Artikel:
Rückhaltlose Aufklärung, Transparenz und notwendige Veränderungen in Fällen von Gewalt und Missbrauch
München, 08.03.2010 Der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK) und Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle nimmt angesichts der in den vergangenen Tagen aufgedeckten Fälle von Missbrauch und Gewalt gegen Schülerinnen und Schüler in kirchlichen und anderen privaten schulischen Einrichtungen Stellung:
1.Die aufgedeckten Fälle müssen rasch und vollständig aufgeklärt werden. Jedem Verdacht ist bereits im Ansatz nachzugehen, er muss aufgeklärt und es müssen - wo nötig - entsprechende Konsequenzen - gezogen werden. Fälle von sexuellem Missbrauch und von Gewalthandlungen gegen Schülerinnen und Schüler dürfen in keinem Fall geduldet werden. "Hier gilt "Null-Toleranz".
2.Die Verantwortlichen vor Ort müssen mit den Ermittlungsbehörden eng kooperieren. Sie müssen im Einzelfall für die Betroffenen Ansprechpartner sein.
3.Die Schulen und die damit verbundenen Internate müssen für die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen Schutz- und Schonraum sein. Davon müssen Schülerschaft und Eltern uneingeschränkt ausgehen können.
4.Die ganze Schulfamilie ist gefordert, ein Klima der Offenheit und des Vertrauens aufzubauen und damit auch für die Zukunft die Basis für eine Kultur des Hinsehens und der Aufmerksamkeit zu etablieren. Besonders anzusprechen sind dabei Verbindungslehrkräfte, Schulpsychologen, Beratungslehrer und Klassenlehrer sowie Sozialpädagogen. Diese müssen von den Fachbehörden bei der Wahrnehmung dieser sensiblen Aufgabenstellung unterstützt werden.
5.Bei der Prävention spielt die Stärkung der Persönlichkeit von Schülerinnen und Schülern eine Rolle. Geeignete pädagogische Angebote, wie z.B. das Programm "Prävention im Team" in Bayern, sollen zielgerichtet weiterentwickelt werden.
6.Für Bayern schlage ich einen runden Tisch vor, an dem Verantwortliche von Schulen, Schulträgern und Schulaufsicht sowie Experten aus Wissenschaft und Gesellschaft teilnehmen. Dieser runde Tisch kann die Prävention von Missbrauch und Gewalt an Schulen unterstützen. Ich biete von staatlicher Seite den Dialog an.
7.Ziel einer solchen Initiative kann es auch sein, eine schul- bzw. einrichtungsübergreifenden Ansprechstelle für Betroffene zu schaffen.
8.Zwischen der Kultusministerkonferenz und Frau Bundesbildungsministerin Annette Schavan wird in den nächsten Tagen zu dieser Problematik ein Gespräch stattfinden.
1.Die aufgedeckten Fälle müssen rasch und vollständig aufgeklärt werden. Jedem Verdacht ist bereits im Ansatz nachzugehen, er muss aufgeklärt und es müssen - wo nötig - entsprechende Konsequenzen - gezogen werden. Fälle von sexuellem Missbrauch und von Gewalthandlungen gegen Schülerinnen und Schüler dürfen in keinem Fall geduldet werden. "Hier gilt "Null-Toleranz".
2.Die Verantwortlichen vor Ort müssen mit den Ermittlungsbehörden eng kooperieren. Sie müssen im Einzelfall für die Betroffenen Ansprechpartner sein.
3.Die Schulen und die damit verbundenen Internate müssen für die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen Schutz- und Schonraum sein. Davon müssen Schülerschaft und Eltern uneingeschränkt ausgehen können.
4.Die ganze Schulfamilie ist gefordert, ein Klima der Offenheit und des Vertrauens aufzubauen und damit auch für die Zukunft die Basis für eine Kultur des Hinsehens und der Aufmerksamkeit zu etablieren. Besonders anzusprechen sind dabei Verbindungslehrkräfte, Schulpsychologen, Beratungslehrer und Klassenlehrer sowie Sozialpädagogen. Diese müssen von den Fachbehörden bei der Wahrnehmung dieser sensiblen Aufgabenstellung unterstützt werden.
5.Bei der Prävention spielt die Stärkung der Persönlichkeit von Schülerinnen und Schülern eine Rolle. Geeignete pädagogische Angebote, wie z.B. das Programm "Prävention im Team" in Bayern, sollen zielgerichtet weiterentwickelt werden.
6.Für Bayern schlage ich einen runden Tisch vor, an dem Verantwortliche von Schulen, Schulträgern und Schulaufsicht sowie Experten aus Wissenschaft und Gesellschaft teilnehmen. Dieser runde Tisch kann die Prävention von Missbrauch und Gewalt an Schulen unterstützen. Ich biete von staatlicher Seite den Dialog an.
7.Ziel einer solchen Initiative kann es auch sein, eine schul- bzw. einrichtungsübergreifenden Ansprechstelle für Betroffene zu schaffen.
8.Zwischen der Kultusministerkonferenz und Frau Bundesbildungsministerin Annette Schavan wird in den nächsten Tagen zu dieser Problematik ein Gespräch stattfinden.
Gunzenhausen, 08.03.2010 Auf dem Nordbayerischen Realschultag im mittelfränkischen Gunzenhausen mit über 250 Teilnehmern aus Politik, Verwaltung und Verband stand die Forderung nach einer deutlichen Ressourcenverbesserung für die Realschulen im Mittelpunkt. Eine Sicherung und Steigerung der Schulqualität, so das Ergebnis der Veranstaltung vom 4.bis 6. März 2010, benötigt deutlich mehr als 1000 neue Lehrerstellen.
Eine qualitativ hochwertige und zukunftsorientierte Bildung könne nicht zum Nulltarif gelingen, bekräftigte der Verbandsvorsitzende Anton Huber die Forderung. Er begründete die Notwendigkeit neuer Lehrerstellen mit einer jahrelangen Unterversorgung der Realschulen. Wenn hier nicht endlich ein beherzter Sprung nach vorne gemacht wird, bleiben die kleineren Klassen an Realschulen ein fernes Traumziel, so Anton Huber.
Der Vertreter der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag Gerhard Wägemann stellte eine Personalmehrung von 100 zusätzlichen Lehrkräften zum nächsten Herbst in Aussicht. Als ein "erstes positives Signal, dem weitere Schritte dringend folgen müssen," bezeichnete es Anton Huber, der an zahlreiche unterversorgte Bereiche an Realschulen erinnerte, wie die fehlenden drei Wochenstunden in den Jahrgangsstufen 5 und 6 und die 3. und 4. Sportstunde für alle Jahrgangsstufen.
Während die FDP-Abgeordnete Julika Sandt einen weiteren Ausbau der Realschule befürwortete, warnte die bildungspolitische Sprecherin der Freien Wähler Eva Gottstein vor weiteren Schulversagern angesichts einer erneuten Erleichterung der Übertrittsbedingungen an die Realschulen und Gymnasien. Keine Gegenliebe, vielmehr die Forderung des Vertreters der Landeselternschaft Wilfried Hamm nach einer Beendigung der leidigen Schulstrukturdebatte, erfuhren der SPD-Vertreter Reinhold Strobl mit dem Vorschlag einer Zusammenlegung von Haupt- und Realschule und die FDP-Vertreterin mit der sechsjährigen Grundschule. Der brlv begründete die eindeutige Ablehnung von Gesamtschulen einschließlich der verlängerten Grundschulzeit mit verschlechterten Fördermöglichkeiten für Schüler in diesen Schulformen. "Einen Abstieg in die 2. Bildungsliga sollte sich Bayern nicht leisten", sagte Huber.
"Wir wollen ein Mehr an Qualität, an individuellen Fördermöglichkeiten, an Fremd-sprachenkompetenz und ökonomischer Bildung für unsere Schüler", betonte Verbandschef Huber. Mit dem Modellversuch an den Realschulen MINT, das heißt verbesserte Förderung von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik sei man auf dem richtigen Weg, ebenso mit dem Modellversuch für neue Führungsstrukturen in der Lehrerschaft. Hier zeigte sich an den vorgetragenen Praxisbeispielen der Realschulen Heilsbronn und Arnstorf in beeindruckender Weise, dass die eigenständige Schule ideenreiche Weiterentwicklungen in Unterricht und Erziehung besser zu realisieren vermag als von oben verordnete Innovationsmaßnahmen.
