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Redaktion 03.12.2008
Studentenwerke plädieren für konzertierte Aktion mit Bund, Ländern, Kommunen und Hochschulen - Dringend benötigt: Campusnahe, zeitlich flexible Kinderbetreuung - Vereinbarkeit von Studium und Kind nur für 60% der studentischen Eltern gegeben
Berlin, 03.12.2008 "Zwischen den familien- und bildungspolitischen Postulaten eines familienfreundlichen Studiums und der tatsächlichen Lebens- und Studiensituation der 7% Studierenden mit Kind gibt es eine erhebliche Diskrepanz. Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander." Mit diesen Worten begründet Prof. Dr. Rolf Dobischat, Präsident des Deutschen Studentenwerks (DSW), seine Forderung an Bund, Länder, Kommunen und Hochschulen, gemeinsam mit den Studentenwerken die Kinderbetreuung an Deutschlands Hochschulen auszubauen. Die Studierenden mit Kind benötigen laut Dobischat vor allem mehr campusnahe, zeitlich flexible Betreuung sowie spezifische Beratung. "Vom Ausbau der Kindertagesbetreuung müssen auch die Studierenden mit Kind profitieren", sagte Dobischat mit Blick auf die Vorhaben von Bund und Ländern.

7% der Studierenden sind Eltern. Ihre wirtschaftliche und soziale Lage hat das Deutsche Studentenwerk in einer Studie untersuchen lassen, durchgeführt vom Hochschul-Informations-System (HIS), gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Studierende mit Kind müssen Studium, Kinderbetreuung und Job unter einen Hut bekommen. Ihr Studium verläuft weniger reibungslos als das ihrer kinderlosen Mitstudierenden. Studierende mit Kind unterbrechen ihr Studium viermal häufiger; die Unterbrechung dauert im Schnitt fünf Semester. Mehr als die Hälfte der studentischen Eltern ist nebenher erwerbstätig. Jede vierte studentische Mutter erzieht ihr Kind allein. Fast die Hälfte aller Kinder ist jünger als drei Jahre. Studierende mit Kind haben einen großen Beratungsbedarf, vor allem zu Finanzierungsfragen. "Die Studentenwerke müssen ihre Beratungsangebote weiter ausbauen, allerdings benötigen sie dazu die Unterstützung der Länder", sagte Dobischat. Derzeit bieten die Studentenwerke bundesweit 187 Kindertageseinrichtungen mit rund 6.000 Plätzen und beraten Studierende mit Kind.

"Nur 60% er Studierenden mit Kind hält Studium und Kind prinzipiell für vereinbar", beklagte Dobischat auf der Jahresversammlung aller Studentenwerke in Berlin. "Ein Viertel der Studierenden mit Kind, die wir befragt haben, würde sich jedoch nicht noch einmal für ein Studium mit Kind entscheiden. Hier müssen Bund, Länder, Kommunen, Hochschulen und Studentenwerke gegensteuern und kreative Lösungen für mehr Kinderbetreuung im Studium finden."

Mehr Infos:
www.studentenwerke.de
www.sozialerhebung.de

Redaktion 03.12.2008
Studentenwerke mit umfangreichem Forderungskatalog zur staatlichen Studienfinanzierung der Zukunft - Ausreichende, transparente, unbürokratische staatliche Förderung für alle Bachelor- und Master-Studiengänge - keine Studiengebühren - "Staatliche Studienfinanzierung hat strategische Bedeutung für Erfolg der Hochschulbildung in Deutschland"
Berlin, 03.12.2008 Die 58 Studentenwerke in Deutschland fordern die Abschaffung von Studiengebühren im Zuge einer umfassenden Modernisierung des staatlichen Studienfinanzierungssystems. Auf ihrer Jahresversammlung verständigten sich die im Deutschen Studentenwerk (DSW) organisierten Studentenwerke auf einen umfangreichen Maßnahmenkatalog zur Studienfinanzierung der Zukunft. Er sieht im Kern eine am BAföG orientierte ausreichende, kontinuierlich anzupassende staatliche Breitenförderung sowohl für Bachelor- als auch Master-Studiengänge ohne Altersgrenzen vor.

