München, 03.06.2011 "Mit dem Eintritt des doppelten Abiturientenjahrgangs im Jahr 2009 in die Oberstufe haben wir mit einem engmaschigen Monitoring begonnen, damit wir die Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg zum Abitur begleiten können. Seitdem wurden regelmäßig Rückmeldungen eingeholt, um rasch auf Entwicklungen reagieren zu können," betont Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle.
Dieses Verfahren wurde wie angekündigt fortgeführt. Für ein Bestehen der Abiturprüfung des ersten G8-Jahrgangs gelten somit folgende Regelungen: Ein Abiturient muss von seinen fünf Abiturprüfungsfächern mindestens drei mit fünf Punkten bestehen, davon muss eines ein Grundlagenfach - Deutsch, Mathematik, Fremdsprache - sein. Für diese drei Fächer gilt: Der Schüler muss einmal die Note 4 und einmal die Note 4- erreichen. Diese Regelung steht im Einklang mit den KMK-Vorgaben, die Notenvergabe bleibt ebenso wie die Korrektur völlig unberührt.
Diese Entscheidung erfolgte auf der Basis vorliegender Rückmeldungen von Schulen und nach Gesprächen mit Lehrkräften, Schulleitern, sowie Vertretern von Lehrer- und Elternverbänden.
Das Monitoring hat sich zur Feinsteuerung bewährt und wird bis zur Übergabe der Abiturzeugnisse an die jungen Menschen fortgeführt. Kultusminister Spaenle: "Es ist uns wichtig, zum Wohle unserer Schülerinnen und Schüler bestehende Spielräume flexibel und verantwortungsbewusst zu gestalten - auch in der aktuellen Prüfungsphase."
Für die noch laufenden Kolloquiumsprüfungen in dieser Woche und für die Ergänzungsprüfungen zur Notenverbesserung in der nächsten Woche wünscht Kultusminister Dr. Spaenle allen Schülern viel Erfolg. "Ich danke den Lehrkräften, Oberstufenkoordinatoren und Schulleitungen ausdrücklich für ihr besonderes Engagement angesichts der hohen Anforderungen durch die beiden Abiturprüfungen 2011," so der Minister abschließend.
Dieses Verfahren wurde wie angekündigt fortgeführt. Für ein Bestehen der Abiturprüfung des ersten G8-Jahrgangs gelten somit folgende Regelungen: Ein Abiturient muss von seinen fünf Abiturprüfungsfächern mindestens drei mit fünf Punkten bestehen, davon muss eines ein Grundlagenfach - Deutsch, Mathematik, Fremdsprache - sein. Für diese drei Fächer gilt: Der Schüler muss einmal die Note 4 und einmal die Note 4- erreichen. Diese Regelung steht im Einklang mit den KMK-Vorgaben, die Notenvergabe bleibt ebenso wie die Korrektur völlig unberührt.
Diese Entscheidung erfolgte auf der Basis vorliegender Rückmeldungen von Schulen und nach Gesprächen mit Lehrkräften, Schulleitern, sowie Vertretern von Lehrer- und Elternverbänden.
Das Monitoring hat sich zur Feinsteuerung bewährt und wird bis zur Übergabe der Abiturzeugnisse an die jungen Menschen fortgeführt. Kultusminister Spaenle: "Es ist uns wichtig, zum Wohle unserer Schülerinnen und Schüler bestehende Spielräume flexibel und verantwortungsbewusst zu gestalten - auch in der aktuellen Prüfungsphase."
Für die noch laufenden Kolloquiumsprüfungen in dieser Woche und für die Ergänzungsprüfungen zur Notenverbesserung in der nächsten Woche wünscht Kultusminister Dr. Spaenle allen Schülern viel Erfolg. "Ich danke den Lehrkräften, Oberstufenkoordinatoren und Schulleitungen ausdrücklich für ihr besonderes Engagement angesichts der hohen Anforderungen durch die beiden Abiturprüfungen 2011," so der Minister abschließend.
München, 03.06.2011 Die Landtagsgrünen haben von Kultusminister Spaenle umgehend Aufklärung über die nachträgliche Senkung der Prüfungsstandards für das erste G-8-Abitur gefordert. Hintergrund ist ein Schreiben des Ministers vom Mittwoch an die Schulleiterinnen und Schulleiter bayerischer Gymnasien.