Auch der Vortrag des renommierten Wissenschaftlers Prof. Rolf Dubs von der Universität St. Gallen zielte in diese Richtung. Er sieht vor allem in der größeren Eigenverantwortung der Schulen für das Budget ein wichtiges Element für eine erfolgreiche Schulentwicklung. Dubs forderte "mehr Ruhe für die Schule" und hob die große Bedeutung der Lehrerzufriedenheit für die allseits angestrebte "gute Schule" hervor. In einer einstimmig verabschiedeten Resolution fasste Vorsitzender Anton Huber die Tagungsergebnisse zusammen und betonte: "Wenngleich wir Realschullehrkräfte stets die Pädagogik in den Vordergrund stellen, so auch in der Resolution, steht fest, dass die Lehrerzufriedenheit an den Realschulen den Nullpunkt jetzt unterschritten hat. Deshalb besteht dringender Handlungsbedarf für Verbesserungen".
Eine qualitativ hochwertige und zukunftsorientierte Bildung könne nicht zum Nulltarif gelingen, bekräftigte der Verbandsvorsitzende Anton Huber die Forderung. Er begründete die Notwendigkeit neuer Lehrerstellen mit einer jahrelangen Unterversorgung der Realschulen. Wenn hier nicht endlich ein beherzter Sprung nach vorne gemacht wird, bleiben die kleineren Klassen an Realschulen ein fernes Traumziel, so Anton Huber.
Der Vertreter der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag Gerhard Wägemann stellte eine Personalmehrung von 100 zusätzlichen Lehrkräften zum nächsten Herbst in Aussicht. Als ein "erstes positives Signal, dem weitere Schritte dringend folgen müssen," bezeichnete es Anton Huber, der an zahlreiche unterversorgte Bereiche an Realschulen erinnerte, wie die fehlenden drei Wochenstunden in den Jahrgangsstufen 5 und 6 und die 3. und 4. Sportstunde für alle Jahrgangsstufen.
Während die FDP-Abgeordnete Julika Sandt einen weiteren Ausbau der Realschule befürwortete, warnte die bildungspolitische Sprecherin der Freien Wähler Eva Gottstein vor weiteren Schulversagern angesichts einer erneuten Erleichterung der Übertrittsbedingungen an die Realschulen und Gymnasien. Keine Gegenliebe, vielmehr die Forderung des Vertreters der Landeselternschaft Wilfried Hamm nach einer Beendigung der leidigen Schulstrukturdebatte, erfuhren der SPD-Vertreter Reinhold Strobl mit dem Vorschlag einer Zusammenlegung von Haupt- und Realschule und die FDP-Vertreterin mit der sechsjährigen Grundschule. Der brlv begründete die eindeutige Ablehnung von Gesamtschulen einschließlich der verlängerten Grundschulzeit mit verschlechterten Fördermöglichkeiten für Schüler in diesen Schulformen. "Einen Abstieg in die 2. Bildungsliga sollte sich Bayern nicht leisten", sagte Huber.
"Wir wollen ein Mehr an Qualität, an individuellen Fördermöglichkeiten, an Fremd-sprachenkompetenz und ökonomischer Bildung für unsere Schüler", betonte Verbandschef Huber. Mit dem Modellversuch an den Realschulen MINT, das heißt verbesserte Förderung von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik sei man auf dem richtigen Weg, ebenso mit dem Modellversuch für neue Führungsstrukturen in der Lehrerschaft. Hier zeigte sich an den vorgetragenen Praxisbeispielen der Realschulen Heilsbronn und Arnstorf in beeindruckender Weise, dass die eigenständige Schule ideenreiche Weiterentwicklungen in Unterricht und Erziehung besser zu realisieren vermag als von oben verordnete Innovationsmaßnahmen.
Auch der Vortrag des renommierten Wissenschaftlers Prof. Rolf Dubs von der Universität St. Gallen zielte in diese Richtung. Er sieht vor allem in der größeren Eigenverantwortung der Schulen für das Budget ein wichtiges Element für eine erfolgreiche Schulentwicklung. Dubs forderte "mehr Ruhe für die Schule" und hob die große Bedeutung der Lehrerzufriedenheit für die allseits angestrebte "gute Schule" hervor. In einer einstimmig verabschiedeten Resolution fasste Vorsitzender Anton Huber die Tagungsergebnisse zusammen und betonte: "Wenngleich wir Realschullehrkräfte stets die Pädagogik in den Vordergrund stellen, so auch in der Resolution, steht fest, dass die Lehrerzufriedenheit an den Realschulen den Nullpunkt jetzt unterschritten hat. Deshalb besteht dringender Handlungsbedarf für Verbesserungen".
München, 05.03.2010 Aus Sicht des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) delegiert das Kultusministerium die mit der Erhaltung kleiner Schulstandorte verbundenen Probleme von "oben" nach "unten" - nach dem Motto: Wer einen kleinen Schulstandort erhalten will, kann das tun, Unterstützung dafür gibt es allerdings nicht. So geht aus der kürzlich im Ministerrat vorgestellten Gesetzesgrundlage zur Einführung von Mittelschulen hervor, dass die Zuweisung von Lehrerstunden pauschal an die Schulverbünde erfolgen soll. Sie orientiert sich demnach an der Gesamtzahl der Schüler im jeweiligen Verbund und nicht an den Bedürfnissen der einzelnen Schule.
Aus Sicht des BLLV sind dadurch Konflikte über die ohnehin knappe Stundenverteilung und damit über die Qualität des pädagogischen Angebotes einzelner Schulen innerhalb des Verbundes programmiert. Für weitere Unruhe sorgt die im Nachtragshaushalt vorgesehene Streichung von 17 Millionen Euro aus dem Bereich der Grund- und Hauptschulen. "Wenn sich herausstellt, dass aufgrund dieser Kürzungen für das ehrgeizige Projekt Mittelschule zu wenig Lehrer zur Verfügung stehen, scheitert es, noch ehe es gestartet ist", warnte BLLV-Präsident Klaus Wenzel. Er forderte Kultusminister Spaenle auf, rasch für Klarheit zu sorgen. "Bei der Lehrerstundenzuweisung muss von der Pauschalierung abgesehen und über eine differenzierte Förderformel nachgedacht werden. Der Erhalt kleiner Schulstandorte darf nicht zusätzlich erschwert werden."
Der BLLV hält es für unakzeptabel, dass künftig der jeweilige Leiter eines Schulverbundes mit seinem Kollegium darüber entscheiden soll, wie die pauschal zugewiesenen Lehrerstunden aufgeteilt werden. "Da ist Ärger programmiert", erklärte Wenzel. Weil auch kleine und kleinste Schulstandorte Lehrerinnen und Lehrer brauchen, ist die Gefahr groß, dass ihr Erhalt zum Luxus wird, den sich kaum jemand leisten kann. Sie werden sich dann den Vorwurf gefallen lassen müssen, ohnehin begrenzte Kapazitäten aufzufressen.
Die pauschale Zuweisung von Lehrerstunden mindert außerdem die Attraktivität kleiner Schulen: Während sie gerade noch den im Lehrplan vorgesehenen Pflichtunterricht aufrecht erhalten können, bieten große und mehrzügige Schulen attraktive Wahl- und Fördermöglichkeiten an, was letztlich zu einer Zentralisierung, also der Auflösung des wohnortnahen Bildungsangebotes führt.
Wenzel wies erneut darauf hin, dass die skizzierten Probleme vom Tisch wären, wenn die Schulen vor Ort einen Realschulabschluss anbieten dürften. Dann würde ein Großteil der Schüler am Ort unterrichtet werden.
Der BLLV ist überzeugt: Wer wohnortnahe Schulen erhalten will, muss entweder ihre Attraktivität steigern, indem er den Schulen erlaubt, auch einen Realschulabschluss anzubieten oder aber er muss viel Geld in die Hand nehmen und die Bildung kleinster Klassen finanzieren. Eine Kombination beider Vorgehensweisen kann dabei durchaus sinnvoll sein. Der BLLV- Präsident: "Südtirol macht uns bereits erfolgreich vor, wie es funktioniert." Er bedauerte, dass der Bayerischen Staatsregierung für echte Reformen offensichtlich der Mut und für die notwendige Ausstattung der finanzpolitische Wille fehlten. Vielmehr erhärte sich der Eindruck, "dass sich die bayerische Schul- und Bildungspolitik immer mehr aus der Verantwortung zurückzieht, wenn es um den Erhalt wohnortnaher Schulen geht."
