Stuttgart, 09.03.2010 In Baden-Württemberg arbeiten über weit 100.000 Lehrer an öffentlichen und privaten Schulen. Sie durch die jüngst bekannt gewordenen Missbrauchsfälle alle unter "Generalverdacht" zu stellen und damit zu kriminalisieren, wäre fatal und für die tägliche Arbeit mit Kindern an Schulen kontraproduktiv. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg begrüßt daher ausdrücklich, dass sich Kultusministerin Marion Schick dagegen verwahrt, Lehrer als "Missbrauchsermittler" einzusetzen, wie es der Deutsche Lehrerverband gefordert hat.
Lehrer genießen in der Regel – wie Eltern – das uneingeschränkte Vertrauen der Kinder. Dieses Ur-Vertrauen durch Übergriffe sexueller Art, durch körperliche Züchtigungen oder seelische Grausamkeiten gegenüber Schülern zu erschüttern, ist schrecklich und durch nichts zu entschuldigen.
Trotzdem sollten jetzt nicht aufgrund der täglichen "Horrormeldungen" von - oft auch schon sehr weit zurückliegenden - Missbrauchsfällen an verschiedenen öffentlichen und privaten Schulen bis hin zu namhaften kirchlichen Elite-Einrichtungen alle Lehrer unter Generalverdacht gestellt werden, warnt der VBE-Sprecher. Die tägliche Arbeit an den Schulen müsse weiterhin auf vertrauensvoller Basis geschehen dürfen. Bei Verstößen sollte jedoch sofort gehandelt werden. Vorfälle dürften nicht unter den Teppich gekehrt oder verharmlost werden, damit das Vertrauen in die staatlichen und privaten Einrichtungen bestehen bleiben kann. Aufarbeitung und vollständige Aufklärung seien nötig, die Empörung über die Missstände dürfe aber nicht zu einer "Pädagogenhatz" ausarten. Lehrer wollen sich ob ihres Berufsstandes, der ein gesellschaftlich wertvoller ist, nicht schämen müssen.
Lehrer genießen in der Regel – wie Eltern – das uneingeschränkte Vertrauen der Kinder. Dieses Ur-Vertrauen durch Übergriffe sexueller Art, durch körperliche Züchtigungen oder seelische Grausamkeiten gegenüber Schülern zu erschüttern, ist schrecklich und durch nichts zu entschuldigen.
Trotzdem sollten jetzt nicht aufgrund der täglichen "Horrormeldungen" von - oft auch schon sehr weit zurückliegenden - Missbrauchsfällen an verschiedenen öffentlichen und privaten Schulen bis hin zu namhaften kirchlichen Elite-Einrichtungen alle Lehrer unter Generalverdacht gestellt werden, warnt der VBE-Sprecher. Die tägliche Arbeit an den Schulen müsse weiterhin auf vertrauensvoller Basis geschehen dürfen. Bei Verstößen sollte jedoch sofort gehandelt werden. Vorfälle dürften nicht unter den Teppich gekehrt oder verharmlost werden, damit das Vertrauen in die staatlichen und privaten Einrichtungen bestehen bleiben kann. Aufarbeitung und vollständige Aufklärung seien nötig, die Empörung über die Missstände dürfe aber nicht zu einer "Pädagogenhatz" ausarten. Lehrer wollen sich ob ihres Berufsstandes, der ein gesellschaftlich wertvoller ist, nicht schämen müssen.
Berlin, 08.03.2010 "Der VBE tritt für eine umfassende Aufklärung der Missbrauchsfälle ein", bekräftigt VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann. "Kinder und Jugendliche müssen sich uneingeschränkt auf den Vertrauensschutz durch Lehrerinnen und Lehrer verlassen können. Körperliche Übergriffe auf minderjährige Schutzbefohlene sind abscheuliche Gewaltübergriffe, für die es keinerlei Toleranz geben darf."
Beckmann hebt hervor, Respekt und Achtung körperlicher Integrität seien auch fester Bestandteil unseres Berufsleitbildes. Die Glaubwürdigkeit pädagogischer Arbeit werde in ihren Grundfesten beschädigt, wenn das Recht der Kinder auf Bildung und Erziehung missbraucht werde.