Demnach brauchen die Schülerinnen und Schüler entgegen der ursprünglichen Regelung nicht mehr eine Mindestleistung von 5 Punkten in zwei der drei Kernfächer Deutsch, Mathematik und Fremdsprache. Das Abitur könne auch dann als bestanden gelten, wenn die Abiturienten nur in einem dieser drei Fächer fünf, in einem zweiten mindestens vier Punkte erzielt haben. "Wird hier aus politischen Gründen geschönt, um erneut die offenkundigen Schwächen des G 8 zu kaschieren?", fragt sich nun der schulpolitische Sprecher Thomas Gehring.
Der Vorstoß des Ministeriums in letzter Minute belege, dass sich die bayerische Regelung mit den drei Pflichtfächern nicht bewährt habe und zu viele Schülerinnen und Schüler an dieser Hürde zu scheitern drohten. "Die Anforderungen des G-8 Abiturs passen nicht zum Bildungsgang – sie sind einfach zu schwer für das, was die Schülerinnen und Schüler vorher im Unterricht an Vorbereitung erhalten," kritisiert Thomas Gehring. Der kurzfristige Versuch, an der Notenschraube zu drehen, könne deshalb nicht darüber hinwegtäuschen, dass das G 8 nach wie vor eklatante Schwächen habe: "Das G 8 bleibt ein Feldversuch und der erste Jahrgang darf sich wieder einmal als Versuchskaninchen missbraucht fühlen. Bis zum Schluss wird an der Versuchsanordnung herumgedoktert. Spaenle muss hier dem Landtag dringend Rede und Antwort stehen."
http://www.gruene-fraktion-bayern.de
Demnach brauchen die Schülerinnen und Schüler entgegen der ursprünglichen Regelung nicht mehr eine Mindestleistung von 5 Punkten in zwei der drei Kernfächer Deutsch, Mathematik und Fremdsprache. Das Abitur könne auch dann als bestanden gelten, wenn die Abiturienten nur in einem dieser drei Fächer fünf, in einem zweiten mindestens vier Punkte erzielt haben. "Wird hier aus politischen Gründen geschönt, um erneut die offenkundigen Schwächen des G 8 zu kaschieren?", fragt sich nun der schulpolitische Sprecher Thomas Gehring.
Der Vorstoß des Ministeriums in letzter Minute belege, dass sich die bayerische Regelung mit den drei Pflichtfächern nicht bewährt habe und zu viele Schülerinnen und Schüler an dieser Hürde zu scheitern drohten. "Die Anforderungen des G-8 Abiturs passen nicht zum Bildungsgang – sie sind einfach zu schwer für das, was die Schülerinnen und Schüler vorher im Unterricht an Vorbereitung erhalten," kritisiert Thomas Gehring. Der kurzfristige Versuch, an der Notenschraube zu drehen, könne deshalb nicht darüber hinwegtäuschen, dass das G 8 nach wie vor eklatante Schwächen habe: "Das G 8 bleibt ein Feldversuch und der erste Jahrgang darf sich wieder einmal als Versuchskaninchen missbraucht fühlen. Bis zum Schluss wird an der Versuchsanordnung herumgedoktert. Spaenle muss hier dem Landtag dringend Rede und Antwort stehen."
http://www.gruene-fraktion-bayern.de
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Nach 1. Staatsexamen Wechsel zwischen Lehramt Gymnasium und Lehramt Berufliche Schulen möglich - Bewerbung bis 31. März 2011
München, 16.03.2011 An den beruflichen Schulen besteht derzeit in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und Physik ein gewisser Lehrermangel. Im September 2011 wird daher insgesamt 24 Absolventen der Ersten Lehramtsprüfung des Lehramts an Gymnasien der Fächerverbindungen Deutsch/Englisch, Deutsch/Sozialkunde, Englisch/Sozialkunde sowie Mathematik/Physik ermöglicht, in den Vorbereitungsdienst für das Lehramt an beruflichen Schulen einzutreten.
