Stuttgart, 18.03.2010 Die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßt die schnelle Umsetzung der Klassenteilersenkung in der Grundschule.
"2009 haben viele junge gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer in Baden-Württemberg ihre Koffer gepackt, weil die Landesregierung sie in die Arbeitslosigkeit geschickt hatte. Durch unsere Aktion "Wir wandern aus" und den vielen Gesprächen mit Mitgliedern der CDU-/FDP-Fraktion haben wir die Klassenteilersenkung in der Grundschule erreicht. Das ist ein wichtiges Signal, endlich wird an einer der vielen Baustellen in der Bildungspolitik Baden-Württembergs gearbeitet", sagte am Donnerstag (18.03.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
"2009 haben viele junge gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer in Baden-Württemberg ihre Koffer gepackt, weil die Landesregierung sie in die Arbeitslosigkeit geschickt hatte. Durch unsere Aktion "Wir wandern aus" und den vielen Gesprächen mit Mitgliedern der CDU-/FDP-Fraktion haben wir die Klassenteilersenkung in der Grundschule erreicht. Das ist ein wichtiges Signal, endlich wird an einer der vielen Baustellen in der Bildungspolitik Baden-Württembergs gearbeitet", sagte am Donnerstag (18.03.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Stuttgart, 18.03.2010 Erst in drei Jahren sollte der Klassenteiler an Grundschulen auf 28 Schüler pro Klasse gesenkt werden. "Dass die Umsetzung jetzt doch rascher erfolgt, erfordert von der Landesregierung einen finanziellen Kraftakt, der Anerkennung verdient", lobt der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, Rudolf Karg. Auch wenn die Forderung des VBE "Höchstens 22 Kinder pro Klasse!" laute, bringe die Senkung der Schülerhöchstzahl auf 28 doch eine spürbare Entlastung für die Schulen.
Es sei sehr erfreulich, so der VBE-Chef, dass die Landesregierung nicht nur die seitherige Bildungspolitik werbemäßig besser verkaufen wolle, sondern auch wirklich zur Verbesserung der Rahmenbedingungen an den Schulen mehr tue. Der zu hohe Klassenteiler habe Schülern, Eltern und Lehrern doch gewaltig auf den Nägeln gebrannt. Zum kommenden Schuljahr hätte der Klassenteiler lediglich im Sekundarschulbereich von 32 auf 31 gesenkt werden sollen. Das hätte die Grundschulen nicht einmal berührt. Dass man nun den Schwerpunkt auf den Primarbereich lege und den Teiler auf einmal von 31 auf 28 senke, sei richtig und zeige, dass Landesregierung und Kultusministerium verstanden haben, dass es in erster Linie auf das Fundament eines Hauses ankomme, bevor man sich über verschiedene Dachformen unterhalten könne.
Dazu passt es, dass künftig auch angehende Grundschullehrerinnen acht Semester lang studieren dürfen, wie es die Haupt- und (Werk-)Realschullehrkräfte tun. Damit ist eine elementare Forderung des VBE zumindest teilweise erfüllt worden. Leider wird die Arbeit der unterschiedlichen Lehrergruppen noch immer nach der "Schuhgröße" der Schüler sowie deren sozialen Herkunft bewertet und entsprechend bezahlt. Der Umgang mit jüngeren und bildungsschwächeren Schülern wird gesellschaftlich geringer geschätzt und finanziell weniger honoriert als das Unterrichten älterer Schüler und solcher aus "besseren" Kreisen. Eine gleich lange Studiendauer könnte das bisher recht fest zementierte ungleiche Besoldungsgefüge doch etwas mehr ins Wanken bringen.
Es sei sehr erfreulich, so der VBE-Chef, dass die Landesregierung nicht nur die seitherige Bildungspolitik werbemäßig besser verkaufen wolle, sondern auch wirklich zur Verbesserung der Rahmenbedingungen an den Schulen mehr tue. Der zu hohe Klassenteiler habe Schülern, Eltern und Lehrern doch gewaltig auf den Nägeln gebrannt. Zum kommenden Schuljahr hätte der Klassenteiler lediglich im Sekundarschulbereich von 32 auf 31 gesenkt werden sollen. Das hätte die Grundschulen nicht einmal berührt. Dass man nun den Schwerpunkt auf den Primarbereich lege und den Teiler auf einmal von 31 auf 28 senke, sei richtig und zeige, dass Landesregierung und Kultusministerium verstanden haben, dass es in erster Linie auf das Fundament eines Hauses ankomme, bevor man sich über verschiedene Dachformen unterhalten könne.
Dazu passt es, dass künftig auch angehende Grundschullehrerinnen acht Semester lang studieren dürfen, wie es die Haupt- und (Werk-)Realschullehrkräfte tun. Damit ist eine elementare Forderung des VBE zumindest teilweise erfüllt worden. Leider wird die Arbeit der unterschiedlichen Lehrergruppen noch immer nach der "Schuhgröße" der Schüler sowie deren sozialen Herkunft bewertet und entsprechend bezahlt. Der Umgang mit jüngeren und bildungsschwächeren Schülern wird gesellschaftlich geringer geschätzt und finanziell weniger honoriert als das Unterrichten älterer Schüler und solcher aus "besseren" Kreisen. Eine gleich lange Studiendauer könnte das bisher recht fest zementierte ungleiche Besoldungsgefüge doch etwas mehr ins Wanken bringen.
