denen bereits im Schuljahr 2020 ein Fünftel weniger Schülerinnen und Schüler die Sekundarstufe I besuchen werden. Die Gemeinschaftsschule ist eine Antwort auf diese Herausforderung." Durch die Zusammenführung bestehender Schulen bietet die Gemeinschaftsschule den Kommunen die Möglichkeit, Schulschließungen zu verhindern und ein umfassendes weiterführendes Schulangebot zu erhalten.
Löhrmann: "Die Gemeinschaftsschule ist aber noch aus einem zweiten Grund ein attraktives Angebot: Viele Eltern wollen ihre Kinder heute auf einer weiterführenden Schule anmelden, die einen bruchlosen Weg zum Abitur ermöglicht. Auf der Gemeinschaftsschule ist das möglich, denn sie bietet auch gymnasiale Standards an. Damit halten wir Bildungswege länger offen, und wir können mehr Schülerinnen und Schüler zu besseren Abschlüssen führen."
In Nordrhein-Westfalen gibt es 129 Kommunen mit weniger als 15.000 Einwohnern. 68 dieser U15-Kommunen haben die gemeinsame Resolution zur Sicherung der Sekundarstufe I unterzeichnet. 22 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister haben die Resolution heute im Schulministerium übergeben.
Im September 2010 hatte Schulministerin Sylvia Löhrmann den Startschuss für die NRW-Gemeinschaftsschule gegeben. Im Rahmen eines Modellvorhabens nach § 25 Schulgesetz kann ab dem Schuljahr 2011/12 erprobt werden, wie durch längeres gemeinsames Lernen in der Sekundarstufe I die Chancengerechtigkeit und Leistungsfähigkeit des Schulwesens erhöht werden kann und mehr Kinder zu besseren Abschlüssen geführt werden können. Außerdem soll erprobt werden, wie im Hinblick auf die demografische Entwicklung weiterhin ein umfassendes wohnortnahes Schulangebot gesichert werden kann. Interessierte Schulträger können sich bis Ende des Jahres 2010 bewerben. Die Bewerbung setzt ein gutes pädagogisches Konzept und ein umfassendes Beteiligungsverfahren vor Ort voraus, um den größtmöglichen regionalen Konsens zu sichern.