MÜNCHEN. Das Angebot richtet sich an Absolventen mit einem hohen Bezug zur beruflichen Bildung (z.B. mit abgeschlossener Berufsausbildung).
Die Absolventen durchlaufen den regulären Vorbereitungsdienst des Lehramts an beruflichen Schulen an Seminar- und Einsatzschulen und werden für den Unterricht sowohl an der Berufsschule als auch an der Beruflichen Oberschule (Fachober- und Berufsoberschule) qualifiziert. Nach Abschluss der Zweiten Staatsprüfung erhalten diese die Befähigung für berufliche Schulen.
Aufgrund des Lehrermangels in den obigen Fächern kann von günstigen Einstellungsmöglichkeiten ausgegangen werden. Bei Übernahme in den staatlichen Schuldienst können die Bewerber bei Vorliegen der beamtenrechtlichen Voraussetzungen unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Probe zum Studienrat (Eingangsamt A 13) ernannt werden.
Die Bewerbungen sind bis spätestens 31. März 2011zu richten an:
Bayerisches Staatsministerium für
Unterricht und Kultus
Ref. VII.2
80327 München
Vorzulegen sind die vollständigen Anmeldeunterlagen zum Vorbereitungsdienst des Lehramts an beruflichen Schulen (Antragsformulare können angefordert werden bei birgit.maag@stmuk.bayern.de ), ein aussagekräftiges Bewerbungsschreiben sowie ggf. entsprechende Arbeits- oder Ausbildungsnachweise.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.km.bayern.de
MÜNCHEN. Das Angebot richtet sich an Absolventen mit einem hohen Bezug zur beruflichen Bildung (z.B. mit abgeschlossener Berufsausbildung).
Die Absolventen durchlaufen den regulären Vorbereitungsdienst des Lehramts an beruflichen Schulen an Seminar- und Einsatzschulen und werden für den Unterricht sowohl an der Berufsschule als auch an der Beruflichen Oberschule (Fachober- und Berufsoberschule) qualifiziert. Nach Abschluss der Zweiten Staatsprüfung erhalten diese die Befähigung für berufliche Schulen.
Aufgrund des Lehrermangels in den obigen Fächern kann von günstigen Einstellungsmöglichkeiten ausgegangen werden. Bei Übernahme in den staatlichen Schuldienst können die Bewerber bei Vorliegen der beamtenrechtlichen Voraussetzungen unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Probe zum Studienrat (Eingangsamt A 13) ernannt werden.
Die Bewerbungen sind bis spätestens 31. März 2011zu richten an:
Bayerisches Staatsministerium für
Unterricht und Kultus
Ref. VII.2
80327 München
Vorzulegen sind die vollständigen Anmeldeunterlagen zum Vorbereitungsdienst des Lehramts an beruflichen Schulen (Antragsformulare können angefordert werden bei birgit.maag@stmuk.bayern.de ), ein aussagekräftiges Bewerbungsschreiben sowie ggf. entsprechende Arbeits- oder Ausbildungsnachweise.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.km.bayern.de
Artikel:
Gymnasium hat umfassenden Bildungsauftrag: Studierfähigkeit, ganzheitliche Bildung und Persönlichkeitsentwicklung
München, 10.12.2010 Als "Benchmark für Bildungsqualität in Deutschland" bezeichnete heute Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle in München das bayerische Gymnasium bei der Eröffnung eines Symposiums. Rund 200 Hochschullehrer, Schulleiter, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Elternvertreter diskutieren heute in München auf Einladung des Bayerischen Kultusministeriums unter dem Leitwort "Bildungsauftrag, Qualitätsanspruch und Perspektiven" die Zukunft des Gymnasiums in Bayern.
Das Gymnasium sei der "Königsweg, aber nicht der einzige Weg zur Hochschulreife", so der Kultusminister. Über 15 Wege können Schülerinnen und Schüler in dem durchlässigen Bildungswesen in Bayern die Hochschulzugangsberechtigung erwerben. Der Weg über die Fach- und Berufsoberschule habe an Bedeutung für die Schülerinnen und Schüler in jüngster Zeit spürbar zugenommen und er weise ein "Leistungsniveau auf, dass sich sehen lassen kann". Besonderheit des Gymnasiums sei der durchgängige Bildungsweg für junge Menschen mit dem Anspruch auf eine vertiefte Allgemeinbildung und mit hohen kognitiven Anforderungen.
