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Redaktion 22.09.2010
Hamburg, 22.09.2010 Die Schule Lämmersieth aus Dulsberg/Barmbek hat mit ihrer "Kunstetage – Galerie Pappwerkstatt" den ersten Preis im Wettbewerb Kinder zum Olymp! 2010 gewonnen (Kategorie Bildende Künste, Klassen 1-4). Der Preis von 1000 Euro wird am kommenden Montag, 27. September um 12 Uhr im Konzerthaus Berlin überreicht.

Kinder zum Olymp ist eine Kulturstiftung der Länder. Sie prämiert vorbildliche Kooperationen zwischen Schule und Kulturschaffenden und möchte weitere Institutionen dazu anregen, junge Menschen für Kultur zu begeistern und ihre Kreativität zu fördern.

An der Schule Lämmersieth haben die Künstler Michael Hahn und Katharina Harning gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern in der dritten Etage des Schumacher Schulbaus Atelierflächen geschaffen. Hier können die Kinder nun begeistert an großformatigen Objekten und Installationen arbeiten und sich im wahrsten Sinne des Wortes künstlerisch austoben. Neben den thematischen Angeboten ist auch das freie Arbeiten möglich. Im Raum Galerie Pappwerkstatt finden regelmäßig Ausstellungen statt – zuletzt unter dem Motto Mit Brille! Hier verblüfften von Schülerinnen und Schülern selbst kreierte Brillenmodelle auf phantasievoll gerahmten Foto-Portraits.

Die Schülerinnen und Schüler nehmen den Preis zusammen mit den Kooperationspartnern, dem Künstlerehepaar Hahn/Harning, und der Schulleiterin Antje Kilicli entgegen. Im Anschluss sind alle Preisträger dieses renommierten bundesweiten Wettbewerbs zum spätsommerlichen Mittagessen im Atrium der Deutschen Bank eingeladen.

Weitere Informationen und Fotos erhalten Sie unter: www.schule-laemmersieth.de und www.kinder-zum-olymp.de.
Redaktion 22.09.2010
Hamburg, 22.09.2010 "Die Angst vor dem Volk ist offenbar groß - wie anders ist die Schimpftirade des Bürgermeisters zu erklären!?", fragt der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Klaus Bullan, anlässlich der heute veröffentlichten Kritik des Ersten Bürgermeisters, Christoph Ahlhaus, an der Volksinitiative gegen Kita-Gebühren.

"Unverantwortlich", so Bullan, "ist nicht der Protest der Menschen in Hamburg gegen eine unsoziale Politik, unverantwortlich ist vielmehr, mit Hilfe von Gebühren Kinder von Kindertagesstätten und Erwachsene von Hochschulen fernzuhalten. Christoph Ahlhaus´ Kampfansage von oben, Protest wie die Volksinitiative gegen die Erhöhung der Kita-Gebühren bekämpfen zu wollen, nehmen wir an. Ungerechter und unsozialer Politik wird sich die Gewerkschaft immer wieder entgegenstellen."

In diesem Zusammenhang ruft die GEW dazu auf, unter dem Motto "Gerecht geht anders" an der Menschenkette von der Finanzbehörde bis zur Elbphilharmonie teilzunehmen (Donnerstag, 30. September 2010, 17.00 Uhr).
Redaktion 17.08.2010
Hamburg, 17.08.2010 Bildungssenatorin Christa Goetsch hat heute einen Ausblick auf das kommende Schuljahr gegeben und die Neuerungen an Hamburgs Schulen vorgestellt. "Kleinere Klassen in den Grundschulen, die Einführung der neuen Schulform Stadtteilschule, weitere Ganztagsschulen, individuelle Förderung statt Klassenwiederholung, das sind nur einige der vielen Verbesserungen, die im kommenden Schuljahr umgesetzt werden", sagte Christa Goetsch.

Ebenfalls im neuen Schuljahr beginnen der Englischunterricht ab der 1. Klasse, Verbesserungen im Übergang von der Schule in den Beruf und die Gründung Regionaler Bildungskonferenzen. "Diese Schritte zu einem leistungsfähigeren und gerechteren Schulsystem bleiben auch ohne die Einführung der Primarschule wichtig und sinnvoll", betonte die Bildungssenatorin. Besonders hob Christa Goetsch hervor, dass mit diesem Schuljahr auch die Umsetzung der UN-Konvention zur Gleichstellung von Behinderten beginnt, nach der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf das uneingeschränkte Recht haben, an einer Regelschule unterrichtet zu werden: "Diese Kinder gehören dazu und ich freue mich, dass sie in Zukunft auch das Recht haben werden, gemeinsam mit allen anderen in die Schule zu gehen."

