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Redaktion 30.09.2011
Frankfurt a. M., 30.09.2011 Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt den Start des Materialkompasses für Schulen, den der Bundesverband der Verbraucherzentrale heute vorgestellt hat.

"Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) zeigt Verantwortung und bringt ein bisschen Licht in den Material-Dschungel: Schulen sind schon zu lange mit den zahlreichen Unterrichtsmaterialien der Verbände und Lobbygruppen, die seit einiger Zeit die Einrichtungen überschwemmen, allein gelassen worden", sagte Marianne Demmer, Leiterin des GEW-Vorstandsbereichs Schule, in Frankfurt a.M. mit Blick auf die Veröffentlichung des Kompasses. Sie verband dies mit einem Aufruf an die Bildungsministerien: "Wir brauchen neutrale öffentliche Stellen, die Unterrichtsmaterialien begutachten und empfehlen, damit Lehrkräfte eine Orientierung haben." Es dürfe nicht sein, dass Schulbücher ein formales Prüfungsverfahren durchlaufen müssen, für freie Unterrichtsmaterialien jedoch die organisierte Verantwortungslosigkeit herrscht.

Die GEW beobachte seit Jahren den unübersichtlichen Markt von Unterrichtsmaterialien mit Sorge. Denn gleichzeitig würden die Etats für Schulbücher gesenkt, betonte Demmer. Vor allem Wirtschaftsunternehmen versuchten verstärkt, ihre Sicht der Welt in den Lernmaterialien unterzubringen. Deshalb seien die Materialien für einen umfassenden und ausgewogenen Unterricht oft nicht geeignet. Bestätigt sehe sich die GEW etwa durch die Materialien "My finance Coach" des Allianz Konzerns, die im Materialkompass die Note 4 in einer Skala von 1 bis 5 erhalten. "Dass die Allianz-Materialien das Klassenziel eindeutig verfehlen, in Bayern aber offiziell in der Lehrerfortbildung eingesetzt werden, ist schon ein starkes Stück", kommentierte die GEW-Schulexpertin.

"Viele Unterrichtsmaterialien aus der Finanz- und Versicherungswirtschaft suggerieren, die Wirtschafts- und Finanzkrise könnte einfach gelöst werden, indem Jugendliche zu klugen Aktienabnehmern erzogen werden", ergänzte die Demmer. "Lobbyinteressen und Kommerz haben in Schulen nichts verloren!"

Info: Der Materialkompass der Verbraucherzentrale stellt Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, die inhaltlich und methodisch auf ihre Verwertbarkeit für die schulische Vermittlung von Verbraucherkompetenzen hin überprüft wurden. Die Datenbank beschränkt sich thematisch auf Bereiche wie Finanzen, Medien, Ernährung und Konsum. Mehr Informationen:www.vzbv.de oder www.materialkompass.de.
Redaktion 11.12.2010
Karlsruhe, 10.12.2010 Die Bildungsgewerkschaft GEW befürchtet, dass der Lehrerberuf weiter an Attraktivität verlieren wird. "Wir erwarten von der neuen Landesregierung im nächsten März deutliche Signale, die junge Menschen motivieren, Lehrerin oder Lehrer zu werden. Die Blockadehaltung bei den Verhandlungen für eine neue Eingruppierungsordnung und das geplante Vorgriffsstundenmodell schrecken ab und wird den Lehrermangel an den Schulen in Baden-Württemberg verschärfen", sagte am Freitag (10.12.) in Karlsruhe Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

In Karlsruhe treffen sich heute GEW-Personalräte und –Funktionäre aus dem Südwesten, um die Tarifrunde bei den Ländern 2011 vorzubereiten. Sollte es nicht zu einer schnellen Einigung am Verhandlungstisch kommen, wird im Februar 2011 mit Arbeitskampfmaßnahmen gerechnet. "Bereits 2009 haben wir gezeigt, dass auch Lehrerinnen und Lehrer streiken können, und auch für diese Runde verspreche ich den Arbeitgebern eine heißen Februar", sagte in Karlsruhe Ilse Schaad vom GEW-Bundesvorstand.

Die GEW wird sich dafür einsetzen, dass Lehrer/innen für ihre jahrelange Zurückhaltung bei den Lohn- und Besoldungsrunden entschädigt werden. Nur so wird es auch möglich sein, den drohenden Lehrermangel in vielen Schularten abzuwenden. Die GEW macht sich auch dafür stark, eine neue Eingruppierungsordnung für Lehrkräfte zu vereinbaren.

