Kontakt zu dieser Pressemitteilung: RedaktionDatum: 04.02.2012 14:30:40
München, 03.02.2012 Das Bayerische Kultusministerium begrüßt es, dass sich der BLLV heute deutlich als Partner in der Erziehung gegen rechte Gewalt ausgesprochen hat - wie dies die anderen Lehrerverbände, nämlich Bayerischer Realschullehrerverband und Bayerischer Philologenverband, ja bereits jüngst in Zusammenhang mit den Planungen der NPD-Jugend in Landshut getan haben.
An Bayerns Schulen gehört das Aufarbeiten der Geschichte des totalitären Systems sowie das Einüben von Demokratie und Toleranz zu den Kernzielen der Bildungs- und Erziehungsarbeit.
In Bayern ist deshalb der Unterricht in den Fächern Geschichte und Sozialkunde in allen Schularten fest und nachhaltig verankert.
Zusätzliche Stunden sind, wie es der BLLV fordert, pädagogisch sicher immer sinnvoll. Allerdings sollten sich Befürworter einer Ausweitung von Fächern über die bereits vorhandenen Stundenzahlen hinaus darüber klar werden, dass Bildung sich nicht nur auf gesellschaftspolitische Themen beschränken kann. Auch sprachliche, naturwissenschaftliche und musisch-kreative Bildung haben einen hohen Stellenwert, den man angesichts der jungen Menschen mit ihren Talenten und Interessen sowie den gesellschaftlichen Anforderungen nicht in Frage stellen darf. Das Kultusministerium hält die Stundentafeln für die einzelnen Schularten für ausgewogen. Die dazugehörigen Lehrpläne sind von erfahrenen Lehrkräften selbst entwickelt worden.
Mit Unverständnis reagiert das Ministerium auf die Aussagen des BLLV-Präsidenten Wenzel, dass in den "etablierten Schulsystemen Konkurrenz und Ausgrenzung dominieren". Im Mittelpunkt der Arbeit der Lehrkräfte in Bayern steht es, die jungen Menschen zu fordern und zu fördern. Die Werteerziehung einschließlich der Anstrengungen, eine Ausgrenzung von jungen Menschen bereits im Keim zu ersticken, gehört dazu.
Der Anteil der Jugendlichen, die die Schule ohne Abschluss verlassen, ist in den beiden Ländern Baden-Württemberg und Bayern (5,6 Prozent) am niedrigsten. Es ist ein Ziel des Kultusministeriums, diesen Anteil weiter zu senken.
Kontakt zu dieser Pressemitteilung: RedaktionDatum: 04.02.2012 14:29:45
München, 03.02.2012 "Der Bayerische Philologenverband sieht die Notwendigkeit, die bestehende Eigenverantwortung von Schulen zu optimieren und auszubauen. Um die hohe Qualität des bayerischen Gymnasiums weiterhin zu gewährleisten, müssen wir vom Bestehenden ausgehen und klar machen, dass zusätzliche Ressourcen für verbesserte Führungsstrukturen unabdingbar sein werden. Die Lehrkräfte an den Schulen gilt es bei dem Projekt der erweiterten Schulleitung von Anfang an mit einzubeziehen", führt der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt aus. Bisherige Rückmeldungen belegen, dass nur etwa 60 Prozent der Betroffenen den bisherigen Vorschlägen positiv gegenüberstehen. Funktionenkatalog ein Garant für die Qualität des bayerischen Gymnasiums!
Es ist unbestritten, dass ein großer Teil der hohen Qualität des bayerischen Gymnasiums auf die exzellente fachwissenschaftliche Ausbildung der bayerischen Philologen und auf die ständige Qualitätssicherung des Unterrichts durch die Fachbetreuer zurückzuführen ist. "Bei der Umsetzung von mehr Eigenverantwortung kann es nicht darum gehen, nur Fachbetreuerstellen mit Leitungsstellen zu tauschen, es muss vielmehr um Qualitätsentwicklung insgesamt gehen!", so Schmidt. "eine notwendige Weiterentwicklung darf Bewährtes nicht gefährden!" Keine zusätzlichen Führungsaufgaben zum Nulltarif!
Unser oberster Dienstherr hat mit der Schaffung des neuen Dienstrechts, beispielsweise durch eine massive Erhöhung der Zahl der zu Beurteilenden, eine Fülle neuer zeitintensiver Aufgaben geschaffen. Eine kostenneutrale Übernahme solch zusätzlicher Führungsaufgaben ist illusorisch: "Überlastete Führungskräfte können weder motivieren noch als Vorbilder dienen", gibt Schmidt zu bedenken, "deswegen benötigen Lehrkräfte, die mit Führungsaufgaben betraut und in der Qualitätssicherung tätig sind, ein ausreichendes Zeitkontingent für ihre Tätigkeit."