VBE-Bundesvorsitzender Beckmann erklärt weiter: "Der VBE unterstützt deshalb die angekündigten Bemühungen von Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Wir sind zu einem Gespräch kurzfristig bereit."
Beckmann hebt hervor, Respekt und Achtung körperlicher Integrität seien auch fester Bestandteil unseres Berufsleitbildes. Die Glaubwürdigkeit pädagogischer Arbeit werde in ihren Grundfesten beschädigt, wenn das Recht der Kinder auf Bildung und Erziehung missbraucht werde.
VBE-Bundesvorsitzender Beckmann erklärt weiter: "Der VBE unterstützt deshalb die angekündigten Bemühungen von Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Wir sind zu einem Gespräch kurzfristig bereit."
Berlin, 05.03.2010 "Die Chancen von leistungsschwachen Schülern in den Blick zu nehmen, ist im Grundsatz richtig. Der VBE hofft jedoch, dass der jüngste KMK-Beschluss kein Rückzieher von der Verpflichtung auf das Bildungsprinzip des Förderns und Forderns für alle Schüler ist", erklärt VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann nach dem KMK-Beschluss vom 04. März.
Beckmann weiter: "Wir erwarten, dass die KMK weiterhin uneingeschränkt zu der Erklärung zum Fördern und Fordern vom Oktober 2006 steht. In dieser Erklärung hatten sich die KMK und alle deutschen Lehrerorganisationen zu einer neuen Lehr- und Lernkultur bekannt, die für alle Schülerinnen und Schüler in allen Schulstufen Wirklichkeit werden sollte." Bis heute sei in vielen Ländern nur wenig von der Umsetzung zu spüren. In dem Papier von 2006 werde ausdrücklich darauf verwiesen, so Beckmann, von den Interessen und Stärken der Schülerinnen und Schüler auszugehen, aber auch deren Schwächen zu analysieren und geeignete Fördermaßnahmen zur Leistungssteigerung mit Blick auf den jeweiligen individuellen Lernprozess zu entwickeln. "Wer dies ernsthaft verwirklichen will, muss die Bildungsinvestitionen deutlich erhöhen und Geld und die notwendigen Ressourcen für die frühkindliche Bildung und individuelle Förderung in allen Schulen bereitstellen", fordert Beckmann.
"Die neue Förderstrategie der KMK bedeutet eine Einschränkung der Positionen, die seit 2006 auf die Umsetzung warten", kritisiert der VBE-Bundesvorsitzende. "Kein Land darf sich aus der Verantwortung mogeln, allen Kindern mehr Zeit zu geben. Sie brauchen Zeit sich zu entwickeln. Deshalb ist es falsch, sie bereits im Alter von zehn Jahren nach wissenschaftlich nicht haltbaren Begabungstheorien auf Schulformen zu verteilen."
Beckmann weiter: "Wir erwarten, dass die KMK weiterhin uneingeschränkt zu der Erklärung zum Fördern und Fordern vom Oktober 2006 steht. In dieser Erklärung hatten sich die KMK und alle deutschen Lehrerorganisationen zu einer neuen Lehr- und Lernkultur bekannt, die für alle Schülerinnen und Schüler in allen Schulstufen Wirklichkeit werden sollte." Bis heute sei in vielen Ländern nur wenig von der Umsetzung zu spüren. In dem Papier von 2006 werde ausdrücklich darauf verwiesen, so Beckmann, von den Interessen und Stärken der Schülerinnen und Schüler auszugehen, aber auch deren Schwächen zu analysieren und geeignete Fördermaßnahmen zur Leistungssteigerung mit Blick auf den jeweiligen individuellen Lernprozess zu entwickeln. "Wer dies ernsthaft verwirklichen will, muss die Bildungsinvestitionen deutlich erhöhen und Geld und die notwendigen Ressourcen für die frühkindliche Bildung und individuelle Förderung in allen Schulen bereitstellen", fordert Beckmann.
"Die neue Förderstrategie der KMK bedeutet eine Einschränkung der Positionen, die seit 2006 auf die Umsetzung warten", kritisiert der VBE-Bundesvorsitzende. "Kein Land darf sich aus der Verantwortung mogeln, allen Kindern mehr Zeit zu geben. Sie brauchen Zeit sich zu entwickeln. Deshalb ist es falsch, sie bereits im Alter von zehn Jahren nach wissenschaftlich nicht haltbaren Begabungstheorien auf Schulformen zu verteilen."