Jede Schulart im differenzierten bayerischen Bildungswesen habe ihren "eigenen Spirit", so der Minister. Das Gymnasium verfolgt für Dr. Spaenle das Ziel, junge Leute auf die allgemeine Hochschulreife vorzubereiten. Mit dieser ist für den Minister Studierfähigkeit, Bildung in einem ganzheitlichen Sinne mit stark kognitivem Ansatz sowie eine umfassende Persönlichkeitsbildung verbunden. Dabei spiele für die Zukunft die Frage der Stärkung der Profile eine wichtige Rolle, nannte der Minister Gymnasien mit Vorbildfunktion in Würzburg durch Kooperation mit Spitzenmusikern und in Gauting durch Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München. "Selbstverständlich gibt es auch für das Gymnasium konkrete Handlungsaufträge wie z. B. das Thema Leseförderung, die wir konsequent angehen", so der Minister. Auch die Förderung der besonders begabten jungen Leute werde weiterentwickelt.
Mit Hilfe eines umfassenden Monitoring und einer Prozesssteuerung werde das Ministerium auch weiterhin den Weg der Umsetzung des achtjährigen Gymnasiums an den Schulen aktiv begleiten. Dabei gehe es auch um die Frage der Belastung der Schülerinnen und Schüler. Die Schulfamilie habe sich bei der Einführung des achtjährigen Gymnasiums "nicht immer wohlgefühlt". Aber hier sei man auf einem guten Weg.
"Das differenzierte Schulwesen sichert die Teilhabe- und Chancengerechtigkeit für alle Schülerinnen und Schüler am besten, wenn die Durchlässigkeit und die individuelle Förderung als zweite Seite der selben Medaille sichergestellt ist", unterstrich Minister Spaenle. Den Begabungsschatz von jungen Menschen aus allen sozialen Schichten zu heben, beschrieb Minister als eine zentrale Aufgabe der Bildungspolitik. Soziale Startnachteile müssten kompensiert werden.
Prof. Dr. Manfred Prenzel, Dekan der School of Education der Technischen Universität München, warb dafür, die Bildungsressourcen bei jungen Menschen aus allen gesellschaftlichen Gruppen zu erschließen. Mit Blick auf die Anforderungen, die die Hochschulen an Studierende stellen, führte der Hochschullehrer aus: Die Hochschulen wünschen sich Abiturientinnen und Abiturienten mit einem Persönlichkeitsprofil, das sie befähigt Probleme konstruktiv zu lösen und selbstständig zu arbeiten. Sie sollten darüber hinaus natürlich auch "kognitiv gut" für das Studium vorbereitet sein.
Das Gymnasium sei der "Königsweg, aber nicht der einzige Weg zur Hochschulreife", so der Kultusminister. Über 15 Wege können Schülerinnen und Schüler in dem durchlässigen Bildungswesen in Bayern die Hochschulzugangsberechtigung erwerben. Der Weg über die Fach- und Berufsoberschule habe an Bedeutung für die Schülerinnen und Schüler in jüngster Zeit spürbar zugenommen und er weise ein "Leistungsniveau auf, dass sich sehen lassen kann". Besonderheit des Gymnasiums sei der durchgängige Bildungsweg für junge Menschen mit dem Anspruch auf eine vertiefte Allgemeinbildung und mit hohen kognitiven Anforderungen.
Jede Schulart im differenzierten bayerischen Bildungswesen habe ihren "eigenen Spirit", so der Minister. Das Gymnasium verfolgt für Dr. Spaenle das Ziel, junge Leute auf die allgemeine Hochschulreife vorzubereiten. Mit dieser ist für den Minister Studierfähigkeit, Bildung in einem ganzheitlichen Sinne mit stark kognitivem Ansatz sowie eine umfassende Persönlichkeitsbildung verbunden. Dabei spiele für die Zukunft die Frage der Stärkung der Profile eine wichtige Rolle, nannte der Minister Gymnasien mit Vorbildfunktion in Würzburg durch Kooperation mit Spitzenmusikern und in Gauting durch Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München. "Selbstverständlich gibt es auch für das Gymnasium konkrete Handlungsaufträge wie z. B. das Thema Leseförderung, die wir konsequent angehen", so der Minister. Auch die Förderung der besonders begabten jungen Leute werde weiterentwickelt.
