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Redaktion 05.03.2010
Düsseldorf, 05.03.2010 Viele Fragen brennen Abiturienten auf den Nägeln: Soll ich überhaupt studieren - und wenn ja, was? Wie bekomme ich meinen Wunschstudienplatz und wie soll ich mein Studium finanzieren? Hilfestellung finden Studieninteressierte in Nordrhein-Westfalen ab sofort im StudiNavi NRW - übersichtlich und auf einen Klick. Das neue Online-Angebot informiert umfassend über die nordrhein-westfälischen Hochschulen, Studienfächer, Abschlüsse, Studienfinanzierung und weitere Beratungsangebote.

"Nach wie vor ist ein Studium die beste Voraussetzung für ein erfolgreiches Berufsleben", sagte NRW-Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart. "Damit Schulabgänger im großen Studienangebot das Richtige für sich finden, brauchen sie gute Orientierungsangebote."

Christiane Schönefeld, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit, ergänzt: "Wir wollen junge Menschen von Anfang an auf dem Weg zum Studium begleiten. Wo sich - wie auch in NRW - der Wandel zur Wissensgesellschaft beschleunigt, werden künftig deutlich mehr hoch qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gebraucht. Und noch immer ist ein abgeschlossenes Studium eine gute ,Arbeitslosenversicherung'. Akademiker finden deutlich schneller einen Arbeitsplatz, sind seltener arbeitslos und verdienen in der Regel überdurchschnittlich gut."

Der StudiNavi NRW ist ein weiterer Baustein der Informationsoffensive "Hochschule ist Zukunft". Partner der Offensive, die jungen Menschen den Weg an die Hochschule erleichtern will, sind neben Innovationsministerium und Arbeitsagenturen in Nordrhein-Westfalen die Hochschulen des Landes. Mit einem täglich aktuellen Informations- und Themenservice, einem wöchentlichen Newsletter, einem monatlichen E-Journal und nun dem StudiNavi NRW hat "Hochschule ist Zukunft" ein Informationsangebot geschnürt, das Studieninteressierte regelmäßig auf dem Laufenden hält.

www.studinavi-nrw.de
www.hochschule-ist-zukunft.de
Redaktion 24.02.2010
Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung
Berlin, 24.02.2010(hib/KTK/LEU) Studierende aus nicht-akademischen Elternhäusern nehmen öfter als früher ein Studium auf. Das geht aus einer Studie des Hochschulinformationssystems (HIS) hervor, das im Auftrag des Bundesbildungsministeriums durchgeführt wurde. Ihre Ergebnisse stellten am Mittwochvormittag HIS-Geschäftsführer Martin Leitner und HIS-Studierendenforscher Christoph Heine im Bildungsausschuss vor.

Die Daten für die Studie wurden Ende 2008 erhoben, aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor. Für die Studie befragte HIS Schüler mit Abitur oder Fachabitur ein halbes Jahr nach ihrem Schulabschluss. Zu diesem Zeitpunkt hatten 66 Prozent der Frauen und 78 Prozent der Männer bereits ein Studium aufgenommen oder die feste Absicht, dies zu tun. Die Studierquote für beide Geschlechter lag somit bei 72 Prozent. Zwei Jahre vorher hatte die Quote bei 68 Prozent gelegen. Allerdings wies Heine darauf hin, dass Studierende, die in Baden-Württemberg an Dualen Hochschulen mit Praxisphasen bei Unternehmen lernen, erst seit 2008 in die Statistik einbezogen würden. Ohne diesen Effekt würde die Studierendenquote für 2008 bei 69 Prozent liegen.