Stuttgart, 03.03.2010 Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg begrüßt es, dass Innenminister Heribert Rech (CDU) anlässlich des Jahrestages des Amoklaufes von Winnenden auf die Gefährdung kindlicher Seelen durch Killer- und Ballerspiele hinweist, sieht aber auch ein erhebliches Gefährdungspotenzial durch grausame Horror- und Metzelfilme im Fernsehen.
Schneller als jeder Gesetzgeber, der lediglich mit Verboten kommen kann, die dann wieder überwacht gehörten, können nach Auffassung des VBE Eltern reagieren, die mit ihren Kindern Gespräche führen und positiv verstärkend auf diese einwirken können - vor allem durch deren Vorbildfunktion. Nicht alle Fans von Killerspielen und brutalen Gewaltfilmen drehen irgendwann einmal durch, aber alle jugendlichen Amokläufer haben sich zuvor - so heißt es immer wieder - medialem Horror ausgesetzt. "Wenn verantwortungsvolle Eltern das bewusst zur Kenntnis nehmen, müssten sie eigentlich wissen, was sie zu tun haben - auch ohne Gesetzesvorgabe", mahnt der VBE-Sprecher.
Coole Negativhelden, die grausame Racheakte und Selbstjustiz als einzig mögliche Konfliktlösung praktizieren, sowie die Möglichkeit, bei Computerspielen per Mausklick Macht auszuüben, über Leben und Tod zu entscheiden, beeindrucken junge Medienkonsumenten, prägen sie und fordern - zumindest unterschwellig - zur Nachahmung auf.
Auf Dauer nistet sich permanent präsente mediale Gewalt in den Köpfen der Kinder ein. "Jugendliche zeigen später genau die fatalen Denkstrukturen und destruktiven Verhaltensmuster, die ihnen über Jahre mittels Bildschirm in das Gehirn fest eingebrannt worden sind", warnt der VBE-Sprecher. Wenn Eltern Kinder unbeaufsichtigt vor dem Bildschirm sitzen lassen und oft nicht einmal wüssten, was diese überhaupt anschauten, sei das unverantwortlich. Vor allem bei fehlender "Nestwärme" wirke mediale Gewalt nachhaltig negativ auf Kinder und Jugendliche.
Werte, für die die Jugend offen ist, wie soziales Engagement, Empathie, Solidarität und Toleranz werden zwar auch in Schulen (vor)gelebt und gepflegt, die Eltern darf man jedoch keinesfalls aus ihrer Erstverantwortung entlassen.
Schneller als jeder Gesetzgeber, der lediglich mit Verboten kommen kann, die dann wieder überwacht gehörten, können nach Auffassung des VBE Eltern reagieren, die mit ihren Kindern Gespräche führen und positiv verstärkend auf diese einwirken können - vor allem durch deren Vorbildfunktion. Nicht alle Fans von Killerspielen und brutalen Gewaltfilmen drehen irgendwann einmal durch, aber alle jugendlichen Amokläufer haben sich zuvor - so heißt es immer wieder - medialem Horror ausgesetzt. "Wenn verantwortungsvolle Eltern das bewusst zur Kenntnis nehmen, müssten sie eigentlich wissen, was sie zu tun haben - auch ohne Gesetzesvorgabe", mahnt der VBE-Sprecher.
Coole Negativhelden, die grausame Racheakte und Selbstjustiz als einzig mögliche Konfliktlösung praktizieren, sowie die Möglichkeit, bei Computerspielen per Mausklick Macht auszuüben, über Leben und Tod zu entscheiden, beeindrucken junge Medienkonsumenten, prägen sie und fordern - zumindest unterschwellig - zur Nachahmung auf.
Auf Dauer nistet sich permanent präsente mediale Gewalt in den Köpfen der Kinder ein. "Jugendliche zeigen später genau die fatalen Denkstrukturen und destruktiven Verhaltensmuster, die ihnen über Jahre mittels Bildschirm in das Gehirn fest eingebrannt worden sind", warnt der VBE-Sprecher. Wenn Eltern Kinder unbeaufsichtigt vor dem Bildschirm sitzen lassen und oft nicht einmal wüssten, was diese überhaupt anschauten, sei das unverantwortlich. Vor allem bei fehlender "Nestwärme" wirke mediale Gewalt nachhaltig negativ auf Kinder und Jugendliche.