In Baden-Württemberg sind etwa zehn Prozent der rund 120.000 Lehrer/innen Angestellte, bundesweit gibt es etwa 200.000 angestellte Pädagog/innen. Die Verhandlungsergebnisse der Tarifrunde werden in der Regel auch auf die Beamten übertragen.

Weitere Informationen: www.gew-bw.de
Redaktion 28.11.2010
Stuttgart, 28.11.2010 Die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßt, dass die Landesregierung in KiTas, Schulen und Hochschulen keine Stellen streichen will, nennt das geplante Vorgriffsstundenmodell aber den "Abschied der Regierung Mappus vom Kinderland".

"Wenn Lehrerinnen und Lehrer jetzt mehr unterrichten müssen und diese Mehrstunden in einigen Jahren die Staatskasse einkassiert, werden sich die schlechten Lern- und Arbeitsbedingungen in den baden-württembergischen Schulen nicht dauerhaft verbessern. Wir wollen, dass die Wähler im Südwesten eine Landesregierung wählen, die die zurückgehenden Schülerzahlen endlich nutzt, um mehr echte Ganztagsschulen zu schaffen, Unterrichtsausfall zu verringern und die Qualität in Schulen und KiTas zu erhöhen", sagte am Sonntag (28.11.) in Heimsheim bei Pforzheim Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Durch eine Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung für junge Lehrer/innen wird sich der Lehrermangel vor allem in Beruflichen Schulen und Gymnasien verschärfen. Die schon jetzt schlanke Schulverwaltung soll auf Vorschlag der Bildungsgewerkschaft von Kürzungen ausgenommen werden. "Wenn die Landesregierung Interesse an einer schnellen Besetzung von Schulleiterstellen und der Einstellung von Krankheitsvertretungen hat, muss in den Regierungspräsidien auch das Personal dafür vorhanden sein", sagte Moritz.

Am Freitag (26.11.) hatte Kultusministerin Marion Schick (CDU) auf der GEW-Landesdelegiertenversammlung in Leinfelden die 300 GEW-Delegierten um Unterstützung gebeten, um die "demografische Rendite" für bessere Bildung zu nutzen. Die GEW-Chefin Moritz nannte unter anderem folgende Schwerpunkte für die Bildungspolitik der nächsten Jahre: "Die Grundschule braucht kleinere Gruppen, wenn der Anspruch "Früh investieren statt spät reparieren" umgesetzt werden soll, und der Lehrermangel an Sonderschulen und Beruflichen Schulen wird mit der demografischen Rendite allein nicht zu bewältigen sein. Auch die Umsetzung der Inklusion wird nur dann erfolgreich sein können, wenn zusätzliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Und die Lehrerreserve für Vertretungen muss dringend aufgestockt werden", sagte Moritz.

www.gew-bw.de
Redaktion 22.11.2010
Hannover, 22.11.2010 "Mit dem schulpolitischen Antrag zum kleinen Parteitag verlässt die CDU den Konsenskurs, den Kultusminister Bernd Althusmann und Ministerpräsident McAllister bisher verfolgt haben." Der zweite Bildungsgipfel sei sinnlos, wenn die Regierung die Integrierten Gesamtschulen gegenüber den Kooperativen Oberschulen nicht gleichberechtigt behandle, erklärt der Vorsitzende der GEW Niedersachsen Eberhard Brandt.

Die Vertreter der Schulträger, der Landeselternrat und neben der GEW andere Bildungsverbände hätten unterstützt von den Oppositionsfraktionen beim ersten Gipfel einmütig die Erwartung geäußert, die Bedingungen für die Errichtung neuer IGSn und die Ausstattung mit dem gebundenen Ganztag und der Einstellung von Sozialpädagogen sollten angeglichen werden. Durch ihr diplomatisches Verhalten hätten beide Seiten versucht, konstruktive Lösungen zu finden. "Es war aber klar, dass sich die Regierung bis zum zweiten Gipfel bewegen muss. Bewegt hat sich die Regierung - aber in die falsche Richtung", so Eberhard Brandt. Wenn er nichts Neues in der Hand habe, solle Althusmann das zweite Bildungsgespräch besser absagen. Als Komparse einer Verkündigungsinszenierung stünde Brandt nicht zur Verfü¬gung und auch ein Eklat sei entbehrlich.