Auch der Einfluss der Bildungsherkunft auf die Studienaufnahme wurde erhoben: In Familien, in denen mindestens ein Elternteil Akademiker ist, entscheiden sich 78 Prozent der Schulabsolventen mit Hochschulzugang für ein Studium. In Nicht-Akademiker-Familien sind es 65 Prozent. Zwei Jahre vorher, 2006, waren es 59 Prozent gewesen, in Akademiker-Familien 75 Prozent. Die SPD-Fraktion kritisierte, dass in der Studie nicht eindeutig ausgewiesen werde, welche Wirkung die veränderten Erhebungsmethoden hätten: Durch die Einbeziehung der Dualen Hochschulen steige die Gesamtzahl der Studierenden statistisch an.

Wenn Schulabsolventen sich gegen ein Studium entscheiden, liegt das in der subjektiven Wahrnehmung vor allem an finanziellen Gründen. 76 Prozent der Befragten gaben an, ihnen fehlten die finanziellen Möglichkeiten für ein Studium. 79 Prozent äußerten den Wunsch, möglichst bald selber Geld zu verdienen. 69 Prozent sagten, die Studiengebühren überstiegen die finanziellen Möglichkeiten.

Der Ausschuss beschäftigte sich außerdem mit der Hochschulstatistik des Statistisches Bundesamtes. Laut Heinz-Werner Hetmeier, dem Leiter der Forschungsgruppe Bildung, nahmen zum Wintersemester 2009/2010 etwa 423.000 Studierende ein Erststudium an einer deutschen Universität auf. Das entspricht einer Studienanfängerquote an der gesamten Altersgruppe von 43 Prozent und stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozentpunkte. Durchschnittlich nahmen die Studierendenzahlen um 6,7 Prozent zu. In den sechs Bundesländern, in denen Studiengebühren verlangt werden, betrug der Zuwachs sogar 7,6 Prozent.

Die CDU/CSU-Fraktion begrüßte, dass vermehrt auch Hochschulabsolventen aus Nicht-Akademiker-Familien ein Studium aufnähmen. Sie äußerte die Hoffnung, dass die geplante Einführung eines monatlichen Stipendiums für leistungsstarke Studenten in Höhe von 300 Euro eine weitere Unterstützung darstellen könne. Die SPD-Fraktion kritisierte, dass die Auswirkungen der veränderten Erhebung (Einbeziehung der Dualen Hochschulen) auf die Zahlen nicht ausgewiesen würden. Die FDP-Fraktion forderte eine qualitativ hochwertige Studienberatung, um den Studierenden wohlüberlegte Entscheidungen zu ermöglichen. Die Fraktion Die Linke betonte, dass finanzielle Gründe in vielen Fällen wesentlich seien, wenn Schulabsolventen sich gegen ein Studium entschieden. Schließlich betonten die Grünen die Notwendigkeit, die Auswirkungen von Studiengebühren auch längerfristig zu beobachten.
Redaktion 07.01.2010
Berlin, 06.01.2010 (hib/ELA/BOB) Bereits zum Wintersemester 2010/2011 könnten die ersten Studierenden mit dem neuen von der Bundesregierung geplanten nationalen Stipendienprogramm gefördert werden. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung (17/249 auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen (17/87)f über die Ausgestaltung des Programms hervor. Rund 150 Millionen Euro Kosten entfielen jährlich auf den Bund in der Ausbaustufe des neuen Programms, schätzt die Regierung und bezieht die genannte Summe auf die Förderung von acht Prozent der Studierenden. "Auf Basis des laufenden Haushaltsplanes leistet der Bund in diesem Jahr Ausgaben für die Begabtenförderung junger Menschen in Schule, Hochschule und Beruf in Höhe von 163,8 Millionen Euro", heißt es in der Antwort, die noch in 2009 verfasst wurde.

