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Redaktion 05.06.2010
Bonn, 04.06.2010 Der Präsident der Kultusministerkonferenz der Länder, Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, begrüßt den heutigen Beschluss des Bundesrats als "Signal für die Priorität von Bildung".

"Ich bin fest überzeugt, dass der Bildungsgipfel am 10. Juni einen wichtigen Meilenstein zugunsten einer dauerhaft verbesserten Situation für Bildung und Wissenschaft in Deutschland setzen wird", so Spaenle im Anschluss an die Beratungen der Vertretung der Länder.
Redaktion 23.03.2010
Schwerin, 22.03.2010 Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsminister Henry Tesch wurde am vergangenen Freitag in Wien von der Kultusministerin für das Bundesland Wien, Dr. Susanne Brandsteidl, zu einem Arbeitstreffen empfangen.

Die Zusammenarbeit beider Länder zielt vor allem darauf ab, gemeinsame Projekte zu Mehrsprachigkeit, Kooperationen im Grenzraum und zur Mobilität im europäischen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu forcieren. Dazu zählt u.a das INTERREG IVB-Projekt ET-struct, das eine unmittelbare Vernetzung des (Aus-)Bildungssektors mit Einrichtungen des Arbeitsmarktes vorsieht. Bildungsminister Tesch: "Wir sehen in dieser intensiven Zusammenarbeit eine Möglichkeit, den europäischen Gedanken umzusetzen und wollen uns damit den Herausforderungen des europäischen Prozesses im Bildungssystem stellen und den interkulturellen Dialog stärken."

Bereits im Mai wird Ministerin Dr. Brandsteidl das Projekt ET-struct in Wien eröffnen. Im November stellen Minister Tesch und Dr. Brandsteidl das Projekt im Ausschuss der Regionen (AdR) in Brüssel vor.

Bei dem Gespräch ging es auch um die Erfahrungen beider Bundesländer als Grenzregion. So betonte Minister Tesch die Wichtigkeit grenzüberschreitender Projekte wie sie bspw. zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Zachodniopomorskie oder Wien-Bratislava bestehen. Ministerin Brandsteidl wird sich bei ihrem nächsten Besuch in Mecklenburg-Vorpommern über Projekte der deutsch-polnischen Grenzregion Pomerania informieren. Dabei geht es vor allem um die Zusammenarbeit in der Grenzregion und die Verfahrensweise der Projekte.

Minister Tesch bewertet die bestehende Zusammenarbeit zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Wien sehr positiv und will die guten Erfahrungen auch in Zukunft fortführen.
Redaktion 18.03.2010
München / Brüssel, 18.03.2010 Der bayerische Kultusminister und Präsident der Kultusministerkonferenz Dr. Ludwig Spaenle spricht sich gegen die Pläne der Europäischen Union aus, sich bei der Frühjahrstagung des Europäischen Rates Ende März weitere Kompetenzen in der Gestaltung der Bildungspolitik anzueignen. Er kündigte eine intensive politische Auseinandersetzung um diese Pläne an. Spaenle erinnerte daran: Die EU-Kommission hat im Bildungsbereich nur das Recht, die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten zu fördern, und muss dabei das Subsidiaritätsprinzip strikt wahren.

Anfang März hatte die Europäische Kommission im Rahmen ihrer Strategie für die wirtschaftliche Entwicklung innerhalb der Europäischen Union bis zum Jahr 2020 konkrete Maßnahmen für den Bildungsbereich vorgeschlagen. Dazu gehören nationale Zielvorgaben, um bestimmte europäische "Benchmarks" zu erreichen. So will die Europäische Union z.B. den Anteil von Hochschulabsolventen in der Bevölkerung festlegen.

"Die deutschen Länder haben ein vitales Interesse daran, das Bildungssystem weiter zu verbessern und gerechter zu gestalten", unterstrich Bayerns Kultusminister. Wie diese Ziele erreicht werden sollen, muss aber von den Ländern entschieden werden, die für die Bildung verantwortlich sind. Sie kennen die Bedürfnisse der jungen Menschen vor Ort besser und können sie in ihre Beschlüsse einbringen", so der Bildungspolitiker. Spezifische Zielvorgaben der EU für ihre Mitgliedstaaten entbehrten dagegen der Rechtsgrundlage. "Dirigistische Vorgaben aus Brüssel gehen am Alltag der Menschen vor Ort vorbei und widersprechen ihren Bedürfnissen", warnte Spaenle vor zentralistischen Tendenzen.