"Es ist schon ein Trauerspiel, anzusehen, wie Althusmann von der FDP demontiert wird und wie die CDU sich dem unterwirft", bedauert der GEW-Landesvorsitzende. Geradezu verbissen halte der bildungspolitische Sprecher der FDP, Försterling, an der Fünfzügigkeit der IGS fest und versuche auf die Hysterie des Philologenverbandes aufzusatteln und sich als der Retter der Gymnasien aufzuschwingen, um seine Partei wieder über die Fünf-Prozent-Hürde zu bringen.

"Der Kultusminister, der so kraftvoll begonnen hat, sitzt nun zwischen allen Stühlen und muss Grundschuleltern und den Kommunalpolitikern erklären, dass die Regierung ihnen die Wahlmöglichkeit zwischen einer Integrierten Gesamtschule und einem kooperativen Modell vorenthalten will", urteilt der GEW-Chef. Warum Kooperative Gesamtschulen unter dem Etikett "Oberschule" mit drei Parallelklassen und einer Gymnasialklasse zugelassen würden, Integrative Gesamtschulen dagegen fünfzügig sein müssten, sei nicht zu vermitteln. Diese Bevormundung ließen sich die Bürger heutzutage nicht mehr gefallen.

Die Regierung versuche, ihre Handlungsschwäche zu kaschieren und vor den Kommunal- und Landtagswahlen den Eindruck einer großen erfolgreichen Schulreform zu erwecken. So versuchten CDU-Abgeordnete anhand eines Leitfadens ihre Kommunalpolitiker und Schulleitungen der 250 bestehenden kooperativen Haupt- und Realschulen dafür zu gewinnen, möglichst schnell Anträge auf das neue Türschild "Oberschule" zu bestellen. Wie beim billigen Jakob werde mit dem Zuckerli einer besseren Ausstattung geworben, kritisiert Brandt: "Türschildumschrauben hilft nicht, zukunftsfähige Schulstandorte zu schaffen", und kündigt eine Aufklärungskampagne der GEW an.

Der GEW-Vorsitzende warnt die schwarz-gelbe Koalition ein neues Schulgesetz im Holter-die-Polter-Verfahren durch das Parlament und die Verbändeanhörung zu peitschen. Seriös wäre es, wenn Genehmigungsverfahren für eine neue Schulform erst dann starten, wenn nicht nur das Gesetz sondern auch alle untergesetzlichen Regelungen fertig ausgearbeitet sind. "Wer versucht, die Katze im Sack zu verkaufen, weiß, dass er eine Mogelpackung loswerden will", so Brandt. Jahrelang habe die Regierung die rechtlichen Regelungen zur Inklusion und zur Genehmigung neuer Gesamtschulen mit dem Argument verschleppt, sie wolle die Dinge gründlich regeln. Das Verhalten der Schwarz-Gelben sei durchsichtig. Schulgesetze eignen sich nicht für kurzfristige wahltaktische Erwägungen.
Redaktion 07.11.2010
Hannover, 04.11.2010 Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft stimmt der Forderung des Landeselternrats zu, dass ein Schulkonsens in Niedersachsen notwendig ist. "Eltern, Schulträger und Kollegien erwarten, dass eine auch nach den Landtagswahlen haltbare zukunftsfähige Lösung der Schulstruktur gefunden wird, die bei sinkenden Schülerzahlen auch im ländlichen Raum den gewachsenen Bildungsansprüchen Rechnung trägt", betont der Landesvorsitzende Eberhard Brandt.

Integrierte Gesamtschulen müssten zu den gleichen Konditionen antreten dürfen wie Oberschulen, sonst sei ein Konsens ausgeschlossen. Die GEW erwarte von Ministerpräsident McAllister und Kultusminister Althusmann, dass sie sich in der Koalition durchsetzten. "Beide wissen, wie notwendig ein Schulkonsens ist. Es wäre unverständlich, wenn diese strategisch denkenden Spitzenpolitiker so schnell Widersprüchen der FDP und aus der CDU-Fraktion nachgäben. Der Ruf, eine lahme Ente zu sein, passt nicht zu ihnen", kommentiert der GEW-Vorsitzende und appelliert an die Koalition, sich noch einmal einen Ruck zu geben.

Wenn die Regierung daran festhalte, ihr eigenes Modell nicht unter den Bedingungen fairer Konkurrenz gegenüber der IGS anzubieten, sei sie offenbar nicht von seiner Qualität überzeugt. Es sei nicht zu erklären, warum ein aus einer Klasse bestehender Gymnasialzug an einer dreizügigen KGS den gymnasialen Bildungsgang besser abbilde als eine vierzügige IGS.