Zur Organisation des Schulanfangs, nachdem die geplante Einführung der Primarschule an einem Volksentscheid gescheitert ist, erklärte die Bildungssenatorin: "Alles startet in diesem Schuljahr so wie geplant. Alle Schülerinnen und Schüler haben den Schulplatz, der ihnen vor den Ferien zugesagt wurde. Mit den Schulleitungen haben wir alle Regelungen und Verfahren wegen der nun notwendigen Änderungen besprochen. Die Schulen und die Schülerinnen und Schüler können gut in das neue Schuljahr starten."

Kleine Klassen
An den Grundschulen werden die Klassen auf maximal 23 Schülerinnen und Schüler verkleinert, in benachteiligten Stadtteilen auf maximal 19. Begonnen wird in diesem Schuljahr mit den ersten Klassen.

Stadtteilschulen
Ab dem Schuljahr 2010/2011 starten 51 Stadtteilschulen. Es beginnt zunächst die siebte Jahrgangsstufe mit dem Unterricht nach den neuen Bildungsplänen für die Stadtteilschule. Dieser wird dann schrittweise bis zum Schuljahr 2013/14 vollständig in allen Jahrgangsstufen eingeführt wird. Stadtteilschulen umfassen künftig die Jahrgangsstufen 5 bis 13. Sie bieten die Möglichkeit, zu allen Schulabschlüssen bis hin zum Abitur zu gelangen. Sie bereiten auf die Aufnahme eines Studiums genauso vor wie auf den Übergang in eine Berufsausbildung. Wichtige Elemente der Stadtteilschule sind:

-das individualisierte und praxisorientierte Lernen auf allen Anforderungsniveaus,
-die verbindliche Kooperation mit beruflichen Schulen,
-das lange Offenhalten des individuell erreichbaren Abschlusses.
An 12 Stadtteilschulen werden neue eigenständige Oberstufen eingerichtet mit Jahrgangsstärken von bis zu 90 Schülerinnen und Schülern. In diesem Schuljahr beginnt die 11. Klasse, die die Schülerinnen und Schüler inhaltlich und methodisch auf den Besuch der Studienstufe vorbereitet.

15 Ganztagsgrundschulen
Im nächsten Schuljahr werden insgesamt 15 Ganztagsgrundschulen eingerichtet (fünf offene, zwei teilgebundene und drei gebundene Ganztagsschulen sowie an fünf Standorten Ganztagsschulen in Kooperation mit benachbarten Horten). An 11 weiteren Grundschulen ist die Einführung der Ganztägigkeit für das Schuljahr 2011/12 geplant.

Individuelle Förderung statt Klassenwiederholung
Gemäß den Übergangsregelungen des Hamburgischen Schulgesetzes startet das Konzept "Individuelle Förderung statt Klassenwiederholung" im Schuljahr 2010/11 planmäßig in den Jahrgangsstufen 4 und 7. Wenn eine Schülerin oder ein Schüler die Leistungsanforderungen in einem oder mehreren Fächern nicht erfüllt, schließt die Schule mit ihm oder ihr unter Einbeziehung der Sorgeberechtigten eine Lern- und Fördervereinbarung. Darin werden die Maßnahmen zusätzlicher individueller Förderung und die Verpflichtungen der Schule und der Schülerin bzw. des Schülers festgelegt.

Integrative Beschulung von Kindern mit Förderbedarf
Das geltende Schulgesetz gibt Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf erstmals das uneingeschränkte Recht, allgemeine Schulen zu besuchen. Die Übergangsregelung sieht vor, dass dies in diesem Schuljahr beginnend mit den 1. und 5. Klassen umgesetzt wird. Im kommenden Schuljahr werden insgesamt 746 Schülerinnen und Schüler integrativ beschult, 329 Schülerinnen und Schüler in der Jahrgangsstufe 1 und 417 Schülerinnen und Schüler in der Jahrgangsstufe 5, davon 119 an Starterschulen und 10 an Gymnasien.