Nürnberg, 12.03.2010 30 Schülerinnen und Schüler mit Einwanderungsgeschichte nehmen vom 12. bis 15. März 2010 am Schülercampus "Mehr Migranten werden Lehrer" des Pädagogischen Instituts der Stadt Nürnberg teil. Das viertägige Orientierungsangebot ermutigt die 20 Mädchen und 10 Jungen, den Lehrerberuf zu ergreifen. Ihre Familien stammen aus 15 unterschiedlichen Ländern. Während der viertägigen Begegnung in Nürnberg lernen die Schüler die Vielfalt des Lehrerberufs kennen, sprechen mit Praktikern über Berufswege, Aufstiegsmöglichkeiten und die Wahl einzelner Fächer und hospitieren an Schulen. Dabei tauschen sich die Teilnehmer mit erfahrenen Experten aus, insbesondere mit Lehrern, die selber eine Einwanderungsgeschichte haben.
Bei der Auftaktveranstaltung am 12. März 2010 sagte Dr. Ludwig Spaenle, Bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultur: "Der Schülercampus ist ein weiterer wertvoller Baustein im bayerischen Gesamtkonzept zur Integration von jungen Menschen mit Migrationsgeschichte. Sie selbst können als Lehrerinnen und Lehrer eine Vorbildfunktion übernehmen und ein persönliches Beispiel gelungener Integration geben."
Dr. Albert Schmid, Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge ergänzte: "Gleichzeitig ist es wichtig, Lehrkräfte mit Migrationshintergrund in der gesamten Breite des schulischen Spektrums einzusetzen. Sie sollen nicht auf die Funktion ´interkultureller Krisenmanager´ oder Übersetzer reduziert werden."
Dr. Tatiana Matthiesen von der ZEIT-Stiftung unterstrich: "Wir haben den Schülercampus in Hamburg entwickelt und 2008 erstmals realisiert. Dass er unterdessen auch in NRW und nun in Bayern stattfindet, zeigt, wie wichtig dieses Orientierungsangebot ist. Fast jeder dritte Schüler in Deutschland – in einigen Großstädten sogar jeder zweite – ist nichtdeutscher Herkunft. Dagegen bilden Lehrkräfte aus Zuwandererfamilien eine Ausnahme. Nur ein Prozent der rund 740.000 Lehrer in Deutschland haben eine Einwanderungsgeschichte. Unter den Lehramtsstudierenden sind sie lediglich mit zwei Prozent vertreten. Das will unser Schülercampus ändern."
Für Bernhard Jehle, Direktor des Pädagogischen Instituts der Stadt Nürnberg, der das Wochenendseminar mit seinem Team durchführt, ist der Campus keine Eintagsfliege. Vielmehr sollte in naher Zukunft jede Schülerin und jeder Schüler aus einer Zuwandererfamilie von mindestens einer Lehrperson mit Migrationshintergrund unterrichtet werden.
Der Schülercampus ist ein Projekt der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, finanziert durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, durchgeführt vom Pädagogischen Institut der Stadt Nürnberg.
Das Programm des Schülercampus Bayern "Mehr Migranten werden Lehrer" finden Sie unter www.pi-nuernberg.de oder unter www.zeit-stiftung.de Presse/Downloads, weitere Informationen unter www.pi-nuernberg.de.
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Bernhard Jehle, Pädagogisches Institut der Stadt Nürnberg, Tel. 0151/17450868 oder 0911/2318597.
Bei der Auftaktveranstaltung am 12. März 2010 sagte Dr. Ludwig Spaenle, Bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultur: "Der Schülercampus ist ein weiterer wertvoller Baustein im bayerischen Gesamtkonzept zur Integration von jungen Menschen mit Migrationsgeschichte. Sie selbst können als Lehrerinnen und Lehrer eine Vorbildfunktion übernehmen und ein persönliches Beispiel gelungener Integration geben."
Dr. Albert Schmid, Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge ergänzte: "Gleichzeitig ist es wichtig, Lehrkräfte mit Migrationshintergrund in der gesamten Breite des schulischen Spektrums einzusetzen. Sie sollen nicht auf die Funktion ´interkultureller Krisenmanager´ oder Übersetzer reduziert werden."
Dr. Tatiana Matthiesen von der ZEIT-Stiftung unterstrich: "Wir haben den Schülercampus in Hamburg entwickelt und 2008 erstmals realisiert. Dass er unterdessen auch in NRW und nun in Bayern stattfindet, zeigt, wie wichtig dieses Orientierungsangebot ist. Fast jeder dritte Schüler in Deutschland – in einigen Großstädten sogar jeder zweite – ist nichtdeutscher Herkunft. Dagegen bilden Lehrkräfte aus Zuwandererfamilien eine Ausnahme. Nur ein Prozent der rund 740.000 Lehrer in Deutschland haben eine Einwanderungsgeschichte. Unter den Lehramtsstudierenden sind sie lediglich mit zwei Prozent vertreten. Das will unser Schülercampus ändern."
Für Bernhard Jehle, Direktor des Pädagogischen Instituts der Stadt Nürnberg, der das Wochenendseminar mit seinem Team durchführt, ist der Campus keine Eintagsfliege. Vielmehr sollte in naher Zukunft jede Schülerin und jeder Schüler aus einer Zuwandererfamilie von mindestens einer Lehrperson mit Migrationshintergrund unterrichtet werden.
Der Schülercampus ist ein Projekt der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, finanziert durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, durchgeführt vom Pädagogischen Institut der Stadt Nürnberg.
Das Programm des Schülercampus Bayern "Mehr Migranten werden Lehrer" finden Sie unter www.pi-nuernberg.de oder unter www.zeit-stiftung.de Presse/Downloads, weitere Informationen unter www.pi-nuernberg.de.
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Bernhard Jehle, Pädagogisches Institut der Stadt Nürnberg, Tel. 0151/17450868 oder 0911/2318597.