Kritisch sieht der Staatsminister übereilte Festlegungen, die die Kommission z.B. bei Mobilitätsprogrammen anstrebt. "Wir müssen die Vorstellungen aus Brüssel zunächst genau prüfen, da sie weitreichende Entscheidungen bei der Verteilung von Fördergeldern im Bildungsbereich nach sich ziehen."

In diesem Zusammenhang hat Minister Spaenle den Beschluss des Deutschen Bundesrats vom 16. März zur Europa 2020-Strategie der EU-Kommission begrüßt. Der Bundesrat hatte sich darin maßgeblich auf Initiative des Freistaats Bayern für die Erhaltung der Länderkompetenzen im Bildungsbereich stark gemacht.

Die Brüsseler Bürokratie darf den Bildungsbegriff nicht vorrangig auf Fragen der beruflichen Qualifizierung und der Verwertung von Inhalten reduzieren, so Spaenle abschließend. Bildung müsse die gesamte Persönlichkeit zur Entfaltung bringen.
Redaktion 12.03.2010
Bonn, 11.03.2010 Das Präsidium der Kultusministerkonferenz hat heute über die Handlungsstrategie entschieden, um sexuellen Missbrauch in Schulen und in Internaten zu verhindern.
Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle (Bayern) erklärte dazu:
1.Die Kultusministerkonferenz setzt auf die rückhaltlose Aufklärung von Fällen sexuellen Missbrauchs und Gewaltanwendung gegen Kinder und Jugendliche in Schulen und Internaten. Für uns gibt es hier ,Null Toleranz` gegenüber Tätern. Das Vertrauen in die Schule als geschützter Ort für unsere jungen Menschen darf nicht erschüttert werden.
2.Deshalb setzt die Kultusministerkonferenz eine Arbeitsgruppe zu "Konsequenzen aus den bekannt gewordenen Fällen von Missbrauch und Gewaltanwendung" ein. Diese wird die notwendigen Maßnahmen weiter- und gegebenenfalls neu entwickeln, wie mit Blick auf die Zukunft solche Straftaten an unseren Kindern verhindert werden können.
3.Die Kultusministerkonferenz kann dabei als Arbeitsgrundlage auf wesentliche Teile einer "Handreichung zur Förderung des Erkennens von Kindesmisshandlung und des adäquaten Umgangs mit Verdachtsfällen" aus dem Jahr 2008 zurückgreifen. Diese unterstützt Fachkräfte und Lehrkräfte vor Ort vor allem dabei, frühzeitig Symptome zu erkennen und entsprechend auf Verdachtsfälle zu reagieren.
4.Die Kultusministerkonferenz wird die in den einzelnen Ländern getroffenen Maßnahmen zusammenführen, um Empfehlungen für ein länderübergreifend wirksames Handeln zu erarbeiten. Auch geeignete Präventionsstrategien sollen dabei in die Betrachtung einbezogen werden.
5.Es ist selbstverständlich, dass sich die Kultusministerkonferenz in ihrer Verantwortung für Bildungsfragen an Initiativen des Bundes, etwa an Runden Tischen, beteiligt.
Die Arbeitsgruppe wird in der kommenden Woche konstituiert werden.

"Wir müssen unserer Verantwortung gerecht werden, unsere Kinder und Jugendlichen in unseren Schulen bestmöglich vor Missbrauch und Gewalt zu schützen", so Minister Spaenle abschließend. "Allerdings ist in diesem Zusammenhang mit pauschalen Schuldzuweisungen gegenüber privaten oder kirchlichen Schulträgern nicht gedient."
Redaktion 08.03.2010
München, 08.03.2010 Der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK) und Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle nimmt angesichts der in den vergangenen Tagen aufgedeckten Fälle von Missbrauch und Gewalt gegen Schülerinnen und Schüler in kirchlichen und anderen privaten schulischen Einrichtungen Stellung:

1.Die aufgedeckten Fälle müssen rasch und vollständig aufgeklärt werden. Jedem Verdacht ist bereits im Ansatz nachzugehen, er muss aufgeklärt und es müssen - wo nötig - entsprechende Konsequenzen - gezogen werden. Fälle von sexuellem Missbrauch und von Gewalthandlungen gegen Schülerinnen und Schüler dürfen in keinem Fall geduldet werden. "Hier gilt "Null-Toleranz".