Die Schulen erhalten für diese Kinder zusätzlich rund 71 Lehrerstellen und 15 Stellen für pädagogisch-therapeutisches Personal. Im Schuljahr 2010/11 wird es insgesamt 79 neue Integrationsstandorte geben. Im Jahrgang 1 sind 46 neue Standorte vorgesehen, 30 davon mit drei und mehr Schülerinnen und Schülern sowie 16 mit Einzel- oder Zweierintegration. Im Jahrgang 5 wird es 33 neue Standorte geben, 22 davon mit drei und mehr Schülerinnen und Schülern sowie 11 mit Einzel- oder Zweierintegration. Für die neuen Integrationsstandorte bietet das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung ein Fortbildungsprogramm an, Begleitung und individuelle Beratung stehen zur Verfügung.

Englisch ab Klasse 1
Wie geplant wird das Fach Englisch ab der 1. Jahrgangsstufe zum Schuljahr 2010/11 flächendeckend in Hamburg eingeführt, so dass der Unterricht erstmalig allen Hamburger Schülerinnen und Schülern erteilt wird. Damit wird einem Wunsch vieler Eltern entsprochen, in der Schule nahtlos an erste gewonnene Erfahrungen in der Fremdsprache in Vorschule oder Kita anzuknüpfen. Die Lehrkräfte an Grundschulen werden seit Jahren in mehrtägigen Kompaktseminaren am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung für diese Aufgabe qualifiziert.

Regionale Bildungskonferenzen
Auf der Grundlage des § 86 Hamburgisches Schulgesetz werden ab Herbst 2010 Regionale Bildungskonferenzen ihre Arbeit aufnehmen Das Konzept wurde behördenübergreifend unter Einbeziehung der sieben Bezirke, der Fachbehörden BSB, BSG, BSU, BKSM und der Senatskanzlei erarbeitet. Ziel der Bildungskonferenzen ist es, ein an den Bedürfnissen der Familien ausgerichtetes Bildungs-, Beratungs-, und Erziehungsangebot in der Region sicherzustellen und ressortübergreifend die Kräfte in den Bereichen Bildung, Beratung und Erziehung einer Region zu vernetzen.
Redaktion 19.07.2010
Bonn, 19.07.2010 Zum Ergebnis des Hamburger Bürgerentscheides gegen eine verlängerte Grundschulzeit nahm DL-Präsident Josef Kraus wie folgt Stellung: "Das Votum der Hamburger gegen eine verlängerte Grundschule kommt einer bürgerlichen Revolte gleich. Ich begrüße diese außerordentlich.

Einmal mehr hatte sich hier die Politik zumal in einer Art Allfraktionenkoalition gegen den Willen des Volkes gestellt. Verlierer ist vor allem die CDU, deren Bildungspolitik in ihrer Beliebigkeit und Profillosigkeit ohnehin zu ihrer offenen Flanke geworden war.

Gewinner sind die Kinder, die auch zukünftig bereits ab der 5. Klasse eine ihren Fähigkeiten entsprechende Differenzierung erfahren. Immerhin haben alle namhaften Studien bewiesen, dass viele Kinder durch eine verlängerte Grundschule gebremst und auch schwache Schüler mit einem so genannten längeren Lernen nicht besser gefördert werden.

Es ist sehr zu hoffen, dass die überflüssigen Debatten um eine verlängerte Grundschule nun endlich verstummen. Hoffentlich erkennen auch die Koalitionen im Saarland und in NRW die Bedeutung des Hamburger Referendums. Dort will man nämlich ebenfalls gegen jede praktische Erfahrung und wissenschaftliche Erkenntnis die Grundschule verlängern. Es wird höchste Zeit, dass die sozialpopulistischen Träumereien von einer Einebnung der Schullandschaft einer rationalen Betrachtung Platz machen."
Redaktion 19.07.2010
München, 19.07.2010 Als "klares Signal für individuelle Förderung in einem differenzierten Schulwesen" wertet Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle das Ergebnis des Volksentscheids in Hamburg.

"Die Bürgerinnen und Bürger haben hier der Einheitsschule ein klares Nein entgegengesetzt. Sie haben sich aber zugleich für mehr individuelle Förderung in einem mehrgliedrigen Schulwesen ausgesprochen", so Minister Spaenle, der in diesem Jahr auch als Präsident der Kultusministerkonferenz amtiert.