Stuttgart, 05.03.2010 Das Kultusministerium gewährt Ganztagsschulen mit besonderer pädagogischer und sozialer Aufgabenstellung auch für das Schuljahr 2010/11 die bislang zugewiesenen Lehrerwochenstunden. Diese so genannten Alterlassschulen, die zwischen 1995 und 2006 eingerichtet wurden, erhalten mehr Lehrerwochenstunden pro Ganztagesklasse als Schulen, die nach neuem Landeskonzept seit 2006 eingerichtet wurden. An Hauptschulen stehen zwei, an Grundschulen vier Stunden zusätzlich bereit.
"Die Erfahrungen mit dem neuen Landeskonzept seit 2006 zeigen, dass viele Schulen gute pädagogische Ganztageskonzepte erarbeitet haben und vielfältige Angebote machen können. Durch die zusätzlich gewährten Stunden entsteht aber eine Belastung der allgemeinen Unterrichtsversorgung. Dies ist ebenso wenig wünschenswert wie die unterschiedliche Lehrerversorgung der Ganztagsschulen, die sich allein aufgrund unterschiedlicher Einrichtungszeitpunkte ergibt. Um den Alterlassschulen aber den notwendigen Vorlauf zur Anpassung zu geben, sollen ihnen die zusätzlichen Lehrerwochenstunden nochmals für das Schuljahr 2010/11 zur Verfügung stehen", sagte Kultusministerin Marion Schick. Die seit 1995/96 auf Empfehlung der Enquete-Kommission "Kinder in Baden-Württemberg" vom Landtag bereitgestellten Mittel stehen seit 2009 nicht mehr zur Verfügung.
"Die Erfahrungen mit dem neuen Landeskonzept seit 2006 zeigen, dass viele Schulen gute pädagogische Ganztageskonzepte erarbeitet haben und vielfältige Angebote machen können. Durch die zusätzlich gewährten Stunden entsteht aber eine Belastung der allgemeinen Unterrichtsversorgung. Dies ist ebenso wenig wünschenswert wie die unterschiedliche Lehrerversorgung der Ganztagsschulen, die sich allein aufgrund unterschiedlicher Einrichtungszeitpunkte ergibt. Um den Alterlassschulen aber den notwendigen Vorlauf zur Anpassung zu geben, sollen ihnen die zusätzlichen Lehrerwochenstunden nochmals für das Schuljahr 2010/11 zur Verfügung stehen", sagte Kultusministerin Marion Schick. Die seit 1995/96 auf Empfehlung der Enquete-Kommission "Kinder in Baden-Württemberg" vom Landtag bereitgestellten Mittel stehen seit 2009 nicht mehr zur Verfügung.
VBE zur neuen Kultusministerin Marion Schick
Stuttgart, 23.02.2010 Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg sieht in der Ablösung von Kultusminister Helmut Rau ein Signal des neuen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU), die Schulen wieder aus den fetten Schlagzeilen herauszumanövrieren und Schüler und Lehrer wieder in ruhigerem Fahrwasser arbeiten zu lassen. Aber auch die neue Kultusministerin wird keine erfolgreichere Bildungspolitik machen können, wenn ihr die CDU-Fraktion die Gefolgschaft verweigert.
Der heiße Stuhl der Kultusministerin wird sich sehr schnell wieder zum Schleudersitz entwickeln, wenn sie in wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit finanziellen Forderungen kommt. Eine bessere Schule gibt es aber nicht zum Nulltarif. Der Erfolg von Investitionen in Schule und Bildung ist nur langfristig ablesbar. Schule ist ein großer schwerer Dampfer und kein wendiges Schnellboot. Das musste auch Helmut Rau erfahren, der in den Fußstapfen von Annette Schavan die Schule mit einer Fülle von Reformen überzogen hatte, als Minister trotzdem nie so richtig Akzeptanz fand und ständig mit dem Rücken zur Wand stand.
Der VBE ist offen für bildungspolitische Neuerungen, wünscht sich jedoch von der neuen Kultusministerin, dass sie den Schulen jetzt wieder Ermunterung und Muße zum kontinuierlichen Arbeiten gibt.
Das Konzept der neuen Werkrealschule gehört dringend nachgebessert. Zumindest sollten alle Schulen, die nach diesem neuen Bildungsplan arbeiten, sich auch Werkrealschule nennen dürfen. Damit an Grundschulen künftig mit hoher Qualität unterrichtet werden kann, müssen Lehrer für diese Schulart ebenfalls acht Semester studieren dürfen. Dies wird besonders dann zwingend notwendig, wenn die Inklusion flächendeckend umgesetzt werden muss. Eine Prise Sonderpädagogik über alle Schulen gestreut, reicht da nicht aus. Neben genügend zusätzlichen Ressourcen gehören die Lehrer vorher professionell aus- und weitergebildet.
Der VBE bietet seine konstruktive Mitarbeit zur Verbesserung der bildungspolitischen Landschaft an. "Wenn Lehrer und Eltern mit im Boot sitzen und mit der Kultusministerin in die gleiche Richtung rudern, lassen sich notwendige Reformen leichter und nachhaltiger umsetzen", versichert VBE-Chef Rudolf Karg.
Stuttgart, 23.02.2010 Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg sieht in der Ablösung von Kultusminister Helmut Rau ein Signal des neuen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU), die Schulen wieder aus den fetten Schlagzeilen herauszumanövrieren und Schüler und Lehrer wieder in ruhigerem Fahrwasser arbeiten zu lassen. Aber auch die neue Kultusministerin wird keine erfolgreichere Bildungspolitik machen können, wenn ihr die CDU-Fraktion die Gefolgschaft verweigert.