Die Einführung von Mittelschulen wirft aus Sicht des BLLV noch eine ganze Reihe weiterer Fragen auf: So sind viele für die Umsetzung substantielle Fragen offen, beispielsweise, wie hoch die Fahrtkosten im Schulverbund zum Mittleren Reife Zug, zur Ganztagsschule oder zum berufsorientierten Unterricht tatsächlich sein werden. Vielen Schülern, Eltern und Lehrern ist außerdem nicht klar, was es mit den neuen Abschlüssen auf sich hat: Wodurch unterscheiden sie sich vom Realschulabschluss und vom bislang angebotenen Abschluss eines M-Zuges an Hauptschulen?
Was die im Nachtragshaushalt vorgesehene Streichung von 17 Millionen Euro aus dem Bereich der Grund- und Hauptschulen betrifft, appellierte der BLLV- Präsident an den Kultus- und den Finanzminister, noch einmal zu überdenken, welche Konsequenzen dieser Schritt für die betroffenen Schulen, insbesondere für Hauptschulen und künftige Mittelschulen hätte. "Sie sollten die bei vielen Lehrkräften inzwischen große Sorge ernst nehmen, dass tragende pädagogische Konzepte, die für Mittelschulen vorgesehen sind, wegen Lehrermangel gar nicht umzusetzen sind."
Aus Sicht des BLLV sind dadurch Konflikte über die ohnehin knappe Stundenverteilung und damit über die Qualität des pädagogischen Angebotes einzelner Schulen innerhalb des Verbundes programmiert. Für weitere Unruhe sorgt die im Nachtragshaushalt vorgesehene Streichung von 17 Millionen Euro aus dem Bereich der Grund- und Hauptschulen. "Wenn sich herausstellt, dass aufgrund dieser Kürzungen für das ehrgeizige Projekt Mittelschule zu wenig Lehrer zur Verfügung stehen, scheitert es, noch ehe es gestartet ist", warnte BLLV-Präsident Klaus Wenzel. Er forderte Kultusminister Spaenle auf, rasch für Klarheit zu sorgen. "Bei der Lehrerstundenzuweisung muss von der Pauschalierung abgesehen und über eine differenzierte Förderformel nachgedacht werden. Der Erhalt kleiner Schulstandorte darf nicht zusätzlich erschwert werden."
Der BLLV hält es für unakzeptabel, dass künftig der jeweilige Leiter eines Schulverbundes mit seinem Kollegium darüber entscheiden soll, wie die pauschal zugewiesenen Lehrerstunden aufgeteilt werden. "Da ist Ärger programmiert", erklärte Wenzel. Weil auch kleine und kleinste Schulstandorte Lehrerinnen und Lehrer brauchen, ist die Gefahr groß, dass ihr Erhalt zum Luxus wird, den sich kaum jemand leisten kann. Sie werden sich dann den Vorwurf gefallen lassen müssen, ohnehin begrenzte Kapazitäten aufzufressen.
Die pauschale Zuweisung von Lehrerstunden mindert außerdem die Attraktivität kleiner Schulen: Während sie gerade noch den im Lehrplan vorgesehenen Pflichtunterricht aufrecht erhalten können, bieten große und mehrzügige Schulen attraktive Wahl- und Fördermöglichkeiten an, was letztlich zu einer Zentralisierung, also der Auflösung des wohnortnahen Bildungsangebotes führt.
Wenzel wies erneut darauf hin, dass die skizzierten Probleme vom Tisch wären, wenn die Schulen vor Ort einen Realschulabschluss anbieten dürften. Dann würde ein Großteil der Schüler am Ort unterrichtet werden.
Der BLLV ist überzeugt: Wer wohnortnahe Schulen erhalten will, muss entweder ihre Attraktivität steigern, indem er den Schulen erlaubt, auch einen Realschulabschluss anzubieten oder aber er muss viel Geld in die Hand nehmen und die Bildung kleinster Klassen finanzieren. Eine Kombination beider Vorgehensweisen kann dabei durchaus sinnvoll sein. Der BLLV- Präsident: "Südtirol macht uns bereits erfolgreich vor, wie es funktioniert." Er bedauerte, dass der Bayerischen Staatsregierung für echte Reformen offensichtlich der Mut und für die notwendige Ausstattung der finanzpolitische Wille fehlten. Vielmehr erhärte sich der Eindruck, "dass sich die bayerische Schul- und Bildungspolitik immer mehr aus der Verantwortung zurückzieht, wenn es um den Erhalt wohnortnaher Schulen geht."
Die Einführung von Mittelschulen wirft aus Sicht des BLLV noch eine ganze Reihe weiterer Fragen auf: So sind viele für die Umsetzung substantielle Fragen offen, beispielsweise, wie hoch die Fahrtkosten im Schulverbund zum Mittleren Reife Zug, zur Ganztagsschule oder zum berufsorientierten Unterricht tatsächlich sein werden. Vielen Schülern, Eltern und Lehrern ist außerdem nicht klar, was es mit den neuen Abschlüssen auf sich hat: Wodurch unterscheiden sie sich vom Realschulabschluss und vom bislang angebotenen Abschluss eines M-Zuges an Hauptschulen?
Was die im Nachtragshaushalt vorgesehene Streichung von 17 Millionen Euro aus dem Bereich der Grund- und Hauptschulen betrifft, appellierte der BLLV- Präsident an den Kultus- und den Finanzminister, noch einmal zu überdenken, welche Konsequenzen dieser Schritt für die betroffenen Schulen, insbesondere für Hauptschulen und künftige Mittelschulen hätte. "Sie sollten die bei vielen Lehrkräften inzwischen große Sorge ernst nehmen, dass tragende pädagogische Konzepte, die für Mittelschulen vorgesehen sind, wegen Lehrermangel gar nicht umzusetzen sind."
Zur Diskussion über die UN-Behindertenrechtskonvention im Bayerischen Landtag: Kindeswohl entscheidend
München, 25.02.2010 Anlässlich des heute im Bildungsausschuss des Bayerischen Landtages auf der Tagesordnung stehenden Themas ´Inklusion´ hat der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) und Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes Max Schmidt die Position der in der abl zusammengeschlossenen Lehrerverbände skizziert: "Wir sehen in der UN-Behindertenrechtskonvention durchaus begrüßenswerte Ansätze. Sie trägt gesamtgesellschaftliche Bedeutung, indem sie Menschen mit Behinderungen explizit als Bestandteil der gesellschaftlichen Vielfalt und als Quelle kultureller Bereicherung würdigt", so Schmidt. Gleichzeitig mahnte er, in ihrer Umsetzung nicht über das Ziel der Konvention hinauszuschießen oder diese für Zwecke zu gebrauchen, die letztlich zum Schaden aller Schüler wären: "Wir müssen den ´Architekten´ der Konvention gut zuhören: Mit ´Inklusion´ meinen sie nicht die Überführung sämtlicher Schüler mit Behinderung oder Förderbedarf in die Regelschulen. Gefordert wird auch nicht die Abschaffung der Förderschulen."
Tatsächlich legt die Behindertenrechtskonvention entscheidende Kriterien fest, die den Rahmen der Inklusion abstecken: Das Kindeswohl ist absolut zentral, ebenso die bestmögliche individuelle Förderung und die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen, innerhalb derer die Inklusion nur sinnvoll verwirklicht werden kann. Die Beachtung dieser Kriterien erfordert eine Umsetzung mit Augenmaß, die auch die berechtigten Interessen der nichtbehinderten Schüler berücksichtigen muss.
Auf die Erfahrungen von Betroffenen und Sonderpädagogen achten
"Ganz wichtig", so Schmidt, sei es, die vielfältigen - und durchaus disparaten - Erfahrungen und Ansprüche von Behinderten und Förderpädagogen ernst zu nehmen: "Ihre Erfahrungen müssen wegweisend für die praktische Ausgestaltung der Inklusion im Schulalltag sein. Neben Beispielen für gelungene Inklusion machen betroffene Schüler und Eltern auch immer wieder darauf aufmerksam, dass die gemeinsame Beschulung in Regelschulen keineswegs nur positiv erlebt wird." Tief sitzendes, kaum überwindbares Unverständnis seitens von Mitschülern und in der Folge Ausgrenzung prägen gar nicht selten den Regelschulalltag von behinderten Kindern. Sie fühlen sich häufig alleine und unverstanden, sodass Eltern oftmals fordern: "Wir möchten für unsere Kinder keine einheitliche Beschulung. Wir schätzen und wollen die Förderschule, weil es dort die Solidarität der Gemeinschaft gibt." In Förderschulen treffe man auf ein hohes Maß an Verständnis für die spezifischen Bedürfnisse, verfüge über speziell ausgebildetes Fachpersonal und könne mit den Problemen und Schwierigkeiten der Schüler mit Handicap adäquater, individueller und damit eher zum Wohl der Schüler umgehen.
