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Redaktion 08.03.2010
München, 08.03.2010 Der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK) und Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle nimmt angesichts der in den vergangenen Tagen aufgedeckten Fälle von Missbrauch und Gewalt gegen Schülerinnen und Schüler in kirchlichen und anderen privaten schulischen Einrichtungen Stellung:

1.Die aufgedeckten Fälle müssen rasch und vollständig aufgeklärt werden. Jedem Verdacht ist bereits im Ansatz nachzugehen, er muss aufgeklärt und es müssen - wo nötig - entsprechende Konsequenzen - gezogen werden. Fälle von sexuellem Missbrauch und von Gewalthandlungen gegen Schülerinnen und Schüler dürfen in keinem Fall geduldet werden. "Hier gilt "Null-Toleranz".

2.Die Verantwortlichen vor Ort müssen mit den Ermittlungsbehörden eng kooperieren. Sie müssen im Einzelfall für die Betroffenen Ansprechpartner sein.

3.Die Schulen und die damit verbundenen Internate müssen für die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen Schutz- und Schonraum sein. Davon müssen Schülerschaft und Eltern uneingeschränkt ausgehen können.

4.Die ganze Schulfamilie ist gefordert, ein Klima der Offenheit und des Vertrauens aufzubauen und damit auch für die Zukunft die Basis für eine Kultur des Hinsehens und der Aufmerksamkeit zu etablieren. Besonders anzusprechen sind dabei Verbindungslehrkräfte, Schulpsychologen, Beratungslehrer und Klassenlehrer sowie Sozialpädagogen. Diese müssen von den Fachbehörden bei der Wahrnehmung dieser sensiblen Aufgabenstellung unterstützt werden.

5.Bei der Prävention spielt die Stärkung der Persönlichkeit von Schülerinnen und Schülern eine Rolle. Geeignete pädagogische Angebote, wie z.B. das Programm "Prävention im Team" in Bayern, sollen zielgerichtet weiterentwickelt werden.

6.Für Bayern schlage ich einen runden Tisch vor, an dem Verantwortliche von Schulen, Schulträgern und Schulaufsicht sowie Experten aus Wissenschaft und Gesellschaft teilnehmen. Dieser runde Tisch kann die Prävention von Missbrauch und Gewalt an Schulen unterstützen. Ich biete von staatlicher Seite den Dialog an.

7.Ziel einer solchen Initiative kann es auch sein, eine schul- bzw. einrichtungsübergreifenden Ansprechstelle für Betroffene zu schaffen.

8.Zwischen der Kultusministerkonferenz und Frau Bundesbildungsministerin Annette Schavan wird in den nächsten Tagen zu dieser Problematik ein Gespräch stattfinden.
Redaktion 05.03.2010
Berlin, 05.03.2010 "Die Chancen von leistungsschwachen Schülern in den Blick zu nehmen, ist im Grundsatz richtig. Der VBE hofft jedoch, dass der jüngste KMK-Beschluss kein Rückzieher von der Verpflichtung auf das Bildungsprinzip des Förderns und Forderns für alle Schüler ist", erklärt VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann nach dem KMK-Beschluss vom 04. März.

Beckmann weiter: "Wir erwarten, dass die KMK weiterhin uneingeschränkt zu der Erklärung zum Fördern und Fordern vom Oktober 2006 steht. In dieser Erklärung hatten sich die KMK und alle deutschen Lehrerorganisationen zu einer neuen Lehr- und Lernkultur bekannt, die für alle Schülerinnen und Schüler in allen Schulstufen Wirklichkeit werden sollte." Bis heute sei in vielen Ländern nur wenig von der Umsetzung zu spüren. In dem Papier von 2006 werde ausdrücklich darauf verwiesen, so Beckmann, von den Interessen und Stärken der Schülerinnen und Schüler auszugehen, aber auch deren Schwächen zu analysieren und geeignete Fördermaßnahmen zur Leistungssteigerung mit Blick auf den jeweiligen individuellen Lernprozess zu entwickeln. "Wer dies ernsthaft verwirklichen will, muss die Bildungsinvestitionen deutlich erhöhen und Geld und die notwendigen Ressourcen für die frühkindliche Bildung und individuelle Förderung in allen Schulen bereitstellen", fordert Beckmann.