Werte, für die die Jugend offen ist, wie soziales Engagement, Empathie, Solidarität und Toleranz werden zwar auch in Schulen (vor)gelebt und gepflegt, die Eltern darf man jedoch keinesfalls aus ihrer Erstverantwortung entlassen.
Artikel:
VBE zu den Anmeldezahlen an Gesamtschulen: Deutliches Signal für längeres gemeinsames Lernen
Berlin, 26.02.2010 "Die Anmeldezahlen zeigen deutlich, dass die Gesamtschule für immer mehr Eltern eine Alternative zu einer Schulform des gegliederten Systems darstellt", kommentiert der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann. "Das Angebot an Schulen, in denen die Kinder über die Grundschule hinaus gemeinsam weiterlernen können, muss deshalb dringend der Nachfrage angepasst werden."
Die Anmeldequote von 25% an den Gesamtschulen ist ein landesweiter Durchschnitt, der zustande kommt, obwohl Gesamtschulen anders als die anderen weiterführenden Schulen in NRW nicht flächendeckend angeboten werden. Das muss immer bedacht werden, wenn man diese Quoten miteinander vergleicht.
Obwohl die Landesregierung neu errichteten Gesamtschulen strikt den Ganztag verweigert, denken immer mehr Kommunen über eine solche Neugründung nach, weil sie die wachsende Nachfrage der Eltern bedienen wollen.
"Die Menschen wollen sich nicht bevormunden lassen", so Beckmann. "Sie akzeptieren immer weniger eine Bildungspolitik, die ihre Wünsche missachtet."
Nicht nur Eltern, auch Grundschullehrkräfte empfinden es zunehmend als sinnlosen Druck, für acht- bis neunjährige Kinder einen Bildungsweg prognostizieren zu müssen. Nicht ohne Grund haben sich inzwischen Grundschulleiterinnen und -leiter in NRW zu einer Initiative zusammengeschlossen, die für das gemeinsame Lernen über die Grundschulzeit hinaus plädiert. Prognosen über die künftige Entwicklung von Kindern braucht man ohnehin nur, wenn man die Strukturen des "begabungsgerechten gegliederten Schulsystems" für sakrosankt erklärt.
Der VBE hält es in dieser Frage mit dem "Pisa-Papst" Jürgen Baumert, der im Schulausschuss erklärte, dass "die Frage begabungsgerechte Beschulung obsolet geworden" sei und die Behauptung, die Hauptschule sei für praktisch Begabte zuständig, folgendermaßen kommentierte: "Von der Psychologie her: Es gibt keinen praktischen Begabungstypen." (Landtag NRW, Apr 14/1019, S. 27).
Die Anmeldequote von 25% an den Gesamtschulen ist ein landesweiter Durchschnitt, der zustande kommt, obwohl Gesamtschulen anders als die anderen weiterführenden Schulen in NRW nicht flächendeckend angeboten werden. Das muss immer bedacht werden, wenn man diese Quoten miteinander vergleicht.
Obwohl die Landesregierung neu errichteten Gesamtschulen strikt den Ganztag verweigert, denken immer mehr Kommunen über eine solche Neugründung nach, weil sie die wachsende Nachfrage der Eltern bedienen wollen.
"Die Menschen wollen sich nicht bevormunden lassen", so Beckmann. "Sie akzeptieren immer weniger eine Bildungspolitik, die ihre Wünsche missachtet."
Nicht nur Eltern, auch Grundschullehrkräfte empfinden es zunehmend als sinnlosen Druck, für acht- bis neunjährige Kinder einen Bildungsweg prognostizieren zu müssen. Nicht ohne Grund haben sich inzwischen Grundschulleiterinnen und -leiter in NRW zu einer Initiative zusammengeschlossen, die für das gemeinsame Lernen über die Grundschulzeit hinaus plädiert. Prognosen über die künftige Entwicklung von Kindern braucht man ohnehin nur, wenn man die Strukturen des "begabungsgerechten gegliederten Schulsystems" für sakrosankt erklärt.