Die vier Lehrerverbände appellieren, diese Stimmen sehr ernst zu nehmen: "Solange es nicht jedem förderbedürftigen Schüler zu seinem Vorteil dient, darf man ihn nicht unüberlegt in Regelschulen pressen. Im Schulwesen muss es einen geschützten Raum geben, in dem besonderen Schülerschicksalen spezielle Aufmerksamkeit zukommt, so wie es die Sonderpädagogik in den Förderschulen und Förderberufsschulen vermag. Jeder Fall ist speziell und muss individuell beurteilt werden."
Inklusion erfordert erhebliche staatliche und kommunale Zusatzkosten
Damit mehr Kinder mit Behinderungen die Möglichkeit erhalten, Regelschulen zu besuchen, so Schmidt abschließend, müssen die Rahmenbedingungen stimmen, sodass die optimale Förderung dieser Kinder garantiert ist. Barrierefreiheit, ausreichend pädagogisches Fachpersonal, kleine Klassengrößen sind nur einige der zentralen Voraussetzungen. Das wiederum ist mit erheblichen staatlichen und kommunalen Ausgaben verbunden.
München, 25.02.2010 Anlässlich des heute im Bildungsausschuss des Bayerischen Landtages auf der Tagesordnung stehenden Themas ´Inklusion´ hat der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) und Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes Max Schmidt die Position der in der abl zusammengeschlossenen Lehrerverbände skizziert: "Wir sehen in der UN-Behindertenrechtskonvention durchaus begrüßenswerte Ansätze. Sie trägt gesamtgesellschaftliche Bedeutung, indem sie Menschen mit Behinderungen explizit als Bestandteil der gesellschaftlichen Vielfalt und als Quelle kultureller Bereicherung würdigt", so Schmidt. Gleichzeitig mahnte er, in ihrer Umsetzung nicht über das Ziel der Konvention hinauszuschießen oder diese für Zwecke zu gebrauchen, die letztlich zum Schaden aller Schüler wären: "Wir müssen den ´Architekten´ der Konvention gut zuhören: Mit ´Inklusion´ meinen sie nicht die Überführung sämtlicher Schüler mit Behinderung oder Förderbedarf in die Regelschulen. Gefordert wird auch nicht die Abschaffung der Förderschulen."
Tatsächlich legt die Behindertenrechtskonvention entscheidende Kriterien fest, die den Rahmen der Inklusion abstecken: Das Kindeswohl ist absolut zentral, ebenso die bestmögliche individuelle Förderung und die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen, innerhalb derer die Inklusion nur sinnvoll verwirklicht werden kann. Die Beachtung dieser Kriterien erfordert eine Umsetzung mit Augenmaß, die auch die berechtigten Interessen der nichtbehinderten Schüler berücksichtigen muss.
Auf die Erfahrungen von Betroffenen und Sonderpädagogen achten
"Ganz wichtig", so Schmidt, sei es, die vielfältigen - und durchaus disparaten - Erfahrungen und Ansprüche von Behinderten und Förderpädagogen ernst zu nehmen: "Ihre Erfahrungen müssen wegweisend für die praktische Ausgestaltung der Inklusion im Schulalltag sein. Neben Beispielen für gelungene Inklusion machen betroffene Schüler und Eltern auch immer wieder darauf aufmerksam, dass die gemeinsame Beschulung in Regelschulen keineswegs nur positiv erlebt wird." Tief sitzendes, kaum überwindbares Unverständnis seitens von Mitschülern und in der Folge Ausgrenzung prägen gar nicht selten den Regelschulalltag von behinderten Kindern. Sie fühlen sich häufig alleine und unverstanden, sodass Eltern oftmals fordern: "Wir möchten für unsere Kinder keine einheitliche Beschulung. Wir schätzen und wollen die Förderschule, weil es dort die Solidarität der Gemeinschaft gibt." In Förderschulen treffe man auf ein hohes Maß an Verständnis für die spezifischen Bedürfnisse, verfüge über speziell ausgebildetes Fachpersonal und könne mit den Problemen und Schwierigkeiten der Schüler mit Handicap adäquater, individueller und damit eher zum Wohl der Schüler umgehen.
Die vier Lehrerverbände appellieren, diese Stimmen sehr ernst zu nehmen: "Solange es nicht jedem förderbedürftigen Schüler zu seinem Vorteil dient, darf man ihn nicht unüberlegt in Regelschulen pressen. Im Schulwesen muss es einen geschützten Raum geben, in dem besonderen Schülerschicksalen spezielle Aufmerksamkeit zukommt, so wie es die Sonderpädagogik in den Förderschulen und Förderberufsschulen vermag. Jeder Fall ist speziell und muss individuell beurteilt werden."
Inklusion erfordert erhebliche staatliche und kommunale Zusatzkosten
Damit mehr Kinder mit Behinderungen die Möglichkeit erhalten, Regelschulen zu besuchen, so Schmidt abschließend, müssen die Rahmenbedingungen stimmen, sodass die optimale Förderung dieser Kinder garantiert ist. Barrierefreiheit, ausreichend pädagogisches Fachpersonal, kleine Klassengrößen sind nur einige der zentralen Voraussetzungen. Das wiederum ist mit erheblichen staatlichen und kommunalen Ausgaben verbunden.
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Möglichkeit zum Quereinstieg in das Lehramt an beruflichen Schulen für 35 Diplomingenieure oder Master
Vorübergehende Zulassung von Bewerbern zum Traineeprogramm an Berufsschulen - Bewerbung bis 16. März 2010 möglich
München, 24.02.2010 Voraussichtlich 35 Diplomingenieure (Univ.) oder Master (FH oder Univ.) der Fachrichtungen Elektrotechnik und Maschinenbau können im Rahmen einer Sondermaßnahme im September ein Traineeprogramm für das Lehramt an beruflichen Schulen in Bayern beginnen.
Aufgrund des erhöhten Bedarfs an Bewerbern für das Lehramt an beruflichen Schulen in diesen Fachrichtungen wird unter bestimmten Voraussetzungen der Einstieg in ein Traineeprogramm ermöglicht. Bevorzugt werden Bewerber, welche die Diplomprüfung mit der Note gut oder besser bestanden haben. Bei Beginn der Maßnahme sollen sie das 42. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
Die Bewerber durchlaufen zunächst in einem zweijährigen Angestelltenverhältnis (Entgeltgruppe 13 TV-L) ein Traineeprogramm. Wenn sie das Programm erfolgreich abgeschlossen und das 45. Lebensjahr noch nicht vollendet haben sowie die sonstigen beamtenrechtlichen Voraussetzungen (u.a. volle Lehramtsbefähigung) erfüllen, kann eine Übernahme in die Beamtenlaufbahn des höheren Dienstes erfolgen.
Bewerbungen sind bis spätestens 16. März 2010 an folgende Adresse zu richten:
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
Ref. VII.2
80327 München.
München, 24.02.2010 Voraussichtlich 35 Diplomingenieure (Univ.) oder Master (FH oder Univ.) der Fachrichtungen Elektrotechnik und Maschinenbau können im Rahmen einer Sondermaßnahme im September ein Traineeprogramm für das Lehramt an beruflichen Schulen in Bayern beginnen.
Aufgrund des erhöhten Bedarfs an Bewerbern für das Lehramt an beruflichen Schulen in diesen Fachrichtungen wird unter bestimmten Voraussetzungen der Einstieg in ein Traineeprogramm ermöglicht. Bevorzugt werden Bewerber, welche die Diplomprüfung mit der Note gut oder besser bestanden haben. Bei Beginn der Maßnahme sollen sie das 42. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
Die Bewerber durchlaufen zunächst in einem zweijährigen Angestelltenverhältnis (Entgeltgruppe 13 TV-L) ein Traineeprogramm. Wenn sie das Programm erfolgreich abgeschlossen und das 45. Lebensjahr noch nicht vollendet haben sowie die sonstigen beamtenrechtlichen Voraussetzungen (u.a. volle Lehramtsbefähigung) erfüllen, kann eine Übernahme in die Beamtenlaufbahn des höheren Dienstes erfolgen.
Bewerbungen sind bis spätestens 16. März 2010 an folgende Adresse zu richten:
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
Ref. VII.2
80327 München.
"Missbrauch Schutzbefohlener ist nicht zu entschuldigen und nicht zu relativieren."