"Die neue Förderstrategie der KMK bedeutet eine Einschränkung der Positionen, die seit 2006 auf die Umsetzung warten", kritisiert der VBE-Bundesvorsitzende. "Kein Land darf sich aus der Verantwortung mogeln, allen Kindern mehr Zeit zu geben. Sie brauchen Zeit sich zu entwickeln. Deshalb ist es falsch, sie bereits im Alter von zehn Jahren nach wissenschaftlich nicht haltbaren Begabungstheorien auf Schulformen zu verteilen."
Redaktion 21.01.2010
Ländergemeinsames Abitur muss 2014 starten!
Schwerin, 21.01.2010"Wir haben das Jahr 2009 unter der KMK-Präsidentschaft von Mecklenburg-Vorpommern gut nutzen können, um entscheidende Punkte in der Bildungspolitik weiter voran zu bringen", so der Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Henry Tesch anlässlich der Festveranstaltung zur Übergabe der Präsidentschaft der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland von Mecklenburg-Vorpommern an Bayern am 22. Januar 2010 in Berlin.

Dazu zählt Minister Tesch insbesondere die Stralsunder Erklärung vom März 2009, in der sich die Kultusminister der Länder auf Maßnahmen geeinigt haben, den zunehmenden Bedarf an Lehrerinnen und Lehrern u.a. durch den Ausbau der Kapazitäten im Vorbereitungsdienst und bessere Koordinierung und Absprachen zwischen den Ländern zu decken.

Nach intensiven Gesprächen und Beratungen wurde im Oktober in Waren Müritz eine wichtige Zäsur für den Bolognaprozess gesetzt. Mit einem 11-Punkte-Plan, der u.a. die Stärkung der Bachelor-Abschlüsse als ersten berufsqualifizierenden Abschluss, die Reduzierung der Prüfungsbelastung und die gegenseitige Anerkennung von Prüfungsleistungen beinhaltete, soll der Bologna-Prozess mit dem Ziel eines gemeinsamen europäischen Hochschulraums weiter entwickelt werden. Die Kultusministerkonferenz konnte zusammen mit der Hochschulrektorenkonferenz dieses Anliegen im Dezember in Bonn konkretisieren und weitere Schritte vereinbaren.

"Außerdem haben wir mit der Initiierung eines bundesweiten jährlich wiederkehrenden Projekttags zum 9. November zur Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert einen wichtigen Akzent im Bereich der Demokratieerziehung setzen können", so Minister Tesch.

Weitere Ergebnisse sind u. a.:
-Die Einigung auf eine MINT*-Tagung 2010 der KMK in Schwerin. Es geht um Fragen der naturwissenschaftlichen Bildung im Kindergarten.
-Im Mai 2009 Besuch bei der polnischen Bildungsministerin Hall: Einigung über Vorgehen bei der Umsetzung des deutsch-polnischen Geschichtsbuchs.
-Im Juli 2009 in Israel Gespräch auf Regierungsebene: Wiederbelebung der deutsch-israelischen Schulbuchkommission beider Staaten vereinbart.
-Umzug der KMK von Bonn nach Berlin auf Grundlage eines Beschlusses der Ministerpräsidentenkonferenz
(*MINT = Mathematik, Informatik, Natur, Technik)