"Das Hamburger Ergebnis ist eine gute Nachricht für die Schülerinnen und Schüler, da ein differenziertes Schulwesen die Kinder und Jugendlichen mit ihren Talenten und Begabungen besser fördern kann", führte der Minister aus. Entscheidend sei, dass die Durchlässigkeit hoch ausgeprägt sei. Dies habe auch der Ländervergleich bewiesen, bei dem das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 9 in allen Ländern untersucht hat. Bei diesem hatten Schülerinnen und Schüler aus Ländern mit einem differenzierten Schulwesen wie Bayern und Baden-Württemberg am besten abgeschnitten.
Redaktion 19.07.2010
Berlin, 19.07.2010 Zu dem erfolgreichen Volksentscheid gegen die Einführung der Primarschule in Hamburg hat der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, dem Sprecher der Elterninitiative, Dr. Walter Scheuerl, herzlich gratuliert. "Das ist ein phantastisches Votum für den Erhalt eines leistungsfähigen Gymnasiums, das in dieser Klarheit mit fast 60 Prozent Zustimmung für die Vorlage der Bürgerinitiative nicht erwartet werden konnte", sagte der Verbandsvorsitzende.

Meidinger erinnerte daran, dass eine Viertelmillion an Steuermitteln in die Gegenkampagne des Senats geflossen und das Hamburger Straßenbild in den letzten Wochen von den großformatigen Plakaten der Reformbefürworter geprägt gewesen sei. "Vom Hamburger Bürgervotum geht ein Signal für ganz Deutschland und an alle Landesregierungen aus, endlich von sinnlosen, teuren und unnützen Strukturreformen die Finger zu lassen und sich auf Steigerung der Unterrichtsqualität, intensive Frühförderung, mehr Ganztagsschulen und bessere pädagogische Rahmenbedingungen zu konzentrieren. Es gibt in Deutschland keine gesellschaftliche Mehrheit für ein sogenanntes 'längeres gemeinsames Lernen', dessen Nutzen überdies von allen renommierten empirischen Bildungsforschern bezweifelt wird. Bereits bei der großen Allensbach-Umfrage zum Reformbedarf an deutschen Schulen im Frühjahr standen die Forderungen nach kleinen Klassen und weniger Unterrichtsausfall bei den Befragten ganz oben, die Forderungen nach einer Verlängerung der Grundschulzeit aber weit hinten. Die Bildungspolitik sollte sich endlich an den Wünschen der Bevölkerungsmehrheit orientieren!", betonte Meidinger.

Der DPhV-Vorsitzende betrachtet den Volksentscheid nicht nur als Misstrauensvotum gegenüber dem Senat, sondern gegenüber dem Gebaren der gesamten Hamburger Legislative, die sich mit ihrem früheren einstimmigen Beschluss für die Primarschule offensichtlich sehr weit von dem entfernt habe, was die Bürgerinnen und Bürger vor Ort empfänden und anstrebten. Er betonte: "Es ist höchste Zeit für eine dauerhafte Absage aller im Parlament vertretenen Hamburger Parteien an eine ideologiegeleitete Bildungs- und Schulpolitik, wie sie in den letzten beiden Jahren die Schulbehörde von Senatorin Christa Goetsch betrieben hat. Die Lehre für andere Bundesländer lautet: Die Bevölkerungsmehrheit akzeptiert es nicht, wenn zugunsten nicht belegter Wirkungen einer längeren Grundschulzeit die erfolgreichste Schulart Deutschlands, das Gymnasium, schrittweise geschwächt und kaputt gemacht werden soll." Meidinger kündigte an, dass der Philologenverband mithilfe breiter Bündnisse sich nun verstärkt darauf konzentrieren werde, im Saarland, in Nordrhein-Westfalen und in Thüringen die Benachteiligung und Schwächung von Gymnasien und die Verlängerung von Grundschulzeiten zu verhindern.

Ausgehend vom Hamburger Volksentscheid stellte er die Forderung auf, dass die Bildungspolitik in allen Bundesländern in den nächsten 10 Jahren auf umstrittene, überflüssige Struktureingriffe, die auf keinen breiten gesellschaftlichen Konsens stießen, verzichten und sich auf die nach PISA 2000 von der Kultusministerkonferenz vereinbarten Handlungsfelder konzentrieren solle.