Der heiße Stuhl der Kultusministerin wird sich sehr schnell wieder zum Schleudersitz entwickeln, wenn sie in wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit finanziellen Forderungen kommt. Eine bessere Schule gibt es aber nicht zum Nulltarif. Der Erfolg von Investitionen in Schule und Bildung ist nur langfristig ablesbar. Schule ist ein großer schwerer Dampfer und kein wendiges Schnellboot. Das musste auch Helmut Rau erfahren, der in den Fußstapfen von Annette Schavan die Schule mit einer Fülle von Reformen überzogen hatte, als Minister trotzdem nie so richtig Akzeptanz fand und ständig mit dem Rücken zur Wand stand.
Der VBE ist offen für bildungspolitische Neuerungen, wünscht sich jedoch von der neuen Kultusministerin, dass sie den Schulen jetzt wieder Ermunterung und Muße zum kontinuierlichen Arbeiten gibt.
Das Konzept der neuen Werkrealschule gehört dringend nachgebessert. Zumindest sollten alle Schulen, die nach diesem neuen Bildungsplan arbeiten, sich auch Werkrealschule nennen dürfen. Damit an Grundschulen künftig mit hoher Qualität unterrichtet werden kann, müssen Lehrer für diese Schulart ebenfalls acht Semester studieren dürfen. Dies wird besonders dann zwingend notwendig, wenn die Inklusion flächendeckend umgesetzt werden muss. Eine Prise Sonderpädagogik über alle Schulen gestreut, reicht da nicht aus. Neben genügend zusätzlichen Ressourcen gehören die Lehrer vorher professionell aus- und weitergebildet.
Der VBE bietet seine konstruktive Mitarbeit zur Verbesserung der bildungspolitischen Landschaft an. "Wenn Lehrer und Eltern mit im Boot sitzen und mit der Kultusministerin in die gleiche Richtung rudern, lassen sich notwendige Reformen leichter und nachhaltiger umsetzen", versichert VBE-Chef Rudolf Karg.
Neue Kultusministerin: Vertrauen zurückgewinnen
Stuttgart, 23.02.2010 Die Bildungsgewerkschaft GEW dankt dem scheidenden Kultusminister Helmut Rau für die Zusammenarbeit in den vergangenen viereinhalb Jahren und wünscht seiner Nachfolgerin Marion Schick mehr Durchsetzungsfähigkeit gegenüber der CDU-Fraktion.
"Lehrerinnen und Lehrer erwarten einen Bildungsaufbruch für Baden-Württemberg. In den vergangenen Jahren haben die Regierungsfraktionen nicht nur das Vertrauen der Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler verloren, sondern auch der Rat der Experten im Kultusministerium und der Wissenschaft wurde immer wieder ignoriert. Deshalb haben wir derzeit Stillstand in der Bildungspolitik. Wir hoffen auf eine mutige Kultusministerin, die den Dialog mit Lehrerinnen und Lehrern sucht und zu Veränderungen bereit ist", sagte am Dienstag (23.02.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Die Bildungsgewerkschaft GEW ist mit über 46.000 Mitgliedern die größte bildungspolitische Interessenvertretung im Südwesten.
Stuttgart, 23.02.2010 Die Bildungsgewerkschaft GEW dankt dem scheidenden Kultusminister Helmut Rau für die Zusammenarbeit in den vergangenen viereinhalb Jahren und wünscht seiner Nachfolgerin Marion Schick mehr Durchsetzungsfähigkeit gegenüber der CDU-Fraktion.
"Lehrerinnen und Lehrer erwarten einen Bildungsaufbruch für Baden-Württemberg. In den vergangenen Jahren haben die Regierungsfraktionen nicht nur das Vertrauen der Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler verloren, sondern auch der Rat der Experten im Kultusministerium und der Wissenschaft wurde immer wieder ignoriert. Deshalb haben wir derzeit Stillstand in der Bildungspolitik. Wir hoffen auf eine mutige Kultusministerin, die den Dialog mit Lehrerinnen und Lehrern sucht und zu Veränderungen bereit ist", sagte am Dienstag (23.02.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Die Bildungsgewerkschaft GEW ist mit über 46.000 Mitgliedern die größte bildungspolitische Interessenvertretung im Südwesten.
Bündelung der Informationen zu Mädchen-Technik-Projekten im Land
Stuttgart, 23.02.2010 Seit heute bietet die Internetseite www.girls-do-tech.de eine aktuelle Übersicht über Mädchen-Technik-Projekte des Landes und der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit. Damit ist ein wichtiger Schritt bei der Koordinierung der vielen Projekte gelungen. Die Seite soll dazu beitragen, Mädchen vermehrt für technische Berufe zu gewinnen.
Das Portal ist eine wertvolle Informationsquelle für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Bereich Mädchen und Technik. So können zum Beispiel Lehrkräfte, Projektträger und Gleichstellungsbeauftragte aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürger über diese Internetseite erfahren, wo in ihrer Nähe entsprechende Projekte stattfinden. Sie können Kontakt aufnehmen und Erfahrungen austauschen.
Das Portal wird gemeinsam getragen vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, dem Wirtschaftsministerium, dem Ministerium für Arbeit und Soziales, dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport sowie der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit. Verwaltet wird die Internetseite im Auftrag des Wissenschaftsministeriums durch das Projekt "Netzwerk Frauen.Innovation.Technik" (FIT) an der Hochschule Furtwangen.
Stuttgart, 23.02.2010 Seit heute bietet die Internetseite www.girls-do-tech.de eine aktuelle Übersicht über Mädchen-Technik-Projekte des Landes und der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit. Damit ist ein wichtiger Schritt bei der Koordinierung der vielen Projekte gelungen. Die Seite soll dazu beitragen, Mädchen vermehrt für technische Berufe zu gewinnen.