2.Die Verantwortlichen vor Ort müssen mit den Ermittlungsbehörden eng kooperieren. Sie müssen im Einzelfall für die Betroffenen Ansprechpartner sein.

3.Die Schulen und die damit verbundenen Internate müssen für die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen Schutz- und Schonraum sein. Davon müssen Schülerschaft und Eltern uneingeschränkt ausgehen können.

4.Die ganze Schulfamilie ist gefordert, ein Klima der Offenheit und des Vertrauens aufzubauen und damit auch für die Zukunft die Basis für eine Kultur des Hinsehens und der Aufmerksamkeit zu etablieren. Besonders anzusprechen sind dabei Verbindungslehrkräfte, Schulpsychologen, Beratungslehrer und Klassenlehrer sowie Sozialpädagogen. Diese müssen von den Fachbehörden bei der Wahrnehmung dieser sensiblen Aufgabenstellung unterstützt werden.

5.Bei der Prävention spielt die Stärkung der Persönlichkeit von Schülerinnen und Schülern eine Rolle. Geeignete pädagogische Angebote, wie z.B. das Programm "Prävention im Team" in Bayern, sollen zielgerichtet weiterentwickelt werden.

6.Für Bayern schlage ich einen runden Tisch vor, an dem Verantwortliche von Schulen, Schulträgern und Schulaufsicht sowie Experten aus Wissenschaft und Gesellschaft teilnehmen. Dieser runde Tisch kann die Prävention von Missbrauch und Gewalt an Schulen unterstützen. Ich biete von staatlicher Seite den Dialog an.

7.Ziel einer solchen Initiative kann es auch sein, eine schul- bzw. einrichtungsübergreifenden Ansprechstelle für Betroffene zu schaffen.

8.Zwischen der Kultusministerkonferenz und Frau Bundesbildungsministerin Annette Schavan wird in den nächsten Tagen zu dieser Problematik ein Gespräch stattfinden.
Redaktion 05.03.2010
Berlin, 05.03.2010 "Die Chancen von leistungsschwachen Schülern in den Blick zu nehmen, ist im Grundsatz richtig. Der VBE hofft jedoch, dass der jüngste KMK-Beschluss kein Rückzieher von der Verpflichtung auf das Bildungsprinzip des Förderns und Forderns für alle Schüler ist", erklärt VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann nach dem KMK-Beschluss vom 04. März.

Beckmann weiter: "Wir erwarten, dass die KMK weiterhin uneingeschränkt zu der Erklärung zum Fördern und Fordern vom Oktober 2006 steht. In dieser Erklärung hatten sich die KMK und alle deutschen Lehrerorganisationen zu einer neuen Lehr- und Lernkultur bekannt, die für alle Schülerinnen und Schüler in allen Schulstufen Wirklichkeit werden sollte." Bis heute sei in vielen Ländern nur wenig von der Umsetzung zu spüren. In dem Papier von 2006 werde ausdrücklich darauf verwiesen, so Beckmann, von den Interessen und Stärken der Schülerinnen und Schüler auszugehen, aber auch deren Schwächen zu analysieren und geeignete Fördermaßnahmen zur Leistungssteigerung mit Blick auf den jeweiligen individuellen Lernprozess zu entwickeln. "Wer dies ernsthaft verwirklichen will, muss die Bildungsinvestitionen deutlich erhöhen und Geld und die notwendigen Ressourcen für die frühkindliche Bildung und individuelle Förderung in allen Schulen bereitstellen", fordert Beckmann.