Mit Hilfe eines umfassenden Monitoring und einer Prozesssteuerung werde das Ministerium auch weiterhin den Weg der Umsetzung des achtjährigen Gymnasiums an den Schulen aktiv begleiten. Dabei gehe es auch um die Frage der Belastung der Schülerinnen und Schüler. Die Schulfamilie habe sich bei der Einführung des achtjährigen Gymnasiums "nicht immer wohlgefühlt". Aber hier sei man auf einem guten Weg.
"Das differenzierte Schulwesen sichert die Teilhabe- und Chancengerechtigkeit für alle Schülerinnen und Schüler am besten, wenn die Durchlässigkeit und die individuelle Förderung als zweite Seite der selben Medaille sichergestellt ist", unterstrich Minister Spaenle. Den Begabungsschatz von jungen Menschen aus allen sozialen Schichten zu heben, beschrieb Minister als eine zentrale Aufgabe der Bildungspolitik. Soziale Startnachteile müssten kompensiert werden.
Prof. Dr. Manfred Prenzel, Dekan der School of Education der Technischen Universität München, warb dafür, die Bildungsressourcen bei jungen Menschen aus allen gesellschaftlichen Gruppen zu erschließen. Mit Blick auf die Anforderungen, die die Hochschulen an Studierende stellen, führte der Hochschullehrer aus: Die Hochschulen wünschen sich Abiturientinnen und Abiturienten mit einem Persönlichkeitsprofil, das sie befähigt Probleme konstruktiv zu lösen und selbstständig zu arbeiten. Sie sollten darüber hinaus natürlich auch "kognitiv gut" für das Studium vorbereitet sein.
Düsseldorf, 22.09.2010 Die nordrhein-westfälische Schulpolitik schlägt zur Zeit abenteuerliche Kapriolen. So wird beispielsweise den Gymnasien ermöglicht, die Schulzeitverkürzung von ´G8´ abzulösen durch einen befristeten (!) Schulversuch ´G9´. Unabhängig davon, dass noch in den nächsten 7 Jahren Schülerinnen und Schüler an Gymnasien gemäß Schulgesetz und Vertrauensschutz einen 8-jährigen Bildungsgang durchlaufen, sollen sich bis Ende November 2010 Gymnasien darauf verständigen, ob sie zu ´G9´ zurückkehren möchten. Voraussetzung ist ein gleichlautendes Votum der Lehrer– und der Schulkonferenzen sowie die Unterstützung des Schulträgers.
Am Schulversuch können maximal 10 Prozent aller Gymnasien, d. h. ca. 60 Schulen teilnehmen. Doppelangebote an einer Schule werden nur bei mindestens 4 Parallelklassen ermöglicht. Statt neuer Lehrpläne gibt es in den nächsten 3 Jahren "ergänzende curriculare Vorgaben und Hinweise", Übermittagsangebote bleiben und ´G9´-Gymnasien nehmen wieder am Zentralen Abschlussverfahren nach der Klasse 10 teil.
"Statt endlich Verlässlichkeit, Kontinuität und Ruhe in das komplexe Problemfeld ´Schulzeitverkürzung´ zu bringen, treibt man jetzt Gymnasien in ein heilloses Organisationschaos. Wir benötigen mehr Lehrkräfte für ganztägige Schulangebote und wir erwarten den konsequenten Ausbau der Mensen und Aufenthaltsräume. Wir brauchen jetzt nicht wieder neue Lehrpläne, die natürlich kompetenzorientiert und damit recht allgemein formuliert sind. Wir brauchen nicht wieder neue Schulbücher und nicht wieder jahrelang umfangreiche logistische Neuerungen. Es reicht uns, zur Zeit den Doppelabiturjahrgang bis 2013 pädagogisch und organisatorisch zu schultern. ´G9´ als Schulversuch zu deklarieren, ist lächerlich. Was man jetzt den Gymnasien anbietet, ist schlicht eine Zumutung!", so Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes.