Das Portal ist eine wertvolle Informationsquelle für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Bereich Mädchen und Technik. So können zum Beispiel Lehrkräfte, Projektträger und Gleichstellungsbeauftragte aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürger über diese Internetseite erfahren, wo in ihrer Nähe entsprechende Projekte stattfinden. Sie können Kontakt aufnehmen und Erfahrungen austauschen.
Das Portal wird gemeinsam getragen vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, dem Wirtschaftsministerium, dem Ministerium für Arbeit und Soziales, dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport sowie der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit. Verwaltet wird die Internetseite im Auftrag des Wissenschaftsministeriums durch das Projekt "Netzwerk Frauen.Innovation.Technik" (FIT) an der Hochschule Furtwangen.
Artikel:
Baden-Württemberg bei der Kleinkindbetreuung über dem Durchschnitt der westdeutschen Bundesländer
276 680 Kinder im Alter von 3 bis unter 6 Jahren besuchen eine Kindertageseinrichtung oder werden in Kindertagespflege betreut
Stuttgart, 22.02.2010 Am 1. März 2009 wurden in Deutschland insgesamt 413 707 Kinder unter 3 Jahren entweder in einer Kindertageseinrichtung oder durch eine Tagesmutter bzw. einen Tagesvater betreut, davon 44 022 Kinder in Baden-Württemberg. Der Anteil der betreuten Kinder an der Altersgruppe der unter 3-Jährigen insgesamt, also die Betreuungsquote der unter 3-Jährigen (1), betrug in Baden-Württemberg nach Feststellung des Statistischen Landesamtes 15,8 Prozent. Diese Betreuungsquote hat sich seit 2006 (8,8 Prozent) fast verdoppelt.
Nach wie vor gibt es große Unterschiede bei der Kleinkindbetreuung zwischen Ost und West. Die Betreuungsquote in Baden-Württemberg lag mit 15,8 Prozent zwar unter der Betreuungsquote im Bundesdurchschnitt (20,2 Prozent), aber über dem Durchschnitt der westlichen Bundesländer (ohne Berlin) von 14,4 Prozent. In den neuen Bundesländern (ohne Berlin) lag die Betreuungsquote der unter 3-Jährigen mit 45,9 Prozent mehr als 3-mal so hoch wie in den alten Bundesländern (14,4 Prozent). Alle ostdeutschen Bundesländer wiesen dabei überdurchschnittlich hohe Betreuungsquoten von über 40 Prozent auf. In Sachsen-Anhalt betrug sie sogar 55 Prozent. Dagegen lagen die Quoten der Länder des früheren Bundesgebietes deutlich niedriger. Die höchsten Werte im früheren Bundesgebiet wurden vom Stadtstaat Hamburg (22,2 Prozent) und von Rheinland-Pfalz (17,5 Prozent) erreicht.
Der Kreis mit der höchsten Betreuungsquote in Baden-Württemberg ist der Stadtkreis Heidelberg mit 35,8 Prozent. Er hat das Ziel des Krippengipfels von Bund, Ländern und Kommunen aus dem Jahr 2007, bis zum Jahr 2013 bundesweit für 35 Prozent der Kinder unter 3 Jahren ein Angebot zur Kinderbetreuung zu schaffen, schon jetzt als einziger Kreis in Westdeutschland erreicht.
In der Altersgruppe der 3- bis unter 6-Jährigen beträgt der Anteil der Kinder, die in ein Angebot der Kindertagesbetreuung in einer Tageseinrichtung oder bei einer Tagespflegeperson in Anspruch nehmen, bundesweit bei 91,6 Prozent. Hier sind die Unterschiede zwischen Ost und West weniger ausgeprägt. Im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin) beträgt die Betreuungsquote der 3 bis unter 6-Jährigen 90,9 Prozent, in den neuen Ländern (ohne Berlin) 95,1 Prozent. Baden-Württemberg liegt mit einer Betreuungsquote von 95 Prozent im Ländervergleich auf einem guten Platz. Kein Stadt- oder Landkreis in Baden-Württemberg weist eine Betreuungsquote von unter 91 Prozent auf. Die höchste Betreuungsquote mit 98,4 Prozent erreicht wiederum der Stadtkreis Heidelberg.
Von den 276 680 betreuten Kindern in Baden-Württemberg im Alter von 3 bis unter 6 Jahren erhielten am 1. März 2009 33 753 Kinder eine Betreuung von mehr als 7 Stunden (Ganztagsbetreuung). Die Ganztagsbetreungsquote der 3- bis unter 6-Jährigen liegt damit in Baden-Württemberg bei 11,6 Prozent. Dies ist im Vergleich mit den westlichen Bundesländern insgesamt ein niedriger Wert: Im früheren Bundesgebiet liegt die Ganztagsbetreuungsquote der 3- bis unter 6-Jährigen mit 22,7 Prozent fast doppelt so hoch. In den neuen Ländern werden darüber hinaus rund zwei Drittel der Kinder im Alter von 3 bis unter 6 Jahren ganztags betreut.
(1) Ohne Doppelerfassungen, d. h. Kinder, in Kindertagespflege, die zusätzlich eine Kindertageseinrichtung besuchen, werden nur einmal erfasst.