"Die neue Förderstrategie der KMK bedeutet eine Einschränkung der Positionen, die seit 2006 auf die Umsetzung warten", kritisiert der VBE-Bundesvorsitzende. "Kein Land darf sich aus der Verantwortung mogeln, allen Kindern mehr Zeit zu geben. Sie brauchen Zeit sich zu entwickeln. Deshalb ist es falsch, sie bereits im Alter von zehn Jahren nach wissenschaftlich nicht haltbaren Begabungstheorien auf Schulformen zu verteilen."
Redaktion 21.01.2010
Ländergemeinsames Abitur muss 2014 starten!
Schwerin, 21.01.2010"Wir haben das Jahr 2009 unter der KMK-Präsidentschaft von Mecklenburg-Vorpommern gut nutzen können, um entscheidende Punkte in der Bildungspolitik weiter voran zu bringen", so der Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Henry Tesch anlässlich der Festveranstaltung zur Übergabe der Präsidentschaft der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland von Mecklenburg-Vorpommern an Bayern am 22. Januar 2010 in Berlin.

Dazu zählt Minister Tesch insbesondere die Stralsunder Erklärung vom März 2009, in der sich die Kultusminister der Länder auf Maßnahmen geeinigt haben, den zunehmenden Bedarf an Lehrerinnen und Lehrern u.a. durch den Ausbau der Kapazitäten im Vorbereitungsdienst und bessere Koordinierung und Absprachen zwischen den Ländern zu decken.

Nach intensiven Gesprächen und Beratungen wurde im Oktober in Waren Müritz eine wichtige Zäsur für den Bolognaprozess gesetzt. Mit einem 11-Punkte-Plan, der u.a. die Stärkung der Bachelor-Abschlüsse als ersten berufsqualifizierenden Abschluss, die Reduzierung der Prüfungsbelastung und die gegenseitige Anerkennung von Prüfungsleistungen beinhaltete, soll der Bologna-Prozess mit dem Ziel eines gemeinsamen europäischen Hochschulraums weiter entwickelt werden. Die Kultusministerkonferenz konnte zusammen mit der Hochschulrektorenkonferenz dieses Anliegen im Dezember in Bonn konkretisieren und weitere Schritte vereinbaren.

"Außerdem haben wir mit der Initiierung eines bundesweiten jährlich wiederkehrenden Projekttags zum 9. November zur Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert einen wichtigen Akzent im Bereich der Demokratieerziehung setzen können", so Minister Tesch.

Weitere Ergebnisse sind u. a.:
-Die Einigung auf eine MINT*-Tagung 2010 der KMK in Schwerin. Es geht um Fragen der naturwissenschaftlichen Bildung im Kindergarten.
-Im Mai 2009 Besuch bei der polnischen Bildungsministerin Hall: Einigung über Vorgehen bei der Umsetzung des deutsch-polnischen Geschichtsbuchs.
-Im Juli 2009 in Israel Gespräch auf Regierungsebene: Wiederbelebung der deutsch-israelischen Schulbuchkommission beider Staaten vereinbart.
-Umzug der KMK von Bonn nach Berlin auf Grundlage eines Beschlusses der Ministerpräsidentenkonferenz
(*MINT = Mathematik, Informatik, Natur, Technik)

Als Vizepräsident der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2010 will sich Minister Tesch besonders für einen Einstieg in das ländergemeinsame Abitur einsetzen. Minister Tesch: "Ich bin der Auffassung, dass es höchste Zeit dafür ist. Die Mobilität vieler Menschen aufgrund beruflicher Perspektiven an unterschiedlichen Standorten erfordert aus verschiedenen Blickwinkeln ein höheres Maß an Vergleichbarkeit von schulischen Leistungen, ohne dabei die Grundidee des Bildungsföderalismus in Frage zu stellen. Deshalb ist jetzt der richtige Moment, ein Datum zu nennen, damit wir nicht weitere wertvolle Zeit für diesen notwendigen Schritt verlieren. Ich bin der festen Überzeugung, dass es möglich ist, den Einstieg in 2014 zu finden. Hierbei denke ich an Elemente in den Fächern Deutsch und Mathematik." Minister Tesch verwies darauf, dass damit die Gewähr gegeben ist, bundesweit die jetzigen Gymnasiasten auf die neuen Herausforderungen langfristig und sicher vorbereitet werden können. Um diesen Weg zu gehen, sei es erforderlich, die Rahmenpläne und Kerncurricula jetzt anzupassen.