Mit dem Doppelweg ´G8´ und ´G9´ wird ein Keil in den einheitlichen gymnasialen Bildungsgang getrieben. Gymnasien werden künftig eingeteilt in solche 1. und 2. Ordnung. In Medien macht bereits das Schlagwort vom "Langsam-Abi" die Rede. Es ist nicht auszuschließen, dass ´G8´ neben ´G9´-Modellen Folgen für die Sozialschichtung der jeweiligen Schülerschaft hat. Die Mobilität der Gymnasialschüler wird auf jeden Fall Schaden nehmen.
"Der nordrhein-westfälische Philologen-Verband rät den Gymnasien, die Entscheidung besonnen und klug zu treffen. Das Erfordernis, Nachbesserungen zu ´G8´ vorzunehmen, ist keineswegs vom Tisch. Doch auch die Zielperspektive der Landesregierung, langfristig alle (!) Schulformen durch eine neue Schulform zu ersetzen, liegt ersichtlich auf dem Tisch. Bei ´G9´-Modellen sind Gymnasien zweifellos erheblich gefährdeter", gibt Peter Silbernagel zu bedenken.
Es ist unredlich, die Verantwortung für die Schulzeitverkürzung auf die Einzelschulen und die Schulträger zu verschieben. Wird etwa demnächst das Zentralabitur in die Wahlfreiheit der Einzelschule gegeben?
Am Schulversuch können maximal 10 Prozent aller Gymnasien, d. h. ca. 60 Schulen teilnehmen. Doppelangebote an einer Schule werden nur bei mindestens 4 Parallelklassen ermöglicht. Statt neuer Lehrpläne gibt es in den nächsten 3 Jahren "ergänzende curriculare Vorgaben und Hinweise", Übermittagsangebote bleiben und ´G9´-Gymnasien nehmen wieder am Zentralen Abschlussverfahren nach der Klasse 10 teil.
"Statt endlich Verlässlichkeit, Kontinuität und Ruhe in das komplexe Problemfeld ´Schulzeitverkürzung´ zu bringen, treibt man jetzt Gymnasien in ein heilloses Organisationschaos. Wir benötigen mehr Lehrkräfte für ganztägige Schulangebote und wir erwarten den konsequenten Ausbau der Mensen und Aufenthaltsräume. Wir brauchen jetzt nicht wieder neue Lehrpläne, die natürlich kompetenzorientiert und damit recht allgemein formuliert sind. Wir brauchen nicht wieder neue Schulbücher und nicht wieder jahrelang umfangreiche logistische Neuerungen. Es reicht uns, zur Zeit den Doppelabiturjahrgang bis 2013 pädagogisch und organisatorisch zu schultern. ´G9´ als Schulversuch zu deklarieren, ist lächerlich. Was man jetzt den Gymnasien anbietet, ist schlicht eine Zumutung!", so Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes.
Mit dem Doppelweg ´G8´ und ´G9´ wird ein Keil in den einheitlichen gymnasialen Bildungsgang getrieben. Gymnasien werden künftig eingeteilt in solche 1. und 2. Ordnung. In Medien macht bereits das Schlagwort vom "Langsam-Abi" die Rede. Es ist nicht auszuschließen, dass ´G8´ neben ´G9´-Modellen Folgen für die Sozialschichtung der jeweiligen Schülerschaft hat. Die Mobilität der Gymnasialschüler wird auf jeden Fall Schaden nehmen.
"Der nordrhein-westfälische Philologen-Verband rät den Gymnasien, die Entscheidung besonnen und klug zu treffen. Das Erfordernis, Nachbesserungen zu ´G8´ vorzunehmen, ist keineswegs vom Tisch. Doch auch die Zielperspektive der Landesregierung, langfristig alle (!) Schulformen durch eine neue Schulform zu ersetzen, liegt ersichtlich auf dem Tisch. Bei ´G9´-Modellen sind Gymnasien zweifellos erheblich gefährdeter", gibt Peter Silbernagel zu bedenken.