Stuttgart, 22.02.2010 Am 1. März 2009 wurden in Deutschland insgesamt 413 707 Kinder unter 3 Jahren entweder in einer Kindertageseinrichtung oder durch eine Tagesmutter bzw. einen Tagesvater betreut, davon 44 022 Kinder in Baden-Württemberg. Der Anteil der betreuten Kinder an der Altersgruppe der unter 3-Jährigen insgesamt, also die Betreuungsquote der unter 3-Jährigen (1), betrug in Baden-Württemberg nach Feststellung des Statistischen Landesamtes 15,8 Prozent. Diese Betreuungsquote hat sich seit 2006 (8,8 Prozent) fast verdoppelt.
Nach wie vor gibt es große Unterschiede bei der Kleinkindbetreuung zwischen Ost und West. Die Betreuungsquote in Baden-Württemberg lag mit 15,8 Prozent zwar unter der Betreuungsquote im Bundesdurchschnitt (20,2 Prozent), aber über dem Durchschnitt der westlichen Bundesländer (ohne Berlin) von 14,4 Prozent. In den neuen Bundesländern (ohne Berlin) lag die Betreuungsquote der unter 3-Jährigen mit 45,9 Prozent mehr als 3-mal so hoch wie in den alten Bundesländern (14,4 Prozent). Alle ostdeutschen Bundesländer wiesen dabei überdurchschnittlich hohe Betreuungsquoten von über 40 Prozent auf. In Sachsen-Anhalt betrug sie sogar 55 Prozent. Dagegen lagen die Quoten der Länder des früheren Bundesgebietes deutlich niedriger. Die höchsten Werte im früheren Bundesgebiet wurden vom Stadtstaat Hamburg (22,2 Prozent) und von Rheinland-Pfalz (17,5 Prozent) erreicht.
Der Kreis mit der höchsten Betreuungsquote in Baden-Württemberg ist der Stadtkreis Heidelberg mit 35,8 Prozent. Er hat das Ziel des Krippengipfels von Bund, Ländern und Kommunen aus dem Jahr 2007, bis zum Jahr 2013 bundesweit für 35 Prozent der Kinder unter 3 Jahren ein Angebot zur Kinderbetreuung zu schaffen, schon jetzt als einziger Kreis in Westdeutschland erreicht.
In der Altersgruppe der 3- bis unter 6-Jährigen beträgt der Anteil der Kinder, die in ein Angebot der Kindertagesbetreuung in einer Tageseinrichtung oder bei einer Tagespflegeperson in Anspruch nehmen, bundesweit bei 91,6 Prozent. Hier sind die Unterschiede zwischen Ost und West weniger ausgeprägt. Im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin) beträgt die Betreuungsquote der 3 bis unter 6-Jährigen 90,9 Prozent, in den neuen Ländern (ohne Berlin) 95,1 Prozent. Baden-Württemberg liegt mit einer Betreuungsquote von 95 Prozent im Ländervergleich auf einem guten Platz. Kein Stadt- oder Landkreis in Baden-Württemberg weist eine Betreuungsquote von unter 91 Prozent auf. Die höchste Betreuungsquote mit 98,4 Prozent erreicht wiederum der Stadtkreis Heidelberg.
Von den 276 680 betreuten Kindern in Baden-Württemberg im Alter von 3 bis unter 6 Jahren erhielten am 1. März 2009 33 753 Kinder eine Betreuung von mehr als 7 Stunden (Ganztagsbetreuung). Die Ganztagsbetreungsquote der 3- bis unter 6-Jährigen liegt damit in Baden-Württemberg bei 11,6 Prozent. Dies ist im Vergleich mit den westlichen Bundesländern insgesamt ein niedriger Wert: Im früheren Bundesgebiet liegt die Ganztagsbetreuungsquote der 3- bis unter 6-Jährigen mit 22,7 Prozent fast doppelt so hoch. In den neuen Ländern werden darüber hinaus rund zwei Drittel der Kinder im Alter von 3 bis unter 6 Jahren ganztags betreut.
(1) Ohne Doppelerfassungen, d. h. Kinder, in Kindertagespflege, die zusätzlich eine Kindertageseinrichtung besuchen, werden nur einmal erfasst.
GEW: Für gemeinsames Lernen Schulen besser ausstatten
Stuttgart, 18.02.2010 Die Bildungsgewerkschaft GEW macht sich für die Entwicklung eines Bildungssystems stark, in dem Kinder und Jugendliche mit Behinderungen gemeinsam mit ihren Gleichaltrigen in den Grundschulen und weiterführenden Schulen lernen können.
"Jedes schulische Angebot muss der Individualität jedes einzelnen Kindes und Jugendlichen gerecht werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Landesregierung die Rahmenbedingungen schafft. Dazu gehören vor allem kleinere Klassen beziehungsweise Gruppen, sonderpädagogische Kompetenz an allen Schulen, Hilfsmittel für die Unterstützung der Schülerinnen und Schüler sowie umfassende Veränderungen in der Lehreraus- und -fortbildung. Die Diagnose- und Förderkompetenz der Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen muss den Kindern und Jugendlichen an allen Schulen zur Verfügung stehen", sagte am Donnerstag (18.02.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Aus der Sicht der GEW lassen die Empfehlungen des Expertenrats "Schulische Bildung von jungen Menschen mit Behinderung" noch viele Fragen offen. Eltern, die für ihr behindertes Kind den Besuch einer allgemeinen Schule wollen, werden als Sonderfall behandelt. Ein konkreter Zeitplan sei nicht erkennbar.
In Deutschland dauerte es zwei Jahre, bis im Dezember 2008 die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen alle parlamentarischen Hürden für die Ratifizierung genommen hat. Vor allem der Bildungsartikel 24 der Konvention erweist sich als große Herausforderung für die Bildungspolitik. Die UN-Konvention verlangt, dass Menschen mit Behinderungen in allen Schularten wie alle anderen Schüler/innen lernen können.