Die Regierung verweist an vielen Stellen auf das bereits existierende, von Privaten und Land gemeinsam finanzierte Stipendiensystem in Nordrhein-Westfalen, das zum Wintersemester 2009/10 gestartet wurde. Erste Ergebnisse dieses Programms zeigten, dass auch in strukturschwachen Regionen etliche Hochschulen bei der Einwerbung von Stipendienmitteln "sehr erfolgreich waren", heißt es in der Antwort. Zudem zeige das Beispiel NRW, dass das Akquirieren von Spendenmitteln auch in Zeiten der gegenwärtigen Wirtschaftskrise "erfolgreich gestaltet werden kann". Die vorgesehene Beteiligung der Wirtschaft in Höhe von 50 Prozent der Kosten hält die Bundesregierung "für realistisch". Das Programm wende sich neben der Wirtschaft auch an andere nicht staatliche Akteure wie zum Beispiel Stiftungen, Verbände, Privatpersonen. "Die Erfahrungen des Landes Nordrhein-Westfalen mit dem dortigen Stipendienprogramm zeigen, dass die Struktur der Stipendiengeberschaft sehr heterogen ist", heißt es weiter. Zudem zeige sich in NRW, dass "mehr als ein Drittel der hierfür eingeworbenen Stipendien (38 Prozent) nicht an bestimmte Fachbereiche oder Studiengänge gebunden wurden".

Die Stipendien sollten nach Leistung einkommensunabhängig vergeben werden, schreibt die Regierung: "Die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten soll in der Verantwortung der Hochschulen liegen." Die Auswahlverfahren müssten unabhängig und transparent sein. Zielgruppe seien Studierende, deren bisheriger Werdegang herausragende Leistungen im Studium erwarten lasse. "Dies ermöglicht es, beim Leistungsvergleich an weitere Kriterien anzuknüpfen", heißt es in der Antwort, "z.B. die Förderung von Studierenden mit Migrationshintergrund oder die Berücksichtigung sozialer Belange."

Redaktion 10.12.2009
Bildungsgewerkschaft zur Beratung der Kultusministerkonferenz und "Bildungsstreik"-Aktivitäten
Bonn/Frankfurt a.M., 10.12.2009 Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat begrüßt, dass die Kultusministerkonferenz (KMK) während ihrer heutigen Sitzung in Bonn Korrekturen an den Bologna-Reformen beschließen will. Darüber hinaus hat die Bildungsgewerkschaft die KMK aufgefordert, weitergehende Maßnahmen zu ergreifen. "Die KMK muss jetzt den freien Zugang zum Masterstudium für alle sichern: Jede Absolventin, jeder Absolvent eines Bachelor-Studiengangs muss einen Rechtsanspruch auf Zulassung zu einem weiterführenden Masterstudiengang erhalten", erklärte das für Hochschulen verantwortliche GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller in Bonn. Er nahm an der Protestkundgebung teil und warb bei demonstrierenden Studentinnen und Studenten für ein Bündnis der Studierenden und Lehrenden.

Um den "freien Zugang zum Master für alle" zu verwirklichen, müssten die Länder an zwei Punkten ansetzen. "Zum einen muss die KMK die Vorgabe, dass Studierende für die Aufnahme eines Masterstudiums besondere Zulassungsvoraussetzungen erfüllen müssen, ersatzlos aus ihren 'Strukturvorgaben für Bachelor- und Masterstudiengänge' streichen. Weder Quote noch Note darf den Zugang zum Masterstudium beschränken", forderte Keller. "Zum anderen müssen die Länder sicherstellen, dass für die heutige Generation der Bachelor-Studierenden morgen ausreichend Masterstudienplätze mit best möglichen Studienbedingungen zur Verfügung stehen. Die Länder müssen deutlich mehr Dozentinnen und Dozenten einstellen, um mehr Studierende auszubilden und besser zu betreuen", sagte Keller. Um schnell zu einem spürbaren Ausbau der Hochschulen zu kommen, unterstütze die GEW die Forderung nach einem neuen Hochschulsonderprogramm von Bund und Ländern.