DSW-Präsident Prof. Dr. Rolf Dobischat hob in einer Grundsatzrede vor den mehr als 150 Studentenwerks-Delegierten die strategische Bedeutung der Studienfinanzierung hervor: "Mehr Studierende, mehr Hochschulabsolventen, mehr soziale Durchlässigkeit im Hochschulsystem - für alle diese Ziele ist eine leistungsfähige staatliche Studienfinanzierung zentral." Studiengebühren hingegen gehören für die Studentenwerke abgeschafft; sie verstärkten die soziale Selektivität an den Hochschulen und verteuerten das Studium.

Aus Sicht der Studentenwerke muss das staatliche Studienfinanzierungssystem der Zukunft bereits vor dem Studium ansetzen. So sollen zum Beispiel staatliche Transferleistungen wie das Kindergeld direkt an die Schülerinnen und Schüler ausbezahlt werden. Auch müsse das Schüler-BAföG wie vor 1983 wieder für die Sekundarstufe II an allgemeinbildenden Schulen geöffnet werden.

Für das Studium selbst verständigten sich die Studentenwerke auf einen umfangreichen Katalog von Forderungen und Maßnahmen zur zukünftigen staatlichen Studienfinanzierung:

in Höhe und Dauer ausreichende Förderung als Zuschuss oder Stipendium ohne Altersgrenzen
unbürokratische Lösungen für Studierende in besonderen Lebenslagen, z.B. für Studierende mit Kind oder Studierende mit Behinderung und chronischer Krankheit
Förderung auch für Master-Studiengänge nach Berufstätigkeit
von den Ländern ausfinanzierte Studienfinanzierungs-Beratung durch die Studentenwerke
Auslands-BAföG für alle 46 Staaten des Bologna-Prozesses
Redaktion 03.12.2008
Resolution: Studierenden-Anstieg und Studienstrukturreform erfordern Investitionen auch in Studentenwerke - Jahresversammlung in Berlin der im Deutschen Studentenwerk (DSW) organisierten Studentenwerke - Zusätzlicher Wohnraum, Mittel für Sanierung von Mensen und für Beratungsangebote gefordert
Berlin, 03.12.2008 "Wir stehen vor der riesigen Chance, dass in den kommenden Jahren viel mehr junge Menschen studieren werden. Diese Chance müssen wir nutzen und jetzt massiv in ausreichend Studienplätze und in eine leistungsfähige soziale Infrastruktur investieren", forderte Prof. Dr. Rolf Dobischat, Präsident des Deutschen Studentenwerks (DSW), im Namen aller 58 Studentenwerke, die auf ihrer diesjährigen Jahresversammlung eine entsprechende Resolution verabschiedeten. Darin heißt es: "Ein offensiver Ausbau von Studienplätzen und eine erfolgreiche Umsetzung der Studienstrukturreform erfordern Investitionen insbesondere in zusätzlichen Wohnraum für Studierende." Über das vom Bund mit zusätzlichen Mitteln versehene Wohnraumförderungsgesetz hätten die Länder hier "erhebliche Gestaltungsoptionen", sagte Dobischat vor mehr als 150 Studentenwerks-Delegierten und Gästen in Berlin.

"Wir stehen vor der riesigen Chance, dass in den kommenden Jahren viel mehr junge Menschen studieren werden. Diese Chance müssen wir nutzen und jetzt massiv in ausreichend Studienplätze und in eine leistungsfähige soziale Infrastruktur investieren", forderte Prof. Dr. Rolf Dobischat, Präsident des Deutschen Studentenwerks (DSW), im Namen aller 58 Studentenwerke, die auf ihrer diesjährigen Jahresversammlung eine entsprechende Resolution verabschiedeten. Darin heißt es: "Ein offensiver Ausbau von Studienplätzen und eine erfolgreiche Umsetzung der Studienstrukturreform erfordern Investitionen insbesondere in zusätzlichen Wohnraum für Studierende." Über das vom Bund mit zusätzlichen Mitteln versehene Wohnraumförderungsgesetz hätten die Länder hier "erhebliche Gestaltungsoptionen", sagte Dobischat vor mehr als 150 Studentenwerks-Delegierten und Gästen in Berlin.