Der VBE hält es in dieser Frage mit dem "Pisa-Papst" Jürgen Baumert, der im Schulausschuss erklärte, dass "die Frage begabungsgerechte Beschulung obsolet geworden" sei und die Behauptung, die Hauptschule sei für praktisch Begabte zuständig, folgendermaßen kommentierte: "Von der Psychologie her: Es gibt keinen praktischen Begabungstypen." (Landtag NRW, Apr 14/1019, S. 27).
VBE zur neuen Kultusministerin Marion Schick
Stuttgart, 23.02.2010 Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg sieht in der Ablösung von Kultusminister Helmut Rau ein Signal des neuen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU), die Schulen wieder aus den fetten Schlagzeilen herauszumanövrieren und Schüler und Lehrer wieder in ruhigerem Fahrwasser arbeiten zu lassen. Aber auch die neue Kultusministerin wird keine erfolgreichere Bildungspolitik machen können, wenn ihr die CDU-Fraktion die Gefolgschaft verweigert.
Der heiße Stuhl der Kultusministerin wird sich sehr schnell wieder zum Schleudersitz entwickeln, wenn sie in wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit finanziellen Forderungen kommt. Eine bessere Schule gibt es aber nicht zum Nulltarif. Der Erfolg von Investitionen in Schule und Bildung ist nur langfristig ablesbar. Schule ist ein großer schwerer Dampfer und kein wendiges Schnellboot. Das musste auch Helmut Rau erfahren, der in den Fußstapfen von Annette Schavan die Schule mit einer Fülle von Reformen überzogen hatte, als Minister trotzdem nie so richtig Akzeptanz fand und ständig mit dem Rücken zur Wand stand.
Der VBE ist offen für bildungspolitische Neuerungen, wünscht sich jedoch von der neuen Kultusministerin, dass sie den Schulen jetzt wieder Ermunterung und Muße zum kontinuierlichen Arbeiten gibt.
Das Konzept der neuen Werkrealschule gehört dringend nachgebessert. Zumindest sollten alle Schulen, die nach diesem neuen Bildungsplan arbeiten, sich auch Werkrealschule nennen dürfen. Damit an Grundschulen künftig mit hoher Qualität unterrichtet werden kann, müssen Lehrer für diese Schulart ebenfalls acht Semester studieren dürfen. Dies wird besonders dann zwingend notwendig, wenn die Inklusion flächendeckend umgesetzt werden muss. Eine Prise Sonderpädagogik über alle Schulen gestreut, reicht da nicht aus. Neben genügend zusätzlichen Ressourcen gehören die Lehrer vorher professionell aus- und weitergebildet.
Der VBE bietet seine konstruktive Mitarbeit zur Verbesserung der bildungspolitischen Landschaft an. "Wenn Lehrer und Eltern mit im Boot sitzen und mit der Kultusministerin in die gleiche Richtung rudern, lassen sich notwendige Reformen leichter und nachhaltiger umsetzen", versichert VBE-Chef Rudolf Karg.
Stuttgart, 23.02.2010 Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg sieht in der Ablösung von Kultusminister Helmut Rau ein Signal des neuen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU), die Schulen wieder aus den fetten Schlagzeilen herauszumanövrieren und Schüler und Lehrer wieder in ruhigerem Fahrwasser arbeiten zu lassen. Aber auch die neue Kultusministerin wird keine erfolgreichere Bildungspolitik machen können, wenn ihr die CDU-Fraktion die Gefolgschaft verweigert.
Der heiße Stuhl der Kultusministerin wird sich sehr schnell wieder zum Schleudersitz entwickeln, wenn sie in wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit finanziellen Forderungen kommt. Eine bessere Schule gibt es aber nicht zum Nulltarif. Der Erfolg von Investitionen in Schule und Bildung ist nur langfristig ablesbar. Schule ist ein großer schwerer Dampfer und kein wendiges Schnellboot. Das musste auch Helmut Rau erfahren, der in den Fußstapfen von Annette Schavan die Schule mit einer Fülle von Reformen überzogen hatte, als Minister trotzdem nie so richtig Akzeptanz fand und ständig mit dem Rücken zur Wand stand.
Der VBE ist offen für bildungspolitische Neuerungen, wünscht sich jedoch von der neuen Kultusministerin, dass sie den Schulen jetzt wieder Ermunterung und Muße zum kontinuierlichen Arbeiten gibt.