Als Vizepräsident der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2010 will sich Minister Tesch besonders für einen Einstieg in das ländergemeinsame Abitur einsetzen. Minister Tesch: "Ich bin der Auffassung, dass es höchste Zeit dafür ist. Die Mobilität vieler Menschen aufgrund beruflicher Perspektiven an unterschiedlichen Standorten erfordert aus verschiedenen Blickwinkeln ein höheres Maß an Vergleichbarkeit von schulischen Leistungen, ohne dabei die Grundidee des Bildungsföderalismus in Frage zu stellen. Deshalb ist jetzt der richtige Moment, ein Datum zu nennen, damit wir nicht weitere wertvolle Zeit für diesen notwendigen Schritt verlieren. Ich bin der festen Überzeugung, dass es möglich ist, den Einstieg in 2014 zu finden. Hierbei denke ich an Elemente in den Fächern Deutsch und Mathematik." Minister Tesch verwies darauf, dass damit die Gewähr gegeben ist, bundesweit die jetzigen Gymnasiasten auf die neuen Herausforderungen langfristig und sicher vorbereitet werden können. Um diesen Weg zu gehen, sei es erforderlich, die Rahmenpläne und Kerncurricula jetzt anzupassen.

Zur Vorbereitung der ländergemeinsamen Abiturprüfungen arbeitet Mecklenburg-Vorpommern bereits seit 2009 mit den Ländern Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Baden-Württemberg an der Vereinbarung gemeinsamer Anforderungen und Abituraufgaben.
Redaktion 10.09.2009
Berufliche Bildungsgänge führen zur Hochschulzugangsberechtigung
Bonn / Berlin, 10.09.2009 Die Länder haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Möglichkeiten geschaffen, um die Durchlässigkeit und Anschlussfähigkeit im Bildungssystem zu verbessern. In der beigefügten Übersicht des Sekretariats der Kultusministerkonferenz wird aufgezeigt, über welche beruflichen Bildungsgänge die Berechtigungen zur Aufnahme eines Studiums erlangt werden können. Viele Schullaufbahnen im beruflichen Schulwesen können bis zur Fachhochschulreife oder dem Abitur fortgesetzt werden.

Bildungswege der beruflichen Bildung können jetzt besser an individuelle Entwicklungsverläufe von Schülerinnen und Schülern angepasst werden. Das gilt insbesondere für Jugendliche, denen das Lernen in beruflichen Zusammenhängen entgegenkommt. Hierfür haben die Länder mit den beruflichen Schulen eine Alternative zum allgemein bildenden Schulwesen in der Sekundarstufe II geschaffen. Durch Beschlüsse der Kultusministerkonferenz ist sichergestellt, dass in allen Bildungsgängen eine Hochschulzugangsberechtigung erworben werden kann.

Redaktion 23.07.2009
Tesch will Jugendaustausch mit Israel ausbauen und intensivieren
Berlin, 23.07.2009 Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Henry Tesch, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommerns, reist am 26. Juli 2009 zu einem fünftägigen Besuch nach Israel. Dort wird Tesch u.a. mit dem israelischen Bildungsminister Gideon Sa`ar zusammenkommen. Auf dem Programm stehen außerdem Gespräche mit dem Erziehungsausschuss der Knesset, ein Besuch der Gedenkstätte Yad Vashem, sowie der Besuch eines Kibbuz. Die Integrationspolitik und die Demokratieerziehung werden weitere thematische Schwerpunkt der Reise bilden. Der Minister will sich außerdem ein Bild von der Umwelterziehung in Israel sowie von intensiven Sprachangeboten für Einwanderer machen.

Von besonderer Bedeutung sind außerdem Gespräche über die Frage der Wiederbelebung der deutsch-israelischen Schulbuchkommission unter Federführung des Georg-Eckert-Institutes für internationale Schulbuchforschung. Hierzu beabsichtigt der Präsident, eine Entscheidung der Kultusministerkonferenz im Rahmen der Plenarsitzung am 15./16.10.2009 herbeizuführen.

Tesch erklärte vor seiner Abreise: "Ich werde mich bei meinen israelischen Gesprächspartnern für einen Ausbau und die Intensivierung des Schüler-, Jugend- und Lehreraustauschs einsetzen. Denn: `Heute ist es an uns, an meiner Generation, zusammen mit der jungen Generation das Bewusstsein für eine Erinnerungskultur zu wecken, eine Erinnerungskultur, die auch dann trägt, wenn die Überlebenden der Shoah nicht mehr unter uns sein werden.`, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel am 18. März 2008 vor der Knesset formuliert hat. Darum sollen sich noch mehr junge Deutsche und junge Israeli aus eigener Anschauung ein umfassendes Bild vom jeweils anderen Land und seiner Gesellschaft machen."