Die Studentenwerke fordern als Ersatz für das abgeschaffte Hochschulbaufördergesetz Sondermittel für die Sanierung von Mensen und Cafeterien, die laut Dobischat als "Lernorte im zeitlich verdichteten Bachelor-Studium" immer wichtiger würden. Auch müssten Studierende mit Kind stärker von den Bundesmitteln für die Ganztagsbetreuung profitieren können.

Dobischat erinnerte daran, dass das deutsche Hochschulsystem nicht allein auf Forschung und Lehre aufruhe, sondern die soziale Infrastruktur der Studentenwerke als dritter Säule einen "zentralen Beitrag" leisten könne, um mehr junge Menschen für ein Studium zu mobilisieren.

"Ein Denken allein in Studienplätzen greift zu kurz", sagte Dobischat, "die künftigen Studierenden brauchen ein campusnahes Dach über dem Kopf, sie brauchen preisgünstige Verpflegung, eine solide Studienfinanzierung - und vor allem gute Beratung. Das gehört zu guten Studienbedingungen, und nur mit guten Studienbedingungen schaffen wir es, dass auch wirklich möglichst viele junge Menschen studieren."

Dass beim Hochschulpakt I die soziale Infrastruktur nicht berücksichtigt wurde, bezeichnete Dobischat als "strukturelles Defizit". "Beim Hochschulpakt II darf sich das nicht wiederholen", mahnte der DSW-Präsident. "Bund und Länder müssen an die jungen Menschen, die sich zu studieren überlegen, ein klares Signal senden: Ihr seid willkommen, auf Euch warten Studienplätze und guter Service rund ums Studium."

Redaktion 01.12.2008
Berlin, 01.12.2008 DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde: "Jetzt in ausreichend Studienplätze und soziale Infrastruktur investieren"
Meyer auf der Heyde: Schulabsolventenzahl stärker gestiegen als Studienanfänger
Das Deutsche Studentenwerk (DSW) freut sich über die gestiegene Zahl von Studienanfängern, mahnt Bund und Länder aber, Hochschulen und Studentenwerke nun nachhaltig auszubauen. "Sonst bleibt der erfreulich hohe Stand von Studienanfängern ein Zwischenhoch", erklärte DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde in einer ersten Stellungnahme.

Meyer auf der Heyde: "Die deutsche Hochschulpolitik darf jetzt nicht die Hände in den Schoß legen. Die Arbeit beginnt erst. Die geburtenstarken Jahrgänge und die doppelten Abiturjahrgänge werden in den kommenden Jahren die Studierquote nur dann nachhaltig nach oben treiben, wenn jetzt die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Das Signal an alle jungen Menschen in Deutschland muss sein: Studiert, die Hochschultüren stehen für Euch weit offen!"

Meyer auf der Heyde fordert Bund und Länder auf, angesichts der erfreulichen Entwicklung nun den Hochschulpakt II ausreichend zu finanzieren und ihn mit den dringend erforderlichen Investitionen in die soziale Infrastruktur bzw. die Studentenwerke zu flankieren: "Wir müssen jetzt die Bedingungen schaffen für noch mehr Studierende in Deutschland. Dazu gehören ausreichend Studienplätze. Dazu gehört aber auch ausreichend campusnaher Wohnraum, günstige Verpflegung und vor allem Beratung, zum Beispiel zur Studienfinanzierung."

In die Freude über die stark gestiegenen Erstsemesterzahlen streut Meyer auf der Heyde ein Körnchen Skepsis: "So erfreulich der Anstieg der Studienanfängerzahlen in den Jahren 2007 und 2008 auch ist: Gegenüber 2003 beträgt die Steigerung gerade mal 2,1 %, die der Schulabsolventen mit Hochschulzugangsberechtigung schätzungsweise jedoch 20%!"



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