Die Einführung des G 8 war ein beispielloser Kraftakt in der jüngeren bayerischen Schulgeschichte, der viele Kolleginnen und Kollegen bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gebracht hat", so Schmidt, "wir benötigen deswegen eine behutsame und maßvolle Weiterentwicklung der bestehenden Führungsstrukturen in enger Abstimmung mit den Betroffenen".
Kontakt zu dieser Pressemitteilung: RedaktionDatum: 04.02.2012 14:28:15
Düsseldorf, 03.02.2012 Mit scharfer Kritik reagiert der nordrhein-westfälische Philologen-Verband auf die von der Landesregierung geschaffene Möglichkeit, erst in der 4. Grundschulklasse verbindliche Ziffernnoten auf Zeugnissen zu geben.
Erneut wird damit eine schulpraktische Regelung aus der letzten Legislaturperiode zurückgenommen. Ebenso wie bei ´Kopfnoten`, der eröffneten Rückkehr zu Schuleinzugsbereichen und der Abschaffung verbindlicher Grundschulgutachten erfolgt ein weiterer Schritt hin zur Diskontinuität in der Schulpolitik. Verlässlichkeit und Kontinuität sehen anders aus!
"Mit dieser Regelung stößt man das Tor weiter auf in Richtung Beliebigkeit im Umgang mit Qualifikationsstandards. Da Grundschulen unterschiedlich verfahren, wird die Vergleichbarkeit schulischer Leistungen außerordentlich erschwert. Auch macht der extrem späte Zeitpunkt der Ziffernnotengebung die Entscheidungsfindung für Eltern und Schüler beim Übergang zu weiterführenden Schulen nicht leichter!", kommentiert Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes, die Änderung der Ausbildungsordnung Grundschule.
Der Philologen-Verband lehnt diese Form einer veränderten ´Feedback-Kultur` ab. Er warnt mit Nachdruck davor, Ziffernnoten auch in den weiterführenden Schulen zu dämonisieren. Schülerinnen und Schüler haben in der Regel keine Probleme mit Ziffernnoten. Die bisherigen Grundschul-Regelungen waren kind-, altersgemäß und pädagogisch sinnvoll.
"Es darf nicht Schule machen, dass wir den Zeitpunkt hinausschieben, zu dem transparente Leistungsangaben und -vergleiche erfolgen. Schülerinnen und Schüler haben Anspruch auf bestätigende, ermutigende, motivierende und vor allem ehrliche Rückmeldungen!", so Peter Silbernagel.
Kontakt zu dieser Pressemitteilung: RedaktionDatum: 04.02.2012 14:27:27
München, 03.02.2012 Zu der neuerlich von den Gesamtschulideologen entfachten Diskussion äußert sich die turnusgemäß seit Jahresbeginn amtierende neue abl-Präsidentin Ursula Lay: "Die Diskussionen über das Übertrittsverfahren nach der vierten Jahrgangsstufe in Bayern nehmen kein Ende. Die Gesamtschulbefürworter sehen in der Freigabe des Elternwillens ein gutes Instrument, das differenzierte Schulwesen auszuhebeln zumal ideologisch gefärbte Standpunkte und gesellschaftspolitische Vorstellungen die Beurteilung entscheidend mit beeinflussen."
Der Übergang von einer Schulart in die andere habe, so die Präsidentin, hohe Bedeutung für die Entwicklung des Kindes und müsse sorgfältig vorbereitet werden. Darin seien sich Bildungsexperten, Lehrer- und Elternverbände und Politiker einig. Sowohl Eltern (natürliches Recht auf Erziehung) als auch Schule tragen die Verantwortung auf Grund der unterschiedlichen Begabungen der Kinder, den richtigen Bildungsweg zu sichern.
"Die abl distanziert sich ganz deutlich davon, allein die Eltern darüber entscheiden zu lassen, welche weiterführende Schule ihr Kind besuchen soll", so die Präsidentin Ursula Lay.
"Wer dies fordert und behauptet, Bildungschancen würden verhindert, stellt die fachliche Kompetenz, die Beratungskompetenz und Autorität der Grundschullehrkräfte in Frage und verschließt die Augen vor den Ergebnissen der empirischen Forschung. Diese und schulpraktische Erfahrungen belegen, dass die Übertrittsempfehlungen der Lehrkräfte insgesamt weit objektiver sind als die elterlichen Bildungsaspirationen", so Ursula Lay weiter. Lehrkräfte ziehen Leistungen und Noten als Grundlage für die Erteilung einer Empfehlung heran. Spätestens in der 3. Jahrgangsstufe beginnt eine intensive Beratung der Eltern. Das Übertrittszeugnis enthält neben den Noten auch genaue Aussagen zum Lern-, Arbeits-, und Sozialverhalten des Kindes. Beschrieben werden Leistungsbereitschaft, Verantwortungsbereitschaft, Selbstständigkeit, Zuverlässigkeit und Sorgfalt, Konfliktverhalten und Kooperationsfähigkeit.