Redaktion 22.07.2009
Bündel von Notmaßnahmen gefordert!
Berlin, 21.07.2009 Gegen den Vorwurf, die Situation des Lehrermangels zu dramatisieren und mit Horrorzahlen zu arbeiten, hat sich der DPhV-Vorsitzende Heinz-Peter Meidinger gewandt. Gleichzeitig präzisierte er die in manchen Medien genannten Zahlen.

Nach Schätzungen des Deutschen Philologenverbandes werde sich die Bedarfslücke an entsprechend fachlich und pädagogisch ausgebildeten Lehrern insbesondere in den so genannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) im kommenden Herbst auf mindestens 30 000 Lehrerstellen belaufen.

Meidinger sagte dazu: "Dies heißt allerdings nicht, dass diese Stellen unbesetzt bleiben und Unterricht im Umfang von 30 000 Lehrerdeputaten ausfällt, da die Schulleitungen bei fehlender Zuweisung von Lehrern sich auf dem freien Arbeitsmarkt selbst Ersatzkräfte suchen, die aber sehr häufig nicht über eine entsprechende fachliche oder pädagogische Ausbildung bzw. häufig auch über keine Nachqualifizierung verfügen. Beispielsweise müssen sich alle bayerischen Gymnasien Unterrichtspersonal für den Herbst 2009 selbst besorgen. Dies gilt für bis zu 8 Prozent ihres Stellenbudgets. Die Ministerien verkünden dann, dass die Unterrichtsversorgung gewährleistet sei, was aber allenfalls quantitativ, aber keinesfalls qualitativ stimmt."

Da die KMK hierzu keine aktuellen Zahlen zur Verfügung stelle, so der DPhV-Vorsitzende, bleibe als einzige Schätzungsgrundlage nur, den ständig wachsenden Anteil der Unterrichtenden an allgemein- und berufsbildenden Schulen zu bestimmen, die als Aushilfskräfte über keine Lehrerausbildung bzw. keine ausreichende Nachqualifizierung verfügen. Diese Quote erreiche im nächsten Schuljahr voraussichtlich 5 Prozent aller Lehrer über alle Schularten hinweg, das sind rund 40 000 Lehrer. Da davon nur ein Teil vollzeitbeschäftigt sei, sei eine Lehrerbedarfslücke von 30 000 Stellen realistisch.

"Selbst die inzwischen völlig veraltete KMK-Prognose von 2001 geht in dem Zeitraum bis 2015 von einer Lehrerbedarfslücke von 75 000 Lehrerstellen aus. Zu noch größeren Zahlenwerten kommt die aktuelle Studie von Prof. Klaus Klemm. Es ist seltsam, dass die KMK, deren oberste Aufgabe es wäre, selbst aktuelle Bestandsanalysen und Bedarfsprognosen vorzulegen, von Verbänden Berechnungsgrundlagen einfordert. Hier soll wohl eine unerträgliche Mangelsituation schön geredet werden!", stellte der Verbandschef klar.

Bezüglich dem in der Presse zitierten Vorschlag, den Lehrermangel durch den Import von Lehrern aus osteuropäischen Ländern zu lindern, wies der Philologenverbandsvorsitzende darauf hin, dass dies nur ein Vorschlag von vielen sei, der vom DPhV bzw. anlässlich des Runden Tisches zum Lehrermangel vor wenigen Wochen in Berlin vorgetragen worden sei.

