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Redaktion 13.05.2009
Stuttgart, 13.05.2009 Selbst wenn alle Sonderschulen per Gesetzesänderung völlig abgeschafft werden würden, wird man Lehrkräfte mit eine sonderpädagogischen Aus­bildung auch künftig sogar mehr denn je benötigen, ist man sich beim Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg völlig sicher.

Wenn infolge der UN-Konvention und den Bemühungen um Inklusion die Inte­gration von Schülern mit eigentlich sonderpädagogischem Förderbedarf so um­gesetzt werden würde, dass alle heute Sonderschulen besuchenden Kinder und Jugendliche in allgemein bildenden Schulen aufgenommen werden müssten, wäre deren besonderer Förderbedarf trotzdem weiterhin gegeben.

Die Politik muss folglich alles unternehmen, dass künftig an allen Schulen die personellen, räumlichen und sächlichen Ressourcen so vorhanden sind, dass be­nachteiligte Kinder durch die Beschulung an einer solchen Einrichtung nicht noch einmal durch nicht adäquate Rahmenbedingungen zusätzlich benachteiligt würden. Das differenzierte Sonderschulwesen in Baden-Württemberg leistet zurzeit einen fachlich hoch angesiedelten Beitrag zur Integration Benachtei­ligter.

Es darf auch nicht sein, dass man bei der angestrebten Integration so verfährt wie etwa bei der Einführung neuer Fächer oder Fächerverbünde, indem man diese zunächst an den Schulen installiert und erst danach die Lehrkräfte gründ­lich darauf vorbereitet und fortbildet beziehungsweise gleich entsprechend aus­bildet. Grund-, Haupt-, Real- und Gymnasiallehrer wären ohne eine gründliche sonderpädagogische Ausbildung ziemlich hilflos und würden der gut gemeinten Sache sonst eher schaden als nützen. Wer Integration soweit vorantreiben will, dass behinderte und nicht behinderte Schüler wie selbstverständlich nebenein­ander und miteinander lernen, muss zuerst die Bedingungen dafür schaffen, anstatt Schüler und Lehrer ins kalte Wasser zu werfen und auf Selbstheilungs­kräfte zu vertrauen. Die Vorbereitung auf ein neues Bildungszeitalter kostet nicht nur sehr viel Geld, sondern benötigt noch mehr Vorlaufzeit. Diese Einschränkungen entbinden die Politik nicht davon, Inklusion und Integration offensiv anzugehen.

Pressekontakt zu dieser Meldung
Michael Gomolzig
Telefon 07181-82179
dienstlich: 07151-750310
Fax 07151-7103129
michael.gomolzig@vbe-bw.de
Redaktion 09.02.2009
Rickenbach, 09.02.2009 Gegen eine Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen spricht sich der Verband Bildung und Erziehung (VBE) aus. Die Referatsleiterin des VBE-Referates "Sonderschule" in Südbaden, Barbara Timm (Kandern / Müllheim) fordert gleiche Rechte für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen. "Auch Menschen mit Einschränkungen haben ein Recht, an der Gesellschaft teilzuhaben", postuliert die VBE-Sprecherin. Sie begrüßte, dass durch die Ratifizierung der UN-Konvention seitens der Bundesrepublik Deutschland im Dezember 2008 die so genannte "Inklusion" nun den Rang eines Gesetzes habe und diese deshalb eingefordert werden könne. Timm machte auch deutlich, dass sich Integration und Inklusion nicht nur von der Begrifflichkeit unterscheide, sondern Inklusion über Integration hinausgehe.

Dennoch, so Barbara Timm, sei es notwendig, die bestehenden Unterstützungs- und Fördersysteme beizubehalten, so lange die erforderlichen Rahmenbedingungen für eine echte Inklusion nicht bestehen. Wenn schon an Förder- und anderen Sonderschulen Lehrkräfte eingesetzt werden müssten, die die entsprechenden Ausbildungen für diese Schularten nicht erfahren haben, wieviel mehr muss man davon ausgehen, dass die Lehrkräfte der anderen staatlichen Regelschulen die erforderlichen Zusatzarbeiten zur Inklusion derzeit aus verschiedensten Gründen gar nicht nicht leisten können. Denn in vielen Grund- und Hauptschulen wären zusätzliche Gruppenräume vonnöten, finanzielle Mittel für Diagnose-, Förder- und Therapiematerialien stehen in den "Nicht-Sonderschulen" gar nicht erst zur Verfügung.