Es ist unredlich, die Verantwortung für die Schulzeitverkürzung auf die Einzelschulen und die Schulträger zu verschieben. Wird etwa demnächst das Zentralabitur in die Wahlfreiheit der Einzelschule gegeben?
Berlin, 12.07.2010 Einen zerstörerischen Kulturkampf gegen das Gymnasium hat der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes (DPhV), Heinz-Peter Meidinger, der Hamburger Schulsenatorin Christa Goetsch, dem Saarländischen Bildungsminister Klaus Kessler und Rot-Grün in Nordrhein-Westfalen vorgeworfen.
"Jenseits aller Beruhigungsrhetorik in den entsprechenden Koalitionsverträgen ist der politische Wille trotzdem ganz klar erkennbar: Das Gymnasium als Störfaktor Nr. 1 auf dem Weg zu einer Einheitsschule von außen und von innen heraus so zu schwächen, dass es seinen Leistungs- und Qualitätsanspruch nicht mehr erfüllen kann", so der Verbandsvorsitzende.
Meidinger kritisierte dabei vor allem, dass dem Gymnasium in allen betroffenen Bundesländern höhere Klassenstärken zugemutet und geringere Ressourcen zugestanden werden sollen als anderen Schularten, insbesondere den in NRW geplanten Gemeinschaftsschulen. "Das ist der erklärte Kulturkampf von oben, bei dem man in der Wahl der Kampfmittel nicht zimperlich ist!", sagte der Verbandschef. So behaupte die designierte Schulministerin in NRW, Sylvia Löhrmann, das Gymnasium sei eine Herkunfts- und keine Bildungselite. Der erste Bürgermeister der Stadt Hamburg, Ole von Beust, werfe wider besseres Wissen der Volksinitiative für den vollständigen Erhalt des Gymnasiums verdeckte Ausländerfeindlichkeit vor.
Dabei habe das PISA-Konsortium mehrfach festgestellt, dass das Gymnasium die "leistungsmäßig homogenste und die sozial heterogenste Schulform" sei.
"Anstatt die Leistungsfähigkeit von Schulen zu verbessern, wird aus ideologischen Gründen in Hamburg, im Saarland und in NRW ein zerstörerischer Schulkampf wie in den 70er-Jahren vorbereitet. Die Opfer werden die betroffenen Eltern, Schüler und Lehrer sein. Der DPhV hat sich in den vergangenen Jahren intensiv für an Qualität und Leistung orientierte Reformen eingesetzt, aber auch für eine intensive Frühförderung, um soziale Herkunft und Bildungserfolg stärker zu entkoppeln. Wir werden aber einem Schulkampf um das Fortbestehen des Gymnasiums als soziale Leistungsschule nicht ausweichen, wenn er uns aufgezwungen wird", betonte der DPhV-Vorsitzende.
"Jenseits aller Beruhigungsrhetorik in den entsprechenden Koalitionsverträgen ist der politische Wille trotzdem ganz klar erkennbar: Das Gymnasium als Störfaktor Nr. 1 auf dem Weg zu einer Einheitsschule von außen und von innen heraus so zu schwächen, dass es seinen Leistungs- und Qualitätsanspruch nicht mehr erfüllen kann", so der Verbandsvorsitzende.
Meidinger kritisierte dabei vor allem, dass dem Gymnasium in allen betroffenen Bundesländern höhere Klassenstärken zugemutet und geringere Ressourcen zugestanden werden sollen als anderen Schularten, insbesondere den in NRW geplanten Gemeinschaftsschulen. "Das ist der erklärte Kulturkampf von oben, bei dem man in der Wahl der Kampfmittel nicht zimperlich ist!", sagte der Verbandschef. So behaupte die designierte Schulministerin in NRW, Sylvia Löhrmann, das Gymnasium sei eine Herkunfts- und keine Bildungselite. Der erste Bürgermeister der Stadt Hamburg, Ole von Beust, werfe wider besseres Wissen der Volksinitiative für den vollständigen Erhalt des Gymnasiums verdeckte Ausländerfeindlichkeit vor.
Dabei habe das PISA-Konsortium mehrfach festgestellt, dass das Gymnasium die "leistungsmäßig homogenste und die sozial heterogenste Schulform" sei.
