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Redaktion 27.01.2011
Hannover, 27.01.2011 In einer ersten Zwischenbilanz bewertet die stellvertretende Vorsitzende und schulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Frauke Heiligenstadt, den ersten Teil der öffentlichen Anhörung zum neuen Schulgesetz als "schlechten Tag für die Regierungsfraktionen von CDU und FDP".

"Durch die Anhörung im Kultusausschuss zieht sich wie ein roter Faden die Erkenntnis, dass die Oberschule keine Lösung für die vorhandenen Probleme bietet. Sie wirft im Gegenteil neue Fragen auf. Sie scheint auch nicht geeignet zu sein, den Schulkonsens in Niedersachsen herzustellen", berichtete Heiligenstadt am Rande der Anhörung als Zwischenbilanz des ersten Tages am Donnerstag in Hannover.

So habe der Landeselternrat die Oberschule als "überflüssig, unausgegoren und nicht konsensfähig" bezeichnet. "Selbst zustimmende Äußerungen zur Oberschule, wie sie beispielsweise der Landkreistag geäußert hat, sind nur vordergründig ein Kompliment für das von CDU und FDP vorgeschlagene Projekt", so die SPD-Schulexpertin. "Die einen verbinden mit ihrem Ja zur Oberschule die Forderung nach der Abschaffung der Fünfzügigkeit für neue Gesamtschulen. Andere stimmen der Oberschule nur unter der Bedingung zu, dass sie grundsätzlich über einen gymnasialen Zweig verfügt. Andere wiederum knüpfen ihre Zustimmung zur Oberschule daran, dass sie gerade keine Abituroption haben darf. Die neue Oberschule produziert eher Verwirrung", kritisierte Heiligenstadt. Die neue Schulform sei nicht geeignet, die zahlreichen, oft unterschiedlichen Wünsche und Bedürfnisse der Beteiligten auch nur im Ansatz zu erfüllen.

Die SPD-Kultuspolitikerin erwartet auch für die Fortsetzung der Anhörung am (morgigen) Freitag keine grundsätzlich andere Bewertung des Schulgesetzes der Regierungsfraktionen.

SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag
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Redaktion 22.11.2010
Erfurt, 22.11.2010 Thüringens Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christoph Matschie, wirbt heute in Halle (Saale) für das neue Thüringer Schulgesetz. "Thüringen etabliert die Thüringer Gemeinschaftsschule als eine gleichberechtigte Schulart", erklärt Matschie. Damit habe die Thüringer Landesregierung ein gutes Vorbild für mehr Bildungsgerechtigkeit geschaffen. Die Gemeinschaftsschule stehe für längeres gemeinsames Lernen bis mindestens zur achten Klasse und bestmögliche individuelle Förderung. Sie bringe moderne pädagogische Konzepte in den Schulalltag und setze damit einen wichtigen Impuls für eine neue Schulkultur.

Mit Blick auf das Thema der Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung "Herkunft = Zukunft?" macht der Minister deutlich, dass Herkunft nicht der entscheidende Faktor für die Zukunft eines Menschen sein dürfe. "Der schulische Erfolg muss von der sozialen Herkunft abgekoppelt werden. Noch sind Bildungschancen ungerecht verteilt. Die Ursache liegt in der frühen Trennung der Kinder in verschiedene Schullaufbahnen nach der vierten Klasse. Das wollen wir mit der Thüringer Gemeinschaftsschule überwinden. Ein entscheidender Schritt auf diesem Weg ist das neue Thüringer Schulgesetz", so Matschie.

Weitere Informationen zur Thüringer Gemeinschaftsschule unter: www.thueringer-gemeinschaftsschule.de.
Redaktion 17.11.2010
Düsseldorf, 17.11.2010 Mit der Genehmigung der Gemeinschaftsschule Ascheberg sichert Schulministerin Sylvia Löhrmann einen ländlichen Schulstandort, aber sie opfert die Bildungsqualität. Wie nicht anders zu erwarten, wird die Ascheberger Schule durchgängig integrativ arbeiten. Differenzierte Bildungsgänge gibt es nicht mehr.

Weil man aber offenbar dem voll-integrativen Weg doch nicht so ganz traut, folgt in Klasse 9 und 10 eine Aufteilung in zwei Leistungsstufen. "Differenzierung gibt es an der Gemeinschaftsschule Ascheberg damit nur noch in Rudimenten. Das Leistungsvermögen in solch heterogenen Klassen wird extrem unterschiedlich sein. Dies wird auf Kosten der Bildungsqualität gehen", erklärt lehrer nrw-Vorsitzende Brigitte Balbach. "Wie unter diesen Umständen die geforderten gymnasialen Standards eingehalten werden sollen, ist und bleibt schleierhaft."

Die Aufteilung in homogene Lerngruppen, wie sie differenzierte Systeme vorsehen, ermöglicht eine optimale individuelle Förderung. Darum hat zum Beispiel die Realschule einen sehr hohen Stellenwert bei Eltern, Schülern und bei den späteren Arbeitgebern in Wirtschaft, Verwaltung, Handwerk und Industrie. Integrative Systeme haben in Deutschland bisher noch nicht den Beweis erbracht, differenzierten Systemen überlegen zu sein. Ab dem kommenden Schuljahr müssen sich die schillernden Verheißungen der Gemeinschaftsschule auf Praxistauglichkeit prüfen lassen. Die Eltern, die sich von der Aussicht auf das Abitur für ihre Kinder haben locken lassen, werden sehr genau hinsehen müssen. "Es bleibt abzuwarten, ob die Gemeinschaftsschule – ob in Ascheberg oder anderswo – hält, was sie verspricht. Insofern ist noch nicht aller Tage Abend", so Balbach.

17.11.2010

Jochen Smets, Pressesprecher

Bei Rückfragen steht Ihnen die Vorsitzende von lehrer nrw, Brigitte Balbach, zur Verfügung: Tel. 0211/1640971 oder mobil 0172/9018766.


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