Für den VBE steht in der Diskussion über eine andere Schulstruktur immer das Kind und seine optimale Förderung im Mittelpunkt. Die weitergehende Heranführung der Kinder an Regelschulen erfordere deshalb auch sonderpädagogisch ausgebildetes Personal an denselben sowie deutlich kleinere Klassen. Die Wirklichkeit, so Timm, sähe leider anders aus. Besonders für diesen Bereich ausgebildete Lehrkräfte könnten auf Grund der knappen Lehrerversorgung mit Sonderschullehrern kaum noch die anfallende Arbeit an und für Sonderschulen abdecken. Für eine zusätzliche Kooperation oder dem zusätzlichen Einsatz an Regelschulen fehle einfach das qualifizierte Personal und die dazu nötigen Lehrerstunden. Hier müsse das Kultusministerium zum Umdenken aufgefordert werden. Die Ratifizierung der UN-Konvention sollte dabei ein Anstoß sein, weitere Schritte auf diesem Weg zu gehen.

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Verband Bildung und Erziehung (VBE)
Landesbezirk Südbaden
Josef Klein
Tel. 07765/8108
e-mail: vbe-loe@web.de www.vbe-suedbaden.de
Redaktion 06.02.2009
München, 06.02.2009 Die Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen lässt in der Diskussion über das deutsche bzw. bayerische Schulsystem nun eine Möglichkeit weniger offen: Dass ein inklusives Schulsystem kommen muss und dass Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf ab sofort nicht mehr separiert werden dürfen, ist nun amtlich. Dies erspart so mancher Gruppierung von Integrationsvorkämpfern eine mühsame Diskussion mit Eltern von nicht behinderten Kindern, die fürchten, dass durch die Gegenwart behinderter Kinder ihr eigener Nachwuchs in seiner Bildungslaufbahn gebremst werde.

Allerdings verläuft die Diskussion auch unter den Eltern der betroffenen Kinder über das, was nun besser sei, durchaus kontrovers. Neben den Befürwortern gibt es auch eine Anzahl von Eltern, die befürchten, dass eine künftige "Zwangsinklusion" zum Sparmodell würde, bei dem ihre Kinder zu "Beistellkindern" degradiert und deutlich schlechter gefördert würden als im jetzigen System. Henrike Paede, Leiterin des Sachgebiets Förderschule im Bayerischen Elternverband, hält diese Sorgen für berechtigt. "Die Verwirklichung eines erfolgreichen inklusiven Schulkonzepts steht und fällt mit der sonderpädagogischen Kompetenz. Sonderpädagogen, Heilpädagogen, Therapeuten und andere heilpädagogisch geschulte Kräften müssen von vorneherein eingebunden sein. Sonst haben unsere Kinder nur Nachteile aus ihren jetzt gestärkten Rechten!"

Der Bayerische Elternverband e. V., der die Forderung nach einer Schule für alle Kinder vertritt, hält die derzeitige Form von schulischer Integration in Bayern für kaum geeignet als Modell für eine künftige gemeinsame Beschulung aller Kinder. "Die inklusive Schule muss so gestaltet sein, dass jedes Kind, sei es behindert oder hochbegabt, die Förderung bekommt, die es zur Entwicklung seiner sämtlichen Fähigkeiten braucht!", sagt die stellvertretende Vorsitzende Ulrike Stautner. Dass dies ein völlig verändertes Verständnis von Schule erfordere als das derzeitige, in dem mit festen Lehrplänen und Zeitvorgaben gearbeitet würde, verstehe sich von selbst.

Der BEV ist gemeinnützig und an keine Konfession, politische Partei oder Schulart gebunden.

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Henrike Paede
Tel.: 0821 437196
Bayerischer Elternverband
Geschäftsstelle:
Aussiger Str. 23
91207 Lauf
Tel.+Fax : 09123 74427
mobil: 0175 9694378
info@bayerischer-elternverband.de
www.bayerischer-elternverband.de
Sachgebiet Förderschule
Henrike Paede
Richard-Wagner-Str. 11
86391 Stadtbergen
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henrike@paede.de


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