Auch im ländlichen Raum beanspruchten Schulträger und Eltern eine IGS, die ohne Turbovorschrift bis zum 10. Jahrgang für alle Schüler gemeinsamen Unterricht anbiete und bis dahin alle Schulabschlüsse offen halte. Die IGS sei eine gute Voraussetzung, genügend Kinder mit einer Realschul- und einer Gymnasialempfehlung in einer wohnortnahen Schule zu binden.

Das Gymnasium sei die stabilste Schulform. Es werde von über 40 Prozent der Grundschüler angewählt.

"Darin liegt ja gerade die Konsens-Idee, um die sich die GEW mit Landeselternrat, anderen Bildungsverbänden und den Oppositionsparteien sowie den Spitzenorganisationen der Schulträger bemüht: Die Schulformen Gymnasium und IGS müssen respektiert werden", erklärt Eberhard Brandt. Die Hysterie des Philologenverbandes entbehre jeder Grundlage.

Die GEW halte das sogenannte Oberschulmodell nicht für zukunftsfähig. Unter dem Etikett "Oberschule" würden zwei altbekannte Schulformen vorgestellt: die kooperative Haupt- und Realschule und die kooperative Gesamtschule. Deren Regelungen fielen, so Brandt, unter pädagogischen Aspekten qualitativ hinter die Bestimmungen zurück, die bis 2003 galten. Da sei nichts der Zukunft voraus, wie Kultusminister Althusmann zu suggerieren versuche. Vor 2003 hätten Haupt- und Realschulen in allen Fächern gemeinsamen Unterricht anbieten und Kooperative Gesamtschulen nach dem Tarmstedter Modell die Schullaufbahn bis zur 10. Klasse offenhalten können, weil alle Bildungsgänge von der 5. bis zur 10. Klasse konzipiert waren. Unter den heutigen Bedingungen sei gemeinsamer Unterricht nur in Randbereichen umsetzbar. In der letzten Beratung des Landesschulbeirates hätten die Vertreter der Schulträger erklärt, die Konditionen für kooperative Haupt- und Realschulen und kooperative Gesamtschulen seien unattraktiv und böten den Schulträgern nicht das, was Integrierte Gesamtschulen ermöglichten.
Redaktion 22.09.2010
Essen, 22.09.2010 Die GEW begrüßt das Bemühen der Landesregierung, mit der Bildungskonferenz einen breiten Konsens in der Schulpolitik zu erzielen, erwartet aber eine offene Debatte unter Einbeziehung der Betroffenen, bevor politische Entscheidungen gefällt werden. Die GEW bedauert, dass mit der Entscheidung für den Modellversuch "Abitur nach 12 oder 13 Jahren" Fakten geschaffen wurden, ohne den Konsens zu suchen. Die Bildungsgewerkschaft wertet das Modellvorhaben als untauglichen Versuch, die Probleme des Turbo-Abis ernsthaft lösen.

Die GEW moniert die Eile des Ministeriums in der Abiturfrage. Empfehlungen der Schulexperten der GEW, in Ruhe ein neues Modell zu entwickeln, das die Wiederherstellung der 6-jährigen Sekundarstufe I sowie eine individuelle Schulzeitverkürzung mit 2 oder 3 Jahren Oberstufe ermöglichen soll, wurden, so GEW-Vize Schäfer, "in den Wind geschlagen". Der enge Zeitplan setze die Gymnasien, die gestern über eine Schulmail vom Modellvorhaben des Schulministeriums in Kenntnis gesetzt worden sind, nach Auffassung der GEW unnötig unter Zeitdruck.

"Während die Landesregierung auf der einen Seite mit der Gemeinschaftsschule einen Schritt zum längeren gemeinsamen Lernen tut, werden in diesem Schulversuch Turbo-Klassen ab Klasse 5 zu einer inneren Spaltung der Gymnasien führen." kritisierte heute Dorothea Schäfer, stellvertretende Landesvorsitzende der GEW, das Modell paralleler Bildungsgänge G8 und G9 an einem Gymnasium. "Mit solchen Festlegungen im Vorfeld ist auf der Bildungskonferenz in dieser Frage kein Konsens bei zu erzielen."

Die GEW sieht bei der gymnasialen Schulzeitverkürzung als vordringlich an, den enormen Druck aus der Sekundarstufe I zu nehmen. Dies sei aber im Modellversuch nicht gegeben. "Individuelle Entwicklungen von Schülerinnen und Schülern sind spätestens ab Klasse 7 nicht mehr vorgesehen, da dann kein Wechsel zwischen den beiden Bildungsgängen mehr möglich ist."