"Anstatt die Leistungsfähigkeit von Schulen zu verbessern, wird aus ideologischen Gründen in Hamburg, im Saarland und in NRW ein zerstörerischer Schulkampf wie in den 70er-Jahren vorbereitet. Die Opfer werden die betroffenen Eltern, Schüler und Lehrer sein. Der DPhV hat sich in den vergangenen Jahren intensiv für an Qualität und Leistung orientierte Reformen eingesetzt, aber auch für eine intensive Frühförderung, um soziale Herkunft und Bildungserfolg stärker zu entkoppeln. Wir werden aber einem Schulkampf um das Fortbestehen des Gymnasiums als soziale Leistungsschule nicht ausweichen, wenn er uns aufgezwungen wird", betonte der DPhV-Vorsitzende.
Berlin, 13.11.2009 Mit großer Sorge sieht der DPhV-Bundesvorsitzende Heinz-Peter Meidinger die Entwicklung der Gymnasien in Hamburg nach der Verabschiedung des neuen Schulgesetzes. Dabei kritisiert der Verbandsvorsitzende nicht nur die geplante nochmalige Verkürzung und Ausdünnung des Gymnasiums auf nur noch sechs Jahre, sondern insbesondere die Tatsache, dass die Bildungsprofile von Gymnasium und Stadtteilschule im Schulgesetz einander völlig angeglichen wurden.
"In den Paragraphen 15 und 17 werden die Bildungsziele und Bildungsprofile von Stadtteilschule und Gymnasium bis auf Punkt und Komma mit exakt den gleichen Worten beschrieben. Beide Schularten sollen nicht nur zum Abitur führen, sondern genau den gleichen Bildungsauftrag erfüllen. Die Botschaft ist klar: Ein eigenständiges, leistungsorientiertes Gymnasium soll es künftig nach dem Willen von Schwarz-Grün in Hamburg nicht mehr geben. Gegen eine Vereinigung von Gymnasium und Stadtteilschule nach ein oder zwei Legislaturperioden bietet das Hamburger Schulgesetz nicht nur keine Handhabe, es legt diese Zusammenführung sogar nahe!", betonte Meidinger.
Die Ankündigung der Union, bei den Bildungsplänen unterhalb der Gesetzesebene das gymnasiale Profil hervorzuheben, nannte der DPhV-Vorsitzende bedeutungslos. Dies sei nichts mehr als das Eingeständnis, dass man sich von der grünen Schulsenatorin komplett über den Tisch habe ziehen lassen.
Meidinger erinnerte daran, dass es über das noch bis 17. November 2009 laufende Volksbegehren der Elterninitiative "Wir wollen lernen" noch eine realistische Chance gebe, die in Hamburg drohende schleichende Zerstörung der Gymnasien zu verhindern.
"In den Paragraphen 15 und 17 werden die Bildungsziele und Bildungsprofile von Stadtteilschule und Gymnasium bis auf Punkt und Komma mit exakt den gleichen Worten beschrieben. Beide Schularten sollen nicht nur zum Abitur führen, sondern genau den gleichen Bildungsauftrag erfüllen. Die Botschaft ist klar: Ein eigenständiges, leistungsorientiertes Gymnasium soll es künftig nach dem Willen von Schwarz-Grün in Hamburg nicht mehr geben. Gegen eine Vereinigung von Gymnasium und Stadtteilschule nach ein oder zwei Legislaturperioden bietet das Hamburger Schulgesetz nicht nur keine Handhabe, es legt diese Zusammenführung sogar nahe!", betonte Meidinger.
Die Ankündigung der Union, bei den Bildungsplänen unterhalb der Gesetzesebene das gymnasiale Profil hervorzuheben, nannte der DPhV-Vorsitzende bedeutungslos. Dies sei nichts mehr als das Eingeständnis, dass man sich von der grünen Schulsenatorin komplett über den Tisch habe ziehen lassen.
Meidinger erinnerte daran, dass es über das noch bis 17. November 2009 laufende Volksbegehren der Elterninitiative "Wir wollen lernen" noch eine realistische Chance gebe, die in Hamburg drohende schleichende Zerstörung der Gymnasien zu verhindern.