Das Konzept der neuen Werkrealschule gehört dringend nachgebessert. Zumindest sollten alle Schulen, die nach diesem neuen Bildungsplan arbeiten, sich auch Werkrealschule nennen dürfen. Damit an Grundschulen künftig mit hoher Qualität unterrichtet werden kann, müssen Lehrer für diese Schulart ebenfalls acht Semester studieren dürfen. Dies wird besonders dann zwingend notwendig, wenn die Inklusion flächendeckend umgesetzt werden muss. Eine Prise Sonderpädagogik über alle Schulen gestreut, reicht da nicht aus. Neben genügend zusätzlichen Ressourcen gehören die Lehrer vorher professionell aus- und weitergebildet.
Der VBE bietet seine konstruktive Mitarbeit zur Verbesserung der bildungspolitischen Landschaft an. "Wenn Lehrer und Eltern mit im Boot sitzen und mit der Kultusministerin in die gleiche Richtung rudern, lassen sich notwendige Reformen leichter und nachhaltiger umsetzen", versichert VBE-Chef Rudolf Karg.
VBE: Stellen müssen bleiben
Dortmund, 19.02.2010 Angesichts der desolaten Haushaltslage vieler Kommunen wird bei Diskussionen über Einsparmöglichkeiten auch zunehmend der Blick auf die Schulsozialarbeit gerichtet. Ein prägnantes Beispiel dafür ist die Stadt Dortmund, wo der Kämmerer zurzeit über die Streichung von 33 Schulsozialarbeiterstellen nachdenkt.
"Insbesondere Schulen in einem schwierigen sozialen Umfeld brauchen diese Unterstützung dringend", so der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann. "Schulsozialarbeiter(innen) leisten beispielsweise im Bereich der Gewaltprävention oder bezüglich des Übergangs von der Schule in den Beruf eine Menge."
In vielen Kommunen basiert die Schulsozialarbeit auf einem komplementär finanzierten Modell. Das bedeutet, dass das Land immer dann einen zusätzlichen Schulsozialarbeiter bezahlt, wenn die Kommune einen bezahlt. Fraglich ist nun, ob das Land seine zur Verfügung gestellten Stellen weiter finanzieren wird, wenn die Kommune die von ihr finanzierten Stellen streicht.
"Das darf nicht passieren", so Beckmann. "Der VBE fordert deshalb die Landesregierung auf, eine Bestandszusage für die vom Land finanzierten Stellen zu geben. Darüber hinaus müssen Lösungen für Fälle wie in Dortmund gefunden werden, damit die für die Schulen wichtige Arbeit gesichert werden kann."
Dortmund, 19.02.2010 Angesichts der desolaten Haushaltslage vieler Kommunen wird bei Diskussionen über Einsparmöglichkeiten auch zunehmend der Blick auf die Schulsozialarbeit gerichtet. Ein prägnantes Beispiel dafür ist die Stadt Dortmund, wo der Kämmerer zurzeit über die Streichung von 33 Schulsozialarbeiterstellen nachdenkt.
"Insbesondere Schulen in einem schwierigen sozialen Umfeld brauchen diese Unterstützung dringend", so der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann. "Schulsozialarbeiter(innen) leisten beispielsweise im Bereich der Gewaltprävention oder bezüglich des Übergangs von der Schule in den Beruf eine Menge."
In vielen Kommunen basiert die Schulsozialarbeit auf einem komplementär finanzierten Modell. Das bedeutet, dass das Land immer dann einen zusätzlichen Schulsozialarbeiter bezahlt, wenn die Kommune einen bezahlt. Fraglich ist nun, ob das Land seine zur Verfügung gestellten Stellen weiter finanzieren wird, wenn die Kommune die von ihr finanzierten Stellen streicht.
"Das darf nicht passieren", so Beckmann. "Der VBE fordert deshalb die Landesregierung auf, eine Bestandszusage für die vom Land finanzierten Stellen zu geben. Darüber hinaus müssen Lösungen für Fälle wie in Dortmund gefunden werden, damit die für die Schulen wichtige Arbeit gesichert werden kann."