Die Entscheidung zur Verkürzung der Gymnasialzeit solle sich an der Leistungsentwicklung der Schülerinnen und Schüler orientieren. Das sei mit einer sechsjährigen Sekundarstufe I besser gewährleistet. Außerdem, so Schäfer, könne die Abkopplung des Gymnasiums von den anderen Schulformen damit wieder aufgehoben werden.
Redaktion 28.08.2010
Düsseldorf, 27.08.2010 Die GEW begrüßt die pädagogische Neuausrichtung der Schulpolitik der Landesregierung, fordert aber gleichzeitig, die ambitionierten Reformprojekte mit genügend Ressourcen auszustatten. Absolute Priorität sieht die Bildungsgewerkschaft bei der Entwicklung eines Stufenplans für kleinere Klassen in allen Schulformen, damit die Kommunen langfristig und verlässlich ihre Schulentwicklung planen können. Die GEW erwartet insbesondere, dass die Landesregierung noch in diesem Herbst definiert, wie ihr Weg zu kleineren Klassen bis zum Ende der Legislaturperiode gestaltet werden soll.

"Reformen brauchen Ressourcen, die genau so groß sind wie die Ziele, die sie verfolgen", erklärte heute GEW-Landesvorsitzender Andreas Meyer-Lauber als Reaktion auf die Pressekonferenz von Schulministerin Löhrmann zu Beginn des neuen Schuljahres. "Schulen und Kommunen müssen jetzt wissen, wohin die Reise geht. Für eine langfristige Schulentwicklungsplanung benötigen die Kommunen verlässliche Parameter, dazu zählen insbesondere die zukünftigen Klassengrößen."

Im Zuge des Reformaufbruchs sollen auch Gemeinschaftsschulen entstehen. Die GEW begrüßt diese längst überfällige Entscheidung. Gemeinschaftsschulen bieten insbesondere im ländlichen Raum eine Chance, längeres gemeinsames Lernen zu verwirklichen. "Das politische Ziel einer modernen Pädagogik mit individueller Förderung der Kinder können wir nur begrüßen," unterstreicht der GEW-Vorsitzende.

Das desolate Abschneiden NRWs beim Bildungsmonitor des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IDW) belegt nach Auffassung des GEW-Vorsitzenden einmal mehr die Dringlichkeit des Investitionsziels des Dresdner Gipfels von 10% für die Bildung in unserem Land. Die Zukunft des Industrie- und Wirtschaftsstandortes NRW stehe auf dem Spiel, wenn in der Ressourcenfrage nur auf Demografiegewinne, nicht aber auf zusätzliche Investitionen und mehr Chancengleichheit im Bildungssystem gesetzt werde.
Redaktion 28.08.2010
Kiel, 25.08.2010 "Es ist gut, dass das schleswig-holsteinische Verwaltungsgericht dem Bildungsministerium per einstweiliger Anordnung untersagt hat, die Stelle des Elmshorner Schulleiters endgültig neu zu besetzen.

Nun werden wir die weitere juristische Auseinandersetzung abwarten, gleichzeitig aber auf politischem Wege versuchen, den Bildungsminister von seinem Irrweg der unverhältnismäßigen Sanktionen abzubringen", sagte Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Bildungsgewerkschaft GEW am Mittwoch, 25.8.2010 in Kiel zum Beschluss des Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgerichts.

Der betroffene Rektor war in Folge des Streiks von beamteten Lehrerinnen und Lehrer am 3. Juni vom Bildungsministerium seines Amtes enthoben worden. Die GEW hatte ihrem Mitglied rechtliche Unterstützung gewährt.

Der GEW-Landesvorsitzende forderte Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug erneut auf, seine drakonischen Strafen gegen den Elmshorner Rektor, eine gewählte Schulleiterin aus Flensburg sowie weitere Schulleitungsmitglieder in anderen Orten zurück zu nehmen.
Redaktion 05.07.2010
Schwerin, 05.07.2010 Wenn Bildungsminister Henry Tesch heute im Rahmen einer Pressekonferenz die Erfolge des Modells "Selbständige Schule" preist, so ist dies eine These, die die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Mecklenburg-Vorpommern nicht teilen kann. "Selbständige Schule, das bedeutet für die Kolleginnen und Kollegen nicht freiere Entscheidung in der Unterrichtsplanung, sondern mehr Bürokratie sowie weniger Anrechnungsstunden und damit eine erneut höhere Arbeitsbelastung.", sagt Annett Lindner, Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft. Konkret wurde bspw. bei der Ausbildung der Referendare das Studienleitermodell abgeschafft.