München, 22.02.2010 In dem sich nun auch auf Bayern erstreckenden Missbrauchsverdacht an katholischen Einrichtungen hat sich der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt Forderungen nach einer rückhaltlosen Aufklärung der Vorwürfe angeschlossen:
"Ein Missbrauch Schutzbefohlener – egal ob durch Geistliche, Lehrer, Erzieher oder Betreuer – ist nicht zu entschuldigen und nicht zu relativieren. Auch wenn Fälle juristisch verjährt sein sollten, so muss doch jedem einzelnen Verdacht durch ein unabhängiges Gremium sorgfältig nachgegangen werden. Dies ist man zuallererst den Opfern schuldig, denen man, wo erforderlich, Hilfe zukommen lassen muss. Eine vorbehaltlose Aufklärung sollte aber auch im Eigeninteresse der Kirche sein: Der ansonsten denkbare Vorwurf, es könne etwas unter den Tisch gekehrt werden, darf gar nicht erst aufkommen. Die Aufarbeitung darf nicht nur Kirchengremien überlassen bleiben."
Diese transparente Vorgehensweise sollte die Kirche gerade auch mit Blick auf das Ansehen ihrer in Bayern besonders zahlreichen Schulen wählen: Die notwendige Aufklärung und Aufarbeitung der Missbrauchsfälle darf schließlich nicht generell auf das hohe Ansehen, das sich viele dieser Bildungseinrichtungen über Jahre hinweg erarbeitet haben, negativ abfärben. Eine Vorgehensweise nach dem Vorbild des Berliner Canisius-Kollegs, wo die Prüfung der Vorwürfe durch eine unabhängige Juristin erfolgt, hält Schmidt auch bei den neuen Missbrauchsvorwürfen in Schwaben für angebracht.
Forderung der Bundesjustizministerin nach Rundem Tisch auch für Bayern überlegenswert
Die Forderung von Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger nach einem Runden Tisch mit Vertretern des Staates, der Kirchen und von Opfern hält Schmidt auch in Bayern für überlegenswert: "Thema dieses Runden Tisches muss zunächst einmal die Aufarbeitung der bislang bekannt gewordenen Missbrauchsfälle sein. Aber das genügt nicht, der Ansatz muss breiter sein. Denn sexueller Missbrauch und Pädophilie sind ja ein gesellschaftliches Phänomen, das beileibe nicht nur auf kirchliche Einrichtungen begrenzt ist. Das Problem muss im Bewusstsein von Schülern und Lehrkräften so verankert werden, dass Missbrauchsfälle häufiger verhindert bzw. beizeiten aufgedeckt werden können."
München, 22.02.2010 In dem sich nun auch auf Bayern erstreckenden Missbrauchsverdacht an katholischen Einrichtungen hat sich der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt Forderungen nach einer rückhaltlosen Aufklärung der Vorwürfe angeschlossen:
"Ein Missbrauch Schutzbefohlener – egal ob durch Geistliche, Lehrer, Erzieher oder Betreuer – ist nicht zu entschuldigen und nicht zu relativieren. Auch wenn Fälle juristisch verjährt sein sollten, so muss doch jedem einzelnen Verdacht durch ein unabhängiges Gremium sorgfältig nachgegangen werden. Dies ist man zuallererst den Opfern schuldig, denen man, wo erforderlich, Hilfe zukommen lassen muss. Eine vorbehaltlose Aufklärung sollte aber auch im Eigeninteresse der Kirche sein: Der ansonsten denkbare Vorwurf, es könne etwas unter den Tisch gekehrt werden, darf gar nicht erst aufkommen. Die Aufarbeitung darf nicht nur Kirchengremien überlassen bleiben."
Diese transparente Vorgehensweise sollte die Kirche gerade auch mit Blick auf das Ansehen ihrer in Bayern besonders zahlreichen Schulen wählen: Die notwendige Aufklärung und Aufarbeitung der Missbrauchsfälle darf schließlich nicht generell auf das hohe Ansehen, das sich viele dieser Bildungseinrichtungen über Jahre hinweg erarbeitet haben, negativ abfärben. Eine Vorgehensweise nach dem Vorbild des Berliner Canisius-Kollegs, wo die Prüfung der Vorwürfe durch eine unabhängige Juristin erfolgt, hält Schmidt auch bei den neuen Missbrauchsvorwürfen in Schwaben für angebracht.
Forderung der Bundesjustizministerin nach Rundem Tisch auch für Bayern überlegenswert
Die Forderung von Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger nach einem Runden Tisch mit Vertretern des Staates, der Kirchen und von Opfern hält Schmidt auch in Bayern für überlegenswert: "Thema dieses Runden Tisches muss zunächst einmal die Aufarbeitung der bislang bekannt gewordenen Missbrauchsfälle sein. Aber das genügt nicht, der Ansatz muss breiter sein. Denn sexueller Missbrauch und Pädophilie sind ja ein gesellschaftliches Phänomen, das beileibe nicht nur auf kirchliche Einrichtungen begrenzt ist. Das Problem muss im Bewusstsein von Schülern und Lehrkräften so verankert werden, dass Missbrauchsfälle häufiger verhindert bzw. beizeiten aufgedeckt werden können."
BLLV befürwortet flexible Grundschule, mahnt aber Rahmenbedingungen für alle Schulen an, die individuelle Förderung von Kindern ermöglichen
München, 22.02.2010 "Prinzipiell gut, angesichts der schlechten Rahmenbedingungen und des Selektionsdrucks in der schulischen Realität aber kaum zu verwirklichen" - auf diesen Nenner bringt der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, seine Auffassung zum heute u. a. von Kultusstaatsekretär Marcel Huber vorgestellten Modellversuch "Flexible Grundschule". Er soll an 20 bayerischen Grundschulen, unterstützt von der Stiftung Bildungspakt Bayern, durchgeführt werden.
"Wir erwarten, dass die ausgewählten 20 Modellschulen finanziell so ausgestattet werden, dass sie optimale Rahmenbedingungen schaffen können", sagte Wenzel und mahnte gleichzeitig optimale Lern- und Arbeitsbedingungen für alle Grundschulen an: "Was die flexible Grundschule betrifft haben wir weniger ein Erkenntnis-, sondern mehr ein Umsetzungsproblem. Modellversuche sind daher eigentlich überflüssig." Die flexible Grundschulzeit sei aus Sicht des BLLV pädagogisch gut und sinnvoll, sie könne aber nur gelingen und für die Kinder von Wert sein, wenn die dafür nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden - "und zwar nicht nur an 20 Modellschulen."
Die Realität an Bayerns Grundschulen sieht leider folgendermaßen aus: Es gibt zu wenig Fachpersonal, nach wie vor liegt die Teilungsgrenze der ersten Jahrgangsstufen bei 29 Schülern/innen, es gibt auch nur einen Lehrer, bzw. eine Lehrerin, pro Klasse und standardisierte Lehrpläne, die nicht individuell zugeschnitten werden können. Wenzel: "Diese Tatsachen sprechen für sich und zeigen deutlich auf, was geschehen müsste, damit die flexible Grundschule flächendeckend funktionieren kann: Die Schulen brauchen deutlich mehr Geld und mehr Personal."
Der BLLV-Präsident gab außerdem zu bedenken, dass die flexible Grundschule im Widerspruch zur frühen Sortierung der Kinder nach der vierten Klasse steht: "Die dringend erforderliche Förderkultur, in der jedes Kind sein individuelles Tempo gehen kann, wird abrupt beendet, wenn die Kinder zehn Jahre alt sind und die vierte Jahrgangsstufe absolviert haben. Das führt dazu, dass die gesamte Grundschulzeit - flexibel gestaltet oder nicht - von der zu frühen Selektion überschattet wird."
München, 22.02.2010 "Prinzipiell gut, angesichts der schlechten Rahmenbedingungen und des Selektionsdrucks in der schulischen Realität aber kaum zu verwirklichen" - auf diesen Nenner bringt der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, seine Auffassung zum heute u. a. von Kultusstaatsekretär Marcel Huber vorgestellten Modellversuch "Flexible Grundschule". Er soll an 20 bayerischen Grundschulen, unterstützt von der Stiftung Bildungspakt Bayern, durchgeführt werden.
"Wir erwarten, dass die ausgewählten 20 Modellschulen finanziell so ausgestattet werden, dass sie optimale Rahmenbedingungen schaffen können", sagte Wenzel und mahnte gleichzeitig optimale Lern- und Arbeitsbedingungen für alle Grundschulen an: "Was die flexible Grundschule betrifft haben wir weniger ein Erkenntnis-, sondern mehr ein Umsetzungsproblem. Modellversuche sind daher eigentlich überflüssig." Die flexible Grundschulzeit sei aus Sicht des BLLV pädagogisch gut und sinnvoll, sie könne aber nur gelingen und für die Kinder von Wert sein, wenn die dafür nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden - "und zwar nicht nur an 20 Modellschulen."