VBE: Anpassung der Budgets erforderlich
Dortmund, 18.02.2010 Das Fach Englisch wird inzwischen in allen 4 Klassen der Grundschulen unterrichtet. Eine vernünftige Ausstattung der Schulen mit Lernmitteln für dieses Fach ist jedoch kaum noch zu leisten. Obwohl die Buchpreise ständig gestiegen sind, sind die im Lernmittelfreiheitsgesetz festgesetzten Pauschalsätze schon seit Jahren nicht mehr angepasst wurden.
Den VBE erreichen zunehmend Klagen aus den Grundschulen, dass aufgrund der Einführung des Faches Englisch die Finanzierung für die notwendigen Lernmittel mit den zur Verfügung gestellten Mitteln nicht zu leisten ist. Hier muss dringend nachgebessert werden.
"Wenn zusätzliche Fächer eingeführt werden, kann es nicht sein, dass die Zuweisung an Finanzmitteln gleich bleibt", kommentiert der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann dieses Missverhältnis. "Es darf nicht sein, dass schulische Fördervereine die entstehenden Lücken schließen müssen, zumal nicht jede Schule auf einen solchen zugreifen kann. Dass die Eltern einspringen müssen, ist nicht im Sinne des Lernmittelfreiheitsgesetzes."
In vier Wochen beginnt in Köln die Didacta, die mit vielen interessanten Angeboten lockt. Die Schulen wären mit ihren Lernmitteln gern auf dem neusten Stand. Mit einem alten Budget lässt sich das aber nicht machen.
Dortmund, 18.02.2010 Das Fach Englisch wird inzwischen in allen 4 Klassen der Grundschulen unterrichtet. Eine vernünftige Ausstattung der Schulen mit Lernmitteln für dieses Fach ist jedoch kaum noch zu leisten. Obwohl die Buchpreise ständig gestiegen sind, sind die im Lernmittelfreiheitsgesetz festgesetzten Pauschalsätze schon seit Jahren nicht mehr angepasst wurden.
Den VBE erreichen zunehmend Klagen aus den Grundschulen, dass aufgrund der Einführung des Faches Englisch die Finanzierung für die notwendigen Lernmittel mit den zur Verfügung gestellten Mitteln nicht zu leisten ist. Hier muss dringend nachgebessert werden.
"Wenn zusätzliche Fächer eingeführt werden, kann es nicht sein, dass die Zuweisung an Finanzmitteln gleich bleibt", kommentiert der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann dieses Missverhältnis. "Es darf nicht sein, dass schulische Fördervereine die entstehenden Lücken schließen müssen, zumal nicht jede Schule auf einen solchen zugreifen kann. Dass die Eltern einspringen müssen, ist nicht im Sinne des Lernmittelfreiheitsgesetzes."
In vier Wochen beginnt in Köln die Didacta, die mit vielen interessanten Angeboten lockt. Die Schulen wären mit ihren Lernmitteln gern auf dem neusten Stand. Mit einem alten Budget lässt sich das aber nicht machen.
Bezirk Südbaden, 02.02.2010 Je nach Gebiet und Schulart gleicht die Besetzung von Schulleitungsstellen (Rektoren- und Konrektorenstellen) in Baden-Württemberg wahlweise einem Verschiebebahnhof oder der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Grundsätzlich, so stellt die Leiterin des Referats "Schulleitung" im Verband Bildung und Erziehung (VBE) Südbaden, Amanda Kanstinger (Kenzingen), fest, gelte bisher und weiterhin, dass das Schulleitungsamt nicht nur von der Bezahlung her unattraktiv ist.
Dies erkläre, warum sich auf Stellen teilweise niemand, auf jeden Fall aber zu wenige qualifizierte Kandidaten bewerben. "Durch die Einführung der A13-Beförderung für Hauptschullehrkräfte sind insbesondere Konrektorenstellen in diesen Bereichen recht unattraktiv geworden", weiß die Referatsleiterin. "Bei gleicher Bezahlung wie beförderte Hauptschullehrkräfte haben Konrektoren mehr Arbeit und vor allem auch mehr Verantwortung." Wer wollte da noch ein solches Amt anstreben?" fragt Kanstinger. Ein attraktives Schulleitungsamt erfordere ausreichende Leitungszeit, angemessene Alimentation und das Zur-Seite-Stellen von Verwaltungspersonal.