Eine Rechtsgrundlage für die Mentoren, die laut Bildungsministerium in Zukunft die Anleitung der Referendare mit einer nicht ausreichenden monatlichen Zusatzvergütung von 100 Euro brutto übernehmen sollen, ist noch nicht geschaffen, obwohl die angehenden Lehrerinnen und Lehrer bereits seit 1. April in den Schulen sind. Dies führe an manchen Schulen dazu, dass diese in Eigenregie die Ausbildung durchführen müssen wobei finanzielle Mittel als auch Ausstattung und akzeptable Fortbildungsmöglichkeiten fehlen. "Außerdem ist das System der Selbständigen Schule an vielen Stellen nicht abschließend durchdacht. Dies zeigt uns auch die beabsichtigte Einführung der Prämie für besondere Lehrerleistungen, die in diesem Rahmen selbständig vergeben werden soll.", so Annett Lindner weiter.

Sie bezieht sich damit auf den Offenen Brief, der in der vergangenen Woche an die Abgeordneten des Landtages geschickt wurde. Darin fordert die GEW die Politik auf, dieses ungerechte System einer leistungsorientierten Bezahlung (6,25 Euro bis 42 Euro brutto im Monat) mit fehlenden objektiven Maßstäben zu verhindern und darauf hinzuwirken, dass diese sonstigen Lehrerpflichten mit einer angemessenen Anzahl von Anrechnungsstunden bedacht werden. Ebenfalls im Rahmen der Selbständigen Schule wurde von der klassenbezogenen auf die schülerbezogene Stundenzuweisung umgestellt. "Auch hier zeigt sich deutlich, wie wenig Bestand die Theorie einer selbstbestimmten Planung von Klassengrößen in der Praxis hat.", sagt Annett Lindner. Gerade Grundschulen waren hier betroffen. Drei bis fünf Unterrichtsstunden weniger kämen hier teilweise in Ansatz. Ähnliches Chaos gäbe es auch an manchen Schulen mit PmsA-Anrechnungsstunden (Personal mit Sonderpädagogischer Aufgabenstellung). "Konkrete Beispiele stellen wir hier auf Nachfrage gerne zur Verfügung.", bestätigt die Landesvorsitzende der GEW. Alles in allem sei die Selbständige Schule also kein Erfolgsprodukt, wie vielfach seitens des Ministeriums betont wird. Vielmehr würden hier Probleme, die bereits auf dieser Ebene nicht gelöst werden konnten nun auf die Schulen abgewälzt.
Redaktion 27.06.2010
Schwerin, 22.06.2010 "Die Entscheidung der Koalition, den Betreuungsschlüssel in den Kitas um ein Kind zu senken, ist ein richtiger Schritt. Jetzt kommt es darauf an, in den kommenden Jahren diesen Weg weiter zu gehen.", urteilt der Kita-Experte der GEW, Daniel Taprogge, in einer ersten Reaktion auf die Entscheidung vom gestrigen Abend. "Auch wenn der Betreuungsschlüssel nun erstmal nur um ein Kind gesenkt wird, wird dies eine direkte Verbesserung auf die Bildungsarbeit in den Kitas und die Arbeitsbedingungen von Erzieherinnen und Erziehern bringen."

"Diese Entscheidung zeigt auch, dass ein Engagement von Arbeitnehmern und Eltern erfolgreich ist. Protest und Hartnäckigkeit bei der Durchsetzung von Interessen führen doch zu einem Umdenken und Handeln in der Politik.", so Taprogge weiter.

"Dieser Beschluss kann aber nur der erste Schritt für eine weitere Verbesserung des Betreuungsschlüssels sein. Wir werden in den nächsten Monaten bis zur Landtagswahl weitere Konzepte zur Verbesserung der Rahmenbedingungen im frühkindlichen Bereich von den Parteien einfordern.", kündigt Daniel Taprogge, GEW-Referent für den Kita-Bereich an. Auch die Sachverständigen bei der Anhörung des Sozialausschuss zum KiföG M-V am gestrigen Montag vertraten einhellig die Meinung, dass sich die Rahmenbedingungen dringend verbessern müssen. "Wir stehen hier ja nicht alleine mit unseren Forderungen."


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