"Studierende und Lehrende leiden gemeinsam unter der Verdichtung der Studiengänge, den Prüfungslasten und dem zu hohen 'Workload'. Sie sollten sich gemeinsam für einen Kurswechsel im Bologna-Prozess einsetzen!" Dazu rief Keller die Teilnehmer der Protestkundgebung auf. Er betonte, dass die in der GEW organisierten Hochschullehrkräfte, wissenschaftlichen Mitarbeiter, Lehrkräfte und Lehrbeauftragten an der Seite der Studierenden stünden. "Dass nach der Bundesbildungsministerin und der Hochschulrektorenkonferenz nun auch der Akkreditierungsrat und die KMK Zugeständnisse machen, ist ein erster Teilerfolg der von der GEW unterstützten Bildungsproteste", bilanzierte der Hochschulexperte.

Redaktion 10.12.2009
Minister Hartmann neues Kuratoriumsmitglied der StudienStiftungSaar - Die StudienStiftungSaar will bald Stipendien an besonders talentierte Studierende vergeben.
Saarbrücken, 10.12.2009 Im atrium – Haus der Wirtschaftsförderung ist das Kuratorium zusammengetreten, um in seiner zweiten Sitzung über entsprechende Förderkonzepte zu beraten. "Wir wollen besonders begabte Saarländer fördern und kluge Köpfe in unser Bundesland locken – davon profitiert der Standort Saarland. Das Saarland ist das zweite Bundesland, das diesen Weg einschlägt, und hat damit eine Vorreiterrolle", so Dr. Christoph Hartmann, Minister für Wirtschaft und Wissenschaft. Hartmann ist neues Kuratoriumsmitglied und hat zum ersten Mal an einer Sitzung teilgenommen. "Es ist wichtig, dass wir die Talente, die die Stiftung fördert, langfristig ans Saarland binden. Hochqualifizierte Arbeitskräfte sind eine wichtige Ressource für unsere Wirtschaft."

Die StudienStiftungSaar wurde im Sommer 2009 ins Leben gerufen. Vorsitzender des Kuratoriums ist der ehemalige Ministerpräsident Reinhard Klimmt. Weitere Kuratoriumsmitglieder sind Dr. Christoph Hartmann, Minister für Wirtschaft und Wissenschaft, Minister außer Dienst Professor Wolfgang Knies, die Unternehmerin Professor Silvia Martin, Mitglied des Landtages außer Dienst Kurt Schoenen, der Berliner Soziologe Dr. Ulrich Schreiterer und der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmannstiftung, Dr. Gunter Thielen.

Das Saarland als Stifter hat die StudienStiftungSaar mit einem Startkapital in Höhe von sechs Millionen Euro ausgestattet.

Redaktion 26.11.2009
Bielefeld, 26.11.2009 Der seit 2007 wieder zu verzeichnende Anstieg der Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) setzt sich auch 2008 fort. Hierbei sind insbesondere die Ingenieurwissenschaften ausschlaggebend. So sind von den 97.784 Studierenden im ersten Fachsemester der Ingenieurwissenschaften mittlerweile 21.373 weiblich. Somit haben sich 16, 3 % mehr Frauen als im letzten Jahr für ein Ingenieurstudium entschieden. Im Vergleich dazu liegt die Steigerungsquote der Männer bei 12,6 %. Die Steigerungsrate von insgesamt 13,4 % ist also den Frauen zu verdanken.

In den einzelnen Fachbereichen zeigt sich das noch deutlicher. So gibt es in 2008 19, 8 % mehr Studienanfängerinnen und Studienanfänger im Bauingenieurwesen als im letzten Jahr. Ausschlaggebend für diesen Zuwachs sind 27, 8 % mehr Studienanfängerinnen als 2007. Im Vergleich dazu starteten nur 17 % mehr Männer ein Bauingenieurstudium. Ganz vorne liegt auch der Maschinenbau. Mit über 1.000 Studienanfängerinnen mehr als im letzten Jahr, ist dies der stärkste Anstieg in absoluten Zahlen.