Ganz andere Probleme wird es nach VBE-Ansicht im Gebiet der neu gebildeten Werkrealschulen geben. Waren es auch bisher in diesem Bereich zu wenig Bewerbungen für Schulleitungsstellen, so werden selbige im Zuge der Neustrukturierung bewusst ausgedünnt. Der VBE sieht die Gefahr, dass bereits in Amt und Würden befindliche Schulleiter zunächst teilweise "geparkt" werden, um sie dann unter Umständen an Schularten einzusetzen, die sie zu leiten gar nicht angestrebt haben.
Der VBE appelliert an Schulverwaltung und Politik, zum kommenden Schuljahr verträgliche Regelungen zu finden, die die Schulleitungen nicht mit Aufgaben konfrontiere, die die Motivation der Amtsinhaber dämpfe. Nur wer mit Freude zur Schule gehe -und das gilt auch für Schulleitungen- könne auf andere Freude ausstrahlen. Dies allerdings sei eine Grundbedingung für erfolgreiches Lernen.
Dies erkläre, warum sich auf Stellen teilweise niemand, auf jeden Fall aber zu wenige qualifizierte Kandidaten bewerben. "Durch die Einführung der A13-Beförderung für Hauptschullehrkräfte sind insbesondere Konrektorenstellen in diesen Bereichen recht unattraktiv geworden", weiß die Referatsleiterin. "Bei gleicher Bezahlung wie beförderte Hauptschullehrkräfte haben Konrektoren mehr Arbeit und vor allem auch mehr Verantwortung." Wer wollte da noch ein solches Amt anstreben?" fragt Kanstinger. Ein attraktives Schulleitungsamt erfordere ausreichende Leitungszeit, angemessene Alimentation und das Zur-Seite-Stellen von Verwaltungspersonal.
Ganz andere Probleme wird es nach VBE-Ansicht im Gebiet der neu gebildeten Werkrealschulen geben. Waren es auch bisher in diesem Bereich zu wenig Bewerbungen für Schulleitungsstellen, so werden selbige im Zuge der Neustrukturierung bewusst ausgedünnt. Der VBE sieht die Gefahr, dass bereits in Amt und Würden befindliche Schulleiter zunächst teilweise "geparkt" werden, um sie dann unter Umständen an Schularten einzusetzen, die sie zu leiten gar nicht angestrebt haben.
Der VBE appelliert an Schulverwaltung und Politik, zum kommenden Schuljahr verträgliche Regelungen zu finden, die die Schulleitungen nicht mit Aufgaben konfrontiere, die die Motivation der Amtsinhaber dämpfe. Nur wer mit Freude zur Schule gehe -und das gilt auch für Schulleitungen- könne auf andere Freude ausstrahlen. Dies allerdings sei eine Grundbedingung für erfolgreiches Lernen.
Berlin, 01.02.2010 "Es ist ein richtiger Schritt in Richtung nationaler Bildungsstrategie, dass Bund und Länder die Bildungsforschung mit vereinten Kräften voranbringen wollen", erklärt VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann zur heutigen Vereinbarung zwischen Bundesbildungsministerin Annette Schavan und KMK-Präsident Ludwig Spaenle über die Schaffung eines PISA-Verbunds und die Weiterführung der nationalen Bildungsberichte.
"Der VBE sieht nur eine Chance für die Bildungsrepublik, wenn der Kulturföderalismus sich gegen Kleinstaaterei durchsetzt", so Beckmann. "Die Aufwertung der PISA-Studien und die Sicherung der nationalen Bildungsberichterstattung müssen allerdings auch dazu führen, die Lehr- und Lernbedingungen an den Bildungseinrichtungen gezielt zu verbessern", sagt Beckmann. "Diagnose muss zu gesicherter Therapie führen."
"Der VBE sieht nur eine Chance für die Bildungsrepublik, wenn der Kulturföderalismus sich gegen Kleinstaaterei durchsetzt", so Beckmann. "Die Aufwertung der PISA-Studien und die Sicherung der nationalen Bildungsberichterstattung müssen allerdings auch dazu führen, die Lehr- und Lernbedingungen an den Bildungseinrichtungen gezielt zu verbessern", sagt Beckmann. "Diagnose muss zu gesicherter Therapie führen."