Langfristig hilfreich sei in erster Linie eine gesellschaftliche Aufwertung des Lehrerberufs, damit in Zukunft wieder mehr Abiturienten naturwissenschaftliche Lehramtsstudiengänge anwählten. Kurzfristig helfen dagegen nur Notmaßnahmen wie z.B. eine systematische Nachqualifizierung von Quereinsteigern, eine verbesserte Mobilität von Lehrern in Deutschland (u.a. Lehrerstellenbörse im Internet), attraktive Mehrarbeitsregelungen, befristete Weiterbeschäftigung von Pensionisten auf freiwilliger Basis), Anwerbung von Lehrern aus dem deutschsprachigen Ausland und Werbung für Aufstockung von Teilzeitverträgen. Als eine weitere Möglichkeit wäre auch an ein Austauschprogramm mit osteuropäischen Ländern zu denken, in denen einerseits eine beträchtliche Zahl von MINT-Lehrern mit guten Deutschkenntnissen vorhanden sei, aber andererseits Deutschlehrer dringend gesucht würden." Wenn die KMK hier ein ausreichend finanziertes, auf zwei bis fünf Jahre befristetes Austauschprogramm auflegen würde, wäre dies eine sinnvolle Aktivität!", sagte Meidinger.

Redaktion 05.03.2009
GEW: "Den Schweine-Zyklus durchbrechen!"
Frankfurt am Main / Stralsund, 05.03.2009 Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die Kultusministerkonferenz (KMK) aufgefordert, endlich den "Schweine-Zyklus" bei der Lehrereinstellung zu durchbrechen. "Es ist kein Naturgesetz, dass auf einen Lehrermangel eine -schwemme folgt und dieser ständige Wechsel unveränderbar feststeht. Die Entwicklung der Schülerzahlen ist Jahre im Voraus bekannt. Mit einer kontinuierlichen Einstellungspolitik von Lehrkräften kann eine gute Unterrichtsversorgung für alle Schüler in der Bundesrepublik gesichert werden. Alle Kinder und Jugendlichen haben das Recht auf qualitativ hochwertige Bildung", erklärte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne heute mit Blick auf die KMK-Tagung in Stralsund.

Er erinnerte daran, dass die Länder seit der KMK-Lehrerbedarfsprognose 2003 im Zeitraum bis 2007 über 17.000 Lehrkräfte weniger eingestellt hätten als notwendig gewesen sei, um den Status Quo der Unterrichtsversorgung zu halten. "Das hausgemachte Problem des Lehrermangels lässt sich nicht lösen, indem die reichen Bundesländer mit Hilfe teurer Werbekampagnen den ärmeren die Lehrkräfte wegkaufen. Lehrkräfte, Schüler und Eltern wehren sich zu Recht dagegen, dass die föderale Kleinstaaterei der Länder auf ihrem Rücken ausgetragen wird. Verantwortungsvolle Personalplanung und -entwicklung erfordern gesamtstaatliches Handeln", unterstrich Thöne.

Er forderte die KMK auf, endlich "die Notbremse zu ziehen. Sonst steuern wir auf einen kollektiven Lehrermangel zu: für jedes Fach, für jede Schulstufe, in jedem Bundesland". Bereits der OECD-Bericht "Bildung auf einen Blick 2007" hatte darauf hingewiesen, dass in den nächsten Jahren für 100 aus dem Beruf ausscheidende Lehrkräfte lediglich 60 neu ausgebildete nachrückten. Um mehr junge Menschen für ein Lehrerstudium zu gewinnen, empfahl Thöne, die Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte attraktiver zu gestalten. Dazu gehörten bessere Rahmenbedingungen wie kleinere Klassen, eine Senkung der Unterrichtsverpflichtung sowie eine deutlich bessere Bezahlung. Die Bundesländer seien in den vergangen Jahren jedoch in die Gegenrichtung marschiert: Absenkung der (Einstiegs)Gehälter, Fristverträge und Teilzeitarbeitsplätze. Die Einstiegsgehälter für junge Lehrkräfte seien beispielsweise um bis zu 27 Prozent gesenkt worden. "So schreckt man junge Menschen vom schönen Beruf des Lehrers ab", betonte der GEW-Vorsitzende.

Zugleich mahnte er an, dass die Lehrerbildung dringend reformiert werden müsse: "Wir brauchen ein einheitliches Lehramt für alle Pädagoginnen und Pädagogen mit einheitlicher Bezahlung. Zudem müssen die pädagogisch-didaktischen Studienanteile deutlich erhöht werden."