Die Realität an Bayerns Grundschulen sieht leider folgendermaßen aus: Es gibt zu wenig Fachpersonal, nach wie vor liegt die Teilungsgrenze der ersten Jahrgangsstufen bei 29 Schülern/innen, es gibt auch nur einen Lehrer, bzw. eine Lehrerin, pro Klasse und standardisierte Lehrpläne, die nicht individuell zugeschnitten werden können. Wenzel: "Diese Tatsachen sprechen für sich und zeigen deutlich auf, was geschehen müsste, damit die flexible Grundschule flächendeckend funktionieren kann: Die Schulen brauchen deutlich mehr Geld und mehr Personal."
Der BLLV-Präsident gab außerdem zu bedenken, dass die flexible Grundschule im Widerspruch zur frühen Sortierung der Kinder nach der vierten Klasse steht: "Die dringend erforderliche Förderkultur, in der jedes Kind sein individuelles Tempo gehen kann, wird abrupt beendet, wenn die Kinder zehn Jahre alt sind und die vierte Jahrgangsstufe absolviert haben. Das führt dazu, dass die gesamte Grundschulzeit - flexibel gestaltet oder nicht - von der zu frühen Selektion überschattet wird."
An 20 Modellschulen eignen sich Grundschüler in ihrem Lerntempo Grundfertigkeiten des Lesens, Schreibens und Rechnens an - Kultusstaatssekretär Marcel Huber und vbw/VBM-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt stellen Modellversuch vor und informieren über 10 Jahre erfolgreiche Arbeit in der Stiftung Bildungspakt Bayern - Strategische Kooperation für bestmögliche Bildung an Bayerns Schulen
München, 22.02.2010 Heute haben in München Bayerns Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber und Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft und Vorstandsmitglied der Stiftung Bildungspakt Bayern, die 20 Modellschulen zur Flexiblen Grundschule und die Schwerpunkte der Arbeit der Stiftung Bildungspakt Bayern im Münchner Presseclub vorgestellt. In jedem Regierungsbezirk ist mindestens eine Schule am Modellversuch beteiligt - von Hof über München bis Mindelheim, von Hösbach über Nürnberg bis Straubing (Liste anhängend).
"Wir wollen die Grundschule im Freistaat künftig noch stärker als bisher auf das einzelne Kind hin abstimmen", so Kultusstaatssekretär Huber. "Das erste schulische Angebot wollen wir optimal an die individuelle Entwicklung der Schülerin und des Schülers anpassen". Fazit für die Stiftung Bildungspakt ist entsprechend: "Die Schule muss sich auf das Kind einstellen, nicht das Kind den Anforderungen der Schule genügen", betonte Huber.
"Deshalb wollen wir, dass die Kinder sich in ihrem individuellen Lerntempo die Grundfertigkeiten des Lesens, Schreibens und Rechnens zuverlässig aneignen, damit sie ihre Schullaufbahn auf einem soliden Fundament erfolgreich aufbauen können", konkretisiert der Staatssekretär die Zielrichtung. In der Praxis bedeutet dies, dass die ersten beiden Jahrgangsstufen in einer flexiblen Eingangsstufe organisiert werden. Diese kann ein, zwei oder drei Jahre umfassen. Die Grundschulzeit wird damit an den 20 Modellschulen zwischen drei und fünf Jahren dauern.
"Das Projekt "Flexible Grundschule" ist ein innovativer Ansatz, um in den ersten Schuljahren den unterschiedlichen Begabungen und Lernvoraussetzungen stärker gerecht zu werden und jedes einzelne Kind optimal zu fördern: flexibel, individuell, differenziert und deshalb kindgerecht", begründet Bertram Brossardt, der dem Vorstand der Stiftung angehört, die Förderung des Projekts.
In der Stiftung beteiligen sich 138 namhafte Wirtschaftsunternehmen und das Bayerische Kultusministerium. Diese Form der Private-Public-Partnership ist innerhalb Deutschlands einzigartig. Ca. 12,5 Millionen Euro hat diese erfolgreiche strategische Kooperation von Unternehmen und Staat seit ihrer Gründung in pädagogische Projekte investiert. "Das Kernanliegen, moderne Unterrichtsmethoden und neue Formen des Lernens an Bayerns Schulen zu fördern und zu etablieren, führte uns in der Stiftung Bildungspakt Bayern zusammen", fasste Dr. Huber die Gründungsmotivation im Jahr 2000 zusammen. "Die bayerischen Arbeitgeberverbände vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und VBM - Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e.V. übernehmen mit ihrem Engagement in der Stiftung Bildungspakt Bayern Verantwortung für eine zukunftsgerichtete Weiterentwicklung von Schulen. Die Stiftung ist ein "Think Tank" für die bayerische Schulpolitik und bietet eine leistungsfähige Plattform, um neue Bildungsansätze zu diskutieren und in der Praxis umzusetzen", ergänzte Bertram Brossardt.
Ganzheitliche und zukunftsorientierte Bildungsprozesse bilden die Basis für die Unterstützung von Projekten. Von den Projekten der Stiftung, darunter ein Dutzend Großprojekte, gingen in den vergangenen zehn Jahren wichtige Impulse für die Schulentwicklung in Bayern aus.
Mit dem Wissen, dass die frühe Förderung von Kindern das entscheidende Fundament legt, entwickelte die Stiftung Modelle für einen fließenden Übergang vom lernenden Spielen zum spielerischen Lernen. Ein weiteres Anliegen ist die nachhaltige Kompetenz- und Persönlichkeitsentwicklung durch eine individuelle Förderung, die besonders auf den Stärken der Schülerinnen und Schüler aufbaut. Auf schulorganisatorischer Ebene will die Stiftung insbesondere die Freiheit und Eigenverantwortung der Schulen stärken, die Entwicklung kreativer, schulspezifischer Lösungen fördern und moderne Führungsstrukturen etablieren.
Weitere Informationen zur Stiftung und ihren Projekten über www.bildungspakt-bayern.de.
Am Modellprojekt "Flexible Grundschule" nehmen diese Grundschulen teil:
Anger-Volksschule Hof, Oberfranken
(Grundschule)
Leimitzer Querfeldweg 6
95028 Hof
Volksschule Küps, Oberfranken
(Grund- und Hauptschule)
Am Hirtengraben 7
96328 Küps
Volksschule Hösbach-Winzenhohl, Unterfranken
(Grundschule)
Ellerstr. 2
63768 Hösbach Winzenhohl
Volksschule Wartmannsroth, Unterfranken
(Grundschule)
Gerstenberg 8
97797 Wartmannsroth Dittlofsroda
Volksschule Fürth, Hans-Sachs-Straße, Mittelfranken
(Grundschule)
Hans-Sachs-Str. 30
90765 Fürth
Volksschule Nürnberg St. Leonhard, Mittelfranken
(Grundschule)
Schweinauer Str. 20
90439 Nürnberg
Volksschule Nürnberg, Mittelfranken
Erich-Kästner-Schule
(Grundschule)
Eichstätter Str. 11
90453 Nürnberg
Volksschule München an der Thelottstraße, Oberbayern
(Grundschule)
Thelottstr. 20
80933 München
Justus-von-Liebig-Volksschule Heufeld, Oberbayern
(Grund- und Hauptschule)
Hans-Scheibmaier-Str. 2-10
83052 Bruckmühl Heufeld
Volksschule Esting, Oberbayern
(Grundschule)
Schloßstr. 17
82140 Olching Esting
Volksschule Taufkirchen am Wald , Oberbayern
(Grundschule)
Pappelstr. 8
82024 Taufkirchen
Volksschule Polling, Oberbayern
(Grundschule)
Schillerstr. 4
84570 Polling
Volksschule München, Oberbayern
an der Burmesterstraße
(Grundschule)
Burmesterstr. 23
80939 München
St.-Peter-und-Paul-Volksschule Landshut, Niederbayern
(Grundschule)
Niedermayerstr. 14
84028 Landshut
Volksschule Rotthalmünster,Niederbayern
(Grundschule)
Franz-Gerauer-Straße 21
94094 Rotthalmünster
Ulrich-Schmidl-Volksschule Straubing, Niederbayern
(Grundschule)
Breslauer Straße 25
94315 Straubing
Jobst-vom-Brandt-Schule Waldershof, Oberpfalz
(Grund- und Hauptschule)
Ludwig-Hoffmann-Straße 2
95679 Waldershof
Volksschule Augsburg-Hochzoll-Süd, Schwaben
(Grundschule)
Höfatsstr. 27
86163 Augsburg
Volksschule Günzburg - Südost, Schwaben
(Grundschule)
Rebaystr. 13
89312 Günzburg
Volksschule Mindelheim, Schwaben
(Grundschule)
Schulstraße 4
87719 Mindelheim
Die Modellschulen sollen einen Querschnitt durch die Grundschullandschaft in Bayern darstellen.