Die Kritik an der angeblich zu geringen Wahlbeteiligung beim Volksentscheid wies Meidinger zurück: "Die Wahlbeteiligung war so hoch wie bei der letzten Europawahl. Angesichts der Tatsache, dass in Hamburg Urlaubszeit ist und nur 20 Prozent der Wahlberechtigten schulpflichtige Kinder haben, von denen wiederum nur ein Teil direkt betroffen gewesen wäre, sind 40 Prozent Wahlbeteiligung ein sehr guter Wert. Es ist toll, dass es der Initiative gelungen ist, eine echte Bürgerbewegung der Basis zu werden und so viele Hamburger für dieses wichtige Thema zu interessieren und zu mobilisieren! Jetzt gibt es die Chance für Hamburg, aber auch für andere Bundesländer, einen dauerhaften Schulfrieden zu bekommen, dazu gehört auch, Schulen, Lehrer und Schüler endlich in Ruhe ihre Arbeit machen zu lassen. "
Redaktion 19.07.2010
Berlin, 19.07.2010 Das Ergebnis der Volksabstimmung über längeres gemeinsames Lernen in Hamburg ist aus Sicht der GEW enttäuschend. "Die Angstkampagne der Reformgegner hat gesiegt. Es ist ihnen gelungen, bei vielen Menschen Verlustängste für die Lernbedingungen ihrer Kinder zu erzeugen", so der Bundes-GEW-Vorsitzende Ulrich Thöne "Das muss in Hamburg respektiert und aufgearbeitet werden."

Gleichwohl ist für die GEW dieser Schritt der Verhinderung pädagogisch falsch und rückwärts gewandt. Die Probleme der scharfen sozialen Ausgrenzung in einem mehrgliederigen Schulsystem bleiben und mahnen dringend zum Handeln, wie Thöne erläuterte. Das Ziel des längeren gemeinsamen Lernens bleibt für die Bildungsgewerkschaft auf der bildungspolitischen Agenda.

"Niemand sollte jetzt voreilige Schlüsse ziehen", so Thöne "Dies ist das Ergebnis einer politisch zugespitzten Entwicklung in einer Großstadt und kann nicht zum Maßstab für die Entwicklung in anderen Bundesländern genommen werden. Flächenstaaten wie beispielsweise Niedersachsen und NRW haben obendrein die schwierige Aufgabe, in allen Regionen trotz Schülerrückgangs auch zukünftig attraktive Schulstandorte in Wohnortnähe anzubieten. Für sie kann und darf es kein Stopp in der Schulentwicklung geben."
Redaktion 19.07.2010
München, 19.07.2010 Anton Huber, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbandes, begrüßt "das klare ´Nein´ der Hamburger zur Schulreform", und hofft, dass dieses Ergebnis auch im Saarland und in Nordrhein-Westfalen die Bevölkerung motiviert, die leeren Versprechungen der Politik aufzudecken. "Visionen sind wichtig, aber sie müssen sich auch an der Realität und an der Bildungswissenschaft messen lassen. Viele Hamburger Bürgerinnen und Bürger haben dies erkannt und den Reformplänen des schwarz-grünen Senats eine Abfuhr erteilt". Die Politik könne nicht einfach "an den Menschen vorbeiregieren", und auf deren Kosten ihre utopischen Vorstellungen einer gleichförmigen Gesellschaft zu verwirklichen suchen, so Huber weiter.

Statt zu reformieren um des Reformieren willens, müsse die Politik das gesellschaftliche Vertrauen in das bestehende differenzierte System stärken, meint Huber. "Wenn das differenzierte Schulsystem gesellschaftlichen Rückhalt erfährt, Verlässlichkeit und Kontinuität in die Bildungspolitik einkehren, können die Jugendlichen Selbstvertrauen aufbauen" – der Grundbaustein für Motivation und letztendlich Erfolg.

So wirke sich zum Beispiel das gute Ansehen der Realschule in Bayern äußerst positiv auf die Qualität dieser Schulformen aus. "In Bayern hat man erkannt, dass es bei rechtzeitiger Wahl passgenauer Bildungsangebote nach der 4. Klasse nicht um eine elitäre negative Selektion geht, sondern um den bestmöglichen Bildungsweg für den einzelnen Schüler. Die Wahlmöglichkeit soll den Jugendlichen ihren Weg erleichtern". Solange das differenzierte Schulsystem wie in Bayern konsequent Übertrittsmöglichkeiten schaffe, sei die 4. Klasse eben nicht "lebensbestimmend", die schulische Laufbahn zu jeder Zeit offen für Veränderung. Das differenzierte Schulsystem eröffne so nicht nur mehr Möglichkeiten, sondern sei am Ende auch ´gerechter´ als die Gemeinschaftsschule – nicht nur kindgerechter, sondern am Ende auch chancengerechter.