Info: 2007 hat die GEW den letzten ihrer jährlichen Berichte zum Lehrerarbeitsmarkt herausgeben können. Dr. Kathrin Dedering und Dr. Frank Meetz hatten die Studie in Nachfolge des renommierten Essener Bildungsforschers Prof. Klaus Klemm erstellt. Die entsprechenden Informationen finden Sie auf der GEW-Webbsite unter:

http://www.gew.de/Teilarbeitsmarkt_Schule_-_Arbeitsmarktbericht_2007.html

Eine eigene Übersicht für das Jahr 2008 hat die KMK bisher nicht vorgelegt.

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Redaktion 04.03.2009
Düsseldorf, 04.03.2009 Die Kultusministerkonferenz in Stralsund muss sich, so der nordrhein-westfälische Philologen-Verband, auf vernünftige und nachvollziehbare Verhaltensregeln bei der Lehrergewinnung verständigen. Es ist unerträglich, dass sich Bundesländer gegenseitig mit zum Teil aggressiven Methoden Lehrerinnen und Lehrer abwerben.

"Wir sind nicht auf einem orientalischen Markt, bei dem man mit sich überbietenden Lockangeboten konkurriert", mahnt Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes. "Ein gesunder Wettbewerb um die besten Lehrerinnen und Lehrer ist durchaus nicht schädlich, aber der wachsende Lehrermangel ist ein ernst zu nehmendes Problem, das man seriös angehen muss. Für die Betroffenen müssen die Kriterien durchschaubar sein!"

Der nordrhein-westfälische Philologen-Verband hält es für pervers, dass einige Bundesländer große finanzielle Anstrengungen in der Lehrerausbildung unternehmen, während andere Länder sich stattdessen mit besseren Konditionen die fertig ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrer einkaufen.

Allerdings muss sich Nordrhein-Westfalen den Vorwurf gefallen lassen, sich mit der bundesweit niedrigsten Verbeamtungsgrenze von 35 Jahren einen massiven Wettbewerbsnachteil zu leisten. Das ist schnellstens zu ändern!

Es ist unergiebig, mit kurzfristigen und kurzsichtigen Notoperationen in einen Aktionismus zu verfallen, statt die Attraktivität des Lehrberufs deutlich zu erhöhen. Hierzu müssen auch die Hochschulen in die Pflicht genommen werden, mehr Lehramtsstudienplätze als bisher zur Verfügung zu stellen. Die Bezahlung während der schulpraktischen Seminarausbildung ist deutlich anzuheben, die Aufstiegsperspektiven sind auszuweiten. Vor allem jedoch müssen alle ihren Beitrag dazu leisten, dass die gesellschaftliche Wertschätzung für den Lehrerberuf wächst.

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Redaktion 04.03.2009
GEW: "Viel zu spät und völlig unverbindlich - Bundesgesetz notwendig"
Frankfurt am Main, 04.03.2009 "Mit der Einrichtung einer Internet-Tauschbörse à la eBay lässt sich das Studienplatz-Chaos nicht auflösen. Wir brauchen eine bundesgesetzliche Regelung, die das Grundrecht der Studienberechtigten auf Hochschulzulassung gewährleistet." Mit diesen Worten kritisierte das für Hochschulen verantwortliche Vorstandsmitglied der GEW, Andreas Keller, die Eckpunkte zur Hochschulzulassung, auf die sich Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) mit Vertretern der Kultusministerkonferenz (KMK) und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) verständigt hatte.