Deshalb sind dabei
-sowohl kleine als auch große Schulen
-Schulen mit und ohne Erfahrung in der Jahrgangskombination
-Schulen mit hohem und geringem Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund.
Der Schulversuch wird an einigen Standorten in Ganztagesklassen und in Kooperationsklassen durchgeführt.
München, 22.02.2010 Heute haben in München Bayerns Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber und Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft und Vorstandsmitglied der Stiftung Bildungspakt Bayern, die 20 Modellschulen zur Flexiblen Grundschule und die Schwerpunkte der Arbeit der Stiftung Bildungspakt Bayern im Münchner Presseclub vorgestellt. In jedem Regierungsbezirk ist mindestens eine Schule am Modellversuch beteiligt - von Hof über München bis Mindelheim, von Hösbach über Nürnberg bis Straubing (Liste anhängend).
"Wir wollen die Grundschule im Freistaat künftig noch stärker als bisher auf das einzelne Kind hin abstimmen", so Kultusstaatssekretär Huber. "Das erste schulische Angebot wollen wir optimal an die individuelle Entwicklung der Schülerin und des Schülers anpassen". Fazit für die Stiftung Bildungspakt ist entsprechend: "Die Schule muss sich auf das Kind einstellen, nicht das Kind den Anforderungen der Schule genügen", betonte Huber.
"Deshalb wollen wir, dass die Kinder sich in ihrem individuellen Lerntempo die Grundfertigkeiten des Lesens, Schreibens und Rechnens zuverlässig aneignen, damit sie ihre Schullaufbahn auf einem soliden Fundament erfolgreich aufbauen können", konkretisiert der Staatssekretär die Zielrichtung. In der Praxis bedeutet dies, dass die ersten beiden Jahrgangsstufen in einer flexiblen Eingangsstufe organisiert werden. Diese kann ein, zwei oder drei Jahre umfassen. Die Grundschulzeit wird damit an den 20 Modellschulen zwischen drei und fünf Jahren dauern.
"Das Projekt "Flexible Grundschule" ist ein innovativer Ansatz, um in den ersten Schuljahren den unterschiedlichen Begabungen und Lernvoraussetzungen stärker gerecht zu werden und jedes einzelne Kind optimal zu fördern: flexibel, individuell, differenziert und deshalb kindgerecht", begründet Bertram Brossardt, der dem Vorstand der Stiftung angehört, die Förderung des Projekts.
In der Stiftung beteiligen sich 138 namhafte Wirtschaftsunternehmen und das Bayerische Kultusministerium. Diese Form der Private-Public-Partnership ist innerhalb Deutschlands einzigartig. Ca. 12,5 Millionen Euro hat diese erfolgreiche strategische Kooperation von Unternehmen und Staat seit ihrer Gründung in pädagogische Projekte investiert. "Das Kernanliegen, moderne Unterrichtsmethoden und neue Formen des Lernens an Bayerns Schulen zu fördern und zu etablieren, führte uns in der Stiftung Bildungspakt Bayern zusammen", fasste Dr. Huber die Gründungsmotivation im Jahr 2000 zusammen. "Die bayerischen Arbeitgeberverbände vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und VBM - Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e.V. übernehmen mit ihrem Engagement in der Stiftung Bildungspakt Bayern Verantwortung für eine zukunftsgerichtete Weiterentwicklung von Schulen. Die Stiftung ist ein "Think Tank" für die bayerische Schulpolitik und bietet eine leistungsfähige Plattform, um neue Bildungsansätze zu diskutieren und in der Praxis umzusetzen", ergänzte Bertram Brossardt.
Ganzheitliche und zukunftsorientierte Bildungsprozesse bilden die Basis für die Unterstützung von Projekten. Von den Projekten der Stiftung, darunter ein Dutzend Großprojekte, gingen in den vergangenen zehn Jahren wichtige Impulse für die Schulentwicklung in Bayern aus.
Mit dem Wissen, dass die frühe Förderung von Kindern das entscheidende Fundament legt, entwickelte die Stiftung Modelle für einen fließenden Übergang vom lernenden Spielen zum spielerischen Lernen. Ein weiteres Anliegen ist die nachhaltige Kompetenz- und Persönlichkeitsentwicklung durch eine individuelle Förderung, die besonders auf den Stärken der Schülerinnen und Schüler aufbaut. Auf schulorganisatorischer Ebene will die Stiftung insbesondere die Freiheit und Eigenverantwortung der Schulen stärken, die Entwicklung kreativer, schulspezifischer Lösungen fördern und moderne Führungsstrukturen etablieren.
Weitere Informationen zur Stiftung und ihren Projekten über www.bildungspakt-bayern.de.
Am Modellprojekt "Flexible Grundschule" nehmen diese Grundschulen teil:
Anger-Volksschule Hof, Oberfranken
(Grundschule)
Leimitzer Querfeldweg 6
95028 Hof
Volksschule Küps, Oberfranken
(Grund- und Hauptschule)
Am Hirtengraben 7
96328 Küps
Volksschule Hösbach-Winzenhohl, Unterfranken
(Grundschule)
Ellerstr. 2
63768 Hösbach Winzenhohl
Volksschule Wartmannsroth, Unterfranken
(Grundschule)
Gerstenberg 8
97797 Wartmannsroth Dittlofsroda
Volksschule Fürth, Hans-Sachs-Straße, Mittelfranken
(Grundschule)
Hans-Sachs-Str. 30
90765 Fürth
Volksschule Nürnberg St. Leonhard, Mittelfranken
(Grundschule)
Schweinauer Str. 20
90439 Nürnberg
Volksschule Nürnberg, Mittelfranken
Erich-Kästner-Schule
(Grundschule)
Eichstätter Str. 11
90453 Nürnberg
Volksschule München an der Thelottstraße, Oberbayern
(Grundschule)
Thelottstr. 20
80933 München
Justus-von-Liebig-Volksschule Heufeld, Oberbayern
(Grund- und Hauptschule)
Hans-Scheibmaier-Str. 2-10
83052 Bruckmühl Heufeld
Volksschule Esting, Oberbayern
(Grundschule)
Schloßstr. 17
82140 Olching Esting
Volksschule Taufkirchen am Wald , Oberbayern
(Grundschule)
Pappelstr. 8
82024 Taufkirchen
Volksschule Polling, Oberbayern
(Grundschule)
Schillerstr. 4
84570 Polling
Volksschule München, Oberbayern
an der Burmesterstraße
(Grundschule)
Burmesterstr. 23
80939 München
St.-Peter-und-Paul-Volksschule Landshut, Niederbayern
(Grundschule)
Niedermayerstr. 14
84028 Landshut
Volksschule Rotthalmünster,Niederbayern
(Grundschule)
Franz-Gerauer-Straße 21
94094 Rotthalmünster
Ulrich-Schmidl-Volksschule Straubing, Niederbayern
(Grundschule)
Breslauer Straße 25
94315 Straubing
Jobst-vom-Brandt-Schule Waldershof, Oberpfalz
(Grund- und Hauptschule)
Ludwig-Hoffmann-Straße 2
95679 Waldershof
Volksschule Augsburg-Hochzoll-Süd, Schwaben
(Grundschule)
Höfatsstr. 27
86163 Augsburg
Volksschule Günzburg - Südost, Schwaben
(Grundschule)
Rebaystr. 13
89312 Günzburg
Volksschule Mindelheim, Schwaben
(Grundschule)
Schulstraße 4
87719 Mindelheim
Die Modellschulen sollen einen Querschnitt durch die Grundschullandschaft in Bayern darstellen.
Deshalb sind dabei
-sowohl kleine als auch große Schulen
-Schulen mit und ohne Erfahrung in der Jahrgangskombination
-Schulen mit hohem und geringem Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund.
Der Schulversuch wird an einigen Standorten in Ganztagesklassen und in Kooperationsklassen durchgeführt.