Ein klares Argument für eine verstärkte Wahl technischer Studienfächer seitens der Frauen liefern die sinkenden Arbeitslosenzahlen, die bei den Ingenieurinnen trotz der niedrigeren Ausgangszahlen immer höher lagen als bei den Männern. Dieser Abstand hat sich rapide verringert. Die Arbeitslosenquote von Ingenieurinnen, die in den letzten Jahren immer um die 20 % lag, liegt 2008 nur noch bei 6,8 %. Solche positiven Signale seitens des Arbeitsmarktes sind wichtig, um Frauen zu zeigen, welche Chancen und Berufsperspektiven sie in den technischen Berufen haben.

In den Naturwissenschaften sieht das Bild anders aus. Während in der Physik, der Mathematik und der Chemie die Anteile der Frauen nicht so stark gestiegen sind, wie die der Männer, zeigt sich in der Informatik ein ähnlicher Trend wie in den Ingenieurwissenschaften. 21 % mehr Studienanfängerinnen als im letzten Jahr lassen die Gesamtzahl der Studienanfängerinnen und -anfänger um insgesamt 11, 3 % steigen.

Diesen positiven Trend weiter zu verstärken ist jetzt wichtig. Angesichts der sehr differenzierten Entwicklung muss genau überprüft werden, welche Maßnahmen sinnvoll sind, um gezielt in den Bereichen anzusetzen, in denen Frauen nach wie vor unterrepräsentiert sind. Denn jetzt zeigen die gemeinsamen Anstrengungen Erfolge. Die Website des Nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen www.komm-mach-mint.de bietet einen Überblick über erfolgreiche Maßnahmen. An die 600 Projekte sind auf der Projektlandkarte verzeichnet, mit denen bislang über 55.000 Frauen erreicht wurden. Nur durch gezieltes Handeln kann dem Mangel an weiblichen Fachkräften nachhaltig entgegengewirkt werden.

Detailliertere Zahlen und speziell aufbereitetes Datenmaterial werden auf www.komm-mach-mint.de/Startseite/Daten-Fakten/MINT-Studium/2008 zur Verfügung gestellt. Im Fokus stehen dabei Studienanfängerinnen und Studienanfänger sowie Absolventinnen und Absolventen aus ausgewählten MINT-Bereichen.

"Komm, mach MINT." - der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien soll das Bild der MINT-Berufe in der Gesellschaft verändern, junge Frauen für naturwissenschaftliche und technische Studiengänge begeistern sowie Hochschulabsolventinnen für Karrieren in der Wirtschaft gewinnen. "Komm, mach MINT." ist Bestandteil der Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung "Aufstieg durch Bildung".
Redaktion 13.11.2009
GEW solidarisch mit den Studenten-Protest
Hamburg, 13.11.2009 Klaus Bullan, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft: "In Hamburg und bundesweit an mehr als 20 Universitäten halten Studierende Hörsäle und andere Universitätsgebäude besetzt.

Das Bildungssystem wird seit Jahren auf finanzielle Rendite getrimmt, Lernen ist zunehmend dem Diktat des Marktes unterworfen, der Zugang zu Hochschulen wird unter anderem durch die Einführung von Studiengebühren wieder zur sozialen Frage. Auch die prekären und mitunter ausbeuterischen Beschäftigungsverhältnisse von akademischen Nachwuchskräften an Hochschulen sind ein Skandal. Die GEW teilt vor diesem Hintergrund die Kritik der Studierenden an der Ökonomisierung des Bildungssystems, an Master/Bachelor-Studiengängen sowie an undemokratischen Entscheidungsstrukturen innerhalb der Hochschulen und unterstützt ihre Forderungen nach Abschaffung der Studiengebühren und nach einer bedarfsgerechten Finanzierung von Hochschulen. "

Redaktion 13.11.2009
Bonn, 13.11.2009 Anlässlich der Studierendenproteste in Deutschland sagte die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Margret Wintermantel heute in Bonn:

"Es ist richtig, dass die Studierenden sich zu Wort melden und deutlich machen, dass ihre Studienbedingungen besser werden müssen und mehr für ihre soziale Sicherung getan werden muss. Die HRK engagiert sich als Stimme der Hochschulen beständig in diesen Fragen. Die Protestaktionen sind ein deutlicher Indikator dafür, dass politisches Handeln gefordert ist. Wir brauchen mehr Personal in der Lehre, um die Qualität des Studiums zu halten und zu verbessern. Studierendenzentrierte Lehre, wie sie in der Bologna-Reform gemeint ist, erfordert kleinere Seminare, in denen das Gespräch und der Austausch zwischen Lehrenden und Lernenden möglich ist. Seit langem wissen wir aus Berechnungen des Wissenschaftsrats, dass die Studienreform 15 Prozent mehr finanzielle Mittel für die Lehre erfordert.

Wir sollten durchaus anerkennen, dass die Politik gerade in den letzten Wochen wichtige Voraussetzungen zugunsten der Bildung und damit auch von Verbesserungen der Studienbedingungen geschaffen hat. Aufgrund der Bedeutung und der Größe der Aufgaben muss es jetzt ein gemeinsames nationales Handeln geben.

Es gibt keinen Anlass, die Bologna-Reform in Bausch und Bogen abzulehnen. Wir wissen aus den bisher vorliegenden Studien beispielsweise, dass der Arbeitsmarkt für Bachelorabsolventinnen und -absolventen sich gut entwickelt. Es besteht kein Anlass für Panikmache, was die beruflichen Perspektiven angeht.

Die Sympathien sind auf Seite der Protestierenden, solange sie vernünftige Formen des Protests wählen und sachlich argumentieren. Frontalangriffe auf die Professorenschaft, ideologisch gefärbte Thesen wie der Vorwurf der Ökonomisierung der Hochschulen dagegen machen unglaubwürdig. Wir wünschen uns einen offenen Dialog in den Hochschulen und in den Foren der HRK. Es gibt unbestritten an etlichen Stellen Nachbesserungsbedarf bei der Studienreform. Das sollten alle Beteiligten gemeinsam angehen."

Redaktion 29.10.2009
Wiesbaden, 29.10.2009 Ausländische Hochschulen werden bei deutschen Studierenden immer beliebter. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren im Jahr 2007 etwa 90 000 deutsche Studierende an ausländischen Hochschulen eingeschrieben, 8% oder 6 700 Studierende mehr als 2006. Dies ist unter anderem auf einen starken Anstieg der Zahl der deutschen Studierenden in den Niederlanden, in Österreich und in der Schweiz zurückzuführen.

Die Bereitschaft der deutschen Studierenden zu Studienaufhalten im Ausland ist in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gestiegen. Während 1997 auf 1 000 deutsche Studierende an inländischen Hochschulen noch 27 deutsche Studierende an Hochschulen im Ausland kamen, waren es 2007 bereits 53.

Die drei beliebtesten Zielländer waren 2007 die Niederlande mit 18,3% aller deutschen Studierenden im Ausland, Österreich mit 16,4% und das Vereinigte Königreich mit 12,9%. Es folgten die Schweiz (10,9%), die Vereinigten Staaten (9,9%) und Frankreich (7,5%). Diese sechs Länder zusammen nahmen damit drei Viertel der im Ausland studierenden Deutschen auf.

Die Verteilung der deutschen Studierenden im Ausland nach Fächergruppen unterscheidet sich in den Zielländern erheblich. Zum Beispiel sind in den Niederlanden 47% und im Vereinigten Königreich 46% aller deutschen Studierenden in der Fächergruppe "Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften" eingeschrieben, während in Frankreich rund 45% aller deutschen Studierenden in der Fächergruppe "Sprach- und Kulturwissenschaften, Sport" studieren. Ungarn bildet insofern einen Sonderfall, als dort 72% der deutschen Studierenden in "Humanmedizin" immatrikuliert sind.

Aber auch die deutschen Hochschulen sind attraktiv für ausländische Studierende. Während im Wintersemester 1997/98 an deutschen Hochschulen rund 104 000 ausländische Studierende eingeschrieben waren, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erworben hatten, waren es im Wintersemester 2007/2008 knapp 178 000.