"Schavans Eckpunkte sind das Papier nicht wert, auf das sie gedruckt wurden: Das von ihr vorgeschlagene Verfahren zur Hochschulzulassung kommt erstens viel zu spät und ist zweitens völlig unverbindlich", sagte Keller. Er kritisierte, dass erst im Wintersemester 2011/12 ein neues Zulassungsverfahren angewandt werden solle. "Nicht erst 2011, sondern heute weisen die Hochschulen Studienberechtigte ab, obwohl tausende Studienplätze unbesetzt bleiben. Daher brauchen wir unverzüglich eine Lösung dieses Problems", forderte der GEW-Hochschulexperte. Im Kern sähen die Eckpunkte lediglich eine Harmonisierung der Zulassungstermine sowie die Einrichtung eines Internetportals vor. "Weder ist garantiert, dass sich bundesweit alle Hochschulen an dem neuen Verfahren beteiligen, noch dass sie ihre Kapazitäten tatsächlich ausschöpfen", sagte Keller.

"Statt eines unverbindlichen Verfahrens zum Sankt-Nimmerleins-Tag, brauchen wir ein Bundes-Hochschulzulassungsgesetz. Dieses muss zum Sommersemester 2009 sicherstellen, dass alle Studienplätze vergeben werden", forderte Keller. "Es ist erfreulich, dass sich die Bundesbildungsministerin des Problems endlich persönlich annimmmt. Konsequent wäre aber, wenn sie dann auch einen Gesetzentwurf vorlegt." Der GEW-Sprecher betonte, dass der Bund auch nach der Föderalismusreform die Gesetzgebungskompetenz für die Regelung der Hochschulzulassung besitze. Er erinnerte außerdem an das Numerus-Clausus-Urteil des Bundesverfassungsgerichts: "Das Grundrecht auf Berufswahlfreiheit in Artikel 12 des Grundgesetzes schließt ein Recht auf Hochschulzulassung ein. Der Gesetzgeber muss eingreifen, wenn dieses Grundrecht verletzt wird, das die Zukunftschancen junger Menschen schützt", unterstrich Keller.

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Pädagogischer Austauschdienst (PAD) lädt zur Partnerbörse ein
Bonn, 23.01.2009 Von Albanien und Ägypten bis Vietnam und Weißrussland: Schulen, die für ihre Schüler ein internationales Austauschprojekt planen, werden auf der Bildungsmesse "didacta" in Hannover bei der Suche nach geeigneten Partnern unterstützt. Unter dem Motto "PartnerSchulen – Deutsche Schulen weltweit vernetzt" führen der Pädagogische Austauschdienst (PAD) der Kultusministerkonferenz und das Auswärtige Amt am 10. und 11. Februar 2009 eine internationale Partnerbörse im NordLB-Forum direkt bei Halle 17 auf dem Messegelände durch.

Rund 50 deutsche Schulen und 50 Schulen aus dem Ausland stellen dort sich und ihre Projektideen vor und laden zum Gespräch ein. Die Veranstaltung ist Teil der Partnerschulinitiative des Auswärtigen Amtes, die 2008 gestartet wurde. Ihr Ziel ist es, ein weltumspannendes Netz von mindestens 1.000 Partnerschulen aufzubauen und damit bei jungen Menschen Interesse und Begeisterung für das moderne Deutschland und seine Gesellschaft zu wecken.

Im Rahmen der Partnerbörse finden an beiden Tagen auch zahlreiche Fachvorträge und Diskussionsrunden statt, beispielsweise zu folgenden Themen:

10. Februar 2009 von 17.00 bis 17.45 Uhr
Stolpersteine in der Austauschpraxis – und wie man sie meistert

11. Februar 2009 von 14.00 bis 14.45 Uhr
Schulpartnerschaften in der Lehrerausbildung – das Beispiel Indien

11. Februar 2009 von 15.00 bis 15:45 Uhr
Mehr als nur Austausch – Schulpartnerschaften als Instrument der Schulentwicklung

11. Februar 2009 von 17.00 bis 17.45 Uhr
China – ein neues Partnerland

Die Teilnahme an den Veranstaltungen der Partnerbörse ist für Messebesucher kostenfrei möglich.

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53113 Bonn
Pressereferat:
Tel: 0228/501-611
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Berliner Büro im Wissenschaftsforum am Gendarmenmarkt
Markgrafenstraße 37
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Fax:030/25418-452
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