Die Neugestaltung des Übertrittsverfahrens in den letzten Jahren sieht ein weitaus größeres Mitspracherecht der Eltern vor, was endlich offen diskutiert werden muss. Die zahlreichen Rückkehrer aus Realschule und Gymnasium an die Mittelschulen belegen, dass nicht alle Eltern eben immer objektiv die richtige Schulart für ihr Kind wählen. "Wenn Eltern allein frei entscheiden können, nimmt vielleicht der Druck in der Grundschule ab", sagt Ursula Lay, "man muss sich allerdings ernsthaft fragen, wer denn diesen Druck tatsächlich aufbaut. Es sind doch jene, die den Eltern fatalerweise einreden wollen, dass das Kind keine Zukunft mehr hat, wenn es den Übertritt zumindest an die Realschule nicht schafft. Das ist unverantwortliche Panikmache. Wir wollen nicht noch mehr Rückkehrer an die Mittelschule", so die abl-Präsidentin, "diese Jugendlichen sind oft demotiviert, leistungsunwillig und haben die Bereitschaft zum Lernen auf Grund des Scheiterns verloren. Effektives Lernen setzt Neugierde des Lernenden voraus. Motivation, Chance auf Erfolg und ein gesundes Maß an Herausforderung stellen die Grundvoraussetzungen für erfolgreiches Lernen dar.
Die richtige Schulwahl soll Wiederholen, Schulabbrechen und Schulversagen vermeiden. Diese Entscheidung dürfen wir nicht alleine den Eltern überlassen. Die Lehrkräfte in der Grundschule verfügen über eine hohe Diagnosefähigkeit und Beratungskompetenz. Die intensive Beratung der Eltern bei der Schullaufbahn stellt sicher, dass jedem Kind der Bildungsweg offen steht, der seiner Begabung und Bildungsfähigkeit entspricht," schließt Ursula Lay, die als Grund- und Hauptschullehrerin über einen großen Erfahrungsschatz verfügt. ARBEITSGEMEINSCHAFT BAYERISCHER LEHRERVERBÄNDE
Für den Inhalt verantwortlich: Ansprechpartner: Ursula Lay, abl-Präsidentin, Landesvorsitzende der KEG, Tel. 0151 46127384 Der Arbeitsgemeinschaft bayerischer Lehrerverbände (abl) gehören der Bayerische Philologenverband (bpv), der Bayerische Realschullehrerverband (BRLV), die Katholische Erziehergemeinschaft in Bayern (KEG) und der Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern (VLB) an. Die in der abl zusammengeschlossenen Verbände vertreten die Interessen von rund 60 000 Lehrkräften.
Kontakt zu dieser Pressemitteilung: RedaktionDatum: 04.02.2012 14:26:08
Düsseldorf, 03.02.2012 Der Schulausschuss im nordrhein-westfälischen Landtag hat heute eine Änderung der Ausbildungsordnung für die Grundschule auf den Weg gebracht. Künftig soll die Schulkonferenz als oberstes Mitwirkungsgremium wieder darüber entscheiden können, ob das Versetzungszeugnis am Ende der zweiten Klasse und die Zeugnisse in der dritten Klasse zusätzlich zur Leistungsbeschreibung in Berichtsform auch Noten enthalten sollen.
Voraussetzung für einen entsprechenden Beschluss der Schulkonferenz ist ein von der Schule erarbeitetes alternatives Konzept zur Leistungsrückmeldung ohne Noten, das mit den Eltern abgestimmt ist. Schulministerin Sylvia Löhrmann: "Damit erhalten Schulen – wenn sie es wollen - wieder die Möglichkeit, über Jahre erprobte und bewährte pädagogische Konzepte zur Leistungsbewertung ohne Noten einzusetzen. Wir verankern die Entscheidungskompetenz nun vor Ort, das folgt dem Leitgedanken einer selbstständigen Schule." Die Änderung der Ausbildungsordnung trägt den Erkenntnissen aus dem von der Vorgängerregierung durchgeführten Schulversuch "Leistungsbewertung ohne Ziffernzeugnisse" (LUZI) an Grundschulen in Nordrhein-Westfalen Rechnung und ermöglicht die landesweite Übertragung in die Praxis. LUZI hatte vier Grundschulen (Wartburg-Schule in Münster als Trägerin des Deutschen Schulpreises, Paul-Schneider Schule in Münster, Rosenmaarschule in Köln, Arnold-von-Wied Schule in Bonn) ermöglicht, auf Noten in Zeugnissen bis einschließlich Klasse 3 zu verzichten und stattdessen fundierte und differenzierte pädagogische Leistungsbewertungen zu geben.
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