Zur Vorbereitung der ländergemeinsamen Abiturprüfungen arbeitet Mecklenburg-Vorpommern bereits seit 2009 mit den Ländern Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Baden-Württemberg an der Vereinbarung gemeinsamer Anforderungen und Abituraufgaben.
Redaktion 10.09.2009
Berufliche Bildungsgänge führen zur Hochschulzugangsberechtigung
Bonn / Berlin, 10.09.2009 Die Länder haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Möglichkeiten geschaffen, um die Durchlässigkeit und Anschlussfähigkeit im Bildungssystem zu verbessern. In der beigefügten Übersicht des Sekretariats der Kultusministerkonferenz wird aufgezeigt, über welche beruflichen Bildungsgänge die Berechtigungen zur Aufnahme eines Studiums erlangt werden können. Viele Schullaufbahnen im beruflichen Schulwesen können bis zur Fachhochschulreife oder dem Abitur fortgesetzt werden.

Bildungswege der beruflichen Bildung können jetzt besser an individuelle Entwicklungsverläufe von Schülerinnen und Schülern angepasst werden. Das gilt insbesondere für Jugendliche, denen das Lernen in beruflichen Zusammenhängen entgegenkommt. Hierfür haben die Länder mit den beruflichen Schulen eine Alternative zum allgemein bildenden Schulwesen in der Sekundarstufe II geschaffen. Durch Beschlüsse der Kultusministerkonferenz ist sichergestellt, dass in allen Bildungsgängen eine Hochschulzugangsberechtigung erworben werden kann.

Redaktion 23.07.2009
Tesch will Jugendaustausch mit Israel ausbauen und intensivieren
Berlin, 23.07.2009 Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Henry Tesch, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommerns, reist am 26. Juli 2009 zu einem fünftägigen Besuch nach Israel. Dort wird Tesch u.a. mit dem israelischen Bildungsminister Gideon Sa`ar zusammenkommen. Auf dem Programm stehen außerdem Gespräche mit dem Erziehungsausschuss der Knesset, ein Besuch der Gedenkstätte Yad Vashem, sowie der Besuch eines Kibbuz. Die Integrationspolitik und die Demokratieerziehung werden weitere thematische Schwerpunkt der Reise bilden. Der Minister will sich außerdem ein Bild von der Umwelterziehung in Israel sowie von intensiven Sprachangeboten für Einwanderer machen.

Von besonderer Bedeutung sind außerdem Gespräche über die Frage der Wiederbelebung der deutsch-israelischen Schulbuchkommission unter Federführung des Georg-Eckert-Institutes für internationale Schulbuchforschung. Hierzu beabsichtigt der Präsident, eine Entscheidung der Kultusministerkonferenz im Rahmen der Plenarsitzung am 15./16.10.2009 herbeizuführen.

Tesch erklärte vor seiner Abreise: "Ich werde mich bei meinen israelischen Gesprächspartnern für einen Ausbau und die Intensivierung des Schüler-, Jugend- und Lehreraustauschs einsetzen. Denn: `Heute ist es an uns, an meiner Generation, zusammen mit der jungen Generation das Bewusstsein für eine Erinnerungskultur zu wecken, eine Erinnerungskultur, die auch dann trägt, wenn die Überlebenden der Shoah nicht mehr unter uns sein werden.`, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel am 18. März 2008 vor der Knesset formuliert hat. Darum sollen sich noch mehr junge Deutsche und junge Israeli aus eigener Anschauung ein umfassendes Bild vom jeweils anderen Land und seiner Gesellschaft machen."

Redaktion 22.07.2009
Bündel von Notmaßnahmen gefordert!
Berlin, 21.07.2009 Gegen den Vorwurf, die Situation des Lehrermangels zu dramatisieren und mit Horrorzahlen zu arbeiten, hat sich der DPhV-Vorsitzende Heinz-Peter Meidinger gewandt. Gleichzeitig präzisierte er die in manchen Medien genannten Zahlen.