In Baden-Württemberg gibt es bisher in den Bildungseinrichtungen noch keine geeigneten Rahmenbedingungen, um Kinder und Jugendliche mit Behinderungen erfolgreich in allen Schularten integrieren und erfolgreich fördern zu können. Es gibt außerdem Kinder, für die aufgrund ihrer Behinderungen die Sonderschule der geeignetste Lernort bleiben wird.
Stuttgart, 18.02.2010 Die Bildungsgewerkschaft GEW macht sich für die Entwicklung eines Bildungssystems stark, in dem Kinder und Jugendliche mit Behinderungen gemeinsam mit ihren Gleichaltrigen in den Grundschulen und weiterführenden Schulen lernen können.
"Jedes schulische Angebot muss der Individualität jedes einzelnen Kindes und Jugendlichen gerecht werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Landesregierung die Rahmenbedingungen schafft. Dazu gehören vor allem kleinere Klassen beziehungsweise Gruppen, sonderpädagogische Kompetenz an allen Schulen, Hilfsmittel für die Unterstützung der Schülerinnen und Schüler sowie umfassende Veränderungen in der Lehreraus- und -fortbildung. Die Diagnose- und Förderkompetenz der Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen muss den Kindern und Jugendlichen an allen Schulen zur Verfügung stehen", sagte am Donnerstag (18.02.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Aus der Sicht der GEW lassen die Empfehlungen des Expertenrats "Schulische Bildung von jungen Menschen mit Behinderung" noch viele Fragen offen. Eltern, die für ihr behindertes Kind den Besuch einer allgemeinen Schule wollen, werden als Sonderfall behandelt. Ein konkreter Zeitplan sei nicht erkennbar.
In Deutschland dauerte es zwei Jahre, bis im Dezember 2008 die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen alle parlamentarischen Hürden für die Ratifizierung genommen hat. Vor allem der Bildungsartikel 24 der Konvention erweist sich als große Herausforderung für die Bildungspolitik. Die UN-Konvention verlangt, dass Menschen mit Behinderungen in allen Schularten wie alle anderen Schüler/innen lernen können.
In Baden-Württemberg gibt es bisher in den Bildungseinrichtungen noch keine geeigneten Rahmenbedingungen, um Kinder und Jugendliche mit Behinderungen erfolgreich in allen Schularten integrieren und erfolgreich fördern zu können. Es gibt außerdem Kinder, für die aufgrund ihrer Behinderungen die Sonderschule der geeignetste Lernort bleiben wird.
Artikel:
BW: Kultusminister Helmut Rau stellt Empfehlungen des Expertenrats "Schulische Bildung von jungen Menschen mit Behinderung" vor
Wegfall der Sonderschulpflicht / Bildungswegekonferenzen erarbeiten Angebot / Eltern haben qualifiziertes Wahlrecht
Stuttgart, 18.02.2010Kultusminister Helmut Rau MdL hat heute (18. Februar) die Empfehlungen des Expertenrats "Schulische Bildung von jungen Menschen mit Behinderung" vorge-stellt. Der 19-köpfige Expertenrat hat sich mit der Frage nach der bestmöglichen Beratung, Unterstützung und Bildung von jungen Menschen mit Behinderungen, Beeinträchtigungen, Benachteiligungen oder chronischen Erkrankungen beschäftigt.
Er empfiehlt auf den Einzelfall bezogene, passgenaue Lösungen zu entwickeln und rät von Patentlösungen ab. Nach Auffassung des Expertenrates sind für eine erfolgreiche schulische Bildung von jungen Menschen mit Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot unterschiedliche Wege des gemeinsamen Unterrichts, der sich an einem gemeinsamen Bildungsplan (zielgleich) oder verschiedenen Bildungsplänen (zieldifferent) orientiert, vorstellbar.
"In den nächsten Wochen werden wir die politische Bewertung der Empfehlungen vorzunehmen haben. Ich könnte mir durchaus vorstellen, erste Umsetzungsschritte im Rahmen eines Stufenplans schon zum kommenden Schuljahr zu gehen. Am Ende dieses Stufenplans muss aus meiner Sicht eine Schulgesetzänderung stehen", sagte Rau. Den Mitgliedern des Expertenrats dankte der Minister für ihre engagierte Arbeit. "Das Gremium hat seinen Auftrag sehr verantwortungsbewusst angenommen und konstruktiv zu grundlegenden Fragestellungen gearbeitet."
Nach den Empfehlungen des Gremiums soll die Sonderschulpflicht entfallen. In Zukunft soll diese in eine Pflicht zum Besuch einer allgemein bildenden Schule in der Primar- und Sekundarstufe sowie eine Pflicht zum Besuch einer Beruflichen Schule aufgehen. Bildungswegekonferenzen, in denen Experten des Schulbereichs zusammen mit den Eltern und mit Partnern der Behinderten- und der Jugendhilfe die besten Lösungen für das Kind beraten, erarbeiten einzelfallbezogene Schulangebote. Die Eltern sollen dann für ihr Kind ein qualifiziertes Wahlrecht zwischen gemeinsam erarbeiteten Alternativen haben.
Die Schulverwaltung soll nach den Empfehlungen des Expertenrates das Entscheidungsergebnis der Eltern grundsätzlich übernehmen, es sei denn, die Eltern wollen trotz der Vorschläge der Bildungswegekonferenz eine Lösungsform, die nicht realisierbar ist, weil zwingende Gründe entgegenstehen. Sonderschulen sollen sich zu sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren für jeweils unterschiedliche Förderschwerpunkte in einer Region weiterentwickeln und ihre Unterstützungs- und Bildungsangebote stärker als bisher in die allgemeinen Schulen verlagern. Sie sollen entsprechend benannt werden und weiterhin eigenständige schulische Bildungsangebote vorhalten. Ein Ansprechpartnersystem in den allgemeinen Schulen soll aufgebaut sowie das Netzwerk zwischen allgemeinen Schulen und den sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren verdichtet werden.