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Bayern: 30 Diplomphysiker und -mathematiker werden zum Einstieg in das Lehramt an beruflichen Schulen angenommen
Vorübergehende Zulassung von Bewerbern zum Traineeprogramm bei Fach- und Berufsoberschulen - Bewerbung bis 16. April
München, 17.02.2010 Voraussichtlich 30 Diplomphysiker und Diplommathematiker können im Rahmen einer Sondermaßnahme am 13. September mit einem Traineeprogramm für das Lehramt an beruflichen Schulen in Bayern beginnen.
Aufgrund des erhöhten Bedarfs an Bewerbern für das Lehramt an beruflichen Schulen in naturwissenschaftlichen Fächern und Mathematik eröffnet das Bayerische Kultusministerium Diplomphysikern und -mathematikern unter bestimmten Voraussetzungen den Einstieg in ein Traineeprogramm. Die Sondermaßnahme richtet sich an Bewerber, die an einer Universität im Geltungsbereich des Grundgesetzes die Diplomprüfung in Physik oder Mathematik - mit Nebenfach Physik oder Informatik - abgelegt haben. Nach erfolgreich durchlaufenem Traineeprogramm im Angestelltenverhältnis können die neu ausgebildeten Lehrkräfte als Beamte in den höheren Dienst übernommen werden und an Fach- und Berufsoberschulen unterrichten.
Die Bewerbungsformulare sind bis spätestens 16. April 2010 gemeinsam mit einem Lebenslauf sowie einer amtlich beglaubigten Ablichtung des Diplomzeugnisses an das Kultusministerium zu richten (Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Ref. VII.2, 80327 München). Weitere Hinweise sowie das Bewerbungsformular können im Internet unter www.stmuk.bayern.de/km/stellen/quereinstieg/ abgerufen werden.
München, 17.02.2010 Voraussichtlich 30 Diplomphysiker und Diplommathematiker können im Rahmen einer Sondermaßnahme am 13. September mit einem Traineeprogramm für das Lehramt an beruflichen Schulen in Bayern beginnen.
Aufgrund des erhöhten Bedarfs an Bewerbern für das Lehramt an beruflichen Schulen in naturwissenschaftlichen Fächern und Mathematik eröffnet das Bayerische Kultusministerium Diplomphysikern und -mathematikern unter bestimmten Voraussetzungen den Einstieg in ein Traineeprogramm. Die Sondermaßnahme richtet sich an Bewerber, die an einer Universität im Geltungsbereich des Grundgesetzes die Diplomprüfung in Physik oder Mathematik - mit Nebenfach Physik oder Informatik - abgelegt haben. Nach erfolgreich durchlaufenem Traineeprogramm im Angestelltenverhältnis können die neu ausgebildeten Lehrkräfte als Beamte in den höheren Dienst übernommen werden und an Fach- und Berufsoberschulen unterrichten.
Die Bewerbungsformulare sind bis spätestens 16. April 2010 gemeinsam mit einem Lebenslauf sowie einer amtlich beglaubigten Ablichtung des Diplomzeugnisses an das Kultusministerium zu richten (Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Ref. VII.2, 80327 München). Weitere Hinweise sowie das Bewerbungsformular können im Internet unter www.stmuk.bayern.de/km/stellen/quereinstieg/ abgerufen werden.
Kultusminister Spaenle will Grundschule nach Entwicklung der Kinder ausrichten - Einheitlich sechs Jahre für alle Kinder ist der falsche Weg
München, 17.02.2010 Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle will die Grundschule noch stärker als bisher auf die Entwicklung des einzelnen Kindes hin abstimmen. "Vom Kindergarten bis zum Weg auf die weiterführende Schule - also sechs Jahre lang - müssen wir unsere Kinder noch stärker als bisher entwicklungsgerecht fördern. Dabei darf nur das einzelne Kind und seine individuelle Entwicklung im Mittelpunkt stehen", so der Minister.
"Sechs Jahre Grundschule für alle Kinder ist Steinzeitpädagogik"
Das Prinzip "Für alle Kinder sechs Jahre lang das Gleiche", wie es in der heute veröffentlichten FORSA-Umfrage noch mal aufgegriffen worden ist, ist für den bayerischen Kultusminister der falsche Weg. Für Dr. Spaenle gilt der Grundsatz: "Jedem Kind seinen Weg." Individuelle Förderung trete so an die Stelle der Pädagogik von gestern. Der Minister begründet: "Was für Christian oder Franziska gut ist, muss für die gleichaltrigen Lisa und Kilian noch lange nicht gleichermaßen förderlich sein."
Auf diesem sechsjährigen pädagogischen Weg hat die Grundschule als einzige verpflichtende Bildungseinrichtung für alle Kinder eine Schlüsselrolle. "Gemeinsam mit der Stiftung Bildungspakt Bayern erproben wir ab dem Schuljahr 2010/2011 in einem Modellversuch die optimale Gestaltung dieser zukünftigen Eingangsstufe an 20 Grundschulen", betonte Minister Spaenle. Die Stiftung Bildungspakt Bayern bietet hierfür als erfahrener Partner ideale Voraussetzungen. Die 20 Grundschulen werden am Montag im Presseclub München von Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber bekannt gegeben.
Kindergarten und Grundschule sehr eng verzahnt
Die Übergangsphase vom Kindergarten zur Grundschule werde in Bayern künftig noch enger verzahnt.
In der Eingangstufe der Grundschule, also den bisherigen Jahrgangsstufen 1 und 2, sollen die Kinder entsprechend ihrer eigenen Entwicklung ein, zwei oder drei Jahre unterrichtet werden. "Dadurch können wir sicherstellen, dass das jeweilige Kind die Grundfertigkeiten des Lesens, Schreibens und Rechnens sicher beherrscht", unterstrich Minister Spaenle.
In Bayern vollzieht sich der Übertritt für die Kinder der Grundschule künftig als begleitete Übertrittsphase von der Jahrgangsstufe 3 bis zur Jahrgangsstufe 5.
In der Übertrittsphase werden Grundschule und weiterführende Schule enger miteinander verbunden.
Jedes Kind müsse einen individuellen Weg gehen können, so der Minister.
München, 17.02.2010 Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle will die Grundschule noch stärker als bisher auf die Entwicklung des einzelnen Kindes hin abstimmen. "Vom Kindergarten bis zum Weg auf die weiterführende Schule - also sechs Jahre lang - müssen wir unsere Kinder noch stärker als bisher entwicklungsgerecht fördern. Dabei darf nur das einzelne Kind und seine individuelle Entwicklung im Mittelpunkt stehen", so der Minister.
"Sechs Jahre Grundschule für alle Kinder ist Steinzeitpädagogik"
Das Prinzip "Für alle Kinder sechs Jahre lang das Gleiche", wie es in der heute veröffentlichten FORSA-Umfrage noch mal aufgegriffen worden ist, ist für den bayerischen Kultusminister der falsche Weg. Für Dr. Spaenle gilt der Grundsatz: "Jedem Kind seinen Weg." Individuelle Förderung trete so an die Stelle der Pädagogik von gestern. Der Minister begründet: "Was für Christian oder Franziska gut ist, muss für die gleichaltrigen Lisa und Kilian noch lange nicht gleichermaßen förderlich sein."
Auf diesem sechsjährigen pädagogischen Weg hat die Grundschule als einzige verpflichtende Bildungseinrichtung für alle Kinder eine Schlüsselrolle. "Gemeinsam mit der Stiftung Bildungspakt Bayern erproben wir ab dem Schuljahr 2010/2011 in einem Modellversuch die optimale Gestaltung dieser zukünftigen Eingangsstufe an 20 Grundschulen", betonte Minister Spaenle. Die Stiftung Bildungspakt Bayern bietet hierfür als erfahrener Partner ideale Voraussetzungen. Die 20 Grundschulen werden am Montag im Presseclub München von Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber bekannt gegeben.
Kindergarten und Grundschule sehr eng verzahnt
Die Übergangsphase vom Kindergarten zur Grundschule werde in Bayern künftig noch enger verzahnt.
In der Eingangstufe der Grundschule, also den bisherigen Jahrgangsstufen 1 und 2, sollen die Kinder entsprechend ihrer eigenen Entwicklung ein, zwei oder drei Jahre unterrichtet werden. "Dadurch können wir sicherstellen, dass das jeweilige Kind die Grundfertigkeiten des Lesens, Schreibens und Rechnens sicher beherrscht", unterstrich Minister Spaenle.
In Bayern vollzieht sich der Übertritt für die Kinder der Grundschule künftig als begleitete Übertrittsphase von der Jahrgangsstufe 3 bis zur Jahrgangsstufe 5.
In der Übertrittsphase werden Grundschule und weiterführende Schule enger miteinander verbunden.
Jedes Kind müsse einen individuellen Weg gehen können, so der Minister.