Nach Schätzungen des Deutschen Philologenverbandes werde sich die Bedarfslücke an entsprechend fachlich und pädagogisch ausgebildeten Lehrern insbesondere in den so genannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) im kommenden Herbst auf mindestens 30 000 Lehrerstellen belaufen.

Meidinger sagte dazu: "Dies heißt allerdings nicht, dass diese Stellen unbesetzt bleiben und Unterricht im Umfang von 30 000 Lehrerdeputaten ausfällt, da die Schulleitungen bei fehlender Zuweisung von Lehrern sich auf dem freien Arbeitsmarkt selbst Ersatzkräfte suchen, die aber sehr häufig nicht über eine entsprechende fachliche oder pädagogische Ausbildung bzw. häufig auch über keine Nachqualifizierung verfügen. Beispielsweise müssen sich alle bayerischen Gymnasien Unterrichtspersonal für den Herbst 2009 selbst besorgen. Dies gilt für bis zu 8 Prozent ihres Stellenbudgets. Die Ministerien verkünden dann, dass die Unterrichtsversorgung gewährleistet sei, was aber allenfalls quantitativ, aber keinesfalls qualitativ stimmt."

Da die KMK hierzu keine aktuellen Zahlen zur Verfügung stelle, so der DPhV-Vorsitzende, bleibe als einzige Schätzungsgrundlage nur, den ständig wachsenden Anteil der Unterrichtenden an allgemein- und berufsbildenden Schulen zu bestimmen, die als Aushilfskräfte über keine Lehrerausbildung bzw. keine ausreichende Nachqualifizierung verfügen. Diese Quote erreiche im nächsten Schuljahr voraussichtlich 5 Prozent aller Lehrer über alle Schularten hinweg, das sind rund 40 000 Lehrer. Da davon nur ein Teil vollzeitbeschäftigt sei, sei eine Lehrerbedarfslücke von 30 000 Stellen realistisch.

"Selbst die inzwischen völlig veraltete KMK-Prognose von 2001 geht in dem Zeitraum bis 2015 von einer Lehrerbedarfslücke von 75 000 Lehrerstellen aus. Zu noch größeren Zahlenwerten kommt die aktuelle Studie von Prof. Klaus Klemm. Es ist seltsam, dass die KMK, deren oberste Aufgabe es wäre, selbst aktuelle Bestandsanalysen und Bedarfsprognosen vorzulegen, von Verbänden Berechnungsgrundlagen einfordert. Hier soll wohl eine unerträgliche Mangelsituation schön geredet werden!", stellte der Verbandschef klar.

Bezüglich dem in der Presse zitierten Vorschlag, den Lehrermangel durch den Import von Lehrern aus osteuropäischen Ländern zu lindern, wies der Philologenverbandsvorsitzende darauf hin, dass dies nur ein Vorschlag von vielen sei, der vom DPhV bzw. anlässlich des Runden Tisches zum Lehrermangel vor wenigen Wochen in Berlin vorgetragen worden sei.

Langfristig hilfreich sei in erster Linie eine gesellschaftliche Aufwertung des Lehrerberufs, damit in Zukunft wieder mehr Abiturienten naturwissenschaftliche Lehramtsstudiengänge anwählten. Kurzfristig helfen dagegen nur Notmaßnahmen wie z.B. eine systematische Nachqualifizierung von Quereinsteigern, eine verbesserte Mobilität von Lehrern in Deutschland (u.a. Lehrerstellenbörse im Internet), attraktive Mehrarbeitsregelungen, befristete Weiterbeschäftigung von Pensionisten auf freiwilliger Basis), Anwerbung von Lehrern aus dem deutschsprachigen Ausland und Werbung für Aufstockung von Teilzeitverträgen. Als eine weitere Möglichkeit wäre auch an ein Austauschprogramm mit osteuropäischen Ländern zu denken, in denen einerseits eine beträchtliche Zahl von MINT-Lehrern mit guten Deutschkenntnissen vorhanden sei, aber andererseits Deutschlehrer dringend gesucht würden." Wenn die KMK hier ein ausreichend finanziertes, auf zwei bis fünf Jahre befristetes Austauschprogramm auflegen würde, wäre dies eine sinnvolle Aktivität!", sagte Meidinger.



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