Der Expertenrat, der sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft, der Beratungsgremien des Kultusministeriums und Elternorganisationen, Fachverbänden sowie Entscheidungsträgern zusammensetzt, sprach sich für die Erprobung der mit den Empfehlungen in Verbindung stehenden Schritte der Weiterentwicklung aus, bevor eine Schulgesetzänderung diskutiert werde.
Minister Rau hatte am 4. Mai 2009 Leitgedanken zur Weiterentwicklung des Systems der schulischen Bildung von jungen Menschen mit Behinderung in die Diskussion gegeben und den Expertenrat berufen. Grund dafür waren die verschiedenen Ent-wicklungsleistungen der Schulen und ihrer Partner sowie die Ratifizierung der Be-hindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen. Die Mitglieder des Expertenrats haben sich mit Fragen der Ausgestaltung dieser Leitgedanken befasst und hierzu die oben ausgeführten Empfehlungen vorgelegt.
Die Empfehlungen des Expertenrats unter: www.kultusportal-bw.de/servlet/PB/show/1263897/
Stuttgart, 18.02.2010Kultusminister Helmut Rau MdL hat heute (18. Februar) die Empfehlungen des Expertenrats "Schulische Bildung von jungen Menschen mit Behinderung" vorge-stellt. Der 19-köpfige Expertenrat hat sich mit der Frage nach der bestmöglichen Beratung, Unterstützung und Bildung von jungen Menschen mit Behinderungen, Beeinträchtigungen, Benachteiligungen oder chronischen Erkrankungen beschäftigt.
Er empfiehlt auf den Einzelfall bezogene, passgenaue Lösungen zu entwickeln und rät von Patentlösungen ab. Nach Auffassung des Expertenrates sind für eine erfolgreiche schulische Bildung von jungen Menschen mit Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot unterschiedliche Wege des gemeinsamen Unterrichts, der sich an einem gemeinsamen Bildungsplan (zielgleich) oder verschiedenen Bildungsplänen (zieldifferent) orientiert, vorstellbar.
"In den nächsten Wochen werden wir die politische Bewertung der Empfehlungen vorzunehmen haben. Ich könnte mir durchaus vorstellen, erste Umsetzungsschritte im Rahmen eines Stufenplans schon zum kommenden Schuljahr zu gehen. Am Ende dieses Stufenplans muss aus meiner Sicht eine Schulgesetzänderung stehen", sagte Rau. Den Mitgliedern des Expertenrats dankte der Minister für ihre engagierte Arbeit. "Das Gremium hat seinen Auftrag sehr verantwortungsbewusst angenommen und konstruktiv zu grundlegenden Fragestellungen gearbeitet."
Nach den Empfehlungen des Gremiums soll die Sonderschulpflicht entfallen. In Zukunft soll diese in eine Pflicht zum Besuch einer allgemein bildenden Schule in der Primar- und Sekundarstufe sowie eine Pflicht zum Besuch einer Beruflichen Schule aufgehen. Bildungswegekonferenzen, in denen Experten des Schulbereichs zusammen mit den Eltern und mit Partnern der Behinderten- und der Jugendhilfe die besten Lösungen für das Kind beraten, erarbeiten einzelfallbezogene Schulangebote. Die Eltern sollen dann für ihr Kind ein qualifiziertes Wahlrecht zwischen gemeinsam erarbeiteten Alternativen haben.
Die Schulverwaltung soll nach den Empfehlungen des Expertenrates das Entscheidungsergebnis der Eltern grundsätzlich übernehmen, es sei denn, die Eltern wollen trotz der Vorschläge der Bildungswegekonferenz eine Lösungsform, die nicht realisierbar ist, weil zwingende Gründe entgegenstehen. Sonderschulen sollen sich zu sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren für jeweils unterschiedliche Förderschwerpunkte in einer Region weiterentwickeln und ihre Unterstützungs- und Bildungsangebote stärker als bisher in die allgemeinen Schulen verlagern. Sie sollen entsprechend benannt werden und weiterhin eigenständige schulische Bildungsangebote vorhalten. Ein Ansprechpartnersystem in den allgemeinen Schulen soll aufgebaut sowie das Netzwerk zwischen allgemeinen Schulen und den sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren verdichtet werden.
Der Expertenrat, der sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft, der Beratungsgremien des Kultusministeriums und Elternorganisationen, Fachverbänden sowie Entscheidungsträgern zusammensetzt, sprach sich für die Erprobung der mit den Empfehlungen in Verbindung stehenden Schritte der Weiterentwicklung aus, bevor eine Schulgesetzänderung diskutiert werde.
Minister Rau hatte am 4. Mai 2009 Leitgedanken zur Weiterentwicklung des Systems der schulischen Bildung von jungen Menschen mit Behinderung in die Diskussion gegeben und den Expertenrat berufen. Grund dafür waren die verschiedenen Ent-wicklungsleistungen der Schulen und ihrer Partner sowie die Ratifizierung der Be-hindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen. Die Mitglieder des Expertenrats haben sich mit Fragen der Ausgestaltung dieser Leitgedanken befasst und hierzu die oben ausgeführten Empfehlungen vorgelegt.
Die Empfehlungen des Expertenrats unter: www.kultusportal-bw.de/servlet/PB/show/1263897/