Huber abschließend: "Aus dem Hamburger Ergebnis lässt sich die Forderung der Bürger ableiten, zu realer, an den Bedürfnissen der Menschen orientierter Politik zurückzukehren. Sicherlich wird es auch dazu beitragen, bei den Regierungsparteien in Bayern entsprechende Gedankenspiele aufzugeben. Das ist gut für Bayern, das ist gut für Bayerns Schüler."

Bayerischer Realschullehrerverband
Vorsitzender: Anton Huber
Handy 0171/8 29 01 93
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Stefanie Kretzschmar
Handy 0177 / 8 23 83 37
Karin Springl
Handy 0160 / 7 17 85 66
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Tel. 089/55 38 76
Fax 089/55 38 19
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Redaktion 02.07.2010
Hamburg, 02.07.2010 Ehe es am 07. Juli 2010 in die wohlverdienten Sommerferien geht, erhalten Hamburgs Schülerinnen und Schüler wie jedes Jahr ihre Jahreszeugnisse. Für alle Eltern, Schülerinnen und Schüler, denen das Zeugnis Probleme und Sorgen bereitet, richten die Regionalen Beratungs- und Unterstützungsstellen (REBUS) der Behörde für Schule und Berufsbildung einen telefonischen Zeugnishilfedienst ein.

Die 14 Stellen sind über das gesamte Hamburger Stadtgebiet verteilt. Erfahrene Schulpsychologen, Sozialpädagogen und Lehrkräfte stehen mit fachkundigem Rat zur Seite. Sie können helfen, Ursachen für die schulischen Schwierigkeiten zu finden sowie Wege aus einer Krisensituation aufzuzeigen. Die Beratung ist vertraulich und auf Wunsch auch anonym.

Sie erreichen die Beraterinnen und Berater von Mittwoch, 07. Juli bis Freitag, 09. Juli 2010, jeweils von 8 bis 16 Uhr, Tel.: 428 99 2002

Zusätzlich bietet REBUS an diesen Tagen einen Beratungsservice per Email nur für Schülerinnen und Schüler an unter schueler-zeugnisdienst@bsb.hamburg.de Sie finden REBUS auch im Internet unter: www.hamburg.de/rebus

Darüber hinaus bietet das Schulinformations-Zentrum (SIZ) täglich Eltern und Schülerinnen und Schülern Informationen und Beratung bei Fragen zu Zeugnissen und zur Schullaufbahn. Sie erreichen das SIZ unter Tel.: 4 28 99 22 11
Redaktion 01.06.2010
Hamburg, 01.06.2010 Senatorin Christa Goetsch hat heute die Broschüre "Eltern in die Schule – Engagierte Väter und Mütter mit Zuwanderungsgeschichte berichten" vorgestellt. "Wir möchten Eltern darin bestärken, sich für den Bildungserfolg ihrer Kinder aktiv einzusetzen. Damit wir gemeinsam die immer noch bestehende Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund überwinden und nicht wie bisher so viele Talente zurücklassen", sagte Goetsch.

In der mehrsprachigen Publikation werden 17 Hamburger Eltern mit Zuwanderungsgeschichte, porträtiert, die sich vorbildlich für die Bildung ihrer Kinder einsetzen. Die Broschüre wird an Hamburger Schulen verteilt, die viele Schüler mit Migrationshintergrund haben und für diese Veranstaltungen wie z. B. interkulturelle Elternabende organisieren. Die Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten e. V. (ASM) und die Beratungs- und Koordinierungsstelle zur beruflichen Qualifizierung von jungen Migrantinnen und Migranten (BQM) haben die Publikation produziert.

"Es geht nicht nur darum, zu Elternabenden zu gehen. Elternkooperation hat viele Seiten und diese werden in der Broschüre gezeigt", sagte Dr. Alexei Medvedev von der BQM. "Die vorgestellten Familien sind Vorbilder für andere Familien mit Migrationshintergrund, die von Lehrern häufig nicht erreicht werden", so Susanne Dorn, PR-Referentin der ASM.

Finanziert wurde die Broschüre von der Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung, der Robert Bosch Stiftung, der Arbeitsgemeinschaft türkischer Unternehmer und Existenzgründer e.V (ATU), der KWB Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung e. V und der ASM.


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