Erstmals wurden Daten über deutsche Absolventen im Ausland erhoben. Die meisten Absolventen verzeichnete im Jahr 2007 das Vereinigte Königreich mit 5 290, gefolgt von den Niederlanden mit 3 390 und der Schweiz mit 1 729.

Weitere Ergebnisse zu deutschen Studierenden an ausländischen Hochschulen enthält die heute veröffentlichte Broschüre "Deutsche Studierende im Ausland - Statistischer Überblick 1997 - 2007". Hierfür hat das Statistische Bundesamt Zahlen über Art und Umfang von Studienaufenthalten deutscher Studierender an Hochschulen im Ausland zusammengestellt. Die Daten stammen aus einer Umfrage von Destatis bei den für Bildungsstatistik zuständigen Institutionen der Zielländer sowie von Eurostat und der UNESCO.

Die Veröffentlichung ist über den Publikationsservice des Statistischen Bundesamtes (www.destatis.de/publikationen) als PDF-Datei zum kostenlosen Download zu beziehen.

Weitere Auskünfte gibt:
Udo Kleinegees,
Telefon: (0611) 75-2857,
E-Mail: bildungsstatistik@destatis.de
Redaktion 17.07.2009
Schavan: "Bessere Unterstützung der Auszubildenden zeigt Wirkung"
Berlin, 17.07.2009 "Wir wollen Ausbildungswilligen finanzielle Sorgen nehmen und ihnen die Entscheidung für bestmögliche Qualifizierung erleichtern. Deshalb haben wir im vergangenen Jahr die Bedarfssätze und Freibeträge beim BAföG angehoben", sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan anlässlich der am Donnerstag bekannt gewordenen BAföG-Daten des Statistischen Bundesamts für 2008. "Die Ergebnisse sprechen für sich: Die Zahl der BAföG-Empfänger ist wieder im Aufwind und wird noch weiter wachsen."

Im Jahr 2008 erhielten rund 822 000 Schüler und Studierende in Deutschland Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Sie konnten sich über Zuwächse ihrer Unterstützung mit BAföG um über sechs Prozent freuen. Der durchschnittliche Fördersatz wuchs in 2008 auf 321 Euro für Schüler (+20 Euro) und 398 Euro für Studierende (+23 Euro) an.

Die Höhe der Förderung hängt von der Ausbildungsstätte und der Unterbringung sowie vom Einkommen des Geförderten und der Eltern ab. Der Anteil derjenigen, die den Förderungshöchstsatz (für Studierende 648 Euro) erhalten, ist 2008 im Vergleich zu 2007 um rund zehn Prozent auf insgesamt 52 Prozent gewachsen, bei Schülern auf 68 Prozent und bei Studierenden auf 43 Prozent.

Bei der Auslandsförderung sind ebenfalls deutliche Verbesserungen erkennbar. Gegenüber dem Vorjahr gab es bei Auslandsaufenthalten in der EU einen Zuwachs um über 26 Prozent auf über 20 000 BAföG-Empfänger. Ähnlich spürbar ist die Entwicklung bei der Ausbildungsförderung von Nicht-Deutschen. Hier hat es 2008 eine Zunahme um über elf Prozent auf fast 47.000 Geförderte gegeben. Schließlich wird auch der neu eingeführte Kinderbetreuungszuschlag erkennbar angenommen: ihn bekamen bereits fast 30.000 BAföG-Empfänger.

Der Anstieg der BAföG-Leistungen und der Gefördertenzahlen ist auf das 22. BAföG-Änderungsgesetz zurückzuführen, das zum 1. August 2008 höhere Freibeträge und Bedarfssätze bewirkt hat. Da bis zu diesem Tag noch die niedrigeren Sätze und Einkommensgrenzen galten, ist für das Jahr 2009 ein weiterer kräftiger Anstieg der Gefördertenzahlen zu erwarten.


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